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Diese Rezension wurde dem spielblog freundlicherweise von ode zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Verlag: ALEA
Autor: Rüdiger Dorn
Für 2-5 Spieler
Dauer: 60-120 Minuten
ALEA-Skala: 5 von 10
Das Spiel kommt, wie von ALEA nicht anders zu erwarten, wunderschön aufgemacht daher. Aufgebaut ist es eine Augenweide aus farbigen Holzwürfeln und -scheiben, Pappmarkern, Karten und einem sehr schönen Spielplan, der uns die Stadt Genua und seine Gassen zeigt. Es gibt einen äußeren Ring von Gebäuden der durch Gassen vom inneren Ring anderer Gebäude getrennt ist. In der Mitte ist der Marktplatz.
Wer am Zug ist, muss die beiden achtseitigen Würfel werfen. Hieraus, und aus ihrer Farbe (der Eine ist rot, der Andere blau), ergibt sich die Startposition des Händlers, den wir durch die Stadt ziehen. Ergo: Das Spielfeld ist in 64 Felder unterteilt. Es erbibt sich also eine Koordinate. Der “Händler” besteht aus fünf braunen Holzscheiben. Der Spieler der am Zug ist, bestimmt, wohin sich dieser bewegen wird. Dabei lässt er auf jedem Feld (inklusive des Startfeldes) eine Holzscheibe liegen. Jedes Gebäude, das betreten wird, darf benutzt werden. Denn in den Gebäuden warten die eigentlichen Aktionen auf uns!
Im Tuchlager gibt es Seide und Leinen, im Getreidelager Weizen und Reis. In den Villen kann ich Privilegien bekommen oder “Große Aufträge” erfüllen. Im Rathaus hole ich mir “Kleine Aufträge” und in der Poststation hole ich Botschaften, die ich von einem Gebäude zum nächsten bringen muss.
Für Botschaften, Privilegien und die Aufträge bekomme ich Geld, denn darum geht es am Ende. Wer das meiste Geld erwirtschaftet gewinnt!
Doch das eigentliche Spiel findet dazwischen statt: Es wird gehandelt bis zum Letzten!!! Der Händler kann ja, wie beschrieben vier Felder weit ziehen und so fünf Felder abdecken. Wenn man es schafft ohne Gassenfeld auszukommen sind so bis zu fünf Aktionen möglich. Der aktive Spieler darf aber nur eine einzige Aktion machen!!! (Ausnahme: Er hat ein Plättchen “Eine zusätzliche Aktion” aus dem Park ergattert.) So kann der aktive Spieler nun die restlichen Aktionen an die anderen Spieler “verkaufen”, was er möglichst tun sollte! Die Spielanleitung (wie immer bei ALEA vorbildlich geschrieben) schreibt hierfür die Handelsgesetze der Stadt Genua vor. Findet sich jemand, der die Aktion des Feldes machen möchte auf dem der Händlerturm gerade steht, muss sie auch vergeben werden. Derjenige, der die Aktion machen will, muss etwas bieten. Hierbei darf alles in die Waagschale geworfen werden: Von Geld bis Aktionsplättchen, Rohstoffe, Aufträge, Botschaften oder was der eigene Fundus noch hergibt. Es hat auch schon Mitspieler gegeben, die in ihrer Verzweiflung das letzte Stück Schokolade oder ein paar Weingummis anboten, aber das zählt für uns knallharte Geschäftsleute natürlich nicht.
Findet keine Einigung statt, bleibt dem Zugspieler nichts anderes über als die Aktion selber zu machen. Natürlich kann der Zugspieler auch auf weitere Schritte mit dem Händler verzichten! Hier gilt wieder das Verhandlungsgeschick der Mitspieler um den Zugspieler zum weiterziehen zu veranlassen. Denn der möchte sich ja auf keinen Fall ein gutes Geschäft entgehen lassen. Vor einem Zug kann der Zugspieler auch beeinflusst werden, wohin er sich wenden soll.
Man kann sich vorstellen, dass es hier mitunter wild am Tisch zugeht. Und das ist wirklich Spaß in Tüten!!! Wichtig ist hierbei immer im Hinterkopf zu behalten, dass es ja schließlich nur ein Spiel ist! So mancher mag enttäuscht sein, dass ein Geschäft nicht zustande kam. Sicherlich ist auch nicht jeder dazu geboren, zu handeln bis der Arzt kommt, denn darauf kommt es in diesem Spiel sicherlich am meisten an! Trotzdem: In der richtigen Runde, mit dem nötigen Respekt und einer Prise Humor ist dieses Spiel absolut unschlagbar!!!
Je nach Teilnehmerzahl gibt es unterschiedlich viele Runden. Der Marktplatz kann die Rundenzahl sogar noch senken, da er den Rundenanzeiger gnadenlos vorschiebt, falls er als Startfeld gewürfelt wurde.
Zum Schluss gibt es für die Privilegien und eigene Gebäude noch ein wenig Geld und dann wird abgerechnet.
Im Zweipersonenspiel gibt es ein paar kleine Veränderungen: Zum einen gibt es die Vorgabe, dass Angebote Aktionen zu kaufen mindestens aus einem Rohstoff und zusätzlichen anderen Angeboten bestehen müssen. Da es nur einen Abnehmer gibt, fällt das Angebot eine Aktion zu kaufen natürlich nicht sonderlich hoch aus. Zum anderen erhält der Zugspieler eine zusätzliche Aktion, wenn er es schafft eine andere Aktion an den Mitspieler abzugeben.
Klar, das Zweierspiel ist eher ein Optimierungsarbeit als ein wildes Handelsspiel. Doch macht es auch zu zweit viel Spaß und erfahrene Zweierspieler kennen die Wirkungen und Wechselwirkungen der Aktionen sicherlich sehr gut. Doch seine wahre Größe entfaltet das Spiel mit drei bis fünf Spielern.
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empfohlene Spieleranzahl: 3+
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