Grundlagenwissen

Wissta Bescheid!


Jetzt, wo ich die Welt schonmal davon in Kenntnis gesetzt habe, dass es da einen neuen Stern am Horizont gibt, dem meine gesamte Aufmerksamkeit gebührt, will ich euch das System natürlich auch selbst vorstellen:


Rangers of Shadow Deep (RoSD) ist ein Tabletop-Rollenspiel-Hybrid und meines Wissens nach eines der ersten echten! Solo-Tabletops (gibt da bei Frostgrave und Malifaux einzelne Szenariose, die auch solo gehen). Dieses jenes welches ist aber direkt als Solospiel konzipiert. Mein Dank sei dir gewiss Joseph McCullough! Es basiert wie gesagt auf Frostgrave und auch da war die KI der Monster schon relativ nahe an einem solotauglichem Spiel dran. Es fehlten lediglich die Missionen und etwas Feintuning. Dem hat sich der werte Herrr McCullough nun gewidmet.


Wie in einem RPG muss man sich erstmal einen Helden mit verschiedenen Stats und Skills erstellen. Stats sind Bewegung, Kampfstärke, Schießen usw. Des weiteren gibt es dann solche bekannten Skills wie Runenlesen, Spurenlesen, die Fähigkeit Schlösser zu knacken ... ach und diverse Totmachwerkzeuge gibt's natürlich auch noch, mit denen man seinen Chef ausstatten kann. Und Zaubersprüche. Und Heldenfähigkeiten.



Weil einer allein nicht ganz so der Held sein kann, bekommt man Companions an die Seite gestellt. Die sind unterschiedlich ausgerichtet (Fernkämpfer, Tanks, Nahkämpfer, Hunde ...), aber bei weitem nicht so geile Macker wie dein Ranger (wer das generische Femininum zu "Macker" kennt, möge es in die Kommentare schreiben, wir werden es noch brauchen).



Das Kampagnenspiel ist unterteilt in einzelne Szenarien. Man baut das Szenario auf, dann gibt es sehr wahrscheinlich irgendwelche Marker (nein nicht Macker) in Gelände xy. Sagen wir mal "Schatzmarker in Haus 3". Dann gibt es Gegner (Spinnen, Ratten, Zombies und alles, was das Herz begehrt), ein Event-Table (ein Kartenstapel aus stinknormalen Spielkarten mit "Bedeutung") und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch irgendein Missionsziel: "Sammel 3 Zivilisten ein und rette sie aus dem Dorf". Sämtliche Missionsziele frei erfunden, ich will ja nix vorwegnehmen.


Rundenablauf:


- Rangerphase (hier hat man 2 Aktionen zur Verfügung, wovon mindestens eine eine Bewegung sein muss; der Rest ist kämpfen, schießen, zaubern usw.)


Man aktiviere seinen Chefranger plus optional bis zu 2 Companeros, die irgendwie innerhalb von 3" zu deinem Ranger stehen. Entweder normal, dann machen die ihre 2 Aktivierungen artig einer nach dem anderen (Bewegen und Aktion oder Aktion und Bewegung oder ganz ausgefallen: Bewegung und Bewegung) ODER du machst ne Gruppenaktivierung: dann musst du zwar zuerst alle bewegen, kannst dann aber in beliebiger anderer Reihenfolge hauen, stechen, meucheln. Letzteres ist quasi meine Lieblingsaktivierungsform.


- Monsterphase:


Ja die können das auch (also die 2 Aktionen). Nur fehlt denen das Hirn. Also baut man sich eine hübsche IF-THEN-Anweisung:


-Ist das Monster im Nahkampf? Dann Draufhauen! Ansonsten ...

-Ist das Monster nicht im Nahkampf, hat aber Sichtlinie zu unseren wackeren Helden? Dann Schießen oder auf unsere Helden zu bewegen. Ansonsten ...

-Ist das Monster weder im Nahkampf noch hat Sichtlinie? Hat das Szenario wenigstens einen Zielmarker? Wenn ja, dann auf Zielmarker zubewegen und alle Schritte wiederholen. Wenn Nein, dann Autor für das mistige Szenario verdammen, Richtungswürfel werfen, Monster bewegen und das ganze Prozedere von vorne.


- Companionphase:


Die dürfen jetzt auch mal draufkloppen


- Eventphase:


Man ziehe eine Karte vom Kartenstapel und gucke was passiert. Es werden gar schrrrrööööckliche Dinge ... wusstet ihr eigentlich, was es für krasse Kartenspiele gibt?



Krasse Kartenspiele



Nicht so krasses Kartenspiel, geht aber auch



Kampf:


Das Kampfsystem ist relativ simpel und funktioniert für Nah- und Fernkampf ziemlich gleich. Man werfe einen W20, addiere seinen Stat (Fight or Shoot) und Boni durch Waffen etc. pp. und bestimme den Gewinner. Auf den Combat Score (Achtung ich denglische nur aus Unwissenheit), also das letzte Ergebnis, kommen dann Modifier für Schaden. Und dann muss der arme Verlierer davon seinen Rüstungswert abziehen. Und was dann über bleibt, bekommt der als Schaden reingehauen. Wenn denn was über bleibt. That's it


Dieses einfache System hat zwar den Vorteil, dass es relativ einfach zu überschauen ist, aber leider eben auch einen ganz gewaltigen Nachteil: letztendlich bestimmt ein W20 (mehr oder weniger) über Sieg und Niederlage. Damit sollte man klarkommen, wenn man Frostgrave und/oder Rangers of Shadow Deep spielen möchte. Akzeptiere es oder lass es!




Das Ende vom Lied:


So im Großen und Ganzen war es das. Es gibt natürlich noch jede Menge Details, wie zum Beispiel das Sammeln von Erfahrungspunkten und Schätzen, die Möglichkeit, seine Helden im Laufe der Kampagne aufzuleveln. Oder Boni und Mali durch Gelände und/oder Ausrüstung. Solche Sachen. Aber ich will euch hier nicht mit Details nerven. Wir halten also fest:


Rangers of Shadow Deep ist ein einfaches System, dass sich relativ gut proxen (ersetzen der physischen Charaktere, Gelände und Gegenstände durch ... äh ... irgendwas; Münzen, Pappschachteln, Mensch-ärger-dich-nicht-Figuren, Gummibärchen ...) lässt und damit EIGENTLICH ein günstiges System wäre, wenn man nicht so wie ich ... ihr wisst schon. Alles was man EIGENTLICH wirklich braucht, ist ein W20, ein Maßband, ein Kartenspiel und das Regelbuch. Aber was erzähle ich ...


Was man wirklich braucht



Proxen für Anfänger


Kleine Anekdote am Rande: Nichtmal der Companion "Arcanist" kann zaubern. Zumindest nicht in der Grundversion (ich meine, dass man das später in der Kampagne durch Aufleveln doch kann, da müsste ich aber nochmal nachschauen). Fand selbst ich schon arg hart in nem Spiel, das ursprünglich auf "Magie wirken" aufgebaut war/ist. Überhaupt kann da nämlich niemand zaubern, außer dem Power Ranger selbst. Deswegen musste ich meine kleine Mackerin, die ursprünglich Fallensteller werden sollte, auch etwas umbauen. Und wenn ich was in einem Spiel niemals nicht freiwillig spiele, ist das der Magier. Auch wenn das meistens die Mächtigsten aller Mächtigen sind ... mir liegen doch eher Schurken und Barbaren :whistling:


edit: was wäre ich nur ohne Mutter


Es gibt tatsächlich einen Heini, der zaubern kann. Toll! Nu kann ich meinen Rangerbogen und meine Companions nochmal komplett umbauen, aber wat mut, dat mut! Niemals freiwillig den Magier spielen!!! Deswegen bitte ich um etwas Geduld, bis zum nächsten Teil.


Das da war mir durch die Lappen gegangen

Kommentare 10

  • Mich würde ein Spielbericht interessieren. Wenn Joan of Arc kommt (und das ist ja bald der Fall) hätte ich auch gute Minis für quasi alles daheim. Aktuell schreckt mich der Preis des Regelwerkes noch ein wenig ab, dafür dass es im Prinzip nur ein D20-System ist.

    • PDF kostet 20$


      Spielbericht kommt, aber gemach, gemach. Erstmal muss ich jetzt alle Ranger und Companions neu zusammenbauen (s.o.). Und am WE bin ich auf Seminar. Kann also noch etwas dauern. Außerdem warte ich noch auf die dt. Übersetzung, damit mir solche Fehler wie mit dem Conjuror nicht passieren


      Die Idee hatte Tom übrigens auch schon mit Joan of Arc ;-)

    • Die kommt ja von ihm ;)

  • "Nichtmal der Companion "Arcanist" kann zaubern."

    Der Arcanist is ja auch bloß eine Art Bibliothekar.


    "Überhaupt kann da nämlich niemand zaubern, außer dem Power Ranger selbst."

    #fakenews

    Dafür gibt es doch den Conjuror, dem kannste bis zu drei Sprüche mitgeben, die der dann auch zaubern kann. Du solltest mal lieber das Regelbuch genauer studieren, statt hier unterhaltsame* Batman-Bilder zu machen! ;)


    * Der Part ist dir bisher aber übrigens hervorragend gelunden.

    • Boah du bist ein Gott, Tatsache ^^


      Danke Mutter, jetzt darf ich alles nochmal umschreiben *lol*. Dass der in seinen Fähigkeiten Spells hat, hab ich echt übersehen


      Werde ich gleich ändern, Danke!!!


      edit: das wär mir mit deutschem Regelbuch nicht passiert! Kann ja keiner ahnen, dass Conjuror Zauberer heißt *maul

    • Ja, die Namen finde ich teilweise etwas merkwürdig. Dass der Arcanist nicht zaubern kann, fand ich z.B. auch komisch.
      Auch dass der Barbarian mit 'nem Schild rumläuft, dafür der Savage aber der herkömmliche Conan-Barbar ist, fand ich nicht sofort eingängig. Gewöhnt man sich aber bestimmt schnell dran ...


      Die deutsche Version ist ja offenbar in Arbeit, sollte auch schon im November kommen, hat sich aber ganz offenbar verzögert.

    • die sollte im Februar kommen


      Laut Autor ist auch alles fertig. Müsste bald kommen.

    • Jetzt stell' mal endlich deine Truppe vor. Ich will wissen, mit was du so losziehst ... :)
      Skills, Companions, etc.

    • Das hätte ich jetzt gemacht, wenn mir der Conjuror nicht mit seinen Spells durch die Lappen gegangen wäre. Ich spiele NIEMALS den Zauberer!


      Und aktuell ist mein Ranger der Zauberer. Ich muss wirklich alles umschreiben, sorry