Boonlake

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Im neuesten Werk von Alexander Pfister dreht sich alles um eine Gruppe von Pionieren und Pionierinnen, die sich in Boonlake, einer verlassenen Region rund um den gleichnamigen See, niedergelassen hat.


Durch einen neuartigen Aktionsmechanismus entwickelt sich jede Partie anders. Jede Aktion sollte genau bedacht sein, denn auch die Mitspieler profitieren von der Aktion, die du wählst. Darüber hinaus bestimmt die Aktion bestimmt, wie weit du dein Schiff bewegen darfst. Je weiter und schneller, desto besser!


Das umfangreiche Spielmaterial besteht unter anderem aus 4 Doublelayer-Spielertableaus, 165 Projektkarten und mehr als 120 Holzteilen.

Das Spiel beinhaltet einen Solomodus und ist für 1-4 Spieler ausgelegt. Eine Partie dauert ca. 2 Stunden.


BGG: Boonlake | Board Game | BoardGameGeek

  • Trillion -

    9 Punkte

  • Dr.Kralle -

    tl;dr Sicher das schlechteste Pfister.

    1) Die Anleitung ist schlecht. Einige Sachen stehen überhaupt nicht drin, andere sind einfach schwer nachzuschlagen und es gibt nicht mal Player-Aids, obwohl die wirklich dringend nötig wären.

    2) Das Spiel ist super unzugänglich. Beim ersten Mal spielen hat man unter gar keinen Umständen irgendein Gefühl dafür, was wichtig sein könnte und macht einfach mal dies und mal das. Diese "Kennenlernpartie" ist unendlich zäh und dauert auch mit erfahrenen Spielern und Regelerklärung 4 Stunden mindestens. Das Spiel ist kompliziert. Ich sage und meine nicht komplex, weil das für mich persönlich im Bezug auf Spiele eher positiv belegt ist. Kompliziert soll heißen: Überall nervige kleine "es sei denn" - Ausnahme-Regeln, kleinteilige Spielelemente die total wichtig scheinen, aber ob man die nutzt oder nicht ist eigentlich egal. Oder vielleicht auch nicht. Wer sich gerne mal total verloren fühlt in einem Spiel ist bei Boonlake in den ersten 1-2 Partien genau richtig.

    3) Das Thema ist furchtbar schlecht oder eher gar nicht umgesetzt. Absolut unschlüssig, das Spiel ist absolut seelenlos. Beispiele: Wir bauen Rinderherden, Häuschen und Sheriffs, aber auf unserem Spielertableau sind Schaltpläne abgedruckt und es gibt Staudämme. Wir haben eine Art magisches Hebeltableau, spezielle Sonderprojekte die schon gar keinen Namen oder Existenzgrund mehr bekommen haben und wir fahren einen Fluss runter ohne erkennbaren Grund. Es ist auch unerheblich für das Spiel ob wir hier oder da auf dem Fluss sind, das ist nur so eine Art Bonus-Glücksrad und Rundentimer. Sobald einer unten angekommen ist beamt er sich auch wieder hoch und die Mitspieler auch gleich und dann geht's nach einer Wertung wieder den Fluss runter.

    4) Ich bezweifle die faire Gewichtung der Elemente sehr stark. Es gibt mehrere super starke, teure Karten und super hilfreiche, die beinahe kostenlos sind. Und es gibt die dazwischen, die kann man getrost wegwerfen. Also beispielsweise der seltenste Rohstoff ist eine Vase (wird nicht erklärt. Man fischt die halt nebenbei aus dem Fluss...) und die Karten, die solche Vasen erfordern sind stark und bringen ordentlich Punkte. Kann aber auch gut sein, dass man im ganzen Spiel keine dieser Karten jemals zu sehen bekommt. Dann hat man sich vielleicht Vasen organisiert, aber konnte sie eben nie benutzen. Dann gibt es Karten, die sparen bei jedem Bau Arbeiter und die sind unfassbar stark. Das magische Hebeltableau, die namenlosen Sonderprojekte, die Einkommens-Leisten, die einzelnen Gebiete, die total seltsame 1-4-Sonderplättchen-Wertung, es gibt so viele Elemente, aber wenn wir ehrlich sind reduziert sich das recht schnell auf "wenn Du die geilsten Karten ziehst wirst Du gewinnen". Die haben nämlich mitunter nicht nur heftig starke Effekte sondern bringen auch ordentlich Siegpunkte. Also was interessiert mich der ganze andere Rest wenn ich sowieso 80% meiner Punkte über gute oder schlechte Karten mache?

    5) Es gibt Aktionsfelder, die wollen am Anfang alle benutzen und später funktionieren sie gar nicht mehr (die blauen). Andere sind am Anfang völlig nutzlos und später - in Kombination mit gewissen Karten und magischen Hebeln - sehr stark. Man kann aber nicht die nehmen die man will, weil die jeweils untersten Siegpunkte kosten. Die obersten hingegen würden mich auf dem Fluss schnell voran bringen, aber das will eigentlich niemand, weil man bestimmte Felder einfach mitnehmen muss, also das fühlt sich als Begründung alles irgendwie falsch an.

    6) Innovationsfaktor Null. Nichts in dem Spiel ist neu. Das ist natürlich auch nicht unbedingt notwendig, aber wenn ich schon bewährte Elemente einsetze, wieso passen die dann einfach gar nicht zueinander?

    Fazit: Also ich mag eigentlich komplexe Spiele, aber ich erwarte von jedem Spiel ein einigermaßen nachvollziehbares Thema, sinnvoll verzahnte Elemente und vernünftige Regeln.
    Ich kenne die anderen Pfisters, alle Lacerdas und spiele total gerne die Mindclash Games Trickerion und Anachrony. Die Kombination Pfister und Expertenspiel hat sich für mich super gut angehört, aber ist einfach fehlgeschlagen. Sorry, muss man so sagen, da gibt's einfach bessere Spiele in der Kategorie.

    Als Endkunde sieht man ja nicht das ganze Bild. Hat der Verlag drin rumgepfuscht? Sachen rausgestrichen oder das Thema aufgezwungen? War die Deadline zu knapp oder wollte Herr Pfister einfach noch mehr und noch mehr reinbauen und hat irgendwie das Gesamtbild aus den Augen verloren? Fand das Beta-Testing wegen Covid überhaupt statt? Ich bezweifle zumindest letzteres. Wäre ich Beta-Tester für das Spiel gewesen hätte ich eine ganze Menge Kritik an dem Spiel geübt und das höre ich auch von anderen Gruppen.

  • FischerZ -

    #Boonlake ist ein gutes Spiel, aber im Pfisterschen Kosmos meiner Meinung nach nicht das Beste - da gibt´s wesentlich elegantere (Maracaibo, Great Western Trail um die imho Besten zu nennen).


    Boonlake bietet aber eine interessante Mischung bekannter Mechanismen die zwar in ein Thema eingebettet, dieses aber nur sehr wenig durchschimmern lassen.

    Hauptaugenmerk liegt in der Mechanik - das ist aber durchaus nicht (nur) negativ gemeint, denn diese weiß zu gefallen.

    Durch die Aktionsauswahl und der Möglichkeit, dass die lieben Mitspielenden ebenfalls eine ähnliche Aktion meist gleichzeitig ausführen können, gibt es so gut wie keine Downtime.


    Dies (fast keine Downtime) wird ebenfalls durch die Begrenzung der Aktionen pro Spiel durch das schnelle Schippern auf dem Fluß mittels der Boote forciert und erinnert etwas an diese Mechanik in Maracaibo.

    Dies ist auch zu empfehlen, denn ansonsten dauert eine Partie Boonlake schon durchaus 3-4 Stunden und reduziert sich merklich, wenn jemand die Möglichkeit des "Schnellbootes" nutzt.


    Insgesamt ist es ein guter "Pfister" und - wie gesagt - imho nicht sein Bester.

    Aber #Boonlake macht Spaß und gefällt - das ist doch das Wichtigste bei einem Spiel.

    Von mir gibt´s dafür eine gute 7 auf der unknowns-Skala.

  • mraloha -

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