Die zweite Erzählung, in der unsere Abenteurer eine Lektion in Sachen Heldentum erhalten - was es bringt, was es nimmt...

Die Wiesen

Ronft hat sich von der Attacke des fiesen Schmetterlings erholt. Seine Haut im Gesicht ist immer noch etwas aschen und blätterig, aber darunter scheint neue, gesunde zu entstehen. Schnattus hat den Verdacht, dass Ronft sein aktuelles, beängstigendes Äußeres sogar ganz gut gefällt...


  • Nach einem nebeligen Vormittag, während dem der Trupp nur planlos umherirrt und scheinbar im Kreise läuft, klart es gegen Mittag auf. Inmitten der Wiesen stehen ein paar Bäume und bilden eine Art Miniwald. Hinein mit uns! - und Aug in Aug mit einer Riesenspinne. Mannshoch, rostrot und sehr aggressiv. Trotz allem; es ist nur eine Spinne. Die erste Attacke führt schon zum Erfolg und der Achtbeiner zuckt ein letztes Mal, dann war es das. Die vier betreten ihre Behausung und finden einen Heiltrank sowie 2 Gold sowie – Hilarius übergibt sich vor Schnattus' Füße. Da liegen Knochen. Große. Menschliche. Sollte die Einschätzung „es ist nur eine Spinne“ einem frappanten Größenwahn entsprungen und der entschiedene Sieg vielleicht reines Glück gewesen sein?? Hilarius hechelt nach Luft, ist aber tapfer genug, den Heiltrank abzulehnen. Im hinteren Bereich des Loches öffnen die Helden eine schwere Eisentruhe und entnehmen ihr 20 Gold sowie einen magischen Schatz, der dem Träger Schutz vor Gewitter und Stürmen bieten soll. Das hat sich doch mal gelohnt!
  • Ein Dorf an der Küste in den Wiesen ist von Überschwemmung bedroht. Trotz des Kantersiegs über die Riesenspinne sind sich unsere Helden nicht zu schade, die Bewohner vor nassen Füßen zu bewahren. Einmal mehr zeigt sich Schnattus Entenkenntnis, denn von allen Vieren legt sich sein Ziehsohn Ginkgo am meisten ins Zeug und hilft trotz seiner körperbedingten Beschränkung unermüdlich beim Bau. Aufgrund des Versagens der restlichen Drei reicht es leider nicht zu einer Erhöhung des Rufes der Gruppe im Lande, aber eine gute Tat birgt ihren Lohn ja in sich...
  • Nach dem Weiterziehen gilt es erneut einen Trupp Goblins kampfunfähig zu machen! Dies gelingt, und das Lied des Schnattercorps wird in einigen Tavernen mehr, als noch am Vorabend, gesungen werden!


Schnattus und Ginkgo möchten gerne einmal in einer Gegend einkehren, in der Architektur und Alltagsgegenstände mal ganz auf ihre Physis abgestimmt sind. Da das Halblingdorf Grent in der Nähe ist und Ronft und Hilarius, ganz trunken von ihren Erfolgen und daher großzügig, nichts dagegen haben, zieht es unsere Gruppe nach Grent...was sie da wohl erwartet? Sollte der friedliche Schein der Ansiedlung trügen oder steht doch ein kleiner Urlaub bevor?


Die Halblingstadt Grent


Oh oh … hier wird sich nun zeigen, dass, ein Held zu sein, nicht nur Ruhm, Ehre, Gold und Frau...Freunde bringt, sondern einem auch Verantwortung auferlegt und man immer weniger für sich und immer mehr für andere lebt. Doch der Reihe nach:


  • In Grent wird sich erst einmal wieder verdingt. Harte, ehrliche Arbeit scheint hierzulande zwar nur einen Bruchteil dessen zu bringen, was man armen Halunken und Tieren, die nur so vor sich hinleben – ich meine, MONSTERN, abnimmt, aber mühsam nährt sich das Eichhörnchen und allen vieren juckt die Erinnerung an Ronfts neulich ach! so prall gefüllten Geldsack und das daraus erfolgte Shoppen noch im Gehirn! Mal wieder so richtig Geld ausgeben, ohne nachdenken und jeden Heller kalkulieren zu müssen... Leider stellt sich Ronfts Körperkraft und Größe in diesem kleinen Dörflein als sehr hinderlich an. Ständig stößt er Sachen um, zerbricht feines Geschirr oder zertritt heruntergefallene, wertvolle Waffen, die er für ein dürres Ästlein gehalten hat. Für seine Mühen erhält er nur ein Naserümpfen – die etwas grazileren Halbmenschen (ja warum soll denn immer nur der Fokus auf die halbe Ente gelegt werden?? Ich wette, der geneigte aber faule Leser sieht vorm inneren Auge ständig nur das Watschelvieh herumziehen! Eine kleine Horizonterweiterung und ein Realitätscheck täten jedem von euch ganz gut, da bin ich mir sicher!) und der aalschlanke Vollelf kriegen es besser hin und am Ende sind insgesamt 7 Gold verdient. Immerhin...wobei... na ja.
  • Ginkgo beobachtet einen Diebstahl. Das heißt, nicht nur Ginkgo beobachtet ihn, aber außer einem Dieb selbst hätte niemand die flinke Interaktion bemerkt, die, eingebunden in eine scheinbar freundliche Unterhaltung, in der unfreiwilligen Übereignung eines Goldsäckels von einem Halbling zum anderen stattgefunden hat. Irgendwie erkennen sich Dieb und Dieb, und der stibitzende Halbling stellt sich bei einer Apfelbrause in der Grenter Dorftaverne „Halber Ling, Ganzes Ding“ als Jorne und Meister seines Faches heraus. Eine diesmal vollkommen freiwillige Abtretung von 30 Gold findet statt, und Jorne zeigt Ginkgo in wenigen Stunden, wie man seine Aufmerksamkeit erhöht, was sich sicherlich noch als sehr nützlich herausstellen wird. (neue Fertigkeit! Kann vor erzwungenen Kämpfen warnen und diese somit freiwillig machen)
  • Ihr bescheidener Ruf scheint der Truppe vorausgeeilt zu sein – sogar beim kleinen Volk sind sie nun bekannt! Und hier tritt das Mehr an Verantwortung und der Verlust an Kontrolle über das eigene Leben zum Vorschein; doch noch sehen es unsere ungestümen jungen Helden nicht so. Im Gegenteil. Mit stolzgeschwellter Brust, was einem Aarok und zwei Halbmenschen optisch zwar guttut, bei Hilarius aber aussieht, als wäre er ein umgedrehter Angelhaken, treten unsere Vier vor Balbo, den Dorfältesten, der von der Ankunft einer jungen, starken Heldengruppe gehört hat. Scheinbar sorgt man sich in der Ansiedlung der kleinen Leute um finstere Machenschaften im Ödland. Er schenkt uns einen TürkisTalisman, jedoch sind wir nun verpflichtet spätestens in der übernächsten Runde gen Ödland aufzubrechen. Die Truppe nimmt an...schließlich sieht sie nicht die Differenz zwischen empfohlener Ehre (= Level) für das Ödland und der auf dem Gruppenbogen vorhandenen … mir wird Angst und Bange, aber was kann man gegen soviel jugendliche Entschlossenheit schon tun? Einmal schnell hin, gucken, und zurück, das Wort muss schließlich gehalten werden. Wobei...versprochen wurde ja nur, GEN Ödland AUFZUBRECHEN...auf dem Weg dahin gibt es noch ein weiteres, freundlicheres Gebiet. Erstmal dorthin und ein bisschen verweilen und leveln? - bah, was sind das für opportunistische Gedanken. Um ein Held zu werden muss man, wenigstens ein bisschen, schon ein Held sein! Augen zu und durch! (mit zitterigen Händen geht es über die Ebene ins Ödland... in dem, wie mir gerade einfällt, dank seiner Fertigkeit Hilarius immerhin schon heimisch ist, so dass dort ein Lager aufgeschlagen werden kann. Gott sei Dank!)
  • Die Ebene betreten Ronft, Schnattus, Ginkgo und Hilarius nur zur Durchreise, aber da sie so idyllisch wirkt wird ein Ereignis in Kauf genommen … Hilarius findet einige giftige Pilze, die natürlich die anderen für ihn pflücken und transportieren müssen, von denen er aber weiß, dass sie einem Alchimisten bis zu 40 Gold wert wären. Nun drängt die Reise ins Ödland aus zwei Gründen; erstens will ich es schnell erledigt haben, zweitens haben wir nur 3 Runden Zeit, die Pilze nach Grent zurück zu einem Alchimisten zu bringen, da sie sonst verfaulen. Also flugs weitergereist!
  • Im Ödland stoßen wir auf kampfunwillige, nicht sonderlich aufgepowerte Goblins, die uns grade rechtkommen. Schnell werden diese geborenen Halunken kampfunfähig gemacht, was unseren Ruf ein KLEINES BISSCHEN erhöht. Wir sind uns nicht zu schade, sie um ihre bestimmt sowieso zusammengeraubten 10 Gold zu erleichtern. Juhu, dann haben wir Balbo sogar einen Erfolg zu vermelden! Diese Schädlinge haben sich nämlich am äußersten südöstlichen Zipfel des Ödlands aufgehalten, also ziemlich nah zur Halblingstadt. Eindeutig eine Gefahr weniger! Das haben wir aber gut gemacht! … so richtig will es den anderen dreien nicht gelingen, Ronft von der Grandiosität ihrer Tat zu überzeugen. Da aber auch er die Gefährlichkeit der Gegend erkennt, wird der Rückzug einstimmig angetreten – mit der festen Absicht, mit einer besseren Ausrüstung und stählerneren Muskeln nochmal zurückzukehren und so richtig aufzuräumen. Fürs erste geht es über die Ebene zurück...
  • ...und dort geschieht das, was ihr Abenteuer diese Bezeichnung verdienen lässt. Unsere vier Helden treffen auf die Windreiterbande, drei zackige Centauri, die ihnen keine Wahl als den Fernkampf lassen, was natürlich in einem schlechteren Angriffswert resultiert, als ein Kampf, in dem jeder die Waffe seiner Wahl zücken kann. Außerdem bewirkt Ronfts Panzerstich im Fernkampf keine automatische Senkung des gegnerischen Rüstwerts. Lange wird hin und her attackiert, zu Beginn ist die Bande so stark, dass selbst Schnattus ruhige Hand (Zielen) keine Verletzung herbeizuführen vermag. Zwischendrin gelingt es uns bei einer besonders starken Attacke nur durch Glück, keine Verletzung davonzutragen. Ronft sieht sich schon seine Schutzkette und seinen Heiltrank verbrauchen, aber es läuft, wenn auch nicht gut, so doch nicht katastrophal. Als der Kampf fast zu Ende ist und absehbar wird, dass sich eine der beiden Seiten bald zurückziehen wird, hat Hilarius eine Idee – er nutzt den von Balbo überreichten Talisman, was diesen verbraucht und es mir gestattet, den Würfel mit der unschönen 2 erneut zu rollen. Eine 6. Endlich sind wir so deutlich über dem Wert der gegnerischen Attacke, dass auch deren Rüstwert von 2 nichts mehr bringt und sie eine Verletzung erleiden. Heißa! Ordentlich verkloppt galoppieren die beschämten Centauren, von einem Halbork, einem Elfen und, wenn man so rechnen möchte, einem Mann und einer Ente besiegt, davon. Sie scheinen so schnell keinen Ärger mehr machen zu können, zudem sie ihren tollen speziellen Kurzbogen (+2 FK), den Ronft feierlich Ginkgo übergibt, verloren haben, von den leeren Taschen (50 Gold für uns) ganz zu schweigen. Balbo sorgte sich zwar vornehmlich ums Ödland, aber die Ebene ist viel näher an Grent und dass wir es diesen Rockern gezeigt haben ist für die Halblinge bestimmt noch viel wertvoller! Außerdem, war da nicht auch was im Ödland? Ach ja, die müden Goblins. Na bitte! Da haben wir doch wirklich was zu berichten!
  • Zurück in Grent werden schleunigst die Pilze verkauft (+40 Gold) und Balbo Bericht erstattet. Er bedankt sich zwar höflich für die Verscheuchung der Goblins, aber als er von der Windreiterbande hört erstrahlt sein ganzes Gesicht. Auf den Straßen werden unsere vier mit Blumen beworfen und in allen Tavernen in Grent gibt es freie Speis' und Trank sowie Übernachtung. Hier lässt's sich aushalten! Unsere vier wollen erstmal verweilen, ein wenig trainieren und sich dann vielleicht wieder in die gar nicht so ungefährliche, aber ertragreiche Ebene wagen...


Planänderung. Wir sind wieder in den Wiesen. Das gesamte Königreich ist einfach zu gefährlich, als dass unsere Helden sich die Möglichkeit zum RELATIV sicheren Verbessern ihrer Fähigkeiten (Fertigkeiten und Eigenschaften) durch die Lappen gehen lassen dürften. Da in relativ naher Zukunft in den Anfangsgebieten Wiese und Felder keine Ereignisse mehr ausgewürfelt werden dürfen (und zwar ab Ehre 12, wir sind schon bei 9), sie ja aber durchaus auch Gefahren und Erträge zu bieten haben, watscheln / wippen / stampfen Entenmenschen, Elf und Aarok erst noch eine Weile dort herum.

Auszug aus Schnattus' Tagebuch: „Wir waren jetzt wirklich lange im Freien unterwegs. Ginkgo gefällt mir immer besser. Er klaut nur, wenn es sein muss, er ist mutig und im Kampf macht er seine Schwäche durch seine Gewandtheit fast wieder wett. Er ist deutlich flinker geworden und mit dem Kurzbogen, den wir den trampelnden Ungeheuern abgenommen haben, scheint er seine Waffe gefunden zu haben. Wenn ich nicht bei jedem Kampf immer noch so viel Angst um ihn hätte...

Aber der Junge muss auch wieder unter Leute, immer nur Monster und Feinde kann einen ganz bescheuert werden lassen. Ronft ist zwar ein guter Kamerad aber das ewig jaulende Spitzohr unterbricht jedes Gespräch unter Kerlen mit seinen belanglosen Ängsten, soll Ginkgo mal wieder ungestört in einer Taverne mit genug anderen Jungs Zoten hören und Heldenlieder gröhlen, dass sie Hilarius' Schnupfengeschichten übertönen! Wie Ronft das nur aushält, so eine Geduld wünsche ich mir...“


Nächstes Ziel: Über die Wiesen nach Traumburg, vielleicht eine etwas teurere Anschaffung, und dann ab in die Felder!