Solospielen: Sinnvolle Alternative oder Zeitverschwendung?

  • Ja, das mit sinnlos / sinnvoll ist natürlich immer eine Frage des Blickwinkels. Genauso ist das mit dem Zweck, wobei man auch etwas tun kann, ohne einen konkreten Zweck zu verfolgen. Wobei man dann wohl eher von Freizeitbeschäftigung spräche als von Hobby. Ich kann mich auf die Wiese legen und träumen, ohne einen für mich konkret fassbaren Zweck damit zu verfolgen.

    Man muss da auch unterscheiden zwischen dem selbst zugeordneten Sinn und Zweck (oder dem Fehlen desselben) und dem Resultat. Etwas kann durchaus entspannend sein, ohne für jemanden Sinn zu ergeben, der es tut ...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

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  • Manch einer wäre im Alter jedenfalls froh, wenn er seine Feinmotorik früher besser trainiert hätte ;)

    Ich zum Beispiel - denn dann würde ich nicht ständig die Counterstapel bei ASL umschmeißen ...


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Manch einer wäre im Alter jedenfalls froh, wenn er seine Feinmotorik früher besser trainiert hätte ;)

    Ich zum Beispiel - denn dann würde ich nicht ständig die Counterstapel bei ASL umschmeißen ...

    Vielleicht mal eine Pinzette probieren? Habe ich früher selbst praktiziert und als durchaus praktikabel empfunden.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • "Time you enjoy wasting is not wasted" sagte mal irgendwer.

    Mit freundlichen kollegialen Grüßen


    Syrophir


    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    "Die Menschen hungern nach der Wahrheit, doch wissen sie selten ihren Geschmack zu schätzen."

  • [Mod]

    Nur zur Klarstellung:

    Der plakative Titel „Solospielen = Zeitverschwendung?“ war von mir, wie bei (fast) allen ausgelagerten Threads. Ich habe ihn zwischenzeitlich entschärft.

  • Am Ende bleibt die Frage nach Sinn überhaupt.

    Haben denn andere Tätigkeiten, die von vielen als so wichtig und sinnvoll erachtet werden, einen grundlegenden Sinn?


    Vieles machen wir nur um unser Leben auszudehen oder das Leben unserer Lieben.

    Aber was hat ein ausgedehntes Leben für einen Sinn außer seiner selbst?


    Ich sehe mittlerweile "Freude" als sinngebend im Leben an. Die eigene und die anderer (was am Ende auch zur eigenen führt).

    Und somit ist Solo-Spielen auf jedenfall sinnvoll für mich.

  • Am Ende bleibt die Frage nach Sinn überhaupt.

    Die Büchse der Pandora ist geöffnet ;)

  • Vielleicht mal eine Pinzette probieren? Habe ich früher selbst praktiziert und als durchaus praktikabel empfunden.

    Ich spiele Counterspiele schon seit dem letzten Jahrtausend ausschließlich mit Pinzette. ;)

    Aber man kann Counterstapel durchaus auch mit Pinzette umschmeißen ... :)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

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  • openMfly sprach von „feinmotorischer Übung“, nicht vom kindlichen Erlernen der Feinmotorik. Manch einer wäre im Alter jedenfalls froh, wenn er seine Feinmotorik früher besser trainiert hätte

    Also, mal abgesehen von Geschicklichkeitsspielen ist das wirklich ziemlicher Humbug :)


    Haben denn andere Tätigkeiten, die von vielen als so wichtig und sinnvoll erachtet werden, einen grundlegenden Sinn?

    Alles gut. Von meiner Warte aus ist alles gesagt. Ich hatte ja mal kurz erwähnt, warum ich andere Hobbys sinnvoller finde als alleine vor sich hin zu spielen, und dabei bleibe ich. Aber ich sagte auch - jedem das seine. Gibt definitiv noch deutlich bescheuertere Dinge auf der Welt :)


    Ich für meinen Teil erreiche das Ideal der sinnvollen Beschäftigung auch nicht. Aber ich denke drüber nach.

  • Für solche spielpartnerlosen Zeiten gibt es doch Foren wie dieses. :sos:

    Ich habe es in einem anderen Thread bereits ausgeführt: Diese Einstellung kannst du in urbanen Regionen vertreten, auf dem Land und besonders in dünner besiedelten Gebieten entspricht es aber nicht der Wahrheit. Wenn du die Nutzerkarte öffnest und nach mir suchst, dann wirst du sehen, dass dieses Forum nicht viel Auswahl bietet. Das nächste Ziel ist mit mindestens 40 Minuten Fahrtzeit für eine Strecke verbunden und damit fallen spontane/häufige Treffen schon flach, da ich vielleicht fahren würde, aber die andere Person nicht. Zudem reicht ja meist eine Person nicht, weswegen man ein Treffen koordinieren muss, was die Angelegenheit nochmal schwieriger macht. Das ist nicht nur hier der Fall, sondern auch bei anderen Mitspielersuchen.

    Was machst du denn Abends? Schaust du jeden Abend hochanspruchsvolles Bildungsfernsehen, auf das du etwas mit ins Bett nimmst? Falls ja, wieso machst du das? Du nimmst Informationen auf und hinterfragst nicht einmal die dir im Zweifelsfall für den Beitrag selektierte Informationsauswahl, welche vielleicht gar nicht den wahren Gegebenheiten entspricht.

    Du liest Abends einen Roman? Was hat das mit Bildung zu tun? Ja, geschichtliche Romane vermitteln dir etwas und geben dir im Idealfall einen Einblick in eine Epoche, aber wirklich gebildet bist du danach nicht.

    Nimmst du Fachliteratur mit ins Bett? Respekt. Ich bin nach einem Tag, an dem man meist mit Eindrücken überladen wird auch einfach mal froh, wenn ich abschalten kann und nicht selektieren muss, was für mich wichtig oder unwichtig ist.

    Ich fände es spannend, wenn du mir mal konkret sagst, was du in deiner freien Zeit machst und damit meine ich nicht, dass du irgendwelche Sachen erledigst, die sowieso auf dem Plan stehen, sondern die Zeit, die dir wirklich zur freien Verfügung steht und in der keine Pflichten anstehen. Dann kann ich dir auch mal sagen ob ich diese Aktivitäten als sinnvoll erachte oder nicht.


    Für mich sind Solospiele ein Zugewinn an Lebensqualität. Ich würde die Momente natürlich lieber mit anderen teilen, aber manchmal sind einfach keine anderen da oder wenn sie da sind, dann haben sie vielleicht auch einfach keine Lust. Wenn ich den Tag über am PC verbracht habe (und da habe ich dann nicht sinnlos Bytes von A nach B geschoben), dann freuen sich meine Augen, wenn sie sich entspannen können. Bei einem Brettspiel geht das. Möchte ich nebenher noch die Fußballergebnisse hören, dann kann ich auch das machen und Fernsehen/Radio nebenher laufen lassen. Es ist nicht so, dass ich spiele, weil ich keine Ideen habe, was ich sonst mit mir anfangen soll. Meistens spiele ich Abends eine Runde, wenn die Alternativen eben aus Lesen und Fernsehen bestehen. Brettspiele sind im Vergleich dazu keine schlechtere Alternative-zumindest aus meiner Sicht. Auch wenn ich tagsüber spiele empfinde ich es nicht als schlimm. Gibt es dringlichere Sachen, dann erledige ich sie. Habe ich aber Freizeit, also keine anderen Verpflichtungen, dann freue ich mich darüber meinem Hobby nachzugehen.

    Spielen ist für mich nie eine sinnlose Beschäftigung. Sie hat genauso viel Sinn wie jedes andere Hobby. Spiele ich in der Zeit, in der etwas anderes zu erledigen wäre, dann kann man über die Sinnhaftigkeit dieser Situation diskutieren. Zeitverschwendung ist es aber für mich nicht, da ich meine Zeit dafür einplane und Spaß daran habe. Es muss auch nicht alles auf seinen Sinn hinterfragt werden. Was würde das Leben lebenswert machen, wenn ich alles "Unnütze" verbieten würde? Damit würde ich meinen Antrieb verlieren, denn ich bräuchte auf nichts hinzuarbeiten, wenn mir das Ziel am Ende doch egal ist, da es eben nur eine weitere Vorgabe eines anderen ist.

    Ich möchte deine 3 Punkte nur noch einmal aufgreifen: Lesen-Bildung, Sport-Gesundheit, Verein-Gesellschaft. Ich habe 19 Jahre Fußball gespielt und meinen Körper für die Mannschaft hingehalten. Das hat mich ein ganzes Jahr Studium (2 Semster) gekostet, da ich aufgrund von Verletzung keine Uni besuchen konnte. Die Gesellschaft hat mir dabei recht wenig gebracht. Es gab mal ein oder zwei Nachfragen via WhatsApp, ansonsten kam kaum etwas. Ein Freund, den ich seit der 5. Klasse kannte, der kam auch vorbei und hat sich erkundigt, die anderen haben das nicht gemacht. Den Trainer habe ich bei mir auch nur einmal gesehen und zwar nachdem ich ihm gesagt habe, wie schlimm ich wirklich verletzt bin. Er war gerade in der Gegend und kam dann mal vorbei. Eine Unterstützung für mich gab es nicht. Weder finanziell noch sonst wie. Ich habe also effektiv meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt für eine scheinbare Gemeinschaft, die am Ende doch nicht mehr war als die Summe der einzelnen Spieler.

    Bei Brettspielern wäre das anders gelaufen und da wette ich mit dir. Das sind bei den ersten malen vielleicht Bekannte, aber nachdem man ein paar mal gespielt hat, wird man zu Freunden. Ich lade sie zu mir ein oder werde eingeladen, man redet abseits der Spiele auch miteinander über weit wichtigere Themen als Saufen, Weiber und Bundesliga. In der Gruppe kann ich dann sogar sagen, dass ich die anderen alle mag. Man trifft sich nicht, weil man eine Mannschaft ist, Geld bekommt und am Monatg in der Zeitung abgedruckt ist, sondern weil man sich aufs Spielen mit den anderen freut. Außerdem wette ich mit dir, dass in meiner(!) Spielegruppe deutlich intelligentere Spieler sitzen als in der Sportmannschaft von nebenan. Hier nurmal eine Aussage von Petersen zur Verblödung im Profisport.

    Solospielen ist für meine Gesundheit also wesentlich zuträglicher, da ich mich nicht verletze. Solospielen ersetzt auch die 3 von dir genannten Punkte nicht, da es für jeden dieser Punkte genug Raum und auch eine Berechtigung gibt. Ich habe ein Studium angefangen und abgeschlossen, weil ich es spannend fand. Ich habe nebenher noch eine Sprache begonnen zu lernen und in mehrere andere Studiengänge geschaut und diese teilweise parallel belegt. Sport habe ich schon mein ganzes Leben betrieben, sei es Wintersport, Laufen, Schwimmen, Fußball oder Radfahren. Bald beginne ich mit Badminton und im Sommer will ich mal in den örtlichen Kanuverein schnuppern. Dort habe ich dann auch Gesellschaft, wenn ich meine Freunde nicht gerade privat treffe. All das geht problemlos neben dem Solospielen und ich würde keinen dieser 4 für mich wichtigen Punkte aufgeben, die wiederum nur ein Teil von den anderen mir wichtigen Punkten sind.

    Diese Punkte kann und soll jeder für sich selber wählen und gewichten, aber sobald man einen Punkt für sich ausgemacht hat, dann ist dieser Punkt vieles, aber definitv keine Zeitverschwendung. Zeit ist für jeden von uns kostbar und die uns verfügbare Zeit werden wir garantiert nicht mit für uns sinnlosen Aktivitäten verschwenden. Hier werden viel mehr Personen Solospielen als etwas Erfüllendes begreifen, nur du stichst mit deiner Meinung eben heraus und polarisierst deshalb. Auch wenn ich deine Argumentation nicht verstehen kann, so gestehe ich dir doch deine eigene Meinung zu. Nur ist deine Ansicht eben auch nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern für andere Personen genauso bedeutungslos, wie es meine Meinung für dich sein wird.



    Edit: Beitrag vor der Entschärfung verfasst und einfach ewig lange zum Schreiben/Umwerfen/Löschen gebraucht.

    Man kennt mich aus "Ein Absatz kommt selten allein" und "Hör mal wer da tippt". Die Rolle meines Lebens hatte ich wohl 1987 an der Seite von Michael Douglas in "Wall of Text".

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    Einmal editiert, zuletzt von fjaellraeven ()

  • Für solche spielpartnerlosen Zeiten gibt es doch Foren wie dieses. :sos:

    Ich habe es in einem anderen Thread bereits ausgeführt: Diese Einstellung kannst du in urbanen Regionen vertreten, auf dem Land und besonders in dünner besiedelten Gebieten entspricht es aber nicht der Wahrheit. Wenn du die Nutzerkarte öffnest und nach mir suchst, dann wirst du sehen, dass dieses Forum nicht viel Auswahl bietet.

    Ich glaube, du hast Herbert völlig falsch verstanden. Ich verstehe Herberts Satz so, dass man die spielpartnerlose Zeit einfach damit verbingen kann, sich hier im Forum zu tummeln. Das Forum Board als Zeitvertreib. Nicht etwa, um hier Spielpartner über die Nutzerkarte zu finden.


    Aber vielleicht bin es auch ich, der Herbert falsch verstanden hat ...

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Aber vielleicht bin es auch ich, der Herbert falsch verstanden hat ...

    Ich bin ziemlich sicher, dass Du ihn richtig verstanden hast.


    Davon abgesehen - unter meinen Kriterien (die ich - ich wiederhole - selbst missachte) gehört auch das lange Schreiben im Forum zu den sinnlosen Dingen. Der Beitrag oben ist diesbezüglich gigantisch. Respekt. Aber keine Vorwürfe, ich hab ihn gelesen! Aber ich denke, Du solltest meine Beiträge nochmal lesen. Hier zu antworten macht ziemlich wenig Sinn. Weder Deine bösen Fußball-Freunde noch die hyper-intelligenten Spieler sind repräsentativ. Genausowenig hab ich jemals irgendwas in Richtung Deiner ersten Zeilen behauptet. Aber trotzdem: Schöner ausführlicher Beitrag.

  • Nachtrag zu Deinem Interview-Link: Ich wäre lieber Millionär und hätte dafür nicht die letzten 10 Jahre an nem Schreibtisch gesessen und hätte SW entwickelt oder ähnliches. Sohergesehen ist es schade, dass der Nils unzufrieden ist, aber ich denke er übertreibt ziemlich maßlos. Verblöden kannst Du in jedem Job :)

  • Endlich versteht mich mal jemand :gott:

  • openMfly sprach von „feinmotorischer Übung“, nicht vom kindlichen Erlernen der Feinmotorik. Manch einer wäre im Alter jedenfalls froh, wenn er seine Feinmotorik früher besser trainiert hätte

    Also, mal abgesehen von Geschicklichkeitsspielen ist das wirklich ziemlicher Humbug :)

    Was genau ist deiner Ansicht nach Humbug?

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  • mavman : Nicht unbedingt MÄDN, aber es gibt schon eine Menge Spiele, bei denen man Feinmotorik benötigt. Das mag dir gar nicht bewusst sein. Ich habe schon viele Spiele mit jemandem gespielt, der aus biologischen Gründen kein Feinmotoriker ist, und da passiert es wirklich oft, dass irgendwelche Klötzchen oder Siegpunktmarker verrutschen oder Ähnliches.


    Humbug war die Aussage oben jedenfalls nicht.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Aber vielleicht bin es auch ich, der Herbert falsch verstanden hat ...

    Ich bin ziemlich sicher, dass Du ihn richtig verstanden hast.


    Davon abgesehen - unter meinen Kriterien (die ich - ich wiederhole - selbst missachte) gehört auch das lange Schreiben im Forum zu den sinnlosen Dingen. Der Beitrag oben ist diesbezüglich gigantisch. Respekt. Aber keine Vorwürfe, ich hab ihn gelesen! Aber ich denke, Du solltest meine Beiträge nochmal lesen. Hier zu antworten macht ziemlich wenig Sinn. Weder Deine bösen Fußball-Freunde noch die hyper-intelligenten Spieler sind repräsentativ. Genausowenig hab ich jemals irgendwas in Richtung Deiner ersten Zeilen behauptet. Aber trotzdem: Schöner ausführlicher Beitrag.

    Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, kann ich den Beitrag von Herbert auch auf diese Weise verstehen. Um auf deinen eigentlichen Absatz einzugehen zitiere ich dich nochmals und erläutere es dir daran, denn ich habe den ganzen Thread und damit auch deine Beiträge gelesen. Deine im speziellen sogar mehrfach, da ich sie richtig lesen und im Kontext verstehen wollte. Das ist wieder aus meiner Sicht und damit wie bei obigem Zitat eben eine persönliche Interpretation, die auch mal falsch liegen kann.



    Für mich ist gerade das das Schöne am Spielen: Die Zweckfreiheit. Da muss nichts nebenbei dabei rumkommen (kann aber natürlich).

    Jedem das seine. Ich finde fast jedes andere Hobby sinnvoller - vom Lesen (Bildung) über Sport (Gesundheit) bis zum Verein (Gesellschaft). Aber wenn es das nicht sein muss - dann wirds schon passen.

    Ich beziehe mich auf dieses Zitat und verknüpfe ihn mit der eigenen Erfahrung, dass ich überwiegend Abends spiele, während andere Personen den Abend auf der Couch verbringen. Das ist absichtlich allgemein gehalten und überspitzt, weswegen ich ja auch explizit danach gefragt habe, wie du deine freie Zeit nutzt. Dabei habe ich mich eben auf eine Abendplanung bezogen, bei der der überwiegende Teil der Bevölkerung eben Fern sieht. Das Lesen habe ich deshalb aufgegriffen, da du es ja zuvor als sinnvolles Hobby beschrieben hast. Ich wollte dir damit nur aufzeigen, dass deine Aussage relativ vage ist und in meinem Szenario für viele andere genauso sinnlos ist wie das Solospielen in deinen Augen. Deine Beiträge habe ich gelesen und nicht ohne Grund diesen Anfang gewählt.


    Meine hyper-intelligenten Freunde sind bestimmt nicht repräsentativ, aber trotzdem glaube ich, dass Brettspieler mit steigendem BGG-Komplexitätsindex auch eine gewisse Grundintelligenz mitbringen müssen, vom Spaß an Regeln und dem Spielen abgesehen. Zudem werde ich bei einem Brettspielabend zu Hause ganz andere Themen anschneiden können. Wenn du meinen Beitrag verstanden hast, dann zeigt er dir, dass deine Verknüpfungen eben nicht allgemeingültig sind. Sport ist nicht immer gesundheitsfördernd und aufgrund von Sport kannst du auch lange Zeit unsportlich sein müssen. Gesellschaft ist nicht gleichzusetzen mit Freundschaft, auch wenn es da genug positive Gegenbeispiele gibt. Es war ein Beispiel, mehr nicht. Eigentlich wollte ich dir doch nur zeigen, dass deine Punkte für dich Richtigkeit besitzen können, für andere aber nicht. Manche Menschen mögen einfach keine Gesellschaft, da sind sie froh über jedes Solospiel. Andere Menschen haben eben keinen Spaß am Sport, da sei es ihnen doch gegönnt, dass sie sich mit einem Brettspiel vergnügen können. Andere Leute wollen auch nicht alles wissen und sind glücklich mit ihrem beschränkten Horizont, warum müssen solche Leute sich also weiterbilden? Du hast vielleicht Spaß daran aktiv zu sein, bist gern unter Leuten und bildest dich weiter. Das macht dich glücklich, ist aber nicht auf andere übertragbar.


    Im Gegensatz zu dir habe ich auch Spaß daran mich an einer Diskussion zu beteiligen. Um ehrlich zu sein finde ich es auch schwierig bis frech, dass man einen komplett konträren Standpunkt vertritt, markige Zeilen antwortet und dann nicht ausführlich rechtfertigen will. In einem Forum ist Toleranz und Verständnis wichtig, dafür muss ich mein Gegenüber aber auch verstehen können. Für mich bist du ein Nickname ohne Gesicht, da weiß ich nicht wie ich deine Aussagen zu nehmen habe und das macht deine Brgründung umso wichtiger. Wenn du es für sinnlos erachtest, dann darfst du dich nicht an einem solchen Thema beteiligen. Gerade durch deine Position provozierst du ja eine Reaktion und wenn diese ins leere führt, dann ist das auch für das Gegenüber äußerst unbefriedigend. In solchen Fällen (und damit bist jetzt nicht du gemeint) hätte ich dann wirklich lieber eine Solopartie gespielt, denn ein Beitrag schreibt sich auch nicht in fünf Minuten oder nebenher.

    Du könntest zum Beispiel mal deutlicher machen, was für dich sinnvoll ist. Damit meine ich keinen pauschalen Satz wie den oben, sondern einen, der auf dich zutrifft und deine Ansicht widerspiegelt. Auf Grundlage dessen kann ich dich eher verstehen und mir ein Bild von dir machen. Dadurch wirst du mehr als nur ein beliebiger Nutzer dieses Forums für mich, denn ich kann deine Haltung vielleicht nachvollziehen. Akzeptieren tue ich sie auch so, denn was ich als sinnlos erachte sind zum Bespiel austauschbar polarisierende Beiträge, die du ja anscheinend schätzt.

    :aetsch:

    Man kennt mich aus "Ein Absatz kommt selten allein" und "Hör mal wer da tippt". Die Rolle meines Lebens hatte ich wohl 1987 an der Seite von Michael Douglas in "Wall of Text".

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  • Nicht unbedingt MÄDN, aber es gibt schon eine Menge Spiele, bei denen man Feinmotorik benötigt. Das mag dir gar nicht bewusst sein. Ich habe schon viele Spiele mit jemandem gespielt, der aus biologischen Gründen kein Feinmotoriker ist, und da passiert es wirklich oft, dass irgendwelche Klötzchen oder Siegpunktmarker verrutschen oder Ähnliches.


    Humbug war die Aussage oben jedenfalls nicht.

    Yze wollte damit sagen, dass man durch spielen Feinmotorik AUFBAUT. Dass man sie braucht steht ohne Frage. Soviel aber auch wieder nicht, wenn man nicht grad zittrig ist - der Normalsterbliche kann das schon :)

  • MÄDN gegen eingeschlafene Finger??

    Wenn du das so platt ausdrücken magst: Ja, warum auch nicht?


    Yze wollte damit sagen, dass man durch spielen Feinmotorik AUFBAUT.

    Von „aufbauen“ war nicht die Rede. Aber so weit weg von „trainieren“ ist es nicht. Ich gehe davon aus, dass auch eine Verbesserung der Fähigkeiten durchaus im Bereich des Möglichen ist. Ob das allein mit Brettspielen möglich ist, wird sich nicht nachweisen lassen, da Feinmotorik bei so vielen Tätigkeiten zum Tragen kommt, dass man den Effekt einzelner Tätigkeit wohl kaum isoliert betrachten kann.

    Wichtig ist, dass man was tut. Die Tätigkeit an sich ist da eher vernachlässigbar.


    Mal ein paar Auszüge aus einer Metastudie:

    [...] The reviewed studies suggest that although motor performance tends to decline in old age, learning capabilities remain intact, and older adults are able to achieve considerable performance gains. [...]

    When people age, they perform complex tasks more slowly and, in some cases, less accurately than they once did. Additionally, they also begin to carry out such tasks in qualitatively different ways [11, 40]. If and how these age-related changes may affect the acquisition of motor skills has not been well investigated. Older adults need to practice and learn new and relearn known motor skills, respectively, as part of new task training, recreational pursuits, or rehabilitation.

    Dauerndes Training ist also insbesondere im Alter wichtig. Was man früher schon konnte, wird zwar schlechter, kann sich aber durchaus noch auf hohem Niveau bewegen und man kann immer noch neue Fähigkeiten erlernen. Manch einer spielt mit 80 noch phantastisch Geige, andere lernen in dem Alter Klavier spielen oder Jonglieren. Wieder andere haben Pech und entwickeln einen Tremor. Im Falle von Unfällen oder Krankheit kann das Thema leider auch schon früher relevant werden.


    Da man die (Fein-) Motorik mit so gut wie allen Tätigkeiten, bei denen man sich bewegt, trainiert, können selbstverständlich auch Brettspiele als Training angesehen oder genutzt werden. Dass populäre Spiele wie z. B. MÄDN und diverse Kartenspiele in Senioreneinrichtungen gespielt werden, hat ja nicht nur etwas mit Geselligkeit und Langeweile vertreiben zu tun. [Man sollte i. ü. nicht nur an die Hände denken, denn wenn die Feinmotorik der Füße nachlässt, spürt man das auch ziemlich flott.]

    Auch in Reha-Einrichtungen werden durchaus Spiele eingesetzt, um feinmotorische Fähigkeiten wieder zu erwerben oder zu trainieren. Ich weiß von (Ergo-) Therapeuten/Heilpädagogen, die ihre relativ (!) fitten Patienten u. a. mit Dr. Eureka die Feinmotorik trainieren lassen. Das ist dann aber schon die hohe Kunst, manche haben nämlich schon an den eher einfachen Tätigkeiten bei Colorama oder Memory zu knabbern. Das sind aber wohlgemerkt krankheits- oder unfallbedingte Extreme, die glücklicherweise die Mehrheit der Bevölkerung nicht betreffen, da diese ohne gravierende neurologische Erkrankungen altert. Nichtsdestotrotz kann man daraus entsprechende Schlussfolgerungen auch auf die Allgemeinheit ziehen.


    Vor dem Hintergrund wären Solospiele bei angenommener geringerer Downtime für den Zweck des Feinmotoriktrainings wahrscheinlich sogar geschickter, da das Training intensiver ist ;)

  • Ok, ich bin ja überzeugt. Als Klavierspieler klingt das halt ziemlich witzig mit der Fingerfertigkeit. Aber vllt. unterschätze ich das...


    Meine hyper-intelligenten Freunde sind bestimmt nicht repräsentativ

    Oder mehr als Du denkst :)

    Im Gegensatz zu dir habe ich auch Spaß daran mich an einer Diskussion zu beteiligen

    Humbug

    Eigentlich wollte ich dir doch nur zeigen, dass deine Punkte für dich Richtigkeit besitzen können, für andere aber nicht

    Hab nie was anderes behauptet.

    Wenn du es für sinnlos erachtest, dann darfst du dich nicht an einem solchen Thema beteiligen

    Darf ich doch.

    Um ehrlich zu sein finde ich es auch schwierig bis frech

    Fragt sich schon was hier frech ist...


    Ok, Spaß beiseite: Deine Beiträge sind mir zu lange. Da verbringe ich lieber Zeit mit meinen Kids oder meiner Frau (wie jetzt gleich), als dass ich mit Dir (nix persönliches) eine Grundsatzdiskussion anfange. Für kurze, reduzierte Argumente oder Diskussionen bin ich zu haben. Nicht für ausufernde Schreiberei, die noch dazu einen Haufen Dingen nennt, die ich nichtmal gesagt habe. Ich sags aber noch ein mal: Mit Solo-Brettspielen tust Du Dir (meiner Meinung nach!) nix sinnvolles oder gutes an, sondern nur Spaß ohne Nutzen. Mach ich auch zuhauf (was Du wohl überlesen hast). Mit mir selbst zufrieden bin ich diesbezüglich aber nicht. Man kann besser sein als das... Wenn Du natürlich soviel Zeit hast, dass das bei Dir nicht ins Gewicht fällt - Glückwunsch!


    So, Schluss jetzt, bin raus. Wenn Du mal in der Nähe bist, gerne bei nem Bier mehr. Auch wenn ich Deiner Meinung nach nicht gern disuktiere :D

    Einmal editiert, zuletzt von mavman ()

  • Ich verstehe deinen Punkt vollkommen und ich verstehe auch, dass du dich einfach kein Interesse daran hast hier eine halbe Seite text zu tippen. Das mache ich auch nur bei ausgewählten Beiträgen, dann sitze ich aber meist auch einige zeit daran. Dass du nicht für einen Diskurs in textform übrig hast kann ich dir auch nicht verübeln, schließlich ist die Zeit mit deiner Familie deutlich sinnvoller.

    Ich habe auch nicht überlesen, dass du selbst Brettspiele besitzt oder gerne spielst. Wäre dem nicht so, dann würdest du dich wahrscheinlich auch nicht hier im Forum herumtreiben. Deinen Ansatz verstehe ich auch, selbst wenn Spielen mir Spaß bereitet, mich glücklich macht und damit einen definitiven Sinn für mich beinhaltet.


    Den markierten Satz finde ich einfach den Hauptunterschied zwischen uns und das ist das, was ich bei manchen Leuten nicht verstehe. Das ist allgemein gehalten, also nicht mir unterstellen, dass ich dir jetzt wieder etwas unterstellen möchte.

    Man muss einfach lernen mit dem zufrieden zu sein was man hat oder haben kann. Natürlich nicht bei allem, man soll ja noch nach etwas streben oder Ziele haben, sondern grundsätzlich. Natürlich ist es schön mehr zu haben oder mehr zu können, aber es wird mich auf Dauer auch nicht glücklicher machen, da es einfach immer etwas zu lernen/kaufen/wollen gibt. So werde ich nie ankommen, sondern immer auf dem Weg sein. Für manche ist der Weg das Ziel, andere sind aber auch mit einem Teilabschnitt zufrieden. Wenn ich immer an das denken könnte was besser wäre, dann würde ich so viele Momente verpassen, die in ihrer Einzigartigkeit nicht steigerungsfähig sind. So ist es bei Solospielen eben auch. Natürlich würde ich von einer Fachlektüre einen Mehrwert an wissen haben. Jetzt gibt es aber die Fragen, ob ich dieses Wissen auch auf irgendeine Weise nutzen kann. Wenn nicht, dann ist es nett zu wissen, aber effektiv sinnlos oder unnütz. Zum anderen habe ich nach einem langen Tag vielleicht gar nicht mehr die Aufnahmefähigkeit für etwas bildendes. In diesem Fall lerne ich vermeintlich etwas, was ich aber gar nicht abspeichern kann. Ich lese es und habe doch keinen Zugriff darauf. In diesem Fall ist das Lesen genauso sinnlos wie ein Spiel, denn auch wenn ich vermeintlich etwas sinnvolles gemacht habe, so hat es doch keinen wirklichen Nutzen. Das Spiel zu spielen macht mir hingegen einfach Spaß. Ich bin dadurch kein besserer Mensch, aber das bin ich durch das Lesen in den genannten Beispielen auch nicht wirklich. Aber auch hier bin ist es eben anders gelagert. Wenn dein Beruf physisch fordernd ist, aber nicht geistig, dann ist Fachlektüre vielleicht befriedigender für dich und sinnvoller auch, da du dich weiterbildest und aufnahmefähig bist.


    In meinem Fall habe ich aber über den Tag eine geistig fordernde Arbeit und bin Abends froh, wenn ich mich nicht noch auf etwas konzentrieren muss, was mich auf eine Weise fordert, die nicht mit Freizeit zu tun hat. Natürlich lese ich auch anspruchsvolle Bücher und bilde mich weiter, aber dafür muss ich auch in Stimmung sein. In meiner freien Zeit möchte ich mich nicht noch zu etwas qäulen, ich möchte die Zeit genießen und Spaß haben. Diesen Spaß empfinde ich eben unter anderem beim (Solo-)Spielen und damit tut es mir etwas Gutes und ist sinnvoll. Der Nutzen ist für mich in diesem Fall Entspannung.



    Zu deinem Angebot, Bier trinke ich leider nicht, genauso wenig wie andere Arten von Alkohol. Für mich ist Alkoholkonsum auch sinnlos und ich erkenne für mich keinen Nutzen darin. Ich weiß aber, dass Alkohol anderen schmeckt, es zur Geselligkeit beiträgt und es bestimmt noch andere Punkte zu nennen gibt. Von daher verstehe ich diese Personen und erkenne deren Argumente an und damit auch den Nutzen oder Sinn von Alkohol. Falls wir uns denn mal sehen, dann kannst du mir den Hopfen auch mit heißem Wasser als Tee aufbrühen ;)

    Man kennt mich aus "Ein Absatz kommt selten allein" und "Hör mal wer da tippt". Die Rolle meines Lebens hatte ich wohl 1987 an der Seite von Michael Douglas in "Wall of Text".

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  • Bier trinke ich leider nicht, genauso wenig wie andere Arten von Alkohol.

    Jetzt sind wir an des Problems Wurzel angelangt!!! :D SCNR Die Übertragung auf den ursprünglichen Sachverhalt ist aber nicht sehr sinnig, ich setze mich ja nicht hin und saufe. Naja, doch, selten, aber niemals solo :)

    Wenn dein Beruf physisch fordernd ist, aber nicht geistig, dann ist Fachlektüre vielleicht befriedigender für dich und sinnvoller auch, da du dich weiterbildest und aufnahmefähig bist.

    Ist der Beruf nicht, aber ich lese trotzdem Fachlektüre im Bett. Manchmal, sicher nicht immer. Manchmal lese ich Spielregeln. Sinnlos (meine ich sogar Ernst - dieser ständige Run auf neue Spiele ist auch ziemlich sinnbefreit, und trotzdem mache ich mit)

    Man muss einfach lernen mit dem zufrieden zu sein was man hat oder haben kann. Natürlich nicht bei allem, man soll ja noch nach etwas streben oder Ziele haben, sondern grundsätzlich. Natürlich ist es schön mehr zu haben oder mehr zu können, aber es wird mich auf Dauer auch nicht glücklicher machen, da es einfach immer etwas zu lernen/kaufen/wollen gibt. So werde ich nie ankommen, sondern immer auf dem Weg sein. Für manche ist der Weg das Ziel, andere sind aber auch mit einem Teilabschnitt zufrieden.

    Schönes Schlusswort. Meine ich ernst!

  • Das ist wieder einmal ein Thema, über das man zwar im Sinne des Austausches von Meinungen diskutieren, aber zu keinem allgemein gültigen Ergebnis kommen kann, weil es ein solches nicht gibt. Ob Solospielen eine sinnvolle Alternative oder Zeitverschwendung ist, liegt doch schlicht im Auge des Betrachters, richtig oder falsch gibt es da nicht.


    Schon als Kind wollte ich mehr mit Brettspielen spielen, als ich Partner dafür finden konnte. So habe ich schon sehr früh z.B. solo Monopoly für vier Spieler gespielt. Schon immer habe ich Zeit und Raum gebraucht, einfach bei mir selbst zu sein, ohne dabei an all die Pflichten zu denken, die ringsum auf einen warten. Noch heute spiele ich Spiele, die man eigentlich gar nicht solo spielen kann, solo für mehrere Personen, um sie besser kennenzulernen, um sie dann anderen besser erklären zu können, oder einfach, um damit Spaß zu haben. Echte Solospiele spiele ich aus dem selben Grund auch gerne. Im Vordergrund steht dabei für mich, wie auch beim Mehrpersonenspiel, das Befassen mit einem interessanten Spiel an sich, mit seinem Thema, mit seinen Möglichkeiten. Nicht die Ansammlung von Spielmechaniken löst bei mir den Reiz aus, viel wichtiger ist zum Beispiel der thematische Hintergrund. Wieviel mehr Freude macht es doch, etwa Ruhrschifffahrt zu spielen, wenn man sich, angeregt durch das Spiel, mit der Geschichte des Kohletransports auf der Ruhr beschäftigt und dann viele Spielmechaniken viel besser versteht.


    So erlaubt mir die Solo-Befassung mit einem Spiel ein viel tieferes Eindringen in sein Thema und den Sinn seiner Mechaniken. Für mich ist das eine sehr sinnvolle Beschäftigung und hat gar nichts von Zeitverschwendung. Oft gibt es dann bei unseren Spieleabenden einen -sehr kurzen- "Vortrag" zum Thema des vorgesehenen Spiels als Einführung. Letztlich haben wir uns gemeinsam ein 13-minütiges Video auf Youtube zum Thema Rundhäuser der Hakka in Südchina angesehen, bevor wir dann gemeinsam Roundhouse gespielt haben. Zudem habe ich ein Anschauungsobjekt für Celadon-Keramik (oder auch: Seladon) vorgeführt, damit man ein Verständnis für die im Spiel vorkommende Ware Seladon entwickelt. So ist dann Spielen immer auch ein kulturelles Erlebnis und so viel mehr als die Abarbeitung von Spielmechaniken.


    Ach ja, war da noch was? Zählt beim Spielen nicht der optimalere Umgang mit den Spielmechaniken? Geht es beim Spielen nicht einfach ums Gewinnen? Ach nein, wenn man schon so viele Jahrzehnte spielt wie ich, ist das nun wirklich eine völlig bedeutungslose Nebensache.

    Spielerische Grüße Ernst-Jürgen


    TOP 10: 1. Viticulture - Compl. Coll. Ed., 2. Martians - A Story of Civilization, 3. Scythe, 4. Anachrony, 5. Snowdonia: Deluxe Master Set, 6. Fire & Axe: A Viking Saga, 7. Feudum, 8. Prehistory, 9. Vindication, 10. Rise to Nobility

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  • Ich bin überrascht, dass ihr auf diese trollige Aussage überhaupt anspringt.

    Meiner Meinung nach ist es in einem Forum nahezu unmöglich jemanden, der eine so fixierte Meinung vertritt, davon zu überzeugen, dass er es anders sehen sollte (und wieso auch? Es ist mir eigentlich egal, ob mavman beim Lesen von Spielregeln im Bett Unzufriedenheit verspürt - oder nicht).

    Leben und Leben lassen!

    Er findet es Zeitverschwendung, ich finde (auch Solo) Spielen toll! Da sich mavman s Welt und meine quasi nicht tangieren, ist es doch eigentlich egal, wie er das sieht...


    Selbst wenn ich mich persönlich angegriffen fühlen würde durch seine Meinung - es gibt so viele Menschen, die anderer Meinung sind als ich... Er appelliert ja nicht mal: Weg mit den Solospielen! Sie sind böse! ?


    Wobei - eines hat er ja erreicht: die begeisterten Solospieler, die auf seine provokante Aussage anspringen, posten jetzt hier - statt solo zu Spielen! ?

  • Um die Grundfrage mal wieder auf zu greifen:

    Solospielen sehe ich jetzt nicht als Zeitverschwendung sondern als Geschmackssache.


    MIR persönlich ist bei größeren Spielen (Agricola, Anachrony, Outlive, etc....) der Aufbau oder Verwaltungsaufwand zu groß für eine Soloparty.

    In Gesellschaft kann man diese, für mich nervigen Tätigkeiten an andere verteilen bzw. mit anderen teilen und dem Feind ins Auge sehen.


    Aber als Lernparty starte ich gern mal ne Runde Solo, aber eher um den Ablauf zu verstehen denn auspacken muss ich das Spiel beim ersten Öffnen sowieso.

  • fjaellraeven

    Mein Beitrag bezog sich einfach darauf, dass ich mich natürlich auch mit Spielen beschäftige wenn gerade aus welchen Gründen auch immer Spielen nicht möglich ist. Da lese ich dann Zeitschriften (Manöverkritik, Spielbox, Spielerei, Fairplay) oder aber ich tummele mich bei BGG oder den unknowns.


    Auch wenn ich selbst kaum Solo spiele (obwohl da einige durchaus spannende Projekte auf mich warten) heisst das nicht dass ich Solospieler hier irgendwie abwerten will. Ganz im Gegenteil: ich finde es großartig wenn jemand ohne Spielpartner in die Spielewelt abtauchen kann. Ich tue dies mit Büchern oder Filmen, wobei ich auch dort die Erlebnisse gerne mit anderen teile (ist ja bei Büchern auch nicht so einfach und geht da nur im Nachgang). Und teilen im Nachgang geht natürlich auch bei Spielen: das Nachkarten am Tisch und dann auch bei unknowns.de ist für mich ein wesentlicher Teil des Spielerlebnisses. Und da lese ich auch gerne die Berichte von Solospielen, auch wenn ich selbst in dem Bereich kaum etwas zusteuern kann.

  • (...)

    Das andere ist für mich(!) nutzlos: Ich bewege ein paar Pöppel über ein Brett, dann räume ich es weg.

    (...)

    Vielleicht spielst Du die falschen Spiele? 8o

    "Pöppel"? Bei richtigen Spielen heißt das "Counter":P

    Mit Gewaltlosigkeit hat noch nie jemand etwas erreicht. (Montgomery Burns)

    Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Präsident der EZB. (Das Känguru)


    Zum Spieleblog


  • Hi,


    Ohha. „Mein Hobby ist aber sinnvoller als deins.“


    Äußerst erheiternd.


    :popcorn:

  • Da ich selber erst seit kurzem solo spiele und vorher wenig Interesse daran hatte, ganz kurz (!) meine Meinung: Wie die Thread-Frage zu beantworten ist, hängt meines Erachtens davon ab, wozu das Solo-Spielen eine sinnvolle Alternative sein soll. Wenn die Alternative "Spielen mit Freunden" ist, neige ich zu einen "Nein". Ich würde keinen Spieleabend absagen, weil ich lieber allein spielen will. Umgekehrt würde ich jedes Solo-Spiel sausen lassen, wenn sich jemand meldet, der Lust hat zu spielen. Wenn die Alternative "Mit den Kindern auf dem Spielplatz toben" ist, neige ich zu einem "Nein".


    Wenn die Alternative "Fernsehen" oder "Handy/Tablet" daddeln ist, dann beantworte ich persönlich die Frage mit "Ja", dann ist Solo-Spielen eine sinnvolle Alternative. Die Zeit, die ich mit Solo-Spielen verbringe, war Zeit, die vorher für DVDs draufging. Solo-Spielen finde ich da doch anregender.

    Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
    Die Bibel: Johannes 3,16

  • Wisst ihr was wirklich schlimm am Solospielen ist? Ich mach es inzwischen fast lieber, als mit anderen Menschen :)


    Dazu muss man wissen: ich rechne gerne alles mal durch, ich spiele langsam, und ich lese gerne Fluff-Texte... damit würde ich bei 4 Spielern das Spiel in die länge ziehen. Gerne Spiele ich noch zu zweit, oder zu dritt, aber dann legt sich meine Lust meistens, da ich Downtime hasse :)

    Das schöne am Solospielen: Es beeinflusst niemanden. Ich mache keinen Krach in Spielecafes, die es hier eh nicht gibt, Ich nehme niemanden einen Platz weg, und ich kurbel die Wirtschaft an. Denn als Solospieler brauch ich jedes Spiel selbst :) Clever, inzwischen überall ne Soloregel reinzupacken, wie beschissen sie auch sein mag... ich falle jedesmal drauf rein :)

    Solospielen ist für mich die schönste Zeitverschwendung der Welt. :) Gleich nach dem Nichtstun.

  • trollige Aussage

    Danke, Deine Aussage ist auch ziemlich drollig.

    ist es doch eigentlich egal, wie er das sieht...


    Ja, das ist mal wahr!

    die begeisterten Solospieler, die auf seine provokante Aussage anspringen, posten jetzt hier - statt solo zu Spielen!

    Das wollte ich nicht! Das ist meist NOCH sinnbefreiter :) Und ja, ich mach es trotzdem gerne

    Wenn die Alternative "Fernsehen" oder "Handy/Tablet" daddeln ist, dann beantworte ich persönlich die Frage mit "Ja", dann ist Solo-Spielen eine sinnvolle Alternative. Die Zeit, die ich mit Solo-Spielen verbringe, war Zeit, die vorher für DVDs draufging. Solo-Spielen finde ich da doch anregender.

    Ja, das mag stimmen. Da ich niemals alleine Filme/Serien sonst was schaue, sondern wenn dann nur mit Frau, kam mir das noch nicht in den Sinn.

    Geht es beim Spielen nicht einfach ums Gewinnen? Ach nein, wenn man schon so viele Jahrzehnte spielt wie ich, ist das nun wirklich eine völlig bedeutungslose Nebensache.

    Gewinnen ist nicht fundamental wichtig, aber für mich gibts nix schlimmeres als mit LEuten zu spielen, die überhaupt kein!() Interesse an einem auf Sieg ausgerichteten Spiel haben. Das verzerrt meines Erachtens. Wäre aber eine eigene Diskussion wert:)

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  • Als Klavierspieler klingt das halt ziemlich witzig mit der Fingerfertigkeit. Aber vllt. unterschätze ich das...

    Als ehemaliger Klavierspieler, der wie gesagt viele Jahre mit einem Grobmotoriker gespielt hat: Ja, du unterschätzt das!

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Geht es beim Spielen nicht einfach ums Gewinnen? Ach nein, wenn man schon so viele Jahrzehnte spielt wie ich, ist das nun wirklich eine völlig bedeutungslose Nebensache.

    Gewinnen ist nicht fundamental wichtig, aber für mich gibts nix schlimmeres als mit LEuten zu spielen, die überhaupt kein!() Interesse an einem auf Sieg ausgerichteten Spiel haben. Das verzerrt meines Erachtens. Wäre aber eine eigene Diskussion wert:)

    Ich habe nicht gesagt, dass ich "überhaupt kein Interesse an einem auf Sieg ausgerichteten Spiel habe", es ist mir allerdings unwichtig, ob ich gewinne. Wichtig ist für mich, ob ein Spiel mir Spaß macht. Dass ich in meiner Spielegruppe trotzdem auf lange Sicht gesehen rund die Hälfte aller Spiele gewinne, liegt jedenfalls nicht daran, dass ich "auf Sieg" spiele, weil ich das nicht tue. Ich probiere in einem Spiel gerne mal etwas aus, will sehen was passiert, wenn man "das" macht; wenn ich dann gerade deshalb verliere, sei's drum, ich habe herausgefunden , was ich herausfinden wollte. Wenn allerdings meine Frau, mit der ich am häufigsten spiele, in der deutlichen Mehrzahl der Fälle gewinnt, liegt das klar daran, dass sie es besser kann und sie -sehr- viel länger überlegt, bis sie sich zu einem Zug entschließt, von dem sie glaubt, dass er kein Fehler ist. Mein jüngerer Sohn, der sehr gut spielen kann, sieht das einfach so: "Wenn ich spiele, will ich gewinnen, sonst fange ich gar nicht erst an."

    Spielerische Grüße Ernst-Jürgen


    TOP 10: 1. Viticulture - Compl. Coll. Ed., 2. Martians - A Story of Civilization, 3. Scythe, 4. Anachrony, 5. Snowdonia: Deluxe Master Set, 6. Fire & Axe: A Viking Saga, 7. Feudum, 8. Prehistory, 9. Vindication, 10. Rise to Nobility

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