
Confucius ist ein Blettspiel fül 3-5 Spielel, das im Kaiselleich China zul Zeit del Ming Dynastie spielt.
Hmmm… ilgendwas ist velwillend in dem elsten Satz – ach ja ich sehe schon.
Also: nach langem Warten ist endlich Confucius nicht nur angekommen, sondern sogar auf dem Tisch gelandet.
Beim Auspacken findet man einen grafisch nicht berauschenden aber funktionalen Spielplan, für 5 Spieler ein paar Karten und Holzkötzchen und dann noch einen Sack voll Beamtenkarten, Holzschiffchen, … Insgesamt macht das Spielmaterial einen vernünftigen Eindruck.
Aber kommen wir doch mal zur Spielregel. Das ganze Spiel ist auf englisch. Wobei letztendlich nur die 10 Verdienstkarten und die Spielhilfen im Spiel davon sprachabhängig sind. Die Spielregel allerdings ist nicht unbedingt ein heißer Kandidat auf die lustige Spielregel-Feder. Glücklicherweise und ein herzliches Danke an duchamp, der diese erstellt hat, gibt es eine wirklich vorbildliche deutsche Spielregel und deutsche Spielhilfe für Confucius auf bgg. Also die englische Regel in die Tonne und die deutsche Regel auf den Tisch.
Nach einmaligen Durchlesen hat man eigentlich das Gröbste verstanden – zumindest was die Punkte “das darf ich, das muß ich, das geht nicht” angeht. Mit dem Punkt “das sollte ich” sieht es da eher mau aus. Ein bißchen Licht ins Dunkel bringen am Ende die Strategietipps für Confucius Neulinge.
Confucius ist in meinen Augen ein sehr komplexes Spiel. Viele Dinge greifen ineinander und es gibt an allen Ecken ein paar Siegpunkte zu gewinnen, wobei die Betonung auf “an allen Ecken” und “ein paar” liegt. Außerdem bietet Confucius zumindest auf Basis meiner Spieleerfahrung eine echte Innovation: Geschenke!
Aber erst einmal ein kurzer Überblick über den Spielablauf (Details spare ich mir):
Bei Confucius erhält jeder Spieler zu Beginn 6 Geschenke, die er kaufen kann. Gekaufte Geschenke können an Mitspieler unter bestimmten Voraussetzungen verschenkt werden. Die Beschenkten sind einem dann verplfichtet, was bedeutet, daß sie einem entweder in Abstimmprozessen Stimmen leihen müssen oder in bestimmten Bereichen nicht agieren dürfen (Bestechungen in Ministerien).
Auf dem Spielplan sieht man ganz unten zwei Felder, in denen Siegpunkte erzielt werden können (links: Fremde Länder Bereich, in denen ich Invasionen starten kann und rechts: Ferne Länder Bereich, wo ich Expeditionen durchführen kann). Im mittleren Bereich des Spielplans befinden sich 3 Ministerien, in denen sich Minister rumtummeln, die bestochen werden wollen und einem dann Vorteile bei bestimmten Aktionen bringen. Im oberen Bereich findet man noch den Bereich “Kaiserliche Beamtenprüfung”, die Aktionsfelder und administrative Bereiche, wie Siegpunkt- und Geschenkübersicht.
Ja, ihr habt richtig gelesen… auch hier setzt man Aktionswürfel ein, um Aktionen durchzuführen – aber halt mit Pfiff.
Die Anzahl der Aktionen, die man besitzt hängt von der Anzahl der von Mitspielern erhaltenen Geschenke und der selbst verteilten ab. D.h., wenn mich jemand beschenkt, dann steigt nicht nur seine Aktionszahl, sondern auch meine. Maximal kann man 5 Aktionen pro Runden haben. Bei der Gelegenheit sei noch erwähnt, daß maximal 9 Runden gespielt werden und die angegebene Spielzeit von 2h realistisch ist.
In einer Runde prüft man also erst einmal, wie viele Aktionen jeder hat. Dann ernennt der letzte Oberste Minister einen neuen. Dieser hat in der aktuelle Runde eine beliebige Aktion als Letzter. Der Spieler links neben dem Obersten Minister beginnt.
Reihum setzten die Spieler ihre Aktionswürfel und führen diese sofort aus. Die Aktionen sind im Einzelnen:
…außerdem bieten gewonnene Aktionskarten (bei Reisen oder Kämpfen) noch zusätzliche Aktionen.
Aktionen können übrigens nicht von anderen Spielern geblockt werden, sind also stets für alle verfügbar. Möchte man eine Aktion zweimal machen, so geht dies (kostet jedoch dann 2 statt 1 Aktionswürfel). Einige Aktionen kann man nur ein Mal pro Runde machen.
Neu an dem ganzen System ist, daß ich mit Geschenken andere Mitspieler gefügig mache. Diese müssen mir ein größeres Geschenk machen oder mir einen Gefallen tun, damit diese Verpflichtung umschlägt oder wegfällt. Im Zentrum steht die Bestechung der Minister in den Ministerien. Sind alle Minister eines Misteriums bestochen, so findet dort am Ende der Runde eine Machtübernahme statt und ein Minister und ein Sekretär werden ermittelt (meiste und zweitmeiste Bestechungen) – das bringt Siegpunkte.
Im Tourismusbereich (Zu einer Reise aufbrechen) und im Kampf gegen das Böse (ein fremdes Land angreifen) können weitere Siegpunkte und begehrte Verdienstkarten ergattert werden. Wichtig für die Kämpfe ist zu wissen, daß abhängig von der Rundenzahl Kämpfe ausgewertet werden. Ist die entsprechende Kampfkarte zu diesem Zeitpunkt nicht komplett durch Armeen besetzt, gibt es keine Siegpunkte. Man kann also nicht ewig damit warten. Sowieso sind die 9 Runden sehr knackig. Großes Rumtrödeln ist da nicht sinnvoll.
Eine gute Möglichkeit ist es auch Beamtenanwärtern bei der Beamtenprüfung zu helfen. Die erinnern sich nämlich daran und sind dir dann im Ministerium treu ergeben.
Am Ende muß man eigentlich in allen Bereichen irgendwie mitmischen und seinen Einfluß ausüben. Manchmal habe ich mich beim Spielen an den Paten erinnert gefühlt. Ich tue Dir einen kleinen Gefallen und komme bei Gelegenheit darauf zurück. Confucius hätte themenseitig genausogut nach Sizilien verlegt werden können.
Meinung
Um eine sinnvolle Strategie-Taktik-Vorgehensweise zu entwickeln wird es wohl einige Partien benötigen. Das Spiel ist für mich definitiv eines der Highlights aus Essen 2008. Es rangiert ganz klar über Maestro Leonardo, Säulen der Erde, Caylus, … sofern man es überhaupt vergleichen kann. Das Geschenkethema ist innovativ. Noch nie hat man Geschenke so gehasst wie in diesem Spiel.
Ständig möchte man mehr Aktionen machen als man kann bzw. hat das Gefühl irgendwelche Bereiche zu vernachlässigen. Geld, Lizenzen, Siegpunkte, Bestechung, Kampf, Reisen, Geschenke, … Eine Menge Dinge, die beachtet werden müssen. Ein Wenigspieler könnte damit leicht überfordert sein. Dabei ist eigentlich alles so simpel – zumindest regeltechnisch.
Angenehm finde ich, daß die Interaktion nicht darin besteht anderen Aktionsfelder wegzunehmen, sondern im Rahmen der Geschenkevergabe und dem Vorantreiben bestimmter Bereiche auf dem Spielplan, die alle nur einmalig Siegpunkte bringen. Ich habe den Fehler gemacht und habe versucht alles hinzubekommen, wahrscheinlich muß man aber Mut zur Lücke haben und taktisch flexibel reagieren.
Zum Thema Glück muß man sagen, daß dieses ausschließlich beim Ziehen der Geld-/ Lizenzkarten greift. Wobei es nicht stört – denn zieht man eine 1′er Geldkarte, so entspricht dies 3 Lizenzen und andersherum. Bei uns ging eigentlich jede Runde mindestens eine Aktion jedes Spielers für die Geldbeschaffung drauf. Da man aber z.B. einer 3′er Geldkarte in 4 Geldkarten tauschen kann ist das mit dem Glücksfaktor schon gut eingeschränkt.
Auch das Thema kam bei uns sehr gut an… wirkt stimmig – wobei wie gesagt auch die italienische Mafia unproblematisch gewesen wäre.
Das Spiel hat für mich einen hohen Wiederspielreiz, u.a. auch deshalb, weil nach den ersten Partien nicht so wirklich offensichtlich ist, wie man am Besten an das Siegpunktethema rangehen soll. Die einzelnen Bereiche sind so “fein” justiert. Keiner reicht einzeln betrachtet aus, um das Spiel zu gewinnen. Doch auf welche setzt man nun. Es gibt immer nur hier mal 4 Siegpunkte, da mal 1, … Die Punkteskala geht bis 30. Wer vorher eine Partie Colosseum gespielt hat muß hier aber mächtig umdenken. Auch die Endwertung bei Confucius kann nur dazu führen, marginale Punktabstände auszubauen oder zu reduzieren. Also auch ein Spieler, der vorher Stone Age gespielt hat sollte idealerweise umdenken. Die Endwertung spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.
Ich hatte mich in unserem Spiel ein bißchen auf das Thema Geschenke fokussiert. Nico hat als einziger wie ein Irrer Entdeckungsreisen veranstaltet (3 Länder auf einmal entdeckt) und somit wertvolle Verdienstkarten erhalten. Diese können die Mehrheitsverhältnisse in den Ministerien schon empfindlich verändern, da bestochene aber nicht gesicherte Beamte auch überlaufen können. Martin hat eher den Schwerpunkt auf Armeen gesetzt und bei den Bestechungen sich auf das dazugehörige Ministerium gestürzt (wegen der Vergünstigungen). Ich wurde am Ende Letzter weil ich nirgendwo so richtig gut war.
Durch diese Bestechungs- und Geschenkesachen sollte man das Spiel mit möglichst vielen Spielern spielen. Wobei 3 auch schon ok ist. Beim nächsten Mal werden wir die Profivariante mit dem Bittgesuch an den Kaiser spielen. Das macht das Spiel noch dynamischer aber auch etwas unberechenbarer. Die Regelhürde von der Standardversion zur Profiversion ist nahezu Null – taktikbetreffend aber nach meiner Einschätzung nicht gerade unerheblich.
Uns hat das Spiel einen Riesenspaß gemacht. Die Spielzeit von 2h verfliegt förmlich. Wir haben wirklich alle 9 Runden gespielt. Es gibt aber auch Ereignisse (Machtübernahme in allen Ministerien erfolgt, kein Beamtenkandidat mehr vorhanden, …), die dazu führen können, daß das Spiel schneller vorbei ist. Wie wahrscheinlich das ist kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall kann man das aktiv mitgestalten und das Spiel somit etwas beschleunigen, wenn es für die eigene Taktik gut ist.
Mal sehen, was die nächste Partie bringt. Gespannt bin ich schon!
Dir könnte das Spiel gefallen, wenn Du
Hier noch ein Video:
Du kennst das Spiel? Wie ist Deine Meinung? Über die Kommentarfunktion kannst Du das Spiel bewerten und kommentieren…
# Sternenfahrer on Dezember 10th, 2008
Auf der SPIEL gab’s doch eine dt. Regel und auch ein dt. Übersichtsblatt dazu?!? Hast Du das Spiel nicht von dort?
Ansonsten gefällt es mir so gut wie Dir.
Ich liebe es, mit einem zuckersüßen Unterton in der Stimme ein Geschenk zu überreichen, wofür sich der andere auch noch “bedanken” muß, obwohl er es einem am liebsten um die Ohren hauen würde…
# Sankt Peter on Dezember 10th, 2008
Hallo Sternenfahrer,
wie Du bestimmt noch in Erinnerung hast war ich dieses Jahr nicht in Essen. Waren das denn die gleichen Regeln, wie die auf bgg? Weil die sind wirklich richtig gut. Irgendwie gab es noch im Nachgang eine Änderung der Spielhilfe, wenn ich mich richtig erinnere.
Die Spielhilfen haben wir übrigens gar nicht benötigt – nur für die Preisfindung von Dschunken.
# Sternenfahrer on Dezember 10th, 2008
Nicht auf der SPIEL gewesen zu sein, heißt ja nicht, daß man nicht trotzdem Spiele von dort haben kann!
# duchamp on Dezember 12th, 2008
Die Spielregeln sind alle identisch (Essen-Version war nur kleiner und schwarzweiß), allerdings gibt es eine “beste” Version (direkt auf der Verlagsseite), in der die Kröte nicht auf dem Text des letzten “Spieltipps für Neue Spieler” sitzt und die groß und bunt ist (die Regel, nicht die Kröte):
http://www.surprisedstaregames.co.uk/Confucius/GermanRules.pdf
Außerdem empfehlenswert zum Nachschauen oder als Wiedereinstieg: Die Kurzregel:
http://www.surprisedstaregames.co.uk/Confucius/MiniRules-German.pdf
Bei der Spielhilfe gab es nur im englsichen Original einen kleinen Fehler, der in die deutsche Fassung gar nicht erst übernommen worden war.
Ansonsten danke für die Blumen! Melanie Koster hat eine super Grundlage geschaffen, auf der ich dann aufgebaut habe. Schön, dass die deutsche Fassung überzeugen kann, zumal ich das Spiel nicht zum Ausprobieren hatte und die Arbeit schon immens war!
Zum Spiel selber: Ausgesprochenes Vielspielerspiel, neuartige Mechanismen zum “einarbeiten”, mehr Strategie als Taktik. Kurz: Ich finde es überragend!
# Sankt Peter on März 9th, 2009
Caylus für Fortgeschrittene. Na ja, nicht ganz - aber Confucius spielt auf jeden Fall in der gleichen Liga!Spielreiz
Spielmaterial
Spielregel
Einfluss
Interaktion
Innovation
# Richard Glanzer on Februar 16th, 2010
Strategy and tactics here. Limited by time frame, actions, gifts, and few VPs available in a short period of time. Armies are expensive, but slow to buold up. If noone helps you, you can be left in the cold point wise. Ships seem easy. Medium fast, slow but steady points. Ministries rock with the most points, but gifts play a major role here. Someone who really understands the gift giving can make out with lots of points here. There are only about 90 points in the game max. And that’s if all invasions are successful. So everyone is fighting for crumbs. TIght, tense, love the gifts. A must buy. Mine should arrive tomorrow.