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Einfach Genial

Jan 2007
11

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Leser:4198

Einfach Genial

Nomen est omen – oder billiger Marketingkniff?

Einfach genial ist ein abstraktes Legespiel für 1 bis 4 Personen. Das ist ja schon einmal außergewöhnlich – ein Spiel, das man mit sich selber spielen kann. Das findet man sonst nur in den ganzen Rush Hour Verschnitten, die es massenhaft und in allen Qualitätsanmutungen gibt, und die immer gute Noten im Internet erhalten. Die Solitärvariante ist allerdings nicht so lustig, wie das Spiel mit menschlichen Gegnern. Bei der Solitärvariante spielt man letztendlich gegen sich selber und muß seine Züge so optimieren, daß man möglichst viele Punkte erreicht.

Ob einfach genial auch einfach genial ist kann man wohl ohne Zweifel mit nein beantworten – ist das Wort “genial” doch schon sehr hochgegriffen und somit nur wirklich auf die Überflieger unter den Überfliegern anzuwenden. Das ist Einfach Genial nicht – aber es ist ein solides Spiel, das auch im Familienkreis gut gespielt werden kann.

Die Regeln für das Legen der Teile sind “einfach”. Die Ermittlung des Siegers am Ende “Genial”. Allerdings nur genial anders – aber mittlerweile ebend typisch Knizia. Aber vor der Endabrechnung kommt ja das Spiel. Und das geht grob skizziert wie folgt:

Die Spieler haben verdeckt vor sich sechs Plättchen auf einem Ständer zu stehen. Die Spieler legen reihum eines dieser Plättchen auf das Spielbrett und ziehen verdeckt ein neues Plättchen nach. Beim Legen muß nicht Farbe an Farbe gelegt werden. Das gelegte Plättchen wird sofort gewertet. Es besteht aus zwei farbigen Symbolen. Für jedes auf dem Feld an dieses Symbol angrenzende gleiche Symbol (und sofern vorhanden wiederum auch die in ununterbrochener gerader Linie an dieses angrenzende) gibt dann einen Punkt in dieser Farbe. Hört sich schwieriger an als es ist und die bebilderten Beispiele in der Anleitung lassen nach kurzer Lektüre diesbezüglich keine Frage offen. So legen also alle Spieler reihum ihre Plättchen. Dies geht so lange, bis kein Plättchen mehr da ist (selten) oder kein Plättchen mehr gelegt werden kann (meistens). Und dann folgt die Endabrechnung. Nun könnte man ja denken, das der Spieler mit den meisten Punkten in einer Farbe gewinnt – aber weit gefehlt – das wäre auch stinklangweilig. Der Clou ist, daß bei jedem Spieler die schwächste Farbe ermittelt wird und dann derjenige gewinnt, der in der schwächsten Farbe die meisten Punkte hat. Hierbei wird aber nicht Farbe mit Farbe verglichen, d.h. die schwächste Farbe ist im Zweifel bei jedem eine andere.

Wozu führt diese Endabrechnung im Spiel? Relativ einfach: Sammel möglichst ausgeglichen Punkte in den einzelnen Farben und versuche anderen Spielern möglichst früh bestimmte Farben zu blockieren, damit ihre schwächste Farbe auch wirklich richtig schwach ist. Warum schreibe ich “versuche”? Na genial einfach: Der Glücksfaktor bezüglich des Nachziehens der Plättchens kann dazu führen, daß man nicht so agieren kann, wie man möchte. In seltenen Fällen passiert es, daß man mehrere Runden Plättchen zieht und die benötigte Farbe nicht erhält (wie beim Mensch-ärgere-Dich-nicht mit der “6″ beim Einsetzen). Meistens hat man jedoch genügend verschiedene Farben zur Verfügung – im Extremfall kann man ja noch was anderes machen (anders als beim Mensch-ärger-Dich-nicht, wenn man keinen Spielstein im Spiel hat). Außerdem kann man seine verfügbaren Plättchen immer noch dadurch steuern, daß man beim Legen darauf achtet sich keine in dieser Spielphase wichtigen Farben blank zu spielen, um immer noch stören und punkten zu können. Einfach Genial ist somit ein Taktiklegespiel, bei dem man – wenn überhaupt – maximal zwei Züge vorausplant. Man kann es aber auch einfach ohne Nachdenken losspielen – hängt wie immer vom Gegner ab. Bei uns haben aber selbst spielrundenbekannte Grübler verhältnismäßig kurz für ihre Züge gebraucht.

Mein Statement ist demnach: Einfach Genial macht einfach Spaß.

Mittlerweile gibt es eine Reiseedition – die wirklich genial gemacht ist. Damit ist man auch im Urlaub gut versorgt, da sie im Koffer kaum Platz wegnimmt, aber trotzdem das volle Spielgefühl zuläßt. Nicht zu klein und nicht zu groß – und das Material ist auch sehr anständig.

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2 Comments

  1. # Sami on Januar 15th, 2007

    Need to get the Einfach Genial instructions in English. Can you help please?
    thanks
    Sami

  2. # Sankt Peter on Januar 15th, 2007

    Hello Markus,

    you can find the english rules here:

    http://www.boardgamegeek.com/fileinfo.php?fileid=4877

    The english title for Einfach Genial is “Ingenious”.


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