Über den Brettspielmarkt 2017ff

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    „Die Preise für Brettspiele in den letzten Zehn Jahren sind ein riesiges Problem. Sie sind einfach zu niedrig“, sagt er. Damit denkt Petersen zurück zu seinem ersten Hit Twilight Imperium. Ein ambitioniertes Erlebnis für echte Fans mit zahllosen Figuren und Tokens kann eben nicht zum Preis eines Die Siedler von Catan über den Ladentisch gehen. Viele Kunden hätten aber eben die Erwartung, dass ein Spiel nicht mehr als 30 Euro kosten darf. „Wir sind eine Firma, die Geschichten und Erlebnisse über Brettspiele transportiert“, sagt Petersen.


    Ich sehe das ähnlich. Genau wie in der beruflichen Weiterbildungsbranche. Da werden auch Seminare weit unter ihrem Wert angeboten.

    Und das beste daran: :rotkart:Die Kunden stöhnen noch: Wie, so teuer? Geht´s nicht noch billiger?:watt:


    Nachdenkliche Grüße:denk:

    Marc

  • Jimmy_Dean

    ...also ich weiß jetzt nicht, was dieses Zitat soll?! Es ärgert mich sogar regelrecht....da ich jedes Jahr in Essen mehr Geld/Spiel hinblättere.....und das ist nicht nur ein subjektives Empfinden...


    Erstens werden Spiele -nicht nur subjektiv gefühlt- Jahr für Jahr teurer ( das ist mE auch logisch, da erstens jedes Jahr immer mehr Spiele den Markt schwemmen und so die Halbwertszeit für ein Spiel sinkt, wodurch es die meiste Kohle wahrscheinlich im ersten Jahr einspielen muss...und zweitens wahrscheinlich die Herstellungskosten für Spiele generell steigen (Ölpreis usw.)......also wie gesagt: Die Spiele, die ich in Essen kaufe, sind jedes Jahr teurer als die Spiele, die ich im Vorjahr gekauft hatte...dieses Jahr lag der Durchschnittspreis bei meinen gekauften Spielen bei 45 - 50 Euro.....ein Charterstone gab es da nicht für die oben erwähnten 30 Euro....dadurch dass viele Spiele auf den Markt strömen, hat man auf der andren Seite natürlich auch viele Spiele, die jedes Jahr verramscht werden.....das ist doch völlig normal für eine Branche, die stark wächst (wie man oft liest).

    Dass Spiele zu billig berkauft werden halte ich für eine falsche Aussage. Der Brettspielmarkt hat mE einfach eine andere Dynamik als wie noch vor 10 oder 20 Jahren.....zu billig und „weit unter Wert“ ???? Kann ich nicht bestätigen...weiß Gott nicht...... ein Charterstone hatte IMHO auf der Messe 75 Euro gekostet....das ist viel Geld......ein Pandemic Legacy Season 2 gab es ebenfalls für den Preis.....Summit gab es inkl. Erweiterung mE für 85 Euro......also mal ganz ehrlich: ein neues Spiel für deine angegeben 30 Euro suchst du auf der Messe vergeblich......das zahlst du vielleicht für ein Kartenspiel (z.B. Half Pint Heroes, obwohl.....nicht ganz.....das gab es mE für 35 Euro auf der Messe)....

    .....am Besten ich ignoriere das Thema sofort......will mich nicht gleich im neuen Jahr wieder mit solchen Diskussion aufregen müssen ;)

  • Ich habe auch nicht das Gefühl, dass einem die Brettspiele gerade nachgeworfen werden. Denke gerade an Gloomhaven, das ich auf der Spiel zum Sonderpreis um 140€ bekommen habe.


    Allerdings gebe ich dir Recht was die Nörgelei betrifft. Alle Brettspiele in meiner Sammlung sind ihren Preis wert und jeder "Jammerer" kann sich ja ausrechnen, wieviel Geld er dann tatsächlich für die Spielzeit zahlt. Bei Trickerion oder Terra Mystica hätte ich dann vermutlich 50cent bis 1€/ Spielstunde gezahlt :) 

  • Ich sehe das etwas von einer anderen Seite. Betrachte ich rein die Spiele, denke ich auch, dass die aktuellen Preise durchaus angezogen haben und in Ordnung sind. Wenn ich mir aber die Gehälter in der Branche anschaue, schlackern mir die Ohren.

    Da arbeiten Redakteure für 1400-1700€ netto (allein, kein Kind, nicht verheiratet). Sorry, für das Geld würde ich diesen Job nicht machen, da bin ich ehrlich. Messen, Überstunden, Deadlines. Und da sprechen wir von Gehältern bei den größeren Verlagen (so viel ich weiß, meine Infos sind natürlich auch nur begrenzt). Da frage ich mich dann schon: Wo landet das Geld, warum verdient man in dieser Branche so wenig und was müsste passieren, damit man mehr verdient.

    Der Brettspielbereich ist definitiv professioneller als der Rollenspielbereich, aber in beiden Bereichen scheinen viele Amateure zu arbeiten. Seies es Übersetzer, die das nebenbei als Hobby machen oder neue Redakteure, die mit der Arbeit eines Redakteurs vorher nichts zu tun hatten. Da kann man dann natürlich auch kein hohes Gehalt erwarten und ich denke sowas drückt insgesamt die Gehälter.

    Und nen kleinen Disclaimer: Das sind Dinge die ich so aus Gesprächen rausgehört habe. Wenn hier Menschen aus der Branche sind, die meinen das sei alles ganz anders, dann bitte ich darum meine Aussage gerade zu rücken!

  • Jimmy_Dean

    ...also ich weiß jetzt nicht, was dieses Zitat soll?! Es ärgert mich sogar regelrecht....da ich jedes Jahr in Essen mehr Geld/Spiel hinblättere.....und das ist nicht nur ein subjektives Empfinden...


    Erstens werden Spiele -nicht nur subjektiv gefühlt- Jahr für Jahr teurer ( das ist mE auch logisch, da erstens jedes Jahr immer mehr Spiele den Markt schwemmen und so die Halbwertszeit für ein Spiel sinkt, wodurch es die meiste Kohle wahrscheinlich im ersten Jahr einspielen muss...und zweitens wahrscheinlich die Herstellungskosten für Spiele generell steigen (Ölpreis usw.)......also wie gesagt: Die Spiele, die ich in Essen kaufe, sind jedes Jahr teurer als die Spiele, die ich im Vorjahr gekauft hatte...dieses Jahr lag der Durchschnittspreis bei meinen gekauften Spielen bei 45 - 50 Euro.....ein Charterstone gab es da nicht für die oben erwähnten 30 Euro....dadurch dass viele Spiele auf den Markt strömen, hat man auf der andren Seite natürlich auch viele Spiele, die jedes Jahr verramscht werden.....das ist doch völlig normal für eine Branche, die stark wächst (wie man oft liest).

    Dass Spiele zu billig berkauft werden halte ich für eine falsche Aussage. Der Brettspielmarkt hat mE einfach eine andere Dynamik als wie noch vor 10 oder 20 Jahren.....zu billig und „weit unter Wert“ ???? Kann ich nicht bestätigen...weiß Gott nicht...... ein Charterstone hatte IMHO auf der Messe 75 Euro gekostet....das ist viel Geld......ein Pandemic Legacy Season 2 gab es ebenfalls für den Preis.....Summit gab es inkl. Erweiterung für mE 85 Euro......also mal ganz ehrlich: ein neues Spiel für deine angegeben 30 Euro suchst du auf der Messe vergeblich......das zahlst du bielleucbt für ein Kartenspiel (z.B. Half Pint Heroes)....

    Hallo Braz ,


    erst einmal wünsche ich dir einen Guten Morgen :aufgeb:


    Die Frage, welcher Preis für ein Spiel angemessen ist, müsste man ja nach dem Zeit- und Kostenaufwand berechnen. Allein die Tatsache, dass die meisten Spielautoren NICHT von den Erlösen selbständig leben können, halte ich für traurig, oder aber zumindest fragwürdig. Denn der Aufwand, so ein Spiel zu entwickeln ist harte Arbeit. Ich würde es begrüßen, wenn ein Autor auch von den Einkünften LEBEN könnte.Das können nur die wenigsten Autoren. Das finde ich sehr schade.


    Im Weiterbildungsbereich erhalten Dozenten in der Regel Stundenlöhne von 20-25 Euro, bei der die Unterrichtsvorbereitung nicht mitbezahlt wird. Ebenso müssen sie alle Sozialabgaben selber tragen und diese dann auch noch versteuern. Da bleibt nicht viel mehr als der gesetzliche Stundenlohn übrig. Und das sind oft studierte Leute! Finde es ebenfalls sehr traurig, dass Weiterbildung so billig sein muss, dass Dozenten nicht mal anständig bezahlt werden können.:sniff:


    Ich hoffe, du verstehst mich jetzt ein wenig besser:peace:


    Einen schönen Tag wünscht dir

    Marc

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  • Braz

    Das es Titel gibt, die fernab der typischen Vielspieler Szene erfolgreich sind, hat nicht gleich etwas mit Müller-Massenmarkt zu tun. Robinson Crusoe findet man auch nicht bei Müller, dennoch hat es Menschen außerhalb der zu erwartenden Zielgruppe erreicht (irgendwo hat Thygra mal was dazu geschrieben). Damit ist es natürlich nicht gleich ein Familienspiel. Ich hätte jetzt bei einer potentiellen erweiterten Zielgruppe TI an Leute gedacht, die zu Hause ein Axis and Allies rumliegen haben, vielleicht noch ein Cosmic Encounter, aber eben sonst keine weiteren Brettspiele. Vielleicht ist dem auch nicht so, mit Müller und co hat mein ? aber nichts zu tun.

  • Ein Wenigspieler spielt kein TI

    Ist das so? Es gibt ja immer wieder ein paar Titel, die die Regel „großes Spiel mit vielen Regel taugt nur für Vielspieler” durchstoßen. Von neueren Titeln wäre Robinson Crusoe so ein Beispiel. Ich hätte jetzt gedacht das TI auch so ein Fall war/ist.

    Es kommt doch viel darauf an, was für einen Wenigspieler du da mit dir am Tisch sitzen hast.

    Ich bin aktuell mit meiner Freundin und zwei Freunden ein paar Tage über Silvester weg und wir spielen garantiert kein TI4. Das liegt nicht daran, dass ich es nicht spielen wollen würde, sondern daran, dass sie gestern schon etwas für #KingofNewYork brauchten und eine Person das Spiel komplex fand.

    Natürlich kannst du auch andere Wenigspieler am Tisch haben, die sich darauf einlassen, aber ich würde die Aussage erstmal unterschreiben, da viele einfach gar keine Lust haben sich auf die Regeln einzulassen. Die Eingänglichkeit ist da wieder ein anderer Punkt, aber dafür muss der/die Mitspieler auch zunächst zuhören und sich auf das Spiel einlassen. Tun sie dies, dann ist oben erwähntes #RobinsonCrusoe ein von den Abläufen einfaches Spiel, was aber trotzdem noch so viel Tiefe in den Aktionen bietet, dass es Wenigspieler während einer Partie abschrecken kann. Hierbei ist nicht das Nutzen von Aktionen gemeint, sondern die sinnvolle Verkettung von diesen und das Verfolgen eines Plans, der die kommenden Ereignisse einkalkuliert und mit dem man die Siegbedingungen erfüllen kann.


    Spieler sind genauso verschieden wie Spiele und von daher kann man nicht verallgemeinern, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Müsste ich dies aber tun, dann würde ich auch eher sagen, dass komplexere Spiele eine natürliche Hürde darstellen und der Preispunkt spielt da ebenfalls hinein. Ein Wenigspieler ist da erstmal abgeschreckt und greift in das untere und billigere Regal. Dadurch ist er aber auch im Teufelskreis gefangen, denn wenn sich die Person dazu durchringt ein teureres Spiel zu kaufen, was thematisch ansprechend ist und sich im Idealfall noch beraten lässt, dann kann diese Hürde problemlos genommen werden.

    Hierfür ist aber eine Entwicklung beim Spieler selbst vonnöten, er muss das Interesse an mehr Tiefe mitbringen und sich aktiv mit Regeln beschäftigen. Hat er das Brettspielvirus, dann kommt das mit der Zeit von alleine, ansonsten kann diese Initialzündung auch ein anderer Brettspieler sein, der die Vorteile von hochpreisigeren Spielen aufzeigt. Das sind die Mechaniken, deren Verzahnung, das Material und oftmals auch der Spaß, der Wiederspielwert und die erinnerungswürdigen Momente.


    Spiele werden teurer, aber gute Spiele bieten auch so viel für ihr Geld, dass es nicht alle 2 Wochen ein neues Spiel sein muss. Bei einigen Spielen aus dem unteren Preissegment ist das Spiel anfangs billiger, dafür öffnet sich der Geldbeutel einfach öfter, da das Spiel nach ein paar Partien seinen Reiz einbüßt und man ein neues kauft. Hier wird dann auch zu dem Angebot gegriffen und schon ist man gefangen im Teufelskreis aus dem man selbst ausbricht durch Erkenntnis oder die leitende Hand eines Vielspielers.

    Man kennt mich aus "Ein Absatz kommt selten allein" und "Hör mal wer da tippt". Die Rolle meines Lebens hatte ich wohl 1987 an der Seite von Michael Douglas in "Wall of Text".

  • Ich präzisiere glaub ich mal Wenigspieler, weil die übliche Diskussion unnötigerweise aufkommt:


    Nicht jemand, der selten spielt, ist gemeint, sondern Lieschen Müller, die ein Spiel für den Enkel im örtlichen Durchschnittsspieleladen kauft (kein Fachhandel)


    Jemand, der SvC kennt und Monopoly. Für den die Spielewelt neu ist. Der Massenmarkt eben

    Eine Argumentationskette bei mir zu hinterfragen macht keinen Sinn. Meine Beiträge folgen keinerlei logischen Grundsätzen.

  • Spiele werden teurer. Ja. Kann ich auch aus der Abrechnung in meinem Portemonnaie bestätigen. Aber ganz ehrlich: wenn ich mir die Ausstattung/Grafik vieler Spiele ansehe, die neu auf den Markt kommen und mit den Spielen vergleiche, die vor 10-15 Jahren rausgekommen sind, muss ich feststellen, dass sich der Markt erheblich gewandelt hat. Das Problem ist, dass der Markt auch stetig gewachsen ist und das Angebot einfach zu hoch ist als dass man alles spielen könnte. So muss man genau selektieren. Und was bleibt dann auf der Wunschliste meist übrig? Die teuren, opulenten Spiele, die super Besprechungen erhalten haben....


    Deswegen mag ich es gerne, wenn z.B. bei Kickstarter normale und Deluxe-Ausgaben erscheinen. Da kann man sich, wobei hier normal auch meistens teurer ist als ein großes Mainstream-Spiel, entscheiden, wie viel man investiert oder ob man lieber Holztoken, dickere Pappe oder was auch immer haben will. Doof aber, wenn in den Deluxe-Sachen noch exklusive Erweiterungen enthalten sind, da wird die Entscheidung zu normal häufig verworfen. Aber im Grunde ist es meinem Gefühl nach das, was der Markt braucht. Das würde ich mir auch im Mainstream-Bereich öfter wünschen. Aber kein Verlag weiß, ob sich das lohnt....


    Aus genau diesem Ansoruch heraus haben m.E. alle Discounter ja auch inzwischen Markenprodukte in ihr Sortiment aufgenommen. Um dem Kunden die Wahl zwischen billig/günstig und markenwirksam beworbener „Qualität“ zu geben...... (hüstel). Die Gewinnmarge ist m.E. bei den Eigensortimentsprodukten sogar wesentlich höher als. ei den zugekauften Markenprodukten....


    Nun denn. Hoffen wir auf eine weiterhin so bunte Vielfalt an Spielen und Ausgaben in 2018.

    Wünsche Euch einen guten Rutsch!

    Anja

  • Der Begriff Wenigspieler ist auch schon etwas abwertend. Es gibt halt Menschen, die andere Interessen haben und Brettspielen nichts abgewinnen können. Nur weil jeder gerne Filme schaut, muss man ja nicht gleich jemanden das Siebte Siegel oder Stummfilme vorsetzen, in der Erwartung, das die Filme entsprechend gewürdigt werden.

    Während man beim Film noch wegdösen kann ist es bei Spiel schon schwieriger sich der sozialen Kontrolle zu entziehen, wenn man nicht als Muffel abgestempelt werden will.

  • Der Begriff Wenigspieler ist nicht abwertend, sondern sagt lediglich aus, wie oft jemand spielt.


    Ich habe ihn nur mal wieder umgangssprachlich benutzt. Asche auf mein Haupt


    Gruß Ines (die sich mal wieder wundert, was heutzutage alles als abwertend eingestuft wird :rolleyes:)

    Eine Argumentationskette bei mir zu hinterfragen macht keinen Sinn. Meine Beiträge folgen keinerlei logischen Grundsätzen.

  • Es kommt doch viel darauf an, was für einen Wenigspieler du da mit dir am Tisch sitzen hast.

    das stimme ich dir voll und ganz zu und passt zu dem was ich meinte.


    Hier wird meist unterteilt in Vielspieler Spiele, deren Zielgruppe wir hier bilden, mit einer Auflage von 1.000 bis 10.000 Stück und Wenigspielern die vom Massenmarkt mit Familienspielen und co. versorgt werden. Das eignet sich für die meisten Spiele als Diskussionsgrundlage, hin und wieder gibt es nur kompliziertere Spiele, die hier nicht reinpassen, sondern auch Menschen erreichen die weder Unknowns, bgg noch Spielbox kennen. Das sind dann immer noch gemessen an Bestseller wie Catan kleine Zielgruppen, für einen Verlag ist es aber ein gewaltiger Unterschied ob man 0,005% oder 0,05% der Bevölkerung als Zielgruppe erreichen kann. Bei Titeln, die fernab der typischen Vielspieler Kerngruppe funktionieren und dennoch keine Familienspiele sind, halte ich daher die Unterteilung in Wenigspieler und Vielspieler für irreführend. Meine Vermutung war bisher das TI so ein Titel ist.

  • Es gibt zusätzlich auch einen deutlichen Unterschied zwischen der UVP des Verlags und den Realpreisen am Markt. So kann man bei Großanbietern ein Spiel mit einer UVP 40 Euro schnell mal für 20 oder weniger Euro ergattern. Ob man das möchte ist wieder eine andere Geschichte.

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  • "Vielspieler" und "Wenigspieler" sind auch ganz allgemein irreführende Begriffe, die wir uns abgewöhnen sollten. Keine Ahnung, wer sich solche Begriffe ausdenkt, aber da hat irgendwer einen richtig dicken Bock geschossen. Der sogenannte "Vielspieler" ist in unserem Fachdiskurs viel eher ein "Spielekenner" (weil er sehr viele unterschiedliche Spiele kennt). Der sogenannte "Wenigspieler" kennt dagegen nur sehr wenige Spiele, spielt aber deswegen keineswegs zwangsläufig weniger als der Spielkenner (s. Skatklopfer oder evtl. auch der Axis-and-Allies-Spieler oder sogar der TI-Spieler).


    OT: Gut recherchierter Artikel. Ich wäre allerdings nicht so optimistisch, was den weiteren Boom des Hobbys betrifft. Rein subjektiv bin ich schon länger in einer Phase, in der mein Bedürfnis nach neuen, chiquen Brettspielen befriedigt ist. Ich stelle mir immer vor, es müsste anderen Spielern eigentlich irgendwann ebenso gehen, aber irgendwie hat scheinbar noch niemand außer mir genug. :) Andererseits flüstert mir mein Wissen über klassische Marktdynamik im Allgemeinen zu, dass es so nicht weitergehen kann. Der Markt ist extrem diversifiziert, die Anzahl Marktteilnehmer schier unüberblickbar. Jetzt, wo mit Eurazeo (Asmodee) jemand mit im Spiel ist, der ernst macht in einem Bereich, in dem sich viele Liebhaber und Halbprofessionelle tummeln, könnte ich mir gut vorstellen, dass es zu einer Marktbereinigung kommt.


    Andererseits: Es werden immer wieder neue Leuten auftauchen, die vornehmlich ihre Idee umsetzen wollen, ungeachtet dessen, was dabei an Geld herausspringt. Kickstarter macht's möglich. Tja, blöd für die Leute, die mir Brettspielen ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber so läuft's halt. Jammern hilft da nichts. :(

  • Der Umsatz von Admodee von 20,2 Millionen halte ich für die subjektiv wahrgenommene Größe sehr niedrig, da hätte ich mit wesentlich mehr gerechnet.


    Auch den Umstieg von Video- auf Brettspiele sehe ich nicht. Wie kommt der Autor darauf? Alleine das Beispiel Mechs vs. Minions, das quasi in der hohen Produktionsqualität ei dem Preis(da gab es ja auch hier Stimmen, dass andere nun doch auch für den Preis diese hohe Qualität mal umsetzen sollen) nur durch das erfolgreiche Computerspiel realisiert wurde und eigentlich ein Liebhaberprojekt ist.


    Hier bei der Diskussion kann ich auch nicht den Zusammenhang zwischen günstig = einfach & schnell langweilig und teuer = komplex & langer Spielspaß teilen.

  • Erstens werden Spiele -nicht nur subjektiv gefühlt- Jahr für Jahr teurer ( das ist mE auch logisch, da erstens jedes Jahr immer mehr Spiele den Markt schwemmen und so die Halbwertszeit für ein Spiel sinkt, wodurch es die meiste Kohle wahrscheinlich im ersten Jahr einspielen muss...und zweitens wahrscheinlich die Herstellungskosten für Spiele generell steigen (Ölpreis usw.).....

    Da fehlt meines Erachtens noch ein nennenswerter Aspekt: Da immer mehr Spiele den Markt schwemmen, die Anzahl der insgesamt verkauften Spiele aber nicht im selben Verhältnis steigt, verteilen sich die Käufe auf mehr Titel. Das heißt, von einem bestimmten Titel verkaufen sich durchschnittlich weniger Exemplare, je mehr Titel den Markt fluten. Dadurch sinken die Auflagen, und dadurch steigen die Produktionspreise ebenfalls.

    Der Umsatz von Admodee von 20,2 Millionen halte ich für die subjektiv wahrgenommene Größe sehr niedrig, da hätte ich mit wesentlich mehr gerechnet.

    Das dürfte die Zahl nur für Deutschland sein. Wenn man sich mal überlegt, dass Asmodee nur wenige Klassiker im Sortiment hat wie andere Verlage Monopoly, Mensch ärgere dich nicht, Kniffel, Catan etc., dann klingt die genannte Zahl für mich nachvollziehbar.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Man muss nur seine Zielgruppe finden, wenn man sieht das Gloomhaven bei BGB jetzt Platz 1 ist, und welche Preise dafür zumindest aufgerufen werden, dann gibt es wohl auch hochpreisige Spiele die man gut verkaufen kann. Angebot und Nachfrage eben. Kickstarter und andere Vorfinanzierungsmöglichkeiten, wenn nicht gar Just in Time Produktionen bieten heute ganz andere Perspektiven für Verlage, wenn sie bereit sind ihr Konzept daran anzupassen.

  • Just in Time Produktionen werden im Spielebereich noch eine Weile brauchen, bis sie sinnvoll umsetzbar sind. Das dürfte erst mit Digitaldruck sinnvoll werden, und der ist bei den Spieleherstellern zwar schon ein intensives Thema, das aber dort teilweise noch in den Kinderschuhen steckt.


    Hinzu kommt, dass zum Beispiel Miniaturen oder Holzfiguren eine zu lange Vorlaufzeit haben, um sie just in time zu produzieren. Deshalb sehe ich kurz- bis mittelfristig nur bei reinen Kartenspielen das Potenzial für just in time Produktionen.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Hallo,

    viel eher ein "Spielekenner" (weil er sehr viele unterschiedliche Spiele kennt).

    Was aber wiederum auch eine Paradoxium ähnelt - wie kann jemand, der auf keine höhere Anzahl Partie pro Spiel kommt, ein Spielekenner sein. Für mich sind das Herumirrende, die "ihre" Spiele nicht finden können. :whistling: Ich bin von der oft erlebten Überheblichkeit der "Vielspieler" oder "Spielekenner" erschrocken, weil sie glauben, dass ihr gewählter der Weg, der einzig richtige sei.
    Auf meinen Catan-Länderspielen bin ich auf einen Trupp Österreicher gestoßen, die sich an vielen Wochenenden im Jahr mit dem Schwerpunkt Basisspiel in Turnieren gemessen haben. Das waren Spielekenner. Auch wenn bei der Konfrontation mit "Entdecker und Piraten" teilweise bereits Überforderung (oder Desinteresse) auftraten.

    Ich weiß aber auch keine besseren Bezeichnungen für eine Einteilung der Spielergruppierungen und -interessenten.

    Liebe Grüße
    Nils (geriet selbst oft genug beim Regelnerklären ins Stammeln, weil er irrtümlich glaubte, ein Spielekenner zu sein.)

  • Alleine das Beispiel Mechs vs. Minions, das quasi in der hohen Produktionsqualität ei dem Preis(da gab es ja auch hier Stimmen, dass andere nun doch auch für den Preis diese hohe Qualität mal umsetzen sollen) nur durch das erfolgreiche Computerspiel realisiert wurde und eigentlich ein Liebhaberprojekt ist.

    Kannst Du mit kurz den Zusammenhang des genannten Spiels mit einem Computerspiel erklären? Ich hätte gedacht, das Spiel hat was mit den Filmen zu tun (wobei die Bilder auf BGG diesen Zusammenhang auf den ersten Blick eher nicht nahelegen).

  • Erstens werden Spiele -nicht nur subjektiv gefühlt- Jahr für Jahr teurer ( das ist mE auch logisch, da erstens jedes Jahr immer mehr Spiele den Markt schwemmen und so die Halbwertszeit für ein Spiel sinkt, wodurch es die meiste Kohle wahrscheinlich im ersten Jahr einspielen muss...und zweitens wahrscheinlich die Herstellungskosten für Spiele generell steigen (Ölpreis usw.).....

    Da fehlt meines Erachtens noch ein nennenswerter Aspekt: Da immer mehr Spiele den Markt schwemmen, die Anzahl der insgesamt verkauften Spiele aber nicht im selben Verhältnis steigt, verteilen sich die Käufe auf mehr Titel. Das heißt, von einem bestimmten Titel verkaufen sich durchschnittlich weniger Exemplare, je mehr Titel den Markt fluten. Dadurch sinken die Auflagen, und dadurch steigen die Produktionspreise ebenfalls.

    Ich finde auch, dass zuviele zu ähnliche Spiele auf den Markt geworfen werden. Wer benötigt denn wirklich das 100. Eurospiel ein Jahrhangs? Mir scheint es wird viel durch diesen Kult des Neuen getrieben. Wenn Spieleperlen über Jahre Absatz finden, ist mehr Geld für die Arbeit und das Feintuning vorhanden. Eine Konsolidierung des Marktes wäre vielleicht gar nicht so schlecht.

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  • Alleine das Beispiel Mechs vs. Minions, das quasi in der hohen Produktionsqualität ei dem Preis(da gab es ja auch hier Stimmen, dass andere nun doch auch für den Preis diese hohe Qualität mal umsetzen sollen) nur durch das erfolgreiche Computerspiel realisiert wurde und eigentlich ein Liebhaberprojekt ist.

    Kannst Du mit kurz den Zusammenhang des genannten Spiels mit einem Computerspiel erklären? Ich hätte gedacht, das Spiel hat was mit den Filmen zu tun (wobei die Bilder auf BGG diesen Zusammenhang auf den ersten Blick eher nicht nahelegen).

    Mechs vs. Minions ist ein Brettspiel von Riot Games, welche ebenfalls das Free2Play Computerspiel League of Legends (Kurz LoL) unter der Fuchtel haben.

    LoL ist ein ziemlicher Erfolg, riesen Championships etc. und daher war abzusehen, dass sich alleine dadurch das Spiel oft verkaufen würde.

    Edit: Die haben halt nicht nur beides unter der Fuchtel, sondern die Figürchen, die in Mechs vs. Minions vorkommen, sind sozusagen aus dem Spiel.

  • Jimmy_Dean

    Natürlich verstehe ich deinen Beitrag...ich verstand ihn auch schon vorher....aber zum einen -wie bereits erwähnt- werden Spiele immer teurer, was das Beispiel des 30 Euro Spiels ad absurdum führt, denn selbst -wie bereits erwähnt- kostete das Kartenspiel Half Pint Heroes auf der Messe 35 Euro....ich glaube nicht, dass alleine die Pokerchips den Preis rechtfertigen, aber nun gut.......und zum anderen ist es doch so, dass Brettspiele immer noch Kulturgut sind.... und ich fände es wirklich schade, wenn aus dem Kulturgut Brettspiel ein Luxusprodukt sich entwickelt. Ein Spiel soll mE erschwinglich für die breite Masse bleiben....ein Spiel das z.B. 100 Euro oder mehr kostet ist dies einfach nicht mehr. Keine Ahnung wer hierbei die fette Marge einkassiert?! Großhändler, Verlag, Produzent....ich habe wirklich keine Ahnung....dennoch sollte es für den Endkunden bezahlbar bleiben. Ein Spiel für 100 Euro oder mehr ist mE einfach für viele nicht mehr bezahlbar. Ich fand z.B. den Preis vieler Neuerscheinungen in Essen wirklich sehr knackig. *puh*


    Deine Aussage "

    „Die Preise für Brettspiele in den letzten Zehn Jahren sind ein riesiges Problem. Sie sind einfach zu niedrig“, sagt er.

    ......Ich sehe das ähnlich. Genau wie in der beruflichen Weiterbildungsbranche. Da werden auch Seminare weit unter ihrem Wert angeboten."


    ...halte ich daher für bedenklich.

    Ich sehe das zudem immer so: Der Markt reguliert sich selbst. Setze ich den Preis zu hoch an, dann wird mein Absatz sinken....ist der Preis zu niedrig, dann steigt der Absatz (natürlich nur angenommen, dass es sich nicht um einen Rohrkrepierer handelt).

    Momentan sind die Brettspielpreise für den ersten (!) Endkunden, wenn er nicht gerade Lotti Karotti in der 5mio Auflage kauft, schon echt gesalzen....steigen die Preise noch weiter, habe ich keine Ahnung, wer das alles dann noch bezahlen soll....


    noch einen guten Rutsch

    Braz

  • Half Pint Heroes hat um die 20 Euro gekostet, wenn man alle möglichen Gimmicks dazu gekauft hat, dann vielleicht die genannten 35, aber die braucht man nicht wirklich. Normale Kartenspiele findet man allgemein im Bereich von 5 bis ungefähr 20 Euro, Abweichungen gibt es natürlich auch, die sind aber meist nachvollziehbar. Und ob Spiele relativ zur realen Kostensteigerung und vergleichbaren Waren wirklich soviel teurer geworden sind, sei mal dahingestellt.

  • Öhm, wie meinen?

    Die Diskussion ging doch nicht darum, ob Half Pint Heroes zu teuer oder nicht ist, oder "ob Spiele relativ zur realen Kostensteigerung und vergleichbaren Waren wirklich soviel teurer geworden sind", es ging doch darum, ob der Preis angehoben werden müsste, damit Autoren mehr verdienen und da hakte ich ein, indem ich sagte, dass ich finde, dass der derzeitige Brettspielpreis schon knackig an sich ist (warum auch immer). Half Pint Heroes war hier nur exemplarisch genannt, wie auch Charterstone, Pandemic Legacy Season 2 usw...wie sich der Preis schlussendlich errechnet weiß ich doch nicht .

  • Mechs vs. Minions ist ein Brettspiel von Riot Games, welche ebenfalls das Free2Play Computerspiel League of Legends (Kurz LoL) unter der Fuchtel haben.

    LoL ist ein ziemlicher Erfolg, riesen Championships etc. und daher war abzusehen, dass sich alleine dadurch das Spiel oft verkaufen würde.

    Edit: Die haben halt nicht nur beides unter der Fuchtel, sondern die Figürchen, die in Mechs vs. Minions vorkommen, sind sozusagen aus dem Spiel.

    Hmm, ok. Ich kenne das Computerspiel nicht. Allerdings habe ich mein bis dato letztes Spiel auch vor 8 Jahren gekauft.

    Also hat Mechs vs. Minions wohl eher nichts mit kleinen gelben Figuren zu tun.

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