
Diese Rezension wurde dem spielblog freundlicherweise von ode zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Verlag: Hans im Glück
Autor: Rüdiger Dorn
Für 2-4 Spieler ab 12 Jahren
Dauer: ca. 90 Minuten
In GOA versuchen wir unserer Handelsgesellschaft zu Ansehen und Reichtum zu verhelfen. Die Portugiesen haben die indische Provinz Goa erobert und bieten uns Zugang zu leckeren, orientalischen Gewürzen.
Der Spielplan beinhaltet einige Ablagefelder für Geld, Aktionskarten, Schiffskarten, Kolonien und Kolonistenkarten. In der Mitte jedoch wird der größte Platz von einem 25 Plättchen umfassenden quadratischen Raster belegt. Hier gibt es Plantagen, Schiffe, Aktionen und vieles mehr zu ersteigern. Weiterhin bekommt jeder Spieler zwei dünne Papptableaus zur Verwaltung der eigenen Kolonien und Plantagen und der Entwicklungsfortschritte.
Eine Runde (und davon gibt es gerade mal Acht!!!) folgt einer festgelegten Abfolge.
Das Spiel ist unterteilt in zwei Runden auf dem Spielbrett. Der erste Satz Plättchen steht uns für vier Versteigerungsrunden zur Verfügung. Zu Anfang der fünften Versteigerungsrunde wird dieser erste Satz durch einen zweiten Satz Plättchen auf dem Spielbrett ersetzt. Dieser halt ein wenig höherwertige Plantagen, Aktionen etc. für uns bereit.
Als erstes werden auf dem Spielplan Versteigerungsmarker gesetzt. Der Startspieler hat einen Marker (der im weiteren Spielverlauf auch immer mitversteigert wird und neben dem Startspielerrecht auch eine “Zusätzliche Aktion” garantiert) und setzt diesen mitsamt seinem mit der “1″ bedruckten Versteigerungsmarker neben das Plättchenraster angrenzend an ein Plättchen. Der Marker des Startspielers darf auch auf ein freies Spielfeld neben einem Plättchen gelegt werden. Die Spieler legen nun in der Sitzreihenfolge je einen Versteigerungsmarker (in aufsteigender Nummerierung also der zweite Spieler setzt seinen Marker mit der “2″, u.s.w.) auf ein angrenzendes Plättchen ihrer Wahl. Zum Schluss darf noch mal der Startspieler einen letzten Marker setzen. Nun werden die Plättchen mit den Markern versteigert (also immer der Startspielermarker zuerst). Derjenige, dem der Marker gehört startet die Auktion mit einem Gebot “Null”. Jetzt können die anderen Spieler im Uhrzeigersinn einmalig (!!!) einen beliebigen Betrag bieten. Der Markerbesitzer hat zu guter Letzt die Möglichkeit alle Gebote zu überbieten und das Plättchen selber einzustreichen. Bietet keiner, geht das Plättchen kostenlos an den Besitzer des Markers. Ansonsten erhält der Höchstbietenden den Zuschlag. Bei der Versteigerung ist es wichtig, dass der Versteigerer das Geld bekommt und nicht die Bank, ausser er ersteigt sein eigenes Teil selbst. Das ist eigentlich der Clou der Versteigerungsphase.
Hier können die Herren Händler jetzt neue Plantagenerrichten, Schiffe einkaufen, Kolonisten anstellen, Sonderaktionen für die Aktionsphase erwerben, Expeditionen durchführen oder Siedlungen gründen.
Insgesamt gibt es fünf Gewürzarten: Nelken, Zimt, Pfeffer, Ingwer und Muskat. Diese sind neben den Schiffen der Garant für unsere Weiterentwicklung auf dem entsprechenden Tableau.
Kommen wir nun zu der eigentlichen Aktionsrunde. Jedem Spieler stehen in der Aktionsrunde drei Aktionen zur Verfügung. Der Startspieler beginnt, die anderen folgen reihum. Folgende Aktionen stehen zur Auswahl:
Hat jeder drei Aktionen ausgeführt, dürfen reihum noch diejenigen Aktionen machen, die eine Karte “Zusätzliche Aktion” haben (Das ist ab Runde 2 zumindest immer der Startspieler. Weitere zusätzliche Aktionen gibt es oft zu ersteigern – sehr beliebt, wenn ich das mal sagen darf!!!). Natürlich nur gegen Abgabe der Karte. Es darf nur eine Karte “Zusätzliche Aktion” für spätere Runden aufgespart werden. Es folgt die nächste Runde mit dem Einsetzen der Versteigerungsmarker.
Im Verlauf des Spiels ist also unser Ziel uns so zu entwickeln, dass es zum Schluss möglichst viele Siegpunkte gibt. Das bedeutet, möglichst weit auf dem Entwicklunsgtableau vorrücken. Für jede Spalte gibt es Siegpunkte entsprechend ihrer Entwicklungsstufe. Weiterhin gibt es Punkte für die Kolonien, je mehr Kolonien, desto mehr Punkte, klar. Dann kann man noch Siegpunkte für die Expeditionskarten bekommen. Diese werden nach einem bestimmten System ermittelt. Weiterhin gibt es Siegpunkte für die meiste Kohle, Einer-Plantagen und bestimmte Punkteplättchen, die wir evtl. in den Versteigerungsrunden erhalten haben und unter bestimmten Vorgaben, die es zu erfüllen gilt, auch Punkte einbringen.
Wer gewinnt, dürfte klar sein: Der mit den meisten Punkten!!!
Fazit:
In meinen Augen steht GOA Spielen wie Puerto Rico oder Caylus in nichts nach! Das ist eine Liga! Es ist mal wieder das ewige Problem mit den Aktionen: Man hat eigentlich immer zu Wenige! Eigentlich will ich mich so schnell wie möglich entwickeln, muss aber erst Schiffe bauen um überhaupt weiter zu kommen. Um dann endlich noch mehr Schiffe bauen zu können! Das dauert, es brennt einem unter den Nägeln und man hat doch nur so wenige Aktionen! Und das gilt auch für die anderen Bereiche des Entwicklungstableaus. Wo stecke ich mehr Energie rein? Baue ich Schiffe, muss ich mal wieder Ernten? Aber ich brauche doch viel mehr Gewürze als es mir derzeit möglich ist! Okay, dann erst weiterentwickeln - Oh, nein! Dann muss ich irgendwo Schiffe auftreiben. Verschwende ich eine Aktion auf eine Expedition und hoffe auf einen Schiffsegen und kassiere mindestens einen Siegpunkt, wenn es nicht klappt? Mist! Mein Gegner hat ja noch so viel Geld! Bei der nächsten Versteigerungsrunde kann ich gar n icht mit bieten! Ich muss Steuern kassieren! Aber wenn ich jetzt die Kolonie “Madras” gründe, kriege ich ja zwei Gewürze. Dann geht das ja doch vielleicht, was ich eben vorhatte.
So, oder ähnlich, könnten die Gedanken sein, die ich mir mache, wenn ich meine Züge plane. Es macht ungeheuren Spaß das alles zu organisieren und zu planen. Zusatzaktionen sorgen für stressfreiere Entwicklung.
Auch hier muss man natürlich sagen: Es funktioniert zu zweit und ist auch fein zu spielen. Doch besonders die Versteigerungsrunden bringen mehr Spaß, wenn man zu dritt oder zu viert spielt.
Hervorheben möchte ich noch das Material aus tollem Holzgewürzen und dicken Pappplättchen. Die Regel könnte übersichtlicher sein.
Dieses Spiel könnte Dir gefallen, wenn Du
empfohlene Spieleranzahl: 3+
Du kennst das Spiel? Wie ist Deine Meinung? Über die Kommentarfunktion kannst Du das Spiel bewerten und kommentieren…
Letzte Kommentare