Die fünfzehnte Erzählung - Orks, Skelette, Praeludium...

Dorf Abendheim

  • Gemächlich trottet die Gruppe, mit einem fast wieder völlig hergestellten fliegenden Pferd mehr im Gepäck, nach Abendheim. So langsam soll es in den Urwald gehen. In Abendheim verdient man sich ein paar Kröten durch schnöde, körperliche Arbeit hinzu.
  • Man will das Dörflein gerade verlassen, da erspähen vier Augenpaare eine verfallene Kapelle am Rande des bebauten Gebietes.
    Ginkgo spricht aus, was jedem seiner Freunde im Kopf herumgeht: „Kommt, lasst uns doch mal schauen, ob wir hier nicht eine etwas fettere Ausbeute machen, als in der Klosterruine. Wenn wir hier einen Magischen Schatz finden könnten wir vielleicht DEN dem König bringen?“
    Schnattus lacht schnatternd auf: „Nun, wir müssen ja nicht gleich den Regenten des Reichs belügen. Er wollte ausdrücklich ein Mitbringsel aus diesem verlassenen Kloster in den Feldern. Es wird ihm schon jemand anderes seinen Schatz bringen...aber ich will auch gerne rein! Ronft, was sagst du?“ Schnattus schaut nach dem Halbork und muss seinen Blick eine ganze Weile hin- und herschwenken lassen, da Ronft Schattenschrei bereits angebunden und halb in der verfallenen Kapelle verschwunden ist. Der Junge hat Feuer!


    Und einen gehören Mangel an Pietät. Während Hilarius hektisch Binkie in der Mitte der anderen Reittiere vertäut – mögen sie ihn mit ihrem Leben verteidigen!! - beginnt Ronft in verrottenden Schriften zu wühlen, schaut hinter jede Bank und hebt schließlich sogar die Altarplatte an. Ein kehlig-juchzender Aufschrei hallt durch die alten Gemäuer und Ronft winkt seine etwas peinlich berührt stehengebliebenen Kollegen zu sich heran. Rostige Steigeisen führen die Abenteurer in ein glitschiges, feuchtes Gängesystem hinab, das unmöglich vollständig untersucht werden kann. Abzweigung um Abzweigung geht es im Stockwerk unter der Oberfläche weiter, sodass wir einfach aufs Geratewohl losstolpern...

  • Es geht gleich zur Sache. Unseren vier Freunden nähern sich vier Feinde. Mit Äxten bewaffnete Orks stürmen aus irgendeinem Nebenraum der unterirdischen Katakomben von der Seite auf das Schnattercorps zu. Sie schnaufen unter ihren Rüstungen, denn sie sind ausnehmend gut gepanzert. (RW 4!) Scheinbar behindern sie die schweren, gestärkten Lederplacken mit Eisenkettchenverbindungen gewaltig. Für das Tamtam, das sie veranstalten und die selbstsicher geschwungenen Äxte scheint es keinen Grund zu geben! VERNICHTEND schlagen unsere vier Helden die räudige Bande, nachdem sie nur wenige Sekunden darauf verwendet haben, den richtigen Moment zur Attacke zu nutzen. Der richtige Moment zur Attacke hat sich als „nach jedem Axthieb“ herausgestellt, da danach regelmäßig Zeitfenster von mehreren Augenblicken vorhanden waren, in denen die Orks komplett hilflos erschienen. Unsere vier jungen Recken mussten nicht einmal parieren, ein eleganter Hoppser zur Seite reichte jeweils aus, um die behäbigen Angriffe ins Nichts gehen zu lassen. Hilarius, schlank wie ein Aal, Schnattus und Ginkgo, ranke, nur leicht bürzelbetonte Recken, und Ronft, der als „muskulös“ noch am meisten Raum einnehmende Kämpfer der Truppe, haben keinerlei Probleme, mit präzisen Stichen und Hieben dem Gejohle ihrer Gegner schnell ein Ende zu setzen. Wieder ist da dieses unbefriedigte Gefühl bei Ronft... Ein wenig werden wir jedoch über etwaige Heldengriesgrämigkeit hinweggetröstet, da die Beute ganze 100 Gold, sowie eine magische Meisterzweihandaxt bedeutet (Juhu, noch eine magische Waffe! Und Attacke +3, endlich kann Hilli was reißen im Nahkampf! Außerdem 3 Ruhm!).
  • Noch etwas schnaufend, aber bei weitem nicht so angestrengt, wie die Orks bereits vor ihrer ersten Attacke waren, geht es weiter. Ginkgo und Ronft wiederholen routiniert und wenig begeistert ihre Taktik und beglückwünschen sich gegenseitig lahm zu dem besonnenen Auftreten. So schwer bepackte Gegner erstmal ins Nichts rennen zu lassen war genau die richtige Herangehensweise. Plötzlich wird Ginkgo langsamer und scheint immer wieder an Ronft vorbeizuschauen, während er die Augen zusammenkneift. Nach einer Weile gibt er dem Rest der Bande zu bedeuten, innezuhalten, und nähert sich der linken Mauerwand. Dort tastet er herum und klopft mit dem Schnabel immer wieder ans Gestein. Verwirrt sehen sich Ronft und Schnattus an. Als sich das Geklopfe plötzlich sehr anders anhört, fahren ihre Blicke rasch zum jungen Halberpel. „Ich dachte mir doch sowas, schaut mal – das ist altes Holz, kein Stein!“ Tatsache. Ginkgo hat eine gut versteckte Tür entdeckt, die sich ohne Probleme öffnen lässt. Dahinter findet sich wohl eine Art Studierzimmer. Nutzlose Bücher und leere Schriftrollen liegen herum, allerdings auch eine Zauberspruchrolle (Stärke), ein Heiltrank und ein „Bolzen der Härte“ (Hilarius hat zwar eine Meisterarmbrust im Gepäck, die ist jedoch niemandes Lieblingswaffe und im spontanen Kampf nicht griffbereit...nun ja, für einen Feind, an den man sich heranschleichen kann, wird der Bolzen der Härte sicherlich sinnigen Einsatz finden!). Mit gut gefüllten Rucksäcken entdecken unsere Helden nur wenige Schritte später den Ausgang und verlassen das unterirdische Verlies durch eine schwere Eichenholztür.


Wald

  • Hilarius und auch seine Freunde haben den Waldelfenpatrouillenschock schon vergessen und bahnen sich am nächsten Tag ohne negative Antizipationen ihren Weg in Richtung Wald und hoffentlich bald hindurch. Zur abendlichen Routine des Elfen ist nun, nach dem Erjagen der Fleischkomponente und dem Untersuchen des eigenen Körpers auf Unregelmäßigkeiten mit seinem Silberspiegelchen, die ausführliche Pflege Binkies und ein kleiner Ausflug auf dessen Rücken gekommen. Zuerst nur erweiterte Hopser ermöglichend, haben sich seine geschundenen Flügel bald ausreichend erholt.
  • Eines Nachts werden sowohl Schattenschrei als auch Binkie unruhig, während Pony und Esel erstmal weiter schlummern. Die mit ihren Reittieren sehr verbundenen Ronft und Hilarius sind sofort wach und können dank des Mondenscheins drei schlurfende, sehr sehr, SEHR dünne Gestalten wahrnehmen, die sich ihnen in eindeutig übler Absicht nähern (etwas anderes hätten wandelnde Skelette noch nie gehabt). Schnell werden die in Schlafposition halb sitzenden, halb liegenden Halberpel geweckt und trotz Müdigkeit ist es uns ein leichtes, die Knochenmänner erneut schlafen zu legen. Wenn man sich ihren Zustand so ansieht, wohl für längere Zeit. Einen Elfenschild können wir zudem erbeuten, der in Gylravar sicherlich gutes Gold bringt. Doch bevor wir uns DAHIN zurückwagen gilt es noch etwas zu erledigen...
    Auf in den Urwald und hoffentlich endlich Idiels Bitte entsprochen! Jetzt ist Heldenzeit!! Sieg oder Tod!!!

from childhood's hour I have not been / as others were, I have not seen

as others saw, I could not bring / my passions from a common spring


from the same source I have not taken / my sorrow, I could not awaken my heart

to joy at the same tone / and all I lov'd, I lov'd alone