Ebayed after one try...

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  • Da hat er schon recht, der Ignacy. Genau so, wie viele Leute heutzutage sofort alles haben/können wollen, haben sie das Gefühl, sofort alles zu durchschauen und ihre unfundierte Meinung als in Stein gemeisselte, unerschütterliche Wahrheit kundtun zu müssen. Ich muss bei BGG auch immer lachen, wenn irgendein User mal wieder mit einer "Variante" ein Spiel verbessern bzw. reparieren will, das er selbst erst ein- oder zweimal gespielt hat.

  • Das Problem liegt aber teilweise auch in der Flut der Neuheiten, bei denen viele Spieler meinen, mithalten zu müssen.
    Da wird dann ein Spiel nur einmal gespielt, einfach, weil schon so viele Spiele im Schrank liegen, die noch ungespielt sind und unbedingt ausprobiert werden müssen!


    Von dem Zug bin ich zum Glück abgesprungen, aber ich lese dennoch hier im Forum auch häufig:
    Oh, wow - das Spiel Nippon (nur ein Beispiel) ist total genial! Alle wollten es nochmal spielen!
    ...aber das passiert dann nicht.
    Und dann denke ich mir auch: Krass, wie stark der Cult of the New zuschlägt. Lieber was Neues, als ein Spiel, dessen Regeln man bereits kennt und man nun an den Strategien arbeiten kann.
    Wo man vorher nur geahnt hat, dass es verschiedene erfolgsversprechende Strategien gibt, kann man nun auch abwägen, wann man was wie machen soll.


    Aktuelles Beispiel aus dem Wochenthread ist die Partie #LeHavre von @FischerZ. Bleibt die Frage, ob er das Spiel noch mal anfasst...


    Auf der anderen Seite: Wieso sollte ich ein Spiel, welches ich als unbalanciert wahrnehme, noch mal spielen? Wenn ich doch gleichzeitig noch so viele andere Spiele ausprobieren kann?
    Immerhin könnte es ja sein, dass ich RECHT habe, und das Spiel tatsächlich nicht balanciert ist! Dann habe ich Lebenszeit "verschwendet"... ;-)

  • Auf der anderen Seite: Wieso sollte ich ein Spiel, welches ich als unbalanciert wahrnehme, noch mal spielen? Wenn ich doch gleichzeitig noch so viele andere Spiele ausprobieren kann?
    Immerhin könnte es ja sein, dass ich RECHT habe, und das Spiel tatsächlich nicht balanciert ist! Dann habe ich Lebenszeit "verschwendet"...

    Wenn ich so an die Sache rangehe, hätte ich "The Kings Will" wahrscheinlich nie wieder angefasst... Da wäre mir ein Kleinod entgangen. Nicht perfekt, aber das offenbart sich auch nicht nach einer Partie...

  • Wenn ich so an die Sache rangehe, hätte ich "The Kings Will" wahrscheinlich nie wieder angefasst... Da wäre mir ein Kleinod entgangen. Nicht perfekt, aber das offenbart sich auch nicht nach einer Partie...

    Sicherlich. Aber wer sagt denn, dass das Spiel, das Du stattdessen gespielt hättest, nicht AUCH toll gewesen wäre?
    Es ist ja nicht so, dass wir plötzlich dastehen und sagen: Verdammt! Es gibt kein mir unbekanntes Spiel, dass ich noch spielen kann, weil ich ALLE Spiele gespielt habe und zwar so oft, dass ich sie nicht mehr spielen möchte... ;-)


    Edit: DAS ist ja eigentlich der Fluch der heutigen Zeit: Dass die Menschen immer der Meinung sind, etwas zu verpassen. Wahrscheinlich, weil durch die massive soziale Vernetzung IMMER jemand schreibt, dass er oder sie gerade was tolles macht.
    So wird das Gefühl suggeriert, man selbst würde viel, viel weniger tolle Sachen machen...

  • Volle Zustimmung an @[Tom] , was das Neuheitendenken anbelangt.


    Wir haben das bei uns in der Gruppe (die der anonymen Neuigkeitsfanatiker 8-)) ) auch erst vor kurzen intensiv diskutiert. Der Essen-Flash letztes Jahr (und einige - vermeintliche - Kickstarter-Fehlschläge), wo sich die neuen Spiele bis an die Decke stapelten, hat bei uns ein Umdenken ausgelöst. Mittlerweile wäge ich sehr stark ab, ob ich wirklich alles brauche, was hübsch und interessant aussieht und will auch Spiele die mir gefallen, nochmal spielen. Außerdem entdecke ich für mich die Sättigung an verschiedenen Genren.


    Für die kommende Spiel´17 haben wir uns vorgenommen, einfach nur zwei Tage komplett zu genießen und sich tatsächlich auch mal an einen Tisch zu setzen und verschiedene Sachen ausprobieren; denn das haben wir voriges Jahr nicht gemacht und sind nur von Stand zu Stand gehetzt um eine vorher erstellte "Einkaufsliste" abzuarbeiten.
    Dieses Jahr gibt es auch eine Liste - aber (hoffentlich) eine sehr kleine und vielleicht nur 1-2 Spiele die man als KS-Essen-PickUp gefördert hatte - und Pandemic: Legacy - Season 2 natürlich !!! :thumbsup:


    Von der "Sammelwut" die ich vorher hatte, bin ich auch kuriert und verkaufe Spiele die entweder jemand aus der Gruppe selbst schon hat (wie #VillenDesWahnsinns2Ed oder #Seasons - siehe Marktplatz !) oder die ich nicht mehr spielen mag, da sie mir nicht gefallen (wie #LegendenvonAndor beispielsweise).


    Was die von Tom angesprochene Partie #LeHavre von uns angeht:
    Klar ist, dass es einen Fehler gab (irgendwo) und klar ist auch, dass wir´s irgendwann nochmal spielen werden (und ich nach den Hinweisen hier im Forum auf einen spielerischen Fehler auch möchte).
    Aber dieser permanente Druck nach Nahrungsmittelbeschaffung fand ich persönlich schon sehr krass und zu negativ - zumindest im direkten Vergleich anderer Spiele des Autors (#Agricola und #EinFestfürOdin beispielsweise) - auch, wenn wir einen Wurm drin hatten oder ich strategisch den Fehler machte, dies unbedingt befriedigen zu müssen.


    Normalerweise will ich Spiele auch öfter spielen um wirklich beurteilen zu können, ob es tatsächlich so gut (oder schlecht) ist, wie es die eine Partie gezeigt hat - es gibt aber auch hiervon Ausnahmen.
    Beispielsweise hat mir die Partie #ZombicideBlackPlague wirklich gereicht und ich habe absolut keinen Drang mehr danach, das nochmal zu spielen.


    Und Spiele nur nach dem Lesen der Regeln oder nach einer Partie zu beurteilen geschweige denn insgesamt zu durchblicken um mir ein dediziertes Urteil zu erlauben, wage ich nicht und traue mir das auch nicht zu.
    Da vertraue ich auf die Kompetenz verschiedener "unknownser", die das anscheinend so gut können, dass das wirklich ab und zu auch mal mit meinem Bauchgefühl übereinstimmt.

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  • Sicherlich. Aber wer sagt denn, dass das Spiel, das Du stattdessen gespielt hättest, nicht AUCH toll gewesen wäre?

    Niemand... Aber wer sagt, dass das nächste Spiel nicht grottenschlecht gewesen wäre?


    Mir ging es nur darum zu sagen, dass ich es als unfair erachte eine Erst/Zweitpartie, womöglich mit Fehler, als Grundlage dafür herzunehmen und zu sagen: "Wasn Scheiß!"

  • Und Spiele nur nach dem Lesen der Regeln oder nach einer Partie zu beurteilen geschweige denn insgesamt zu durchblicken um mir ein dediziertes Urteil zu erlauben, wage ich nicht und traue mir das auch nicht zu.
    Da vertraue ich auf die Kompetenz verschiedener "unknownser", die das anscheinend so gut können, dass das wirklich ab und zu auch mal mit meinem Bauchgefühl übereinstimmt.

    Ach, man muss ein Spiel ja nicht komplett durchschauen bei der Regellektüre.


    Aber wir haben zum Beispiel mal #TammanyHall gespielt und einer der Mitspieler meinte: Hm, Blind Bidding mag ich eigentlich so GAR NICHT.
    Ich wollte das Spiel darauf hin sofort wechseln, weil Tammany Hall zu einem sehr großen Teil fast nur daraus besteht. Aber er wollte dennoch spielen...


    Worauf ich hinaus will: Wenn ich WEISS, dass ich kein Blind Bidding mag, dann kann ich anhand der Spielregeln schon sehen, dass es Blind Bidding gibt - und weiß, dass mich dieses Spiel nur mässig interessiert...

  • @[Tom]
    Das stimmt wohl - aber da geht´s ja auch um einen Mechanismus, den ein Spiel enthält.
    Falls jemand keine WP-Spiele mag, dann habe ich auch ein Problem, da sehr viele Spiele die ich habe auf diesem Mechanismus basieren.


    Oder anderes Beispiel: Ich würde gerne (sehr gerne sogar) mal #CaptainSonar spielen - dazu fehlen mir aber die Anzahl Mitspieler (die das Spiel zwingend benötigt um zu zünden) da bei uns das Element der Echtzeitspiele leider bei der Mehrheit der Spieler nicht gern gesehen wird... ;(

  • Oder anderes Beispiel: Ich würde gerne (sehr gerne sogar) mal #CaptainSonar spielen - dazu fehlen mir aber die Anzahl Mitspieler (die das Spiel zwingend benötigt um zu zünden) da bei uns das Element der Echtzeitspiele leider bei der Mehrheit der Spieler nicht gern gesehen wird...

    Buchen Sie noch heute ihre Teilnahme am Unknowns Treffen Süd inkl. dem Captain Sonar Sorglospaket... ;)

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  • netter Post, aber mich stört die indirekte Kritik, dass Reviewer nicht sagen, wie oft sie es gespielt haben.
    Wenn ich sage: ich habe es 5 mal gespielt, ist das genug? Oder reichen 3 Mal? oder müssen es 10 sein? Oder vielleicht 20... (das wäre eine witzige zahl, und jeder müsste im Vollzeit Reviewen, wenn er nicht nur Pegasus-Klimbimmspiele rezensiert :)


    Wenn man eine Meinung schreibt, sollte man dazu schreiben, wie man zu der Meinung kommt. Oder es sagen, für die Schreibfaulen :).
    Wenn ich ein Spiel nach 2 Mal spielen rezensiere, und es doof finde, werde ich es sagen, und auch mitteilen, dass ich es nicht gut finde, eben weil xyz (Zum Beispiel ein Mechanismus mich nerft) Nie würde ich behaupten, ein Spiel sei kaputt, da weiss ich zu genau, wie viel Arbeit das im voarb reinfliesst bei echten Verlagen. Aber wir kennen sie alle, diese Spiele, die auf dem Markt sind, und beim Kunden reifen :)


    Allerdings, was man auch nicht unterschätzen darf: Man MUSS sich doch heute, alleine durch das Regellesen eine Meinung bilden. Keiner kann alle Spiele, die ihn interessieren auch tatsächlich Probespielen.
    Mir geht es aktuell mit #DiceForge so. Für mich ist das Spiel flach, ohne tiefe und unfertig. Woher ich das weiß, ohne es gespielt zu haben... nur aus den Regeln.


    Ich darf diese Meinung haben, und auch äußern, wenn ich ganz klar dazu sage, wie meine Meinung zu Stande kommt. Ich bin dann gerne zu Disskussionen bereit :) Und auch jederzeit zu eienr Testpartie, aber bitte nicht verangen, dass ich meine Klappe halten soll :) Am Ende macht der Ton die Musik. Und jedem steht es frei zu, sein Spiel mit Hausregeln zu verändern, wie er will. Und wenn er diese dann auf BGG veröffentlich, auch fein, keiner muss sie nutzen :)


    Wieder viel Aufregung um nix, und ein gelungener PR Stunt von Ignacy. Er hat viel Shitstorm für die Verzögerung von First Martians bekommen, und wann immer er kann, betont er dies auch in Interviews... Jetzt ist das Spiel fertig, und mächtig getestet, sagt er. Die zeit bringt die Antwort :)
    Sein Vorteil als Publisher, kaum einer wird die Zeit mitbringen das Spiel so intensiv zu spielen, um tatsächlich eventuell vorhandene Schwachstellen aufzudecken. Und anderen, die meinen was gefunden zu haben, wird er die Geschichte vom Fahrrad erzählen :) Geh nach hause mit deiner Meinung, und spiel mein Spiel noch öfter... 100 Mal reicht nicht :)


    Vielleicht gehe ich mit meiner hier auch zu weit, aber wozu sind denn Foren da ? Meinungsaustausch :)


    Und ja, First impression Reviews nerfen wie die Hölle... machen nichts ausser HYPE aufbauen. Und darüber sollte Ignacy eigentlich froh sein. Die paar Negativ-Reviews steckt man weg. Gibt genug: Schau mal ich hab das mal ausgepackt, und es ist AMAZING-. Reviews :)
    Zurück zu #DiceForge.... da regedet jeder über das Material, und wie kurzweilig das Spiel ist. Kaum einer sagt was übers Spiel selbst :) Hab bisher ein gutes Video gesehen. Aber vielleicht isses einfach zu neu :)

  • Hi,


    Naja, es gibt irrwitzigere Sachen die postuliert werden als das mal ein Spiel nach einer Partie als "broken" bezeichnet wird. Die Erde is ne Scheibe, eine Hohlkugel (na was denn jetzt), der Mond ist aus Käse und die Amis sind eh nie drauf gelandet ...


    Atti

  • Sehr schöner BGG Beitrag von Ignacy. Bleibt mir nur die Frage was da eigentlich schief läuft. Offensichtlich ist es im Neuland einfacher an Informationen zu kommen und offensichtlich haben diese Informationen eine sehr breite Streuung in der Qualität.


    Viele tun ja so als dürfe man nach einer Partie keinen Eindruck wieder geben und erst nach einem Dutzend Partien seine Meinung sagen. Und wenn ich sie schon von mir gebe dann doch bitte noch 11 mal spielen und dann eine ausgewogene Rezension zu dem Spiel nachschieben. Das halte ich für die komplett falsche Sichtweise. Wenn mir ein Spiel nicht gefällt dann gebe ich das so weiter - im allgemeinen mit Begründung. Und wenn es mir nicht gefallen hat sehe ich absolut keinen Grund es nochmal zu spielen. Dann lieber etwas was mir beim ersten mal gefallen hat oder auch mal wieder was Neues.


    Das Problem ist nach meiner Ansicht dass viele offenbar nicht gelernt haben eine Quelle zu hinterfragen. Das ist in Zeiten des Neulandes eine Kernkompetenz! Nicht dass das früher nicht auch von Nöten gewesen wäre, aber in Zeiten des Neulandes wird es nochmals wichtiger. Von wem kommt eine Information? Kann ich der Person vertrauen? Welche Interessen verfolgt diese Person? In welcher Rolle schreibt sie? Was sind ihre Grundüberzeugungen? Alles das sind Dinge die man bei jeder Information hinterfragen sollte.


    Hypothetischer Informationsfluss zu einem Spiel :

    • Information 1: Ein mir persönlich unbekannter user im Internet hat die Regel gelesen und hält das Spiel für schlecht.
    • Information 2: Ein alter Spielefreund mit einem dem meinen sehr ähnlichen Geschmack hat das Spiel gespielt und findet es sehr gelungen.
    • Zwischenbilanz ohne Quellenhinterfragung: "Ja keine Ahnung was ich von dem Spiel halten soll, man hört ungefähr gleich viel Gutes und Schlechtes."
    • Information 3: Einem Spieler der direkte Konfrontation im Spiel nicht mag hat das Spiel überhaupt nicht gefallen.
    • Information 4: Ein Spiel mit diesem Artwork käme bei einem Forenmitglied niemals auf den Tisch!
    • Zwischenbilanz ohne Quellenhinterfragung: "Man hört mehr Schlechtes als Gutes."
    • Information 5: Im Neuland postet jemand er hätte zu dem Spiel mehr Schlechtes als Gutes gehört.
    • Fazit ohne Quellenhinterfragung: "Taugt wohl nix!"


    Wer so mit Informationen umgeht wird es nicht nur im Hobby schwer haben.


    Wenn ich etwas zu einem Spiel wahrnehme sollte ich all dies selbst hinterfragen. Wieso unterstellen dass das Spiel bereits häufig gespielt wurde? Wieso unterstellen wir dass die Quelle unseren Geschmack teilt?

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert


    ______________________________
    I'm old enough to know what's wise
    and young enough not to choose it

    4 Mal editiert, zuletzt von Herbert ()

  • Ich persönlich lese ja lieber negative Kritiken, weil bei diesen oftmals detaillierter beschrieben ist, wieso dem Kritiker das Spiel nicht gefällt, als bei einer positiven Kritik.


    Die lautet oftmals: "Alles richtig gemacht! Ich liebe das Spiel!!"


    Negativ liest man eher: "Der Mechanismus der Aktionsauswahl hinkt ab der 2. Runde, wenn die Arbeiter nicht nur gedreht, sondern auch geworfen verteilt werden. Dann kommt es zu der Situation, dass..." usw usf.


    Bei einer solchen negativen Kritik kann ich sehr viel besser abwägen, ob dieser Aspekt mich auch stören würde/wird - oder nicht... :)

  • Bin ich der einzige, der es merkwürdig findet, dass "eBay" als Verb gebraucht wird?

    Ich wundere ich über nix mehr. Vor vielen Jahren fand ich es auch merkwürdig, als das Wort "googeln" als Verb verwendet wurde. Heute steht es im Duden.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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  • Ich persönlich lese ja lieber negative Kritiken, weil bei diesen oftmals detaillierter beschrieben ist, wieso dem Kritiker das Spiel nicht gefällt, als bei einer positiven Kritik.

    Ich mag auch Lobhudeleien wenn die postiven Aspekte da entsprechend erläutert werden. Aber stimmt schon, beim Kritisieren gibt man sich meist mehr Mühe.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert


    ______________________________
    I'm old enough to know what's wise
    and young enough not to choose it

  • Es passt gerade herrlich zu meinem aktuellen Thema... Gestern war wieder Spielegruppe angesagt und es fällt da immer extrem schwer Spiele auf den Tisch zu bringen, die nicht sogar vor der Regelerklärung zerfetzt werden.


    1. Beispiel: Gloomhaven. Gesehen hat es davon noch keiner, aber ich habe es zu Hause und sobald bei mir die Regeln sitzen, wollten wir loslegen. Dann habe ich gestern davon geschwärmt, dass es ohne Würfel auskommt, dass es keine Blender-Minis hat, dass jeder Held eine Lebensaufgabe hat, dass sich die Welt entwickelt, ihr kennt das ja. Dabei wurden die Gesichter (selbst von Descent-Spielern) aber immer länger und die Krone setzte dann die Freundin auf: "...naja, man kann es ja trotzdem mal probieren!" Trotzdem!


    2. Beispiel: Wir spielten dann Robinson Crusoe, dass ich in wenigen Minuten erklären konnte. Alle waren sofort drin und wir haben sogar das erste Szenario geschafft. Fazit: "Eigentlich ist das Spiel echt gut, aber der Kampf ist scheiße!" Mit "Kampf" war die Jagd auf wilde Tiere gemeint, die in dem Spiel so abläuft, dass es natürlich keine Miniaturen gibt, sondern nur eine Karte mit Werten, die gegen die eigenen gerechnet werden. War wohl nicht genug Action.


    3. Beispiel: Mein "Juwel" Star Wars Rebellion kam in dieser Gruppe nicht mal bei den Star Wars Fans auf den Tisch - sogar nicht mal aus dem Regal. Warum? "So'n komisches Strategiespiel, ist nicht meins" - ohne auch nur einen Blick in oder auf die Schachtel geworfen zu haben...


    4. Beispiel - man sollte meinen, das würde den Nerv treffen: Blood Rage. Auch total durchgefallen. "Das Spiel ist cool, mit den Minis und so. Aber irgendwie mag ich das nicht". Warum nicht? Weil nicht gewürfelt wird. Der Kampf mit Karten ist zu unspektakulär.


    Was dagegen immer bei denen läuft ist Zombicide... Ich könnte gerade brechen!

  • JEDER.EINZELNE.SATZ dieses Posts war Gold. Ich wünschte ich könnte dir hier GeekGold geben :D

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter ichbinsderben.podbean.com

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • JEDER.EINZELNE.SATZ dieses Posts war Gold. Ich wünschte ich könnte dir hier GeekGold geben :D 

    Ersatzweise kannst Du gerne auch Krügerrand geben ... :)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Geb doch mal jemand dem Ignacy ein Taschentuch...


    In einem Punkt mag er recht haben - ein Spiel nach einer Partie als "broken" zu bezeichnen erscheint mir auch übereilt.


    ABER: Er mischt das ganze ja recht strukturlos (ähnlich seinen Regelheften :) ) mit Reviews. Und da empfinde ich das dann doch als ganz schönes Geheule. Ja, man kann schonmal dazu sagen, wie oft man ein Spiel gespielt hat. Aber ein Review ist für mich auch nach einem oder zwei Partien schon legitim. Ist doch bei anderen Medien (Filme, Bücher) auch so. Damit muss man klarkommen. Ein guter Reviewer weiß schon, ob nun die Spielegruppe oder das Spiel an einem eventuellen Scheitern schuld war.


    Meine persönliche Meinung: Der Gute ist bei mir nicht gerade für klare Regeln bekannt (siehe Stronghold (katastrophal), Neuroshima Hex) - da wundert es nicht, dass er mal zerrissen wird. Ich bin inzwischen ebenfalls der Meinung, dass ich mich nicht mehr über schlechte Regeln ärgern muss, dafür gibts zu viele Spiele. Dann kommts halt weg. Sich darüber auszuheulen, dass Leute sich nicht genug damit beschäftigen (= keinen Bock haben, das Internet nach FAQs und Klärungen zu durchforsten), finde ich strange...

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    Ich habe vor dem Spielekauf noch NIE eine Regel gelesen. Von den 20 Einträgen bei meiner Merkliste sind 3 Spiele dabei, die ich noch nicht gespielt hatte. Ich kaufe in den letzten Jahren, fast nur Spiele, die wir schon gespielt haben. So 1 Spiel pro Jahr wird gekauft, weil es interessant klinkt (oder im Neuland viel Gutes darüberberichtet wird). Unsere Neuheiten sind oft die Neuheiten von 2014 oder 2015...Vorteil: schon gespielt und Angebotspreise.


    Erweiterungen klammere ich mal aus...


    ES ist halt die Frage, wie viele Spiele einem interessieren (zum Thema Neuheitenflut). Zur Zeit sind es bei mir relativ wenig Spiele... 2 oder 3

  • Ich glaube, hier wird mal wieder ganz viel zusammen in einen Topf geschmissen, um sich dann aus dem daraus abgeleiteten "alle anderen sind doof!" zu berauschen...


    Fangen wir mal an: Darf man nach einem Spiel (oder auch nur nach Regellesen) einen Eindruck von einem Spiel haben? Aber sicher doch! Jedesmal, wenn man mit irgendwas oder irgendwem das erste Mal Kontakt hat, bleibt irgendein Ersteindruck hängen. Soweit ist alles noch völlig normal.


    Nächste Frage: Darf bzw. sollte man seinen Ersteindruck im Internet sofort in die Welt blasen? Darf: ja, ist nicht verboten. Sollte? Schwieriger. Grundsätzlich finde ich es positiv, wenn jemand seine Meinung äußert. Jetzt kann man natürlich wunderbar theoretische Forderungen aufstellen wie etwa die, dass Reviewer immer dazusagen müssen, wie oft sie welches Spiel in welcher Spielerzusammensetzung gespielt haben oder ähnliches, aber so läuft es doch nicht in der Praxis. Irgendwelche Eindrücke von sehr unterschiedlicher Qualität prasseln auf mich ein und es ist immer MEINE Aufgabe als Rezipient, diese passend einzuordnen. Wem glaube ich wie viel? Wenn jemand in seiner Freizeit Berichte schreibt und ich lese sie, ohne etwas dafür zu bezahlen, dann habe ich da wenig Ansprüche zu stellen. Gefällt's mir nicht, werden die geistigen Ergüsse des Autors beim nächsten Mal eben nur noch überflogen und beim übernächsten Mal gar nicht mehr gelesen, fertig, aus.
    Erste Erkenntnis: Es geht also weniger darum, was die Content-Ersteller im riesigen Internet alles so für Blödsinn schreiben. Wenn's konstruktiv sein soll, muss man sich stattdessen lieber Gedanken machen, wie man sinnvoll die Informationen filtern kann, die auf einen in dieser neuen Welt einprasseln.


    Nächste Frage: Darf man ein Spiel verkaufen, wenn es beim ersten Spielen durchgefallen ist? Auch hier sage ich: klar, warum nicht? Wenn ich im Spieleschrank ein Dutzend Spiele habe, die sowohl bei Neuspielern mit hoher Wahrscheinlichkeit zünden wie auch mir selbst bzw. anderen Spielekennern ein bis zwei Nummern besser gefallen als ich es auch beim besten Willen dem neuen Spiel zutraue, das mich schon beim ersten Mal nicht wirklich überzeugen konnte, dann weg damit. Warum sollte man so ein Spiel zum Verstauben in den Schrank stellen oder mit Engelsgeduld auf seine Freunde einreden, doch bitte, bitte diese eventuelle Gurke nochmal mit einem zu spielen, damit man sich ein endgültiges Bild machen kann? Nicht nötig. Weg damit.


    So. Jetzt bei allem bisher geäußerten Verständnis für eine schnell geäußerte "Das Spiel gefällt mir nicht!"-Meinung incl. dem Verkauf nach nur einer Partie: Eine Sache geht gar nicht: Nach nicht ausreichender Beschäftigung ein Spiel schon als "broken" bezeichnen. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Autor, Verlag, Redakteur, Spieletestern, etc., die viel Arbeit in das Spiel gesteckt haben. Damit erklärt man diese Menschen indirekt zu Idioten, die ihr Handwerk nicht verstehen. Das Problem ist eben nicht die Aussage "Das Spiel gefällt mir nicht!", die ist soweit völlig legitim, auch nicht das "nur einmal gespielt haben", sondern der Absolutheitsanspruch, der von manchen (tendenziell weniger cleveren) Leuten mit so einer Aussage wie "broken" verknüpft wird. (Clevere Leute wie Rahdo machen nach 0-2 kompletten Spielen sogar Videos mit bestenfalls wachsweicher Kritik und werden dafür gefeiert.)
    Mit Beschäftigung meine ich übrigens nicht zwingend "X Mal gespielt haben". Ich habe auch schon den Fall erlebt, dass jemand ein Spiel schon ganz oft gespielt hatte, aber immer falsch, weil es ihm mal falsch erkärt wurde. Die Regeln selbst nie gelesen. Aber trotzdem eine felsenfeste Meinung von dem Spiel haben, dass es so-und-so-gut wäre...



    PS: Ab und zu ist so eine "Das Spiel ist broken!"-Aussage in Foren doch richtig. Ich erinnere mich z.B. an "Wir sind das Volk", wo der Autor der entsprechenden Kritik erstmal von allen Seiten auf BGG angefeindet wurde, es wurde Popcorn geholt und gefuttert, dann spielte er online gegen den Autor, die Kommentatoren feixten schon... und dann schlug der Kritiker den Autor mit seiner Strategie mehrfach und das führte zu einer neuen Regelversion... Also ab und zu einfach mal den Ball etwas flacher halten...

  • Meine persönliche Meinung: Der Gute ist bei mir nicht gerade für klare Regeln bekannt (siehe Stronghold (katastrophal), Neuroshima Hex) - da wundert es nicht, dass er mal zerrissen wird. Ich bin inzwischen ebenfalls der Meinung, dass ich mich nicht mehr über schlechte Regeln ärgern muss, dafür gibts zu viele Spiele. Dann kommts halt weg. Sich darüber auszuheulen, dass Leute sich nicht genug damit beschäftigen (= keinen Bock haben, das Internet nach FAQs und Klärungen zu durchforsten), finde ich strange...

    Joa, dann hab ich wenigstens für die deutschen Versionen was zu tun :D Stronghold liegt gerade wieder ein bisschen, aber da muss auch ALLES neu gemacht werden, bis runter zu den Karten.


    Die Frage die ich mir immer stelle: Warum sollte ich SO VIEL Zeit in ein Spiel investieren, wenn mein Ersteindruck Scheiße war? Was motiviert mich da noch 10 Mal zu spielen? Richtig: Nüscht.


    Zur Fairness bei Cry Havoc: Es wäre deutlich mehr balanced, wenn die Leute wenigstens nach den Regeln spielen würden ... :D Ich habe von vielen Leuten, die mir bei der deutschen Version geholfen haben, am Ende gehört: "Ach SO spielt man das!" So ein Spiel steht und fällt halt mit den Regeln ...

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    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

    Einmal editiert, zuletzt von Ben2 ()

  • JEDER.EINZELNE.SATZ dieses Posts war Gold. Ich wünschte ich könnte dir hier GeekGold geben :D 

    Sorry, aber ist doch wahr!


    Ich weiß nicht, ob das erst passiert, wenn man sich mehr mit dem Thema und Mechaniken beschäftigt, aber man kann doch ein Spiel, das rein aus Würfelglück besteht und in dem eigene Entscheidungen nur darin bestehen, ob ich nach links oder rechts laufe nicht mit einem Spiel vergleichen, bei dem ich wirklich folgenreiche Entscheidungen treffe. Gerade das ist bei RC doch so schön gelöst: Ich kann mich entscheiden was ich mache und mit welchem Risiko. Und erst dann wird abhängig von meiner Entscheidung gewürfelt.


    Dass bei den Wildtieren nicht gewürfelt wird, finde ich auch passend. Immerhin ist ein Gorilla, der das Lager angreift, immer gleich gefährlich. Der greift weder schlafend, noch erblindet, noch brennend das Lager an. Wozu dann würfeln?


    Ich fasse es einfach nicht, dass einige Leute "Würfeln" als Qualitätsfaktor verstehen. In diesem Sinne ist Zombicide in meinen Augen auch wirklich nicht als herausragend gutes Spiel zu verstehen, sondern eher als Sandkasten für Gewaltbereite.

  • Sorry, aber ist doch wahr!
    Ich weiß nicht, ob das erst passiert, wenn man sich mehr mit dem Thema und Mechaniken beschäftigt, aber man kann doch ein Spiel, das rein aus Würfelglück besteht und in dem eigene Entscheidungen nur darin bestehen, ob ich nach links oder rechts laufe nicht mit einem Spiel vergleichen, bei dem ich wirklich folgenreiche Entscheidungen treffe. Gerade das ist bei RC doch so schön gelöst: Ich kann mich entscheiden was ich mache und mit welchem Risiko. Und erst dann wird abhängig von meiner Entscheidung gewürfelt.


    Dass bei den Wildtieren nicht gewürfelt wird, finde ich auch passend. Immerhin ist ein Gorilla, der das Lager angreift, immer gleich gefährlich. Der greift weder schlafend, noch erblindet, noch brennend das Lager an. Wozu dann würfeln?


    Ich fasse es einfach nicht, dass einige Leute "Würfeln" als Qualitätsfaktor verstehen. In diesem Sinne ist Zombicide in meinen Augen auch wirklich nicht als herausragend gutes Spiel zu verstehen, sondern eher als Sandkasten für Gewaltbereite.

    Word!

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    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Ich habe auch schon den Fall erlebt, dass jemand ein Spiel schon ganz oft gespielt hatte, aber immer falsch, weil es ihm mal falsch erkärt wurde. Die Regeln selbst nie gelesen. Aber trotzdem eine felsenfeste Meinung von dem Spiel haben, dass es so-und-so-gut wäre...

    Na, das kennt wohl jeder von uns...


    Monopoly als bestens Beispiel.


    Dann hat meine Schwester mir damals Carcassonne gezeigt und war felsenfest davon überzeugt, dass man seine Meeples ÜBERALL hin setzen darf - nicht nur auf das gerade gelegte Plättchen.
    Bei SIX hatten wir auch einen Disput. Entgegen dem Namen des Spiels meinte sie, eine 5er-Reihe führt zum Sieg...


    Aber am Schönsten ist immer noch die Geschichte aus meinem (entfernten) Bekanntenkreis von den Siedler-Spielern, die IMMER die Start/Lern-Aufstellung aufgebaut haben, und nur die Farben ausgelost haben (Und dann meinten: Ok, eine Farbe gewinnt halt schon häufig, aber es ist ja nur ein Spiel... darum losen wir die Farben auch aus...) ;-)

  • Ist ja fast so wie bei den Kinobesuchen. Da gehen Leute auch in Filme und wundern sich nach 10 Minuten das das überhaupt nicht ihr Ding ist und fangen an alle Leute zu nerven oder zu telefonieren oder sonstigen Blödsinn zu machen.
    Oder wie oft habe ich schon den Satz gehört "das ist ja total unlogisch", nur weil man nicht richtig aufgepasst hat oder den Zusammenhang nicht verstanden hat.

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