Ein neues Spiel

Ein neues Spiel. Da liegt es nun vor mir. Irgendwann habe ich zum ersten Mal den Titel gehört oder die Werbung gesehen, ein Foto von der Schachtel. Egal, was es war, mein Interesse wurde geweckt. Ich habe eine Rezension gelesen oder jemand hat davon geschwärmt, ja und dann wollte ich es haben. Unbedingt. Obwohl ich ja schon das eine oder andere Spiel habe, war ich mir sicher, dass ich genau dieses eine noch haben muss.


Und nun ist es da. Ich habe mich so darauf gefreut.


Voller Erwartung streiche ich über die Schachtel. Endlich. Das Entfernen der Folie ist der allererste Schritt und zugleich ein schwieriger. Aber wenn ich erstmal den Anfang gefunden habe, dann habe ich auch den Einstieg in die Schachtel, den ersten Schritt in das neue Spiel getan. Es lädt mich ein: steig ein, komm mit, erlebe ein Abenteuer.


Es gibt so vieles zu entdecken: Wie umfangreich ist die Regel? Ist es eine von den Regeln, die einen völlig ratlos zurück lassen oder kann ich mir schon vorstellen wie das Spiel funktionieren wird? Ist der Spielplan trist oder leuchtet er mir freundlich entgegen? Übersichtlich oder konfus? Sind Karten enthalten? Holzfiguren? In welchen Farben? Ist eine schöne Farbe für mich enthalten?


Ja und dann die Stanzbögen: wie viele sind es, lassen sich die Teile gut auslösen? Teile aus Stanzbögen lösen heißt „auspöppeln“. Auspöppeln ist für viele Spieler eine großartige Beschäftigung, auspöppeln gehört dazu. Auspöppeln muss man lieben. Es kann aber auch langatmig werden, wenn die Teile sich nicht sauber entfernen lassen, das ist ein Zeichen für eher mäßige Qualität. Dann ärgere ich mich schon bevor ich die Möglichkeit hatte, dieses Spiel zu lieben. Dann muss Klebstoff her. Wenn ich das Material gesichtet habe, habe ich mich mit dem Spiel ein wenig mehr vertraut gemacht. Ich platze vor Neugierde, möchte wissen, wofür die einzelnen Figuren, Karten, Würfel, Spielplanteile sind.


Neugierig tapse ich in die Regel hinein und entdecke das Spiel. Ich erfahre, was ich mit den Karten machen kann. Der Spielplan wirkt plötzlich nicht mehr nur bunt, sondern strukturiert. Aha, die vielen Pappmarker sind gar nicht so unübersichtlich. Ich spüre schon, ob es sich gut anfühlt und warte auf die erste Partie wie ein Kind auf das Christkind.


Und dann – endlich – kommt der Tag, an dem ich es spielen werde. Der Plan liegt auf dem Tisch, alle Teile sind sortiert und die Mitspieler lauschen der Erklärung und fiebern dem Spiel entgegen - genau wie ich. Ein kleiner Traum wird wahr.

Kommentare 1

  • ...und nicht zu vergessen der Geruch! Ja, Weichmacher sind schädlich und was da so aus einer Druckerpresse kommt und einige Zeit in Folie verpackt konserviert wurde, kann sicherlich auch nicht gesund sein. Aber dieser einzigartige Geruch eines neuen Spieles...