Ich sehe rot, ich sehe grau...

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  • Ich persönlich bin sehr froh über EXIT. Räuber der Nordsee hat m.M.n. zu viele Schwächen im Balancing und immer gleichen Spielablauf und TFM in der Anleitung und m.M.n. eben zu komplex.

  • Räuber der Nordsee ist meiner Meinung nach das erste Spiel auf den bisherigen KSdJ-Nominierungslisten, das ich für unterdurchschnittlich halte, und dass Terraforming Mars, so toll ich es auch finde, mit seiner Mischung aus hohem Preis, überdurchschnittlichem Anspruch und nur mäßig hübscher Aufmachung nicht gerade der Favorit wäre, konnte man auch so erwarten.


    Trotzdem finde ich die Exit-Reihe genauso diskutabel. Unter den Nominierten eine nachvollziehbare Wahl. Aber musste es wirklich sein, Wegwerf-Spiele zu nominieren und dann als zugänglichste Spiele unter den Nominierten auch gewinnen zu lassen? Gab es in diesem Jahrgang wirklich nichts Besseres, das zu den KSdJ-Kritierien gepasst hätte? Meiner persönlichen Meinung nach hätte Wettlauf nach El Dorado den graunen Pöppel noch eher verdient gehabt als die Exit-Reihe...

  • Die Exit-Reihe und Legacy-Spiele bedienen den aktuellen Zeitgeist des Konsums: aufreissen, konsumieren, wegwerfen. Brettspiel als "Event", als Kick & Thrill. "Popcorn-Brettspiele" als einmaliges Abenteuer. Von daher ist die Wahl auf einer analogen Ebene konsequent. El Dorado auf der roten Seite des Pöbels ist thematisch auch "Abenteuer", allerdings ein aus der Vergangenheit gepurzeltes, das den Weg dank eines "modernen" Mechanismus (Deckbau) in die Zeit gefunden hat. Magic Maze ist die Hektik und Hatz des urbanen Alltags. Das hätte man auch gut prämieren können, aber da schimmert die negative Wirklichkeit zu sehr durch. Die Exit-Reihe liefert dagegen noch den Eskapismus zum gesellschaftlichen Phänomen. Die Flucht in eine bessere, wenn auch zunächst unwirtliche Welt hat auch Terraforming Mars als verkappte Postapokalypse für die Zeit nach dem Konsum des Planeten. Das wäre dann auch meine Wahl gewesen.


    Das Stichwort erlaubt mir eine Brücke zu dem außergewöhnlichen Genrefilm The Girl with all the Gifts, den ich am Wochenende gesehen habe und der Postapokalypse eine neues, emotional intelligentes Kapitel hinzufügt. Zum Tode von George A. Romero, dem Kaufhaus-Zombie-Konsumkritiker schlechthin, wieder einmal fressende Horden, die den Planeten übernehmen, treffend Hungries genannt. Kinder des Konsums. Hungrig nach "Event"? Schauen:



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  • Ich finde Terraforming Mars immer noch eingänglicher und intuitiver als Village (Marco Polo ist für mich übrigens auch einfacher als Village)...schade - Hätte mich für das wirklich sehr gute Spiel echt gefreut...

    Top 10 (jeweils ohne Reihenfolge)

  • Investigative Recherchen haben ergeben, dass sich unknowns-User @fidel77 als Wortschöpfer von "Wegwerf Spiele" im Zusammenhang mit den Escape-Room-Spielen ausgeben darf:


    30. November 2016
    "Hallo, da mir das Prinzip der Wegwerf Spiele zuwider ist, ich aber Lust hätte mal ein Exit Spiel auszuprobieren ..."
    28.11.-04.12.2016

  • Man sollte "wegwerfen" auch nicht verwechseln mit "recyceln". Die Exit-Spiele kann man alle ins Altpapier werfen, also recyceln. ;)

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Man sollte "wegwerfen" auch nicht verwechseln mit "recyceln". Die Exit-Spiele kann man alle ins Altpapier werfen, also recyceln. ;)

    Du kannst es nennen wie du möchtest - Für mich ist Müll (Material) produziert worden, der noch ausgezeichnet wird - irgendwie für mich unverständlich.
    Das ist auch der Grund das wir noch keines dieser Einwegspiele gekauft haben. Von der Idee sind diese Spiele bestimmt nicht schlecht.
    Ironie on - Vieleicht sollte eine Art Pfand erhoben werden ala Flaschenpfand das man wiedererhält wenn man das Spiel nach Gebrauch dem Hersteller wieder zuführt - Ironie off.
    Wir leben halt in einer schnelllebigen Wegwerfgesellschaft


    P.S- Es gibt angeblich Escapespiele die mehrfach verwendet werden können, warum dann nichr so eines auszeichnen ?

  • Kingdomino ist nachvollziehbar.
    Exit ist wahrscheinlich auch in Ordnung.


    Wie immer entscheidet sich die Jury aber für die "mutlose" Variante. Dieses Jahr hätte der Schwerkraft-Verlag die Auszeichnung mindestens genauso verdient gehabt (jedenfalls für Terraforming Mars).

    Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
    Die Bibel: Johannes 3,16

  • Brettspiele mit Selbstzerbröselungsfaktor sind damit Tür und Tor geöffnet. Wenn heutzutage schon Wegwerf-Spiele auch wegen ihres Spielprinzips ausgezeichnet werden, dann dürfen die Spiele von morgen gerne auch eine begrenzte Nutzungsdauer mitbringen: Je nach gestaffeltem Kaufpreis löst sich die Pappe nach x Wochen oder y Monaten auf, zerspannen die Holzpöppel und verbleicht die Spielregel zur Unkenntlichkeit. Zurück bleibt eine unförmige Masse. Das ehemalige Brettspiel kann dann mit bestem Gewissen ins Altpapier entsorgt werden, belastet nicht als Altlast die Spielesammlung und schafft zudem neuen Platz im Regal.


    Einmal die Schutzfolie aufgerissen, ist der Zerfallscountdown gestartet. Die Uhr tickt. Wer dann nicht zügig spielt, ist selbst Schuld. Kennt man ja vom Joghurt im Kühlschrank. Erst im Angebot gekauft, dann eingelagert und vergessen und doch nicht konsumiert. Egal, wird dann eben aufgebläht weggeworfen und neu gekauft. Ganz normal, weil so gelernt.


    Derweil jubelt der Neuheiten-Junkie, denn mit der begrenzten Haltbarkeit und eingeschränkter Nutzungsdauer gibt es endlich keine alten Spiele-Schinken mehr, die doch irgendwann mal wieder gespielt werden sollten. Der Handel frohlockt, weil die Freaks ständig Nachschub brauchen, fleißig konsumieren und den Rubel rollen lassen. Die Verlage und Autoren werden endlich gerecht entlohnt, weil sich niemand mehr an seinem 30 Jahre alten Spieleschatz klammern kann, während der Cent-pro-Spielpartie-Faktor längst gegen null strebt. Der Sumpf des Gebrauchtmarktes ist trocken gelegt. Spiele weitergeben, gar verschenken? Nur mit Blick auf die Restlaufzeit, denn wer will schon Müll mit nach Hause tragen, weil der nächste Spieletreff erst am Wochenende ansteht.


    Schöne neue Brettspielwelt. Wenigstens können wir sagen, dass wir in der Stunde Null der neuen Brettspiel-Zeitrechnung dabei waren. Hinter vorgehaltener Hand wird derweil von aussterbenden Spiele-Rentnern über das Damals philosophiert, als es noch Spielesammlungen gab, man Schachtel auf Schachtel hortete und alles irgendwie besser war. Stirnrunzelnd reiße ich die Schutzfolie meiner Spieleneuheit auf und lächle im Konsumrausch. Ein Rausch, der noch 13 Tage, 23 Stunden und 57 Sekunden anhalten wird. Danach bin ich davon befreit. Alles ist gut und kann auch nicht besser sein.

  • weil die Freaks ständig Nachschub brauchen, fleißig konsumieren und den Rubel rollen lassen.

    Und das tun sie nur bei Wegwerfspielen? :D
    Die 'shelves of shame' und entsprechende Posts hier, auf Reddit und BGG sagen da was anderes. Die sagen, die Industrie braucht sich da mal gar keine Sorgen machen, egal ob Wegwerf- oder nicht. ;)

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  • Du kannst es nennen wie du möchtest - Für mich ist Müll (Material) produziert worden, der noch ausgezeichnet wird - irgendwie für mich unverständlich.

    Bei "normalen" Spielen fällt nach dem Auspöppeln schon gerne mal mehr Müll an, als eine Exit-Box als ganzes fabriziert.
    ...oder wenn ich bei McDonald's ein Menu kaufe (und ich konsumiere dann auch noch Müll, hurra!).


    Ich verstehe ja, dass man sich aufregt, wenn Kühlschränke, Drucker, Handys usw just am Tage ders Garantieablaufs den Betrieb einstellen und sich in teuren, ekelig zu entsorgenden Elektroschrott verwandeln... Aber bei so einer Mini Pappbox? Das kriegst ja sogar fast 1:1 in neues Papier umgestrickt.

    Mein Blog (Illustrationen, Brettspieldesign, Angespielte Spiele)

  • P.S- Es gibt angeblich Escapespiele die mehrfach verwendet werden können, warum dann nichr so eines auszeichnen ?

    Nicht nur angeblich.


    - Das Geheimnis der Sternwarte
    - Das Geheimnis des Refugiums des Dr. Gravely


    Für beide gibt es auf der Homepage eine bebilderte Anleitung, wie man alles in den Ursprungszustand versetzen kann.


    Dafür haben beide einen anderen Nachteil... Die Rätsel sind viel zu einfach geraten...


    Falls jetzt als Argument der Preis kommt. Der ist mit 19,99 € natürlich höher, aber das Material ist auch bei weitem (!!!!!!!!!! bitte beliebig viele Ausrufezeichen einfügen) als die Exit Spiele...


    Und, ja, icvh mag die Exit spiele... Bis auf die Insel, die fand ich bisher als schlechtestes Escape Spiel.... Nicht, weil die Rätsel nichts taugten, aber sie waren einfach zu heavy für mich...

  • Kann es sein, dass Kosmos als Verlag ganz bewusst auf das Wegwerf-Konzept gesetzt hat bei seinen Exit-Spielen? Es zumindest in Kauf nimmt. Ansonsten hätte sie es ja auch anders machen können als Vorgabe an die Autoren.


    Kann mir keiner erzählen, dass mit ein wenig Kreativität nicht auch mindestens genauso fordernde Rätsel möglich gewesen wären, ohne Material dauerhaft so zu verändern, dass man es kein zweites Mal gebrauchen kann. So ist aber sichergestellt, dass ein Exit-Game genau nur einmal gespielt werden kann. Wer es selbst spielen will, kann nicht darauf hoffen, dass es jemand aus dem Bekannten-Freundeskreis weitergibt, es muss neu gekauft werden.


    Hier wurden Einweg-Brettspiele für 60 bis 90 Minuten Vergnügen erdacht und die versammelte SDJ-Jury klatscht dem Wegwerf-Konzept Beifall. So also sieht heutzutage das Kulturgut Spiel aus. Muss ich das gut finden? <X


    (Dabei geht es mir gar nicht um das Müllaufkommen im Vergleich mit riesigen Stanzbögenresten und mächtigen Kühlschrank-Verpackungen und McDonalds-Müll, der dann natürlich immer extra so gewählt ist, nur damit die Exit-Spiele im Vergleich noch irgendwie besser wegkommen können. Sondern mir geht es um die eigentliche Denke, die hinter so einem Exit-Game-Konzept steht. Ein Konzept, das auch noch prämiert, ausgezeichnet wird. Diese Denke finde ich bedenklich im wahrsten Wortsinne. Spiele als Wegwerfprodukte. Spielkonzepte, die Konsummüll sind nach nur einer kurzen Partie. Sozusagen die Spiel gewordenen Einwegbecher der Kaffee-to-Go-Kultur. Gefällt mir persönlich nicht und zum Glück kann ich das in diesem Land auch problemlos so aussprechen. Und jeder kann ebenso anderer Meinung sein. Akzeptiert.)

    4 Mal editiert, zuletzt von ravn ()

  • Hatten wir diese Diskussion nicht schon mal?


    Natürlich musst Du das nicht gut finden. Ich finde es schon gut! Ich sehe das Kulturgut Spiel auch auf einer Stufe mit den Kulturgütern Kino oder Theater. Hier wie dort konsumiere ich eine Leistung, die nicht weiter gegeben werden kann! Natürlich gilt das nur für eine geradezu verschwindend geringe Menge an Spielen. Durch die Auszeichnung erhöht sich diese Menge jetzt etwas, was ich durchaus gerechtfertigt finde. Ohne wirtschaftlichen Erfolg gibt es auch kein Raum für Kreativität und Innovation, für Versuch und Irrtum!

    BGG-User: Cyberian (habe mehr als 500 Spiele im Tausch abzugeben und freue mich über jedes Angebot!)

  • Eine ähnliche Diskussion hatten wir schon mal bei den Legacy-Sachen. Ich habe noch nie ein Spiel gekauft, das beim Spielen irreversibel zerstört wird, und plane auch nicht, mich von dieser ablehnenden Haltung zu verabschieden. Aber erstens brauche ich das nicht jedem mit Schaum vorm Mund auf die Nase binden (ich kaufe mir das Zeugs einfach nicht und gut ist's) und zweitens finde ich das bei der Exit-Reihe im Vergleich zu Legacy-Spielen der 50-bis-100-Euro-Kategorie (Seafall, Charterstone, ...) noch halbwegs okay. Bei ~12 EUR wären meine Hemmungen, ein Wegwerf-Spiel zu kaufen, noch überwindbar, wenn das Spiel entsprechend gut wäre.

  • und zweitens finde ich das bei der Exit-Reihe im Vergleich zu Legacy-Spielen der 50-bis-100-Euro-Kategorie (Seafall, Charterstone, ...) noch halbwegs okay.

    Charterstone lässt sich auch nach dem Absschluss der Kampagne weiterspielen.


    Im Übrigen glaube ich, dass selbst diejenigen hier, die keine Wegwerf-Spiele kaufen, zumindest "Wegstell-"Spiele haben, also Spiele, die man zwar theoretisch noch einmal spielen könnte, es aber praktisch nicht tut. Ich habe letztes Jahr kein (vollwertiges) Spiel so oft gespielt wie Pandemic Legacy und mit kaum einem Spiel so viel Spaß gehabt. Der Kaufpreis war also sehr gut investiert. Letztlich kommt es doch nicht darauf an, ob man das Spiel wegwirft oder es in der Versenkung des Spieleschranks verschwindet, sondern wie oft man es spielt...

    Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
    Die Bibel: Johannes 3,16

  • Einfache Lösung: nur noch digitale Spiele kaufen - die gehen nicht kaputt, man hat sie für die Ewigkeit (außer man ist so doof und wechselt den Smartphone Anbieter), sie lassen uneingeschränkt legacy Mechanismen zu, lassen sich so oft resetten wie man will, machen keinen Müll und erfreuen sich in der Szene ohnehin einer uneingeschränkten Akzeptanz :D


    Im Ernst: ich war auch eher skeptisch gegenüber "Sachen aus meinen Spielen kaputt machen", hab mich aber jetzt bei Gloomhaven voll drauf eingelassen (noch nicht mal gesleevt) und bekomm von diesem Spiel so viel Spaß wie von nur wenigen Spielen zuvor (die zwar vollständig aber wenig gespielt im Schrank stehen).
    Legacy Mechanismen erlauben halt Dinge/Mechanismen die zuvor nicht so gut möglich waren und eröffnen so neue Design-Wege, was ich prinzipiell gut finde.
    Das Einbauen dieser Elemente nur zu dem Zweck, dass das Spiel möglichst schnell durch ist und neu gekauft werden muss (womöglich noch ohne dass diese Mechanismen einen wirklichen Vorteil bringen) finde ich auch bedenklich.


    Ich verstehe aber, dass gerade bei den Exit Spielen verlagsseitig nicht zu viel Wert auf Reset-Fähigkeit gelegt wird, da man diese Spiele in der gleichen Gruppe ohnehin nicht regelmäßig wiederspielen kann.

  • Muss ich das gut finden? <X

    Nö, aber du brauchst deswegen auch nicht gleich die Apokalypse der Brettspielkultur und die neu angebrochene Ära der uneingeschränkten Diktatur der Wegwerf-Spiele auszurufen.


    Klar ist es schade, kann man das Spiel nachher nicht noch weiterreichen. Aber man könnte ja auch das Positive sehen, etwa, dass es ein kreatives (wenn auch destruktives) Konzept ist, das etwas frischen Wind in die Branche bringt und sicher auch Leute an den Spieltisch lockt, die sonst beim Stichwort "Brettspiel" nicht grad in Euphorie ausbrechen. Wer weiss, vielleicht kriegen diese Leute danach sogar Bock auf mehr und machen auch mal bei einem "regulären" Brettspiel mit. Ich finde die Reihe jetzt nicht wirklich spektakulär, aber als SdJ-Gewinner ist es mir allemal lieber als der zweitausendunddrölfte Worker-Placement-Plättchen-Lege-Ressourcen-Generierungs-Einheitsbrei.


    Übrigens hält einen niemand davon ab, mit dem eigenen Keramik- oder Thermosbecher bei einem Coffee-to-go-Ausschank vorbeizugehen und diesen dort füllen zu lassen. Aber das nur so nebenbei.



    Nachtrag: Dem Verlag zu unterstellen, er hätte die Autoren gebeten, ein Spiel zu entwerfen, das man nur einmal spielen kann und es sich deshalb alle Leute neu kaufen müssen, finde ich dann aber doch etwas dreist.

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  • Ich meine, die Diskussion kratzt gerade erst an der Oberfläche und kann noch Potential für lesenswerte Meinungen und Perspektiven bieten. Wer nur an seiner eigenen Meinung interessiert ist, braucht ja nicht mitlesen, weil die kennt er ja längst. ;-)


    Ich für mich weiss, dass mich da was grundlegendes an den Exit-Einmalspielen stört. Das ist nicht der Preis. Gebe für weniger nachhaltige Sachen wie Essen mehr aus. Den Kern meiner Ablehnung finde ich noch schwierig zu greifen, auch weil ich das dauerhafte Verändern bei Legacy-Spielen zwar ungewohnt aber völlig ok finde. Ist wohl eher dieses Wegwerfen-Müssen nach dem als kurz empfundenen Einmal-Erlebnis.


    Genau deshalb bin ich auf andere, abweichende oder bestätigend ergänzende Meinungen gespannt.

  • Hülfe, hülfe, die (Brettspiel-)Welt wird untergehen.


    Bei manchen Kommentaren hier kann ich wirklich nur lachend mit dem Kopf schütteln.


    Thema Ressourcenverschwendung: Man mag es kaum glauben, aber Cellulose, der Hauptbestandteil von Papier ist tatsächlich ein nachwachsender Rohstoff - und nachwachsen tut es seit dem letzten Jahrhundert nicht zu knapp. Was die Energiebilanz angeht wird es nicht viele Hobbies geben, die da wesentlich besser dastehen.


    Thema "Kulturgut Spiel" (bei diesem Begriff stellen sich mir eh immer die Nackenhaare auf): Scheint ja nicht sonderlich viel auszuhalten das Kulturgut, wenn das Erscheinen einer handvoll Spiele unter den hunderten jährlichen Neuerscheinungen gleich seine Existenz bedroht. Was ist denn das für eine seltsame Auffassung? Ist die Mona Lisa dann auch nichts mehr wert, seitdem es bei IKEA 08/15 Fotodrucke zum an die Wand hängen zu kaufen gibt? Sollte beim Spielen nicht eher das friedliche Zusammenkommen von Menschen, die die Absicht haben ein wenig sinnlosen Spaß zu haben, im Vordergrund stehen? Ist es da nicht absolut unrelevant mit was genau sich beschäftigt wird? In spätestens 5 Jahren ist die ganze Exit-Room Geschichte eh durch.


    Naja, bringt Euch nur weiter Richtung Herzkasper. Die Pharmaindustrie freuts ^^

    Half Man, half Bear, half Pig!

  • Kann es sein, dass Kosmos als Verlag ganz bewusst auf das Wegwerf-Konzept gesetzt hat bei seinen Exit-Spielen? Es zumindest in Kauf nimmt. Ansonsten hätte sie es ja auch anders machen können als Vorgabe an die Autoren.


    Kann mir keiner erzählen, dass mit ein wenig Kreativität nicht auch mindestens genauso fordernde Rätsel möglich gewesen wären, ohne Material dauerhaft so zu verändern, dass man es kein zweites Mal gebrauchen kann. So ist aber sichergestellt, dass ein Exit-Game genau nur einmal gespielt werden kann. Wer es selbst spielen will, kann nicht darauf hoffen, dass es jemand aus dem Bekannten-Freundeskreis weitergibt, es muss neu gekauft werden.

    Ich weiß nicht, ob das wirklich dahinter steckt. Mir ist das einfach etwas zuviel Unterstellung an den Verlag. Dass die Leute Geld verdienen wollen, sollte klar sein. Das wollen sie auch mit jedem anderen Spiel.


    Wenn ich mit 2 oder 3 Freunden ein Exit-Spiel spiele und alle finden es toll, kauft sich dieses Spiel von denen trotzdem niemand mehr, weil man es schon kennt. Wenn ich hingegen ein "normales" Brettspiel mit 3 Leuten spiele und einen davon so "anfixe", dass er sich das Ding danach auch zulegt, wäre das doch für den Verlag ertragreicher. Dass man sich gegenseitig Spiele ausleiht, passiert doch irgendwie meist selten, denke ich. Entweder bringt es einer mit oder man kauft es sich auch noch. Empfehlungen an Bekannte, die es noch nicht gespielt haben, kann ich sowohl bei Exit- als auch normalen Spielen geben.


    Ich vermute, dass die Verlage hier einfach ein frisches Konzept ausprobiert haben und dieses erfolgreich war. Natürlich haben die Exit-Games etwas von einmaligem Event-Charakter. Aber muss das unbedingt so schlecht sein? Zumal es ja tatsächlich zu mind. 90% Altpapier ist, wenn nicht noch mehr.


    Ich seh das Ganze auf jeden Fall nicht als Konkurrenz zur herkömmlichen Spielen, die bald wie Heuschrecken über alles herfallen sondern als Ergänzung zum bestehenden Establishment.

  • Aber erstens brauche ich das nicht jedem mit Schaum vorm Mund auf die Nase binden (ich kaufe mir das Zeugs einfach nicht und gut ist's) und zweitens finde ich das bei der Exit-Reihe im Vergleich zu Legacy-Spielen der 50-bis-100-Euro-Kategorie (Seafall, Charterstone, ...) noch halbwegs okay. Bei ~12 EUR wären meine Hemmungen, ein Wegwerf-Spiel zu kaufen, noch überwindbar, wenn das Spiel entsprechend gut wäre.

    Hier werden zwei komplett unterschiedliche Aspekte durcheinander geworfen.


    Der Aspekt, den ravn und Cappuccino ansprechen, zielt vor allem auf die Nachhaltigkeit und das Umweltbewusstsein ab - also der ökologische Aspekt. Ob ich das Spiel persönlich eventuell sogar gut finde, es ein gutes Preis/Leistungsverhältnis hat, oder das ein besonders kreatives Produkt ist spielt eigentlich keine Rolle. Müssen denn heutzutage Spiele ausgezeichnet werden, die speziell dafür designt sind nach ein Mal spielen wieder weggeschmissen zu werden?
    Natürlich findet man immer grössere Übeltäter, ja man kann das Produkt danach noch recyclen und ein Brettspiel ist immer ein Luxusartikel und benötigt zur Herstellung Ressourcen und Energie. Aber muss man das denn noch durch das spezielle Design unterstützen?


    Den Aspekt den (unter anderem) du ansprichst ist eine rein ökonomische Kaufentscheidung. Bietet mir das Spiel genug Spiel für mein Geld? Das ist eine rein persönliche Entscheidung, eine Überlegung, die den ökologischen Aspekt komplett ausser Acht lässt.

    Einmal editiert, zuletzt von Thazdingo ()

  • Ich für mich weiss, dass mich da was grundlegendes an den Exit-Einmalspielen stört. Das ist nicht der Preis. Gebe für weniger nachhaltige Sachen wie Essen mehr aus. Den Kern meiner Ablehnung finde ich noch schwierig zu greifen, auch weil ich das dauerhafte Verändern bei Legacy-Spielen zwar ungewohnt aber völlig ok finde. Ist wohl eher dieses Wegwerfen-Müssen nach dem als kurz empfundenen Einmal-Erlebnis.

    Mir geht es ganz genau so. Irgendwie missfällt mir der Gedanke ein Spiel zu kaufen, welches ich nach 1-2 Stunden wegwerfen kann. Wenn ich es wenigstens an jemand anderen weitergeben könnte, damit es nochmal gespielt werden kann... Und auch ein Legacy-Spiel, welches 15 mal gespielt wird, löst bei mir eine andere Reaktion als ein EXIT-Spiel aus. Vielleicht auch einfach deshalb, weil die meisten Spiele wohl nicht 15 mal gespielt werden, bevor sie komplett einstauben. Man hat das Produkt/die Ressourcen wenigstens noch sehr gut ausgenutzt und damit die Spieler eventuell sogar dazu angereizt ein Spiel öfter zu spielen, als sie es normalerweise tun würden. Ein gutes Ressourcen-Spielspass-Verhältnis, wenn man so will :D


    Und auch ein EXIT-Spiel darf natürlich existieren und darf auch gekauft werden. Ich glaube aber, dass sich noch andere Käufer daran stören würden die bedruckte Cellulose nach einer Stunde Spielspass direkt wegschmeissen zu müssen. Deshalb kann ich die Auszeichnung auch nicht ganz nachvollziehen.

    Ich vermute, dass die Verlage hier einfach ein frisches Konzept ausprobiert haben und dieses erfolgreich war. Natürlich haben die Exit-Games etwas von einmaligem Event-Charakter. Aber muss das unbedingt so schlecht sein? Zumal es ja tatsächlich zu mind. 90% Altpapier ist, wenn nicht noch mehr.


    Ich seh das Ganze auf jeden Fall nicht als Konkurrenz zur herkömmlichen Spielen, die bald wie Heuschrecken über alles herfallen sondern als Ergänzung zum bestehenden Establishment.

    Ich sehe das auch nicht als Konkurrenz zu herkömmlichen Spielen und sehe auch, dass es ein neues kreatives Konzept ist - welches sich nur in ein paar Spielen durchsetzen wird. Aber eben eines, dass mir irgenwie missfällt. Und die Auszeichnung wird die Auflage solcher/dieser Spiele nochmal deutlich steigern.


    PS: Wie bekomme ich denn beim Zitieren eines Beitrags den in jenem Beitrag zitierten Beitrag weg? :P Also in diesem Fall ravns (leeres) Zitatfeld aus Staublunges Zitatfeld.

    Einmal editiert, zuletzt von Thazdingo ()

  • PS: Wie bekomme ich denn beim Zitieren eines Beitrags den in jenem Beitrag zitierten Beitrag weg? :P Also in diesem Fall ravns (leeres) Zitatfeld aus Staublunges Zitatfeld.

    Ich klicke links oben im Beitragsfenster auf "BBCode" und lösche das dann manuell raus, also alles von [*quote*=ravn] bis zum nächsten [/*quote].

    Mein Blog (Illustrationen, Brettspieldesign, Angespielte Spiele)


  • Müssen denn heutzutage Spiele ausgezeichnet werden, die speziell dafür designt sind nach ein Mal spielen wieder weggeschmissen zu werden? Klimawandel, Ressourcenverschwendung, Pariser-Klimaabkommen usw.
    Natürlich findet man immer grössere Übeltäter, ja man kann das Produkt danach noch recyclen und ein Brettspiel ist immer ein Luxusartikel und benötigt zur Herstellung Ressourcen und Energie. Aber muss man das denn noch durch das spezielle Design unterstützen?

    Gegenfrage: Was sollte eine Brettspiel-Jury höher gewichten, den Spielspass und die Kreativität eines Konzeptes oder die ökologisch-politische Korrektheit eines Produkts?
    Falls letzteres, dürfte gemäss deines Argumentes wohl kein einziges in China hergestelltes Spiel jemals wieder mit einem Pöppel ausgezeichnet werden (Stichwort Arbeitsbedingungen & Umweltschutz auch bereits vor Ort) - ob es dann, einmal hier angekommen, nach einer Partie und einem Monat oder zehn Partien und 5 Jahren der Papiersammlung übergeben wird, macht letzten Endes weder einen chinesischen Arbeiter noch einen chinesischen Fluss glücklicher.

  • [Mod]

    Wie bekomme ich denn beim Zitieren eines Beitrags den in jenem Beitrag zitierten Beitrag weg? Also in diesem Fall ravns (leeres) Zitatfeld aus Staublunges Zitatfeld.

    Einfachste Variante: Auf das (innere) Zitat im Bereich "xyz schrieb" klicken, "Zitat löschen" klicken.
    Sinnvollste Variante: Nur Beitragsteile zitieren. (Markieren, "Zitat speichern/hinzufügen")

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  • Gegenfrage: Was sollte eine Brettspiel-Jury höher gewichten, den Spielspass und die Kreativität eines Konzeptes oder die ökologisch-politische Korrektheit eines Produkts?Falls letzteres, dürfte gemäss deines Argumentes wohl kein einziges in China hergestelltes Spiel jemals wieder mit einem Pöppel ausgezeichnet werden (Stichwort Arbeitsbedingungen & Umweltschutz auch bereits vor Ort) - ob es dann, einmal hier angekommen, nach einer Partie und einem Monat oder zehn Partien und 5 Jahren der Papiersammlung übergeben wird, macht letzten Endes weder einen chinesischen Arbeiter noch einen chinesischen Fluss glücklicher.

    Ohoh, zieht man da wieder alle über einen Kamm? Ja, es gibt chinesische Dreckschleudern. Aber es gibt auch genügend gute Firmen. Der Kunde bekommt, was er bezahlt. Kunde ist in diesem Fall der Hersteller.


    Bevor mir Augenwischerei vorgeworfen wird. Mein bester Freund ist Chinese und hat in den letzten Monaten garantiert mehr chinesische Brettspielhersteller besucht, als alle hier anwesenden zusammen... ;)

  • Gegenfrage: Was sollte eine Brettspiel-Jury höher gewichten, den Spielspass und die Kreativität eines Konzeptes oder die ökologisch-politische Korrektheit eines Produkts?

    Ich fände es schön, wenn eine Jury, die über diese Marktmacht verfügt, sich - in einem gewissen Rahmen - über beides Gedanken machen würde. Aspekte wie Ökonomie, Political-Correctness, Artwork, Verfügbarkeit etc. werden ja auch mit einbezogen. ?(
    Das soll ja keine Komplettkalkulation werden. Sondern einfach zu überlegen, ob das noch in einem vertretbaren Rahmen liegt. Ich habe wie gesagt auch nichts gegen Legacy-Spiele an sich, finde aber dass mit einem Haufen Karten, den man anschliessend nicht weiterreichen kann, für eine Stunde Spielspass irgendwo eine Grenze überschritten wird.

    Falls letzteres, dürfte gemäss deines Argumentes wohl kein einziges in China hergestelltes Spiel jemals wieder mit einem Pöppel ausgezeichnet werden (Stichwort Arbeitsbedingungen & Umweltschutz auch bereits vor Ort) - ob es dann, einmal hier angekommen, nach einer Partie und einem Monat oder zehn Partien und 5 Jahren der Papiersammlung übergeben wird, macht letzten Endes weder einen chinesischen Arbeiter noch einen chinesischen Fluss glücklicher.

    Natürlich lässt sich jeder Umweltaktivist totargumentieren. Nicht einmal der grösste Hippie kauft all sein Hab und Gut aus vegan-regionalen fairtrade Bio-Produkten. :D Kann er ja auch gar nicht.


    Die Welt ist halt so wie sie ist. Und so einfach lassen sich Veränderungen ja auch nicht bewerkstelligen. Ich bin aber dennoch der Meinung, dass so etwas ab einem gewissen Grad auch bedacht werden sollte. Und da finde ich einen (zeitlich gesehenen) minimalen Spielspass für ein Produkt, was dazu konzipiert wurde direkt danach weggeworfen zu werden irgendwie komisch. Ich frage mich einfach ob das so sein muss ...

  • P.S- Es gibt angeblich Escapespiele die mehrfach verwendet werden können, warum dann nichr so eines auszeichnen ?

    Weil die in den Augen der Jury weniger gut waren. Ganz einfach eigentlich. ;)

    Kann mir keiner erzählen, dass mit ein wenig Kreativität nicht auch mindestens genauso fordernde Rätsel möglich gewesen wären, ohne Material dauerhaft so zu verändern, dass man es kein zweites Mal gebrauchen kann.

    MÖGLICH wäre das sicher gewesen. Aber dann leider auch weniger abwechslungsreich.


    Du hast selbst noch kein EXIT gespielt, habe ich das richtig verstanden? Es gibt nicht wenige Rätsel, die eben überhaupt nur funktionieren, weil man etwas zerschneidet. Würde man all diese Rätsel weglassen, dann wäre das eine ziemliche Einschränkung der Kreativität der Autoren.

    Der Aspekt, den ravn und Cappuccino ansprechen, zielt vor allem auf die Nachhaltigkeit und das Umweltbewusstsein ab - also der ökologische Aspekt. Ob ich das Spiel persönlich eventuell sogar gut finde, es ein gutes Preis/Leistungsverhältnis hat, oder das ein besonders kreatives Produkt ist spielt eigentlich keine Rolle. Müssen denn heutzutage Spiele ausgezeichnet werden, die speziell dafür designt sind nach ein Mal spielen wieder weggeschmissen zu werden?

    Natürlich MUSS ein Spiel nicht ausgezeichnet werden, das man nach einmaligem Spielen wegwirft, aber es KANN aben ausgezeichnet werden. Die Jury hat sich auf die Fahne geschrieben, außergewöhnlich gute Spiele zu prämieren. Das hat sie bei EXIT getan. Die Jury hat sich nicht auf die Fahne geschrieben, ökologisch unbedenkliche Spiele zu empfehlen. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der einen entsprechenden Award einführt. Das wäre dann aber eben ein anderer Award, nicht dieser hier.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Ich fände es schön, wenn eine Jury, die über diese Marktmacht verfügt, sich - in einem gewissen Rahmen - über beides Gedanken machen würde.

    Und woher weißt du, dass die Jury das nicht getan hat? Vielleicht hat sie sich ja genau überlegt, dass sie die EXIT-Spiele nicht nominiert/prämiert hätte, wenn viel Plastik drin gewesen wäre!? Und vielleicht kam sie zu dem Schluss, dass die Spiele aufgrund ihres 99,99% Papier-Anteils eben noch innerhalb eines gewissen Rahmens liegen, den sie für vertretbar hält?


    Ich verstehe nicht, wie man der Jury etwas vorwerfen kann, von dem man gar nicht weiß, ob es überhaupt stimmt, weil man nicht dabei war ...

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Natürlich MUSS ein Spiel nicht ausgezeichnet werden, das man nach einmaligem Spielen wegwirft, aber es KANN aben ausgezeichnet werden. Die Jury hat sich auf die Fahne geschrieben, außergewöhnlich gute Spiele zu prämieren. Das hat sie bei EXIT getan. Die Jury hat sich nicht auf die Fahne geschrieben, ökologisch unbedenkliche Spiele zu empfehlen. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der einen entsprechenden Award einführt. Das wäre dann aber eben ein anderer Award, nicht dieser hier.

    Natürlich kann die Jury tun und lassen was sie möchte. Auch eine Oscar-Auszeichnung, ein Nestlé Creating Shared Value Prize oder ein Greenpeace-Foto-Award darf auszeichnen wer als auszeichnungswürdig erachtet wird.


    Das heisst aber nicht, dass man das nicht diskutieren kann.

  • Und woher weißt du, dass die Jury das nicht getan hat? Vielleicht hat sie sich ja genau überlegt, dass sie die EXIT-Spiele nicht nominiert/prämiert hätte, wenn viel Plastik drin gewesen wäre!? Und vielleicht kam sie zu dem Schluss, dass die Spiele aufgrund ihres 99,99% Papier-Anteils eben noch innerhalb eines gewissen Rahmens liegen, den sie für vertretbar hält?

    Das würde mich ja schon freuen. Dann bin ich wohl einfach noch auf der Suche nach dem Statement. Vielleicht finde ich es ja noch, oder es kommt noch die nächsten Tagen. Vielleicht auch nicht.


    Edit: Bevor Thygra wieder eingreift: Die Jury muss dazu kein Statement abgeben. Aber sie kann das.

    Einmal editiert, zuletzt von Thazdingo () aus folgendem Grund: Typos

  • Weil die in den Augen der Jury weniger gut waren. Ganz einfach eigentlich. ;)

    MÖGLICH wäre das sicher gewesen. Aber dann leider auch weniger abwechslungsreich.
    Du hast selbst noch kein EXIT gespielt, habe ich das richtig verstanden? Es gibt nicht wenige Rätsel, die eben überhaupt nur funktionieren, weil man etwas zerschneidet. Würde man all diese Rätsel weglassen, dann wäre das eine ziemliche Einschränkung der Kreativität der Autoren.

    Natürlich MUSS ein Spiel nicht ausgezeichnet werden, das man nach einmaligem Spielen wegwirft, aber es KANN aben ausgezeichnet werden. Die Jury hat sich auf die Fahne geschrieben, außergewöhnlich gute Spiele zu prämieren. Das hat sie bei EXIT getan. Die Jury hat sich nicht auf die Fahne geschrieben, ökologisch unbedenkliche Spiele zu empfehlen. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der einen entsprechenden Award einführt. Das wäre dann aber eben ein anderer Award, nicht dieser hier.

    Große Bewunderung für die Gelassenheit, auf die verschiedenen Argumente und Äußerungen in aller Ruhe und Sachlichkeit zu antworten. Respekt!

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