Die elfte Erzählung - lauwarme Begegnungen im Urwald, ein kurzer Trip in den Sumpf, eine Rückkehr, eine Übermacht und ein demoralisierter Halbork...

Im Urwald


Fast direkt an die nördliche Stadtgrenze anschließend wird der Baumwuchs dichter. Es ist kühler als im Wald und etwas feuchter. Zuerst will jedoch einige Tage lang gar nichts geschehen. Hier sollen Elfen verschollen sein?


  • Plötzlich erblicken nicht nur Hilarius' Elfenaugen eine Stadt hinter einem bewaldeten Felsen. Riesige Baumhäuser reihen sich in einem Talkessel aneinander, eingelassen in uralte Eichen. Trotz Ereignisarmut sind alle vier von der Wanderung der vergangenen Tage erschöpft und lassen sich für ein paar Tage in der Stadt – Laravar – nieder. Die Elfen hier sind eher scheu und zurückhaltend als feindlich, und am Ende ihres Aufenthalts bekommen sie vom Wirt der Gaststätte, in der sie die Nächte verbracht haben, sogar noch einen weiteren Holztalisman geschenkt.
  • Es talismant sehr! Nachdem die Gruppe auf ein seltsames Wesen, das Eigenschaften von Pferd, Schafsbock und Mensch zu vereinen scheint, getroffen ist, verteilt dieses großzügig Rubintalismane – da er selbst zwar eher musikalischen Gemüts ist und auf einer Bambusflöte spielt, aber trotzdem eine Vorliebe für Kämpfer zu haben scheint, bekommen Ronft und Schnattus jeweils einen dieser wertvollen Gegenstände. (Schnattus gilt, als Seefahrer, in Ereignissen auch als Kämpfer, daher haben er und Ronft die Talismane bekommen. Ich musste ein wenig umverteilen, da Ronft ja schon den Holztalisman hat und kein Held mehr als einen tragen darf. Also hat er seinen schnell Hilli gegeben und dann den Rubintalisman genommen.)
  • Am übernächsten Tag zeigen sich im Urwald endlich Wesen, die so etwas wie einer Gefahrenquelle wenigstens nahekommen. Trotz Hilarius Aufklärertätigkeiten stolpern die Helden mehr oder minder unverhofft im Unterholz über einen seltsamen Auswuchs der ultimorschen Natur. Ca. einen Meter große laufende Pilze/Pilzmenschen rotten sich zusammen und kesseln unsere Freunde ein. Es sind insgesamt 8 kämpfende Champignons, die missgelaunt auf unsere Vier einprügeln, dabei aber keine große Gefahr darstellen. Ronfts Freude über einen langersehnten Kampf wird von der mangelnden Herausforderung getrübt, und lustlos setzt er den letzten noch lebenden Laufmorcheln ein paar Schritte nach, als diese das Weite suchen.

    Als am Abend schweigend ein paar erlegte Hasen über dem Lagerfeuer gegrillt werden, schlägt Ronft vor, kurz die Grenze zum Sumpf zu übertreten und dort nach dem Rechten zu sehen, um Idiel überhaupt ein Erfolgserlebnis vortragen zu können. Da sie sich auf ihren Wanderungen dem Sumpf sowieso genähert haben, sind alle einverstanden, schnell dort ihr Glück zu versuchen.

  • Ihr wolltet einen Kampf? Ihr bekommt einen Kampf! So schnell kann es gehen. Hilarius hatte noch keine Zeit, seine Vermutungen über all die Krankheiten in Worte zufassen, die im brackigen, schlammigen, ungut riechenden Sumpfwasser (vor dem es fast kein Entkommen gibt, obwohl der Elf sein Bestes gibt, von Erdhügel zu Grasflächelchen zu hoppsen) wahrscheinlich vorkommen, da zerfetzt ein scheinbar vielstimmiges Kreischen die sonst nur vom monotonen Geblubber der Sumpfgase getragene Atmosphäre. Harpyienschreiähnlich fährt es den Helden durch Mark und Bein. Ein Schatten stürzt zwischen verrottenden Baumstämmen hervor und stürzt sich so schnell auf unsere Gruppe, das der vorne laufende Ronft nicht einmal Gelegenheit hat, seine Harpune zu ziehen. Nach etwas wildem Rumgehacke, das leider nur den Nahkampf erlaubt (hätte Hilli sich mal einen Schild gekauft...) hat auch Ronft sich gesammelt und alle vier können mit vereinten Kräften auf das Viech, was sich da so angriffslustig gibt, losgehen. Es hat Schuppen, Flügel, ist doppeltmannsgroß, zischt und teilt mit seinen Tatzen kräftig aus – eindeutig handelt es sich hier um eine kleinere Wyvernart. Da man sich gerade im Sumpf befindet, vermutlich eine Sumpfwyvern. Obwohl Hilarius auf seine Lieblingswaffe verzichten muss und dem geschuppten Ungetüm mit seinem ungeliebten Schwert zuleibe rücken muss, kommen die Helden mit ein paar Schrammen davon, während die Sumpfwyvern letztendlich das Weite sucht, um zu retten was zu retten ist.


Diese Abreibung war härter als erwartet. Und in den Sumpf sollten wir ja gar nicht. Was sagte Idiel? Um den URWALD ging es ihm. Was hilft es den Gylravarnern schon, wenn im Sumpf ordentlich aufgeräumt wird, solange es nahe der Stadt noch gefährlich ist. Außerdem wollten wir ja nur mal kurz gucken. Also geschwind zurück ins eigentliche Problemgebiet...


  • Diesmal geht es ohne jede Vorbereitung gleich zur Sache. Eine erholsame Nacht ist unseren Helden vergönnt, jedoch werden sie am nächsten Tag bereits in den frühen Morgenstunden von dem Getrippel von sage und schreibe 40 (vierzig!!) Beinen auf dem harten Urwaldboden überrascht. Es bietet sich ihnen ein Anblick, der sogar Ronft einen Schauer über den Rücken jagt. Schnattus' Miene versteinert sich, Hilarius schafft es gerade noch seinen Bogen anzusetzen und Ginkgo verliert fast die Fassung. 5 Waldgoblins sitzen auf großen Reitspinnen da und lassen sich durch den Urwald tragen, als seien sie dessen Könige. Die geballte Angriffskraft, die durch die Kämpfer und ihre schnellen und zähen Reittiere zustande kommt, führt zu einem erbitterten Kampf. Es sind einfach zu viele und zu starke Gegner. Die Goblins hacken mit Äxten von ihren erstaunlich behänden Tieren scheinbar aus allen Richtungen auf das Schnattercorps ein, während die Achtbeiner selbst gute Gelegenheiten nutzen, um mit ihren krallenbewehrten Vorderbeinchen zuzuschlagen. Es dauert nicht lange und Ronft erleidet eine empfindliche Verletzung an der Seite. Schnattus erleidet ebenfalls eine Verletzung. In der nächsten Kampfrunde stürzen unsere Vier wie ein Mann entschieden nach vorne, der Kampfesrausch ermöglicht es Ronft und Schnattus ihre blutenden Wunden zu ignorieren, doch sie können kaum Schaden verursachen. Zudem scheinen die Spinnen sich von eingesteckten Treffern überhaupt nicht beeindrucken zu lassen. Es sieht nicht gut aus. Obwohl Ronft, Schnattus und Hilarius Talismane zu Hilfe nehmen reichen die verstärkten Angriffe nicht aus, um etwas gegen die Übermacht auszurichten. Ronft verbraucht zusätzlich einen Heiltrank und einen Glückstrank. Es hilft nichts. Kurz bevor es um Ronft oder Schnattus geschehen sein sollte entscheiden sich alle vier für die Flucht. Fast gleichzeitig stoßen sie das vereinbarte Zeichen hervor und flitzen ab durch die Mitte. Glücklicherweise gehen die von johlenden Goblins auf die Flüchtenden abgesetzten Hiebe allesamt vorbei, eine weitere Verletzung würde Schnattus, der nur noch schief auf seinem kleinen Pony hängt, wohl nicht überleben. Ronft ist sich nicht sicher, ob das hämische Gelächter der eigentlich feigen und schwachen Gegner nicht tiefer schneidet, als die klaffende Wunde an seiner Seite.
  • Als hätten sie nicht genug erlitten nehmen die gemächlich trabenden und teilweise verletzten Helden plötzlich eine Art Sporenwolke war, die in der Luft hängt. Als sie sie bemerken ist es schon zu spät, und ihre betäubende Wirkung setzt ein. Dies ist für Schnattus und seine Schmerzen zwar erleichternd, sie führt aber zur Orientierungslosigkeit aller Beteiligten, die sich nur einige Momente später ganz woanders wiederfinden... (*würfel*) nämlich im Wald! Dort ist erst einmal Rasten angesagt, Hilarius errichtet umgehend einen Unterschlupf, sucht heilsame Kräuter und zückt sein Verbandszeug. Auf diesen Schock werden einige ruhige Tage folgen müssen...

Zurück im Wald


„Arrrrg! - HrrRRNG!! Oohhhhhhh!!“ Schnattus windet sich unter Hilarius geschickten Händen, die ihm jedoch nicht viel vom Schmerz nehmen können. Ein paar betäubende Blätter, die der Elf gefunden und auf die Wunde gebunden hat, brauchen ihre Zeit, bis die Wirkung einsetzt. Die Versorgung von Ronfts Wunde erweist sich, da dieser ja einen Heiltrank zu sich genommen hat, als nur noch kosmetisch. Wiederholt bieten Ginkgo und Ronft dem älteren Enterichmann einen Heiltrank an, der lehnt jedoch ab.

„Da braucht es schon etwas wilderes, um so einen Trank an mich zu verschwenden“ schnattert er zwischen Schmerzgestöhne hervor. Ronft fühlt sich plötzlich noch kleiner und hässlicher, als er es seit ihrer Flucht vor den Spinnenreitergoblins eh schon tut. Schnattus bemerkt das Zusammenzucken des Halborks und presst hervor: „Sowas wie Ronfts Verletzung zum Beispiel. Dagegen hab ich ja nur einen KratzHHEEEERRRRRR!“ Hilarius schaut ihn entschuldigend an. Ronft beruhigt dieser Zuspruch nur wenig.

„Es waren nur Goblins, NUR GOBLINS! Wie konnten sie uns so...was war los mit uns??“

Ginkgo, ähnlich enttäuscht aber nicht ganz so in seiner Ehre gekränkt wie der Halbork: „Ich versteh es auch nicht...“

Hilarius: „Vielleicht lag es an dem Fakt, dass jeder einzelne dieser „harmlosen Goblins“ auf einer der effizientesten Tötungsmaschinen, die die Wälder und Steppen Ultimors hervorbringen, gesessen hat, die sich noch dazu kräftig am Kampf beteiligt haben? König Idiel hat berichtet, dass mehrere Elfen aus diesem Gebiet nicht zurückgekehrt sind. Auch wenn wir niemals solche Kämpfer wie die Araks, die Oger oder die Halbcentauren hervorgebracht haben, so sind wir Elfen, besonders in Waldumgebungen, doch beileibe nicht wehrlos, wie ihr, ich hoffe, auch an meinem Beispiel bemerkt haben könnt.“ (Ronft ist zu aufgebracht um die Spitze in Hilarius Bemerkung wahrzunehmen) „Wir können eigentlich die meisten Kämpfe recht gut entweder vollständig vermeiden, gewinnen oder uns doch zu einem passenden Moment zurückziehen. Wenn gleich mehrere Elfen dort den Tod gefunden haben, so lässt dies auf eine deutlich erhöhte Gefahrenlage schließen. … Vielleicht sollten wir uns noch besser ausrüsten?“

Ronft starrt düster, Ginkgo abwesend ins Leere. Hilarius vollführt einige letzte Handgriffe und Schnattus linker Flügelarm ist dermaßen professionell bandagiert, geschient und gesichert, dass er kaum aufhören kann ihn testend hin und her zu bewegen. Zudem setzt die Wirkung der betäubenden Blätter langsam ein, was die Laune des Enterichs deutlich hebt.

„Hilarius hat recht. Ohne Schiff kann man nicht segeln gehen, ohne Angel nicht angeln und ohne Löffel keine Suppe ...auslöffeln. Ach ihr wisst was ich meine. Vielleicht haben wir uns einfach nicht gut genug vorbereitet auf ein solch gefährliches Unterfangen. Ja, wir haben uns einen Namen gemacht, bei den Zwergen und den Halblingen, aber das war auch nicht immer einfach und das waren deutlich friedlichere Gegenden! Lasst uns einen kurzen Abstecher in die Stadt machen, dazu müssen wir nur über den Fluss. Hier ist ein Brücke in der Nähe. Kurz davor machen wir vielleicht einen kleinen Umweg über die Marsch um die Gruppenmoral zu heben – dort hat uns noch nie etwas in die Flucht geschlagen :D“

Ronfts Gehirn speichert die Wort seiner Kameraden für später eher passiv und nur aus Höflichkeit ab – im Moment ist der stolze Arak für keinen Trost empfänglich. Nur mit Mühe kann Hilarius ihn davon abhalten, einen „Spaziergang“ alleine im Wald zu unternehmen. Es wird gegessen, geschlafen und noch ein paar Tage geruht, bis alle Verletzungen und Wunden keine Probleme mehr verursachen. Ronft beginnt langsam, die Trostworte zu verarbeiten und sie anzunehmen. Diese grässlichen schwarzen Spinnen waren auch wirklich gigantisch und stark und FÜNF an der Zahl...eine wäre ja wahrscheinlich kein Problem gewesen, zwei oder drei auch nicht, aber FÜNF, noch dazu mit Goblins auf dem Buckel, da sollte sich keine Heldengruppe schämen müssen...