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Age of Empires III – The Age of Discovery

Jun 2007
17

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Leser:11806

Age of Empires III

Frisch aus Köln/ Deutschland eingetroffen packte ich stolz mein Age of Empires III am Samstag auf den Tisch einer spielbegeisterten Runde. Vorher noch die englische Anleitung studiert und eine deutsche Kurzspielregel gebastelt (die es hier zum Download gibt).

Die Regeln sind sehr einfach und der insgesamt sehr flüssige Spielablauf wird durch die Anordnung der “Aktionsboxen” auf dem Spielbrett optimal unterstützt. Der Designer hat einfach auf der rechten Seite (auf der linken Seite sind die zu erforschenden Gebiete) alle Aktionsboxen untereinander gepackt und mit jeweils den wichtigsten Daten (welche Figur zählt wieviel, …) versehen. Sehr vorbildlich – zumindest haben wir insgesamt nur zwei Mal in den Regeln etwas nachlesen müssen – und das waren auch eher wieder so Spezialfälle (so nach dem Motto: “A erschießt B. Wem gehört die Kugel?”).

Neben dem grafisch und funktional super gestalteten Spielplan (das muß man in dieser Kombination auch erst mal hinbekommen) liegen dem Spiel (á la Eagle-Games) massenhaft Plastikfiguren bei. Insgesamt gibt es fünf Spielerfarben und um die bereits im Internet viel diskutierte Frage gleich aus meiner Sicht zu beantworten: Ich vermisse die sechste Spielerfarbe, die bei der Vorbestellung des Spiels direkt bei Tropical Games beiliegt, in keinster Weise. Ich würde ja Caylus auch nicht zu acht spielen. Überhaupt sind Caylus und Säulen der Erde irgendwie in dieses Spiel eingeflossen. Alleine der Ablauf: Zu Beginn setzt man seine Kolonisten und anschließend werden die Aktionen ausgeführt erinnern doch stark an die im Jahr 2006 sehr erfolgreichen Spiele. Aber zurück zu den Figuren. Jede der fünf Farben hat fünf unterschiedliche Figuren: Kapitän, Missionar, Soldat, Händler und nicht zu vergessen Kolonisten. Die Figuren sind schön gemacht, jedoch leider erst auf den zweiten Blick unterscheidbar. Allerdings ist das nur zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Jede der Figuren hat spezielle Fähigkeiten, die beim Einsetzen in den Boxen oder beim Versand in die Neue Welt zum Tragen kommen. Bezüglich des Materials muß ich noch ergänzend erwähnen, daß dem Spiel wirklich schöne Münzen (keine Pappe, sondern Plastik) in beeindruckender Größe beiliegen. Da kommt teilweise schon Texas Hold’em Poker Feeling auf, wenn man in den Genuß kommt einen Stapel Dollar vor sich liegen zu haben.

Zum Spielablauf…

Wie gesagt: Grob ist der Spielablauf dem von Caylus und Säulen der Erde sehr ähnlich. Auch die Knappheitsprobleme aufgrund der begrenzten Anzahl von Aktionsfeldern ist beim Einsetzen der Figuren ein bekanntes Dilemma und dürfte geübten Caylus, Säulen der Erde und Maestro Leonardo Spielern nicht unbekannt sein. Für mich fühlt sich Age of Empires III irgendwie wie ein History of the World auf Caylus Trip an. Dieses Knappheitsproblem ist für mich übrigens auch der Hauptgrund, warum fünf Spieler für mich die Obergrenze darstellt. Letztendlich bleibt die Feldanzahl unabhängig von der Spieleranzahl gleich und variiert nur auf dem Kolonistendeck, mit dem man Figuren in eroberte Regionen der Neuen Welt schiffen kann. Hier ist das Figuren-Limit immer 2 * Anzahl der Spieler – 1. Also auch nicht gerade üppig. Letztendlich ist diese größtenteils fehlende Variabilität in der Aktionsfeldanzahl aber auch der Grund, warum sich ein Age of Empires III mit 2 Spielern (eher kein Knappheitsproblem) völlig anders spielt, als mit 5 Spielern (“hätte ich noch einen Missionar bekommen, dann hätte ich aber…). Damit will ich nicht sagen, daß es nicht in jeder Spielerbesetzung funktioniert, sondern nur, daß es sich jeweils anders spielt.

Nach dem man also seine Figuren (man beginnt mit fünf Kolonisten) gesetzt hat, werden die Boxen von oben nach unten ausgewertet:

Anschließend werden noch die Einkommensphase (man erhält Einkommen je nach Warensets, die man zusammenstellen konnte) und die Errungenschaftsphase (man erhält die Vorteile aus seinen erworbenen Errungenschaften) durchgespielt, ehe die nächste Spielrunde beginnen kann. Jeweils am Ende eines Zeitalters gibt es Wertungen für die Kolonien in der Neuen Welt. Hat jemand mindestens drei Kolonisten in einer Region, so wird diese Kolonie gewertet und der Spieler mit den meisten und der Spieler mit den zweitmeisten Figuren erhält Siegpunkte.

Wie spielt es sich?

Na ja – das Spiel ist wieder einmal ein Vertreter des Genres… leichte Regeln, man möchte immer mehr machen als man kann, viele Wege führen nach Rom, sehr flüssiger Spielablauf und hoher Wiederspielreiz. Über das ganze Spiel hin ist man damit beschäftigt, seine Ressourcen zu verwalten (Geld und Figuren).

Schon beim Regellesen hatte ich Lust auf das Spiel bekommen. Ich konnte mir eigentlich gleich vorstellen, wie es sich spielen wird. Das liegt sicherlich auch daran, daß es kein wirklich innovatives, aber trotzdem stimmiges Spiel ist. Außerdem mag ich es, wenn Spiele nicht zu ewig dauern. Während ich bei Maestro Leonardo lieber 2 Runden mehr spielen würde, ist AoE III von der Anzahl der Runden optimal und setzt einen bereits zu Beginn unter Druck nicht rumzubummeln und führt am Ende dazu endlich zu Potte zu kommen, ehe das Spielende droht.

Im Gegensatz zu Caylus enthält das Spiel einen kleinen Glücksfaktor, den man aber beeinflussen kann… Glück – beeinflussen – wie jetzt? Ganz einfach: Wenn ich eine Entdeckungstour starte, entscheide ich selber, mit wie vielen Figuren ich denn in dem Gebiet einreiten möchte. Anschließend wird eine dort liegende Discovery Karte umgedreht. Diese zeigt an, wie viele Eingeboren in dem Gebiet leben und sich gegen Deinen imperialistischen Charakter wehren wollen (maximal 6 Eingeborene). Habe ich Figuren mit einer geringeren Wertigkeit entsendet, dann landen diese im Kochtopf – Pech gehabt. Habe ich gleich viele oder mehr, so bin ich erfolgreich, erhalte den Discovery Marker und zusätzlich Geld (wenn ein Soldat dabei war noch mehr Geld). Tja, entscheiden muß natürlich jeder selber, ob er erst loszieht, wenn er Figuren im Wert von 6 in der Discovery Box hat, oder auch mal sein Glück versucht. Marion hatte damit auf jeden Fall zwei Mal richtig Pech. Allerdings kann einem auch passieren, daß man in voller Besetzung anrückt und der Gegner gerade mal 2 Gegenspieler in die Schlacht schickt. Da sowohl bei erfolgreichen, als auch bei mißlungenen Entdeckungen sämtliche Figuren (bei erfolgreicher Entdeckung bleibt ein Kolonist im Zielgebiet) entfertn werden, Ärgert man sich schon über die unnötigen Verluste. Aber hier sollte jeder seine eigene Risikoaversität definieren und ausleben – er muß es aber nicht!

Sonst mußten wir nach dem Spiel feststellen, daß zwar jeder von uns irgendwie eine andere Strategie verfolgt hat, aber am Ende niemand sagen konnte, welche nun wirklich die Beste war. Jeder von uns hatte auch Fehler gemacht. Martin, der am Ende mit vier Punkten Vorsprung vor mir gewonnen hat, setzte den Untertitel des Spiel auf jeden Fall am Besten um, indem er von Beginn an den Kolumbus hat raushängen lassen. Ich habe bei den Errungenschaften auf die Siegpunkt gesetzt, da es Plättchen gibt, wo man für x Gebiete, oder y Männchen sofort und einmalig Siegpunkte erhält. Von meinen 87 Siegpunkten stammten mindestens 25 aus den Errungenschaften. Die zweite Siegpunktquelle waren bei mir die Warensets. Während ich zu Beginn Pech hatte und nur unterschiedliche Waren erhalten hatte, fügte sich zum Ende des 2. Zeitalters alles in die richtigen Bahnen. Da man für 3 gleiche 3 Punkte und für 4 gleiche Waren 6 Punkte erhält (allerdings nur in der Endwertung – vorher erhält man das am Ende einer Spielrunde in Geld), konnte ich alleine aus meinen Warensets 13 Punkte generieren. Meine zwei “Joker-Schiffe” waren hier auch hilfreich. Marion hatte zwei Mal Pech beim Entdecken und landete mit 71 Punkte etwas abgeschlagen zusammen mit Steffen auf dem letzten Platz. Steffen hatte auch Massen von Waren vor sich liegen und missionierte die Neue Welt, was dazu führte, daß er von allen die meisten Punkte aus den Regionenwertungen erhielt. Martins Siegbringer waren am Ende die Siegpunkte aus den Entdeckungen – ich glaube er hatte am Ende ungefähr 6 oder 7 Entdeckungen vor sich liegen. Ob diese Strategie das nächste Mal auch erfolgreich wäre kann ich mir nicht vorstellen – haben wir doch die ersten zwei Runden diesbezüglich etwas verschlafen.

Am Ende – und das ist auch das Spannende an Age of Empires III, muß man sich auf vielen Gebieten entwickeln. In den ersten Runden legt man bereits den Grundstein für seinen Erfolg. Während bei unserem Spiel bereits alle in der ersten Runde von Ihrem Startkapital Errungenschaften kauften, die ihnen eine Figur mehr in jeder Runde bringen (was zugegebenermaßen stark ist), habe ich das Plättchen genommen, das mir 20 Dollar bringt und anschließend in der nächsten Runde zwei Errungenschaften gekauft, während die anderen kein Geld mehr hatten. Sowieso sitzt man stänidg am Spielbrett und überlegt, was man denn für eine Aktion wählt – das Timing ist hierbei auch wichtig, oder welche Errungenschaft man kauft. Achtung: Grübler sollte man nach mehrmaligem Ermahnen mit einer Sanduhr bändigen.

Uns hat das Spiel sehr großen Spaß gemacht und es ist definitiv ein Spiel, daß wir noch öfter spielen werden. Die thematische Umsetzung der Eroberung der Neuen Welt ist sehr gut gelungen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern das Spiel abwechslungsreich bleibt, da die Abwechslung primär aus der Interaktion der Spieler resultiert. Auch hier ist es Caylus sehr ähnlich…

Dir könnte das Spiel gefallen, wenn Du

empfohlene Spieleranzahl: 3-4

Du kennst das Spiel? Wie ist Deine Meinung? Über die Kommentarfunktion kannst Du das Spiel bewerten und kommentieren…


4 Comments

  1. # Braz on August 12th, 2007

    Klasse Spiel. Kann mich dem positiven Feedback nur anschließen: Auch uns hat es super viel Spaß gemacht und die grafische Gestaltung des Spiels ist wirklich super.
    Es bleibt nur abzuwarten wie der ausländische Support sein wird – ich besitze die z.Zt. verfügbare engl. Version des Spiels und bei der ist in Support-Fragen ein ausländischer Produzent des Spiels gelistet. -> In meinem Spiel fehlt mir nämlich ein orangener Kapitän, hingegen eine gelbe Figur zu viel mit dabei war.
    Nun denn, we`ll see ;)

  2. # Braz on August 27th, 2007

    Nachtrag: Figur wurde mir zugesendet -> Somit weiß ich das Spiel umso mehr zu würdigen, wenn der Support so gut ist ;)

  3. # brunswig on November 29th, 2007

    suuuper Spiel… absolut empfehlenswert..

  4. # admin on März 9th, 2009

    Super Spiel!

    Spielreiz
     

    Spielmaterial
     

    Spielregel
     

    Einfluss
     

    Interaktion
     

    Innovation
     


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