Warum spielst Du eigentlich?

  • [Tom] schreibt in einem anderen Thread etwas von „ausloten“. Manchmal liest man auch „das Spiel lösen“.


    Warum spielt ihr eigentlich?


    Ich kann die Frage für mich nur so beantworten, dass ich es nett finde mit Leuten, die ich mag, spielend ein Thema und Geschichten zu erleben. Deswegen schlägt Thema bei mir Mechanik.


    Ich verspüre keinen Reiz Punkte zu optimieren oder Spiele zu lösen.


    Bei Spielen wie Pacific Victory oder Axis and Allies wiederum finde ich es spannend den damaligen Konflikt und deren Entscheidungssituationen zu erfahren. Getreu dem Motto: warum ist es so verlaufen, hätten andere Wege historisch andere Ergebnisse bringen können, ...


    Was treibt Euch an?

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

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  • Da Du ja direkt mich zitierst:


    Mit "ausloten" meine ich tatsächlich, dass ich ein Spiel so oft gespielt habe, dass es Nichts mehr zu entdecken gibt - also die Partie nicht länger spannend ist.

    Wenn man schon die Strategien kennt, weiß, wie man darauf reagieren sollte, und eigentlich schon erahnt, wer gewinnen wird.

    Dann gibt es bei einem Spiel nichts mehr für mich persönlich zu entdecken.


    Einige wenige Spiele sind schon nach 1-2 Partien für unsere Runde so gewesen, zum Beispiel #NieuwAmsterdam - ja, das Spiel bietet im "Late Game" sicherlich viel in dem Bereich: Wie viel kann ich bieten für ein Aktions-Pack - aber das war uns zu unspannend, nur darauf zu reduzieren, sein Gebot durchzurechnen...


    Und warum spiele ich?

    Ich mag zum Einen die Gesellschaft meiner Freunde, weshalb ich eigentlich auch nur mit Freunden spiele, und selten auf öffentlichen Spieletreffs.

    Zum Zweiten mag ich die geistige Herausforderung, sich in ein Spiel und seine Mechanismen hineinzudenken... :-)

  • Eskapismus :S

    Du verwechselst Brett- mit Videospielen... Ihr komischen Leute, die ihr immer aus der Realität flüchten wollt, um euch für was besseres zu halten. Bringt mal euer Leben auf die Reihe... :P:P

    Quatsch!!

    Die Eskapisten sind ganz klar Rollenspieler und LARPer! Die sich in imaginäre Fantasie-Welten flüchten, in denen auch der dicke McDonalds-Dauerkunde eine zierliche Elfe mit Riesenmöpsen sein kann! (So wie in seinem Kleiderschrank, Nachts, wenn ihn niemand beobachtet... ^^)

  • Ich wurde mal gefragt: wann hast Du denn damit (Spielen) angefangen? Konnte nur antworten: wann hast Du damit aufgehört? Die Eingangsfrage ist zumindest für mich sowas von rhetorisch. Was treibt an? Gemeinsames Erlebnis, Spaß am Hirngebrauch (auch in anderen Lebensbereichen sinnvoll).


    > Ich verspüre keinen Reiz Punkte zu optimieren oder Spiele zu lösen.

    Im Gesellschaftsspiel nicht, bin aber logischen Denksportübungen ebenfalls sehr zugetan.

    "So viele Spiele... wann hast Du denn damit angefangen?" - "Wann hast Du damit aufgehört?"

  • Das ist gar nicht so einfach auf einen Punkt zu bringen...


    Ich habe etliche Gründe zu spielen: Das gemütliche Zusammensitzen mit Leuten die ich (meistens) mag, die Herausforderung das Spiel zu "meistern", das eintauchen in die Spielwelt (einfach mal abschalten), interessante Mechanismen erfahren und spühren, etc.


    Ich denke die ganze Erfahrung "Gesellschaftsspiele" enthält für mich extrem positive Energie, welche mich durchfliesst und auftankt.


    Wenn ich mal 1-2 Wochen nicht spielen kann werde ich unausstehlich...da könnt ihr mal meine Familie fragen X/

    -- Man hört nicht auf zu spielen weil man alt wird. Man wird alt, weil man aufhört zu spielen !--

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  • Ich kann die Frage für mich nur so beantworten, dass ich es nett finde mit Leuten, die ich mag, spielend ein Thema und Geschichten zu erleben. Deswegen schlägt Thema bei mir Mechanik.

    Genau das!


    Wir haben früher in der Freizeit viel Computer gespielt. LAN-Parties waren das größte! Als dann später das Internet dazu kam, hat sich das ganze immer mehr entfremdet. Man trifft sich natürlich auch so, aber wenn man sich zum Zocken verabredet hatte, saß jeder mit dem Headset alleine zu Hause. So macht mir das auch keinen Spaß...


    Brettspiele dagegen haben tatsächlich diesen alten LAN-Charakter. Dazu kommt noch der haptische Wertigkeitsfaktor. Ein Wow, ein Game of Thrones oder gar ein Cthulhu Wars oder Mechs vs Minions aus dem Schrank zu holen macht allein schon Spaß :)


    Anfangs haben viele noch dieses MÄDN-Vorurteil aber später sind sie fast alle dabei ;)


    So hat sich in unserer Familie ein typischer "Und, was machen die Kinder?"-Samstag zu einem fest etablierten Spieletag entwickelt.

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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    Filmkritiken in 100 Wörtern: 100szenen.de

  • Also ich benötige auch nicht die geistige Herausforderung als primäres Element. Das artet meist schnell in Arbeit aus. Natürlich soll es nicht belanglos sein und die eigenen Entscheidungen sollen schon Auswirkungen auf den Spielerfolg haben.


    Aber es sollte halt nicht primär eine zu lösende Denkaufgabe sein.

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  • Bei mir gibt es 3 Gründe: elementarer Spieltrieb, Lust auf Abenteuer und Verständnis/Vertiefung historischer Abläufe.


    Das mit dem elementaren Spieltrieb klappt bei mir am besten mit geradlinigen, auf den Kern reduzierten Euros. Die können dann auch gern abstrakt sein, dem Spieltrieb ist das Thema im Grunde egal. Wobei es mich stört wenn so ein aufgesetztes Thema nicht passt.


    Die Abenteuer finde ich vor allem in Zivilisations- und Aufbauspielen, aber auch in semi-kooperativen Geschichten.


    Das Verständnis und die Vertiefung historischer Abläufe finde ich vor allem in Cosims.


    Manchem Spiel gelingt es sogar mehrere Dinge davon zu vereinen. Civilization wäre so ein Beispiel: Die Handelsphase bedient den elementaren Spieltrieb, der Aufbau einer Zivilisation im Wettstreit mit den Nachbarn ist das Abenteuer und durch die reale Karte versteht man auch die historische Entwicklung mancher Völker besser.

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  • Meine Frau hat sich neulich mal wieder darüber beschwert, dass ich zu viel Brettspiele - seit heute sind es 101 - habe. Dabei haben mich ihre laut ausgesprochenen Gedanken: "Oh man, wann ging das nur los." zum Nachdenken gebracht. Der Auslöser für mein Hobby ist letztendlich das sehr thematische Spiel 'Ringkrieg 2. Edition' gewesen, dass ich und ein paar Freund viele aufeinander folgende Wochenenden gespielt hatten. Es war einige Monate unser Highlight am Wochenende.


    Ich glaube, dass mich die gemeinsame Zeit mit Freunden, der Spaß und auch der freundschaftliche Wettstreit regelmäßig an den Spieltisch ziehen. Ein toller Nebeneffekt ist, dass ich für eine gewisse Zeit alles um mich vergessen kann. Außerdem bin ich davon überzeugt bzw. bilde mir ein, dass unser Hobby unserem Gehirn ein regelmäßiges Training verpasst/ermöglicht.

  • Da Du ja direkt mich zitierst:


    Mit "ausloten" meine ich tatsächlich, dass ich ein Spiel so oft gespielt habe, dass es Nichts mehr zu entdecken gibt - also die Partie nicht länger spannend ist.

    Wenn man schon die Strategien kennt, weiß, wie man darauf reagieren sollte, und eigentlich schon erahnt, wer gewinnen wird.

    Dann gibt es bei einem Spiel nichts mehr für mich persönlich zu entdecken.

    Diesen Punkt versuche ich weitestgehend zu vermeiden, bin da aber auch an die vorhandenen Mitspieler gebunden. So wurde mir z.B. der Spaß an Paths of Glory durch Online-Mitspieler mit 100+ Partien auf dem Buckel vergällt. PoG ist zwar keine sonderlich gute Simulation aber ein tolles Spiel und dementsprechend habe ich es oft gespielt. Aber nur bis zu dem Zeitpunkt, bis die "Experten" jeden Zug im voraus kannten und das Deck vorwärts und rückwärts runter beten konnten. Schlussendlich ging es für diese dann nur noch um CPs hier, Reservepunkte da und Zugfolgen nahezu wie beim Schach. Das Thema verschwand immer mehr und ich spiele da lieber aus dem Bauch heraus und nahe am Thema als an der Siegpunktleiste.


    Seither spiele ich solche Spiele nur noch mit wenigen Leuten von denen ich weiß, dass sie eine ähnliche Herangehensweise wie ich habe und spiele dann ein Spiel nicht mehr so häufig, aber häufig andere Spiele. Hat den positiven Nebeneffekt, dass auch heute noch "alte Schinken" gerne gespielt werden. Es gibt immer noch was neues zu entdecken, in Fallen zu laufen und laufen zu lassen. Macht wesentlich mehr Spaß als optimal gespielt zu haben.

  • Diesen Punkt versuche ich weitestgehend zu vermeiden, bin da aber auch an die vorhandenen Mitspieler gebunden. So wurde mir z.B. der Spaß an Paths of Glory durch Online-Mitspieler mit 100+ Partien auf dem Buckel vergällt. PoG ist zwar keine sonderlich gute Simulation aber ein tolles Spiel und dementsprechend habe ich es oft gespielt. Aber nur bis zu dem Zeitpunkt, bis die "Experten" jeden Zug im voraus kannten und das Deck vorwärts und rückwärts runter beten konnten. Schlussendlich ging es für diese dann nur noch um CPs hier, Reservepunkte da und Zugfolgen nahezu wie beim Schach. Das Thema verschwand immer mehr und ich spiele da lieber aus dem Bauch heraus und nahe am Thema als an der Siegpunktleiste.

    Zustimmung.

    Das ging mir nicht nur bei Paths of Glory so, sondern auch noch bei einigen anderen Spielen.

    Bei 1830 (und auch bei 1835) bin ich Anfang der 90er Jahre in eine Spielgruppe geraten, in der die Mitspieler schon beim Bieten auf die Privatbahnen ihre maximalen Gebote exakt auf den Dollar genau machten, weil ihnen ansonsten 5 Runden später eine bestimmte Aktion nicht mehr möglich gewesen wäre.

    Ich bin als m.E. erfahrener 1830-Spieler in mehreren Partien dermaßen eingegangen, daß ich schon ab der 2./3. Runde für die gesamte Partie fast handlungsunfähig war.

    Das war dann überhaupt kein Spaß mehr.

    Seither spiele ich solche Spiele nur noch mit wenigen Leuten von denen ich weiß, dass sie eine ähnliche Herangehensweise wie ich habe und spiele dann ein Spiel nicht mehr so häufig, aber häufig andere Spiele. Hat den positiven Nebeneffekt, dass auch heute noch "alte Schinken" gerne gespielt werden. Es gibt immer noch was neues zu entdecken, in Fallen zu laufen und laufen zu lassen. Macht wesentlich mehr Spaß als optimal gespielt zu haben.

    Genau so sehe ich das auch.


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Es gibt viele Gründe:

    Eine schöne Zeit mit Freunden zu verbringen, das Spiel (und den/die Gegner) als Herausforderung annehmen und das Beste draus machen, die Spannung, das schöne Material auf dem Spieltisch und in der Hand, die Entwicklung des Spielgeschehens, des Spielfelds und des Spieltischs allgemein über die Zeit, die Abbildung der Spielwelt, der "magische Nachhall", wenn das Spiel gerade vorbei ist und wieder in die Schachtel geräumt wurde...


    Das alles sind Elemente, die mich immer wieder dazu bringen, ein Spiel aus dem Schrank zu holen und zu spielen. Vor allem aber ist es das Erleben einer Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen - das ist für mich der grösste Antrieb beim Spielen. Epische Siege und vernichtende Niederlagen, die Momente, in denen sämtliche Mitspieler gebannt diesen einen noch rollenden Würfel verfolgen, wenn vor lauter Begeisterung erwachsene Menschen zu kleinen Kindern werden und den Sturmangriff eines Panzers und den anschliessenden Aufprall auf die Verteidiger akustisch begleiten, wenn aus schweissnassen Händen Würfel geworfen werden und man statt Mechanik nur noch einen immer näher kommenden Symbiont sieht, wenn etlichen Fehlversuchen der Flächenzauber auf die 6+ doch mal funktioniert und in einem Lobgesang an Khorne sämtliche Gegner innerhalb eines Raums in einer Blutfontäne explodieren...


    Deshalb spiele ich.

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Ich spiele ausschließlich zur Entspannung - früher digital, heute eher analog (irgendwie kann ich mit den digitalen Spielen nix mehr anfangen - wobei VR für mich wieder eine Einstiegsdroge wäre; wenn´s günstiger wäre...).


    Am liebsten mit Freunden und das ist auch der Hauptantrieb für mich und wichtiger als ein Spiel zu gewinnen (das kommt dann entweder automatisch oder gar nicht - egal, Hauptsache der Abend war schön!).


    Das Spielen ist für mich das Ziel - nicht unbedingt das Spiel. Deshalb auch meine Vorliebe für Social Deduction Spiele und kooperative Spiele - beides am liebsten mit viel Thema.

    Aber auch hin und wieder mal komplexe Euros mit ganz viel Möglichkeiten in denen ich mich dann verlieren kann - sowohl mental als auch tatsächlich..... :D


    Solospiele reizen mich eigentlich nicht - TWOM war jetzt eine Ausnahme und 7th Continent wird wohl ebenfalls eine Ausnahme sein - wobei beide Spiele ja auch durchaus mit Mitspielern ihren Reiz haben. Das ist auch der Grund, dass ich bei Nemos War nicht einsteige, da dies laut Forenteilnehmern und Spielebesitzern lediglich ein reines Solospiel ist.

  • Weil ich mittlerweile nach über 15 Jahren jedes Wochenende Party nun nicht mehr feiern und saufen gehe und trotzdem zwischendurch auch mal gerne Menschen sehe :D


    Kurz gesagt: Sankt Peter und Tom haben auch meine Meinung komplett auf den Punkt gebracht...

    Top 10 (jeweils ohne Reihenfolge)

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  • Weil ich mittlerweile nach über 15 Jahren jedes Wochenende Party nun nicht mehr feiern und saufen gehe und trotzdem zwischendurch auch mal gerne Menschen sehe :D


    Kurz gesagt: Sankt Peter und Tom haben auch meine Meinung komplett auf den Punkt gebracht...

    Da ist tatsächlich was dran... :D

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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    Filmkritiken in 100 Wörtern: 100szenen.de

  • Für mich gelten auch viele der schon genannten Aspekte, wie Puzzlelösung als Denksportaufgabe oder auch mal die Mitspieler überlisten. Für mich sind besonders Spiele interessant, die sich von Partie zu Partie unterschiedlich entwickeln und die man quasi richtig entdecken muss (wahrscheinlich was [Tom] als Ausloten bezeichnet). Und natürlich das Quatschen mit Freunden vor, während und nach dem Spielen.


    Ich überlege gerade, welche Relevanz die Komponenten für mich haben. Ich glaube mir gefällt auch einfach das Spielen "mit" dem Spiel. Egal ob jetzt nette Illustrationen auf Karten, die Landschaft die sich bei Siedler aus den Hexfeldern ergibt, nett geformte Meeples, Metallmünzen, schöne dicke Kacheln bei Azul oder einfach ein nett gestaltetes Brett.

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