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Die Händler – Rezension von ode

Jul 2007
02

email email
Leser:4011

Die Händler

Diese Rezension wurde dem spielblog freundlicherweise von ode zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Verlag: Queen Games
Autor: Wolfgang Kramer und Richard Ulrich für 2-4 Spieler ab 10 Jahren
Dauer: 60-90 Minuten

Ich hab mir mal wieder vorgenommen eine alte Spielperle hervorzuholen. Ich bin ja bekennender Fan von Handelsspielen und da schreit diese feine, große Schachtel geradezu danach, ins Licht des Spieleblogs gerückt zu werden.

Ist man, mit Ausnahme von Shogun, in der letzten Zeit eher kleinere Spielschachteln dieses Verlags gewohnt, so ist “Die Händler” ein Zeuge der alten Schachteldesigns von Queen Games. Das Spiel kommt in einer horizontal gestalteten, recht großen Schachtel daher, die man evtl. mit den großen Spielen von Phalanx Games vergleichen kann. Nur ist “Die Händler” noch ein klein wenig dicker.

In der Schachtel findet sich ein großer Spielplan und fein gestaltetes Spielmaterial, angeführt von den drei großen, hölzernen Handelskutschen, die wir im Laufe des Spiels von Stadt zu Stadt bewegen werden. Jede Menge Warensteine purzeln uns entgegen. Sechs Warensorten gibt es im Spiel. Und zwar Tuche, Eisen, Wein, Nahrung, Seide und Salz. Der große Spielplan führt uns einmal quer durch Europa. Am Rand verteilt finden wir sechs Städte: Köln, Brügge, Paris, Genf, Genua und Wien. Weiterhin finden wir auf dem Spielplan einen Warenmarkt, der die Preise der sechs Waren regelt, eine Standesanzeige für die Spielerwappen und eine Skala für die Wagenankünfte. Jeder Spieler bekommt nun noch 5.000 Gulden, zwei Austattungskarten, die jedem Spieler besondere Eigenschaften verschaffen (diese Karten müssen allerdings zu Beginn ersteigert werden), ein Satz Bewegungskärtchen und eine Preisscheibe.

Die drei Wagen starten in Paris, Köln und Genua. In den Städten sind je drei Warenarten abgebildet. Diese Waren können dort eingekauft werden. Der Ablauf einer Runde ist in sechs Aktionsphasen unterteilt. Der Startspieler hat eine Ablaufübersicht vor sich und exerziert nun mit seinen Mitspielern sämtliche Phasen durch.

Die nächste Runde beginnt der neue Startspieler. Dieses Recht wandert im Uhrzeigersinn herum. Das Spiel endet nach acht Wagenankünften im Spiel zu viert. Bei drei Spielern endet es nach sieben, zu zweit nach sechs Wagenankünften. Der Spieler im höchsten Stand gewinnt, bei gleichen Ständen entscheidet das Geld über den Sieg.

Dem Spiel liegt ein kleines Heftchen bei, wo zusätzlich Fragen, Beispiele und Tipps gegeben werden. Sehr schön! Weiterhin gibt es auf der letzten Seite die Anregung, die das Spiel erst recht interessant gestaltet: Absprachen werden eingeführt. Über alles darf gehandelt und gefeilscht werden! Um ehrlich zu sein denk ich, dass das Spiel ohne dieses Element nur einen recht spröden Charme hätte. Gerade dieses Verhandlungs- und Absprachenelement macht das Spiel zu einem echten Handelsspiel erster Kajüte! Hier kommt das Element zum Tragen, dass viele ja schon am wesentlich bekannteren Handelsspiel “Die Händler von Genua” kennen. Es wird oft gefeilscht und gehandelt bis aufs Blut! Natürlich im Spielsinne! Preise werden geändert und der ein oder andere ausgebootet. So macht das Handeln Spaß! Auch hier ist es natürlich nicht Jedermanns Sache. Ich persönlich finde das sehr gut. Zweiflern sei gesagt, dass bei diesem Spiel sicherlich nicht so exzessiv gehandelt und gefeilscht wird, wie bei “Die Händler von Genua”, wo es in bestimmten Konstellationen ja arg auf den Spielfluss drücken kann. Der Weg bei “Die Händler” ist viel klarer und aber auch simpler und absehbarer: Ich muss aufsteigen – am besten so hoch wie möglich. Der Spielstand lässt sich hier auch viel leichter ablesen, da er auf einer Skala einsehbar ist.

Besonders schön umgesetzt bei diesem Spiel finde ich die Preisentwicklung. Nachfrage steigt und sinkt in den Städten je nachdem, wie sie beliefert werden. Die Spieler versuchen sowohl den Preis der eigenen Waren zu heben, als auch die Waren der anderen im Preis zu drücken. So stimmig hab ich ein Spiel um Warenpreise bisher noch nicht erlebt.

Insgesamt ist das hier ein fantastisches Handelsspiel, auch wenn “Die Händler von Genua” in meinen Augen im direkten Vergleich etwas besser abschneiden würde.

Auch zu zweit funktioniert dieses Spiel sehr gut. Aber auch hier wird das Handels- und Absprachenelement ganz klar schwächer, als wenn man in voller Runde spielt.

Dieses Spiel könnte Dir gefallen, wenn Du

empfohlene Spielerzahl: 4

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One Comment

  1. # Braz on Juli 2nd, 2007

    “Insgesamt ist das hier ein fantastisches Handelsspiel, auch wenn “Die Händler von Genua” in meinen Augen im direkten Vergleich etwas besser abschneiden würde.”

    Kann ich nicht bestätigen. Grund: Händler v Genua zieht sich in ungeeigneter Besetzung (= z.B. unschlüssige “Laberbacken”) in die Länge wie ein ausgelutschter alter Kaugummi.
    Die Händler hingegen spielt sich locker, flockig schnell. Hätte ich beide Spiele beim Spieleabend vor mir liegen, wäre “Die Händler” definitiv meine 1. Wahl!


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