Gentes Ersteindruck

  • Nachdem ich das Spiel am Freitag bei Blackfire abgeholt hatte, wurde direkt ausgepackt und Regeln gelesen - um das Spiel dann Samstag zu spielen :-) Bis dahin waren alle Regelunklarheiten beseitigt und ich war in der Lage, das Spiel recht flüssig zu erklären.


    In „dem anderen“ Gentes Thread haben ja schon ein paar Leute ihre Eindrücke geschildert, die durchweg positiv waren. Leider kam das Spiel bei uns nicht so gut an. Meine Mitspieler meinten „Ist ok, müsste man nochmal spielen“, wobei sie allerdings den Eindruck machten, dass das nicht dringend nötig sei.


    Ich war ehrlich gesagt auch etwas enttäuscht. Gut, die Zeitleiste ist neu, aber ansonsten fehlte mir der Pfiff, irgendetwas, was das Spiel interessant macht! Man macht nicht viel mehr als Karten zu kaufen und Personen zu trainieren, welche man braucht, um die Karten ausspielen zu können. Alternativ kann man noch Städte bauen. Dass dabei eine gewisse clevere Reihenfolge eingehalten werden sollte und man Synergien nutzen sollte bzw. dem Gegner mal etwas wegschnappt ist klar, aber ich fand das alles sehr offensichtlich.


    Mich irritierte etwas, dass im Grunde alle das Gleiche machen. Bei Railroad Revolution z.B. gibt es verschiedene Möglichkeiten: Ich konzentriere mich auf den Spielplan und erfülle Aufträge, oder ich konzentriere mich auf die Telegraphenstationen und baue nur wenig auf dem Plan usw. Bei Gentes geht das nicht! Man kann nicht auf die Karten verzichten, und muss somit schon drei der vier „großen“ Aktionen ausführen. Und ohne Städte hat man kein Einkommen.


    Und das Ganze macht man dann 6 Runden lang. Die Karten werden zwar teurer (brauchen mehr Personen), aber ansonsten ändert sich nix. Ich wusste ehrlich gesagt gegen Ende nicht, was ich noch machen sollte. Ich hatte (als Erster) alle Personen trainiert, als Erster alle Städte gebaut, und ca. 12 Karten ausgespielt.


    Haben wir da etwas übersehen? Vielleicht muss man sich auch einfach von dem Gedanken frei machen, dass man ein Civ Spiel spielt, sondern einfach ein Siegpunkt-Optimier-Spiel. Ich möchte es zwar bald nochmal spielen (ravn, vergiss, was du gerade gelesen hast :-)), allerdings nicht, weil ich es toll fand und darauf brenne (wie z.B. bei den letzten WYG Spielen), sondern um zu schauen, ob ich irgendetwas übersehen habe und ob es beim zweiten Mal funkt.

    Einmal editiert, zuletzt von Bernd68 () aus folgendem Grund: Klarstellung der Aktionen im dritten Absatz

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  • Hm. Also, du hast da schon Recht. Im Grunde macht man nicht mehr als Kartenspielen und Städte gründen. Und Personen ausbilden. Und? Bei Railroad Revolution baust du doch auch nur Gleise und Bahnhöfe. Gut noch Telegrafen. Und sonst?


    Gentes ist sicherlich sehr reduziert. Es geht um die Karten. Wenn dir der Aspekt an dem Spiel nicht gefällt, dann hat es wohl wenig Sinn.


    Für mich ist das "Wie" der Reiz. Wie spiele ich Karten und baue Städte? Welches Einkommen brauche ich für meine Strategie? Welche Karten? Und besonders letzterer Punkt ist super wichtig!!! Wenn du nur die Karten baust, die dir eh gerade vor die Flinse kommen, dann ist es tatsächlich eh egal. Aber ich kann dir sagen, dass ich schon 3 verschiedene Wege in Gentes ausprobiert habe. In drei Partien. Die unterscheiden sich nur in Timing- und Ressourcen-Fragen. Ja. Aber das ist bei Railroad Revolution aber nicht anders.


    Mal ein Beispiel: Ich hab nach der ersten Partie gedacht: "Du musst alle Würfel von der Zeitleiste wegspielen. So schnell wie möglich. Sonst hast du keine Chance in dem Spiel." Dann hab ich in der folgenden Partie versucht auf Geld zu spielen und keine Würfel wegzuspielen (nur die, die durch Epochenwechsel weg gehen). Mit dem Geld wollte ich versuchen die Aktionen zu nehmen, die weniger Zeit brauchen aber teuer sind. Zusätzlich habe ich Karten gebaut, mit denen ich Geld in Punkte verwandeln kann. Um möglichst flexibel Karten ausspielen zu können habe ich Orakel-Bereich-Würfelchen als Einkommen generiert um immer Personen tauschen zu können. Meine Punktzahl war ähnlich hoch wie in Partie 1. Und ich hatte noch 3 Würfel auf der Aktionsleiste am Ende.


    In Partie 3 habe ich dann wieder auf wenige Aktionen über die Zeitleiste, sondern über Kartenaktionen gesetzt. Dazu auch Karten und Heimatstädte geholt, mit denen ich die Kosten frei wählen kann. Damit hab ich mich sehr unabhängig von den Aktionsplättchen auf dem Spielplan gemacht. Oder den anderen die Sachen geklaut, die sie brauchten und selber war ich aber noch in der Lage über die Karten die Aktionen zu machen, die gar nicht mehr da waren...


    Ich weiß nicht, wie viele Partien Gentes her gibt. Aber ich finde das Spiel ausgesprochen abwechslungsreich...

  • Ich weiß nicht, wie viele Partien Gentes her gibt. Aber ich finde das Spiel ausgesprochen abwechslungsreich...

    Genau das! Zu behaupten man spiele hauptsächlich um Karten mag ja stimmen, aber diese Karten ermöglichen doch eine ganz andere Strategie. Welche da möglich sind hat Ode ja wunderbar ausgeführt. Und du hast Häusser für Geld gebraucht? Interessant, dafür habe ich die noch nie benutzt. Geld habe ich durch die Geldaktion inkl. Multiplizierer bekommen. Mehr als genug.


    Die einzige Sache die ich bisher etwas Schade finde ist das die Städte etwas schlecht wegkommen. Aber vielleicht liegt das auch nur an unserer Spielrunde.

  • Also ich möchte das Spiel nicht schlechtreden oder niedermachen. Fakt ist aber, dass niemand von uns vieren das Spiel toll fand. Ich möchte es aber nochmal spielen, um zu schauen, ob es beim zweiten Mal funkt und ich etwas Interessantes entdecke.


    Kurz zu dem "Häuser für Geld gebraucht?": Mit Einkommen meinte ich nicht nur Geld, sondern auch Würfel für Tempel und Orakel, sowie Siegpunkte.


    Ich habe es mit Railroad Revolution verglichen, weil man dort - und auch bei anderen Spielen - so frei ist, dass man Aspekte des Spiels einfach ignorieren bzw. vernachlässigen kann. Ich kann z.B. Aufträge oder Bahnhöfe vernachlässigen und mich auf andere Aktionen konzentrieren. Das kann ich bei Gentes nicht. Ich muss Personen trainieren, ich muss Karten kaufen, ich muss Karten ausspielen, ich muss Häuser bauen.


    ABER: Die Unterschiede in den Aktionen ergeben sich bei Gentes aus den Karten und ihren Funktionen. Soweit so gut.


    Dass ich Karten kaufe, die mir in dem Moment etwas bringen, und die Aktionen zeitlich clever ausführe, ist klar. Aber da liegt so ein bisschen mein Problem: Ich hatte von allem etwas und kam damit super klar: Ich konnte Preise selber bestimmen, ich konnte zusätzliche Personen trainieren, ich wurde meine Würfel los, ich konnte Aktionen ausführen, ich bekamm doppeltes Geld beim Steuereintreiber etc. Anfangs habe ich Karten aufgrund ihrer Funktion gekauft, nachher einfach um Siegpunkte anzuhäufen.


    Und alles was ich mir durch die Karten an Vorteilen erspiele, sorgt nur dafür, dass ich mehr vom Gleichen machen kann. Ich merke da kein "Vorankommen", die ganzen Vorteile ermöglichen es ja im Grunde nur, mehr Karten auszuspielen. Das fand ich über 6 Runden hinweg wenig aufregend.


    Wir haben anscheinend sehr unterschiedliche Vorstellungen von Abwechslungreich bzw. finden unterschiedliche Dinge spannend und interessant - aber das ist ja auch völlig ok!

  • Das kann ich bei Gentes nicht. Ich muss Personen trainieren, ich muss Karten kaufen, ich muss Karten ausspielen, ich muss Häuser bauen.



    ABER: Die Unterschiede in den Aktionen ergeben sich bei Gentes aus den Karten und ihren Funktionen. Soweit so gut.

    Also in meinen Spielrunden waren Leute vorne mit dabei die haben nicht eine Stadt gegründet...
    In meinen Spielrunden habe ich z.B. am Anfang darauf verzichtet Personen über den Philosophen zu trainieren. Ging über Karten und Tempel besser als gedacht.


    Ich will Dir Gentes nicht schönreden, aber du brichst Gentes ziemlich simpel runter. Aus meiner Sicht zu sehr. Sicher gibt es Spiele die mehr Optionen bieten und Gentes ist jetzt sicher kein Zivilisationsspiel a la Civilizations, Through the Ages oder 4X-artig wie Eclipse. Will es aber auch gar nicht sein. Es hat einen für mich sehr frischen "Workerplacement"-Ansatz mit der Zeit und bietet gerade am Anfang schon unterschiedliche Wege, die auf den ersten Blick vielleicht gleich wirken mögen (Karten kaufen), was dabei dann aber rumkommt ist höchst unterschiedlich. Die letzte zwei Runden sind vielleicht etwas stumpf - weil es sehr auf Siegpunktekarten geht, aber selbst da kann man immer noch manch nette Kombo aus Karten der ersten beiden Epochen basteln.

  • Na dann besteht ja Hoffnung für die nächste Partie! Ich meine das ernst, es ja schöner, wenn einem ein frisch gekauftes Spiel gefällt und man Mitspieler dafür findet - anstatt sich zu ärgern, dass man einiges an Geld in den Sand gesetzt hat!

  • @Bernd68


    Ist doch aber überhaupt kein Problem. Es ist dir ja nicht geholfen, wenn du was spielst, was dich nicht flashed.


    Wenn es dich reizt, dann probier es weiter. Wenn nicht, dann eben nicht...


    anstatt sich zu ärgern, dass man einiges an Geld in den Sand gesetzt hat!

    Das Spiel ist mittlerweile vergriffen. Du hast sicher gute Chancen dein Geld zu einem hohen Anteil wieder rein zu kriegen, wenn du es verkaufen möchtest.

  • Für Optimierer ist Gentes sicherlich ein gutes Spiel.


    Gentes ist im Handel erhältlich und nur bei Spielworxx vergriffen.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

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  • Also abgeschrieben - und somit beim Verkaufen - habe ich es noch nicht :-) Habe ja nicht umsonst angefragt, ob wir etwas übersehen haben.


    Erstmal wird weiter "probiert", für Morgen ist eine 2er Partie angesetzt, mal schauen, wie die läuft.


    Manchmal passt ja auch bei einer Erstpartie irgendetwas einfach nicht oder man hat eine falsche Erwartungshaltung.

  • So, gestern fand meine zweite Partie Gentes statt, diesmal eine 2er Partie.


    Da mein Kumpel die Regeln schon gelesen hatte, wurden nur noch ein paar Detailfragen geklärt, und schon ging es los.


    Diese Partie verlief schon wesentlich besser als die Erste und war recht spannend. Ich spielte zu Beginn erstmal meine Handkarten aus und kaufte dann güngstig ein paar Karten, die in mein Konzept passten und die ich auch sofort ausspielen konnte. Im Verlauf der Partie merkte ich dann aber, dass man z.B. mit einer 2er-Trainings Aktion nicht viel reissen kann. Insgesamt habe ich das Trainieren der Personen vernachlässigt, was mich gegen Ende fast den Sieg gekostet hätte, da man für die Karten der dritten Epoche schon recht viele Personen braucht. Nur der Umstand, dass mein Kumpel seine Karten in der falschen Reihenfolge ausspielte und teilweise die erforderlichen Städte nicht hatte, rettete mich.


    Sein Statement nach dem Spiel war "Ist ok, würde ich nächstes Jahr aber mit Gewinn verkaufen". Habe ich nicht so ganz nachvollziehen können, da er während des Spiels eifrig bei der Sache war.


    Meine Einschätzung ist nach dieser Partie wesentlich positiver geworden, da sie recht spanned war - und das ist ja das, worauf es ankommt! Daher freue ich mich tatsächlich schon auf die nächste Partie!

  • Im Verlauf der Partie merkte ich dann aber, dass man z.B. mit einer 2er-Trainings Aktion nicht viel reissen kann. Insgesamt habe ich das Trainieren der Personen vernachlässigt, was mich gegen Ende fast den Sieg gekostet hätte, da man für die Karten der dritten Epoche schon recht viele Personen braucht.

    in meiner letzten Partie (3 Spieler, ein Neuling, für uns anderen beiden die zweite Partie) habe ich mit 105 Punkten zu zweimal 80-90 Punkten ganz ohne mit nur einer Karte aus der dritten Epoche gewonnen. Die 12 Punkte Karte habe ich aber nur noch für 6 Punkte in der Schlussrunde spielen können.


    Fand ich ein sehr interessantes Ergebnis. Aber vielleicht sind 105 Punkte auch mickrig und ich hatte nur Glück. (Andererseits: es gibt kein 150+ Plättchen...)


    War jedenfalls ne deutliche Steigerung zur Erstpartie mit, hm , zweimal knapp 80 Punkten, wenn ich mich recht entsinne.

  • Sein Statement nach dem Spiel war "Ist ok, würde ich nächstes Jahr aber mit Gewinn verkaufen". Habe ich nicht so ganz nachvollziehen können, da er während des Spiels eifrig bei der Sache war.

    Könnte es an der thematischen Umsetzung liegen? Der Grundtenor ist bei mir ähnlich. Alle sind gut bei der Sachen und spielen begeistert, mit hoher Aufmerksamkeit! Aber fast keiner wird vom Artwork angefixt und eigentlich alle fanden es thematisch sehr austauschabr. Keiner hatte das Gefühl wirklich eine Stadt zu günden oder mit einer Karte einen Brunnen zu bauen. In Zeiten von Scythe und opulenten Kickstarterblendern, ist da dann das Verhältnis zu Gentes für manchen zwiegespalten.

  • Hallo Zusammen,


    wir haben heute Abend #Gentes zu dritt gespielt. Zunächst gab es die Hürde der Spielanleitung. Die Funktionen der Heimatstädte des Philosophen, Schreibers, Erfinders oder Steuereinnehmers zu erklären, war ziemlich mühselig. In einem Fall gab es einfach eine Aktion ohne Plättchen aber mit Geld und Sanduhr, im anderen eine Verbesserung der ausgewählten Aktion (mit Plättchen und Sanduhr und weniger Geld). Die Möglichkeit, Zivilisationskarten aus dem Ablagestapel zu ziehen (2 Karten = 10 Geld, 1 Karte = 6 Geld), habe ich erst zwischendrin erklärt. Die Abläufe wurden ziemlich schnell verstanden und rasch (nur manchmal etwas längere Überlegung) durchgeführt. Wir haben zu dritt ca. 2 Stunden ohne Erklärung gebraucht. Auch bei diesem Spiel ist das konsequente Verfolgen eines Ziels der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe auf die Karten und ein Kartensymbol gespielt und habe damit zwei der drei hohen Bonusplättchen bekommen können. Bei jedem Ausspielen von Karten wurde die Anzahl der Symbole wieder gewertet( zuletzt 7 gleiche Symbole). Städte habe ich nur gebaut, um die Kartenbedingungen zu erfüllen und um Geld zu bekommen. Unsere Punkte lagen zwischen 89 und 135. Es ist richtig, daß das Thema wohl etwas dünn ist und man es auch nicht als Zivilisationsspiel bezeichenen kann. Als Optimierungsspiel mit dem Balanceakt zwischen Zeitkonto, Geld und Vorbedingungen für das Ausspielen von Karten hat es uns sehr gut gefallen. Wir fanden, es hat eine ganze Menge cleverer Mechanismen. Die Symbole waren nach kurzer Zeit gut verständlich. Kritikpunkt war, daß die Leute auf den Karten sehr klein sind und man genau hinschauen muß, um herauszufinden, welche Person gerade abgebildet ist. Man muß auch auf die anderen aufpassen. Wenn alle Plättchen für die Ausbildung von Leuten weg sind, dann geht in dieser Runde nichts mehr oder wenn nur noch eine Zivilisationskarte ausliegt, die das gewünschte Symbol zeigt, muß man sich beeilen. Manchmal lohnt es sich nicht, zu warten, bis eine Zivilisationskarte billiger wird.


    Ciao
    Nora

  • Ich gebe gerne zu, dass ich trotz großem Spielspaß bereits in der ersten Partie zunächst ein paar Vorbehalte bzgl. möglicher Strategievarianten hatte, muss aber inzwischen nach ein paar 3 und 4 Spieler-Partien Ode zustimmen. Es zeichnet sich bereits ab, dass man einerseits mit einem harten Fokus eine "Städtestrategie" spielen kann und damit sehr schnell viel Geld (und natürlich den Städtebonus) reinholt und sich erst dann mit diesem Polster der Kartenengine widmet, während man umgekehrt mit einer Karten-Engine Städte vernachlässigt, sich Geld über Steuermultiplikatoren holt und sich möglichst schnell die Zeitleiste freischaufelt oder günstige Sonderaktionsmöglichkeiten organisiert.


    Auch das Endspiel ist in der Regel spannend, da die Anzahl der Kartenauspielaktionen beschränkt ist und hier Timing und Vorbereitung für die letzte Runde essentiell werden. Beispielsweise die Regel, dass am Ende des Spiels Karten auf der Hand einerseits mit Zeit und damit dann mit Punktabzug bestraft werden, andererseits aber (auch mit Orakel und Tempel) erfüllbare Karten noch die halben Siegpunkte bringen bzw. bei Nichterfüllbarkeit abgezogen werden, gibt einige taktische Tiefe, Karten und Arbeiter für die Endabrechnung "in Stellung" zu bringen, insb. wenn die Ausspielaktionen bereits geplündert wurden. Eine gute Hand macht nochmals alleine ca. 25-30 Punkte trotz Zeitstrafe und damit Punktabzug wegen Handkartenlimit.


    Aktuell liegt mein maximaler Punktestand im 4-Player-Spiel bei ca. 140 Punkten mit einer aggressiven Städtestrategie und optimierter Kartenhand am Spielende bzw. bei ca. 130 Punkten mit einer schnellen Karten-Engine mit Zeitoptimierungsfokus, aber da sicherlich jeweils noch etwas Luft nach oben.


    Wie üblich bei derartigen "Mittelschwergewichten" hat dieses Spiel eine steile Lernkurve und eigentlich hat man die Mechaniken ab dem zweiten Spiel im Griff und kann etwas planvoller bestimmte Ideen verfolgen, aber die Karten bleiben immer zentrales Element. Es stellt sich auch eigentlich bei bestenfalls zweckmäßiger Grafik nie ein echtes Civ-Feeling ein, aber dafür bekommt man ein knackiges Euro-Punkteoptimierspiel 8))

    “Truly I was born to be an example of misfortune, and a target at which the arrows of adversary are aimed.” ― Miguel de Cervantes Saavedra, Don Quixote

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    Brettspielen am Freitagabend nördlich von Frankfurt/Main: Spieletreff Petterweil

  • in meiner letzten Partie (3 Spieler, ein Neuling, für uns anderen beiden die zweite Partie) habe ich mit 105 Punkten zu zweimal 80-90 Punkten ganz ohne mit nur einer Karte aus der dritten Epoche gewonnen. Die 12 Punkte Karte habe ich aber nur noch für 6 Punkte in der Schlussrunde spielen können.
    Fand ich ein sehr interessantes Ergebnis. Aber vielleicht sind 105 Punkte auch mickrig und ich hatte nur Glück. (Andererseits: es gibt kein 150+ Plättchen...)


    War jedenfalls ne deutliche Steigerung zur Erstpartie mit, hm , zweimal knapp 80 Punkten, wenn ich mich recht entsinne.

    Mich beschlich jedenfalls ein ungutes Gefühl, als ich in den letzten beiden Runden kaum Personen hatte und mein Kumpel anfing, die fetten Karten aus der dritten Epoche auszuspielen. Ich habe dann Karten aus dem Ablagestapel gekauft und ausgespielt. Die haben zwar weniger feste Siegpunkte, die Symbole auf den Karten machen das aber wett. Hätte er seine Karten allerdings in der richtigen Reihenfolge ausgespielt, hätte ich keine Chance gehabt.


    Diese 2er Partie habe ich 93 zu 91 gewonnen, die 4er Partie hatte ich mit 129 Punkten gewonnen.

    Könnte es an der thematischen Umsetzung liegen? Der Grundtenor ist bei mir ähnlich. Alle sind gut bei der Sachen und spielen begeistert, mit hoher Aufmerksamkeit! Aber fast keiner wird vom Artwork angefixt und eigentlich alle fanden es thematisch sehr austauschabr. Keiner hatte das Gefühl wirklich eine Stadt zu günden oder mit einer Karte einen Brunnen zu bauen. In Zeiten von Scythe und opulenten Kickstarterblendern, ist da dann das Verhältnis zu Gentes für manchen zwiegespalten.


    Das ist durchaus möglich. Ich finde die Grafik zwar gut, habe aber den Eindruck dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe Das Thema drängt tatsächlich gar nicht durch im Spiel. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich eine Zivilisation aufbaue oder lenke. Ich habe halt Holzsteine auf den Spielplan gesetzt um Einkommen zu generieren, und Karten ausgespielt die mir irgendwelche Vorteile bringen.


    Ich denke, das Spiel funktioniert wenn man akzeptiert, das es kein Civ Spiel ist (bzw. am besten gar nicht erst diese Erwartungen hat), sondern ein reines Optimierspiel mit austauschbarem Thema.


    Aber trotzdem freue ich mich auf die nächste Partie!

  • Ein Verriss:

    […]

    Letztendlich -- und das ist bei mir dann endgültig das KO-Kriterium -- fehlt es dem Spiel meiner Meinung leider nach auch an Spieltiefe. Ja, wo soll die Spieltiefe auch herkommen, wenn sich alles nur in inkrementellen Effizienz-Unterschieden abspielt, das ganze Spiel über nichts Besonderes passiert, außer dass man eine Karte nach der anderen ausspielt, und dabei Interaktion durchgängig kleingeschrieben wird?


    Mein Fazit: 6/10 Punkte. Funktioniert mechanisch sauber, aber das war's dann auch schon. Ich glaube, nach allerspätestens 10 Spielen hat man bei Gentes alles gesehen, was es zu sehen gibt.

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  • Wer oder was ist Sickerflopp?

    Danke für die Frage :D Also Dittsche hat ja den Sickerbrand erfunden, was für eine Weltidee. Da war ich schon Fan des Wortes "Sicker". Dann laß ich auf Amazon eine Rezension zu Arkham Horror, vor vielen Jahren. Der Schreiber fand das Spiel nur bedingt empfehlenswert, es wäre nämlich ein reiner Sickerflopp. Denn nach hundert Partien sei nun die Luft raus. Ein Sickerflopp ist also ein Spiel bei dem langsam der "Flopp" durch den Spielspaß sickert und am Ende schmeißt man das Spiel in Tonne. Die Anzahl der Partien ist noch verhandelbar. Aber mir schien es durchaus passend bei MetalPirate – 10 Partien, anfänglicher Spaß und dann zack nach 10 Partien ist die Unlust vollständig durchgesickert.

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