
Herr der Ringe – die Trilogie – der Epos … und das als Spiel – geht das? Immerhin heißt einer der Autoren Maggi – mal sehen ob er auch die richtige Würze in das Spiel gebracht hat.
Herr der Ringe – oder: Kommerz über alles?
Mittlerweile haben sich ja eine ganze Menge Verlage dran gemacht von dem Herr der Ringe Hype zu profitieren. Selten kommt dabei ein gelungenes Spiel raus. Phalanx aber hat es wirklich geschafft, die Atmosphäre des Buches und die Story in ein richtig gutes Spiel umzusetzen.
Doch vor dem Spaß steht erst einmal die Arbeit. In diesem Fall das Regelstudium. Die Regel ist zwar gut geschrieben (Achtung die erste Regel und auch ein Teil der Karten war fehlerhaft), aber elendig lang. Wenn man das Spiel dann einmal durch hat, fragt man sich, warum die Regel eigentlich so lang ausfallen mußte.
Viel störender finde ich da schon die fehlende Unterscheidbarkeit der Figuren und der Symbole der einzelnen Völker (und natürlich den einen blöden Nazgül, der immer umkippt). Es wird das Geheimnis von Phalanx bleiben, warum das so gelöst wurde. Die Figuren von Gut und Böse sind zwar auseinanderhaltbar, aber die Figuren der Guten – die ja aus mehreren Völkern (genau 5) bestehen und der Bösen, die auch aus mehreren Völkern (genau 3) bestehen auf einen Blick ihrem jeweiligen Volk zuordnen zu können ist wohl eher für eine Saalwette bei Wetten daß… geeignet. Also Pinsel raus und die Füße der Figuren unterschiedlich angemalt.
Schnell noch die Spielvorbereitung – schnell?
Spielvorbereitung… Brett auspacken – ‘tschuldigung: Bretter auspacken. Gut, Bretter wieder einpacken, Tisch ausziehen. Bretter wieder auspacken. Fluchen – überlegen, ob man sich nicht doch langsam einen größeren Tisch kaufen sollte. Das Spielbrett ist riesig – und mit riesig meine ich auch riesig. Glücklich derjenige, der nach Aufbau des Spielbretts noch Platz für den Rest hat.
Nächste Übung: Figuren sortieren (204 Stück!). 15 Minuten später dann Figuren für die Startaufstellung platzieren – lalala…
Also für die Spielvorbereitung sollte man als Untergrenze schon mal 20 Minuten einplanen. Immer schön den Mitspieler bei Laune halten. Motivationsvorschlag: “Ey man, ist wirklich ein gutes Spiel – glaub mir”.
Vier Spieler, oder doch lieber nur zwei?
Achso: Mitspieler. Ringkrieg ist ein hervorragendes Spiel für 2 Spieler. Natürlich kann man auch zu viert spielen, da werden dann halt die Völker aufgeteilt – aber das wirkt irgendwie konstruiert. Spielt es zu zweit, das macht am meisten Spaß. Sollten mehr am Leute Tisch sein, dann spielt zusammen – aber bloß nicht die Völker aufteilen. Zugucken macht beim Ringkrieg übrigens auch Spaß und ist spannend.
Beim ersten Spiel sollte man unbedingt die Einführungsregeln spielen. Die zweite Partie kann dann schon ohne Probleme mit den Profiregeln gespielt werden, die viel mehr Abwechslung zulassen und meines Erachtens auch zu mehr Ausgewogenheit zwischen den Parteien führt.
So, schnell noch auswürfeln, wer denn der Gute am Tisch ist. Dann kann es ja losgehen.
Die Jagd beginnt
Ich möchte an dieser Stelle nicht die ganzen Regeln erläutern – das wäre müßig, langweilig, rahmensprengend und bringt Euch nicht weiter. Die Regeln gibt es im Internet zum Download. Deswegen grob den Ablauf:
Während der Gute versucht mit seinen Ringträgern so schnell wie möglich den Ring zu zerstören oder mit seinen Armeen Städte im Wert von vier Punkten zu erobern, versucht der Böse so schnell wie möglich Städte der Guten zu erobern, um eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Er kann aber auch die Ringträger jagen und korumpieren – kann auch zum Erfolg führen.
Zu Beginn jeder Runde wird erst einmal gewürfelt. Die Würfelergebnisse lassen dann bestimmte Aktionen zu. Hierbei hat der Böse drei Würfel mehr zur Verfügung, da er diese auch für die Jagd auf die Ringträger einsetzen kann. Als Aktionen stehen zur Wahl:
Die Würfel werden für Aktionen verwendet. Hat man weniger noch nicht verwendete Würfel als der andere, kann man passen und der andere ist dran. Das geht so lange, bis alle Würfel verwendet wurden.
Zu Beginn befinden sich die Völker nicht im Kriegszustand. Sie können ihre eigenen Gebiete nicht verlassen. Erst im Laufe des Spiels treten die Völker in den Ringkrieg ein (entweder durch den Einsatz von Aktionswürfeln oder dadurch, daß sie angegriffen werden). Dann sind Kämpfe und uneingeschränkte Bewegung möglich. Der Böse ist mit seinen Völkern näher am Kriegszustand, als der Gute. D.h. der Böse hackt zuerst auf dem Guten rum.
Werden Armeen der Guten im Kampf besiegt verlassen sie für immer das Spiel. Werden Armeen des Bösen geschlagen, können sie später wieder eingesetzt werden. Das heißt für die Guten übersetzt: Städte optimal verteidigen und die Ringträger so schnell wie möglich bewegen. Und für Böse heißt das: Rummetzeln bis zum Abwinken und sinnvoll Jagd auf die Ringträger machen. Sind nämlich mehrere Jagdversuche erfolgreich, so steigt die Korrumption der Ringkrieger und ab einem bestimmten Level haben die Guten das Spiel verloren.
Die Guten gewinnen doch immer – richtig?
Durch das Wiederkommen der im Kampf gefallenen Bösen Armeen und den häßlichen Nazgül, die sich frei auf dem Spielbrett bewegen können, ist der Böse beim Kämpfen eindeutig überlegen. Die Verteidigung für die Guten, die nur schwer den militärischen Sieg erlangen können, ist schon ziemlich anspruchsvoll und durch regelmäßige Rückzüge gekennzeichnet. Bloß nicht provozieren lassen von diesen schwarzen Unholden (ich weiß gar nicht mehr, wie oft mich Nico der Böse einen Feigling nannte). Die Gefahr plötzlich keine Armeen mehr für die Rekrutierung zu haben ist immens hoch.
Hilfreich auf der Seite der Guten sind die Weggefährten mit ihren Sondereigenschaften. Das ändert jedoch nichts daran, daß der militärischen Übermacht der Bösen nicht beizukommen ist. Ein Bummeln der Ringträger führt hier definitiv zum Sieg der Bösen. Man sollte darauf achten, daß der erfahrenere Spieler die Guten spielt – das ist anspruchsvoller.
Ist es nun gut oder nicht?
Uns hat Ringkrieg sehr großen Spaß gemacht. Ein Zwei-Personen-Spiel mit echtem Tiefgang, der Möglichkeit verschiedene Strategien auszuprobieren, einem tollem Spielgefühl und hohem Wiederspielwert.
Von mir eine klare Empfehlung!
Zum Ringkrieg gibt es übrigens auch eine Erweiterung mit dem Namen: Die Schlachten des dritten Zeitalters. Auch diese ist empfehlenswert, erweitert sie doch einerseits das Grundspiel und bietet andererseits ein eigenständiges Spiel. Insgesamt gibt es neue Einheiten, neue Charaktere und neue Regeln (z.B. für den Kampf). Die Erweiterung sollte man allerdings erst spielen, wenn man das Grundspiel beherrscht.
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# Ringkriegliebhaber on Januar 22nd, 2007
Ich mag dieses Spiel ziemlich und finde das man es zu 4. mit der Aufteilung der Völker auch ziemlich gut spielen kann.
Es macht ähnlich viel SpaÃ. Dauer tzwar länger aber im Gegensatz zum 2er-Spiel ähnelt es nicht so sehr einer Runde Schach da man auch mal zwischendrin mit jemand quatschen kann.
# Mitti on März 28th, 2007
Habe mir das Spiel vor ein paar Monaten via Amazon gekauft und war zuerst nur von den liebevollen Einheiten fasziniert. Nach den ersten paar Testspielen, welche schon erste Fragen zur Regelinterpretation offen legten, wurde mir und meinen Mitstreitern klar, dass das Spiel ja auch von der guten Seite gewonnen werden kann, da wir uns zu Beginn viel zu sehr auf die Militärseite konzentriert hatten.
Habe mir mittlerweile auch die Erweiterung gekauft und nach stundenlangen Regeldiskussionen auch dieses (meiner Meinung nach) gänzlich verstanden.
Danach dauerte es nicht mehr lange und ich war der Sucht endgültig verfallen. Seit nunmehr 4 Monaten gibt es praktisch keine Woche in der ich es nicht spiele und trotz des groÃen Zeitaufwandes finde ich immer wieder neue Freaks dafür.
Lange Rede kurzer Sinn: HDR – Der Ringkrieg ist für echte Hardcore-Strategiespieler so ziemlich das Beste was ich je gesehen und gespielt habe!