unknowns.de spielblog
spielblogspielwikispielforum

Jump to content

Additional information

Allgemein

Letzte Artikel

Letzte Kommentare

Kategorien

Suchen

Umfrage Spiel des Jahres

Lieblingsspiel 2010 (alle 14 Tage abstimmen)

  • Add an Answer
View Results

Schlagworte

1 bis 4 Spieler 1 bis 5 Spieler 1 bis 6 Spieler 2 bis 4 Spieler 2 bis 5 Spieler 2 bis 6 Spieler 2 bis 8 Spieler 2 Spieler 3 bis 4 Spieler 3 bis 5 Spieler 3 bis 6 Spieler 3 bis 7 Spieler 3 bis 10 Spieler 4 bis 7 Spieler 8 bis 18 Spieler 15 Minuten 30 Minuten 45 Minuten 60 Minuten 90 Minuten 120 Minuten 150 Minuten 180 Minuten 210 Minuten 240 Minuten 300 Minuten Cosim kooperativ Rennspiel Solo Wirtschaftsspiel

WP-Cumulus by Roy Tanck and Luke Morton requires Flash Player 9 or better.


Kreml

Apr 2007
18

email email
Leser:6520

Kreml

Der Pressetext

Moskau 1951. Der greise Nestor Aparatschik ist noch Parteichef, doch das Gerangel um seine Nachfolge ist bereits in vollem Gange. Die SpielerInnen als mächtige Hinterleute spinnen ihre Fäden. Die Führungsspitze der Sowjetunion ist hoffnungslos überaltert, so dass die SpielerInnen ihre kränkelnden Favoriten in Sanatorien hegen und pflegen müssen, dabei aber in Gefahr geraten, einer “Säuberung” von Seiten der Konkurrenz zum Opfer zu fallen. Also standhaft in Moskau bleiben, das Geschehen aktiv mitbestimmen? Das kann böse enden. An der Kremlmauer. Wer geduldig auf seine Chance wartet, seine Möglichkeiten nicht überschätzt und zu alledem heimlich auf die richtigen Kandidaten gesetzt hat, wird gewinnen. KREML endet, sobald ein Parteichef dreimal bei einigermassen akzeptabler Gesundheit die Oktoberparade abnimmt. Ein satirisch-witziges, anspruchsvolles Taktikspiel mit Überraschungsmomenten. 

Und warum das alles?

Kreml landete bei uns auf dem Tisch… Spartanisches Spielmaterial lächelt uns beim Öffnen der Pappkiste an. Da fühlt man sich gleich in das Thema versetzt. Die Namen der einzelnen Politiker tun ihr übriges, erkennt man doch erst teilweise beim zweiten Mal lesen, deren Doppeldeutigkeit. Auch die Spielregel ist wirklich lustig geschrieben und nötigt einem an mehreren Stellen ein Grinsen ab. Schade, daß der Fata Morgana Ausgabe nicht das Spielbrett beiliegt, das in der Avalon Hill Ausgabe mitgeliefert wird.

Worum geht es?

Grob gesagt geht es bei Kreml darum, mit zu Beginn geheim auf zehn Politiker verdeckt gesetzten und im Laufe des Spiels nicht mehr veränderbaren Einflußpunkten einen Parteichef am Ende des Spieles in das Amt gehoben zu haben, auf den man mehr Einfluß ausübt als irgend ein anderer Spieler am Tisch. Doch vorsicht: neben dem Parteichef sind im laufenden Spiel insbesondere der KGB Chef, der Verteidigungsminister und der Außenminister von nicht unbedeutender Rolle (im Zweifel auch deren Vertreter aus der zweiten Reihe). Diese drei Lichtgestalten befinden sich im Politbüro auf der Ebene 1 – direkt unter dem Parteichef. Der KGB Chef kann Säuberungen durchführen, der Verteidigungsminister anklagen und anderen Politikern den Vorteil eines Urlaubs in Sibirien näher bringen und der Außenminister schlägt regelmäßig bei Vakanz des Parteichefs einen neuen Kandidaten vor. Da kann man sich schon in das Knie beißen wenn man schon völlig untaktisch beinahe alle seiner geheimen Einflußpunkte auf einen Politiker offen legt, um ihn zu führen, und dieser Politiker dann mal einfach weggesäubert wird und eventuell auf und nicht über Los ziehen muß. D.h. dann wieder irgendwann im gemeinen Volk zu starten – sehr unschön. Das Zauberwort heißt “bluffen”.

Auf der anderen Seite werden die Politbüromitglieder ja auch nicht jünger. Problem ist nur: je älter man ist, um so schneller wird man krank. Ups, da hat jemand 3 Krankheitsmarken am Hacken – da müssen wir ihn doch gleich unwiderruflich an der Kreml Mauer beisetzen. Hektisches gucken auf dem Zettel seiner geheimen Einflußpunkte. Jetzt darf sich der freuen, der den Leichnam nicht oder zumindest nur mit wenig Einfluß belegt hatte. Als Bluff daf man sich an dieser Stelle auch mal ärgern, obwohl einen die Beisetzung einfach mal kalt lassen könnte.

Und das soll Spaß machen?

Bei Kreml muß man also ein Gespür dafür entwickeln, welche Politiker von den anderen Spielern präferiert behandelt werden (hoffentlich blufft da keiner?) und auf der anderen Seite möglichst unauffällig seine Kandidaten in Stellung bringen. In der Beziehung erinnert mich Kreml ein bißchen an Colossal Arena.

Was uns wirklich gestört hat war die Tatsache, daß man permanent mit diesen kleinen fieseligen Countern die Streßpunkte legen muß, die das Alter erhöhen – schön, wenn der 69 Jährige 70 wird. D.h. dann eine 7 und 0 finden, aus der Packung popeln und auf die Politikerkarte legen. Mit fortschreitender Spieldauer echt eine Spaßbremse und Showstopper. Außerdem sind die Namen zwar lustig – aber für einen geborenen Westeuropäer erst einmal nur schwer zu merken. Immer wieder schaut man, ob man nun Zehnjarplan, Nikotin oder wen auch immer mit welchem Einfluß notiert hat…

Am Ende kam bei uns nicht so richtiger Spielspaß auf. Obwohl das Thema und der Mechanismus eigentlich ein fieses Spiel vermuten lassen. Wir waren dann doch etwas enttäuscht. Auch wenn das Spielmaterial das Thema unterstützt, hätte man es doch funktionaler gestalten können. Und vielleicht wäre dadurch auch der Spielablauf flüssiger geworden. Es war bei uns doch sehr holprig – insbesondere das Namen und Regeln nachschauen/ -fragen hat uns viel Zeit gekostet. Wie man das Spiel unter 60 Minuten schaffen soll ist mir schleierhaft. Selbst wenn der erste Parteichef drei Oktoberparaden hintereinander abnehmen und damit gewinnen würde, hätten wir das nicht in 60 Minuten geschafft. Insgesamt hatten wir das Gefühl, daß man zwar etwas beeinflussen kann, aber Spielzeit zu Beeinflußbarkeit des Spielausgangs in einem suboptimalen Verhältnis stehen – auf deutsch: das Spiel dauert zu lange. Auch das Würfeln für die Krankheitsmarkern, die über Leben und Tod entscheiden, stellt ein unwegsamen Glücksanteil dar, der nur durch die Entscheidung Kur oder nicht Kur beeinflußt werden kann.

Wir werden Kreml noch einmal eine Chance geben. Das ist wieder einmal ein Spiel, das ich gerne mögen möchte – es derzeit aber noch nicht kann! Es ist halt auch stark von der Gruppe abhängig, die es spielt – aber in meinen Augen definitv eher ein Funspiel – und dafür ist die Spielzeit schon knackig lang. Eine Zusammenfassung der Spielregel findet Ihr hier: Kreml Kurzspielregel

Das Spiel könnte Dir gefallen, wenn Du

empfohlene Spieleranzahl: 4+

Du kennst das Spiel? Wie ist Deine Meinung? Über die Kommentarfunktion kannst Du das Spiel bewerten und kommentieren…


Your Comment

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>




Powered by WP Hashcash

Credits

Template designed by praegnanz.de.