Geschäftsidee Spielecafe

  • Bei meinem Besuch in New York stieß ich auf das Spiele-Cafe Uncommons: Manhattan's Only Board Game Cafe • The Uncommons NYC

    Jeder Spielwillige bezahlt 5 $ und kann an einem Tisch Platz nehmen und bis Ladenschluss vorgehaltene Spiele spielen. Man kann also viele Stunden einige Spiele ausprobieren.


    Die Auswahl war schon so ordentlich, dass hier auch ein Unknowns-Mitglied auf seine Kosten gekommen wäre. Allerdings hatten sie meine "Wunsch"-Spiele #TimeOfCrisis und #TriumphAndTragedy nicht vorrätig (wohl aber einige ältere GMT-Spiele). Gleichzeitig gibt es auch einen normalen Spieleverkauf (dort hatte ich zum Beispiel #Viral) gesehen.


    Ob so eine Geschäftsidee nur in einer Millionen-Metropole funktioniert? Den Abend waren gut die Hälfte der ca. 20 Spieltische (auf 2 Räume verteilt) noch frei - wir hätten als Spontan-Gäste sofort einen haben können. Was meint ihr?

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  • Ob so eine Geschäftsidee nur in einer Millionen-Metropole funktioniert?

    Die Frage lässt sich nicht nur mit der Größe einer Stadt beantworten, sondern man muss dazu auch das Land bzw. den kulturellen Hintergrund betrachten sowie das Lohnniveau, wenn man es als Geschäftsmodell betrachtet, das Gewinn einbringen soll.


    So sind zum Beispiel Spielecafés in Asien meines Wissens schon seit längerem verbreitet, was bei dem niedrigen Lohnniveau vermutlich auch einfacher umzusetzen ist. In Deutschland dagegen halte ich es für sehr schwierig, so etwas zu etablieren. Die Spielwiese in Berlin funktioniert. Ob es daran liegt, dass es eine Millionen-Metropole, ist schwer zu sagen. Man braucht dafür vermutlich vor allem Stammkunden, und damit kann so etwas auch in kleineren Städten funktionieren.


    Andererseits haben wir in Deutschland eine Mentalität, in der viele Menschen Serviceleistungen gratis erwarten. Ob hinreichend viele Menschen wie in New York 5 Euro zahlen würden, nur um spielen zu dürfen, da bin ich noch etwas skeptisch ...

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • In Hamburg hibt es das Würfel und Zucker, was meines Wissens ähnlich funktioniert.


    Es ist eine Gastronomie und eine ordentlich große Spielesammlung plus Erklärbär vorhanden und man zahlt, so man das Spieleangebot genutzt hat, einen Betrag x (auch irgendwas um 5 € oder so) beim Verlassen des Ladens. Wenn man nur zum Kaffeetrinken und Gucken vorbeigeht, dann fällt der Eintritt (bzw. Austritt) weg.

  • Nur mit den 5$€ pro Person kann das nicht funktionieren. Verdient wird über den "Nebenumsatz" bei Essen und Getränke, und der wird garantiert auch erwartet. Weiterhin brauchst du Unterstützung seitens der Verlage, Turniere (dort Magic) ziehen Publikum. Anscheinend ist spielen gerade hip in Manhattan, was wiederum kein billiges Pflaster ist. Spieleverkauf scheint ja eine weitere Einnahmequelle zu sein.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Das Würfel und Zucker betreibt ausserdem noch eine Kegelbahn und auch sonst sind wohl etwa regelmäßige Pen & Paper Abende dort u.a Veranstaltungen. Das trägt sicher auch mit.

    Wollten da eigentlich heute Abend in die Silvesterveranstaltung um uns das mal anzusehen aber haben uns dann doch lieber den Weg und das Ticket gespart


    Hat Hamburg nicht sogar zwei? War da nicht noch was mit "Fuchsteufel" oder so?

  • Die grundsätzliche Frage die es als Gründer zu beantworten gilt ist...


    Welchen Mehrwert bietet mein Cafe im Unterschied zu einer privaten Runde?


    Essen kann jeder daheim, als Spiele-Begeisterter hat man im Regelfall Zugriff auf Mitspielende und die Spiele die einen interessieren, einen ausreichend großen Tisch, richtige Zeitpunkte.

    Der Mehrwert ist der optimierte Cocktail aus allem, nur wenn der schmackhaft leicht verständlich rüberkommt, hat es eine Chance.


    Kein leichtes Brot.

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  • Eigentlich ist es doch nichts anderes als jede andere Gastronomie/Bar/Café: Man versucht die Leute mit irgendwas zu ködern. Sei es tolles Ambiente, Musik, Tanz, Sport-TV, Billard, Dart, nackte Frauen oder eben Brettspiele. Der eigentliche Umsatz kommt meist über die Getränke.


    Der Einfachheit halber würde ich das nicht als Spielecafé betrachten sondern als normales Café mit der Möglichkeit ein Spiel zu spielen. Im Sinne der Prioritäten. An 5$/Person kann niemand verdienen. Ein Star Wars Rebellion würde für 2-3 Stunden gerade mal 10€ einbringen. Vor Steuern, wenn's nicht an der Kasse vorbei geht.


    Aber überleg mal, was zwei Personen an einem Spieleabend vertilgen. Das rechnet sich schon eher.

    Top 5 "Heavies" (08/18): 1 Star Wars Rebellion — 2 Fireteam Zero — 3 Trickerion — 4 Imperial Assault — 5 Eldritch Horror

    Top 5 "Medium" (08/18): 1 Arkham Horror LCG — 2 Android Netrunner — 3 Star Wars LCG — 4 Cthulhu Wars — 5 La Cosa Nostra

    Want to play: 1 Rune Wars (R.E.) — 2 Earth Reborn — 3 Twilight Imperium 4 DE — 4 Eclipse — 5 Battlestar Galactica

    Sehnlichst erwartet: 1 7th Continent — 2 Cthulhu Wars OS3 — 3 Who goes there? — 4 Gloomhaven DE — 5 Lords of Hellas DE

  • Der Einfachheit halber würde ich das nicht als Spielecafé betrachten sondern als normales Café mit der Möglichkeit ein Spiel zu spielen.

    ...damit stichst du aber kein Stück raus aus der Masse.


    Mir fallen spontan ein Dutzend Cafés und Kneipen in Köln ein, in denen wenigstens ein paar Brettspiele in der Ecke rumliegen (und seien es nur ein Schachbrett, ein Backgammon und eine vergrabbelte Spielesammlung).


    Da muss imho schon dick und fett im Namen und im Interieur rüberkommen, dass das ein Brettspielcafé ist.

  • Das ist beim Uncommons aber der Fall. Äußerlich ein Spiele(Verkaufs)laden, innen diverse Spieltische (sah für meinen Geschmack nicht wahnsinnig gemütlich aus, war aber okay), aber sowohl beim Verleih als auch beim Verkauf sehr gut sortiert.

    Wenn es so etwas hier gäbe, wäre ich dort häufiger zu Besuch. Aber vermutlich würde der sparsame Deutsche dort Neuheiten ausprobieren und dann nicht im Laden, sondern im Internet kaufen.

    Ach ja, es gibt in dem Café natürlich Getränke (sogar Craftbeer (NYC ist Hipp) und wohl auch Essen (vermutlich aus den benachbarten Restaurants etc).


    Ich meinte natürlich nicht die deutsche Studentenkneipe, die 3-4 Spiele (meist aus den 80er Jahren) vorhält.

  • PeterRustemeyer Darum ging es mir nicht. Er kann auch 500 Spiele anbieten. Das Geld wird dennoch über Getränke und Snacks gemacht.

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  • Spielecafés haben oft ein Problem: ihr Zielpublikum sind oft Studenten (insofern unterscheiden sie sich schon ein Stückchen von jeder normalen anderen x-beliebigen Gastronomie), aber gerade dieses studentische Publikum hält sich dann ganz gerne mal den ganzen Abend lang an einem dort gekauften Glas Mineralwasser fest.

  • Hallo,

    Aber überleg mal, was zwei Personen an einem Spieleabend vertilgen. Das rechnet sich schon eher.

    ich weiß noch vom sehr schlecht gelaunten Restaurantpächter des Kurhauses, der von der Stadt dazu verdonnert wurde, die Schachspieler (Club) zu beherbergen. Die haben den ganzen Abend einen Tisch (Ertragsmöglichkeit ca. 120€ pro Abend) blockiert und sich krampfhaft an einem Glas Wasser festgehalten. Da konsumieren (auf Spendenbasis) die Brettspieler auf meinen Treffen tatsächlich mehr.

    Man darf vermutlich bei einem solchen Projekt nicht aus den Augen verlieren, das man ein CAFE betreibt und muss es sicher mögen, den Gästen ein Spiel wie z.B. Jenga zu erklären.

    Liebe Grüße
    Nils (denkt immer noch über den Winter-Betrieb der Eisdiele (DICE-DIELE) nach)

  • Hallo,


    zu meinem großen Bedauern, musste ich 2015 den Wunsch ein Spielecafé in Potsdam zu finanzieren (damals war ich in der Startup/Existenzgründerabteilung einer Bank) ablehnen. Zu den Kosten für die Einrichtung und des Equipments für ein Café (v.a. Kaffeemaschine), kamen ja noch die Kosten für die Spielesammlung. Von den Verlagen (ich vermute mal, dass da keine guten Connections bestanden) kam der Wunsch, dass da auch Spiele verkauft würden. Anfragen hinsichtlich kostenloser Muster wurde nach Aussage des Gründers wohl überwiegend abgelehnt bzw. mit Auflagen verknüpft.


    Als weiteres Problem stellte sich noch die (damals ungeklärte) Frage nach geeigneten Flächen. Es musste ja groß genug sein, dass man auch etwas größere Tische unterbringen konnte, außerdem sollte die Spielesammlung ja auch optisch interessant präsentiert werden. Natürlich sollte es ja in der Innenstadt liegen... ...wer Potsdam Downtown kennt weiß, dass es sich vorwiegend um Altbauten handelt, deren Reiz auch in der Winzigkeit der Läden liegt. Außerdem weißt Potsdam eine endlose Zahl an Cafés auf. Es ist auch so schon ein schwieriges Pflaster.


    Ende vom Lied. Keine Finanzierung bei mir, keine Finanzierung bei anderen Banken, Brettspielen bleibt (in diesem Fall) ein Hobby.


    VG
    Gerrit


    widow_s_cruse : "Dice-Diele" finde ich sensationell - in der Eisdiele in meiner Heimatstadt werden im Winter Teppiche verkauft... ...vermutlich ist es sogar der gleiche Mieter.

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  • Das "Würfel & Zucker" in Hamburg ist wirklich genial!


    Riesengross,

    Tische in unterschiedlichen Konstellationen (von 2er bis 8er oder sogar mehr),

    eine mega Spielesammlung (inkl. sehr vieler 2017er Essen-Neuheiten),

    ausgesprochen freundliches Personal,

    saugute Sandwiches (die Pizza war nicht so gelungen),

    angenehmes Interieur


    Ich gehe dort sehr gerne hin und zwar immer dann, wenn ich gerade niemanden zum Spielen habe; und genau hier liegt das Problem: das Gros der Besucher kommt bereits als Gruppe - wenn ich nun zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt komme, kann ich zwar als dritter o. vierter mit einsteigen (Brettspieler sind ja sehr unverkrampft), aber dieser besondere Zeitpunkt ergibt sich logischerweise nur selten. Zuletzt habe ich mir ein "Mitspieler gesucht" Schild geben lassen und in aller Ruhe die Regeln zu "Heaven & Ale" gelesen und das Spiel auf dem Tisch aufgebaut, aber wenn die Geschäftsführerin nicht interveniert und sich bei einer anderen Spielegruppe für mich eingesetzt hätte, wäre daraus wohl nichts geworden. Die Frau ist wirklich der Hammer und steckt ihr gesamtes Herzblut da rein (ausserdem kann man mit ihr kurz vor Feierabend immer stundenlang über Brettspiele und alle sonstigen Themen quatschen).

    Jetzt liegt der Fall jedoch so wie oben bereits erwähnt: wenn ich einen oder mehrere Mitspieler habe und zu Hause eine Spielesammlung von 150+ Titeln, dann wird keiner von denen 5,- € bezahlen wollen, um ein Brettspiel zu spielen (schon gar nicht, weil sie es alle gewohnt sind, dass ich immer koche und Bier bereit stelle und wir bei mir oder jemand anderem so lange rumhängen wie wir wollen). Meine Freunde spielen alle gerne mit mir, sind aber nicht annähernd solche Geeks wie ich und in Anbetracht dessen, dass ich eine riesen Spielesammlung zu Hause habe, würde ich auch nicht auf die Idee kommen, denen vorzuschlagen ins Café zu gehen und dort pro Person 5,- € zu löhnen um ein Spiel zu spielen, was sie bei mir `umsonst´spielen können. Ich selbst würde das wohl auch nicht tun.


    Abschliessend kann ich sagen, dass ich weiterhin gerne und regelmässig das "Würfel & Zucker" als Lonesome Cowboy aufsuchen werde, aber wenn es sich dauerhaft herausstellen sollte, dass ich unverrichteter Dinge wieder abziehen muss, würden diese Besuche naturgemäss weniger werden. Das wäre jedoch äusserst schade, denn der Laden ist wirklich ganz grosse Klasse!

  • Abschliessend kann ich sagen, dass ich weiterhin gerne und regelmässig das "Würfel & Zucker" als Lonesome Cowboy aufsuchen werde, aber wenn es sich dauerhaft herausstellen sollte, dass ich unverrichteter Dinge wieder abziehen muss, würden diese Besuche naturgemäss weniger werden. Das wäre jedoch äusserst schade, denn der Laden ist wirklich ganz grosse Klasse!

    Hast denn du das Gefühl, der Zielgruppe des Betriebs zu entsprechen? Sprich - dass allgemein auf den Tischen liegt, was du spielen möchtest?

    Liebe Grüße
    Nils

  • widow_s_cruse

    Selbstverständlich. Es wird durch die Bank alles gespielt und viel Euro - genau mein Beuteschema… aber das Problem liegt, wie bereits erwähnt, darin, dass sich dort viele zuvor verabredete Gruppen treffen die entweder vollzählig oder bereits mitten im Spiel sind, da man halt nicht genau zu dem Zeitpunkt eintrifft, wenn diese gerade aufbauen.

  • Ich meine, in Bonn gibt es so eins auch seit ein paar Jahren. Muss also keine Millionenstadt sein.

    Ja, das Voyager. War einmal dort, ist mir aber zu eng und zu laut. Kleine Tische beschränken zudem auch die Spieleauswahl...

    Das Voyager in Bonn ist eher ein Spiele-Pub im britischen Stil als ein Spiele-Cafe. Die Tische sind unterschiedlich groß, für kleine Tische bringen die Kellner gerne eine Spanplatte, damit auch ein Tabletop wie X-Wing darauf passt. Der Spieleclub "Wilde Zockerei" tagt zweimal im Monat dort und es gibt Regeltreffs für X-Wing, Rollenspiele und gelegentlich mal ein Kneipenquiz. Schaffe es leider viel zu selten dahin.

    Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren.

  • Hm, ich würde mich freuen, in meiner Nähe ein Spielecafe zu haben. Ich habe durchaus eine mittelgroße Spielesammlung zuhause, aber ich hätte Spass daran, sogar regelmäßig dort mit Freunden Spiele auszuprobieren und auch Essen und Getränke zu mir zu nehmen. Ich kann die pauschale Aussage „wer Spiele zuhause hat, spielt auch zuhause“ nicht nachvollziehen.


    Man geht ja schließlich auch zum Klettern, Bowling (es soll sogar noch Kegelklubs geben, die auf ihrem Kegelabend sogar das eine oder andere Bier trinken) oder Schlittschuhlaufen und ins Kino. Warum soll ich mich bitte nicht für 2-3 Stunden und einem neuen Spiel in einem Cafe niederlassen.


    Die Konkurrenz in der Gastro ist sicherlich enorm, darum werden die Spiele alleine kein Erfolgsgarant. Aber wenn man halbweg dezent ein schönes Ambiente schafft und eine kleine, aber gutsortierte Karte anbietet (und einen Kaffee aus einem Siebträger) kann ich mir vorstellen, dass das funktioniert. Am besten holt man sich sogar Spieletreffs als Stammspieler. Das kann in größeren Städten bestimmt Anklang finden. Verdammt, ich würde sogar ein paar Kilometer dafür fahren.


    Hat jemand schon eine Karte (Google Maps oder ähnliches) von Spielecafes angefangen?

  • Man geht ja schließlich auch zum Klettern, Bowling (es soll sogar noch Kegelklubs geben, die auf ihrem Kegelabend sogar das eine oder andere Bier trinken) oder Schlittschuhlaufen und ins Kino. Warum soll ich mich bitte nicht für 2-3 Stunden und einem neuen Spiel in einem Cafe niederlassen.

    Naja, der Vergleich hinkt etwas - ich kenne jede Menge Leute mit Spielesammlungen, aber keinen mit Bowlingbahn, Kletterwand, Eisstadion oder Kino im Hause ;). Viele Spielegruppen treffen sich ja auch in Kneipen oder Cafés, aber ich glaube das Spielen im privaten Kreis ist durchaus verbreiteter, da die Kosten geringer sind und im Zweifel auch keine Sperrstunden einzuhalten sind. Kurz - man ist an keine Vorgaben gebunden, ausser denen, die man selbst vorher vereinbart.


    Edit: Ninja Exhibitchee war schneller ..... :pleased2:

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  • Tja, klar, eure Argumente stimmen schon. Das ist wohl eine persönliche Einstellung. Andererseits ist auch meine Spielesammlung - so groß sie sein mag, beschränkt. Ich für meinen Teil würde jedenfalls so ein Spielecafe nutzen. Vielleicht auch nur, um ab und zu was Neues auszuprobieren oder sogar mit anderen Leuten zu spielen.

  • Ich habe auch mal drüber nachgedacht, in Mainz so was aufzuziehen. Habe aber den Gedanken recht schnell wieder aufgegeben. Dabei lag es weniger an der fehlenden Finanzierung (die wahrscheinlich auch ein Thema geworden wäre), und ich hatte mich auch noch nicht mit Verlagen etc. in Verbindung gesetzt. Aber allein die logische Auseinandersetzung mit dem notwendigen Klientel vs. der vorort herrschenden Situation (Marktsondierung, sozusagen) sprach dagegen. Meine Erfahrung und meine Schlussfolgerungen decken sich da mit denen, die hier im Thread schon angeklungen sind - Leute, die zum Spielen kämen, würden weniger konsumieren, und solche, die konsumieren, würden weniger zum Spielen kommen. Ergo: Cafe ohne Spiele, oder bald pleite.
    Als ehemaliger Verantwortlicher für einen hiesigen Spieletreff, der in den Räumen der Caritas stattfindet, hatte ich während meiner Amtszeit eine kleine Spendenbox eingeführt - um der Caritas etwas zurück zu geben (immerhin sind Räume ja nicht kostenfrei, selbst wenn man nichts für deren Nutzung bezahlen muss). Und nur die wenigsten der regelmäßigen Besucher waren (trotz finanziellen Möglichkeiten) bereit, da auch nur irgendwas rein zu tun (es war immer kaum was drin). Wenn das schon auf einem Spieletreff so ist, wo die Leute regelmäßig hingehen...
    Viele andere Gedanken sprachen dagegen - wann kommt das Klientel zum Spielen (Wochenende, abends); wie finanziert sich das Cafe zwischen diesen "Stoßzeiten"; haben die Deutschen überhaupt Interesse daran, fürs Spielen Geld auszugeben, wenn sie das und die gewünschte Verpflegung mit Freunden daheim günstiger haben können (eher nicht); gibt es kostenlose Spieletreffs (einige); würden die Besucher genug konsumieren, damit sich ihre Besuchszeit für das Cafe auch rechnet (eher nicht, da das Gros des potentiellen Klientels wahrscheinlich aus Studenten bestehen würde, die sich - wie schon gesagt - gerne auch an einem Glas Bier festhalten); etc.
    Kurzum - selbst in einer Studentenstadt wie Mainz (gemeint: ein großer Prozentsatz der Anwohner sind Studenten) ist ein Spielecafe kein lohnenswertes Unterfangen.

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Wir haben eine Gruppe von grob geschätzt 6-8 Personen, die sich unregelmäßig und in unterschiedlichen Konstellationen trifft. Ein öffentlicherer Raum ist für größere Runden schon praktisch, allerdings halte ich das in Form eines Spielecafés nicht für wirtschaftlich, wenn man mehr als "The Game" anbietet. Bei einem Spiel mit einer Spielzeit von über einer Stunde wird doch für normale Cafés bestimmt zum Minusgeschäfft, mit höherer Spielzeit (was ich interessant finde) noch mehr.


    Wer spielt, hat auf dem Tisch keinen Platz für Gerichte (für 4-6 Personen), dann sind die Leute zu beschäftigt mit dem Spiel als dass sie viel verzehren würden. Geht mir zumindest so. Wenn ich in einem Café sitze, dann um dort etwas zu trinken und zu quatschen. Wenn ich dann zum Spielen da bin, wird mindestens eines darunter leiden. Ganz zu schweigen von dem Qualitätsverlust, wenn die Leute entsprechend mit fremden Material umgehen.

    Top 5 "Heavies" (08/18): 1 Star Wars Rebellion — 2 Fireteam Zero — 3 Trickerion — 4 Imperial Assault — 5 Eldritch Horror

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  • Wie wäre es denn mit einer "Bring your own game"-Idee? Die Leute sollten wesentlich besser mit dem Spiel umgehen, man hat keine Materialkosten, keine Lagerkosten (für Spiele) und beschränkt sich auf das bewirten. Man stellt quasi nur große Tische zur Verfügung. Aber ich schätze, dass sich die Katze da schon in den Schwanz beißt.

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  • Wie wäre es denn mit einer "Bring your own game"-Idee? Die Leute sollten wesentlich besser mit dem Spiel umgehen, man hat keine Materialkosten, keine Lagerkosten (für Spiele) und beschränkt sich auf das bewirten. Man stellt quasi nur große Tische zur Verfügung. Aber ich schätze, dass sich die Katze da schon in den Schwanz beißt.

    Nennt sich dann auch einfach Bar oder Cafe ;)

    Übersetzt & lektoriert Spiele für div. Verlage und probiert Spiele in allen möglichen Stadien aus. Schreibt darüber mit Freunden auf erklaerpeer.de

  • Hmmm... also entweder will ich spielen oder sauf.. Kaffee trinken und lecker essen. Irgendwie erschließt sich mir der Reiz eines solchen Spielecafes nicht. Der Tisch wird zu klein sein, die Getränke und Speisen werden im Weg stehen und der Lärmpegel zu hoch sein. Für ne lockere Runde eines kleinen Kartenspiels vielleicht. Aber für alles andere ziehe ich die private Runde vor.

  • Ja, der Lärmpegel in Spiele-Cafes ist genauso hoch, wie es auch in Cafes, Bars und Restaurant der Fall ist, je nachdem wie viele Besucher anwesend sind.

    Ein Problem Essen und Getränke unterzubringen habe ich nie, sondern bestelle mir selbiges regelmäßig. Nur bei Pizza machen wir ne kurze Spielpause. Alles andere nimmt nie zu viel Platz weg.


    Der Reiz? Spiele spielen, die man nicht Zuhause hat. Spiele erklärt bekommen und gleich losspielen können. Leckeren selbstgemachten Kuchen (zumindest bei uns in HH), nette Leute, Events, sich zentral treffen, Prototypen ausprobieren, sich austauschen.

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    3 Mal editiert, zuletzt von Peer ()

  • Hallo,

    Hmmm... also entweder will ich spielen oder sauf.. Kaffee trinken und lecker essen. Irgendwie erschließt sich mir der Reiz eines solchen Spielecafes nicht.

    #typischUnknowns Wie kommt denn ihr wieder darauf, dass ihr Zielgruppe eines solchen Geschäfts seid? :/

    Kein Cafe dürfte ein Interesse haben, manche von euch als Kunden zu begrüßen. Es ist erst mal ein Cafe / Imbiss mit einem Merkmal einer zusätzlichen Aktivität. Erstmal sollte es gute Speisen und Getränke geben und dann wären da noch eine Auswahl von leichter Spielekost für einen gemeinsamen Zeitvertreib. Anders dürfte aus einem solchen Projekt wohl kaum kein passender Schuh werden - ein Schuh, der nicht von jedem getragen werden muss.

    Liebe Grüße
    Nils

  • Interesse schon, denn ein Kunde ist ein Kunde und was zu essen und trinken würden sie sicher bestellen. Nur halt nicht die Zielgruppe, wie du ja schon geschrieben hast.

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