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Caesar und Cleopatra

Mrz 2007
18

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Leser:4871

Caesar und Cleopatra

Caesar und Cleopatra für mich eines der besten Kosmos 2′er Spiele. Warum? Ganz einfach: Meine Frau, die sonst überhaupt keine Spiele mag (außer Tichu), spielt ab und zu mal im Urlaub mit mir diese Spieleperle. Sie gewinnt zwar von 10 Spielen höchstens 1, aber noch wirkt das motivierend auf sie – ja ja, ich weiß, auch den anderen mal aus Versehen gewinnen lassen!

Worum geht es?

Ein Spieler ist Caesar und ein Spieler ist Cleopatra. Ladies first, d.h. Cleopatra beginnt das Spiel. Für wen das jetzt überraschend war, der sollte auf jeden Fall weiterlesen und sich einen Knigge kaufen.

Jeder Spieler wirbt um die Gunst von Patriziern, von denen es fünf verschiedene Arten gibt. Drei Arten gibt es 5 Mal und zwei Arten gibt es 3 Mal. Um die Gunst wirbt man, in dem man an die Patrizierkarten entweder verdeckt eine Einflußkarte oder offen zwei Einflußkarten legt. Auf den EInflußkarten ist eine Zahl abgebildet, die die Höhe des Einflusses angibt.

Neben den Einflußkarten gibt es auch noch Aktionskarten, mit denen man zusätzlich in seiner Runde den anderen Spieler ärgern kann (Schaue Dir die Handkarten des Gegners an, …). Am Ende eines Spielerzuges wird eine Vertrauenskarte umgedreht. Entweder die Römer feiern mal wieder eine Orgie und es passiert nichts, oder eine der Patrizierarten wird gewertet. Es kann auch zu einer Wertung kommen, wenn an einer Patriziergruppe die achte Karte gelegt wurde.

Bei der Wertung werden alle Einflußkarten an der Gruppe umgedreht und dann schaut man sich erst einmal verwundert an. Der Spieler mit dem höchsten Einfluß gewinnt und erhält eine der Patrizierkarten aus der Mitte. Aber stopp!!! Da gibt es ja noch die häßliche Philosophin. Die dreht die Wertung einfach mal um, wenn sie in der Reihe liegt, so daß der Spieler mit dem geringsten Einfluß gewinnt. Bei uns war es dann nicht selten, daß beide Spieler an der gleichen Patriziergruppe jeweils eine Philosophin hatten. Was passiert dann? Na ganz einfach: Es gewinnt wieder der mit dem meisten Einfluß. Da sollte man sich beim Aufdecken der Einflußkarten nicht zu früh freuen und immer schön abwarten, bis alle Karten umgedreht sind.

Am Ende seines Zuges füllt man seine Handkarten wieder auf fünf auf, wobei man selber entscheidet, in welcher Kombination man Aktions- und Einflußkarten nachzieht.

Der Reiz des Spiels Caesar und Cleopatra liegt eindeutig im Bluffen. Wann lege ich die Karten offen an und wann verdeckt? Vielleicht offen eine hohe Einflußkarte legen und anschließend verdeckt die Philosophin und dann nur noch kleine Einflußkarten. Das wäre doch ein toller Bluff, wenn der Mitspieler darauf reinfällt. Tut er aber leider nicht immer.

Gewonnen hat am Ende, wer die meisten Patrizier von sich überzeugen konnte. Zusatzpunkte gibt es, wenn man von einer Art die Mehrheit oder sogar alle überzeugen konnte und wenn man seine zu Beginn gezogene Auftragskarte erfüllen konnte.

Uns hat Caesar und Cleopatra immer Spaß gemacht und selbst nach rund 50 Partien lebt und begeistert es immer noch durch seine Bluffstrategien. Nicht selten schaut man seinem Mitspieler ganz tief in die Augen, um eine Einschätzung über die gespielten Karten zu erhalten. Lästig ist teilweise der Glücksfaktor beim Ziehen der Wertungskarten. Es kann schon passieren, daß man rundenlange Orgien veranstaltet und dann genau in dem Moment eine Wertung bei einer Patriziergruppe auslöst, bei der man in der letzten Runde leider die Mehrheit verloren hat. Deswegen ist Caesar und Cleopatra auch eher ein Taktik- als ein Strategiespiel.

Für Reisen ist das Spiel, wie alle 2′er Spiele von Kosmos aufgrund seiner geringen Schachtelgröße hervorragend geeignet. Das Spielmaterial ist sehr gut. Die Karten sind dick genug und haben ein edles Format.

Einzig frisch verliebte oder verheiratete Paare sollten sich vorher darüber im Klaren sein, daß es nur ein Spiel ist – mit hohem Ärgerfaktor, aber eben nur ein Spiel!

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