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1960: The Making of the President

Nov 2007
04

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Leser:5951

The Making of the President

Wahlkampf! Kurt Beck gegen Angela Merkel… Nein! Falsch! Wir schreiben das Jahr 1960 – USA – dies ist das Jahr des legendären Präsidentschaftswahlkampfs zwischen Kennedy und Nixon. Und wie wir alle wissen wurde Kennedy am 20. Januar 1961, im Alter von 43 Jahren Präsident und war anschließend nur 1.036 Tage im Amt.

Jason Matthews, der auch schon für Twilight Struggle verantwortlich zeichnet, hat mit dem Spiel 1960: The Making of the President diesen spektakulären Wahlkampf in ein zwei Personen Card-Driven Game umgesetzt.

Was mir persönlich als erstes sehr positiv aufgefallen war ist die Tatsache, daß sein neues Spiel mit einem schönen eurogame-liken Plan daherkommt, während Twilight Struggle im Vergleich eher einen Papierplan mitbringt. Aber auch sonst ist das Spielmaterial hervorragend. Die Anleitung – wenn auch in Englisch, wie das gesamte Spiel – ist leicht verständlich, zahlreich bebildert und mit vielen Beispielen und Sample-Turns bestückt. Der Einstieg fällt demnach nicht so schwer. Wir waren zumindest an unserem unvorbereiteten und spontanen Spieleabend nach rd. 75 Minuten in der Lage von 0 auf 100 durchzustarten. Im direkten Vergleich sind die Regeln einfacher als bei Twilight Struggle. Während ich der Meinung bin, daß darunter die Spieltiefe nicht leidet hat das mein Gegenkanditat an diesem Abend etwas anders gesehen und bescheinigt Twilight Struggle eine minimal größere Spieltiefe. Vom Thema her finden wir beide Spiele spannend und historisch interessant, wenn auch Twilight Struggle mit dem Kalten Kriegsthema etwas den Würfel vorne hat.

Wie spielt es sich?

In ein paar Worten zusammengefasst geht es darum über Themen, Einfluß auf Medien und direkten Wahlkämpfen in den Staaten über eine Debatte der neue amerikanische Präsident zu werden. Simpel rufen die Einen – Vorsicht rufe ich… Das ist gar nicht so einfach. Die Mechanismen in dem Spiel greifen schon gut ineinander und man muß eine Vielzahl von Dingen beachten:

So, die drei bis jetzt beschriebenen Bereiche sind die drei wesentlichen Aktionen, die man durchführen kann, wenn man eine seiner Handkarten für Campaign Points (CP) spielt. Der Mechanismus mit den Karten ist überhaupt etwas tricky und eine echte Management- und Timing-Herausforderung.

Eine Karte hat folgende Bestandteile:

Wenn ich nun so eine Karte ausspiele, dann kann ich entscheiden, ob ich die CP nehme und dafür eine der oben beschriebenen Aktionen ausführe, oder ob ich das Event spiele. Die Rest Cubes erhalte ich auf jeden Fall. Die Events sind zum Teil sehr mächtig. Trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach bestimmte Karten so auszuspielen, daß nicht der Gegner das Event der Karte, die man gerade spielt mit einem Momentum Marker auslöst (wenn es sich um sein oder beiden zugeordneten Event handelt). Zum Glück kann man in den ersten Runden eine Karte (später 2) in ein sogenanntes Campaign Strategy Card Stack ablegen. Diese werden dann in Runde 6 bei den Debatten genutzt. Und die jeweils 2 weggelegten Karten (insgesamt 4) in den letzten beiden Runden ermöglichen noch einmal direkt bei der Wahl Einfluß in den beim State Selector angegebenen Staaten auszuüben und damit vielleicht eine Wende herbeizuführen.

Wie gesagt greift alles fein ineinander und jede Karte die man ausspielt oder auch nicht poppt irgendwann im Spiel wieder hoch – entweder in der Debatte oder bei der Wahl.

Da ich Endorsements und die Debatte völlig verpeilt habe unterlag ich historisch inkorrekt Nixon in der Wahl… Da muß ich mich schon verdammt dämlich angestellt haben – da ja sogenannte CoSims eigentlich meist so enden, wie es auch historisch richtig war… na ja!

Fazit

Super Spiel. Es hat uns eine Menge Spaß gemacht und war trotz der nicht kurzen Spielzeit immer spannend und stimmungsvoll. Die Ereignisse sind zwar teilweise sehr stark – aber über das gesamte Spiel hatte keiner das Gefühl durch irgendwelche Ereignisse zu benachteilt worden zu sein. Der Glücksfaktor ist natürlich gegeben. Welche Karten bekomme ich. Da aber nahezu alle Karten durchgespielt werden, kann man auch jedes eigene Event im Zweifel nutzen (entweder selber ausspielen, oder mit einem Momentum Marker triggern – auslösen, wenn der Gegner die Karte spielt). Das Spiel wogte bei uns hin und her. Und am Ende habe ich haushoch verloren, weil ich halt zu einseitig gespielt habe – also eine gerechte Niederlage. In meinen Augen spricht das für das Spiel, da einseitiges Spiel anscheinend nicht mit Erfolg belohnt wird. Ich persönlich finde 1960 mindestens in Augenhöhe mit Twilight Struggle. Aufgrund der geringeren Regelhürde würde ich Neueinsteigern eher 1960 empfehlen.

Trotzdem bekommen wir in unserer 2′er Spielrunde langsam ein Problem. Zu viele gute Spiele (Tide of Iron, Tannhäuser, Twilight Struggle, 1960, Columbia Games allgemein, …). So viele Spiele und so wenig Zeit.

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