Welche Spiele machen euch Angst?

  • Bzw., gibt es sowas überhaupt?

    Ich bin eine Schisserin, Filme, Bücher und Videospiele können mir Angst machen (natürlich vor allem Horror-, aber auch andere Genres, wenn es sehr spannend wird), aber ich kann mir nicht so richtig vorstellen, bei einem Brettspiel Angst zu empfinden. Gibt es das? Wenn ja, bei welchen Titeln? Würde mich sehr interessieren.

    Bei einer Rezension zu Fitzeks Safehouse habe ich gehört, dass wohl dieser Verfolgtsein-Aspekt gut rüberkommt, da könnte ich mir schon vorstellen, dass es in diese Richtung geht und dass man beim Spielen dort einen an Angst grenzenden Stress entwickeln könnte. Aber ansonsten scheinen mir selbst die horrorgethemeten Brettspiele nicht _wirklich_ furchteinflößend.

    Ok, bei der ein oder anderen Pen&Paper-Session, im Dunkeln bei Kerzenschein und mit entsprechender Musik, da kann sowas schonmal auftauchen. Aber bei Brettspielen, wie wir sie hier verstehen?


    Und bitte nicht am Begriff "Angst" zu buchstäblich aufhängen, Furcht, Grusel, Abscheu, Schauder, atmosphärische Spannung, das ist alles gemeint - allerdings NICHT die Spannung, wenn bis in die letzten Spielzüge noch nicht klar ist, wer gewinnt, und aus dieser Knappheit für den Spieler auch Stress entstehen kann (ansonsten müsste ich die im Titel gestellte Frage mit Sternhalma beantworten, DAS stresst mich gegen Ende oft ^^)

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  • Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Spiel gibt, das mir so etwas wie Angst bereitet. Allenfalls gibt es Spiele, die mich frustrieren, stressen und/oder langweilen. Spielen soll in erster Linie Spaß machen und hat für mich immer einen geselligen Aspekt, d. h. da passt Angst absolut nicht hinein.

  • Das einzige was mir "Angst" macht, sind die horrenden Summen an Geld die manch einer in Kickstarter-Projekten versenkt!

    Also bei dem "Lustige-aber-nicht-zielführende-Antworten"-Bingo, das ich mir beim Schreiben des Threads im Kopf erstellt habe, ist "irgendwas mit Preisen" gaaanz weit vorne gewesen, dicht gefolgt von Autorennennungen und irgendeinem Verlags-Piffpaff, mal sehen, wie es weitergeht xD
    (ich für mich habe ja nur Angst vor meiner EIGENEN überbordenden Bereitschaft, so viel Geld in Spiele zu stecken...Kickstartern bleibe ich aber noch fern, NOCH)


    Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Spiel gibt, das mir so etwas wie Angst bereitet. Allenfalls gibt es Spiele, die mich frustrieren, stressen und/oder langweilen. Spielen soll in erster Linie Spaß machen und hat für mich immer einen geselligen Aspekt, d. h. da passt Angst absolut nicht hinein.

    Ich kann es mir auch nicht vorstellen. Aber fände interessant zu hören, ob jemand doch solche Erfahrungen gemacht hat. Vielleicht bei Exit-Spielen?
    Was die Vereinbarkeit von Angst und Spaß betrifft, die gesamte Horror- und Thrillerbibliothek (in allen Medien) zeigt, dass es doch möglich ist, es ist halt nur nicht jedermanns Ding. Ich gehe auch nicht in Horrorfilme, weil es echt nur Quälerei für mich wäre, aber andere haben Riesenspaß dran, GERADE auch beim gemeinsamen Schauen...
    Da ich aber Spaß bei Horrorvideospielen haben kann, würde ich dasselbe gerne mal bei Brettspielen testen, wie gesagt, falls es sowas gibt.

  • Schwierig.

    Ich schätze Horror- und Gruselfilme; und auch Computerspiele in diesem Genre.

    Erst letztens haben meine Frau und ich ES gesehen (die Neuverfilmung) und der Grusel war wirklich angenehm und intensiv. Vor Allem standen wir danach quasi alleine Sonntag Nacht im verlassenen Einkaufszentrum mit großen Glaswänden, hinter denen es schwarz war - wir hatten den Abspann noch komplett durchlaufen lassen, somit sind wir nicht mit der "Masse" aus dem Kino hinaus gegangen...

    Auch bei Computerspielen wird man mitunter "geschockt".


    Aber bei diesen beiden Medien ist die Immersion durch Optik und Akustik gegeben. Dazu ist Dein Sichtfeld ja meistens komplett davon eingenommen und Du nimmst wenig aussen herum wahr.
    Bei einem Brettspiel ist das ja weniger der Fall. In der Regel gibt es keine Akustik dazu - und man interagiert mit seinen Mitspielern und dem Spielmaterial. Wirklich Schauder oder Grusel kommt da bei mir nicht auf.


    Am Nächsten kommt bei mir noch das Gefühl auf, wenn wir Werwölfe von Düsterwald spielen und das Dorf "einschläft" und ich mich frage, ob der Spielleiter, der meist dabei um die Gruppe herum geht, gleich mir die Hand auf die Schulter legen wird... :-)

  • Wir haben das ein oder andere "Panic Station" gespielt, bei dem klamme Hände und so vorkamen. Das hängt aber auch stark von den Spielern ab. Und gerade Panic Station ist ja kein unproblematisches Spiel, was die Mechanismen angeht (kann daneben gehen). Zwar habe ich Spannung etc. schon bei vielen dieser Spiele mit sozialer Interaktion erlebt, aber gerade das "Karten tauschen" fügte hier ein haptisches Element ein, das das "nicht anfassen, er könnte infiziert sein!" irgendwie gut vermittelte. Zumindest für uns, eben...
    Spannend, aber nicht ganz so beklemmend, ist auch Dark Moon. Battlestar: Galaktika fand ich hingegen nie sonderlich spannend.
    Atmosphärisch toll, und wegen des Verräters auch super (wenn auch IMO nicht 100%ig gebalanced) ist Dead of Winter.

    Und wir spielen gerade Pandemic:Legacy (erste Staffel), da ist das Hoffen bezüglich des Infektionsstapels auch manchmal recht spannend.

  • Grusel und so kann auch sehr gut bei RPG aufkommen (kommt auf die Gruppe an) - selbst bei Tageslicht. Mehr noch natürlich in passender Atmosphäre des Spielzimmers...

    Ich bin ein großer Freund von allem, was Horror und Terror und Grusel angeht. Nicht unbedingt Splatter, aber auch das geht, wenn muss. Ekel um des Ekels willen, das find ich nicht ganz so geil, da hört es bei mir auf. Sonst aber Filme, Romane, RPG - ist es Horror, bin ich schon mal generell interessiert (oder engagiert).

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  • Andere Medien haben den Vorteil, dass man sie (auch, wenn andere im Raum sind) allein konsumiert. Das Element der Einsamkeit gehört zum Grusel. Man fühlt sich hilflos. Das kann dir bei Brettspielen nicht passieren. Auch, weil du dich um Mechanismen kümmern musst und du dadurch immer wieder herausgerissen wirst.


    Safehouse ist (wenn man The Game mag) ein gutes Spiel. Aber nein, Angst und Verfolgungswahn kommen dabei nicht auf, sondern entspringen der Feder von Rezesenten, die dem Spiel etwas besonderes andichten möchten, aber eigentlich nichts zu sagen haben. Das sind die Momente, wo es gern mal lyrisch wird... ;)

  • Auf einer Angstskala bis 10 machen Brettspiele wirklich nicht so viel Angst, aber so was ähnliches habe ich vor:


    - unbekannten Gegnern und der Trap bei Kingdom Death Monster

    - Uno, Tabu, Wizard, Spiel des Lebens, Monopoly

    - in einer 4er-Runde mit 3 AP-änfälligen Mitspielern zu enden

    - Leuten die nicht verlieren können

    - Regelreitern

    - so mancher schlecht geschriebener Anleitung

    - so manch einem Eurogame

    - Wargames

  • Ich habe definitiv keine "Angst vor Brettspielen"
    Aber ersetze ich Angst durch Respekt, dann sind das einige Brettspiele, die mir massiv Respekt einflößen

    Cuba Libre (GMT): Gestern ausgepackt, und über den Regelumfang gestaunt. Mal sehen, ob ich das Biest zähmen kann.
    Phil Eklund und seine Spiele... Regeltechnisch furchteinflößend :) richtige Biester

    Und wenn ich von "Kloß im Hals" sprechen darf, und wirklich mieser Stimmung und Immersion,
    Dann muss ich #RaidOnTaihoku erwähnen. Alleine die Flufftexte sind deprimierend, dann ist die Story deprimierend, das Spiel sieht deprimierend aus, die Geschichten sind tragisch, und die dauernden Bombenangriffe sehr belastend. Der Moment wenn du merkst, du verhungerst, oder die Stimmung sinkt, weil du Dinge tun musst, die du normalerweise nie tun wirst.

    Aber Angst.... ist doch nur Pappe und Plastik :) 

    Ich bekomme demnächst Fog of Love: Ein Beziehungsspiel. Das wird "spannend", ob und wie es sich auf die reale Beziehung auswirkt :)
    Diese "Spannung" betrachte ich allerdings mit einem zwinkerndem Auge :) 

  • Nicht direkt ein Brettspiel aber Russisch Roulette nach Originalregeln kann schon zu Angst führen. Allerdings wird berichtet dass es pro Spiel nur bei einer Person zu langfristigen psychischen Folgen führt :shoot:

    Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzer Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und dem Bewußtsein des “Andersseins” als das “gewöhnliche Leben (J. Huizinga, Homo Ludens)

  • Allerdings wird berichtet dass es pro Spiel nur bei einer Person zu langfristigen psychischen Folgen führt :shoot:

    Vermutlich eher bei allen Personen bis auf eine. Die hat ggf. unter langfristigen PHYSISCHEN Folgen zu leiden (oder nicht mehr zu leiden).
    ...aber es hängt wahrscheinlich von der Spielvariante und der Anzahl der Spielrunden ab...
    :)

  • Dumon Ich bezog mich auf die 2-Spielervariante :D


    Ansonsten gibt es tatsächlich ein Spiel, welches Stress bei mir hervorgerufen hat. Ich kenne den Namen nicht aber es ist einfach eine Halbkugel an der über 4 Kabel 4 Metallgriffe dran befestigt sind. Startet man das Spiel ertönt eine Melodie, welche bis heute meinen Puls beschleunigt (der pavlovsche Hund lässt grüßen). Ziel des Spiels ist es, als erster NACH der Musik auf den Knopf oben am Griff zu drücken. Wer zu früh drückt bekommt einen Stromschlag, wer später als der erste richtige drückt auch...:evil:

    Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzer Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und dem Bewußtsein des “Andersseins” als das “gewöhnliche Leben (J. Huizinga, Homo Ludens)

  • Cuba Libre (GMT): Gestern ausgepackt, und über den Regelumfang gestaunt. Mal sehen, ob ich das Biest zähmen kann.

    ...dann nutze ich mal gleich diesen Thread für warme Worte und angstlösenden Zuspruch:


    Vor CL brauchst Du keine Angst zu haben - es ist nicht mal ein "Biest", eher ein Kätzchen. Die Aktionen sind einfach und eingängig. Es gibt m.E. gute Zusammenstellungen bei BGG, die die Aktionen auf eine andere Art (als im Regelwerk) darstellen.


    Leider ist es nicht mein Favorit der COIN-Reihe - trotzdem: ganz viel Spaß damit!

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  • Dann spielt mal Schummel Hummel! Da kriegt ihr Angst. Vor anfliegenden Karten, von bösen Mitspielern, die einem das Gesicht zerschneiden – na gut, etwas übertrieben. ;) Aber ich denke man kann da vor Spannung schon sehr aufgeregt sein. Vielleicht allgemein bei schnellen Interaktionsspielen und schreckhaften Leuten. Jungle Speed ist auch verdammt gefährlich – kann man Angst um seine EInrichtung oder Finger haben. Ich sage nur #Fingerbruch

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