
Kennt noch jemand Kohle, Kies und Knete aus dem Jahr 1994? Nein? Nicht so schlimm – Hauptsache ihr schaut Euch mal I’m the Boss an, das ist nämlich die Neuauflage des alten Klassikers von Sid Sackson.
I’m the Boss ist richtig schön in einer groÃen Runde zu spielen. Am Besten möglichst unterschiedliche Charaktere. Den Möchtegern-Geschäftsmann, den Sachlichen, den Abgebrühten, den HeiÃsporn, …
Je illustrer die Runde, umso spannender die Verhandlungen und Deals.
Das gesamte Spiel über geht es um Geschäfte, die abgeschlossen werden wollen. Hierzu wird ein Dollar-Zeichen (ein besseres Kapitalistenzeichen gibt es wohl nicht) per Würfelwurf über das Spielbrett bewegt. Jeder Spieler stellt einen Investor dar. Der aktive Spieler kann entscheiden, ob er den Deal auf dem Zielfeld machen möchte oder nicht. Es geht dann um den Deal, der oben auf dem Dealkartenstapel liegt. Insgesamt gibt es 15 Dealkarten, die zu Spielbeginn entsprechend ihrer Reihenfolge gestapelt werden.
Verhandeln bis die Freundschaft bricht – oder Heuschrecken sind auch nur MenschenÂ
Auf dem Dealfeld steht nun, wieviele Geldgeber notwendig sind und was es jeweils zu gewinnen gibt. Es beginnt die Phase des Ausspielens von EinfluÃkarten (man erhält zu Beginn 5 auf die Hand und kann 3 Karten nachziehen, wenn man nur das Dollarzeichen bewegt und kein Geschäft machen möchte – das Handkartenlimit beträgt 12). Hat man selber nicht genügend EinfluÃkarten auf der Hand, muà man die lieben Mitspieler davon überzeugen, daà der Deal auch für sie lukrativ ist. Doch Vorsicht, es gibt auch EinfluÃkarten, die z.B. bestimmte Charaktere in den Urlaub schicken. So finden meist mehrer Runden Schlagabtausch (garniert mit entsetzlichen Flüchen und Verwünschungen) statt, ehe ein Deal zustandekommt (dann gibt es Kohle, Kies und Knete und das Dealfeld wird abgedeckt und zählt auch bei zukünftigen Bewegungen nicht mehr mit), oder leider gescheitert ist. Ist der Deal gescheitert, heiÃt das natürlich “Rache” am Verursacher oder an den Verursachern in den Folgerunden nehmen – getreu dem Motto: Wie Du mir, so ich Dir. Besonders gerne nimmt man sich denjenigen dann mal zur Brust, der in einer vorherigen Runde mit einer Bosskarte einfach den ganzen Deal an sich gerissen hat – und man blöderweise keine Stop-Karte zur Verteidigung auf der Hand hatte. Na sind wir hier bei den Heuschrecken oder was?
Das Spiel endet schlieÃlich spätestens mit dem 15. Deal. Gewonnen hat der Investor mit dem meisten Geld.
Und das ist gut so…
Das Spiel an sich ist höchst simpel und lebt von den Akteuren und ihren Gemeinheiten. Langes Regelstudium oder schweres am Kopf kratzen ob der Möglichkeiten gibt es während des Spiels nicht. Das Motto lautet – auspacken, loslegen Freunde verlieren.
Uns hat I’m the Boss immer richtig Spaà gemacht. Das Spiel ist einfach super – und das ist gut so!
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