
Diese Rezension wurde dem spielblog freundlicherweise von velvre zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!Â
Immer wenn es Dunkel wird
…dann kommen sie um das einst kleine und friedliche Dorf von Düsterwald unsicher zu machen. Sie schleichen durch die engen Gassen und durch finstere Winkel und suchen sich ihr nächstes Opfer aus und nur das fahle Mondlicht wird ihr Zeuge sein oder etwa nicht? Vielleicht ist da das kleine Mädchen, das zu später Stunde noch wach ist und einfach nicht schlafen kann und ihren Augen nicht traut als sie blinzelnd dunkle Schatten bemerkt, die im Dorfe zu Düsterwald umherschleichen und sicher rechnen die Werwölfe auch nicht mit der Hexe die genau weiss wer Opfer der Werwölfe werden wird. Nur sie vermag es ein einziges Mal ihre Kräfte dafür zu nutzen um einen Heiltrank zu brauchen und eine arme Seele vor dem elendigen Tod zu bewahren und nur Sie kann auch einmal jemanden vergiften…
Das klingt fast wie ein spannender Krimi oder ein packendes Abenteuer? Ist es im Prinzip auch.
Vorbereitung
Zwischen 8-18 Spielerinnen und Spieler finden sich in einem Stuhl- oder Sitzkreis zusammen. Einer von Ihnen wird als Spielleiter ernannt, der das Geschehen überwacht und zu Spielbeginn jedem verdeckt eine Charakterkarte gibt (auÃers ich selbst) die man niemandem zeigen darf. Der Spielleiter sollte genau entscheiden welche Sonderkarten mit verteilt werden und welche ggf. nicht mitspielen.
Anhand der verteilten Karten zeigt sich, wer des Nachts zum Werwolf mutiert und wer ein friedlicher Dorfbewohner ist. Unter den Dorfbewohner kann man auch einige Sonderrollen vorfinden die dann spezielle Fähigkeiten besitzen die das Spiel etwas spannender, leichter oder kurz gesagt interessanter gestallten.
Ziel des Spieles
Die Werwölfe streben die Alleinherrschaft an und wollen alle anderen Dorfbewohner beseitigen. Wen wundert es da, dass die Dorfbewohner genau das Gegenteil wollen, also alle Werwölfe unter ihnen beseitigen, um wieder friedlich dem Tagewerk nachgehen zu können.
Spielablauf
Der Spielleiter verkündet das es Nacht wird. Alle Spieler müssen nun die Augen schlieÃen. Nach und nach ruft er dann verschiedene Rollen auf die dann die Augen öffnen dürfen und eine Aktion durchführen können. Je nachdem welche Sonderkarten mit verteilt wurden ruft er dann mehr oder weniger verschiedene Rollen auf.
Ganz sicher werden die Werwölfe aufgerufen. Nur wer ein Werwolf ist darf dann die Augen öffnen. Gemeinsam verständigen sie sich dann mit Handzeichen oder Blickkontakt auf ein Opfer und haben dann schon ihre Aufgabe erfüllt und dürfen die Augen wieder schlieÃen.
Auf jeden Fall sollte immer die Seherin mitspielen. Wenn die Seherin vom Spielleiter aufgerufen wird darf sie auf eine Person zeigen deren Identität sie dann erfährt (Dorfbewohner oder Werwolf). Hier empfehle ich, dass der Spielleiter ihr in der ersten Nacht 2 Handzeichen und deren Bedeutung vorgibt: Faust für Dorfbewohner und 2 Finger für Werwolf. Danach gibt er ihr durch das eine oder andere Handzeichen zu verstehen, welche Identität ein Spieler hat. Wichtig ist auf jedenfall, dass nur die Seherin dies erfährt.
Sind alle Rollen aufgerufen worden die des Nachts etwas tun dürfen, leitet der Spielleiter den Morgen ein. Alle dürfen die Augen öffnen aber wenn es ein Opfer gegeben hat, darf diese Person nicht mehr mitspielen und rückt dann am besten ein wenig aus dem Kreis heraus.
Beispiel für das morgendliche Erwachen: “Nach einer langen Nacht dürfen nun alle die Augen wieder öffnen. Leider hat es diese Nacht ein Opfer gegeben und einer von euch erlebt diesen Morgen nicht. Es ist XXXX (je nachdem wem die Werwölfe ausgesucht haben)”.
Das Opfer deckt dann seine Charakterkarte auf und somit wissen alle wem es getroffen hat (normalen Dorfbewohner oder Sonderrolle).
Nun dürfen alle den weiteren “Tag” nutzen um darüber zu diskutieren wer ein Werwolf sein könnte, z.B. wenn man in der Nacht etwas gehört hat (Rascheln von Kleidung, räuspern, etc.).
Eventuell hat sogar jemand, der eine Sonderrolle spielt näherer Informationen über die Werwölfe erhalten (z.B. die Seherin).
Ganz interessant ist natürlich das tagsüber jeder von jedem glaubt er sei ein Dorfbewohner. Hier können also die Werwölfe auch ganz aktiv andere grundlos beschuldigen und sich ihrer Haut wehren. Der Spielleiter sollte allen genügend Gelegenheit geben sich eine Meinung zu bilden und dann den Abend einleiten. Jeder hat nun eine Stimme. Da alle gleichzeitig abstimmen müssen, streckt jeder einen Arm in die Höhe und auf ein Zeichen des Spielleiters zeigen dann alle möglichst gleichzeitig auf jemanden von dem sie glauben er sei ein Werwolf (oder auch nicht). Derjenige auf den die meisten zeigen, scheidet dann aus dem Spiel aus und deckt seine Charakterkarte auf und dann wird es wieder Nacht im Düsterwald…
Sonderrollen
Fazit
Die Werwölfe von Düsterwald ist ein richtig tolles, interaktives und unterhaltsames Gruppenspiel. Es ist manchmal sehr überraschend zu erfahren wer welche Positionen vertritt und wie jeder spielt und sich behauptet und alles tut um nicht aufzufallen und das nächste Opfer zu werden oder eben gerade deshalb für die anderen zu auffällig ist. Es kommt auf jeden Fall zu vielen spannenden Interpretationen und einer Menge SpaÃ.
Ganz besonders stimmungsvoll ist das Spiel bei Kerzenlicht oder schwacher Beleuchtung und passender, spannungsgeladener oder auch ruhiger Musik im Hintergrund. Als Spielleiter sollte man entweder gut reden können oder das Spiel bereits kennen. Beides ist natürlich von Vorteil. Vieles hängt halt auch von der Stimmung ab, die der Spielleiter verbreitet.
Ich selbste spiele “Werwölfe” immer wieder gern und oftmals bleibt es dabei nicht bei einer Partie.
Im Jahre 2003 stand dieses geniale Spiel sogar auf der Auswahlliste zum “Spiel des Jahres”, konnte sich aber nicht gegen “Alhambra” durchsetzen.
Im empfehle dieses Spiel uneingeschränkt weiter und vergebe die Höchstbewertung: 5 Sterne!
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