Die neunte Erzählung - Endlich im Elfenreich! Dies erfordert viel Fluff. Tatsächlich ist diese Erzählung der REINE Fluff und sozusagen ein Vorkapitel. Wisster Bescheid!

Gylravar, die Elfenstadt



Ankunft und erster Eindruck

Das Schnattercorps ist nicht mehr weit von der Elfenstadt entfernt. Je weiter sie voranschreiten, desto majestätischer, höher und schlanker wird der Baumwuchs des Waldes. Ronft, Schnattus und Ginkgo haben fast das Gefühl zu schrumpfen oder in einen Riesenwuchswald geraten zu sein – um bis zu den Baumwipfeln zu schauen müssen sie ihre Köpfe inzwischen ganz in den Nacken legen. Einzig Hilarius zeigt sich von der Veränderung der Umgebung unbeeindruckt. Dafür scheint seine Schwäche mit jedem Schritt zuzunehmen.

Als sie die hohen, weißen Türme Gylravars erblicken, sind sie schon fast da. So vollständig versteckt von den Bäumen ist die Stadt, dass sie ohne die Eskorte des Elfen in wenigen zig Metern unbemerkt daran vorbeigezogen wären. Wie auf ein Kommando halten Ronft und die Halbenten an und bleiben mit offenen Mündern stehen. Viele schlanke Türme, ein riesiger Kuppelbau und ein alle anderen Gebäude überragender, taillierter Turm mit einer ausladenden Aussichtsplattform ganz oben bieten einen beeindruckenden, gleichsam fremdartigen Anblick. So etwas haben die drei noch nie gesehen und auch die ihrerseits schon sehr beeindruckenden Geschichten über die legendäre Elfenstadt konnten keinen von ihnen auf den tatsächlichen Anblick vorbereiten. Als Hilarius kein Getrampel hinter sich mehr hört, dreht er sich um und macht eine ungeduldig wedelnde Handbewegung in Richtung Stadt. „Wollen wir nun?“ Die drei anderen blinzeln und schütteln kurz ihre Köpfe, als müssten sie sich aus einem tiefen Traumschlaf in die Realität zurückkämpfen.


Kurz ruft der Elf einen Gruß in Richtung Stadttor, da öffnet es sich scheinbar von selbst. „Wir wohnen im östlichen Teil der Stadt.“ informiert Hilarius seine Kumpels und ohne sich um die von ihnen feilgebotenen Maulaffen zu kümmern stürmt er fast in Richtung seines Geburtshauses los... deutlich schneller, als ihm bei der zuvor gezeigten Schwäche möglich sein dürfte. Vermutlich beflügelt ihn die Aussicht auf schnelle Heilung.

Ronft und die beiden Erpel schwingen sich auf ihre Reittiere, um mit ihm Schritt halten zu können und traben locker durch die weiten Straßen und über ebenso breite, stabile Hängebrücken, die in einer völlig ungewohnten Bauweise Straße, Stadt und riesige Bäume miteinander verbinden, sodass das eine kaum vom anderen zu trennen ist.


Hilarius' Elternhaus und Begrüßung durch die Eltern

Vor einem ebenfalls weiß-blauen, großen Haus mit goldenen Verzierungen hält Hilarius kurz an, bedeutet seinen Freunden, abzusteigen, und stößt dann schließlich mit Tränen in den Augen die Eingangstür auf. Innen bietet sich den Vieren ein erhabener Anblick der Einheit von Kunsthandwerk und Natur – so organisch wurden weißes Porzellan und goldene Aufsätze mit der überwiegend hölzernen Einrichtung verwoben, dass auch hier schwer zu sagen ist, was von Elfenhand verändert wurde und was die Natur so hat wachsen lassen. In einem aus dicken Ästen gewobenen Stuhl mit goldenen Einarbeitungen sitzt eine hochgewachsene, schlanke Elfin an einem riesigen Tisch und schaut verdutzt auf, als Hilarius ins Haus stürmt. Sie schlägt die Hände vors Gesicht und steht abrupt auf: „Mein Sohn!!“ Hilarius wirft sich ihr in die Arme und beginnt hemmungslos zu schluchzen. „Mami! :'-( Ein Elfenmagier hat mich verhext! Ich bin total schwach geworden! Hilfe!“ Die hochgewachsene Elfin, deren Haar genauso glatt und hell, fast weiß, ist, wie das ihres Sohnes, schiebt ihn kurz von sich und sieht ihn entsetzt an: „Wer hat was?? Du bist verhext?? Constipatus! CONSTIPATUS!“

Auf einmal tritt ein ebenso hochgewachsener, dünner, heller Elf hervor und weder Ronft noch einer der beiden Entenmänner kann sagen, ob er bereits die ganze Zeit im Raum war. Er tritt mit bescheiden-freundlichem Gesicht zu seiner Frau und seinem Sohn und sagt mit so tiefer, sonorer Stimme, dass die trockene Holzeinrichtung des Hauses zu vibrieren scheint: „Grüß dich, mein lieber Sohn.“ Weder auf Hilarius noch seine Mutter scheint die Ruhe des Elfen abzufärben.

Hilarius: „Papi! Ich bin schlimm verhext! Ich kann kaum noch meinen Bogen tragen. Du musst mir helfen!!“

Hilarius' Mutter: „Sieh ihn dir nur an, Constipatus, er ist ganz grau im Gesicht und schwach, tu doch was!“

Constipatus: „Nun, nun. Das wird mein Freund Curatius schon richten.“

Ronft, Schnattus und Ginkgo betrachten die Szene verlegen und wissen nicht recht, wohin mit sich. Keiner der Elfen scheint ihrer Gegenwart Gewicht beizumessen. Ronft legt seine Hand auf dem Heft seines Schwertes ab, besinnt sich dann der potenziellen Bedrohlichkeit dieser Geste, sucht nach einem anderen Aufenthaltsort für seine Hände und lässt sie, nach einem Versuch, die Daumen lässig in den Gürtel zu stecken, was sich bei seinen langen Armen als äußerst unbequem herausstellt, einfach herunterhängen und kommt sich etwas doof vor. Schnattus lehnt sich kurz an den Türrahmen der Eingangstür, findet das dann allerdings dem dramatischen Ambiente nicht angemessen und nimmt eine Habachtstellung ein, obwohl es ihm ausgerechnet jetzt am Bürzel juckt. Ginkgo hat alle drei Reittiere vor dem Haus angebunden und betritt es etwas später. Auch er kommt sich jedoch fehl am Platz vor und tauscht wiederholt ratlose Blicke mit seinem Ziehvater und Ronft aus.


Hilarius' Mutter: „Nun, worauf wartest du denn dann? Bring ihn zu Curatius, schnell, schnell, wer weiß, ob es mit der Zeit nicht noch schlimmer wird! Spürst du eine Verschlimmerung, mein Junge? Hast du Schmerzen? Seit wann bist du verhext? Du siehst gleichzeitig viel zu dürr und viel zu aufgebläht auf! Hast du dir noch zusätzlich etwas eingefangen? Hast du dich nachts nicht warm genug eingepackt? Warst du unvorsichtig in der Nähe von Gewässern?? Du weißt, die Sumpfmücke kann den Feuchten Schmiss übertragen! Hast du einen Stich abbekommen??“

Schnattus Gesichtsausdruck ändert sich von ratlos zu beginnend-enerviert.

Constipatus: „Nun lass den Jungen doch, Diarrhella, ich kümmer mich erstmal um seine Verhexung und den Rest wird etwas Schlaf und ein guter Honigwabentee schon richten.“

Seine Stimme ist so tief und dröhnen, dass Ronft glaubt, sein Zwerchfell vibrieren zu spüren, sobald der große Elf spricht. Dieser packt seinen Sohn an den Schultern und schiebt ihn aus dem Haus, nicht ohne den drei verloren dastehenden Helden freundlich zuzunicken.


Noch immer reichlich aufgelöst blickt Diarrhella ihrem Mann und Sohn hinterher und scheint erst jetzt den Halbork und die beiden Halbenten in ihrem Heim wahrzunehmen. Mit immer noch dramatisch auf ihren Wangen ruhenden Händen schaut sie sie überrascht, aber nicht unfreundlich an: „Oh, verzeiht mir, ihr müsst Freunde von Hilarius sein? Grüßt euch.“

Die drei sind von der nonchalanten Begrüßung nach der bis jetzt eher unfreundlichen Behandlung durch das Elfenvolk so verdutzt, dass es eine Weile dauert, bis Ronft mit zuerst versagender Stimme eine Erwiderung hinbekommt:

„Wi---, *räusper* Verzeiht, gnädige Dame, ja, wir sind Gefährten eures Sohnes und wollten“ Sofort fährt ihm Diarrhella dazwischen: „Ach papperlapapp, gnädige Dame, ich bin Diarhella, genannt Rhelli, kommt nur rein und setzt euch, steht da nicht so verloren herum, ihr kommt sicher von weit her und könnt einen gemütlichen Sessel und etwas warmen Tee vertragen, nicht wahr? Ich bin gleich bei euch!“ Mit einer auf den Tisch deutenden Geste huscht Relli an den Herd; die Sorge um ihren Sohn scheint von der neuen Aufgabe, sich um die Reisenden zu kümmern, zumindest in den Hintergrund gedrängt worden zu sein. Langsam und schüchtern steuern Ronft, Schnattus und Ginkgo auf den großen Tisch zu. Ohne einen Kommentar rauscht Relli mit mehreren Kissen genau in dem Moment an, als den Dreien klarzuwerden beginnt, dass in diesem Hause alles etwas überdimensioniert für einen Halbork und erst recht für zwei Halbenten ist, und platziert sie auf drei nebeneinander stehenden Sesseln. Die Kissen sind angenehmen fest, sodass alle Beteiligten bequem Platz nehmen und aus angemessener Höhe über den Tisch blicken können. Kaum sitzen sie, ist Relli auch schon wieder am Ofen und hat einen großen Kessel mit Wasser aufgesetzt. Sechs Tassen werden mit Honigwaben und einer Mischung von Kräutern präpariert und in wenigen Augenblicken, die kaum reichen, um das Interieur des Hauses zu bestaunen, stehen vor den drei Helden und Relli insgesamt vier dampfende Tassen. Die Gastgeberin deutet auf eine große, goldene Schale in der Mitte des Tisches, auf die sie einen Berg trocken aussehender Gebäckstücke gekippt hat, die sich als äußerst schmackhaft, sehr süß und überraschend zart erweisen. Besonders die Halbenten genießen die krümelige Angelegenheit.


Relli: „So...ihr seid also Freunde von Hilarius. Herzlich Willkommen. Geht es euch gut? Habt ihr euch nichts eingefangen, da draußen? Sagt es mir nur, wenn ihr Stiche, Hautunebenheiten, Narben oder gar Verletzungen habt, auf die ich ein Auge werfen soll! Ich kümmer mich gerne um euch, Freunde meines Sohnes sind wie meine Kinder! Ich habe hier eine große Auswahl der besten Arzneien des Reiches, alle sortiert nach Art und Intensität des Gebrechens, außerdem die besten Verbände und Salben, die ...“


Heilung und Familienleben

Ronft und seine zwei Freunde lauschen mit halbem Ohr und bestaunen nach wie vor die Einrichtung. Gleich nachdem die gute Frau mit der Aufzählung ihrer Hausapotheke fertig ist springt die Tür auf und ein deutlich besser aussehender Hilarius tritt mit einem erleichterten Lächeln ein. „Oh Mami, alles wieder gut! Curatius konnte mir schnell helfen.“ Relli fällt Hilarius mit einem erleichterten Seufzen erneut in die Arme. „Ach, bin ich erleichtert. Willkommen zurück, mein Sohn! Ooooh, was ist das denn?“ Ihr letzter Ausruf wird von einem begeisterten Kneten Hilariusens Oberarme begleitet. Mit stolzem Grinsen konstatiert sie: „Das Reisen hat dir aber eindeutig gut getan, du bringst ja bald dein Hemd zum Bersten!“

Hilarius schaut vorgetäuscht-bescheiden zu Boden und versucht seine Oberarme unauffällig anzuspannen: „Ach, das ist doch nichts...“

Zwischenzeitlich hat sich Constipatus zu seinen Gästen gesetzt und blickt sie freundlich an. „Nun, nun. Ihr seid Freunde von Hilarius? Willkommen bei uns.“ Ronft und die Halbenten lächeln scheu zurück. „Vielen Dank. Wir haben schon von Eurem vorzüglichen Tee und den Keksen...“

Hilarius, gelöst und aufgedreht wie nie, da er sich fühlt, als wäre er dem Tod nur knapp entkommen, fällt Ronft ins Wort: „Wo sind die Kleinen??“

Relli: „Noch in der Waldschule.“

Hilarius: „Oh schade, ich hoffe sie haben bald aus?“

Schnattus, der sich in der lockeren Atmosphäre recht wohlzufühlen beginnt, fragt verdutzt: „“Die Kleinen“?“

Hilarius, mit ganz untypischem Stolz in der Stimme: „Ja, meine Geschwister.“

Schnattus, noch verdutzter: „Du hast Geschwister?“

Ronfts und Ginkgos Gesichter spiegeln Schnattus' Verdutztheit wider. Irgendwie waren sich alle drei sicher, dass ein Charakter wie bei ihrem Freund nur mit einem lebenslangen Einzelkindschicksal zu vereinbaren sei.

Hilarius: „Ja, ganz viele! Aber sie sind viel jünger als ich. Nach meiner Geburt haben meine Eltern hunderte von Jahren keine Kinder mehr bekommen, keiner weiß warum.“

Relli: „Ja, Hilarius war unser Ein und Alles.“

Hilarius: „Sie haben mich weder in die Waldschule geschickt noch mit anderen

spielen lassen, Mami hatte ständig Angst, ich könnte mir was einfangen oder so. Und viele Kinder auf einem Haufen bedeutet ja auch immer viele laufende Nasen, deswegen haben sie mich zu Hause unterrichtet.“

Constipatus: „Ja...nun, nun...deswegen...“ (Ronfts linke Augenbraue wandert hoch)

Schnattus: „Moment moment moment … HUNDERTE Jahre?? Wie alt bist du denn??“

Hilarius, wieder stolz: „403einhalb.“ Keinem seiner Freunde ist so recht klar, ob Hilarius darauf stolz ist, sich so gut gehalten zu haben, oder darauf, bald schon 404 zu sein...

Hilarius: „Und auf einmal – plumps, hab ich ein Geschwisterchen nach dem anderen bekommen. Sie sind alle noch ganz klein.“ Er gluckst freudig auf.

Diese Information müssen Ronft und die Enten erstmal verdauen. Constipatus unterbricht die Stille mit: „Nun Hilarius, dann erzähl doch mal, wie du diese feinen jungen Herren kennengelernt hast...“


(es folgt eine Zusammenfassung der Erzählungen 1-8 inklusive Vorgeschichte. Hilarius hebt gerade an, von der fiesen Elfenpatrouille im Wald zu berichten, da strömt eine Horde kleiner Elfchen durch die Haustür in das Zimmer)


Hilarius springt von seinem Stuhl auf und wendet sich mit ausgebreiteten Armen in Richtung seiner Geschwister: „Ja grüüüüüßt euch, ihr Süßen! Oooh, ich hab euch sooo ver...“ Seine weiteren Worte gehen im überraschend wohlklingenden Geschrei aus zig kleinen Kinderkehlen unter, die sich um ihren großen Bruder drängen; ein Umhalsen und Herzen elfischen Ausmaßes beginnt. Es dauert lange, bis er sich wieder an den Tisch setzen kann. Auf Hilarius' langen Oberschenkeln finden jeweils mehrere kleine Elfchen Platz, und so geht die Geschichenterzählerei weiter. Am Abend lassen sich die kleinen Geschwister nur unter Begleitung ihres großen Bruders in ihre Schlafhalle bringen. Hilarius erzählt ihnen eine Gutenachtgeschichte und muss die Stimme kontraproduktiv richtig heben, um auch die außen liegenden zu erreichen. Schließlich entschlummert er inmitten seiner kleinen Brüder und Schwestern, die es ihm bald gleichtun.


Erhellendes Gespräch der Eltern mit Schnattus, Ginkgo und Ronft, Erläuterung der Pläne

Die zwei Halbenten sowie der -ork sitzen hingegen immer noch beim zarttrockenen Kuchen und Honigwabentee mit den stolzen Elfeneltern am Tisch und unterhalten sich. Diarhella fragt sie unermüdlich über Details ihrer Abenteuer aus und nach einigen Erzählungen wird den dreien klar, dass sie Hilarius' Involvierung in Kämpfe grundsätzlich unterschlagen sollten, da die spitzen Schreie der Mutter sonst kaum noch zu ertragen sind, zudem scheint sie stets davor zu stehen, in Ohnmacht zu fallen.

Constipatus richtet nach mindestens fünfhundert Fragen und Einwürfen seiner Frau schließlich das Wort an Ronft und Schnattus: „Nun...wann, glaubt ihr, seid ihr mit eurem Abenteuerzug durch die Lande denn fertig?“


Ronft und Schnattus schauen sich kurz an, dann beginnt Ronft zu erklären: „Nun, ich für meinen Teil weiß nicht, ob ich jemals 'fertig' sein will. Meine beiden Gefährten hier haben jedoch ein deutliches Ziel vor Augen. Trotz ihrer...schwierigen Herkunft möchte Schnattus, Ginkgos Ziehvater, für seinen Sohn nur die beste Zukunft. Ein Weg, dies zu erreichen, ist uns Dank des Königs Vorliebe für Helden, die zur Stabilisierung des Landes beitragen, gegeben – wenn wir uns bei genug Völkern in vielen verschiedenen Gegenden einen Namen als Verteidiger der Reiche machen oder vielleicht sogar einen der Legendären Schätze findet, so könnten wir zum König selbst vorgelassen und geehrt werden. Einmal so aufgestiegen und einem frühen Niederlassen in einem ansehnlichen Gehöft mit standesgemäßer, nein, sogar ÜBER-standesgemäßer Vermählung Ginkgos stünde nichts mehr im Wege.“ Ginkgo grinst so schief es sein Schnabel zulässt und errötet gleichzeitig leicht unter seinem Federkleid: „Ja aber...ich kämpfe auch gerne und erlebe was! Auf dem Meer, wo mein Vater zuhause ist, war mir das leider nicht möglich, weil...“ Die Scham, die das Ende seines Satzes begleitet ist deutlich genug, dass nicht einmal Diarhella weiter nachhakt. Eine seekranke Ente, wo gibt’s denn sowas!


Ronft: „Ich selbst bin der Sohn wohlhabender Bauern, aber so notwendig dieser Beruf ist war er mir schon immer zu langweilig... ich möchte unbedingt zum König vorgelassen werden, die Reiche verteidigen, Schätze finden und mir noch viel mehr Pferde und Waffen kaufen können! Wir haben noch so viel nicht entdeckt, wir haben sogar genug Tränke gefunden, um den Meeresgrund zu erforschen (Schnattus klirrt kurz mit seinem Transportsack, in dem sich Kiementrank an Kiementrank reibt), mit unserem Seefahrer hier könnten wir problemlos zu den Inseln segeln -“ nach Ginkgos Zusammenzucken korrigiert er „nun ja, fast problemlos zu den Inseln segeln, und dann gibt es noch die gefährlichsten Gegenden aller Reiche, zu denen von uns Halborks nur sehr wenige vorgedrungen sind – und diese Reihe möchte ich erweitern – die Wüste, die Schlucht, den Vulkan und den Sumpf!“ Die Augen des Araks funkeln und glänzen, von seiner Euphorie wird Diarhella zwar zuerst lächelnd angesteckt, doch als ihr klar wird, dass ihr Sohn mit seinen Waldläuferfähigkeiten ein fest eingeplanter Bestandteil von Ronfts Absichten ist, wird ihr kurz schwindelig. Constipatus schenkt ihr Tee nach und tätschelt ihr den Rücken.

Um sie zu beruhigen beginnt Ronft erneut und noch ausführlicher von ihren bereits erlebten Heldentaten bei den Halblingen und Zwergen zu berichten, deren Führer nun beide nur in den höchsten Tönen vom Schnattercorps sprechen. Dabei legt er Wert darauf, stets zu betonen, wie umsichtig er und seine Gefährten sich jeder Gefahr genähert hätten und nie ein Risiko eingegangen wären (*hüstel*).


Besonders die diplomatischen Auslassungen ihres Sohnes im Verlies unter der Zwergenstadt bringen die Gesichter der Elfeneltern zum strahlen. „Ich wusste doch, dass wir Recht hatten ihn so zu verst... also, dass wir ihn so behüt... also Constipatus, es war sehr gut, dass wir Hilarius nie haben mit anderen...“ Dreimal möchte Diarhella zu einem Satz voller Stolz ansetzen und dreimal wirkt sie gegen Ende, als ob sie sich verfahren hätte.

Ronft, gleichermaßen Abenteurer wie neugierig: „...dass Ihr Euren Sohn nie habt, ja...?“

Diarhella, leicht rosa im sonst so blassen Gesicht: „Nun, wir haben uns immer Mühe gegeben, Hilarius vor ...“ sie ringt nach Worten bis ihr Mann einspringt: „Wir haben ihn von vielem ferngehalten.“

Schnattus, unterschwellig knurrend: „Ja, vor allem von Keimen und Schmutz, nicht wahr? Deswegen ist er jetzt so...übervorsichtig.“

Constipatus: „Nun. Nicht nur. Das kam als Begründung seiner Mutter zwar sehr recht und das haben wir ihm auch immer gesagt aber...das war es nicht alleine.“ (vermutlich hat der Elf in seinem Leben noch nie so viele Worte an einem Stück gesagt, entsprechend schweigt er nun. Seine Frau übernimmt wieder, mit leicht gesenkter Stimme)

„Hilarius hat mir ja vorhin von euren Begegnungen mit anderen...Elfen erzählt und nun. Vielleicht habt ihr gemerkt, dass ER keinerlei Berührungsängste mit anderen Völkern hat. Das ist auch unser Ideal und das einiger weniger...viel zu weniger anderer unseres Volkes. Um ihn so offen aufwachsen zu lassen war es nötig, ihn vom durchschnittlichen Gesellschaftsleben unserer Stadt und ihren Fanatikern fernzuhalten. Dass er den Waldkindergarten und die Waldschule nicht besucht hat sondern von uns im Hause unterrichtet wurde war aber auch wegen der Ansteckungsgefahr sehr vorteilhaft! Ich hätte es sicherlich auch unter anderen Umständen genau so gemacht! Die Kleinen kommen ständig mit triefenden Nasen, keuchendem Husten oder Der Scheuen Flitze nach Hause. Gestern erst -“

Constipatus unterbricht: „Nun, nun. Als später Kind auf Kind folgte war die Abschottung nicht mehr möglich.“

Diarhella nickt eifrig und wirft ein: „Wir versuchen trotzdem einige Überzeugungen, die ihnen hier beigebracht werden, zu korrigieren. Es klappt ganz gut bis jetzt. Als wir nur das eine Kind hatten konnten wir uns natürlich intensiver um ihn kümmern und haben das auch getan!“

(Schnattus verzieht mit schmerzerfülltem Ausdruck das Gesicht)

„Aber nun nehmen wir den Tag wie er kommt und sind froh, wenn sie morgens vollzählig das Haus verlassen und abends vollzählig wieder da sind. … Und es ist gar nicht so schlecht. Mag sein, dass wir bei unserem Erstgeborenen vielleicht ein wenig übertrieben haben...“


Die fünf plaudern noch bis spät in die Nacht, wobei sich ausschweifende Ausschmückungen und Wiederholungen ihrer Kämpfe von Schnattus und Ronft, die sie, sobald die Elfenmutter große Augen kriegt, schnell wieder herunterspielen, witzige Einwürfe vom schweigsamen, aber pointierten Ginkgo und besondere Erwähnung Hilariusens großer Taten abwechseln.


Obwohl sie nur wenige Stunden schlafend in den komfortablen Ruhestätten des Elfenhauses verbringen, sind die drei, ebenso wie der endlich wieder entfluchte und ordentlich ausgeschlafene Hilarius bereits am nächsten Tag wieder so fit, dass sie ohne weitere Ruhepause auf Erkundungstour in die Stadt aufbrechen.

Durch das Gespräch mit den Eltern vorbereitet nehmen sich die beiden Halbenten und Ronft vor, auf keinerlei Provokation zu reagieren und böse Blicke zu ignorieren – gilt es doch, mit gutem Beispiel voranzugehen und sich auch unter dem Volk der Elfen einen legendären Namen zu verschaffen.




Kommentare 2

  • Scheue Flitze ist echt das Übelste -,-

    • Für Kinder mag das stimmen, aber wenn du dir als Erwachsener mal Das Ständige Gewieher einfängst wirst du um die Scheue Flitze BETTELN.