Miwin'sche Würfel

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Miwin'sche Würfel

Miwin’sche Würfel
Daten zum Spiel
Autor: Michael Winkelmann
Verlag: Arquus Verlag, Wien
Erscheinungsjahr: 1994
Art: Würfelspiel (Denk- und Glücksspiel)
Mitspieler: 1 bis 9 (Solitär- oder Gruppenspiel,
je nach Spielvariante)
Dauer: ab etwa 5 bis zu etwa 60 Minuten
(je nach Spielvariante)
Alter: ab 6 Jahre
(je nach Spielvariante)
Auszeichnungen
Erfinderpreis auf dem 3. Österreichischen Spielefest
1987
in Wien

Die Miwin'schen Würfel wurden 1975 in Wien vom Physiker Michael Winkelmann erfunden. Sie bestehen aus einem Satz dreier unterschiedlicher Würfel. Die Summe der Augenzahlen jedes einzelnen beträgt 30, der Mittelwert 5. Gegenüberliegende Augenzahlen der Würfel ergeben in Summe jeweils neun, zehn oder elf. Sie überstreichen den Zahlenbereich von Eins bis Neun.

Grundlagen

Die drei Spielwürfel bestehen aus sechsseitigen Standard-Würfeln in Form eines Hexaeders, die mit jeweils unterschiedlichen „Augenzahlen“ beschriftet sind. Die Summe der Augenzahlen jedes einzelnen Würfels beträgt 30, der Mittelwert 5. Gegenüberliegende Augenzahlen der Würfel ergeben in Summe jeweils 9, 10 oder 11. Sie überstreichen den Zahlenbereich von Eins bis Neun.

Die Würfel sind in der Standardausführung aus Holz gefertigt, und in einer Sonderausführung aus Titan (siehe Abbildung); die Augen sind je Würfeltyp in den Farben blau, rot oder schwarz gekennzeichnet.

Die Bezeichnung des einzelnen Würfels erfolgt durch die Summe der beiden niedersten Augenzahlen, es ist also:

Würfel III mit blauen Augen 1 2 5 6 7 9
Würfel IV mit roten Augen 1 3 4 5 8 9
Würfel V mit schwarzen Augen 2 3 4 6 7 8

Es liegen jeweils die Zahlen 1 und 9, 2 und 7 sowie 3 und 8 gegenüber. Bei Würfel III sind die Antipoden außerdem 5 und 6, bei Würfel IV 4 und 5 und bei Würfel V 6 und 4.

Die drei Würfel sind derart gestaltet, dass es nach Wahl eines beliebigen Würfels immer einen anderen gibt, der gegen ihn gewinnt: mit einer Wahrscheinlichkeit von 17 : 36 würfelt er eine höhere Augenzahl und mit 16 : 36 eine kleinere Augenzahl. So gewinnt zyklisch III gegen IV, IV gegen V und V wiederum gegen III. Es sind somit intransitive Würfel.

Würfelspiele mit den „Miwin’schen Würfeln“

Anordnung der Zahlen von III, IV, V
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Anordnung der Zahlen von III, IV, V

Ab Mitte der 1980er-Jahre erfolgten öffentliche Berichterstattungen über die Würfelspiele, wie zum Beispiel in österreichischen Zeitungen „Das Weihnachtsorakel. Spieltip: Ein Buch mit zwei Seiten“, Bericht vom 18. Dezember 1994 in Der Standard,  S. 6. und in Spiele-Zeitschriften Die Pöppel-Revue, Heft 1/1990, S. 6; sowie: Spielwiese, 1990, Heft 11, S. 13, und 1994, Heft 29, S. 7. Winkelmann stellte seine Spielwürfel und verschiedene Spielmöglichkeiten teils auch selbst vor, wie beispielsweise auf dem jährlich stattfindenden und von mittlerweile mehr als 70.000 Besuchern frequentierten Österreichischen Spielefest in Wien [1] Offizielle Webpräsenz des Österreichischen Spielefestes, Stiftung Spielen in Österreich, Leopoldsdorf, wo das Spiel Miwin’sche Würfel 1987 als „neuartiges und eigenständiges Würfelspiel“ mit dem Erfinderpreis ausgezeichnet wurde Spielbox, Juni 1989, Heft 3, S. 42.

Die Spiele wurden unter anderem 1989 in der österreichischen Spiele-Zeitschrift Die Spielwiese rezensiert; damals lagen 14 Spielvarianten unterschiedlicher Glücks- und Denkspiele mit diesen Würfeln vor. Spielwiese, 1989, Heft 29, S. 6. Darüber hinaus wurden im Juni 1989 in der deutschen Spiele-Zeitschrift Spielbox in der Rubrik „Unser Spiel im Heft“ (inzwischen als „Edition Spielbox“ bekannt) als „Spiele zum Herausnehmen“ zwei Spielvarianten der Miwin’schen Würfel veröffentlicht, das Solitärspiel 5 zu 4 und das strategische Zweipersonenspiel Bitis.

Im Jahr 1994 veröffentlichte Winkelmann im Wiener Arquus Verlag sein Spiel Miwin’sche Würfel, bestehend aus einem Buch mit dem Titel Göttliche Spiele, das insgesamt 92 Spielanleitungen für unterschiedliche Spielvarianten, Kopiervorlagen für vier Spielpläne und eine Dokumentation der mathematischen Eigenschaften der Würfel beinhaltet, und einem Würfelsatz aus drei Spielwürfeln. Inzwischen hat er auf seiner Homepage insgesamt 120 Spielvarianten zur kostenlosen Nutzung veröffentlicht, davon 7 Spiele zum Herunterladen als virtuelle Spielmöglichkeit. Homepage des Spieleautors Michael Winkelmann (→ „miwin’sche Spiele“ anklicken)

Miwin'sche Würfel IX, X, XI
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Miwin'sche Würfel IX, X, XI
Anordnung der Zahlen von IX, X, XI
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Anordnung der Zahlen von IX, X, XI

Es gibt einen zweiten Satz Miwin'scher Würfel: IX, X, XI:

Die Bezeichnung des einzelnen Würfels erfolgt durch die Summe der niedersten und der höchsten Augenzahl, es ist also:

Würfel IX mit gelben Augen 1 3 5 6 7 8
Würfel X mit weißen Augen 1 2 4 6 8 9
Würfel XI mit grünen Augen 2 3 4 5 7 9

Spielmöglichkeiten

Die Würfelspiele sind je nach Spielvariante sowohl ein strategisches Denkspiel (Strategiespiel), als auch ein Glücksspiel nach dem Zufallsprinzip. Darüber hinaus gibt es Spielvarianten, bei denen sowohl Strategie als auch der Zufall (in Form der Würfel) eine Rolle spielen. Die besonderen Eigenschaften der speziellen intransitiven Spielwürfel bewirken dabei bestimmte Wahrscheinlichkeiten und mathematische Gesetzmäßigkeiten („nach Wahl eines beliebigen Würfels gibt es immer einen anderen, der gegen ihn gewinnt“).

Je nach Spielvariante kann es als Solitärspiel oder als Mehrpersonen- bzw. Gruppenspiel von bis zu 9 Mitspielern und ab einem Alter von etwa 6 Jahren gespielt werden. Einige Spielvarianten sind reine Würfelspiele und einige Varianten werden mit Spielbrettern bzw. Spielplänen gespielt. Je nach Spielvariante dauert ein Spiel ab etwa 5 Minuten bis zu etwa 60 Minuten.

Spiele mit den Miwin'schen Würfeln auf unknowns

Sonnentau

Wimyl

5 zu 4

Poison oak

Kampf um die Burg

Maki

Tyr 3 gewinnt

Mathematische Eigenschaften der Spielwürfel

Kennzeichen der drei Spielwürfel ist es, dass jeder einzelne von ihnen gleiche besondere Eigenschaften aufweist, wie unter anderem: Keine doppelten Zahlen auf einem Würfel, gleiche Augensummen (= 30) und Zahlen jeweils doppelt von 1–9 über alle drei Würfel. Diese Eigenschaften stellen eine besondere Implementierung von intransitiven Würfeln dar und ermöglichen die vielen unterschiedlichen Spielvarianten. Darüber hinaus kommen die Spiele mit nur drei Stück solcher Würfel aus und unterscheidet sich dadurch von den theoretischen Spieleverwendungen anderer intransitiver Würfel, die eher im Hinblick auf Mathematik hin konzipiert wurden, wie zum Beispiel die sogenannten Efrons Würfel, vgl. Homepage des Spieleautors Michael Winkelmann (→ „Miwin’sche Würfel 2“ anklicken, dann: →„Zu den Eigenschaften der Miwin’schen Würfel“ anklicken).

Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften werden die Spiele mit den Miwin’schen Würfeln auch im Bildungsbereich eingesetzt, um die Erarbeitung der mathematischen Besonderheiten von intransitiven Würfeln sowie von Wahrscheinlichkeitsberechnungen zu fördern, wie zum Beispiel im Sommersemester 2007 im Rahmen eines Seminars an der Universität Siegen.Klausur zur Veranstaltung Entdeckendes Lernen, Sommersemester 2007, Universität Siegen (PDF-Datei)

Veröffentlichungen in Spielebüchern

  • Friedhelm Merz: Spiel ’89. Taschenbuch für Spieler, Spieleautoren, Spielehersteller und die Spielepresse. Merz Verl., Bonn 1989, ISBN 3-926108-09-6, S. 477.
  • Rosemarie Geu: Spiel ’93. Taschenbuch für Spieler, Spieleautoren, Spielehersteller und die Spielepresse. Merz Verl., Bonn 1992, ISBN 3-926108-23-1, S. 610.
  • Michael Winkelmann: Göttliche Spiele. 1. Aufl., Arquus Verlag, Wien 1994, ISBN 3-901-388-10-9.
    (Veröffentlichung des Spiels Miwin’sche Würfel, bestehend aus: Buch mit insgesamt 92 Spielanleitungen für unterschiedliche Spielvarianten, Kopiervorlagen für vier Spielpläne und eine Dokumentation der mathematischen Eigenschaften der Würfel; sowie: ein Würfelsatz aus drei Spielwürfeln)
  • Michael Engel: Die schönsten Spiele für eine Person. Orig.-Ausg., Humboldt, Baden-Baden 2003 (= Humboldt-Paperback, 4044: Freizeit & Hobby), ISBN 3-89994-044-X, S. 33–36, 112.

Weblinks

  • Bitis in der Spieledatenbank Luding (Spielvariante mit den Miwin’schen Würfeln)
  • 5 zu 4 in der Spieledatenbank Luding (weitere Spielvariante)

Einzelnachweise

  • Michael Winkelmann: Göttliche Spiele, Arquus Verl., Wien 1994.
  • „Das Weihnachtsorakel. Spieltip: Ein Buch mit zwei Seiten“, Bericht vom 18. Dezember 1994 in Der Standard, S. 6.
  • Die Pöppel-Revue, Heft 1/1990, S. 6; sowie: Spielwiese, 1990, Heft 11, S. 13, und 1994, Heft 29, S. 7.
  • Offizielle Webpräsenz des Österreichischen Spielefestes, Stiftung Spielen in Österreich, Leopoldsdorf
  • Spielbox, Juni 1989, Heft 3, S. 42.
  • Spielwiese, 1989, Heft 29, S. 6
  • Homepage des Spieleautors Michael Winkelmann (→ „miwin’sche Spiele“ anklicken)
  • vgl. Homepage des Spieleautors Michael Winkelmann (→ „Miwin’sche Würfel 2“ anklicken, dann: →„Zu den Eigenschaften der Miwin’schen Würfel“ anklicken)
  • Klausur zur Veranstaltung Entdeckendes Lernen, Sommersemester 2007, Universität Siegen (PDF-Datei)
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