
Oh, ein kooperatives Spiel von Z-Man Games… Kooperativ? So etwas wie Schatten über Camelot? Müssen da nicht alle Spieler gegen das Spiel spielen? Richtig!
Bei Pandemic geht es darum den Ausbruch einer sogenannten Pandemie zu verhindern. Pandemie ist nichts anderes als eine weltweite Epidemie – also den Ausbruch einer Krankheit, die das Potential hat die gesamte Menschheit dahinzuraffen. Da wir das nicht wollen haben wir einfach mal den Kampf angenommen – sozusagen den Fehdehandschuh, den uns die Natur vor die Flossen geworfen hat aufgehoben.
Zu Dritt (wie die Musketiere) müßte das doch klappen. Nach dem der China-Farb-Geruch (ähnlich wie bei Duel in the Dark vom gleichen Verlag) verflogen war und die kräftigen Farben des Spielplans bestaunt wurden, ging das zufällige Ziehen der im Spiel verkörperten Rolle vonstatten. Jeder Spieler verkörpert eine bestimmte Rolle im Spiel, die es ermöglicht Sondereigenschaften einzusetzen. Stark sind auf jeden Fall der Medic und der Scientist (aber auch die anderen Rollen haben Ihren Reiz, der sich einem aber erst nach ein paar Partien erschließt).
Ok, schauen wir auf den Spielplan. Da ist die Welt in vier Regionen unterteilt. Die Unterteilung findet nicht anhand von politisch geographischen Merkmalen statt, sondern nach den vier im Spiel befindlichen Krankheiten – die Farben hierzu sind blau, gelb, schwarz und rot.
Zu Beginn werden einmal 3 Mal 3 Infektionskarten umgedreht, damit ein bißchen Leben – ähhh sorry Tod auf dem Spielplan ist. Auf die ersten drei Städte werden je 3 Infektionswürfel der Regionenfarbe, auf die zweiten drei Karten nur noch zwei und auf die letzten drei Karten nur noch … richtig: jeweils ein Würfel gelegt. Das stellt sozusagen die Grundverseuchung dar. Die Spieler beginnen mit Ihrem Pöppel in Atlanta, wo auch von Beginn an eine Forschungseinrichtung steht. Diese wird im Spiel benötigt, um Antiseren zu den Seuchen zu finden.
Wenn ein Spieler an der Reihe ist, kann er vier Aktionen durchführen. Hierzu muß er teilweise auch bestimmte Stadtkarten (sind die gleichen, wie die Infektionskarten) von der Hand spielen (Handkartenlimit = 7). Er kann seinen Pöppel auf verschiedene Art und Weise auf Reisen schicken oder aus sogenannten Sonderaktionen auswählen (einen Infektionswürfel in der Stadt, in der man sich aktuell befindet entfernen, mit 5 Karten einer Farbe in einer Stadt mit Forschungseinrichtung ein Gegenmittel finden, einem Mitspieler in der gleichen Stadt eine Karte geben, eine Forschungsstation bauen). Alles sehr überschaubar – und zu Beginn steht man wirklich da und überlegt was zu tun ist und vor allem: Wer macht was wann???
Problem: Man sollte keine Züge verschenken. In den Infektionskartenstapel sind nämlich sogenannte Epidemiekarten eingemischt. Je nach gewählten Schwierigkeitsgrad 4 bis 6 davon. Wenn eine Epidemie ausbricht, dann wandern auf einmal drei Infektionssteine in eine Stadt, die auf einer dann zu ziehenden Karte abgebildet ist. Na und – höre ich die interessierte Leserschaft rufen. Nichts na und! Sind in einer Stadt, in die Würfel gelegt werden müssen bereits drei Steine vorhanden, dann kommt ein vierter dazu und es findet ein “Ausbruch” statt. Alle angrenzenden Gebiete der gleichen Farbe erhalten auch einen Infektionswürfel. Ihr dürft jetzt raten was passiert, wenn dort auch schon drei Würfel liegen… Richtig: Der nächste Ausbruch mit den gleichen Konsequenzen. Super – das kann übrigens im Rahmen dieser Kettenreaktion noch mehrmals passieren. Da füllt sich das Spielfeld. Glücklicherweise kann innerhalb einer Kettenreaktion ein und dieselbe Stadt nur einmal ausbrechen. Kommt es allerdings dazu, daß keine Infektionswürfel in der Farbe mehr vorhanden sind, dann haben die Spieler schon mal die Zukunft der Menschheit vergeigt – Schade Schokolade. Na ja, wenigstens der Umwelt kommt es zu Gute.
Die andere Uhr, die tickt ist das Hochstellen des Ausbruchmarkers… Findet der achte Ausbruch statt ist die Menscheit wieder hopps gegangen – zu dumm aber auch…
Schlimm auch, wenn man nach dem Durchführen seiner vier Aktion seine zwei Karten nachziehen möchte und keine mehr da ist – biiieeeeppp – game over.
Gewinnen kann man nur, wenn man gegen alle vier Seuchen ein Gegenmittel gefunden hat. Gar nicht so einfach, ist man doch die meiste Zeit damit beschäftigt die vom Spiel auf den Spielplan gebrachten Würfel wieder wegzuräumen. So richtig Ruhe hat man nur, wenn man ein Gegenmittel gefunden hat und alle Würfel dieser Farbe vom Spielplan beseitigt, Damit ist die Seuche wirklich ausgerottet und kommt auch nicht wieder neu in das Spiel. Sonst hat das gefundene Gegenmittel nur den Vorteil, daß man in einer Stadt durch das Einsetzten einer Aktion sofort alle Würfel in der Stadt entfernen darf und nicht nur einen pro Aktion. Ist aber auf jeden Fall auch schon einmal wertvoll.
Nach dem Ziehen der zwei Handkarten kommt übrigens auch noch einmal eine Infektorphase. Hierbei werden je nach Stand des Epidemiemarkers Infektionskarten umgedreht und auf die abgebildete Stadt ein Infektionswürfel gelegt – juhu. Und richtig: wieder einmal Ausbruchsgefahr…
Die Tücke, die das Spiel aber erst so richtig herausfordernd macht ist die Tatsache, daß bei einer Epidemie, die Karten vom Infektionskartenablagestapel gemischt werden und frecherweise wieder oben auf den Infektionsstapel gelegt werden. Ja ja, da kommen die vor kurzem erst verseuchten Städte gleich noch einmal zu Vorschein und schreien nach Infektion… Echt lästig die Viren!
Manchmal hat man Glück und findet eine der speziellen Aktionskarten und kann z.B. mal eine Infektionskarte aus dem Ablagestapel entfernen oder andere nützliche Dinge tun – aber diese Karten kommen eher selten.
Meinung
Die Regeln sind wirklich popel einfach. Das Thema ist grausamerweise authentisch umgesetzt. Und das Wichtigste: es kommt richtig Stimmung auf. Schon alleine die Situation, daß alle gemeinsam gegen das Spiel spielen ist ein wesentlicher Faktor hierfür. Aber auch das Thema wurde gut gewählt. Die Spielzeit liegt zwischen 30 und 60 Minuten. Da kann man an einem Abend auch mal öfter die Welt retten.
Uns hat das Spiel wirklich ausgesprochen gut gefallen. Es hat sowohl mit 2 Spielern, als auch mit 3 Spielern richtig Spaß gemacht. Der Schwierigkeitsgrad ist hierbei nahezu gleich. Wir hatten das Gefühl, daß es zu zweit einfacher ist, da man schneller die richtigen Kartenfarben auf die Hand bekommt. Natürlich ist durch das Ziehen der Infektionskarten ein gewisser Glücksanteil im Spiel. Aber das stört komischerweise überhaupt nicht. Selbst 2 – 3 zeitnahe Ausbrüche in einer Stadt nimmt man sportlich hin und kämpft dagegen an. Diskussionen wie z.B. “Du kümmerst Dich um Ho-Chi-Minh und ich baue eine Forschungseinrichtung in Algiers und finde das Serum gegen die schwarze Pest, während Du versuchst die rote Seuche zumindest vorübergehend im Griff zu haben” sind die Regel im Spiel. Auch die unterschiedlichen Rollen versprechen genügend Abwechslung. Und alle Hände voll zu tun hat man sowieso. Die Downzeiten sind nahezu null, da eigentlich permanent alle Spieler eingebunden sind und Taktiken gegen die Seuchen erdenken und erdiskutieren.
Schönes Spiel – absolut empfehlenswert!
empfohlene Spielerzahl: funktionert in allen Besetzungen (2-4 Spieler)
Dir könnte das Spiel gefallen, wenn Du
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# Braz on März 2nd, 2008
Klasse Spiel. Macht richtig süchtig… SchlieÃe mich dem positiven PEEP an.
# Timo on März 12th, 2008
Sehr lesenswerter Bericht!! Wie alle eure Rezensionen.
Für die Augenfreundlichkeit wär’s aber klasse, wenn ihr vor dem Posten noch die Rechtschreibprüfung durchlaufen lassen würdet.
Trotzdem beide Daumen hoch!!
# pohy on April 9th, 2008
Der Bericht liest sich wirklich sehr gut. Vielen Dank dafür.
Wo kann man das Spiel denn kaufen ? Gibt es das Spiel auch auf deutsch ?
Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe.
# Sankt Peter on April 9th, 2008
Hallo polny,
geh doch einfach mal hier in das Forum von unknowns.de…
Da wird Dir bestimmt geholfen, wenn Du fragst oder Du schaust selber im Bereich “shops” – Button im Forum auf der linken Seite!!!
Gruà und Danke für das Lob
Sankt Peter
# Beate Bindrim on Juli 27th, 2008
Also, das nächste Mal schaffen wir das aber…. Eine Runde noch, wir machen das jetzt besser… oh Mist, wieder nicht! Bitte, nochmal…. irgendwann müssen wir es doch mal hinkriegen…. Jippieh, gewonnen…. eine Partie noch, jetzt haben wir doch den Dreh raus…. Wie?????????? Verloren? Also, dann spielen wir aber weiter….
# Polizei on August 29th, 2008
Es wär gut, wenn der Text auch lesbar wäre. Hier ist die Kodierung komplett im Eimer.
# Sankt Peter on August 29th, 2008
Ja, sorry… nach dem Hackerangriff und meinem damit verbundenen Serverwechsel gingen leider einige Buchstaben flöten… Stelle das nach und nach wieder händisch um und bitte deshalb um Geduld…
Gruß
Sankt Peter