Die fünfte Erzählung, in der Ginkgo sich als Tabletoper herausstellt...was auch immer das bedeutet!

Gadûr

  • Nein, nicht Gadûr. Hilarius kann es gar nicht fassen, aber vom Ödland aus scheint es keinerlei Zugang zur Zwergenstadt zu geben. Nun verstehen die vier auch, warum sich die Räuber so sicher gefühlt haben... da sie den Zwerge vom Ödland aus eh nichts anhaben können werden sie wohl nicht mit Nachdruck bekämpft. Nun denn! Dies bedeutet für uns einen Umweg über die Hügel, was unseren Helden aber nicht unlieb ist, sehen diese doch deutlich lebensfreundlicher aus, als das Ödland … ergo:

Die Hügel

(Ooooh, die werden glaube ich nach den Wiesen zu meiner neuen Lieblingsgegend. Aber halt, langsam – es begab sich folgendermaßen:)


  • Noch leicht verstimmt ob ihrer Fehlplanung stapfen unsere Vier über Stock, über Stein, und vor allem, hoch und runter. Die Hügel haben ihren Namen nicht von ungefähr und das Reisetempo reduziert sich deutlich. Hier wird sich viel Zeit für Begegnungen finden...und, sollen sie nur! Die schlechte Laune über den unnötigen Ausflug ins Ödland muss raus! Wo sind die abgerissenen Halunken, wo die räudigen Räuber?? Nun, nicht hier. Dafür ein Schwarzbär, der sich soeben über die Reste seines erlegten Wildschweins hermacht. Bevor es sich die drei restlichen der Bande versehen hat Hilarius schon den ersten Pfeil abgefeuert und jeder stimmt gerne ein. Der Bär ist sehr stark und leistet lange Widerstand, Ronft muss einige Tatzenhiebe hinnehmen, die seine Rüstung aber gut auffängt, und am Ende geht das riesige, sicher auch für harmlose Reisende gefährliche Tier, nieder.

    Hilarius wendet sich an Ronft: „Für das Fell bekommen wir mindestens 20 Gold, hier!“ Er hält ihm nervös zur Seite blickend seinen Dolch hin.

    Ronft: „Was – "hier"?“

    Hilarius: „Na, zieh ihm das Fell ab!“

    Ronft: „Du bist doch der Waldläufer? Ich habe in meinem Leben noch nichtmal ein Huhn gerupft, wie soll ich einen ganzen Bären häuten? Ich weiß nichtmal, wo ansetzen!“

    Hilarius: „Das zeig ich dir. Du gehst HIER mit der Spitze unter die Haut, ziehst einen geraden Schnitt bist DORT unter die Achsel, dann einen eleganten Schwung über“

    Schnattus mischt sich, traditionell entnervt, ein: „Möchtest dir nicht die Finger schmutzig machen, was? Hast Angst vor der Räude oder der Honigsucht? Hör zu, entweder du ziehst dem Bären das Fell ab und wir haben 20 Gold mehr in der Tasche oder wir lassen es mit ihm verrotten. Keiner hier außer dir kann sowas. Den vollen Preis bekommt man nur für ein Fell im Ganzen, wegen ein paar Fetzen müssen wir uns nicht bemühen und keine Zeit verschwenden!“ Er wendet sich ab und watschelt los, überzeugt, dass der pienzige Elf das tote Tier nicht anrühren wird. Als er ein „fummp“ und ein „ritsch“ hört hält er ein und dreht sich um – Hilarius kniet mit angewidertem Gesicht neben dem toten Bären und zieht ihm mit schnellen, sicheren Handgriffen das Fell über die Ohren. Er faltet es so geschickt, dass er das Fellpäckchen im Ganzen in seinen Rucksack stopfen kann, ohne mit dem Blut in Berührung zu kommen. Im Vorbeiziehen hält er vor Schnattus inne und zischt ihm zu: „Und WENN ich mit den hochbakteriellen Bärensäften nicht in Berührung kommen wollte – Ronft hätte immerhin etwas gelernt und der Preis eines vielleicht etwas verunstalteten Felles wäre nicht zu hoch dafür gewesen.“ Er baut sich in voller Länge vor dem kleinen Halberpel auf: „Vielleicht steigst du mal von deinem hohen Ross herunter und lernst, auch Eigenschaften, die dir unverständlich sind, zu akzeptieren, nicht jeder ist so in der Welt zuhause wie du und kommt mit allen Widrigkeiten klar!“

    Schnattus ist über Hilarius selbstbewusstes Eintreten für sich erstaunt und muss über seine Worte länger nachdenken, als ihm lieb ist... schließlich hat er die Gruppe noch in jedem Kampf unterstützt und ist auch sonst recht fleißig...

  • Nach einer ruhigen Nacht und einem Morgen, an dem die vier den Wert von ganzen 40 Gold aus einer Flussader herauswaschen können, ist die kleine Unstimmigkeit vergessen.
  • Als sie in einer, zwergentypisch in die Erde eingelassenen, sehr miesen Spelunke absteigen, sich unter das kleine Volk mischen können, wiewohl Hilarius mehr als einen feindlichen und zahlreiche amüsierte Blicke erntet, und einen Meisterdieb kennenlernen, der anbietet, jedem der Truppe, außer dem „schlaksigen Wipfelläufer“ das Handeln beizubringen, ist Ginkgo willens, alles, was er je über das Stehlen gelernt hat, zu vergessen, um sich dafür in der edleren Kunst des Handelns besser behaupten zu können.
  • Die Taverne heißt zwar „Zum tödlichen Bier“ und macht ihrem Namen alle Ehre, aber scheinbar wird sie von Meistern ihres Faches geschätzt... sie treffen dort ebenfalls auf eine Zwergenmeisterkämpferin namens Pipi. Sie ist von Ronfts Meisterharpune so beeindruckt und findet den jungen Kämpfer im Gespräch so sympathisch, dass sie ihm auf dem Hof der Absteige eine neue Technik zeigt, die seine Attacke im Kampf gegen viele Gegner verbessert (Rundumschlag, +1 ab 4 Gegnern)
  • Kaum machen sich die Helden auf den Weg, fährt ihnen ein fahrender Halblinghändler namens Knipps über den Weg. Einstimmig werden ein Heiltrank und ein Eisenschlüssel gekauft, Ginkgo, der schon eine beachtliche Sammlung an kleinen Püppchen und Figürchen in seinem Rucksack hat und mit ihnen gerne Schlachten und Kampfstrategien simuliert, überredet Ronft, ihm auch noch die kleine blaue Handpuppe für ein Gold zu kaufen.

    Da sieht Hilarius seine Chance gekommen: „Und den Spiegel, bitte.“

    Ronft: „Du meinst den Silberspiegel? Für 10 Gold? Wofür brauchen wir den denn?“

    Hilarius: „Wir könnten Gegner damit blenden, wenn die Sonne richtig steht!“

    Ronft: „Reichen dafür nicht unsere Klingen?“

    Hilarius: „Und äh...es gibt einige Stellen an meinem Körper die äh...die ich dich nicht mehr bitten müsste, zu untersuchen, wenn … wenn die Gefahr besteht, dass sich dort etwas unregelmäßig verhält oder emm...“

    Ronft: „Ich bin noch nie einer einzigen dieser Bitten nachgekommen.“

    Hilarius: „Ja, aber mit dem Spiegel müsstest du sie dir nicht mal mehr anhören!“

    Glücklich nimmt der Elf seinen Handspiegel in Empfang und die Gruppe hat Knipps damit um sein gesamtes Sortiment erleichtert.

  • Kurz vor der Zwergenstadt Gadûr treffen die Vier erneut auf einen Schwarzbären, als sie sich für die letzte Nacht in den Hügeln ein Lager suchen. Die günstig gelegene Höhle war nicht so unbewohnt, wie sie zunächst schien, und das Ungetüm stürzt sich auf die Abenteurer. Im Bärenkampf nun erfahren können sie ihn schnell ausschalten. Hilarius beginnt kommentarlos und angeekelt damit, das Bärenfell abzuziehen, und mit reichlich gepackten Rucksäcken ziehen die Vier in die Zwergenstadt ein!