Vokabular für Spielregeln

  • Hallo,

    gute Spielregeln sind ja aktuell gerne Gesprächsthema. Gegenwärtig bin ich auch von manchen Spielregeln irritiert. Nicht, dass sie unbrauchbar wären. Aber mir fällt auf, dass sie mir öfters als nötig Unverständlichkeiten bereiten.

    Gibt es eigentlich noch die Redakteurtreffen? Wurde auf denen mal das Vokabular für die Spielanleitungen definiert?

    Mir geht es speziell um die Abgrenzungen der Vorgänge unter den Spielern und in der Partie. Durchgang, Runde, Zug, Aktion und sonstige Bezeichnungen.

    Mir ist jetzt wiederholt die Bezeichnung RUNDE ins Auge gefallen. Intuitiv würde ich meinen, das bedeutet, jeder Mitspieler ist einmal dran. In den Anleitungen waren aber komplexe Vorgängen gemeint, die in der Partie wiederholt werden. Dafür fehlte dann diese Bezeichnung für "jeder Mitspieler ist einmal dran". Das wurde dann Durchgang genannt. Mich irritiert so etwas dann beim Verständnis der Vorgänge. Geht es nur mir so?

    Gibt es irgendwo eine Liste, wo die üblichen Vorgänge in den Spielen definiert und beschrieben sind?
    Man(n) lernt ja nie aus.

    Liebe Grüße
    Nils

  • ANZEIGE
  • Das kann irritieren,sofern es nicht in der Regel selbst definiert wird. Ob es allgemein dafür festgelegte Bezeichnungen gibt, schwierig zu sagen.

    Bei abstrakten Spielen würde ich sagen ist ein Zug klar definiert, aber sonst bin ich da unsicher. Das ist schon stark kontextabhängig.

  • Hat jemand außerhalb von Alea-Spielen schon mal etwas von "Durchgang" gelesen? Alea-Regeln gehören trotzdem zu dem besten, was der Markt hergibt. Warum also eine krampfhafte Vereinheitlichung?


    (Gewisse Vereinheitlichungen wären natürlich trotzdem schön für den Endnutzer, keine Frage, aber ich glaube nicht, dass man mit Vereinheitslichungszwang viel erreichen kann.)

  • Hat jemand außerhalb von Alea-Spielen schon mal etwas von "Durchgang" gelesen?

    Das Beispiel war #RajasOfTheGanges
    Aber auch #Riverboat nennt den "Durchgang" Runde und muss dann auf ein "der nächste Mitspieler im Uhrzeigersinn" ausweichen.

    Aber das sind nur aktuelle Titel. Mir fällt das "Kauderwelsch" schon länger auf. Jedes Mal muss man sich besinnen, was die denn dieses Mal mit den Bezeichnungen meinen könnten.

    Es gibt doch eine Verständigung unter den Redakteuren. Haben die auch irgendwo herzeigbare Ergebnisse? :)

    Liebe Grüße
    Nils

  • ANZEIGE
  • Aber immer wieder nett, wie nett du bist

    ...wie komme ich da jetzt wieder raus.
    Ich meinte natürlich, zu grün für diese Redakteurtreffen, von denen ich nicht weiß, ob sie noch stattfinden.
    Buhh...

    Ich bin seit 5(?) Jahren jedes Jahr regelmäßig dort. Zu deiner Frage: ich glaube zu diesem Thema Runde/Durchgang etc. hatten wir in den letzen Jahren nichts, sehr wohl aber über Anleitungsstruktur, Symbolsprache, Schachteldesign, etc. pp. Das sind alles Workshops, keine Regeln. Ich habe aus diesen Seminaren sehr viel mitgenommen, nicht zuletzt auch Auflockerungen und Fragestellungen vor dem Hintergrund der "leichten Sprache", die ich seither in allen meinen Anleitungen mal mehr, mal weniger, verwende.

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Ganz manchmal ertappe ich mich dabei in eine Falle zu treten. So zuletzt im Falle von Odin geschehen. Durch den Konsum diverser Erklärvideos fühlte ich mich so regelsicher, dass ich dieselbe eher schlampig studiert habe. Sachen gibt‘s...


    Bei sorgfältigem Studium allerdings kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal unverständliche Regeln in den Fingern hielt!

  • Gibt es eigentlich noch die Redakteurtreffen?

    Ja, gibt es noch, ich glaube seit ca. 2006. Und seit ca. 2008 jedes Jahr an den beiden Tagen vor dem Autorentreffen in Göttingen.

    Mir geht es speziell um die Abgrenzungen der Vorgänge unter den Spielern und in der Partie. Durchgang, Runde, Zug, Aktion und sonstige Bezeichnungen.

    Da gibt es keine Vereinheitlichungen, weil es leider unter den Redakteuren unterschiedliche Auffassungen dazu gibt. Somit könnte man allenfalls herausfinden, was die Mehrheit denkt, aber die Minderheit würde sich dem nicht beugen. Ich glaube, das liegt teilweise auch an unterschiedlichen regionalen Verwendungen mancher Begriffe.

    Mir ist jetzt wiederholt die Bezeichnung RUNDE ins Auge gefallen.

    Gerade "Runde" ist so ein Wort, das tatsächlich nicht einheitlich verwendet wird, sondern sehr unterschiedlich. Deshalb ist es hier auch besonders wichtig, diesen Begriff innerhalb einer Anleitung zu definieren.


    Leider gibt es Redakteure, die das Wort "Runde" genauso verstehen wie du (was generell erst mal nicht verkehrt ist), die sich aber überhaupt nicht vorstellen können, dass man es auch anders verstehen kann. Diese Redakteure verzichten dann auf eine Definition des Begriffs, weil er für sie eindeutig ist. Das halte ich für eine falsche Entscheidung.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • widow_s_cruse


    -Eine Runde besteht aus x Phasen

    - Spiel xy wird in einer Abfolge von Spielzügen gespielt

    -Eine Runde endet, wenn jeder Spieler 1x dran war

    -Nach xy ist der nächste Spieler dran


    Es geht dir ja denk ich nur darum, ob eine Runde generell ALLE Mitspieler beinhaltet oder nur einen, richtig?


    Aufgefallen ist mir das schon öfter. Bei 1-2 Spielen hab ich das auch schon in den ersten Partien mal falsch gespielt: also beispielsweise alle Chars vor der KI, weil das bei vielen Ameritrash so ist. Wenn’s dann mal anders ist, tappt man leicht in die Falle.


    Ich hätte das jetzt aber nicht vom Vokabular abhängig gemacht. Bisher hatte ich noch kein Spiel, wo es völlig uneindeutig gewesen wäre. Manchmal muss man halt nochmal genauer in die Anleitung gucken, weil man solche Sätze leicht überliest.


    Nach dem Virus war so ein Spiel (da hieß es „wird in einer Abfolge von Spielzügen gespielt“): das Spiel hat nämlich eigentlich gar keine Runden. Man spielt 5 Karten und zieht wieder auf 5 Karten auf. Dann folgt der nächste Spieler. Hat man seinen Kartenstapel durchgespielt, gibt es eine Extraphase.


    Ich hatte da auch die Runde gesucht, aber da es keinen gleichbleibenden Ablauf gibt, passte das mit der Abfolge von Spielzügen schon.

  • ... mir würde es schon reichen, wenn in einer Anleitung die Begriffe von Runde, Zug, Phase und Durchgang einheitlich verwendet würden.

    Neulich war es mir wieder mal begegnet, dass Runde und Zug verwirbelt wurden, weiß nur leider nicht mehr in welchem Spiel....

    Besucht uns auf unserer Seite unter "www.mister-x.de" oder liked uns bei facebook um regelmäßig Neuigkeiten zu erfahren.

  • Hallo,

    danke für die Statements.
    Ich möchte ganz bestimmt nicht als Wort-Faschist auftreten. Und gerade als Sachverständiger weiß ich, dass Normierungen !manchmal! echt ätzend sind, sich aber gerade flächendeckend eher als nützlich erweisen.

    Ich glaube, das liegt teilweise auch an unterschiedlichen regionalen Verwendungen mancher Begriffe.

    Sollen wir jetzt hoffen, dass sie keinen überregionalen Erfolg mit ihrer Arbeit haben? ;) :)

    Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, dass die erwähnten Anleitungen unverständlich oder gar unbrauchbar sind. Aber sie erfordern beim Erarbeiten, dass irgendwo im Hirn-Hinterstübchen ein Dictionary permanent aktiv ist. Gerade der Begriff RUNDE ist da so ein Teekesselchen-Begriff. a) Wiederholung eines komplexen Vorgangs b) einen Zug aller Mitspieler. Und oft kommen beide Vorgänge in einem Spiel vor. Womit immer die Verwendung von einem Synonym erforderlich wird. Für mich wird es dann etwas verwirren, wenn die Spieler-Runde zum Durchgang wird.

    Wenn wir bei den Redakteure keinen Erfolg ;) mit Vereinheitlichungen haben, wie schaut das den bei den Autoren aus? Die betreiben doch auch Workshops.
    darkpact   Ulrich Blum  
    Gibt es unter euch eine Liste mit Wortdefinitionen? ... vielleicht sogar veröffentlicht.
    Ich habe gestern einen Blick in den Leitfaden geworfen und wurde auch nicht fündig.

    Und wie schaut es überhaupt international aus? Bei mir liegen öfters internationale Einreichungen auf dem Tisch. Eine solche ungare Anleitung ist immer ein lustiges Ratespiel, was gemeint sein könnte. 8o
    Gibt es auf dieser Ebene irgendwo ein Dictionary für diesen Zweck? Das man vielleicht als Referenz nennen/mitteilen könnte.

    Liebe Grüße
    Nils

  • Ich glaube was ich für mich mal entschieden habe ist das es wichtiger ist zu erklären was mir Runde oder Phase gemeint ist und

    a) nicht zwei verschiedene Wörter für dasselbe zu verwenden und

    b) nicht für zwei verschiedene Sachen dasselbe Wort zu verwenden.


    Gerade b ist mir sehr im Gedächtnis geblieben in der ersten Anleitung von Agricola wo es drei verschiedenen Verwendungen von Phase gab.

  • Phase

    Und gerade dieser Begriff hilft mir bei einer "schnellen" Erfassung der Situation am wenigsten. Ich empfinde den als am bezuglosesten, so universell. Der hat für mich weder eine Größe noch ein Zuordnung ob Spielerhandlung oder Mechanikvorgang. Eine Phase kann alles sein. Irgendeine Abhandlung eines Vorgangs. Dringend bedürftig einer Definition.

    Dagegen sind bei mir die Begrifflichkeiten wie Durchgang, Runde, Zug und Aktion irgendwo schon mit einem Bezug belegt, der in manchen Anleitungen widerlegt wird.

    Liebe Grüße
    Nils

  • ANZEIGE
  • Bei Phase denke ich eher an etwas Übergeordnetes, wie z. B. die 2 Spielphasen in Brass (canal/rail).

    Edit: Bei orderofthehammer.com werden fälschlicherweise die Begriff „canal/rail phase“ benutzt. Die Anleitung spricht von „periods“. Die 4 Phasen sind untergeordnet:

    1. Karten verteilen

    2. Spieleraktionen (mit 8/10 Runden, jeweils mit den Schritten/steps A-D, in Schritt B finden dann die Spieleraktionen statt)

    3. Siegpunkte werten

    4. Aufräumen


    Dann fallen mir noch Antiquity (ca. 10-15 „game turns“ mit jeweils 10 „phases“) und Funkenschlag ein (die „Stufen“ 1-3 werden in „Spielrunden“ absolviert, die jeweils 5 „Phasen“ haben: Reihenfolge festlegen, Kraftwerke kaufen, Rohstoffe kaufen, Bauen, Bürokratie). Daran sieht man schon, dass eine einheitliche Bedeutung nicht zu realisieren ist.

    Das muss aber auch gar nicht sein. darkpact hat das schon gut zusammengefasst. So lange die Begriffe sinnvoll und deutlich definiert und konsistent benutzt werden, kann ich damit leben, wenn die „Runde“ dann halt „Phase“, „Stufe“, „Durchgang“ etc. heißt. Falls jemand auf die Idee käme, die kleinste Einheit (Zug oder Aktion eines Spielers) als „Runde“ zu bezeichen, könnte ich aber auch nur mit dem Kopf schütteln.

  • Daran sieht man schon, dass eine einheitliche Bedeutung nicht zu realisieren ist.

    Das muss aber auch gar nicht sein.

    Natürlich - Müssen ist der Gang auf die Toilette - aber, wenn es so richtig flutsch - das ist doch auch schön, oder? ;)

    Ich möchte z.B. #Euphoria sehr gerne gerne mögen. Aber bis heute liegt bei mir eine Unsicherheit vor, ob ich das Spiel überhaupt richtig spiele. Man hatte sich entschieden, zu Gunsten von etwas Flavor die Anleitung mit sehr vielen Synonymen zu verfassen. Die Anleitung wird sicher richtig sein. Aber mir gelingt es nicht, die Anleitung für mich zur Zufriedenheit zu verinnerlichen. Wahrlich ein Genuss zu lesen, aber eigentlich unpraktisch. Für mich hat ein Variantenreichtum der Wortwahl auch irgendwo seine Tücken.

    Und gerade in Hinblick auf die Internationalisierung und Lokalisierung - wäre da eine Liste mit Begriffsdefinitionen und ein Dictionary nicht hilfreich?


    Liebe Grüße
    Nils

  • Gerade "Phase" zeigt doch, dass strikte Einheitlichkeit gar nicht geht. Phase ist eine sequentielle Unterteilung in unterschiedliche Sachen, und das kann auf jeder Gliederungsebene passieren, vom ganzen Spiel (Brass, Reworld) über die Runde (erst machen alle Spieler X, dann alle Y, dann alle Z) bis zum einzelnen Spielerzug (erst A, dann B, dann C, dann nächster Spieler). Viel wichtiger als irgendwelche Begriffe ist doch, dass alles sauber in der Regel erklärt wird.

  • Für mich ist das eine akademische Frage, die Formulierungen in den Regeln benutze ich am Tisch selten.

    Eine unserer erfolgreichsten SpielerInnen nennt jedwedes Spielmaterial „Gedöns“ und Spielfiguren „Möpsies“: „Weil mein Möpsie hier Kram macht, kriege ich zwei Gedöns“ und auch da weiß jeder normalerweise, was gemeint ist. :-)

  • ANZEIGE
  • Üblicherweise gibt es für so was ein Glossar. Sprache ist nicht statisch, und auch nichts was absolut genormt wäre. Und Zweideutigkeiten lassen sich nie ausschließen. Wir haben hier schon mal über die Robustheit von Regeln/Anleitungen gesprochen. Die ist wichtig, eine über alle Regeln einheitliche Begriffsdefinition ist dafür nicht notwendig.

    Visualisierung von Abläufen ,zum Beispiel durch Diagramme, sind da deutlich hilfreicher.

  • Für mich ist das eine akademische Frage, die Formulierungen in den Regeln benutze ich am Tisch selten.

    Das werden wohl die meisten so handhaben und ihren eigenen Sprachgebrauch sicher nicht an das jeweilige Spiel anpassen, wenn es nicht sehr gute Gründe dafür gäbe. Aber es ging gar nicht um den Sprachgebrauch am Tisch. Es ging widow_s_cruse um einen für ihn irritierenden Gebrauch der Begriffe „Runde“ und „Durchgang“ in Anleitungen und die Frage, ob es dafür nicht industrieweite Definitionen gibt oder man solche nicht sinnvollerweise angehen sollte, damit weniger vermeidbare Verständnishürden entstehen.

    [So jedenfalls habe ich sein Ansinnen interpretiert - was zugegebenermaßen nicht immer einfach ist.]


    Mittlerweile haben mindestens 5 Leute geschrieben, dass es nur klarer Definitionen in der Regel bedarf, um diese Hürden bei synonym oder ähnlich verwendeten Begriffen zu vermeiden. Ginge es besser? Natürlich. Mit einheitlichen, alle möglichen Fälle abdeckenden Definitionen ;) Insofern ist für mich vollkommen verständlich, dass widow_s_cruse ein Problem darin sieht, dass gewisse Begriffe nicht einheitlich genutzt werden, und gerne ein Dictionary hätte.

    Nur funktioniert Sprache so nunmal nicht. Je nach Kontext, Sender, Empfänger etc. kann ein und derselbe Begriff komplett andere Bedeutungen haben. „Phase“ ist ein super Beispiel dafür. Der Begriff wird im Alltag und diversen Wissenschaften in sehr unterschiedlichen Bedeutungen genutzt. Das schreit also danach, bei möglicher Mehrdeutigkeit einfach zu definieren. Womit wir wieder oben wären ;)


    widow_s_cruse Deine einzeiligen Einwürfe sind finde ich eher irritierend und hinderlich als sachdienlich.

  • Mittlerweile haben mindestens 5 Leute geschrieben, dass es nur klarer Definitionen in der Regel bedarf, ...

    Mist - jetzt hat' s mir doch glatt auf meinem Tisch den neuen Ph(r)asenprüfer zerrissen. wish wish ;)

    Warum ist Monopoly eines der erfolgreichsten Spiele am Markt?
    Weil niemand die Regeln lesen muss.
    Warum sind neuere Spiele am Markt weniger erfolgreich?
    ...

    ... um diese Hürden bei synonym oder ähnlich verwendeten Begriffen zu vermeiden.

    Umständliche Beschreibungen bleiben für die Normalsterblichen Hürden. "Wir" sind gewohnt mit diesem Problem zu leben - in gewisser Weise abgestumpft und unsensibel geworden. Ich vermag nicht nachzuvollziehen, warum einer Vereinfachung ablehnen gegenüber gestanden wird.

    Es gibt natürlich verschiedenen Ansichtsseiten. Es ist ein Wegwerf-Produkt. Ein oder zwei Mal gespielt - dafür lohnt sich kein Aufwand einer Vereinheitlichung. (böser Nils). Wenn ich aber selber um mich Blicke und schaue, wie Verständigungsprobleme anderswo gelöst werden, dann bleibt mein Blick tatsächlich an den Normen hängen. Die im Grunde auch nichts anderes sind wie Spielregeln. Nur dass ihre Qualität einer praktischen Anwendung (sogar vor Gerichten) standhalten muss. Und da ist es eigentlich gang und gebe, dass sich zunächst übergeordnet auf Begrifflichkeiten verständigt wird und diese nicht erst in jeder Unternorm neu definiert werden. Auf diesem Weg bemüht man sich um eine durchgängige Verständlichkeit bei den Normen.

    Wo wir entsprechende Organisationen haben, dürften Anregungen eigentlich nicht schaden.

    Liebe Grüße
    Nils (hatte gestern wieder die "klammerlose-Regelhefte"-Kundschaft auf dem Treff und scheiterte prompt an der Erklärung mit MAJESTY. Es gibt Hürden, an die mag man nicht glauben.)

  • Wenn ich aber selber um mich Blicke und schaue, wie Verständigungsprobleme anderswo gelöst werden, dann bleibt mein Blick tatsächlich an den Normen hängen. Die im Grunde auch nichts anderes sind wie Spielregel. Nur dass ihre Qualität einer praktischen Anwendung (sogar vor Gerichten) standhalten muss. Und da ist es eigentlich gang und gebe, dass sich zunächst übergeordnet auf Begrifflichkeiten verständigt wird und diese nicht erst in jeder Unternorm neu definiert werden. Auf diesem Weg bemüht man sich um eine durchgängige Verständlichkeit bei den Normen.

    Leider kann ich Deine Argumentation nicht nachvollziehen, da die Formulierungen, wie sie in Normen verwendet werden keineswegs allgemeinverständlich sind. Normen sind derartig spezialisierte Literatur, die schon fast eine Form der Textexegese erfordert und haben, wie auch andere Rechtsgrundlagen, Interpretationsspielräume durch die man ganze Supertanker manövrieren kann. Otto Normalverbraucher ist leider nicht in der Lage eine Norm adäquat zu lesen und zu interpretieren

  • ANZEIGE
  • Leider kann ich Deine Argumentation nicht nachvollziehen,

    Ich bin weit davon entfernt, dass unsere Spielregeln wie Normen "klingen" sollten. Mir geht es darum, dass auch dort übergeordnet zunächst eine Begriffserfassung und -definition durchgeführt wird - sogar auf internationaler Ebene.

  • Leider kann ich Deine Argumentation nicht nachvollziehen,

    Ich bin weit davon entfernt, dass unsere Spielregeln wie Normen "klingen" sollten. Mir geht es darum, dass auch dort übergeordnet zunächst eine Begriffserfassung und -definition durchgeführt wird - sogar auf internationaler Ebene.

    Es gibt seit über 50 Jahren bei der DIN einen Normenausschuss Terminologie. Schaut man sich deren Außenkommunikation an, sieht man das einheitliche Terminologie sicher nicht die Haupthürde des Regelverständnisses ist, die Schreiber technischer Normen und Anleitungen könnten sich mehr als eine Scheibe von vielen Spielregeln abschneiden.

  • Ich vermag nicht nachzuvollziehen, warum einer Vereinfachung ablehnen gegenüber gestanden wird.

    Du verwechselst Ablehnung mit berechtigter Skepsis einer wie auch immer gearteten Vereinheitlichung gegenüber. Ich glaube kaum, dass (hier) jemand ernsthaft dagegen wäre, die Begrifflichkeiten auf einen gemeinsamen und sinnvollen Nenner zu bringen. Allein es wird kaum klappen.

    Nenne mir eindeutige Begrifflichkeiten für 10 (?) Hierarchieebenen und ich werde dir ein Spiel suchen, welches sich in diesem Raster trotzdem nicht gut beschreiben lässt ;) Selbst ein simpler Begriff wie „Runde“ kann schwierig sein, wenn man mal bedenkt, dass oft gar nicht im oder gegen den Uhrzeigersinn gespielt wird oder Spieler mehrfach hintereinander oder ein paar Züge gar nicht agieren dürfen ;) Das ist das, was Sternenfahrer so passend als „akademisch“ bezeichnet hat. Ja, man findet sicher Begriffe, die auf viele Spiele passen, aber oft genug wird es gute Gründe geben, aus dieser Struktur auszubrechen.


    Textexegese

    Minimal pleonastisch ;)

  • ich werde dir ein Spiel suchen, welches sich in diesem Raster trotzdem nicht gut beschreiben lässt

    Na prima, und wenn wir nicht 100% schaffen, dann lohnt es sich auch nicht leichte 80% für eine Problemreduzierung ins Auge zu fassen. ???

    Ich betrachte ja auch nicht uns als Interessenvertreter von diesem Anliegen. Da könnten Autoren(organisationen) und Verlage vorrangig den größeren Nutzen davon tragen.


    Es gibt im Netz keine Ansatzstelle, die bereits eine Vorleistung erbracht hat?
    (Mir nicht bewusst)

    Dictionary eng/deu in Druckform für die Spielszene soll es doch geben ???

    Liebe Grüße
    Nils

  • Solche Fachsprache Lexika gibt es für andere Bereiche schon, aber in der Realität kommt man damit selten weit. Es gibt eine aktuelle Studie zu Sprachen allgemein, die zeigt das desto weniger Sprecher es gibt, die Sprache über die Zeit komplexer wird. Viele Adressaten und Sprecher, die Anzahl der Wörter/Bedeutungen nimmt zu, die Komplexität der Sprache selbst nimmt ab. Das heißt grob gesagt, willst Du viele Leute erreichen ist Fachsprache/Normung nicht das Mittel der Wahl, sondern Einfachheit, weil die Definitionen mit der Zeit hopps gehen, der Kern aber bleibt.

  • Na prima, und wenn wir nicht 100% schaffen, dann lohnt es sich auch nicht leichte 80% für eine Problemreduzierung ins Auge zu fassen. ???

    Das habe ich nicht geschrieben. Die Diskussion hier wird nur - wie so oft - zu nichts bzw. nicht allzu viel führen. Erst recht nicht, wenn du dich immer nur auf bestimmte Punkte einschießt …


    Kontaktiere die SAZ, Verlage, Jury etc. oder mach einfach mal das, was ich oben schon schrieb … Wenn du tatsächlich was bewegen willst, dann pack’s an :)

    Mein Ansatz wäre die (großteils automatisierte) Analyse verfügbarer Anleitungen: Relevante Begriffe erfassen, Häufigkeiten und Hierarchien analysieren. Es werden sich bestimmt ein paar Trends zeigen.

    Auch eine Umfrage mit möglichst großer Reichweite wäre spannend: Die Teilnehmer einfach eine Liste entsprechender Begriffe sortieren zu lassen, dürfte ebenfalls interessante Ergebnisse liefern.

    [Andere Varianten sollten sich ebenfalls finden lassen.]

    Damit hättest du dann schon mal eine geeignete Basis in der Hand, auf der man aufbauen könnte :) Wenn du das dann in geeigneter Form machst, wirst du auch hier sicher brauchbares Feedback und nicht nur skeptische Reaktionen erhalten …

  • ANZEIGE