Umfrage: Betrügen in Brettspielen

  • ​Betrügst du in Brettspielen bzw. falls du betrügst wie oft betrügst du dann? 118

    1. Ich betrüge niemals! (71) 60%
    2. Ich betrüge normalerweise nicht, aber mache gelegentliche Ausnahmen (z.B. eine vergessene Aktion unabgesprochen nachholen, Zeichen geben, in die Karten schauen...) (19) 16%
    3. Ich betrüge wo es geht, gehört dazu - hauptsache ich gewinn das Ding! (1) 1%
    4. Die anderen betrügen immer, deswegen gewinne ich nie (2) 2%
    5. Niemals gegen andere, MANCHMAL solo :D (25) 21%

    Passend zum Thread zu verdeckten Bewegungsmechaniken hier eine anonyme Umfrage zum Betrugsverhalten in Brettspielen.

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  • Zur Erklärung des Betrügens im Solospiel: Kommt schon mal vor, z.B. wenn ich entweder wirklich was zu meinen Gunsten vergessen habe (meistens versuch ich das wieder auszubügeln, wenn das möglich ist, manchmal denk ich mir, ach komm, und tu als wäre nix gewesen) oder z.B. wenn eine Aktion kommt, die so schlimm ist, dass ich quasi instant-tot und das Spiel beendet wäre - da erinner ich mich genau, wie ich bei Robinson Crusoe bei einer Ereigniskarte einfach so getan habe, als gäbe es sie nicht und die nächste gezogen hab :-D Wollte halt gerne weiterspielen.
    Andererseits wähle ich im Zweifel auch öfter mal die für mich nachteilige Variante. Und einen Highscore (zB bei Caverna) bei dem ich mir sicher bin, ein klein bisschen geschummelt zu haben, würde ich dann aber auch nicht in meine Best-Of-Liste aufnehmen xD


    Gegen andere betrügen würde mir aber dermaßen gegen den Strich und den Sinn des Spieles gehen, dass ich null positiven Effekt empfinden würde, also warum tun. Bin auch nicht so der Spielen-um-zu-gewinnen-Typ und selbst WENN ich es wäre, wäre es ja kein "echtes" Gewinnen, also dann wahrscheinlich auch nicht zielführend. Das ist wahrscheinlich eher für Spielen-um-als-gewonnen-habend-zu-erscheinen-Typen was, oder wenn man einen absolut nervigen Platzhirsch mal in seine Schranken verweisen will :D

  • Wozu sollte absichtliches Betrügen bei einem Brettspiel gut sein ? Ich persönlich will vorallem Spaß beim Spielen und brauche das Hobby ganz sicher nicht, um eine Profilneurose auszutoben oder an anderen mein Mütchen zu kühlen .... :/ , also nehme ich gelegentliche Niederlagen billigend im Kauf ;) !!

  • Wozu sollte absichtliches Betrügen bei einem Brettspiel gut sein ? Ich persönlich will vorallem Spaß beim Spielen und brauche das Hobby ganz sicher nicht, um eine Profilneurose auszutoben oder an anderen mein Mütchen zu kühlen .... , also nehme ich gelegentliche Niederlagen billigend im Kauf !!

    Ich denke dass das, was sich bei dir so selbstverständlich anhört tatsächlich nicht uneingeschränkt auf Jeden anzuwenden ist (wenn man sich z.B. sämtliche Cheat-Seiten für PC-Spiele anschaut, wobei PC-Spiele natürlich meist unpersönlicher sind und daher wahrscheinlich auch die hemmschwelle niedriger - andererseits gibts da ja auch tonnenweise Cheats für Solospiele, und da sollte man ja tatsächlcih denken, dass man sich damit lediglich um den Spielspaß bringt).


    Eigentlich ist es ja z.B. auch selbstverständlich, sich keine Popel aus der Nase zu ziehen und zwischen den Fingern zu kneten, aber genau das durfte ich beim Ampel-Stehen gerade wieder im Nachbarfahrzeug beobachten.



    Hallo, würde der Betrüger der betrügt "wo es geht", nicht auch in einer solchen Umfrage betrügen?

    Ja, diese Option hab ich ungünstig formuliert (ich hätte schrieben sollen: "betrügt wo es geht ausgenommen anonyme Umfragen") ehrlich gesagt hab ich das aber eher spaßhalber mitreingenommen weil ich nicht davon ausgehe, dass das hier jemand ankreuzt (aber man weiß ja nie).

  • Niemals gegen andere ist, wenn ich ehrlich bin, nicht 100%ig korrekt. Aber mit dem Solospiel (und da fehlt noch das "abgesprochene Schummeln im Koop-Spiel") passt das ganz gut.
    Was heißt das - nicht 100%ig korrekt? Nun, es kommt vor, dass ich mich zwischen zwei oder drei Möglichkeiten (z.B. beim Ressourcentausch) entscheiden muss, aber unter dem Druck, die Entscheidung nicht in die Länge zu ziehen, dann eines davon mache. Und dann sehr selten mal mitbekomme, dass eine andere Ressource doch die bessere Wahl gewesen wäre. Nicht aufgrund neuer Infos, sondern aufgrund eigener Nicht-schnell-genug-oder-gar-nicht-(weil unfähig)-Durchrechnerei. Da "korrigiere" ich schon mal. Kommt ein- oder zweimal im Jahr vor...
    ...außerhalb solcher Rekorrekturen aber nie! Keine Zeichen, keine Absprachen, keine sonstigen Schummeleien zu eigenen Gunsten, kein Nachholen von Aktionen...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Was mich vom Spieldesign Standpunkt besonders interessiert ist die Frage, inwiefern die Gefahr des Erwischtwerdens die Bereitschaft zu Schummeln beeinflusst bzw. ob gutes Spieldesign Schummelmöglichkeiten eliminieren muss.


    Im Prinzip basieren ja sehr viele Spiele darauf, dass man irgendwann "aufdecken" muss - wie z.B. Poker, wo man auch nicht einfach nur auf Vertrauensbasis sagt was man hatte - wenn alle Spieler grundehrliche Menschen währen dann bräuchte es ja entsprechende Aufdeckmechaniken gar nicht.

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  • Tatsächlich halten mich z.B. Spiele, die so konstruiert sind, dass Schummeln viel einfacher möglich ist (Würfeln hinter dem Schirm etc.), noch wesentlich deutlicher davon ab, überhaupt an sowas zu denken (in welcher Form auch immer). Das ist dann irgendwie so ne Ehrensache. Selbiges erwarte ich auch von meinen Mitspielern - genau, wie ich ihnen auch ein "Rekorrigieren" jederzeit verzeihen würde (ich machs ja (wenn auch selten) selbst). Ist aber auch immer eine Frage des Ausmaßes.


    Also, will sagen, für mich sind es nicht die Spiele, die dazu einladen. Egal, wie sie gestrickt sind. Und ich erwarte auch von einem Spiel nicht, dass es das unmöglich macht. Viele Konzepte wären dann einfach nicht möglich...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Tatsächlich halten mich z.B. Spiele, die so konstruiert sind, dass Schummeln viel einfacher möglich ist (Würfeln hinter dem Schirm etc.), noch wesentlich deutlicher davon ab, überhaupt an sowas zu denken (in welcher Form auch immer). Das ist dann irgendwie so ne Ehrensache. Selbiges erwarte ich auch von meinen Mitspielern - genau, wie ich ihnen auch ein "Rekorrigieren" jederzeit verzeihen würde (ich machs ja (wenn auch selten) selbst). Ist aber auch immer eine Frage des Ausmaßes.


    Also, will sagen, für mich sind es nicht die Spiele, die dazu einladen. Egal, wie sie gestrickt sind. Und ich erwarte auch von einem Spiel nicht, dass es das unmöglich macht. Viele Konzepte wären dann einfach nicht möglich...

    Ich kenn ehrlich gesagt bis auf Roll for the Galaxy kein Spiel, welches Schummeln so ermöglicht, dass es dem Gegenüber unmöglich ist das zu merken. ZB muss man bei jedem mir bekanntem Spiel, welches simultane Aktionskartenwahl beinhaltet die Aktionskarten auf den Tisch legen bzw. in die Hand nehmen - ich kenn keins wo jeder einfach sagt: ich hab Aktion a oder b gewählt.

  • Also, wir spielen einfach grundsätzlich vertrauensvoll. Anders funktioniert das ganze Hobby für mich nicht! Gerade bei komplexen Spielen mit individuellen Fähigkeiten kommt man ja kaum mit den eigenen klar, wie soll ich da noch aufpassen, was die anderen machen?


    Willkürliches Beispiel, Terraforming Mars. Nach einer Weile haben die meisten Spieler zig Karten in ihrer Auslage, +1 MCr hier, Wärme in Geld tauschen da... Schummeln könnte man theoretisch nicht, praktisch aber schon. Wenn ich da immer aufpassen müsste, wann soll ich mir da Gedanken um meinen eigenen Zug machen? Etwa erst, wenn ich selbst an der Reihe bin? :sonne:


    Ein anderes Beispiel sind Spiele mit komplexen Schlußabrechnungen. Da frage ich nach der Punktzahl und trage die ein. Da könnte jeder problemlos eine leicht erhöhte Zahl ansagen, obwohl es natürlich stets überprüfelbar ist (übrigens ist Poker ein schlechtes Beispiel, weil bluffen ja Teil des Spiels ist).

  • Ich kenn ehrlich gesagt bis auf Roll for the Galaxy kein Spiel, welches Schummeln so ermöglicht, dass es dem Gegenüber unmöglich ist das zu merken. ZB muss man bei jedem mir bekanntem Spiel, welches simultane Aktionskartenwahl beinhaltet die Aktionskarten auf den Tisch legen bzw. in die Hand nehmen - ich kenn keins wo jeder einfach sagt: ich hab Aktion a oder b gewählt.

    - Roll for the Galaxy
    - Dark Moon
    - Space Cadets: Dice Duel
    - Cité
    Eigentlich alle Spiele, bei denen man in Echtzeit spielt, oder bei denen geheim gewürfelt wird, und viele andere, bei denen man einen eigenen Sichtschirm hat...

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  • Niemals gegen andere ist, wenn ich ehrlich bin, nicht 100%ig korrekt. Aber mit dem Solospiel (und da fehlt noch das "abgesprochene Schummeln im Koop-Spiel") passt das ganz gut.
    Was heißt das - nicht 100%ig korrekt? Nun, es kommt vor, dass ich mich zwischen zwei oder drei Möglichkeiten (z.B. beim Ressourcentausch) entscheiden muss, aber unter dem Druck, die Entscheidung nicht in die Länge zu ziehen, dann eines davon mache. Und dann sehr selten mal mitbekomme, dass eine andere Ressource doch die bessere Wahl gewesen wäre. Nicht aufgrund neuer Infos, sondern aufgrund eigener Nicht-schnell-genug-oder-gar-nicht-(weil unfähig)-Durchrechnerei. Da "korrigiere" ich schon mal. Kommt ein- oder zweimal im Jahr vor...
    ...außerhalb solcher Rekorrekturen aber nie! Keine Zeichen, keine Absprachen, keine sonstigen Schummeleien zu eigenen Gunsten, kein Nachholen von Aktionen...

    Sehr schön formuliert, so geht es mir auch.
    Bin ein relativ schludriger Spieler, der hin und wieder mal "Moment!" ruft und irgendwa zurücknimmt/ändert, auch wenn das in den Spielregeln nicht vorgesehen ist.
    Gestehe das aber natürlich immer auch allen Mitspielern zu.


    Das ist nicht so wirklich "Betrügen", aber ich habe daher dennoch die zweite Option gewählt.

  • Ich spiele jetzt seit fast 60 Jahren.
    In dieser Zeit habe ich noch nie beim Spielen absichtlich betrogen oder geschummelt, noch habe ich jemals feststellen müssen, daß das ein anderer in einer Partie mir mir getan hat.


    Dieses "Problem" existiert für mich einfach nicht.


    Sollte ich jemals damit konfrontiert werden, würde diese Person sofort lebenslänglich für Spiele mit mir gesperrt, und das Problem ist damit sofort für mich erledigt. :)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Ich habe leider auch mal das Gegenteil erlebt.
    Im Rahmen eines Spieletreffs war auch immer ein Spieler dabei, der recht häufig im Nachhinein Züge ändern oder zurücknehmen wollte, auch schon mal, nachdem bereits ein oder mehrere andere Züge danach stattgefunden hatten. Generell ist dagegen nichts zu sagen, finde ich (außer, wenn die Züge dazwischen so viel verändert hätten, dass es nicht mehr möglich wäre - oder wenn andere Aktionen seinerseits zu größeren Änderungen in der Strategie anderer geführt hätten), aber wie immer - die Menge machts. Das störte schon mal, aber man konnte auch "nein" sagen, und dann fügte er sich meist grummelnd in sein (selbst-gezimmertes) Schicksal.
    Im Rahmen dieses Spieletreffs kam dann aber irgendwann die (natürlich nie direkt vorgebrachte, sondern nur hinter dem Rücken gemunkelte) Vermutung auf, er würde schummeln. Nun war er nicht unbedingt der sympathischste und kollegialste Spieler (vielleicht zu zielorientiert und auf das Besiegen anderer aus), und dann kam dazu dieses "Rekorrigieren" komplexer Züge, bei dem man manchmal nicht so genau nachvollziehen konnte, was da gerade wie rekorrigiert wurde - aber darauf vertraute, dass er nicht schummeln würde. Und manchmal machte er dabei Fehler. Vergaß ein Detail, oder Ähnliches.


    Und mitten da hinein diese Vermutung.


    Es war superkrass, was einfach dieses kleine Gerücht auslöste. Ich halte mich selbst für einen offenen Menschen, der viel vergibt, über vieles hinweg sieht, und generell versucht, jedem und allem gegenüber offen zu sein. Und doch ertappte ich mich dabei, dass ich ab diesem Zeitpunkt wie ein Adler alles überwachte, was dieser Spieler tat. Und das Misstrauen so weit heranreifte, dass an vielen Ecken und Enden ich selbst vermutete (ohne Beweise), Zeuge von Schummelei geworden zu sein. Gerade bei den Fehlern, die er beim Retconning machte. Ich begann, ihm ständig böse Absicht zu unterstellen.


    Es ist sauschwer, ein solches Stigma loszuwerden - ganz egal, ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Ich hab mich, als ich mitbekam, was da (in meinem Kopf passierte), mich mit ihm unterhalten und mich dann ganz bewusst dagegen entschieden, ihn zu verdächtigen. Denn außer dem Hörensagen über zig Ecken gab es nichts, was das gerechtfertigt hätte. Aber es vergiftete die Atmosphäre am Tisch unglaublich...


    Ich weiß nicht, ob er geschummelt hat, oder ob hinter den Fehlern böswillige Absicht lag. Aber seitdem habe ich es ihm nicht mehr unterstellt, und mir geht es besser damit (und ich kann auch das Spielen mit ihm wieder genießen). Und ich muss auch sagen, ich mache ebenfalls Fehler bei solchen Dingen, manchmal. Dass dann als böswillige Schummelei zu eigenen Gunsten auszulegen, ist nur zu leicht...


    ...mal als Blick von der anderen Seite auf die Problematik der Schummelei...


    Ich glaube, gerade bei Leuten, die sehr sehr stark auf den Sieg (insbesondere auf das BEsiegen von anderen) Spielen, ist es kein weiter Weg, ihnen zu unterstellen, sie würden für den Sieg alles tun (auch schummeln)...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Ich glaube, gerade bei Leuten, die sehr sehr stark auf den Sieg (insbesondere auf das BEsiegen von anderen) Spielen, ist es kein weiter Weg, ihnen zu unterstellen, sie würden für den Sieg alles tun (auch schummeln)...

    Bei stark auf das Siegen zentrierten Mitspielern habe ich fast noch nie welche drunter gehabt wo ich das Gefühl hatte Schummeln ist für sie eine Option. Schummeln und das Erfolgserlebnis des BESIEGEN vertragen sich wahrscheinlich nicht gut.
    Bei besagten Mitspielern stört mich eher der Metatalk/das Gejammer als strategisches Mittel.
    Aber zurück zum Schummeln: Ich hatte mal einen Mitspieler bei dem ich das Gefühl hatte, dass er Schummeln als Spiel im Spiel sieht.


    Im Allgemeinen finde ich es sehr anstrengend beim Spielen anderen Mitspielern noch auf die Finger schauen zu müssen.

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  • Ich sehe Spielen zum Beispiel als Herausforderung an mich selbst. Ich spiele zwar auch, um zu gewinnen, besiege dabei aber das Spiel und mich selbst (eigene Dummheit/Unfähigkeit). Mein Ziel ist es eben, so gut zu spielen, dass es zum Sieg reicht. Damit gewinne ich (falls ich gewinne) zwar auch über andere (ich besiege sie ja), aber das ist für mich irrelevant. Die Herausforderung liegt im Spiel, nicht darin, besser zu sein als der andere. Für mich...


    Aber es gibt eben auch Leute, die möchten ganz bewusst besser sein als andere, sich profilieren, sich über andere erheben, auf andere als schlechter (besiegt) herab schauen. Klingt härter, als es oft ist, aber es gibt sie eben - Leute, denen der Sieg deshalb wichtig ist, weil sie BEsiegen...
    ...und bei solchen gibt es eben auch jene, denen jedes Mittel recht ist, um sich als besser, als Sieger, zu sehen...
    ...zudem fällt es Außenstehenden leichter, diesem Spielverhalten zu bescheinigen, es sei "jedes Mittel recht" - und dann ist der Vorwurf des Schummelns nicht so ein großer Gedankensprung...


    Aber es gibt ja überall und in jeder Form sone und solche...
    :)

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  • Ich habe mal mit jemandem gespielt, der ständig geschummelt hat. Er hat auch gar nicht versucht, das abzustreiten, er betrachtet es als Teil des Spiels, sich nicht erwischen zu lassen.
    Aber ohne mich, mit dem setze ich mich nicht wieder an einen Spieltisch.

  • Hallo zusammen,


    beim Spielen schummeln, da gibt es viele Möglichkeiten, macht für mich das Spiel kaputt. Die Freude über einen Sieg kann man vergessen und auch die Herausforderung durch das Spiel ist damit eingeschränkt und freudlos. Das Problem mit dem Züge zurücknehmen haben wir auch. Dabei gilt -- nur nach Ansage und nur wenn noch kein anderer an der Reihe ist. Wir haben mit einem Spieler das Problem, daß er ziemlich schußelig ist und gerne Regeln vergißt. Dabei vertut er sich ziemlich häufig zu seinen Gunsten. Da wir es wissen, schaut hin und wieder einer von uns genauer hin,was er so treibt. Ansonsten gewinnt er eh nicht so häufig, also nehmen wir es als Vorgabe für ihn. Absichtlicher Betrug kommt nicht vor. Wenn wir jemanden dabei erwischen sollten,ist das Spielen beendet.


    Ciao
    Nora

  • (übrigens ist Poker ein schlechtes Beispiel, weil bluffen ja Teil des Spiels ist).

    Naja, natürlich kann man beim Pokern bluffen - aber am Ende ist ein Mechanismus eingebaut, der Betrügen komplett verhindert: man muss seine Handkarten aufdecken und auf den Tisch legen (oder aufgeben). Irgendwie fällt es mir schwer mir Pokern vorzustellen, wo am Ende jeder sagt, was er auf der Hand hatte und dann der Gewinner ermittelt wird (obwohl das in vertauensvoller Runde sicher auch ginge). Unter Umständen ist Pokern aber ein schlechtes Beispiel, da man auch um Geld spielen kann.


    Da ich beruflich viel mit Kindern zu tun habe noch ein Gedanke: Wenn man mit denen Spiele spielt wird meiner Einschätzung nach recht häufig versucht zu schummeln (Linsen beim Verstecken spielen, in die Karten schauen, bei Würfelspielen zu viele Felder ziehen....) . Zudem fordern Kinder auch definititv Mechanismen ein, die das Schummeln unterbinden oder zumindest Schummelversuche aufdeckbar machen. Beim Verstecken z.B. muss sich der Sucher ja z.B. an die Wand stellen, es reicht nicht einfach nur die Augen zuzumachen. Und jetzt kann man natürlich sagen, dass das bei reiferen Erwachsenen, die auch besser zwischen Spiel und Realität differenzieren können ganz anders ist, aber wenn ich mir so manchen emotionalen Ausbruch verschiedener Mitspieler in verschiedenen Spielrunden anschaue bezweifle ich manchmal ob das tatsächlich so ist.

  • Schummeln um zu gewinnen, gibt es bei uns nicht. Aber Schummeln im Sinne von, irgendjemand hat vergessen einen Marker/ Ressourcen zu nehmen und fragt die Runde, ob er das nachholen darf, obwohl bereits jemand anderes am Zug ist, kommt bei uns andauernd vor.
    Bei uns spielt jeder nur aus dem Grund Spaß zu haben und weniger um zu gewinnen. Aber dazu gehört eben auch, eine Regel mal nicht so genau zu nehmen. Was nämlich genauso nervig ist, wie einer der ständig schummelt, um zu gewinnen, ist ein Regelfuchser, der aus jedem Spiel eine Gerichtsverhandlung macht.


    Absurderweise kommt es aber auch vor, dass ich bei Solo-Spielen schummele. Das geschieht eigentlich immer dann, wenn ich von einem Spiel genervt bin, weil ich:
    a.) es zu lange gespielt habe und b) es sich unfair anfühlt, weil man den Eindruck gewonnen hat, dass das Spiel selbst irgendwie schummelt.
    Da kann ich dann einen regelrechten Hass auf das Spiel entwickeln. Dann geht's auch nicht mehr darum zu gewinnen, sondern nur noch darum es dem Spiel irgendwie heimzuzahlen. Das geschieht aber nur bei Spielen mit einem hohen Glücksfaktor. Und auch nicht bei der ersten Partie, sondern erst nachdem man fünf, sechsmal hintereinander verloren hat, und im darauffolgenden Spiel kurz vor dem Sieg, einen außergewöhnlichen miserablen Würfelwurf hinlegt. In so einem Moment fühlt es sich legitim an, wenn mal laut &@?ß!§# schreit und noch mal würfelt.

    Ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du verstehst.

  • Naja, natürlich kann man beim Pokern bluffen - aber am Ende ist ein Mechanismus eingebaut, der Betrügen komplett verhindert: man muss seine Handkarten aufdecken und auf den Tisch legen (oder aufgeben).

    Wie spielt Ihr denn Poker?
    Es gibt durchaus Situationen, wo man mit schlechten Karten den Pott gewinnen kann, in dem man die anderen glauben lässt, sie wären gut.
    Entweder spielt Ihr mit einer Hausregel, oder wir. :)

  • ie spielt Ihr denn Poker?
    Es gibt durchaus Situationen, wo man mit schlechten Karten den Pott gewinnen kann, in dem man die anderen glauben lässt, sie wären gut.
    Entweder spielt Ihr mit einer Hausregel, oder wir.

    Wir spielen mit offenen Karten - dann kann keiner bescheißen :D.


    Ne im ernst - natürlich kann man mit schlechten Karten den Pott gewinnen (wenn alle anderen aussteigen) dann braucht man ja auch nichts zeigen. Aber wenn einer deinen Bluff callt und nen Dreier hat und du nichts kannst du wahrscheinlich auch in deiner Spielgruppe nicht sagen "Ich hab Full House, vertraut mir" und die Karten wieder zurück mischen sondern wirst aufgefordert deine Karten zu zeigen (das ist auch soweit ich weiß keine Hausregel) ;)

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  • @Sternenfahrer
    Nicht ganz sicher, ob ihr aneinander vorbei redet oder ob das eine dieser Forenspitzfindigkeiten ist.


    Beim Pokern spielst du deine Mitspieler mindestens genauso sehr wie deine Karten.
    Daher gehört bluffen, lügen, abzocken genauso dazu wie etwa bei #SheriffvonNottingham.


    Das hat aber mit Betrug nichts zu tun.
    Ein Spieler kann jederzeit bezahlen (im Zweifelsfall "All In") und sagen: "Ich will sehen." Und dann ist es vorbei mit dem Bluffen.


    Betrug wäre es, wenn ich einen Vierling ansage, den Pott einstreiche, meine Karten abwerfe, aber da ist gar kein Vierling drunter.


    Edit: Chordcommander war schneller. ;)

  • Es gibt eine Situation, in der ich tatsächlich schummle, aber zu meinen Ungunsten:
    wenn ich mit (meinen) Kindern spiele


    Ansonsten wird nicht geschummelt oder gelogen!

    Haha, mein Vater hat es früher mit uns als Kindern immer umgekehrt gemacht und an jeder Ecke versucht zu bescheissen - und ist oft auch damit durchgekommen. Das war zumeist bei simplen Spielen wie Mau-Mau oder Malefiz, aber da jeder von uns wusste, wie unser Erzeuger so drauf ist, wurde das zu einer Art Spiel im Spiel, bei der wir fast mehr Spaß daran hatten einen Betrugsversuch aufzudecken, als am jeweiligen Spiel selber. Eine von vielen schönen Erinnerungen meiner Kindheit :)

  • Ich habe mal mit jemandem gespielt, der ständig geschummelt hat. Er hat auch gar nicht versucht, das abzustreiten, er betrachtet es als Teil des Spiels, sich nicht erwischen zu lassen.

    Wäre natürlich mal die Frage, ob man sowas mit den eigenen Waffen bekämpfen kann. Man könnte sich ja verabreden und absprechen, was man spielt. Und dann eben "vorbereitet" ihn voll auflaufen lassen. Und ihn hinterher damit konfrontieren...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Man könnte sich ja verabreden und absprechen, was man spielt. Und dann eben "vorbereitet" ihn voll auflaufen lassen. Und ihn hinterher damit konfrontieren...

    Ich verstehe nicht ganz, was Du meinst. Wenn er erwischt wurde, dann hat er mit den Schultern gezuckt und es beim nächsten Spielzug wieder versucht. Für ihn war das etwas völlig normales, zu schummeln. Nach dem Motto: "ihr müsst euch nicht wundern, wenn ich gewinne. Ihr solltet auch versuchen, zu schummeln"
    Gewonnen hat er allerdings trotzdem nicht.

  • Ich meinte, ihn mit den eigenen Waffen schlagen. Bzw ihn so mit Schummelei konfrontieren, dass er selbst keinen Spaß dabei hat.
    So, wie ich das verstehe, sieht der Spieler es als normal und richtig an, "während dem Spiel" zu schummeln. Allerdings ist "schummeln" eben "die Regeln brechen" oder "sich eigene Regeln schaffen". Damit sind alle gemeinschaftlichen Basiswerte ohnehin aus dem Fenster.
    Da wäre es durchaus recht einfach, mit ihm Spiele zu spielen, bei denen man bereits vorher das Spiel so vorbereitet, dass alle ihn eben in die Pfanne hauen können. Am Besten mit Spielen, bei denen man Frustpotential durch direkte Interaktion erzeugen kann.
    Das ist dann weniger "spielen" als "therapeutische Charade", und ein Riesenaufwand, natürlich. Und wahrscheinlich den Aufwand und Ärger einfach nicht wert...

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  • ihn so mit Schummelei konfrontieren, dass er selbst keinen Spaß dabei hat.

    Ich verstehe nicht, wie das gehen soll. Wird er erwischt, ist das nicht schlimm für ihn, schummeln wir auch, spielen wir sein Spiel mit und er hat ebenfalls seinen Spaß.


    Aber sei's drum, das war ein ehemaliger Arbeitskollege von mir, mit den ich schon seit über zwei Jahre nicht mehr gesehen habe.

  • Im Grunde geht die Frage in eine ähnliche Richtung wie: Ist Dir Gewinnen im Spiel wichtig?


    Wenn es einem Spieler ums Gewinnen geht - um jeden Preis! - dann könnte ich mir vorstellen, dass ein solcher Spieler auch betrügt.
    Aber wieso sollte ein Spieler ansonsten betrügen, um ein Spiel zu gewinnen?
    Zumindest er selbst weiß ja, dass er geschummelt hat und nur deshalb gewonnen hat. Was für ein "Sieg" soll sowas denn sein?
    Es ist kein Sieg über das Spiel, höchstens über die Gerissenheit der Mitspieler... na, ich weiß nicht. Ich persönlich brauche das nicht...


    Da gab es übrigens mal eine schöne Folge von "King of Queens", in der die Ehefrau nahezu unbewusst IMMER in den Brettspielen mit Freunden betrogen und geschummelt hat - und in einer Analyse mit dem Ehemann haben sie es auf die Kindheitserlebnisse bei Brettspielen mit dem Vater zurückgeführt - wenn sie verloren hat. Also musste sie nun immer gewinnen...
    ;-)


  • Ich hatte schon im anderen Thread geschrieben: ich hab auch schonmal geschummelt (hah - das klingt gar nicht so schlimm wie wenn man betrügen sagt ;)) - war bei Star Craft the Boardgame wo ich 2 Befehlsmarker aus einem Stapel vertauscht habe (ich hab das aufgrund meines schlechten Gewissens nach dem Spiel auch gebeichtet und das war eine wirkich peinliche Situation, mein Mitspieler fand das allerdings nicht wirklich schlimm) weil ich die absolut sinnlos falsch gelegt hatte.


    Der Impuls dabei war aber nicht, dass ich mich über meinen Gegner erheben wollte, es war eher so dass ich mich brutal über meine eigene Dummheit geärgert habe. Mir macht das eigentliche Verlieren (das besagte Spiel hab ich zum Glück trotz Schummeln verloren) aber nichts aus, ärgern tu ich mich eigentlich nur wenn ich irgendeinen Quatsch spiele. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung würde ich daher sagen, dass Schummlen mit unbedingt gewinnen wollen nicht unbedingt zusammenfallen muss.

  • Ist es schummeln, wenn man mitbekommt, welche Karten der andere hat (er hat sie aus Versehen gezeigt etc.)? Oder man bei Scotland Yard die Zahl von Mr.X aufgrund der Schreibbewegung erraten kann?


    Beim ersteren Beispiel versuche ich, dass ich es trotzdem nicht sehe, welche Karten der andere hat.

  • Ist es schummeln, wenn man mitbekommt, welche Karten der andere hat

    Wenn Du das mitbekommst während er auf Toilette ist dann schon.


    Wenn er sie Dir unter die Nase hält dann nicht.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert


    ______________________________
    I'm old enough to know what's wise
    and young enough not to choose it

  • Absichtlich schummeln? Nein! Unbewusst mal was "falsch" gespielt, übersehen, nicht beachtet? Hat jeder bestimmt schon mal, kein Problem.
    Bei Roll for the Galaxy ist mir mal folgendes passiert: Vor dem würfeln laut nachgedacht - wenn ich jetzt dieses, folgendes und jenes würfle - was für ein optimaler Zug! Danach kurz unter dem Becher geschaut und über den Würfeln stehenlassen. Genau das von mir ersehnte Ergebnis lag vor mir, glaubt mir aber bestimmt keiner. Also den Becher mit den Worten "wenn ihr mal bitte schauen würdet" gelüftet, um den Vorwurf gar nicht entstehen zu lassen. Was kam danach? Mit Telekineten spielen wir nicht mehr! :D

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Bei Brettspielen ist mogeln in meinen Augen ein absolutes "no go".


    Ich habe allerdings schon einmal als Spielleiter beim Rollenspiel geschummelt, als die Heldentruppe meine schönen Monsterhorden mühelos wie geschnittenes Brot platt gemacht haben. Da gab es dann mal fix eine "Anweisung von oben", natürlich nur um die Spannung und den Spaß zu erhöhen und die Heldengruppe nicht arg zu enttäuschen oder gar zu langweilen... ;)

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