
Wir schreiben das Jahr 1998. Richard Garfield entwickelt eines seiner ersten Spiele. Magic the Gathering füllt sein Leben nicht aus. Und was tut er? Er bringt ein Spiel raus, das als “Spielbrett” einen Sammelkartenordner hat. Wahrscheinlich dachte er sich: “Mhhh, wozu könnte man so einen Ordner noch verwenden … mmmhhh – ah: für ein Wirtschaftsspiel”.
Unfassbar – aber wahr. Und das tolle ist: Das Spiel macht auch noch Spaß.
Bei Filthy Rich (frei übersetzt: stinkreich) stellt der Ordner 4 Straßen einer Stadt dar. Die Spieler können Geld bezahlen, um Werbeplakate möglichst geschickt aufzuhängen. Die Plakate können bis zu vier Felder groß sein. Sie sind je nach Straße, in der man sich gerade befindet sichtbar oder nicht. Anschließend wird mit einer Anzahl von 10-seitigen Würfeln gewürfelt, die der Nummer der aktuellen Straße entspricht. Bei Straße 1 also mit einem Würfel und bei Straße 4 mit vier Würfeln. Die 9 Felder der aktuellen Straße werfen dann Dollar ab, wenn die entsprechende Zahl gewürfelt und das Plakat getroffen wurde. Zeigt der Würfel eine 10, so sind Steuern fällig. Das kann teuer werden und dazu führen, daß bereits aufgehängte Plakate wieder verkauft werden müssen. Wurde der Gewinn ausgeschüttet, so wird mit einem 6-seitigen Würfel die für die nächste Runde aktuelle Straße ermittelt (1 – 4 = Straße 1 – 4; 5 und 6 = aktuelle Straße ist bereits aufgeschlagene Straße). Alles simpel, oder? Hat man etwas Geld angesammelt, können Statussymbole erworben werden. Was soll der ganze Reichtum, wenn die lieben Mitmenschen davon nichts mitbekommen? Wer zuerst drei Statussymbole erworben hat gewinnt sofort das Spiel. Leider werden die Symbole immer teurer, spielen doch die Reichen dieser Welt immer ihre eigenen Mittelpunktspielchen.
Die Aktionskarten bringen weiteren Pfeffer ins Spiel. Da spielt Nico seinen Hacker-Cousin aus, der einfach mal für die aktuelle Runde meine Erträge auf Nicos Konto bucht, statt auf meines! Penner!
Obwohl Filthy Rich keinen Extremtiefgang aufweist, ist es doch ein stimmiges und nettes Spiel für Zwischendurch. Und die Idee mit dem Ordner ist wirklich innovativ. Ach so: Wer Glückselemente einfach widerlich findest, sollte die Finger vom Spiel lassen.
Leider ist dieses frühe Werk von Richard Garfield nur noch sehr schwer aufzutreiben. Wer es aber noch finden sollte – zuschlagen – Filthy Rich macht einfach Spaß. Wer es sieht und nicht zuschlägt, sagt einfach mir Bescheid. Nico möchte sein Spielexemplar nicht rausrücken – und das kann ich sogar verstehen.
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# Sankt Peter on März 10th, 2009
Schönes innovatives Zwischendurchspiel mit einem nicht unerheblichen Glücksanteil.Spielreiz
Spielmaterial
Spielregel
Einfluss
Interaktion
Innovation