
Alea hat wieder zugeschlagen. Nach der Präsentation des Prototypen auf den internationalen Spieletagen in Essen 2006 ist Notre Dame nun endlich in die Läden gekommen.
Hat sich das Warten gelohnt? Kurze Antwort: Ja!
Alea vergibt für Notre Dame einen Schwierigkeitsgrad 4 von 10. Damit sollte man denken, daà es zu den einfacheren Spielen zählt. Aber weit gefehlt. Das einzig einfache sind die Regeln – und das vermutet man beim ersten Lesen gar nicht. Da gibt es 9 verschiedenen Aktionskarten noch einmal 15 verschiedene Personenkarten. Wer soll sich das alles merken? Wir haben es dann so gespielt, daà alle Aktionskarten erklärt wurden und die Personenkarten jeweils dann, wenn sie ins Spiel kamen. Hat sich wirklich bewährt. Relativ schnell konnte die Anleitung in der Box verschwinden, da auch die kleinen “Unterstützungsbilder” auf den Karten eine gute Hilfe darstellten.
So konnten wir nach rd. 15 Minuten gemeinsames Regellesen loslegen und spielten von Anfang an flüssig, aber nicht fehlerfrei.
Das Spiel wirkt durchdacht, die Mechanismen greifen ineinander und irgendwie kämpft man bei Geld oder EinfluÃsteinen immer mit dem Mangel. Zusätzlich nervt einen diese häÃliche von Ratten verursachte Seuche, die einem immer einen EinfluÃstein aus einem Gebiet und zwei Prestigepunkte kostet. Kein Wunder bei den Temperaturen im sommerlichen Paris. Ist man einmal an seinem Seuchenlimit von “9″, kommt man da nicht wirklich wieder runter und kämpft ab dann jede Runde gegen die kleinen Nager.
Zum SpielablaufÂ
Kurz gesagt versucht man bei Notre Dame mithilfe von Aktionskarten eigene EinfluÃsteine in seinem von den anderen Spielfeldern abgegrenzten Spielfeld so sinnvoll zu platzieren, daà man über neue EinfluÃsteine und Geld so flexibel bleibt, daà man die Prestigepunkteausbeutung optimieren kann. Gespielt wird 3 x 3 Runden mit jeweils 5 Phasen:
Phase 1: Personenkarten auslegen
Phase 2: Aktionskarten auswählen
Phase 3: Aktionskarte ausspielen
Phase 4: Personen bestechen
Phase 5: Seuchenwert ermitteln
Zu Beginn dachten wir, daà das Ziehen der Aktionskarten ein sehr groÃer Glücksfaktor sein wird. Doch weit gefehlt. Man zieht drei seiner neun Aktionskarten. Schiebt zwei ausgewählte davon an den linken Nachbarn und erhält im Gegenzug zwei vom rechten Nachbarn und schiebt von den zwei neu erhaltenen Karten wieder eine an den linken Nachbarn – und erhält dafür wieder eine vom rechten Nachbar. Am Ende sind also 3 + 2 + 1 = 6 Karten aus 9 möglichen durch die eigene Hand gewandert. Davon können einige doppelt sein, aber so what – wir hatten nie das Gefühl nichts machen zu können. Schwieriger war es da schon immer genügend EinfluÃsteine und Geld zu haben. Eigentlich hatte jeder von uns mindestens eine Runde, in der wir keine EinfluÃsteine legen konnten. Glücklicherweise darf man ja dann einen bereits auf einem der Felder oder Notre Dame befindlichen Stein umsetzen. Und jeder wurde auch mal von der Seuche heimgesucht.
Insgesamt erlaubt Notre Dame eine Vielzahl von Taktiken, so daà eigentlich jede Partie das Potential hat, anders zu verlaufen. Ob man mit einer einseitigen Taktik (z.B. nur auf Kutsche spielen, …) erfolgreich sein kann möchte ich mal stark bezweifeln. Sollte ich mich da irren, bitte ich um entsprechendes Feedback. Vielmehr muà man auf mehrere Pferde setzen und sich in den ersten Runden eine vernünftige Basis aufbauen (ähnlich wie bei Säulen der Erde, Caylus, Sankt Petersburg, …).
Uns hat Notre Dame sehr viel Spaà gemacht und obwohl ich verloren habe (ja ich weiÃ: wie immer) würde ich es jederzeit wieder gerne spielen. Das Feedback zu dem Spiel war einstimmig, was bei uns nicht oft der Fall ist. Trotz geringer Interaktion zwischen den Spielern fühlt man sich nicht als Alleinoptimierer. Das Kartenschieben und Kutsche bewegen können irgendwie davon ablenken.
Notre Dame sollte man unbedingt mal anspielen – auch als Wenigspieler. Es schlägt mit seinen einfachen Regeln und doch groÃen Freiheitsgraden in der Taktikwahl einen schönen Bogen vom Wenigspieler zum Vielspieler. Das Thema ist auch gut gewählt und spricht denke ich die breite Masse an. Die Grafik des Spiels ist schön, aber nicht spektakulär. Sie erfüllt aber ihren Zweck und die seltsam geformten Spielplanteile sind auch mal eine nette Idee – ermöglichen sie doch den variablen Spielaufbau bei unterschiedlicher Spieleranzahl.
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empfohlene Spieleranzahl: 2 -Â 5 (funktioniert in allen Besetzungen gut)
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# Clotaire Legnidu on April 4th, 2007
Ich habe gestern zum zweiten Mal Notre Dame gespielt und einen Tip von Stefan Brück berücksichtigt. Dass ich dabei eine besondere Strategie hatte, kann ich nicht direkt behaupten, aber ich kann sagen, welche Aktionskarten ich nicht gespielt habe. Und zwar habe ich den Park und die Karte, mit der man Prestigepunkte bekommt (den Namen des Gebäudes habe ich vergessen) konsequent ignoriert und von Anfang an viele Einflusssteine im Hospital gehabt. Damit kam ich zum Schluss auf 62 Punkte. Habe nach der ersten Partie nicht erwartet, dass man im 4-Personen-Spiel auf so viele Punkte kommen kann.
# Canis on April 7th, 2007
Notre Dame ist ein schönes Mehrpersonen-Solitaire, denn Interaktion findet fast nicht statt. Das Spiel besteht aus 4 Spielen, die zwar die gleichen Auswirkungen haben, aber ansonsten nebeneinander herlaufen: Das Stadtteilspiel, das Kutschenspiel, das Bestechungsspiel und das Notre-Dame-Spiel. Ich sehe es von der Taktik her nicht so eindimensional. Das Hospital ist sher wichtig (ca. 4PP / Zug), aber als Punktemaschinen ist eine Kombination aus Kutsche (4 PP / Zug), Notre-Dame(6-16 PP / 2 Züge ) und Stadtteile mit min. 3 Steinen (je 3PP in Phase C zusätzlich) wichtig. Daneben natürliich immer Geld und Einflusssteine im Auge behalten. Natürlich bringt ein frühes Park-Engagement auch eine Menge.
# Candamir on April 13th, 2007
Ich bin von dem Spiel Begeistert, und werde es in den nächsten Tagen kaufen,
.Ich fahre da lieber mit der Kutsche oder hole mir über die Personenkarten die Begehrten PP.
meine ersten runden scheiterten aber immer an der 30 Punkte grenze (2er Spielrunden) der ~Park~ hat mich auch nicht so überzeugt oder ich hatte immer zu spät 2 Steine dort liegen