Die zwölfte Erzählung - Skelette, Obstpasteten, Verrat und magische Waffen

Im Wald


  • Kurz bevor unser Corps des Schnatterns den Wald in Richtung Traumburg über den Fluss verlässt, fällt Hilarius zwischen den Wurzeln einer riesigen Eiche etwas auf. Ein Loch stellt sich als Höhleneingang heraus, der problemlos zu betreten ist. Wurde auf dieser Lichtung nicht vor Jahrhunderten eine der wenigen intervolkischen Schlachten Ultimors ausgefochten, als es zwischen dem damaligen König der Menschen, Simon Leugfrisch vom Hartenfels, und dem damaligen König der Elfen, bereits Idiel, zu einem Missverständnis bezüglich einer Obstpastete kam?! Bevor der fünfte Bote, der in seinem Schreiben die Klärung des Zwists transportierte, seine wertvolle Fracht überbringen konnte, hatten sich die Schwerter erhoben und bereits Opfer verzeichnet. Dieser Umstand scheint Hilarius jedoch zu unbedeutend und für seine Gefährten, die sich schon geschlossen in der Höhle befinden, in diesem Moment auch zu uninteressant, um ihn zu erwähnen.

    Nach nur wenigen Schritten schreit Ginkgo laut auf. Mit einem „Vorsicht!“ reißt er Ronfts Kopf unsanft nach unten. „Aua! Was -“ Zeitgleich können sie ein scharfes, lautes Sirren gefolgt von einem stumpfen Fummp vernehmen. Erneut hat der schlaue Halberpel sein Fallenkundewissen einsetzen können, um seine Freunde zu beschützen. „Puh, danke Ginkgo...der wäre genau in meinen Kopf gelandet O.o“ keucht Ronft heraus und muss sich kurz sammeln. Nach ein wenig nervösem Gelächter entschließen sich alle, vorsichtig weiterzugehen. Der Gang erweitert sich in eine große unterirdische Halle, deren Boden von Überresten der Gefallenen der Obstpastetenschlacht übersät ist. Respektvoll versuchen die Vier, auf keine Knochen zu treten, und steigen mit Storchenschritten voran. In der Mitte der Halle scheint sich ein Steinsarg zu befinden, aber sicher, was das Gebilde tatsächlich darstellt, sind sich unsere Helden aus dieser Entfernung noch nicht. Ihre Überlegungen, während sie sich dem steinernen Möbel nähern, werden jäh unterbrochen, als irgendwie Bewegung in die Skelette zu kommen scheint. Klappernd und knarzend richten sich vier der Skelette auf, die Schwerter ihres letzten Kampfes erneut fest in der Hand.

    Diese gruselige Angelegenheit lässt allen Vieren zwar Schauer über den Rücken laufen, stellt aber keine wirkliche Gefahr dar. Mit wenigen entschiedenen Hieben liegen die Knochen wieder so harmlos auf dem Boden, wie zuvor – nur etwas kerbiger.


    Nach einer Verschnaufpause wird weiter in Richtung Mitte der Halle geschritten und tatsächlich – das Steingebilde scheint ein Sarg zu sein. Ganz sicher sind sich unsere Freunde jedoch nicht und die Neugier überwindet jede Pietät – gemeinsam wird der Deckel des Steinrechtecks angehoben. Kaum ist der Spalt zwischen Objekt und Deckel breiter als eine Unterarmlänge, da fährt mit lautem Gejaule ein Wesen aus dem eindeutigen SARG heraus und stürzt sich auf unsere Grabschänder. Schnell erkennt Hilarius die halbdurchsichtige Erscheinung als Avriel, den ehemaligen General Idiels. Wie sich später herausstellte, war das Missverständnis von ihm inszeniert worden, da der Elfengeneral die friedlichen Zeiten zwischen Elfen, Zwergen, Menschen und Araks leidgeworden war und einen ordentlichen Krieg, der ihm Macht, Einfluss und Ansehen seines Volkes und Furcht und Respekt seiner Feinde einbringen sollte, zu provozieren gedachte. Ironischerweise gehörte er mit zu den ersten „Opfern“ der Obstpastetenschlacht, da er im Freudentaumel über den bewaffneten Konflikt unvorsichtig geworden war.

    Diese für den Kampf auch ganz irrelevanten Informationen gibt Hilarius noch nicht von sich, denn zuerst ist der Griff zur Waffe angesagt. Alle vier müssen aufgrund der Begebenheiten zu ihren Nahkampfwaffen greifen, und suchen nach einer Gelegenheit zur Attacke. Zuerst kann Ginkgo mit seiner kleinen aber mächtigen Handaxt einen Treffer landen, fast gleichzeitig dringt Hilarius' Schwert in die Seite des Elfengenerals. Zum Entsetzen aller flutschen die Waffen durch die Erscheinung jedoch hindurch ohne jedweden Schaden zu verursachen. Mit weitaufgerissenen Augen setzen beide nach und auch Schnattus und Ronft suchen eine Möglichkeit, anzugreifen, ohne ihre Freunde in Gefahr zu bringen. Erneut wuschen die Waffen ohne jede Resistenz durch den „Körper“ Avriels. Erst als unmittelbar danach Ronfts Waffe auf ihn trifft, reagiert der General so, wie jeder es sich erhoffte und auch Ronft spürt deutlich den Widerstand seines Gegners. Nachdem auch Schnattus nichts auszurichten scheint ziehen sich die drei zurück und überlassen wohl oder übel ihrem Halborkenfreund den Kampf. Dieser schlägt sich, befeuert von der Erinnerung an die Niederlage gegen die Goblins, sehr gut. Zweimal klirren die beiden Waffen der Kontrahenten aufeinander, dann bricht der Arak durch, zerfetzt mit einem wuchtigen Schlag seiner Harpune das, was diese Erscheinung auch immer darstellen mag, und mit einem erneuten Jaulen und Zischen verpufft Avriel, und ward nicht mehr gesehen... In seinem Sarg finden die nun hemmungsfreien Grabräuber 200 Gold und einen Schatz (Die Chronistin bittet um Verzeihung, da die Aufzeichnungen hier unvollständig sind. Erfahrungsgemäß handelte es sich jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Kiementrank...).


    „Was war das???“ fragt Ronft noch auf dem Weg aus der Höhle hinaus, fast zeitgleich mit dem aufgeregten Ginkgo. Auch Schnattus schaltet sich ein: „Wir konnten dieses Ding nicht verwunden, es tut mir leid, Junge! Keine unserer Waffen, außer deiner Harpune, hat irgend etwas ausrichten können, daher war es sicherer, dir Raum und Platz zum Kampf zu geben.“ „Jaja, das hab ich gemerkt, aber WAS WAR DAS?!? Warum habe nur ICH ihn verwunden können??? Ist das – könnte das“ Der Halbork richtet sich ein wenig auf und klingt sehr plötzlich sehr stolz: „Könnte dies einer dieser Fälle sein, die in den Heldenliedern oft besungen werden, wenn nur ein einziger besonderer Held eine Tat vollführen kann, obwohl viele es versuchen, aber nur ER schafft es, zu“ - „Darf ich kurz unterbrechen, werter Freund?“ Alle schauen in Richtung Hilarius', Ronft nickt eifrig. „Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist deine Harpune unsere einzige magische Waffe. Einige Wesen Ultimors zeigen sich gewöhnlichem Stahl und Eisen gegenüber unempfindlich, reagieren jedoch auf magische Waffen wie gewöhnliche Schurken – mit dem Tod, mhm mhm.“ Sein selbstgefälliges Lachen über diese Pointe begleitet der Elf mit beifallheischenden Blicken in die Runde. Weder der ernüchterte Ronft noch die beiden Entenmänner sind jedoch in Scherzlaune. Säuerlich erklärt Hilarius weiter, dass sich ihr Ausflug in die Stadt auch dazu eignen könnte, sämtliche Waffen mit Magie versehen zu lassen, sodass sich im Weiteren Ronft nie wieder alleine im Kampf mit einem Gegner wiederfinden muss...der Vorschlag wird einstimmig angenommen und Dank des gefundenen Goldes sind zwei Vermagisierungen bereits bezahlt. Für eine weitere findet sich ebenfalls noch locker genug Gold in der Heldenkasse. Ab, über Abendheim, nach Traumburg!

Logischerweise – erstmal in die Marsch; dann Abendheim; dann Traumburg

In Ronft brodelt es seit der Niederlage gegen die Spinnenreitergoblins immer noch und unterschwellig wollen sie ALLE sich selbst und allen Fieslingen dieses Landstrichs doch noch etwas beweisen. Der Vorschlag, einen kurzen Ausflug in die Marsch zu unternehmen, kommt irgendwie auf, ohne dass der Urheber genau bestimmt werden könnte, und so wird in der Marsch, nach einigem Herumstromern, folgenden Monstern der Garaus gemacht:

  • Das hätte ins Auge gehen können! Erneut werden unsere Helden von einem Wesen – einem Nebeling – angegriffen, das nur auf Ronfts Waffe, um Hilarius zu zitieren, „mit dem Tod“ reagiert. Dies allerdings dann doch recht schnell.
  • Der nächste Opponent ist wieder ein Spaß für die ganze Familie – Hilarius' Bogen, Schnattus Schwert und Ginkgos Axt verletzen eine seltsame, sehr große Drachenschnecke ebenso, wie Ronfts magische Harpune. Obwohl sie sehr widerstandsfähig ist (RW 3, dank Ronfts Kampfkünsten [Panzerstich] um 2 reduziert) und selbst ordentlich austeilt, ist ihr Ende brutal und entschieden.

Mit hocherhobenen Häuptern, und nicht, was vor einigen Tagen noch der Fall gewesen wäre, wie getretene Hunde, schreiten unsere Helden im Dorf Abendheim ein.

  • Zuerst verdienen wir uns mit etwas Arbeit satte 8 Gold.
  • In der ersten Nacht wird Hilarius von einem Skelett angegriffen – keiner weiß, woher es kommt, wohin es will oder warum es auf den armen Elfen losgeht, aber dieser weiß sich seiner Haut wohl zu wehren. Am nächsten Morgen überreicht ihm ein Gesandter des Bürgermeisters 10 Gold für die Beseitigung dieses Monsters.


Nun marschieren wir aber endgültig in Traumburg ein und suchen gleich nach dem renommiertesten Schmied, der eine magische Zusatzqualifizierung aufweisen kann.


  • Beim Schmied können wir trotz Ginkgos Verhandlungsgeschick leider nicht genug Gold einsparen, um wirklich alle Waffen magisch machen zu lassen. Außer Ronft hat jeder unserer Helden nur eine magische Waffe und muss in einem Kampf, der nur eine Art der Attacke (Fern- oder Nahkampf) zulässt, darauf hoffen, dass die „richtige“ Art erlaubt ist... Schnattus verfügt nun über ein magisches Silberschwertchen, Ginkgo über einen magischen Kurzbogen und Hilarius über einen magischen, meisterlichen Silberbogen.
  • Kaum mit den neuen Waffen ausgerüstet und etwas aufgekratzt, ob der neuen Errungenschaften, fällt unseren Helden ein Aushang am Marktplatz auf. Dem König Ultimors ist scheinbar nach einem magischen Schatz zumute. Wahrscheinlich gibt es einen solchen in den Klosterruinen in den Feldern. Als Belohnung winken 50 Gold (und 2 Ruhm). Mit dieser erneuten Finanzspritze und dem, was man hoffentlich weiterhin in der Ruine findet, könnten vielleicht restlos alle Waffen magisch gemacht werden... Selbstverständlich nehmen wir den Auftrag an, werden mit einer Karte ausgerüstet, die uns schnurstracks den Weg zum verlassenen Kloster zeigt und ziehen noch am Nachmittag in die Felder!