
Parthenon heiÃt übersetzt soviel wie Jungfrauengemach. Hört sich spannend an – oder? Leider ist hier nur das antike altgriechische Gebäude auf der Athener Akropolis gemeint – immer noch spannend?
Parthenon gibt es derzeit nur in englischer Sprache (allerdings leicht konsumierbares Englisch) – was zumindest für mein Verständnis besser als griechisch ist.
Ich muÃte eine Weile überlegen, ob ich Parthenon als Brettspiel oder Kartenspiel kategorisieren würde. Aber letztendlich ist es ein Kartenspiel mit kleiner Kartenablagefläche in Form eines Bretts. Und so lachen einen über 400 Karten beim Ãffnen des Spiels an – alle gieren danach gemischt, vorsortiert, gestapelt, gezogen und ausgespielt zu werden. Na fein – dann machen wir das mal. Vorher noch den Tisch ausgezogen, denn über 400 Karten wollen ja auch Platz finden – und das ist bei Parthenon nicht zu unterschätzen.
Das Spiel ist rundenbasiert und geht über 12 Runden (=drei Jahre). Jeder Spielzug besteht aus 10 Phasen:
Ziel des Spiels ist es alle 6 Dörfer, 2 Produktionsgebäude, 6 Akropolistrukturen und 2 GroÃe Wunder zu bauen. Hat das niemand nach den 12 Runden geschafft, gewinnt der Spieler, der die meisten Gebäude errichtet hat. Egal welche Bedingung das Spiel beendet – man sollte schon darauf aus sein verdammt schnell seine Gebäude zu errichten. Dafür sollte man überlegt und strukturiert vorgehen – also zu Beginn mal ein paar Gedanken über die eigene Strategie verschwenden.
Parthenon ist ein typisches mehrstufiges Aufbauspiel. Das allerdings zur Abwechslung mal nur auf Karten basiert. Ich baue Gebäude, produziere, nutze Vergünstigungen, baue weitere Gebäude, …, baue ein Wunder – freue mich, baue noch ein Wunder, freue mich nochmehr und habe schlieÃlich gewonnen oder nicht.
Interessant an Parthenon ist, daà das Spiel eigentlich alle Dinge aufweist, die gute Spiele ausmachen:
Wobei gerade beim letzten Punkt – dem Glück – einige Spieler der Meinung sind, der wäre zu hoch und spielentscheidend. Dies war in unseren Runden aber einstimmig nicht der Eindruck. Das Glück kann immer dann zuschlagen, wenn Flotten zu benachbarten Ländern (eine Gefahrenkarte wird aufgedeckt) oder weit entfernten Ländern (zwei Gefahrenkarten werden aufgedeckt) geschickt werden. Ja mein Gott – so ist die Seefahrt halt. Immerhin kann man ja Abwehrkarten mitschicken, die einen vor den Gefahren schützen. Viel schwieriger fand ich da eher die Hafenkarten, die am Zielhafen verdeckt liegen und darüber Auskunft geben, was man in dem Hafen alles machen kann – oder eben auch nicht. Komme ich als erster in einem Hafen mit verdeckter Karte an kann ich sie mir heimlich anschauen und entscheiden, ob ich sie umdrehe und nutze, oder nicht. OK, da kann man sicherlich auch mal bluffen und eine Karte, die einem weniger nutzt als den Mitspielern verdeckt liegen lassen. Dann denken diese meist: “Was mag da wieder für ein Müll drunterliegen, da fahre ich mal nicht hin”. Aber ehrlich gesagt ist Parthenon für solche Spielchen einfach zu kurz – ist man doch in diesem Fall umsonst zu dem Hafen gefahren und hat eventuell auch noch Schutzkarten opfern müssen. Insgesamt haben wir aber nicht das Gefühl gehabt, daà der Glücksfaktor das Spiel entschieden hätte.
In unserer Spielrunde kam Parthenon sehr gut an. Unbedingt mal antesten!
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