Charterstone: Langfristige Variabilität & Balance [spoilerfrei]

  • Hallo Leute,


    vllt. ist ja der eine oder andere hier, der auch schon mehrere Partien Charterstone auf'm Buckel hat. Wir haben mittlerweile 9 von 12 Durchgänge absolviert. Macht uns viel Spaß, aber mittlerweile bekomme ich ein wenig Zweifel, ob das mit der Variabilität und Spielbalance wirklich so gut funktioniert.


    Folgende Situation hat sich ergeben:

    In den letzten 4-5 Partien haben sich bei 2 Spielern Standardstrategien herausgebildet, die auf der Kombowirkung bestimmten Ausbaukarten beruhen. Diese Strategien funktionieren sehr gut und werfen in jeder Partie stabil über 60 Punkte ab. Da man ja von Partie zu Partie Material mitnehmen kann, retten besagte Spieler ihre Kombokarten immer in die nächste Runde, in der sie dann wieder vorne weg rennen. Als Ergebnis sind die Siege nach 9 Partien jetzt 3/3/2/1 verteilt.


    Das allein ist für den Spieler, der bislang nur ein einziges Mal gewonnen hat, schon mal ein wenig unbefriedigend. Gut, vielleicht spielt er auch nicht vorausschauend genug. Was mich aber viel mehr stört, ist die Gleichförmigkeit der Spielabläufe, die sich jetzt eingeschliffen hat. Die besagten zwei Spieler haben beide eine Art Standardroutine, die sie Runde für Runde durchziehen. Gut für's Punktekonto aber - insbesondere für ein Legacy-Spiel - für die Vielfalt im Spiel reichlich nachteilig.


    Also meine Fragen in die Runde:

    Wie variabel sind eure Partien? Wie gut schätzt ihr die langfristige Balance ein?

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  • Wenn er nur 1 aus 9 Spielen gewonnen hat, konnte er acht mal seinen Bonus ausbauen, wie viel er in die nächste Runde mitnehmen darf. Das ist ein mal mehr als der 2er-Sieger und zwei mal mehr als die beiden 3er-Sieger, was einen super Catch Up-Mechanismus darstellt. Spätestens jetzt im Spiel #10 sollte er sich nun also eine Strategie zurecht gelegt haben (können), wie er die der anderen beiden durchkreuzen (A) oder übertreffen (B) kann. Wenn er das nicht kann, hat er eindeutig zu wenige Kisten geöffnet und "seine" Engine noch nicht gefunden. Oder er kopiert die der anderen zu wenig (was in Charterstone auch recht problemlos möglich ist, da ja alle Felder für alle frei zugänglich sind). Oder er ist final einfach nicht der stärkste Stratege am Tisch, das kann ja auch sein :) Irgendjemand muss ja schließlich zwangsläufig verlieren, so blöd das auch klingen mag. Denke aber, dass es gerade bei Charterstone weniger auf die Einzelsiege oder generell das Gewinnen ankommt, sondern eher das Gesamterlebnis zählt :) Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung und habe ich mittlerweile auch schon öfter so im Internet gelesen und gehört.

    Lg und viel Spaß bei den nächsten Partien euch!

  • LookAtTheBacon :
    Danke für die Antwort. Ich sag's mal so: Der Kollege ist ein solider Spieler, aber tendenziell von allen vieren der am wenigsten strategisch denkende. Das erklärt vermutlich die magere Ausbeute.


    Aber: Die schlechte Siegquote des Mitspielers ist ehrlich gesagt gar nicht so das Problem. Mich stört vielmehr, dass die beiden führenden Spieler im Prinzip seit 3-4 Partien immer den gleichen Stiefel runterspielen (einer dieser Spieler bin ich selbst ;)). Irgendwie unbefriedigend, ein Spiel, das man 12x in Reihe spielt mit immer demselben Ansatz angehen zu können.

  • Aber: Die schlechte Siegquote des Mitspielers ist ehrlich gesagt gar nicht so das Problem. Mich stört vielmehr, dass die beiden führenden Spieler im Prinzip seit 3-4 Partien immer den gleichen Stiefel runterspielen (einer dieser Spieler bin ich selbst ;)). Irgendwie unbefriedigend, ein Spiel, das man 12x in Reihe spielt mit immer demselben Ansatz angehen zu können.

    Aber ist sowas nicht generell ein Problem von Spielen mit statischem Aufbau? Da kann ich doch auch solange die gleiche Strategie fahren, bis mich entweder jemand stört oder eine bessere Startegie gefahren wird?

  • Gohor

    Das Problem hier ist, dass man in Charterstone Material von Spiel zu Spiel mitnehmen kann. Wenn ich also erstmal eine guten Kartenkombo ergattert habe, dann behalte ich die und spiele im nächsten Spiel wieder die gleiche Strategie. Bei anderen Spielen (also non-Legacy) muss ich im nächsten Spiel ja bei Null anfangen und kann nicht sicher sein, dass ich die selbe Combo erneut bekomme.


    Will sagen: Der Mitnahmemechanismus in CS verschärft diese Problematik.

  • LookAtTheBacon :
    Danke für die Antwort. Ich sag's mal so: Der Kollege ist ein solider Spieler, aber tendenziell von allen vieren der am wenigsten strategisch denkende. Das erklärt vermutlich die magere Ausbeute.


    Aber: Die schlechte Siegquote des Mitspielers ist ehrlich gesagt gar nicht so das Problem. Mich stört vielmehr, dass die beiden führenden Spieler im Prinzip seit 3-4 Partien immer den gleichen Stiefel runterspielen (einer dieser Spieler bin ich selbst ;)). Irgendwie unbefriedigend, ein Spiel, das man 12x in Reihe spielt mit immer demselben Ansatz angehen zu können.

    Ist definitiv ein Problem. Je nach Ausbaugrad gibt es irgendwann zu wenig Anreize von seiner Strategie abzuweichen. Kopieren ist wie hier vorgeschlagen nicht möglich, da durch Berufe und gewissen Karten/Gebäuden schon sehr starke Komboeffekte auftreten können. Allgemein ist das Spiel sehr gleichbleibend und hat wenig Varianz. Vor allem gibt es ab einem gewissen Zeitpunkt manchmal gar keine Gründe mehr die Gebäude zu bauen. Viele haben sehr viel Spaß an dem Spiel, auch am hier geäußerten Gesamterlebnis. Mich überzeugt es leider weder spielerisch noch vom Legacy-Erlebnis. Ich kann Überraschungen im Spiel bei 9 absolvierten Partien an einer Hand abzählen. Spannung wenn man eine Kiste öffnet, im Vergleich zu Seafall oder Pandemic, eher weniger. Man weiß was kommt. Leider. Meine Frau, eher noch kuschelige "Eurogamerin" und Knuddel-Optik-Fan (trotz Tentakel-Schwäche), sieht das ganze noch kritischer. Eigentlich wollten wir längst durch sein...

  • Mich überzeugt es leider weder spielerisch noch vom Legacy-Erlebnis.

    Yep, bei uns auch. Wir sind jetzt an der 8. Partie und die Luft ist raus.


    Gleiches Problem wie jerry67 mit der besten Kombo, die man beibehält. Auch das Öffnen der Kisten ist mittlerweile zu repetitiv und Spannung kommt schonmal gar keine mehr auf.


    Schade, fing stark an und ließ dann stark nach. Bin froh, wenn wir fertig sind.


    Wobei ich durch das Recharge Pack ja nochmal spielen darf.....dann aber mit Junior, dem ist das repetitive noch Wurscht!8o

  • Wir haben auch 9 Runden hintern uns und eigentlich war schon nach 6 Runden die Luft raus. Aber dann wurde es gefühlt schlimmer


    Zumindest überlegen wir uns ob wir das jetzt wirklich zu Ende spielen wollen.

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  • Was bin ich froh, diesen ganzen Legacy-Quatsch nie mitgemacht zu haben!

    Pandemic ist alles andere als Quatsch. Eines der schönsten Spielerlebnisse die ich bisher hatte. Auch wohl eines der Grundprobleme dann folgender Spiele wie Seafall oder Charterstone. Auch weil, wie hier im Forum schon besprochen, jeder etwas anderes erwartet.

  • Danke an alle für eure Antworten :):thumbup:


    Gut zu lesen, dass wir mit dieser Situation nicht alleine darstehen. Da wir das Spiel aber auf jeden Fall komplett durchzocken wollen, haben wir uns zu einer recht ungewöhnlichen Maßnahme entschieden:


    Wir werden in den letzten drei Partien die Charter tauschen, sprich jeder wird jedes andere Charter 1x spielen. Die erzielten Punkte werden dabei dem eigenen Charter gutgeschrieben. Zudem darf keiner die Charterbox des "ausgeliehenen" Charters mutwillig kaputt machen (sprich gute Karten abwerfen oder so).


    Wenn wir durch sind, werde ich berichten, wie es uns ergangen ist (voraussichtlich irgendwann in KW01/02 2018)

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