Eure Empfehlung für Papierschneidemaschine?

  • Bisher habe ich immer mit Stahllineal und Hobbymesser bzw. Skalpell meine Papiersachen zurechtgeschnitten, teils auch einfach mit Schere.
    Wenn aber eine ausgedruckte Anleitung auf A4 mal wieder nicht in die Ami-Schachtel passen will und so 16 Blatt zeitgleich geschnitten werden will, ist das dann doch etwas mühsam.
    Ebenso muss ich bei Stahllineal und Messer immer aufpassen, dass ich da keine Wellen schneide, weil ich nicht an der Linealkante geblieben bin.


    Welche manuelle Papierschneidemaschine könnt Ihr aus eigener Erfahrung empfehlen?


    Wichtig ist mir, dass ich genau sehe, wo die Schnittkante verläuft. So dass ich relativ schnell da Papier anlegen kann und *zack* ist das Papier auch ganz genau da geschnitten.


    Habe spontan mal eine "Dahle 507 Roll- und Schnitt-Schneidemaschine" gekauft, aber so richtig glücklich werde ich damit nicht. Denn die Optik der Auflagefläche in blauer Hammerschlagoptik streut das Licht so extrem, dass ich die Hilfslinien kaum erkennen kann. Zudem ist das Anpresslineal nicht transparent genug und eine wirkliche Schnittkante kann ich da nicht erkennen. Die Schnittkante muss wohl noch nachjustiert werden, da die rechten Winkel eine leichte Abweichung haben. Eine Anleitung dazu und überhaupt gibt es sowieso nicht. Schwach für ein angebliches Qualitätsprodukt, selbst wenn es die Einstiegsklasse ist. Bin ein Freund von "einmal kaufen und dann darf es auch teurer sein, wenn die Qualität stimmt". Welche Geräte sind aber wirklich gut und praktisch?

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  • Ich habe zwei Schneidegeräte im Einsatz:


    1) Dahle 508 Rollenschneidegerät bis DIN A3. Die Hilfslinien sind in weiß auf blau, somit gut zu erkennen. Die Schneidekante war schlecht zu erkennen, weshalb ich auf die untere Ebene weißes Klebepapier geklebt habe, so dass ein starker Kontrast blau - weiß entsteht. Schneidet zuverlässig Papier bis 300 g/qm. Die Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend.


    2) HSM CM4315 Hebelschneidegerät bis DIN A3. Die Hilfslinien sind in dunkelrot auf hellgrau, somit gut zu erkennen. Die Schneidekante ist schwarz und setzt sich gut vom Tisch darunter ab. Das Teil schneidet mit etwas Kraftaufwand sogar durch 2 mm Karton mit beidseitig aufgeklebtem Papier. Braucht allerdings etwas Übung, da bei dickem Material die auftretenden Kräfte beim Schneiden das Material leicht verschieben, so dass man im Vorfeld das Schnittgut bewusst leicht schräg anlegen muss, um einen geraden Schnitt zu erhalten. Im Ergebnis aber dann sehr zufriedenstellend.


    Bei beiden Geräten sind die Hilfslinien und Anlegekanten aber nicht wirklich rechtwinklig. Stört mich aber selten, da ich fast immer Schnittmarken mitdrucke.


    Ciao
    Stefan

  • Ich würde eine Hebelschneidemaschine einer Rollenschneidemaschine immer vorziehen. Für den gleichen, angesprochenen Zweck habe ich mir eine preiswerte Hebelschneidemaschine (mit ankoppelbarer Rollenschneide) aus dem Aldi angeschafft. Sie erfüllt nun schon ein paar Jahre ihre Dienste ohne mir Grund zum Klagen zu geben. Ich bin höchst zufrieden damit.

  • Schneiden denn die genannten Geräte dann auch die o.g. 16 Seiten auf einen Ratsch? Meine bescheidenen Erfahrungen mit einer Schneidemaschine sind da eher ... bescheiden, da der Stapel aus mehreren Blättern meist von der Klinge verschoben und dann schief geschnitten wird (Anpresslineal wurde natürlich so fest wie es geht zugeschraubt).

  • Schneiden denn die genannten Geräte dann auch die o.g. 16 Seiten auf einen Ratsch? Meine bescheidenen Erfahrungen mit einer Schneidemaschine sind da eher ... bescheiden, da der Stapel aus mehreren Blättern meist von der Klinge verschoben und dann schief geschnitten wird (Anpresslineal wurde natürlich so fest wie es geht zugeschraubt).

    16 Seiten sind vielleicht für einen Arbeitsgang etwas viel. Aber dann schneide ich eben 2 x 8 Seiten (wobei die Maschine so ungefähr 10-12 Blätter verträgt). So what? Ob 8 oder 16 Seiten Fassungsvermögen war für mich kein Grund in eine wesentlich teurere Maschine zu investieren. Das geht so ratzfatz schnell, das lohnt nicht.

  • Ich würde eine Hebelschneidemaschine einer Rollenschneidemaschine immer vorziehen.

    Bei mir ist es genau umkehrt. Ich würde immer die Rollenschneidemaschine bevorzugen. Zum einen finde ich das Handling einfacher, und zum anderen stört mich das von @malzspiele beschriebene leichte Verschieben des Materials beim Schneiden mit der Hebelmaschine viel zu sehr. Wenn ich hier 4-8 Blätter mit identischen Schnittmarken exakt übereinander lege und schneide, ist das oberste Blatt anders geschnitten als das unterste.


    Mit einer Rollenmaschine von Dahle bin ich jedenfalls absolut zufrieden. Es stimmt zwar, wie von @ravn beschrieben, dass die Schnittkante nicht exakt zu erkennen ist. Aber nach ein wenig Übung weiß ich nun mit bloßem Auge recht genau, wie ich das Papier anlegen muss, um genau zu schneiden.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Bei guten Hebelschneidern wird das Schnittgut gepresst, so dass der erwähnte Versatz kein Problem ist. Mit etwas Geduld finden sich solche Geräte zu akzeptablen Preisen bei ebay oder via Kleinanzeigen.
    Nachdem es mich immer wieder genervt hat, keinen Hebelschneider zu haben, weil Stahllineal und Skalpell oder der einfache Rollenschneider zu oft zu unpraktisch sind, habe ich neulich einen Ideal 1038 für ca. 70 € ersteigert. Eigentlich wollte ich kein Schlachtschiff (9 kg!), aber der Preis war zu verlockend. Ein paar Tage später lief mir dann der schon länger angepeilte Ideal 1142 für unter 30 € über den Weg. Welcher der beiden letztlich hier verbleiben wird, muss sich noch zeigen. Die ersten Tests mit dem 1038 waren jedenfalls vielversprechend. Zum Vergleich mit dem 1142 kann ich in ein paar Tagen sicher mehr sagen.

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  • Der arme Zusteller ... ;)

    Wir bestellen immer Vogelsand und Vogelfutter übers Internet - dadurch ist unser Zusteller schon lange anderes gewohnt.


    Und als Extrembeispiel haben wir vor Jahren mal ein Paket mit 2 Daimler-Bremsscheiben über Hermes nach Brasilien verschickt, das wog 28 kg. :)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Jup, er hat hier schon deutlich üblere Geschichten anschleifen müssen und das in manchen Wochen fast täglich. Im Gegensatz zu einigen DHL-Kollegen (und "grumpy UPS guy") tut er das aber fast immer mit guter Laune und einem Lächeln. Jedenfalls ist er der beste und vor allem zuverlässigste DHLer, den wir je hatten. Ein Schoko-Weihnachtsmann für gute Zusteller ist bei uns Standard. Er hatte sich schon in den ersten Wochen hier auch einen Osterhasen verdient ;)

  • Wir bestellen immer Vogelsand und Vogelfutter übers Internet - dadurch ist unser Zusteller schon lange anderes gewohnt.


    Und als Extrembeispiel haben wir vor Jahren mal ein Paket mit 2 Daimler-Bremsscheiben über Hermes nach Brasilien verschickt, das wog 28 kg.


    Jup, er hat hier schon deutlich üblere Geschichten anschleifen müssen und das in manchen Wochen fast täglich. Im Gegensatz zu einigen DHL-Kollegen (und "grumpy UPS guy") tut er das aber fast immer mit guter Laune und einem Lächeln. Jedenfalls ist er der beste und vor allem zuverlässigste DHLer, den wir je hatten. Ein Schoko-Weihnachtsmann für gute Zusteller ist bei uns Standard. Er hatte sich schon in den ersten Wochen hier auch einen Osterhasen verdient


    Ist bei uns ähnlich. Er darf hier immer die Kartons mit Kopierpapier lieferen. 20.000 Blatt wiegen ordentlich...

  • Ideal 1038 vs. 1142
    Die Schnittkante ist bei beiden Geräten für mich problemlos zu erkennen. Exakte Schnitte auf Karopapier gelingen mit gerade so erkennbarer Abweichung. Am oberen Ende des Papiers war der Schnitt mittig auf der Linie, unten am Rand. Mit Übung geht das sicher besser. Wenn zehntelmillimetergenaue Präzision gefordert ist, sollte man natürlich keinen Hebelschneider nehmen ;)


    Die Anpressschiene des 1142 erfüllt ihren Zweck. Allerdings muss man schon große Hände haben oder ein wenig mit dem "Messer" mitwandern, um den Druck auf DINA4 in der ganzen Länge halten zu können. Mit ein bisschen Übung gelingt dies aber ganz gut und die Ergebnisse sind selbst an oder über der Belastungsgrenze (15 Blatt, Zeitschriftenpapier, bedruckt, 80-90 g/m², Ideal setzt 15*70 g an) gut. Mit minimalem Versatz von < 0,5 mm muss man je nach Druckverteilung allerdings leben. Die Anpressung beim 1038 funktioniert wie erwartet wesentlich besser und erleichtert das Handling enorm. Der Versatz war selbst bei 40 Blatt kaum erkennbar.
    Das eigentliche Problem dürfte sowieso die exakte Anlage des Schnittguts am Anschlag sein. Dieser ist beim 1142 nur geklemmt, hält problemlos und lässt sich bei Bedarf leicht abnehmen. Die Arretierung per Schraube an der Stahlskala beim 1038 ist praktisch, aber in den meisten Anwendungsfällen wohl nicht notwendig. Der auf den mm genau einstellbare Rückanschlag ist sehr hilfreich, wenn man von Papieren unterschiedlicher Größe gleich breite Streifen abschneiden oder Fotos gleichmäßig einkürzen möchte.


    Die Schnittkanten sind beim 1038 aufgrund des deutlich besseren Messers auch bei einem dicken Stapel sehr sauber. Beim 1142 kann es bei dünnem Papier (ältere Taschenbuchseiten getestet) zu leichten Ausfaserungen kommen. Bei qualitativ besseren Papieren wie z. B. Spielanleitungen oder den von mir getesteten Zeitschriftenseiten sollte dies keine Rolle spielen.
    Um die Standsicherheit und evtl. Verrutschen braucht man sich dank der 3 kg des 1142 und den Gummifüßen wohl keine Sorgen zu machen. Die USS 1038 bewegt sich sowieso keinen mm ;)


    tl;dr Der 1142 ist gut genug für die meisten Anwendungsfälle, ich werde dennoch den 1038 behalten. Das Gerät hat einfach mehr Reserven und man kann damit obendrein etwas präziser arbeiten. Außerdem meinte meine Frau, dass sie ihn sonst behält ;) Falls also jemand Interesse an einem mehr oder minder nur zu Testzwecken gebrauchten 1142 hat...


    20.000 Blatt wiegen ordentlich...

    Klopapier könnte ich ja verstehen, aber wozu brauchst du regelmäßig ("immer") derartige Mengen (100 kg!) Kopierpapier?
    (16*DINA4 = 1 m² => 500 Blatt á 80 g/m² = 2,5 kg)

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