Arche Nova

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In ARCHE NOVA plant und errichtet ihr einen modernen, wissenschaftlich geführten Zoo. Ihr legt Gehege an, beheimatet Tiere und unterstützt weltweit Artenschutzprojekte, um den erfolgreichsten Zoo aufzubauen. Spezialisten und besondere Bauwerke helfen euch dabei, dieses Ziel zu erreichen.


Kern des Spiels sind rund 250 Karten mit Tieren, Spezialisten, Sondergehegen und Artenschutzprojekten, jede mit einer besonderen Fähigkeit.
Mit ihnen steigert ihr die Attraktion und den akademischen Ruf eures Zoos und sammelt Artenschutzpunkte. Für die Umsetzung eurer Pläne habt ihr alle je ein Set an Aktionskarten, mit dem ihr euren Spielverlauf steuert.


BGG: Ark Nova | Board Game | BoardGameGeek

  • Dee -

    Eines der vorab am meisten erwarteten Spiele der SPIEL'21 war „Arche Nova“. Ein Zoo aus Plättchen bauen und darin Tiere ansiedeln klingt nicht allzu spektakulär oder gar neu, die Mechanik beziehungsweise die Verzahnung verschiedener Mechanismen ist aber das, was „Arche Nova“ glänzen lässt.


    Alle Spielerinnen bauen in „Arche Nova“ einen Zoo auf. Dabei ist es nicht nur wichtig, attraktive Tiere zu präsentieren, um Besucher anzulocken, sondern auch viel für den Artenschutz zu tun, denn nur auf die Art kann ich gewinnen. Für das Spiel stehen mir fünf Aktionen zur Verfügung, die durch fünf Karten in fünf nummerierten Plätzen repräsentiert werden. Wenn ich eine Aktion ausführen möchte, hat die Karte eine bestimmte Stärke, je nachdem, an welchem Platz sie liegt. Nach der Nutzung schiebe ich sie wieder nach vorne auf den ersten, schwächsten Platz. Das Prinzip ist nicht neu, aber dennoch spannend, auch wenn natürlich sehr oft die Wahl auf die Aktionen mit der Stärke 3, 4 oder 5 fällt. Es kann aber spielentscheidend sein, eine schwächere Aktion zum richtigen Zeitpunkt auszuführen.


    Eine der Aktionen erlaubt mir meinen Zoo mit weiteren Gehegen zu vergrößern. Die Gehege kommen mit 1 bis 5 Hex-Feldern daher und müssen entsprechend auf mein Zoo-Tableau eingebaut werden. Mit einer anderen Aktionskarte kann ich dann ein Tier in einem der Gehege ansiedeln, dessen Karte ich zuvor mit einer weiteren Aktion auf die Hand genommen habe. Für das Ausspielen bringt jede Tierkarte einige Voraussetzungen mit: Neben der Gehegegröße können das auch benachbarte Stein- oder Wasserfelder sein. Aber auch Anforderung an befreundete Zoos anderer Kontinente oder andere Tiere im Zoo sind möglich. Eine ausgespielte Tierkarte bringt mir neben der Attraktivität, die auch mein Einkommen am Rundenende bestimmt, manchmal auch Artenschutzpunkte und andere Aktionen. Eine weitere Aktionskarte lässt mich Sponsorenkarten ausspielen, die Einmal-, Dauer- oder Spielendeeffekte haben. Und mit der letzten Aktionskarte kann ich mich mit Zoos anderer Kontinente anfreunden, in die Universität investieren oder etwas zu Artenschutzprojekten beisteuern.


    Das Spielende wird eingeläutet, sobald die zwei gegenläufigen Marker für Attraktivität und Artenschutz sich treffen. Dies ist vielen schon aus „Rajas of the Ganges“ bekannt und funktioniert genauso gut. In der Regel muss ich beide Marker voranbringen, aber dennoch kann ich meinen Fokus mehr auf Artenschutz oder mehr auf die Attraktivität meines Zoos richten, was mir sehr gefällt. Nachdem jeder (außer der Spielerin, die das Spielende provoziert hat) noch einmal dran war, gibt es noch Artenschutzpunkte durch Sponsorenkarten und geheime Zielkarten. Und wessen beiden Marker nun am meisten auseinander liegen, hat gewonnen.


    Die obige Beschreibung ist nur eine kurze Zusammenfassung. Die komplette Spielerklärung hat bei uns 45 Minuten gedauert und ich vermutete, dass dies auch nicht kürzer wäre, wenn ich das Spiel jemanden neu beibringen müsste. Trotz der vielen Regeln und der starken Verzahnung spielt sich „Arche Nova“ von Anfang an recht intuitiv. Auch wenn mich die Symbole auf den Karten zuerst erschlagen haben, sind sie so eingängig, dass es nach zwei Runden keine Fragen mehr gab. Und auch das Zusammenspiel der anderen Karten und Boni im Zoo ist ziemlich schnell erfasst, was die Einstiegshürde trotz der Komplexität des Spiels doch niedrig hält. Erschlagen könnte den einen oder die andere die Tischpräsenz. Die Dimension des Spielbretts für die Kartenauslage und Marker plus Zusatzbrett für den Artenschutz und Projekte mitsamt vier Spielertableaus und den ganzen ausgelegten Karten verlangt einen großen Tisch. Leider einen so großen, dass ich gar nicht daran denken muss, mir „Arche Nova“ zuzulegen, weil ich es sonst nur auf dem Fußboden spielen könnte.


    Die Interaktion im Spiel hält sich stark in Grenzen. Es gibt Karten, die sich auf meine Mitspielerinnen beziehen („Erhalte 3 Geld, wenn irgendjemand einen Vogel spielt.“) und manchmal nahmen wir uns aus der offenen Auslage oder bei den Artenschutzprojekten etwas weg. Ansonsten baut aber jeder für sich seinen eigenen Zoo auf, was zumindest mir sehr gefallen hat. Es ist zwar teilweise etwas schade, dass ich nur ganz wenig auf den Zoo und die Tiere meiner Mitspielerin geschaut habe, aber ich war meist mit meiner eigenen Planung beschäftigt. Und die beschäftigt einen wirklich. Zu zweit haben wir etwas mehr als 3 Stunden gespielt, was neben der Tischgröße mein zweiter Kritikpunkt ist. Wichtig: Ich sehe das nicht kritisch, weil es langweilig gewesen ist. Ganz im Gegenteil! Nach etwa anderthalb Stunden überlegten wir, aufzuhören. Aber wir beide wollten dann doch noch nur diese paar Tiere von der Hand ansiedeln (und nicht „bauen“, wie es uns mehrfach herausrutschte). Und als das geschehen war, wollten wir nur noch kurz das und das erledigen. Es spricht sehr für das Spiel, dass wir mehrmals überlegten aufgrund der Spieldauer aufzuhören, aber einfach nicht wollten. Die Kritik betrifft also die Spieldauer als Ganzes, denn abends mal kurz eine Partie „Arche Nova“ einzuschieben, ist nicht möglich. Es sollte schon bis Mitternacht eingeplant oder lieber tagsüber gespielt werden.


    Da es eine geringe Interaktion gibt, spielt sich „Arche Nova“ solitär ebenfalls sehr gut. 27 Züge habe ich Zeit, damit sich der Attraktivitäts- und der Artenschutzmarker treffen, um das Spiel zu gewinnen. Über den Startwert der Attraktivität kann ich das Spiel schwerer oder leichter machen. Dadurch, dass so gut wie nichts am Spiel verändert werden muss (einzig die Pause wird etwas anders gehandhabt), gibt es auch kaum neue Regeln zu erlernen, was mir sehr gefallen hat. Für meine erste Solopartie habe ich circa 90 Minuten gebraucht und bin leider gescheitert, da ich kaum Artenschutzpunkte generieren konnte. Daran habe ich auch gemerkt, dass das Spiel sehr vom Kartenglück abhängt, vor allem bei weniger Spielerinnen, wenn weniger Karten vom Stapel im Durchlauf sind. Wenn aber als Artenschutzprojekte nur Australien, Pflanzenfresser und Fleischfresser ausliegen, in den ersten 20 Zügen aber nur jeweils ein Tier mit eine der Bedingungen in der Auslage erscheint, dann kann ich wenig zum Artenschutz beitragen. Dennoch hat es auch allein Spaß gemacht, den Zoo aufzubauen.


    Wie geschrieben ist die Symbolik sehr leicht eingängig. Die X-Marker, um eine Aktion zu verstärken, hätte ich vermutlich noch mit einem kleinen „+1“ versehen und an einer Stelle kam ich bei den befreundeten Zoos bei der Farbgebung durcheinander, da sowohl ein Kontinent als auch das Symbol „Partnerschaft“ die gleiche Hintergrundfarbe haben. Sehr gut gefallen haben mir auch die Tierfotos und anderen Darstellung auf den Karten. Dadurch bekommt das Spiel mehr Realitätsnähe und wirkt nicht zu künstlerisch künstlich. Lustig ist natürlich auch, wenn auf den Karten „bekannte“ Personen wie Elizabeth Hargrave (Autorin von „Flügelschlag“) als Ornithologin oder Christian Hildenbrand (Redakteur bei Amigo, aber gelernter Tierarzt) mit Schlange in der Hand auftauchen. Ich gebe aber zu, dass ich diese kleinen Gags ohne die Erklärerin von Feuerland nicht gefunden hätte. Ein kleiner Kritikpunkt ist noch die Ablagefläche für Geld und X-Marker: Diese war bei uns sehr oft zu klein, aber natürlich konnten wir das Geld einfach neben dem Spieltableau stapeln.


    Der Elefant im Raum wurde noch nicht angesprochen: der Vergleich von „Arche Nova“ zu „Terraforming Mars“. Die Ähnlichkeiten, die ich sehe, sind, dass ich Karten in meine eigene Auslage spiele, die Anforderungen an vorher ausgespielte Karten haben, und, dass wir Hex-Plättchen auf ein Tableau legen. Die Spielmechanik und die Aktionen sind gänzlich anders und nicht vergleichbar. Auch die Interaktion ist eine ganz andere, gibt es in „Terraforming Mars“ doch noch einen Area-Control-Aspekt, da alle auf dem gleichen Tableau den Mars besiedeln. Was noch ähnlich ist: Sowohl bei „Terraforming Mars“ als auch bei „Arche Nova“ verliere ich vor lauter Karten ausspielen, weil das alles so schön zusammenpasst, das Spielziel aus den Augen. Aber das spricht wohl eher für die Spiele als dagegen.


    Mir haben die bisherigen zwei Partien „Arche Nova“ sehr gut gefallen. So gut, dass ich zwischendurch trotz der Spiellänge nicht aufhören wollte. So gut, dass ich gerne noch mehr Partien spielen würde. Und so gut, dass ich nach Schreiben dieses Textes das Spiel bestellt habe, obwohl ich es tatsächlich nicht auf meinen Tisch bekommen werde – also nicht zeitlich, sondern wegen der Spielplandimension. Ich habe aber die Hoffnung, dass den Mitspielerinnen es auch auf dem Fußboden gefällt. (9,5)

  • Brandigan -

    Das Spiel ist super, könnte aber etwas kürzer sein. Schön ist aber, dass es zeitlich kaum einen Unterschied macht, mit wie vielen Leuten gespielt wird. Bin gespannt, was es für Erweiterungen geben wird 😊

  • Maren Hoffmann -

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  • LuckyDuck7 -

    Wird dem Hype in keinster Weite gerecht. Naja, zumindest hab ichs mal kennengelernt.

  • Patho08 -

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  • LookAtTheBacon -

    Pros:
    - wissenschaftlich fundiert
    - überragend verzahnt
    - viele strategische sowie taktische Optionen
    - tolles Aktionsmanagement aus Civilization: A New Dawn
    - Puzzeln á la Patchwork, Cottage Garden & Co
    - Enginebuilding über Karten aus Terraforming Mars (Hauptmotor des Spiels)
    - 2 sich treffende Siegpunktleisten aus Rajas of the Ganges
    - dennoch viele gute eigene Ideen drin (z.B. Pausenmarker mit Timing-Entscheidungen)
    - Effekte der Tiere stimmen mit Verhalten im Reallife überein (z.B. Rhesusaffen klauen etwas, etc.)
    - sehr belohnend durch das Bebauen des Zootableaus, die permanente Ausschüttung von Boni sowie das Triggern von Combos
    - erstaunlich gut gebalanced für ein Erstlingswerk

    Cons:
    - langweiliges Artwork durch Stock Fotos
    - leicht lange Spielzeit, daher eher für 2 geeignet
    - stellenweise recht solitär anmutend

    Fazit:
    Top Spiel der Messe, wenn nicht des Jahres. Alle Vorschusslorbeeren sind berechtigt, der Hype wurde bestätigt. Ähnlich zu TfM, sicher, aber weniger als vorab vermutet - es wirkt zumindest nicht störend bzw. es sind genug eigene Ideen und Kniffe mit drin.
    Tl;dr: Wirklich ein weltklasse Euro, über das wir bestimmt in Jahren noch sprechen werden. 9.0 von mir.
    Lg

  • kluzz -

    Schönes Thema, hervorragend umgesetzt.

  • Karpartenhund -

    Sehr gutes Spiel. Gefällt mir deutlich besser als Tfm. Was mir nicht gefällt:

    Spieldauer etwas zu lang. Rufleiste schnell abgegrast. Interaktion thematischer Nonsens. Ansonsten hat man echt ein schönes Gefühl ein Zoo aufzubauen. Die Fotos auf den Karten sind im Gegensatz zu Tfm fantastisch. Die gegeneinander laufenden Siegpunktleisten sind super und thematisch super umgesetzt.

  • Scubaroo -

    Ich liebe das Spiel!

  • Ralf Partenheimer -

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  • SpaceTrucker -

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  • Huutini -

    Super Spiel!

    Bisher 2x zu dritt und drei Solo-Runden. Für mehr war noch keine Zeit.

    Arche Nova bietet diesen "nur noch eine Runde"-Sog, den ich sonst von Dinosaur Island kenne. Jeder Zug ist in sich recht kurz, will aber wohl überlegt sein, und ermöglicht einem für den nächsten Zug mehr, weitere oder bessere Möglichkeiten, weshalb man immer noch "kurz" den nächsten Zug machen will. Was dann auch das "schlimmste" am Mehrspieler ist: Man muss warten, bis die anderen dran waren, bevor man selber darf.

    Der Vergleich mit Terraforming Mars hinkt wie üblich. In TfM dient das Engine Building dazu, immer mehr und mehr Ressourcen anzuhäufen, um damit immer teurere Karten spielen zu können, mit denen man noch mehr Ressourcen anhäuft und nebenbei ordentlich Punkte sammelt.
    Arche Nova kommt komplett ohne Ressourcen aus - sieht man von Geld ab. Hier funktioniert das "Engine-Building", wenn man es denn überhaupt so nennen will, ganz anders, denn man häuft nicht mehr und mehr Ressourcen an, sondern schaltet sich mit ausgespielten Karten Möglichkeiten für höhere Wertungen frei.

    Der erste Impuls besteht darin (wie in Dinosaur Island oder auch TfM) immer weiter den Attraktivitätswert seines Parks hochzutreiben, mehr Geld zu verdienen, und Tiere auszuspielen, die den Attraktivitätswert erhöhen. Damit kommt man hier aber auf keinen grünen Zweig.

    Stattdessen sollte man versuchen, möglichst zielgerichtet genau die Tiere auszuspielen, die einem die bestmöglichen Artenschutzprojekte ausspielen lassen.

    Damit liefert das Spiel ein gewisses Wettrennen: Bei Spielbeginn liegen 3 Standardprojekte aus, um deren Symbole man sich ab Spielbeginn hauen kann.

    Hinzu kommen weitere Projektkarten, die zwar später - zumindest zeitweilig - allen Spielern zur Verfügung stehen, die man aber, besitzt man sie einmal, auspielen muss. Damit bestimmt man selbst, WANN diese Karten zur Verfügung stehen, und kann sie direkt exklusiv möglichst punkteträchtig einsetzen.


    In Arche Nova sollte man also versuchen, früh gezielt die Symbole zu sammeln, die man in der zweiten Spielhälfte möglichst effektiv in Artenschutzprojekte investieren kann.


    Dazu kommt das Aktionsmanagement, bei dem Timing und Planung erforderlich ist, denn zwar stehen einem immer alle 5 Aktionen zur Verfügung, aber jede davon nur in einer bestimmten Stärke.


    Insgesamt ein cleveres Rennspiel, das, richtig gespielt, deutlich interaktiver ist, als es auf den ersten Blick scheint.

    Das Thema kommt dabei zwar nicht immer, aber doch häufig gut durch, die Grafik und Symbolsprache ist aufgeräumt und sinnvoll. Auch wenn noch einige vielversprechende Titel anstehen für mich bisher DAS Vielspielerspiel des Jahres mit viel Abwechslung, tollem Spielgefühl und vielfältigen Taktiken, die in jeder Partie und auch mit jedem Spielplan anders gewichtet werden müssen.

    Richtig gutes Ding!

  • thomaslehner -

    MPS

  • richy81 -

    Ich bin jetzt bei drei Solopartien und einer 4er Runde, die vermeintliche Idealbesetzung mit zwei oder drei Spielern fehlt also noch. Trotzdem zücke ich schon locker die 9/10.


    Ich war direkt am Haken als ich das Thema gesehen habe und finde das ist auch top umgesetzt. Auch die teilweise kritisierte Optik gefällt mir gut. Spielmechanisch ist es ein schöner Mix aus bekannten Elementen. Spannend ist die Aktionsauswahl über die fünf Karten und es gibt ständig interessante Entscheidungen zu treffen... Welche Aktion werte ich auf, welche Boni sammle ich ein, welche Verbandsaktion möchte ich ausführen?

    Letztlich ist das Spiel eine Art Wettrennen, das irgendwann richtig Fahrt aufnimmt und bei dem am Ende die Spannung steigt, ob man noch genug Aktionen hat, um all seine Pläne erfolgreich umzusetzen.


    Regeltechnisch ist Arche Nova nicht so komplex wie erwartet, spielt sich schon nach kurzer Zeit recht locker. Ja, die Spielzeit ist zumindest anfangs recht lang, aber zu zweit wird man das mit ein wenig Erfahrung problemlos in zwei Stunden spielen können, in Vollbesetzung vermutlich in drei. Solo war ich in der zweiten Partie schon bei nur einer Stunde Spielzeit. Apropos Solomodus, der gefällt mir auch richtig gut.


    Für mich jetzt schon ein Highlight der letzten Jahre!

  • Gonzo - (Letzte Bearbeitung: )

    Bisher habe ich Arche Nova zweimal gespielt und bin bisher begeistert.


    Die bereits bekannten Mechanismen aus TFM und Rajas, gepaart mit mir unbekannten wie den stärker werdenden Aktionen oder der Pause macht das Spiel sehr rund.


    Ich mag das Artwork und finde das Ausspielen der Tiere in meinem größer werdenden Zoo sehr thematisch. Da stört es mich auch nicht, dass die Effekte, die zwar artenspezifisch daherkommen, eher aufgesetzt wirken.


    Ich habe viele Spiele, bei denen ich nur nach den Symbolen und nach abgebildeten Effekten spiele, aber gar nicht wahrnehme, welche Karte ich tatsächlich spiele. Als Beispiel kann ich "Eine wundervolle Welt" nennen. Ich mag das Spiel sehr, aber als mein Sohn mich nach mehreren Partien nach dem Namen einer Karte fragte, wusste ich keine. Ich bin aber auch nicht der Jüngste 😉.


    Bei Arche Nova passiert mir das nicht. Zumindest nicht bei den Tieren. Das Thema schwebt die ganze Zeit über dem Tisch. Und das ganz beiläufig.


    Wobei es ja auch kritische Stimmen zum Thema Zoo gibt. Das würde hier versucht zu entschärfen, indem Artenschutzprojekte wesentlich für den Erfolg des Zoos sind. Selbst das Aussiedeln von Tieren, was zwangsläufig die Attraktion des Zoos schmälert, lohnt sich dadurch. Wir bauen also einen "guten Zoo".


    Aus meiner Sicht ist der Grad der Interaktion ausreichend. Mir sind sogar die im Spiel vorhandenen negativen Effekte gegen Mitspieler zu viel. Mir reicht es, wenn es einen Wettkampf um offen ausliegende Karten gibt oder wer wann eine Pause startet. Ich finde es sogar gut, dass ich auf meinem eigenen Brett (Zoo) puzzle, um den Aufbau ohne Störungen zu planen und so meinen Tieren ein optimales Gehege zu bereiten.


    Wenn man also diesen Mix mag, sich nicht davor scheut, dass die Engine langsam anläuft, sollte man zumindest einen Blick auf dieses Spiel werfen.


    Bei mir hat es sofort gezündet und aktuell #TerraformingMars als Lieblingsspiel abgelöst. Eine Langzeit-Analyse fehlt aber natürlich.

  • Jacques_Villeneuve -

    Relativ dröge. Der Reiz fehlt und zudem ist das Thema Zoo sehr schweirig...


    ...nach 2 1/2 Partien war klar, dass ich das Spiel nicht haben muss. Ganz vielleicht spiel ich nochmal mit.

  • rojack -

    Ich will nicht viel schreiben: wir haben zu dritt gespielt und dabei ist jeder mit sich selbst beschäftigt und so vor sich hin. Interaktion ist minimal, ein Spannungsbogen nicht vorhanden. Das mag für Solisten vielleicht gehen, aber ich finde es da spannender, wenn jeder für sich ein Buch liest.

    Den Spielendemechanismus vom Ganges habe ich auch noch nicht so richtig verdaut. Der hat mir im Original nicht gefallen und ich finde ihn hier auch unschön. Das Spiel schleppt sich anfangs sehr dahin und nimmt nur sehr langsam Fahrt auf. Und dann ist es plötzlich vorbei (Hurra), so nach 3-4 endlosen Stunden.

    Oh, von Terraforming halte ich übrigens ebensowenig :-) Die vielen ausliegenden Karten bei beiden Spielen tragen zur Unübersichtlichkeit bei und verlangsamen das Spiel dadurch.

    5 Punkte weil es funktioniert (also spielbar ist), aber den Hype kann ich nicht verstehen.
    Vergessen wir das. Lieber Brass oder GWT rausholen und Spaß haben.

  • koala-goalie -

    Das Spiel ist nicht so kompliziert und spielt sich ganz fluffig vor sich hin. Dabei kann man sein Tableau voll puzzlen, Geld für Leisten kassieren, Icons sammeln und muss beim Werten der Leisten schneller als die Mitspieler sein. Das ist gut verzahnt und spielt sich fluffig. Aber halt irgendwie auch ... belanglos. Ich würde es nicht seelenlos nennen, das Thema kommt schon durch. Aber es motiviert mich halt auch nicht. Aber ich hab sonst auch keine Puzzle-Spiele ... also für Leute die gerne puzzlen verhält es sich wahrscheinlich anders.

    Das bisschen Interaktion da drin ist mir zu wenig um mich für die Züge der Mitspieler zu interessieren, und für nicht so wirklich an den Mitspielern Zügen interessiert zu sein dauert es zu lange.

    Aber das Spiel ist thematisch, redaktionell und mechanisch wunderbar gemacht. Kann man schon mitspielen. Aber es ist halt nur ... nett.

  • sg181 -

    Ganz ausnahmsweise gebe ich bereits nach 2,5 Zwei-Spieler-Partien die Höchstnote - das Spiel hat uns direkt begeistert.


    Zunächst einmal gibt es Tableau Building a la Terraforming Mars - und das macht es genauso großartig wie Terraforming Mars (dem ich auch 10 Punkte gebe). Es gibt eine große Auswahl von Tieren mit unterschiedlichen Effekten und Symbolen, die man im Spiel haben möchte. Die Effekte der Tierkarten sind dabei nicht ganz so variabel wie bei Terraforming Mars, aber immer noch interessant genug, während die Sponsoren-Karten größtenteils ganz eigene Effekte mit sich bringen. Das Ausspielen der Karten, das Hinarbeiten auf bestimmte Karten und die Zufriedenheit, wenn alles passt - macht einfach alles Spaß. Über die Stock-Photos der Karte gibt es verschiedene Meinungen - qualitativ ist meiner Meinung nach nichts auszusetzen und für mich passen die Photos wunderbar ins Spiel - ein Prototypen-Gefühl, dass manche beschreiben kann ich für mich nicht nachvollziehen.


    Der zweiten Pluspunkt ist der Aktionsauswahl-Mechanismus: Man hat 5 Basisaktion. die in einer Leiste von 1 - 5 liegen, und die Position der Karte auf der Leiste definiert die Stärke der Aktion. Nach dem man eine Aktion ausgeführt hat, wandert die zugehörige Karte allerdings wieder zurück auf die Position 1. Dieser Mechanismus ist zum einen recht unverbraucht - das einzige Spiel, dass ich kennen, dass diesen Mechanismus so benutzt ist Sid Meier's Civilization - Ein neues Zeitalter. Und bereits dort hat er mit sehr gut gefallen. Habe ich meine Karte auf der benötigten Stärke, gebe ich einen Marker aus, um die Kartenstärke künstlich zu erhöhen oder muss ich meinen Plan verzögern, und erstmal was anderes machen, um die Karte zu verstärken? Zu dem kann jede Karte noch aufgewertet werden, wobei man pro Partie maximal 4 der 5 Karten aufwerten kann. Der Mechanismus ist richtig gut und passt auch wunderbar zum Spiel.


    Zum dritten gibt es noch ein Tile Laying-Aspekt - man puzzled seinen Zoo aus Gehegeplättchen verschiedener Größe auf seinem eigenen Zooplan zusammen. Funktioniert ebenfalls wunderbar, wobei der Plan durchraus Raum zur Entfaltung gibt. In unseren bisherigen Partien ist uns der Platz nicht ausgegangen, sondern man hat er darum gekämpft, seinen Zooplan komplett zu bebauen (was einen Bonus gibt). Hierbei geht es eher darum seine Gehege geschickt zu platzieren, um Platzierungsboni zu erhalten. Auch dieser Teil passt wunderbar ins Spiel. Und durch insgesamt 10 unterschiedliche Zoopläne (1 Einsteigerplan (4 mal vorhanden), 1 EinsteigerPlus-Plan (4 mal vorhanden) und 8 unterschiedliche Fortgeschrittenen-Pläne (mit unterschiedlichen Player Powers) ist hier auch für Wiederspielbarkeit gesorgt.


    Zum vierten gibt es auch noch einen interessanten Punktemechanismus: Zwei gegenläufige Leisten die Attraktion des Zoos und Artenschutzbemühungen des Zoos werten. Das Spiel endet, wenn sich die Marker eines Spielers auf den Leisten treffen. Die Attraktionsleiste sorgt für Einkommen, die Artenschutzleiste bringt aber den größeren Punktebonus. Der Endpunktestand errechnet sich dann aus dem Verhältnis der Endpositionen der beiden Marker zueinander.


    Gibt es gar nichts zu kritisieren? Aus meiner Sicht tatsächlich sehr wenig.


    Da wäre zum einen eventuell die Dauer des Spiels - die Anleitung ist schon ein kleiner Brocken, und das Spiel ist auch nicht in 5 Minuten erklärt. Und auch die Spieldauer selbst liegt eher im gehobenen Bereich. Wenn man das Spiel kennt, kann man die 2-Spieler-Partie in 2 - 2,5 Stunden schaffen. Ich würde als 1 Stunde pro Spieler schätzen - aber Tests mit 3 oder 4 Spielern stehen noch aus. Stört mich persönlich nicht - aber es ist kein kurzes Spiel.


    Zum anderen beschränkt sich die Interaktion hier auf des Wegschnappen von Karten und Markern. Man baut also an seinem Zoo und ärgert sich vielleicht mal, wenn eine Karte weggeschnappt wird. Bei unseren Partien hatte ich NICHT das Gefühl von Multi-Player-Solitaire, aber die Interaktion ist doch überschaubar.


    Abschließend gab es bei einigen noch die Frage nach dem Thema. Dazu zitiere ich mich mal selbst aus dem Arche Nova-Thread:

    Aufgrund des Punktemechanismus muss man bei dem Spiel eine gute Balance zwischen Attraktion und Artenschutz finden. Attraktion generiert Einkommen, aber die Endpunktzahl errechnet sich in Kombination mit den Artenschutzpunkten. Ohne Attraktion wird man den Zoo nicht am Laufen halten können und sich nicht um den Artenschutz kümmern können, aber punktetechnisch ist ein Schritt auf der Artenschutzleiste mehr wert als ein Schritt auf der Attraktionsleiste.

    Ich empfinde die Positionierung des Spiels zu Zoos als neutral, wobei schon der Aspekt Artenschutz eines Zoos zumindest mit in den Fokus gerückt wird.


    Ich kann das Spiel nur empfehlen. 10 von 10 Punkten.