Die achte Erzählung, in der, obwohl es gen Elfenreich geht, besonders dem armen Hilarius übel mitgespielt, aber auch Ronft das Opfer von Engstirnigkeit und Kleingeisterei wird...

Abenteuer im Wald und – unfreiwillig – drumherum...

Die Chronistin hat es jahrelang nicht sehen können oder wollen – sie hat auch das Gewitzel ihrer Freunde, „Der Zwerg ist dein Freund aus der Tiefe, der Elf ist der Faschist des Waldes!“ nicht ernst genommen – dabei waren die Zeichen so eindeutig! Diese Abschottung von anderen Nationen! Dieses Herabschauen auf andere Rassen! Diese Überhöhung der eigenen Weltentsagung! Dieses militante, zackige Einmarschieren bei der Schlacht von Helms Klamm! Dieser penible Sauberkeitsfanatismus! Das hochgeistige Verklären der eigenen Kultur, die geckenhafte Affektiertheit, die überzogen-romantisierte Naturverbundenheit! Und auch dieses Mal hat Hilarius' schrulliges aber freundliches Wesen sie lange darüber hinweggetäuscht, dass die grazilen Gesellen des Waldes ja auch ganz anders können – der folgende Ausflug unserer vier Freunde holt sie daher umso abrupter und schmerzhafter auf den Boden der Tatsachen zurück. Doch lest selbst...


  • Über die Hügel geht es ohne Umschweife zum Oberen Fluss. Dort begegnen wir einem offensichtlich schlechtgelaunten Elfenmagier, der Hilarius – verflucht. :-O Keiner weiß, was und warum es passiert, aber nachdem der grimmig dreinschauende Elf mit schütterem weißem Haar ein paar fies klingende Worte in Richtung der Gruppe gespuckt hat fühlt sich Hilarius plötzlich sehr schlecht und schwach. Die Vier treten den Rückzug an und versuchen an anderer Stelle den Fluss zu überqueren, was auch gelingt.
  • Im Wald setzt sich das Unglück fort. Eine radikale Waldelfen-Streife, bestehend aus 9 Personen, insistiert beim Anblick von Ronft darauf, dass unsere Vier den Wald unverzüglich zu verlassen haben. Alle guten Worte und auch Hilarius', durch den Fluch geschwächt vorgetragenes, Loblied auf den Halbork, der ihm so oft das Leben gerettet hat, bringen nichts – als Halborkensympathisant wird Hilarius, nach dem bösen Elfenmagier, nun auch von diesen Vertretern seiner Art nur umso harscher angegangen. Da wir uns beim Volk der Elfen einen guten Namen machen wollten, ziehen wir uns in die Marsch zurück, anstatt diesen Reinblütlern eine erzwungene Lektion in Sachen Toleranz zu verpassen. Von hier aus wird es ja wohl noch einen Weg nach Gylravar geben, auf dem man keinen extremistischen Waldbewohnern begegnen muss, denen das Glück ihrer Welt in Abschottung zu bestehen scheint...

    In der Marsch

  • In der Marsch wollen sich unsere Helden nur kurz aufhalten. Geplant wird einstimmig, einige Meilen an der Grenze entlangzulaufen, um in genügender Entfernung zur Elfenpatrouille den Wald wieder zu betreten und schnell nach Gylravar vorzudringen. Hilarius erforscht tapfer die Gegend, ist aber so deutlich geschwächt, dass alle Mitleid mit ihm haben. In dieser körperlich gebeutelten Situation scheinen seine Krankheitseinbildungen noch weiter auszuarten. Auch das Erlebnis mit der Elfenpatrouille, die den Aaruk sein Nichtwillkommensein so deutlich hat spüren lassen, will ihm nicht aus dem Kopf gehen.

Hilarius: „Ich verstehe das wirklich nicht, es tut mir außerordentlich Leid, liebe Freunde. Ich habe unsere Heimat immer für sehr freundlich gehalten. Ich hätte niemals gedacht, dass wir HIER mehr Probleme bekommen könnten, als in Gadûr. OOOOOH...da war wieder dieser Stich im rechten Bein...es zieht bis in den unteren Rücken. Bestimmt ist irgendein Nerv eingeklemmt. Vielleicht wird das Bein lahm. Vielleicht liegt das an dem Magier, der mir über den Fluss Verwünschungen zugeschrien hat! Vielleicht schreitet das immer weiter fort! Vielleicht werde ich bald nicht mehr laufen können! Vielleicht werden bald lebenswichtige Organe angegriffen!! Vielleich - “

Ronft: „Beruhige dich, Hilarius. Es ist nichts, du wirst dir beim Marschieren etwas zu viel zugemutet haben und jetzt tut dir ein wenig das Bein weh. Der Fluch macht dich zwar schwach aber für gewöhnlich sind die nicht tödlich. Und wegen der unfreundlichen Behandlung, mach dir keine Gedanken, ich habe schlimmeres erlebt.“

Schnattus, ungewöhnlich nachsichtig mit dem Elfen, mischt sich ein: „Ja, das kenn ich, in jedem Land, in das man als Fremder reist, wird erst einmal gegackert. So 'nen Rausschmiss wie hier hab ich zwar noch nicht erlebt, aber was soll's. Davon lässt sich doch ein Mitglied des Schnattercorps nicht die Suppe verhageln, was?“

Ginkgo streckt grinsend seinen Kurzbogen in die Luft: „Wir haben sie nur glimpflich davonkommen lassen, um deinen Leuten nicht auf dem falschen Fuß zu begegnen, Hilarius, wirklich in Gefahr waren wir nie, also ist alles in Ordnung. Denk nicht mehr dran.“

Hilarius: „Gut, danke für eure Worte. … Würdet ihr kurz einen Blick auf meinen Fuß werfen, da wo es so ziept? Er ist geschwollen, oder? Mein Fesselumfang wirkt auch deutlich vermehrt. Vielleicht beginne ich durch den Fluch schon Wasser einzulagern. Wenn das zulange im Körper bleibt und sich entzündet, könnte (...)“

Die beiden Halbenten und der Aaruk lauschen zum ersten Mal aufmerksam und geduldig Hilarius' Aufzählung aller möglichen und unmöglichen Eventualitäten, ohne ihn zu unterbrechen, und führen lediglich so gut sie es vermögen ihre Argumente auf, warum die Wahrscheinlichkeit für diese oder jene Erkrankung gering sein mag...so verbringen sie den Tag, den Abend und das Abendessen, bis der geschwächte Elf mit den leise verklingenden Worten „...beginnende Histaminintoleranz...“ endlich einschläft. Seine Gefährten tun es ihm gleich und teilen die Nachtwache diesmal bloß durch drei...

  • Am nächsten Tag besteht Hilarius' Frühstücksbeschäftigung damit, sich fast komplett in alle Tücher und Lumpen, die er bei seinen Freunden auftreiben konnte, zu wickeln, um zu seinem bemitleidenswerten Zustand hinzu nicht auch noch nach einem Stich einer Sumpfmücke am Feuchten Schmiss zu erkranken. Entsprechend eingeschränkt ist seine Sicht und entsprechend unvorbereitet stolpert die Truppe in ein Lager der bösen Toregg. Fünf verwahrloste Klanmitglieder schauen sie angriffslustig an. Von der Behandlung durch die fremdenfeindlichen Elfen innerlich doch noch ganz schön aufgebracht, nutzt Ronft diese Gelegenheit, sein Mütchen zu kühlen, und greift an. Seine Kameraden steigen gerne mit ein, auch wenn Hilarius die frisch erworbene Schwäche im Kampf nur allzu bewusst wird. Die zerlumpten Marschbewohner bieten keinen nennenswerten Widerstand und hinterlassen sogar noch einen Schatz (etwas Gold). Nun aber flugs zurück in den Wald und einen anderen Weg gen Gylravar genommen! Der arme Junge muss schließlich behandelt werden.

Wald

  • Ihre erste Begegnung im Wald ist diesmal deutlich freundlicher. Die drei normal bekleideten, relativ kurz geratenen Helden und der eine lange, vermummte Schlaks erzeugen bei einem ziemlich ausgemergelt erscheinenden Männchen, das vor einer Wohnhöhle sitzt und sich später als Hugo, der Eremit vorstellt, einen Lachanfall, sodass er sie zu sich ruft. Gegen etwas Nahrung und das Erzählen ihrer Abenteuer führt er sie zu einem Kreis recht interessant und speziell aussehender Pilze, deren Wert allerdings niemand zu bestimmen vermag...also lässt man sie stehen. Hilarius entfernt seine Bandagierungen; so langsam ist man tief genug im Wald, um vor der Sumpfmücke sicher zu sein.

Hilarius scheint sich inzwischen an seine neue, fluchbedingte Einschränkung gewöhnt zu haben. Es geht ihm körperlich zwar nicht besser, aber da sich das Ziehen im Bein nicht weiter verschlimmert hat, kann er sich wenigstens durch seine Aufgabe des Aufklärens der Strecke ablenken. Außerdem scheint er in der ihm gewohnten Waldumgebung, soweit es sein Zustand zulässt, regelrecht aufzublühen. Unbewusst – oder auch nicht? – bewegt er sich mit dem Rauschen eines kleinen Waldflusses im Einklang, läuft instinktiv um scheue Waldtiere herum, um sie nicht zu stören, und antwortet dem ein oder anderen Vogelgezwitscher mit täuschend echter Imitation. In fast jeder anderen Umgebung fehl am Platze wirkend beginnt der Elf nun, von seinen Kameraden nicht unbemerkt, Souveränität auszustrahlen. Ohne dass der Worte viel gewechselt werden steigt der Respekt der anderen drei Gruppenmitglieder für ihren Elfenfreund.

  • Als Hilarius kurz innehält und in die Ferne zu horchen scheint, machen es ihm seine Kumpanen nach, hören aber nichts besonderes. Er führt sie eine Weile mit sich, bis sie auf ein leise weinendes, kleines Mädchen stoßen, das sich wohl verlaufen hat. Von dem plötzlichen Auftauchen der vier Männer überrascht, verstummt sie mit tränenüberströmtem Gesicht völlig und ist wie erstarrt. Nach ein paar beruhigenden Worten von allen, was keine Wirkung zu zeigen scheint, zieht Ginkgo seine blaue Handpuppe aus dem Rucksack und beginnt mit dem Mädchen zu spielen. Mit ein paar lustigen Schnatterlauten bringt er sie zum lachen und sie hat sich bald soweit beruhigt, dass sie Hilarius eine Beschreibung des Ortes liefern kann, an dem das Haus ihrer Großmutter steht. In nicht mal einer halben Stunde ist die Kleine zurückgebracht und die besorgte alte Dame besteht darauf, dass unsere Helden 10 Gold als Belohnung annehmen. Ronft muss erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass er sich nach dieser doch recht alltäglichen Heldentat ungefähr so gut fühlt, wie nach dem Ausschalten einer mittelgroßen, räudigen Goblinhorde.
  • … eine Einschätzung, die er noch am Abend am lebenden Objekt überprüfen kann. Auf der Suche nach einer geschützten Übernachtungsmöglichkeit – es hat begonnen zu regnen – betreten die vier eine Höhle und werden augenblicklich von fünf Hobgoblins angegriffen. Obwohl zum Nahkampf gezwungen ist der Zwischenfall für unsere Helden ein Kinderspiel und beim Aufbereiten der Höhle finden sie neben 60 Gold auch noch einen Magischen Schatz. Schnattus kann es kaum glauben. Schon wieder ein Kiementrank. So langsam würde sich ein Ausflug zum Meeresgrund lohnen...
  • Kurz vor Ankunft in der Elfenstadt Gylravar muss noch ein Kampf bestanden werden, eine Truppe vergifteter Pilzgoblins stürzt sich auf uns, die wir zwar schnell unschädlich machen, die aufgrund ihrer verpesteten Ausdünstungen Schnattus und Ginkgo aber verletzen. Um möglichst erfrischt in der Gylravar anzukommen wird noch etwas im Waldlager ausgeruht, sodass der einzige gesundheitlich Benachteiligte beim Betreten der Stadt mit den weißen Türmen ihr Bürger-von-Geburt Hilarius ist...