[Kickstarter] <- meine/eure Erfahrungen und damit verbundene Lehren

  • Hellas zusammen!


    Nachdem ich nun ca. 2 Jahre auf Kickstarter aktiv bin, ist es mal an der Zeit ein Resumee zu ziehen. Ich habe so das Gefühl, dass es auch hier einige gibt, die die Projekte tatsächlich ähnlich sehen wie ich. EDIT: Da ich oft gelesen habe, dass manche von uns in Zukunft erstmal ihre Kickstarter-Aktivitäten herunterschrauben oder heruntergeschraubt haben.


    Es macht mir zwar immer noch Spaß die Kampagnen anzusehen und zu verfolgen, jedoch ist die "Zuschlagsbereitschaft" doch sehr gesunken. Obwohl ich noch nicht wirklich einen Zuschlag bereut habe, ist so eine Kampagne doch werbewirksamer als man eigentlich denkt. Gemessen an der Häufigkeit, mit der die Spiele auf den Tisch kommen, wird der Umfang der Spiele doch meist überbewertet.


    Ich unterscheide dabei allerdings in Kickstarters, die tatsächlich wohl erstmal komplett exklusiv bleiben. Als Beispiele würde ich da #Batman, #Gloomhaven oder #CthulhuWars aufzählen. Obwohl Gloomhaven wohl bald ziemlich wahrscheinlich auch in den Retail kommt - und das sogar lokalisiert. Diese Kickstarter sind es vielleicht weiterhin wert auch unterstützt zu werden. EDIT: Manche rein exklusive Titel vielleicht auch nicht. Der Grund, warum ein Spiel keinen Verlag für den späteren Handel - oder keinen Verlag für die Lokalisierung findet, ist vielleicht nicht immer der bloße Umfang, sondern vielleicht auch mal mangelnde Qualität.


    Auf der anderen Seite haben wir Titel wie #Anachrony, die ziemlich sicher in den Retail kommen. In der Kampagne habe ich mich zurückgehalten, weil ich Zweifel hatte. Im Retail dann zugeschlagen, weil es mir dann doch gefallen hat. Das Ergebnis im Vergleich?


    Kickstarterpreis: 59$ + Versand

    Retail: 55€ (inkl. verbesserter Komponenten)


    Gut, ich habe mir dann noch die Minis dazu gekauft, was nochmal knapp 50€ gekostet hat und wahrscheinlich bin ich damit doch ca. 20-30 € über der Kickstarter-Version. Dafür allerdings konnte ich vorher austesten und musste das Geld nicht 1 Jahr im Voraus vorschießen. Positive Beispiele sind hier fast alle Awaken Realms-Titel: #LordsOfHellas, #ThisWarOfMine und später auch #Nemesis. Oder eben auch alle Titel von #MindclashGames wie #Trickerion, #Anachrony und bestimmt auch bald #Cerebria. Ein weiteres gutes Beispiel ist #BloodRage. Keine Ahnung, was das auf KS kostete, aber ich habe es für 65€ in Retail auf deutsch gekauft. Warum man in einem 5-Spieler-Spiel eine 6. KS-exklusive Fraktion braucht, leuchtet mir auch nicht ein. Ja, der Kauf der 5. Fraktion war wieder teurer, dafür kaufte man auch nicht die Katze im Sack. Und die anderen exklusives vermisse ich auch nicht wirklich.


    Ein weiteres Kapitel sind Spiele wie #VampireHunters, das soweit ich weiß nicht im Retail erscheinen wird. Bei solchen Projekten bin ich hin und her gerissen, denn das Spiel gefällt mir und ist (hoffentlich auch in Zukunft) genau das "Profi-Zombicide mit Kampagne", das ich immer gesucht habe. Dennoch stehen 5 große Boxen im Regal, von denen ich nicht weiß, wann ich die mal einbringen werde. Das Problem mit diesen Stretchgoals ist, dass sie das Spiel unglaublich mit "zusätzlich kannst Du noch..."-Alternativen aufblähen. Das Spiel an sich wird nicht durch höheren Kampagnenumfang erweitert, sondern durch kleine Addons (hier in Form von Minis), die alle kleine Extra-Regeln mitbringen und zusätzlich mit ins Szenario gebracht werden können. Positiv betrachtet bringt es mehr Abwechslung. Negativ betrachtet habe ich aber nicht die Lust am Tisch in 5 Schachteln herum zu kramen.


    Mein Fazit aus dieser Kategorie ist: Das Grundspiel an sich sollte eigentlich ausreichen. Die elendig vielen Stretchgoals wirken zwar während der Kampagne, jedoch ist deren Effekt später im "Einsatz" gar nicht mal so groß. Dazu kommt natürlich noch die Lieferzeit von 1,5 Jahren.


    Kampagnen wie z.B. #SineTempore sind mittlerweile so alt, dass ich schon fast vergessen habe, dort investiert zu haben. Aus verschiedenen Gründen - dazu zählen sowohl Einbruch ins Büro als auch Fehlkalkulation - wird das Spiel um weitere 9 Monate verschoben. Natürlich kann das passieren und einige von euch warten sicherlich noch weit länger auf ihre Lieferungen. Aber das ist ein weiterer Grund für mich, davon Abstand zu nehmen.


    Weitere kritische Projekte sind dann diese, welche ihre Versprechen nicht halten. Ein gutes Beispiel dafür wäre wohl #DarkSouls.


    Gerade im Bereich der Brettspiele - oder eher gesagt nur dort - ziehe ich es sogar tatsächlich vor, bei meinem Fachhändler zu kaufen. Klar, die kleinen Produkte wie Sleeves kaufe ich weiterhin online, weil der lokale Handel dort Aufschläge von teilweise 200% hat. Das ist mir dann tatsächlich auch zu teuer. Aber ob ein 80-90€-Spiel im Laden 5-10€ mehr kostet als online, macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. EDIT: Gemeint ist der Vergleich im Retail: Onlinehandel vs. stationärer Handel.


    Mein Fazit aus den letzten 2 Jahren ist, dass ich zwar gern immer mal wieder bei Kickstarter reinschaue, jedoch nur noch sehr selten unterstützen werde, bei ausgewählten Projekten. #Nemesis wird auch der letzte AwakenReamls-Titel sein, den ich auf Kickstarter backe, denn ich denke, dass die Firma mittlerweile eine Qualität erreicht, die postwendend im Retail aufgegriffen und sogar von Asmodee selbst lokalisiert wird. Und bei einer Fundingzeit von 4 Minuten tut denen mein fehlender Beitrag auch nicht weh. Wie stets bei euch?

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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  • Siehe auch Kickstarter-Statistiken


    Ich habe 7 Crowdfundings mitgemacht, davon sind 6 (teilweise schnell) wieder verkauft worden. Erst zwei in Sammelbestellungen und spätere dann selber; aber ich habe bis auf eins kein Spiel bekommen, welches mir wirklich Freude bereitet hätte. Tatsächlich habe ich mir da Stress mit gemacht...

    Zusammen mit meinem Aufhören bei Kickstarter habe ich mich auch sonst eingeschränkt, inspiriert durch Sankt Peter halte ich meine Spielesammlung auf ~100 Spiele, erst was raus, bevor was rein kommt (allerdings ist mein Durchschnitts-Preis der Spiele sicher weit niedriger als seiner ;)). Da kann ich mit Vorbestellungen eh wenig anfangen - belegt ja einen Platz! - wenn es nicht in absehbarer Zeit tatsächlich kommt (Gloomhaven wäre da eine Ausnahme).

    Davon abgesehen spiele ich ja sowieso eher Euros, und Kunststoffschlachten interessieren mich 0 f.s. entsprechende Projekte erinnern mich immer an die Biber-Brüder und "Schick mehr Geld, dann schick ich mehr Krempel!"


    Kickstarter verkauft ein Gefühl und ein Erlebnis. Man sucht nicht nach Spielen, man entdeckt Projekte. Man bestellt nicht vor, man gibt jemandem die Möglichkeit, überhaupt ein Produkt zu schaffen! Ich fiebere mit, rege mich auf, tausche mich in den Kommentaren aus, bin erstaunt "wie schnell dann doch geliefert wurde" (haha!) oder wieviel Krempel ich für "wenig Geld" bekommt. Man verlangt ja in manchen Projekten teilweise Schiff-IDs, um den Weg von Ost nach West nachvollziehen zu können, als würde das irgendwas ändern. Beinahe alle Spiele von Kickstarter haben bei BGG mindestens einen Thread "Ist euer Krempel schon da?" weil die Leute sich vergleichen wollen, wer denn nun der erste war, der es bekam. Die Leute wollen scheinbar einen Beweis haben, dass mit ihrem Geld irgendwas passiert. Und dadurch entstehen ganz klar auch diese überdurchschnittlichen Bewertungen der KS-Spiele: ICH habe Geld für das gegeben, es muss gut sein, sonst müsste ich zugeben, dass ich einen Fehler gemacht habe.

    Greenland und Neanderthal z.B. haben viele Unterstützer (4000+!) angelockt, wovon sicher viele diese Nischen-Experten-Spiele nie spielen werden, weil sie die bunten Projekte gesehen haben, aber einfach unterschätzen was das für Spiele sind. Ich hoffe für SMG Besseres, aber das ist nur meine Einschätzung.


    Nebenbei tauscht man sich vielleicht auch noch auf anderen Plattformen aus, und man kann in vielen Threads hier lesen wie emotional das ist.

    In diesem Planet Apocalypse Thread habt ihr euch gefühlt 5 Seiten einen Dialog gegeben, was denn nun schlecht an diesem Spiel ist und ob überhaupt ein Spiel drin ist; ich habe ehrlich gesagt nur darauf gewartet, dass ihr es dann doch kauft, die Zitate hatte ich mir schon zusammengespeichert um sie euch vor die Nase zu halten ;).


    Sowas gibt es ja auch sonst: Wochen- oder irgendwelche Handwerker-Märkte leben auch vom Erlebnis dass sie dem Kunden spendieren, das hat auch etwa REWE erkannt, in deren Filialen man mMn deutlich merkt, dass sie versuchen eine Marktatmosphäre zu schaffen.

  • Man bestellt nicht vor, man gibt jemandem die Möglichkeit, überhaupt ein Produkt zu schaffen!

    Ich glaube, diese Zeiten sind lange vorbei. Kickstarter ist in den meisten vielen Fällen, besonders bei großen Titeln im Brettspielbereich, eher eine Marketingaktion als tatsächlich benötigt. Natürlich gibt es diese Fälle noch, vor allem von Privatleuten oder kleineren Verlagen, aber Awaken Realms, Stonemaier Games, CMON und Co. hätten das lange nicht mehr nötig.


    EDIT: Wie Sternenfahrer "netter Weise" anmerkte, hat sich Stonemaier Games aus diesem Kreislauf herausgezogen und will Kickstarter anscheinend nicht mehr nutzen. Dennoch hat es 8 eigene Projekte benötigt, um zu dieser Erkenntnis - vielleicht aber auch zu diesem Stellenwert bei Verlagen - zu gelangen.


    In diesem Planet Apocalypse Thread habt ihr euch gefühlt 5 Seiten einen Dialog gegeben, was denn nun schlecht an diesem Spiel ist und ob überhaupt ein Spiel drin ist; ich habe ehrlich gesagt nur darauf gewartet, dass ihr es dann doch kauft, die Zitate hatte ich mir schon zusammengespeichert um sie euch vor die Nase zu halten ;).

    Sowas ist also die Aufgabe eines Moderators - andere an den Pranger zu stellen? ;) Ist ja zum Glück nicht so gekommen. Bei niemandem, soweit ich weiß.

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  • Ja das ist mir bewusst, trotzdem tauchen entsprechende Kommentare und Verteidigungen immer wieder auf. CMON macht klar kein Crowdfunding mehr, aber es ist immer noch mehr als eine reine Vorbestellung (bei der es nämlich außer Zahlen-Warten-Bekommen keine Interaktion gibt). Nenn es Vorbestellung Plus.

  • Ich denke man muss ein Gefühl dafür bekommen was sich lohnt und was nicht. Angenommen wird, dass man das Spiel wirklich haben will und es sich dabei nicht um eine Hypereaktion handelt.


    - Spiele die man sehr wahrscheinlich nur über KS zu einem normalen Preis oder im Sekundärmarkt für utopische Summen bekommen wird sollte man auf KS unterstützen. Hier sollte das Budget auch absolut ausgereizt werden, sofern möglich. Extrembeispiel KDM.


    - Bei Spielen die später auch regulär zu kaufen sind, muss man eigentlich nicht unterstützen, es sei denn über KS gibt es irgendwelche "gewaltige" Vorteile. Ein Vorteil ist subjektiv.


    Man wird mit der Zeit ruhiger und überlegter. Das sieht man z.B. schön an den CMON-Produkten bei denen mittlerweile schon eine gewisse Skepsis herrscht oder bestimmte Verlage haben es sich so verscherzt, da machen viele nicht mehr mit.


    Der Hype der durch KS erzeugt wird und die "ich komme zu kurz" oder "ich verpasse etwas" Stimmung beschert, das ein oder andere teure Spiel günstig auf dem Sekundärmarkt.


    MfG

    fleXfuX

  • Dass man Kickstarter nach ein paar (oder paar Dutzend) kritischer beäugen muss, ist glaube ich ganz klar - es sei denn, man hat unbegrenzt Geld, Stauraum oder ist sehr, sehr diszipliniert im Weiterverkaufen.

    Das ist die Phase, in der ich mich gerade befinde. Ich lerne, mich von Dingen zu trennen, die ich zum Teil unglaublich schön & toll finde, bei denen ich aber realistischerweise zugeben muss, dass sie relativ selten auf den Tisch kommen werden.


    Rising Sun ist so ein Beispiel. Ich liebe die Idee des Spiels, die Aufmachung noch mehr. Und trotzdem habe ich es jetzt weiterverkauft, weil ich nicht gesehen habe, dass ich es wirklich oft spielen werde. Bzw. der Kollege, dem ich es verkauft hat, auch ab und an Teil meiner Spielrunde ist, und der wollte es WIRKLICH haben.

    Hat ein kleines bisschen weh getan, aber jetzt fühlt es sich ganz gut an. :)


    Kuratieren (entweder vor oder nachdem man auf den KS-Knopf drückt) ist eine logische Evolution, denke ich, und ich entscheide mich einfach von Fall zu Fall, ob ich die Entscheidung vor oder nach dem Backen treffe.

    Bei Robin Hodd z.B. bin ich mir auch nicht so sicher, ob das wirklich ein Spiel für mich ist. Aber bei dem Preis der SO kann ich auf jeden Fall mitmachen, und das Ding dann danach mit Plusminus einfach wieder loswerden.

    Man muss dann halt auch wirklich ausmisten, und nicht nur drüber reden. Bis vor kurzem habe ich immer nur darüber geredet, dass ich das Zeug theoretisch ja auch jederzeit verkaufen kann. Jetzt mache ich das wirklich ... ;)

  • +Seufz+

    Deine Beiträge sind stets so voller Fehler, Mafti , ich ignoriere Dich zu recht:

    Zitat

    vor allem von Privatleuten oder kleineren Verlagen, aber Awaken Realms, Stonemaier Games, CMON und Co. hätten das lange nicht mehr nötig.

    Davon abgesehen, dass Stonemaier Games mit Sicherheit nahezu alle Kriterien erfüllen dürfte, sogar in Deinen Beiträgen, die sich nie für Details interessieren, als „kleiner Verlag“ zu gelten, nutzt Jamey aus in seinem Blog dargestellten Gründen KS eben NICHT mehr.

  • Ich habe bisher bei 45 Projekten auf Kickstarter mitgemacht. Zwei davon von einem Kumpel in meinem Namen unterstützt, und einige als Mitglied einer Sammelbestellung, die von anderen durchgeführt wurde. Allerdings waren das nicht alles Spiele - insbesondere RPGs und auch zwei oder drei Filmprojekte waren dabei. Sechs oder sieben sind noch am Laufen, bei zweien ist die Erfüllung kontinuierlich fortlaufend (weil mehrteilig), und bei zweien fehlt noch entweder ein Teil oder die gesamte Belohnung.

    24 davon waren bzw. sind Brettspiele oder -Erweiterungen, die ich in Gänze erhalten habe (oder erhalten werde). Von diesen habe ich 8 wieder verscherbelt, bzw. steht bei 2 davon das Verscherbeln noch aus. 1 davon wird an einen Kumpel weitergegeben, obwohl ich das Spiel gut finde. Da ich es aber mit meiner Frau spielen wollte, die es aber (leider) nicht leiden kann, darf es auch in die Hände des Kumpels...
    :)

    Ich habe gelernt, etwas genauer hinzuschauen und mich nicht mitreißen zu lassen. Wobei das tatsächlich nur bei wenigen der von mir unterstützten Projekte tatsächlich der Fall war. Ansonsten sehe ich das nicht so kritisch - einen zu starken Verlust habe ich beim Verscherbeln nie gemacht, wenn überhaupt (eher Gewinn). Die Kampagnen selbst sind nichts, wo ich "mitfiebere" bzw. die mich mitreißen - ich bin da rein Endprodukt-fokussiert.

    Tatsächlich sehe ich Kampagnen auf KS eher als "fire and forget"-Geschichten. Zum Einen sind dies für mich auch keine Preorders oder so (siehe Exhibitchee's Kommentar), sondern Kapitalzuschüsse mit Belohnung. Zum Anderen hab ich Zeit und genug anderes, was ich tun kann. Ärgern tut mich manchmal unregelmäßiges Updaten bei Projekten, und natürlich Produkte, die absolut sub-par sind (Mythos Tales z.B.). Sonst aber sind Delays genauso wenig ein Problem für mich wie das Erhalten eines Produktes nach Erscheinen auf dem Markt / bei Messen. Ein Produkt, das noch aussteht, hat nun 1,5 Jahre Verzug, und wird nicht vor Ende des Jahres fertig...

    Alles in Allem ist für mich KS immer noch eine valide Alternative, und meine Erfahrungen haben das keineswegs eingeschränkt. Allerdings habe ich allgemein weniger Produkte, die mich interessieren - egal ob auf KS oder dem Spielemarkt allgemein.

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Der erste Absatz ist ein wirklich schönes Beispiel dafür, wie der Sekundärmarkt irgendwann gefüllt wird. Geradezu ein Paradebeispiel. Selbst für uns, hier im Forum, sind diese SMG-Spiele, Brocken. Was leider zum größtenteils an den Regeln bzw. Bedienungsanweisungen :-) liegt. Da wurde bestimmt einige Leute wegen dem Bling Bling gekauft haben :-D.


    Der zweite Absatz ist auch ein Phänomen bei KS. Da wird sich gegenseitig bequatscht bis man nicht mehr wieder stehen kann. In dem von dir genannten Beispiel wurde dann doch nicht zugeschlagen sondern das negative hat überwogen. Sieht man sich aber andere KS-Threads an, wird man feststellen, dass viele sich den Mund haben wässrig reden lassen.


    MfG

    fleXfuX

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  • Meine Erfahrungen:
    Ich habe bisher noch nicht zu viele Kickstarter (P500 von GMT stehen auf nem anderen Blatt) unterstützt, und wenn, dann die sehr Hochpreisigen ausgelassen. Meine Kriterien sind inzwischen sehr hart geworden: Ich habe mich 2018 auf 12 Kickstarter beschränkt. Stand heute sind es 4 (Gentes, 1918, Pulp Detective, CO2). Ohne diese Grenze wären es sicher 4-5 mehr gewesen.

    Aber ich habe eben auch festgestellt, dass kaum ein Spiel bei mir Bestand hatte in der Vergangenheit. Alles ziemlich bald wieder verkauft, da beim Zeitpunkt der Auslieferung die faszination weg war. Teilweise sogar vergessen, was unterstützt wurde.
    Ich warte auf einige Neuauflagen von Klassikern, Brass, Stephensons Rocket, Gentes und Container... da bin ich relativ sicher, die bleiben. Beim Rest, welcher hauptsächlich aus Erweiterungen und kleineren Spielen besteht, bin ich mir aktuell schon nicht mehr sicher.



    Wenn abszusehen ist, dass ein Spiel auch später im Retail ist, lasse ich es sicher aus: Bsp. Auztralia. Ich mag keine langen Vorbestellungen und keine unnötige Vorabfinanzierung.

  • Nachdem ich nun ca. 2 Jahre auf Kickstarter aktiv bin, ist es mal an der Zeit ein Resumee zu ziehen. Ich habe so das Gefühl, dass es auch hier einige gibt, die die Projekte tatsächlich ähnlich sehen wie ich.

    Wie viele das so wie Du sehen - keine Ahnung. Ich eigentlich nicht so wirklich. Ich bin auch schon lange bei KS dabei - die ersten Projekte waren #AlienFrontiers, #EminentDomain und #1955TheWarOfEspionage - aber ich unterstütze auch immer nur hin und wieder ein Projekt. Dank Cyberian war ich auch spät dann mitunter noch mal an einem Projekt beteiligt, aber nicht Alles ist geblieben. Jedenfalls:

    Ich unterscheide dabei allerdings in Kickstarters, die tatsächlich wohl erstmal komplett exklusiv bleiben. Als Beispiele würde ich da #Batman, #Gloomhaven oder #CthulhuWars aufzählen. Obwohl Gloomhaven wohl bald ziemlich wahrscheinlich auch in den Retail kommt - und das sogar lokalisiert. Diese Kickstarter sind es vielleicht weiterhin wert auch unterstützt zu werden.

    "Sind es vielleicht wert"? Das ist doch Humbug. Die Spiele werden in der Größe und Fülle ja nur deshalb realisiert, weil durch den (sehr erfolgreichen) KS (oder auch jede beliebige andere Crowdfunding-Plattform) so viel Geld zur Verfügung steht. Plus die Möglichkeit, Gewinn ohne Zwischenhändler einzufahren.

    Durch den Hype der Kampagnen werden Spiele oftmals erst so bekannt, weil sie eben nicht in der Neuheitenflut von Essen untergehen.

    Auf der anderen Seite gab es bislang alle KS-exklusiven Spiele auch danach zu kaufen. Sicherlich, teurer als wenn man bei KS mitgemacht hätte, aber kaufen kann und konnte man sie immer noch von anderen Spielern, die ihr Spiel eben VERkaufen.

    Dennoch stehen 5 große Boxen im Regal, von denen ich nicht weiß, wann ich die mal einbringen werde. Das Problem mit diesen Stretchgoals ist, dass sie das Spiel unglaublich mit "zusätzlich kannst Du noch..."-Alternativen aufblähen. Das Spiel an sich wird nicht durch höheren Kampagnenumfang erweitert, sondern durch kleine Addons (hier in Form von Minis), die alle kleine Extra-Regeln mitbringen und zusätzlich mit ins Szenario gebracht werden können. Positiv betrachtet bringt es mehr Abwechslung. Negativ betrachtet habe ich aber nicht die Lust am Tisch in 5 Schachteln herum zu kramen.


    Mein Fazit aus dieser Kategorie ist: Das Grundspiel an sich sollte eigentlich ausreichen. Die elendig vielen Stretchgoals wirken zwar während der Kampagne, jedoch ist deren Effekt später im "Einsatz" gar nicht mal so groß. Dazu kommt natürlich noch die Lieferzeit von 1,5 Jahren.

    Fluch und Segen. Ich fand das bei #ZombicideBlackPlague auch anstrengend mit den vielen Boxen - aber eigentlich ist das ja eine Chance: ZBP ging über den Tresen für $150 und man konnte es für grob 300€ verkaufen. Wenn man Wulfsburg und das Grundspiel rausgenommen hat, dann konnte man die ganzen Erweiterungen und Exclusives immer noch locker für 150€ verkaufen. Fazit: Man bekommt jede Menge exklusiven Stuff, mit dem man (alleine) wahrscheinlich die Kampagne finanzieren kann - und am Ende hat man ein Grundspiel und Wulfsburg für lau. Gerade in Deinem Fall doch Ideal?

    ABER das klappt natürlich am Besten, wenn das Spiel selbst auch in den Handel kommt - weil dann viele Käufer auf die Exclusives lugen, das Grundspiel haben sie aber schon...

    Gerade im Bereich der Brettspiele - oder eher gesagt nur dort - ziehe ich es sogar tatsächlich vor, bei meinem Fachhändler zu kaufen. Klar, die kleinen Produkte wie Sleeves kaufe ich weiterhin online, weil der lokale Handel dort Aufschläge von teilweise 200% hat. Das ist mir dann tatsächlich auch zu teuer. Aber ob ein 80-90€-Spiel im Laden 5-10€ mehr kostet als online, macht den Kohl dann auch nicht mehr fett.

    Na, wir reden hier aber eben nicht von 5-10€ mehr! Gerade mit den Exclusives kannst Du da ganz andere Werte gegenrechnen...


    Was mir übrigens noch auffällt: Du redest von "Kickstarter-Kampagnen" im Allgemeinen, aber im Grunde meinst Du die Kampagnen, bei denen man erst mit $150 einsteigen kann, und der "All-In" dann bei $300-$600 liegt - eigentlich eher beliebig weit nach oben offen.


    Es gibt aber immer wieder auch kleine Kampagnen mit durchaus guten Spielen, die sich halt im Segment <$50 bewegen. Insbesondere, wenn es um Spiele für <$25 geht, bin ich oft bereit einfach mal zu schauen, wie das Spiel so ist/sein wird... Meistens sind das dann tatsächlich Einzelpersonen oder kleine Firmen... ;-)

  • "Schlimmer" finde ich, dass mich die Spiele bei lieferung eigentlich gar nicht mehr interessieren. Die Begeisterung dafür von vor einem Jahr oder so ist quasi verflogen.


    Interessant.
    Das habe ich bisher eigentlich nie gehabt. Vielleicht, weil der "Hype" der Kampagnen ziemlich an mir vorbeigeht. Aber ein Spiel, das ich unterstützte, war immer eines, was mich als SPIEL interessierte. Und da verflog der Reiz am Spiel nicht einfach mal so eben...
    Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, was da in jemandem vorgehen muss, dass man ein Spiel unterstützt, nur um bei Erhalt festzustellen, dass man kein Interesse daran (mehr) hat. Das ist keine versteckte Kritik, ich versteh es wirklich nicht...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Meine Erfahrungen mit KS:


    Viel gebacken, genauso viel wieder verkauft. Man wird älter, weiser und lernt sich zurückzuhalten. Man lässt sich nicht mehr so einfach von nem Haufen Plastikminis blenden wie früher. Jetzt wird gezielter ausgesucht.

  • Sternenfahrer Rauschen... Weißes Rauschen... Ich schreibe hier kein Buch sondern einen Forenartikel. Dafür muss ich den Lektor nicht herauskramen. Aber von jemandem, der sein Profil versteckt und zu 90% nur rumstänkert erwarte ich auch nichts anderes.


    [Tom] Interessante Einschätzungen! Mit "vielleicht noch wert, unterstützt zu werden" meinte ich, dass es in meinen Augen durchaus einen Grund geben könnte, warum manches Spiel nicht im Retail erscheint. Damit meine ich auch nicht bloß den Umfang. Manche Spiele sind vielleicht auch nicht ausgereift genug und es ist vielleicht berechtigt, wenn sie nicht viel bzw. nicht genug Geld einnehmen. Da möchte ich aber kein spezielles Beispiel nennen.


    Bei dem Rest hast Du sicherlich recht - ich bewege mich eigentlich immer im Bereich der hochpreisigeren und größeren Spiele. Allerdings habe ich bei Kickstarter nie über den Wiederverkaufswert nachgedacht. Wenn man einfach backen kann und durch den gesteigerten Umfang der Stretchgoals im Verkaufsfall mehr Geld auf dem Gebrauchtmarkt einnehmen kann, ja, dann lohnt es sich wahrscheinlich fast überall all-in zu gehen. Das war aber ehrlich gesagt nie mein Gedanke, da ich immer nur für mich selbst backe.


    Der Preisunterschied, den ich genannt habe, bezog sich daher "contextuell" auf die Retailpreise zwischen lokalem und Onlinehandel.

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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  • "Ein Gefühl ist niemals falsch".


    Welche falschen Aussagen habe ich denn getroffen?

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  • In letzter Zeit zündelt es aber ganz schön in verschiedenen Threads hier. Wassnlos?

    Kleinbürger-Stänkertum nennt man das. Von sachlichen Antworten sind wir schon lang weg, es geht anscheinend auch um den Bezug zum Autoren.

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  • Der Artikel ist schon etwas älter und wurde hier auch mal irgendwo gepostet, passt aber doch gut hier rein, finde ich:


    Kickstarter addict reflects on backing $16,000 worth of board games, regrets everything

    Sicherlich ist das eine sehr krasse Ausprägung, aber das Fazit geht ja in etwa in die Richtung, die ich treffen wollte.


    Zitat

    "most of the games I had backed are terrible or don't get much play"

    Das ist mir bisher noch nicht passiert. Aber ich bin der Hoffnung, dass der Großteil von den Spielen, auf die diese Aussage nicht zutrifft, von einem Verlag aufgegriffen und in den Retail gebracht werden. Im besten Falle lokalisiert. Und bei dem angenommen kleinen Anteil, der "durchs Raster" fällt... nunja... an Brettspiel-Alternativen mangelt es uns nicht wirklich :)

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  • es geht anscheinend auch um den Bezug zum Autoren.

    Nein, überhaupt nicht. Die Einstellung, man müsse in Foren weniger genau formulieren als sonst, habe ich auch früher schon bemängelt, bevor du hier angemeldet warst. Somit hat dies nichts mit dir zu tun.


    Ganz allgemein: Ich kenne dich nicht und habe deshalb auch überhaupt nichts gegen dich. Ich kann nur mit manchen deiner Einstellungen wenig anfangen. Das ist aber eine rein sachliche Betrachtung und überhaupt nichts Persönliches.


    Andere User wie z. B. Bandida können das auch gut trennen. Sie nimmt das nicht persönlich, wenn ich mit ihr aneinander gerate. Und vielleicht gelingt dir das ja auch eines Tages noch, ohne dass du gleich so persönlich wirst wie eben:

    Kleinbürger-Stänkertum nennt man das.

    :rolleyes:

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Zitat

    vor allem von Privatleuten oder kleineren Verlagen, aber Awaken Realms, Stonemaier Games, CMON und Co. hätten das lange nicht mehr nötig.

    ...dass Stonemaier Games mit Sicherheit nahezu alle Kriterien erfüllen dürfte, sogar in Deinen Beiträgen, die sich nie für Details interessieren, als „kleiner Verlag“ zu gelten, ...

    Ich gehe mal nicht auf die beleidigenden Textstellen ein sondern auf die inhaltlichen, die sich anscheinend mehr für Details interessieren als du selbst. Stonemaier ist alles andere als ein kleiner Verlag in meinen Maßstäben. Mich interessieren nämlich keine Verkaufs-, Mitarbeiter- oder Niederlassungszahlen.


    Stonemaier hat einen Namen. Der braucht nur das Telefon in die Hand zu nehmen, einen Verlag anzurufen und "sein neues Ding" anzukündigen und schon stößt er auf offene Ohren. Ich wäre mal gespannt, ob das bei der Sternenfahrer GmbH auch so sein würde, selbst wenn sie 50 Mitarbeiter hätte.


    In diesem Sinne hat er es sicherlich nicht nötig auf Kickstarter zu setzen und hat daraus anscheinend auch seine Lehren gezogen. Bei Awaken Realms sollte es spätestens seit Nemesis - Bei CMON vielleicht schon seit Jahren, auch möglich sein. Dennoch ist Kickstarter einfach ein zu schönes Marketing-Instrument und die Produktion auf Vorkasse ist natürlich auch ein recht komfortables Geschäftsmodell.

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  • ja, der lange Zeitraum vom Einstieg bis zum fertigen Produkt auf dem Tisch verändert das *Gefühl* gegenüber solchen Spielen, verglichen mit dem, was man sich gleich im Handel kaufen kann. Aber ich sehe ansonsten keinen großen Unterschied. Gute Spiele und Graupen gibt es unabhängig vom Vertriebsmodell und KS-Kampagnen bieten doch meist genug Information, die Graupen (gemessen am subjektiven eigenen Geschmack) zu vermeiden. So werde ich mich auch weiterhin an KS-Kampagnen beteiligen, das Budget für's Hobby ein bischen im Blick. Zum schnellen Trennen von Spielen, die nicht zur mehrfachen Wiederholung reizen, bin ich meist immer noch etwas zu "faul", aber im Einzelfall klappt es schon mal (First Class und Photosynthesis haben jüngst andere Liebhaber gefunden - beides kein KS-Spiele, aber damit hat das eben auch nichts zu tun).

    "So viele Spiele... wann hast Du denn damit angefangen?" - "Wann hast Du damit aufgehört?"

  • In diesem Sinne hat er es sicherlich nicht nötig auf Kickstarter zu setzen und hat daraus anscheinend auch seine Lehren gezogen.

    Falls es jemanden wirklich interessiert, kann man hier übrigens nachlesen, warum genau Jamey mit den Kickstartern aufgehört hat:

    Lessons Learned from Quitting Kickstarter as a Creator, Part 1 – Stonemaier Games


    (Hint: Es sind nicht unbedingt die Gründe, an die die meisten vermutlich zuerst gedacht hätten.)

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  • Ich denke, meine Aussagen treffen dich auch nur am Rande. Ich bin einer der tolerantesten Menschen gegenüber Meinungen und Einstellungen anderer, wenn sie nicht in extreme abdriften. Dennoch kann ich mit Aussagen wie "Deine Beiträge sind voller Fehler und ich ignoriere dich zurecht" in einem Forum tatsächlich nichts anfangen und finde es auch eine Spur unverschämt - zumal es ja Tatsache ist, dass ich anscheinend dennoch nicht ignoriert werde ;)


    Darum bitte BTT. Und wenn Du dennoch das Gefühl hast, ich würde in meinen Einschätzungen die Unwahrheit schreiben, kannst Du mir auch gern eine PN schreiben um es mir zu erklären - oder eben die Richtigstellung hier im Thread posten, um das Thema sogar noch anzureichern.


    Nobody is perfect, aber ich habe was gegen diese abgehobenen Attitüden mancher Leute hier.

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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    Filmkritiken in 100 Wörtern: 100szenen.de

  • Allerdings habe ich bei Kickstarter nie über den Wiederverkaufswert nachgedacht. Wenn man einfach backen kann und durch den gesteigerten Umfang der Stretchgoals im Verkaufsfall mehr Geld auf dem Gebrauchtmarkt einnehmen kann, ja, dann lohnt es sich wahrscheinlich fast überall all-in zu gehen. Das war aber ehrlich gesagt nie mein Gedanke, da ich immer nur für mich selbst backe.

    Oh, ich unterstütze auch keine Spiele mit dem Ziel, Gewinn zu machen.

    Aber auf der anderen Seite "weiß" ich, dass ich ein Spiel, welches mir dann doch nicht gefällt, selbst mit 10% Aufschlag noch mit mehr Wert verkaufen kann, als ich es bei einer Bank angelegt haben könnte! Insofern ist das einfach nur eine Absicherung für das nagende Gefühl, dass mir ein Spiel vielleicht doch nicht gefallen wird.

    Übrigens beim Retail genau anders herum: In dem Moment, in dem ich auf "Kaufen" klicke, verliert das Spiel augenblicklich ca. 25% Wert, weil ich es zu dem Preis, zu dem ich es gekauft habe, nicht wieder verkaufen kann... nur in seltenen Ausnahmen, wenn es zum Beispiel OOP geht...

    Man lässt sich nicht mehr so einfach von nem Haufen Plastikminis blenden wie früher. Jetzt wird gezielter ausgesucht.

    Genau! Wer braucht schon 100+ Plastikfiguren, wenn man mit 1000+ Karten (#LegendaryEncountersAlien + Exp!) viel mehr Spaß haben kann? ^^

  • Auch wenn's sarkastisch gemeint war zieht LEA die Faszination nicht aus den 1.000 Karten. Manche Miniaturenspiele aber wohl schon aus den Minis ;)

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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  • Ich habe bisher 13 Projekte auf Kickstarter unterstützt, 7 davon sind bisher eingetroffen.


    Von den sieben eingetroffenen Spielen befinden sich noch drei in der Sammlung und sind sehr gut bis fantastisch (Gloomhaven, Forge War, Scythe )

    Von den vier verkauften sind zwei ganz gut bis gut (Tiny Epic Western und Anachrony), eines mittelmäßig (Progress: Evolution of Technology) und eines schlecht (Burning Suns). Den sechs ausstehenden Projekten blicke ich hoffnungsvoll entgegen: (Feudum, The 7th continent, Nemo's War, UBoot The Board Game, Xia:Embers of a forsaken star und Edge of Darkness). Hätt ich doch fast noch die Quodd Heroes und die Queen's Army vergessen, weil ich diese über die Spieleschmiede backe, auf Letztere bin ich aber auch schon sehr gespannt.


    Ich habe das jetzt nicht bis ins letzte Detail nachgeprüft, aber das dürfte in ungefähr der "Qualitätsquote" meiner über herkömmliche Wege bezogene Spiele entsprechen. Mit dem einzigen Unterschied der sofortigen Verfügbarkeit! Auffällig ist, dass darunter wenig Projekte sind, die mit Kickstarter-Exclusives warben. Für mich hält Kickstarter immer wieder interessante Projekte bereit, und ich gucke ab und an gerne vorbei.

  • Thygra


    Ich trenne das nur „so gut“, weil du genauso wie Sternenfahrer und Exhibitchee auf meiner Ignoliste stehst. Ich lese eure Beiträge zwar trotzdem und wenn es mir gefällt, klicke ich auch „gefällt mir“. Wenn es mir aber nicht gefällt, hab ich ne prima Erinnerungsstütze, wen ich da vor mir habe und dass ich bei euch nicht alles auf die Goldwaage legen darf. Ich bin nicht einfach, ihr aber manchmal auch nicht 😉

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  • Es hilft, wenn man versteht, wie Kickstarter läuft.


    Eine Veröffentlichung über Kickstarter und eine Veröffentlichungen über die herkömmlichen Vertriebskanäle erfordern komplett andere Herangehensweisen und eignen sich deshalb für unterschiedliche Spiele-Genres in unterschiedlichem Maße. Es ist sicher nicht ganz falsch zu sagen, dass Crowdfunding-Spiele sich eher über einen einmalig generierten Hype verkaufen, weshalb hübsche Grafik oder allgemein "wertige" Aufmachung neben viel Social Media Präsenz überproportional wichtig sind, während die traditionellen Vertriebswege eher auf längere Verkaufsperioden setzen und deshalb vielleicht ein bisschen mehr in spielerische Qualität ohne einmaliges Blendwerk investieren müssen, denn sonst kauft nach den ersten negativen Spielberichten und Reviews keiner mehr das Spiel, und das wäre schlecht, denn das vorab investierte Geld muss ja erst mal wieder reinkommen. Wenn dagegen Crowdfundingmacher eher mäßige Spiele ausliefern, kann es ihnen zumindest kurzfristig betrachtet egal sein. Das Spiel hat seine Kosten ja schon ein Jahr vorher eingespielt. Ganz wesentlicher Unterschied. Dass im Crowdfunding-Bereich viel hübsch aussehendes, aber spielerisch letztendlich eher mäßiges Zeugs veröffentlicht wird, ist deshalb kein Zufall, sondern systembedingt.


    Das heißt jetzt nicht, dass alle Kickstarter-Sachen Grafikblender wären und alle Verlagsveröffentlichung spielerische Meisterwerke. Definitiv nicht. Beide Seiten haben breite statistische Verteilungen bei der Qualität von schrottig bis toll, mit großem Überlappungsbereich in der Mitte. So klar trennen lassen sich beide Wege ohnehin nicht, denn die allermeisten Kickstarter-Sachen bekommt man auch als Retail-Version zu kaufen; die Crowdfunding-Verlage (unterhalb der Größe von CMON) wären ja blöd, wenn sie sich diesen Weg der kontinuierlichen Einnahmen selbst nehmen würden, und je etablierter ein Crowdfunding-Verlag wird, umso mehr drängt er im Normalfall zu klassischen Vertriebswegen.


    Mit meiner Erfahrung von vielleicht rund 50 Crowdfunding-Projekten im Spielebereich ist das Wichtigste, um die Wahrscheinlichkeit von Flops zu senken:

    1. Nicht vom Hype mitreißen lassen, sondern harte Fakten betrachten. Fertige Regeln sind z.B. wichtiger als hübsche Grafiken. Hübsche Grafiken zu einem funktionierenden Spiel dazubauen ist deutlich leichter als andersrum.
    2. Keine "ich könnte etwas verpassen"-Haltung. (Fast) alles bekommt man auch später noch. Manchmal kostet's halt mehr. Aber einmal die KS-Version (wenn's denn sein muss und Retail nicht reicht) für teuren Aufschlag auf dem Sekundärmarkt kaufen ist in der Regel immer noch besser als auf Verdacht fünf schrottige Spiele kaufen, die bloß Platz im Regal belegen und nur noch mit Verlust weiterverkauft werden können.
    3. Jedes Crowdfunding-Projekt ist mit Risiko verbunden. Das muss man wissen und akzeptieren. Je teurer das Projekt, umso eher muss man sich dessen bewusst sein. Ich unterstütze auch mal ganz bewusst irgendwelche exotischen Anfänger-Projekte, aber das ist dann definitiv nichts teures.
    4. Reputation von Autor und Verlag sorgfältig prüfen. Wie sind vorherige Projekte gelaufen? Wie wurde auf Probleme reagiert und wie wurden diese gegenüber Backern kommuniziert? (Dass Probleme auftauchen, ist kein Problem an sich. Zum Problem wird's, wenn nicht angemessen damit umgegangen wird!)
    5. Vertrauenswürdige Macher haben nichts zu verstecken, sie agieren transparent und offen. Da gibt's klare Zeitplanungen und einen offenen Umgang damit, welche Komponenten z.B. vorhanden sind und was noch fehlt. Es tauchen nicht während der Kampagne noch ein dutzend kostenpflichtige Add-Ons auf. Es gibt keine übertriebene "Eventisierung" der Kampagne mit irgendwelchem Stretch Goal Gehampel. Bei vernünftigen Machern stehen 95% der möglichen Stretch Goals vorher fest und sind entsprechend bereits eingepreist. Das weiß der erfahrene Backer.
    6. Dazu erwarte ich eine offene Kommunikation mit Backern, wo nicht nur das Blaue vom Himmel versprochen wird, sondern auch mal klar gesagt wird, warum z.B. irgendein Backer-Wunsch nicht realisierbar ist. Sowas wie ein "so ein Stretch Goal können wir nicht machen, weil das die Balance durcheinander bringt und noch zwei Wochen mehr Playtesting bräuchte, und die haben wir nicht im Zeitplan" ist für mich nichts Negatives, sondern im Gegenteil ein klarer Pluspunkt.

    Man muss sehr genau prüfen. Längst nicht jedes Kickstarter-Projekt, das auf den ersten Blick gut aussieht, ist es wert unterstützt zu werden. Wer am Ende ein gutes Spiel haben will, muss den ganzen Event-Hype, der ganz bewusst um Crowdfunding gemacht wird (weil das System nun mal so funktioniert), eben ganz genauso bewusst ausblenden.


    Im Übrigen ist es manchmal auch ganz interessant zu lesen, warum z.B. ein Scott Gaeta (Renegade Game Studios) oder ein Clay Ross (Capstone Games) als Gründer junger, aufstrebender Verlage bewusst nicht auf Crowdfunding setzen oder im Falle von Jamey Stegmaier (Stonemaier Games) nicht mehr auf Crowdfunding setzen. Die manchmal zu findende Gleichsetzung von junger Verlag und Crowdfunding als passende Veröffentlichungsmethode der Moderne ist jedenfalls so nicht richtig, und auch diesseits des Atlantiks haben wir ja mit neuen Verlagen wie Edition Spielwiese den Beweis, dass man keineswegs Crowdfunding braucht, um als Newcomer gute Spielideen zu realisieren.


  • Ich habe bislang knapp 100 Kickstarter-Projekte unterstützt. Nicht alle waren pünktlich (bzw. nur wenige überhaupt innerhalb eines Monats nach versprochenem Lieferdatum da...). Bei den 8-10 Projekten, in denen es nicht um Spiele ging, bin ich aber noch wesentlich mehr enttäuscht worden als bei den Spielen.


    Und ich mache trotz meiner Erfahrungen,

    • dass manche Spiele am Ende nicht gut sind,
    • später teilweise günstiger im Retail zu haben sind,
    • ich nach einem Jahr oder noch längerer Zeit keinen Bock mehr auf das Spiel habe

    trotzdem weiter mit dem Backen. Inzwischen etwas umsichtiger zwar. Aber ich mache weiter. Einfach das Gefühl, hauptsächlich kleineren Verlagen oder so zu ermöglichen, etwas auf die Beine zu stellen, was sonst nicht möglich wäre - oder eben in wesentlich minderwertigerer Qualität - finde ich einfach super. Manchen gönne ich auch einfach das Stückchen Werbung, wie z.B. A-Games. Die machen einfach schön anzuschauende Spiele. Haben in Essen einen Ministand. Sind supernett und entwickeln Ihre Spiele anscheinend mit viel Herz. Vermutlich taugen nicht alle Spiele was. Aber die unterstütze ich echt gerne (die haben allerdings auch schon ein paar Mal die Finanzierungen im Vorfeld abgebrochen, weil noch was nicht fertig war oder eben absehbar wird, dass die Finanzierung scheitern wird - aber auch das ist für mich ehrlich).


    Und es gibt immer wieder wahre Schätze, die in meiner Sammlung nicht fehlen dürften, wie z.B. The 7th Continent, Ave Roma und noch ein paar andere.


    Und wenn ich dann noch eine "Sonderausstattung" bekommen kann, die nicht später in den Handel kommt, kommt beim Spielen auch gleich ein bisschen anderes Flair auf als mit dem Standard-Material. Auch das Fiebern auf die ein oder anderen Stretch Goals. Der Thrill ist manchmal echt mega. Ich gehe halt für meinen Thrill nicht in die Spielbank sondern setze mein Geld lieber bei KS um ;)


    Ärgerlich wird es, wenn dann doch Spiele mit KS-Exclusives plötzlich in den Handel kommen und dann ggf. noch günstiger werden. Die nächsten Projekte von solchen Anbietern werde ich dann nicht mehr unterstützen. (hatte neulich so einen Fall, weiß aber nicht mehr, bei was das war... und das war kein Händler, der ein Retail-Paket gebacked hatte sondern irgendwas anderes... vielleicht fällt es mir irgendwann wieder ein...)


    Dice Settlers habe ich aber z.B. nur wegen des Materials gebacken. Ich würde das auch einzeln backen und für andere Spiele umnutzen, einfach weil es so mega ist. Wenn das Spiel doof ist - schade, aber in diesem Fall egal. Andere Spiele freuen sich über das Material.


    Allerdings stehe ich Null auf die ganzen Spiele mit tausenden Minis. Diese Projekte, die da immer durch die Decke rauschen, rauschen eben auch total an mir vorbei... Und da habe ich schon Sachen von Backern gehört, die mich echt abschrecken. Dann freue ich mich immer, dass ich da raus bin. Nur manchmal zuckt dann eben doch der Finger an der Maus. Resident Evil bringt mir so viele Stunden Albtraum im Wohnzimmer an der PS1 und 2 in Erinnerung, dass das eben doch mitmusste. Und damit spielen die Macher vermutlich :)

  • Um mein Posting mal zu vervollständigen:


    Gebackt: ca. 20

    Erhalten: 4

    Verkauft: 0

    Verkauf geplant: 1-2


    Ein Punkt von [Tom] trifft natürlich ins Schwarze: Durch die Verknappung von Kickstarter-Projekten sind die Wiederverkaufspreise meist höher als der gezahlte Funding-Beitrag. Ein im Laden gekauftes Spiel verliert direkt an Wert.

    Top Ungespielt-Liste (10/18): 1. Hyperborea — 2. Herr des Eisgartens — 3. Runewars — 4. Siege of Columbia — 5. 7th Continent — 6. Food Chain Magnate — 7. Gaia Projekt — 8. Spirit Island — 9. This War of Mine — 10. Twilight Imperium

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  • Ich möchte mich im Vorhinein entschuldigen, falls ich mehr als einen Absatz zu diesem Thema schreiben werde...


    Meine Kickstartererfahrungen bisher sind sehr überschaubar. Zueltzt habe ich Cthulhu Wars gebacken, davor Too Many Bones und La Cosa Nostra/Guns for Hire. Während letzteres eine relativ Geldbeutel schonende Kampagne war, habe ich in den beiden anderen ~800€ versenkt. Das hatte aber nichts damit zu tun, dass mich andere Spieler in Threads "gehyped" haben, sondern es liegt daran, dass ich die Spiele schon länger verfolgt habe und mir über ein längeren Zeitraum eine Meinung vom Spiel gebildet habe. Mein Interesse ist auch nach Ablauf der Kampagne noch existent, das mag aber auch daran liegen, dass ich meine Spielesammlung in einem Rahmen halten möchte, in dem jedes Spiel auch gelegentlich auf den Tisch kommt. Bevor ich etwas kaufe selektiere ich also stärker als der Typ Käufer, der sein Spiel bei Nichtgefallen einfach wieder abstößt. Von mir gekaufte Spiele zünden zu 95% in den jeweiligen Spielgruppen und bleiben auch in meiner Sammlung.


    Mir ist es wichtig, dass ich mich bewusst mit dem auseinandersetze, was ich mir letztlich kaufen werde. Um das Beispiel des Rewe-Marktes aufzugreifen:

    Wenn vor mir in der Obstauslage 5 Bananen liegen, dann schaue ich mir die einzelnen Bananen an und entscheide dann, welche ich letztlich Kaufe. Banane ist grundsätzlich Banane, aber ich esse sie am liebsten grünlich und fest, weswegen 3 wahrscheinlich direkt ausscheiden. Sind noch zwei übrig, dann überlege ich mir auch, ob ich beide essen möchte oder sie vielleicht doch auf dem Transport Druckstellen bekommen und ich die eine, die dann einen Tag lagern muss, vielleicht nicht mehr mit dem Genuss esse, den ich gerade beim Kauf verspüre. In diesem Fall kaufe ich mir dann eben nur die eine Banane, die andere wird auch ohne mich einen Käufer finden und am Ende werden wir beide appetitliche Bananen haben und ich mich nicht insgeheim ärgere, dass ich beim Kauf ein wenig gierig waren.


    Alle meine Kickstarterkampagnen hatten sich schon bewiesen, befanden sich in der 3. Kampagne oder boten im Falle von Guns for Hire eine Erweiterung zu einem herausragenden Spiel, über welches ich vor dem Kauf auch schon tatsächliche Spielerfahrungen nachlesen konnte. Bei La Cosa Nostra wäre die Fehlinvestition kein Weltuntergang gewesen, bei den anderen beiden Kampagnen jedoch schon, da beide kostenintensiv waren. Das Abwarten auf Folgekampagnen oder Retail bringt mir also die Sicherheit, dass das Spiel auch als solches überzeugen kann und nicht nur eine nette Verpackung für ein seelenloses Spiel ist. Ein weiterer Vorteil bei Folgekampagnen ist für mich ein entscheidender: die Verbesserung/Nachbesserung von anfänglichen Fehlern.


    Bei Cthulhu Wars wirkten die Fraktionstableaus und die Leisten immer unterproduziert und minderwertig im Vergleich zum restlichen Produkt. Die dritte Kampagne erscheint zum ersten mal auf Deutsch, ersetzt die Papierkomponenten durch dicke Pappe und kommt mit einem allumfassenden Regelbuch, welches Dank der Hilfe von brettundpad.de , Mafti und Luzifer diese Bezeichnung auch verdient. Bei Too Many Bones gab es das Basisspiel in der ursprünglichen Kampagne vergünstigt zu kaufen, jedoch gab es mittlerweile nicht nur überarbeitete Regeln, sondern auch verbesserte/nachgebesserte Komponenten. Effektiv erhalte ich in Kampagne 3 jetzt das wirklich finale Produkt und bezahle trotz höherem Preis weniger als die Bäcker der ersten Version. Das klingt erstmal abstrus, spiegelt aber die Realität wieder.


    Diese drei Kampagnen habe ich aber auch aus dem Grund unterstützt, dass diese Spiele nicht im Retail erscheinen werden und/oder ich den Autor direkt unterstützen wollte. Bei La Cosa Nostra habe ich Johannes Sich direkt unterstützen wollen, an das Spiel wäre ich andernfalls problemlos über den Retailmarkt gekommen. Bei Too Many Bones und Cthulhu Wars ist die Problematik einfach so gelagert, dass die Spiele wirklich gut/herausragend sind, für den Retailmarkt aber einfach komplett unattraktiv sind aufgrund des Preises. Dieser Preis ist auch nur so "niedrig", da keine Distributionsketten nachgeschaltet sind. Würde das Spiel noch über einen Großhändler und anschließend meinen lokalen Spielwarenhändler laufen, dann würden die ohnehin schon happigen Kosten nochmals deutlich ansteigen und das Spiel würde einfach unattraktiv werden für den Endkonsument. Zumal man sagen muss, dass hinter diesen 3 Projekten keine großen Firmen stehen, die die Kosten drücken können und auch keine Personen, die ihre Firma und ihren gelebten Traum in andere Hände abgeben wollen würden. Vielleicht ändert sich das noch, aber aktuell sehe ich es in diesen drei Fällen so.


    Bei der Spieleschmiede habe ich bisher ein Projekt unterstützt. Der Ablauf war nicht ganz wie erhofft, ich hatte am Ende ein Produkt mit beschädigten Komponenten und musste auf die Nachbesserung hoffen. Diese zog sich ebenfalls etwas hin, am Ende war das Spiel aber komplett. Verkauft habe ich es trotzdem ohne es zu spielen. Hier kommt der Punkt Fremdbeeinflussung ins Spiel. Ich war zum Zeitpunkt der Unterstützung und habe mir ein Video vom Brettspielblog zum Spiel angesehen. Das war ganz ansprechend, also habe ich es mal unterstützt. Im Zeitraum nach der Kampagne und bis zur Auslieferung habe ich aber das Interesse verloren. Das war mein erstes mal, dass ich keine Lust mehr auf ein Spiel hatte, als ich es dann in den Händen gehalten habe. Das lag dann sowohl an der Warterei, der Beschädigung, als auch daran, dass mein Spielgeschmack/-anspruch doch ein anderer war.


    Was mir in diesem Zusammenhang negativ aufgestoßen ist, ist dass einige Rezensenten Spiele nur mal anspielen und dann ihre Videos raushauen. In diesem Video werden die Spiele als gut und nett dargestellt (nett ist die kleine Schwester von Scheiße, das trifft hier wirklich zu), bei BGG vom betreffenden Rezensenten dann mit einer 6 bewertet. Als Spieler und Zuschauer fühle ich mich da etwas verschaukelt, weswegen ich aktuell eigentlich ausschließlich PE74 (Victoria Parta) anschaue. Dort wird ein Spiel bei Nichtgefallen nicht direkt den Katzen zum Fraß vorgeworfen, sondern es bekommt eine zweite oder dritte Chance eingeräumt. Oftmals auch in anderer Besetzung um das Spiel einfach in einer anderen Konstellation oder Gruppe zu testen. Das finde ich wirklich fair und die Bewertungen der Spiele sind deshalb für mich auch nachvollziehbar und in diesem Zusammenhang auch fair.


    Der Hype um Spiele wird hier im Forum ja schon geschürt, wenn mir Rezensenten das Spiel auch noch schmackhaft machen, dann muss ich fundierte Meinungen aus dem Hype herausfiltern und mich darauf verlassen können. Es ist für mich total verständlich, dass eine solche Gruppendynamik entsteht und dass mit steigendem Pledgelevel auch der Hype und die Güte des Spiels zu steigen scheinen, da ein teures Spiel ja gut sein muss oder sollte. Wer will schon einen Haufen Geld in etwas Mittelmäßigem anlegen? Es ist deswegen wichtig, dass kritische Stimmen auch ihre Berechtigung haben und nicht als Hater wahrgenommen oder als missgünstig empfunden werden. Der Diskurs ist wichtig und ein gutes Spiel bleibt ein gutes Spiel, da man die Kritik durch sinnvolle Spielmechaniken oder sinnige Designentscheidungen entkräften kann.


    Cthulhu Wars kommt mit riesigen Miniaturen daher. Diese tragen auch maßgeblich zum Spielgefühl bei oder Erzeugen selbiges erst. Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass mich die ganze Plastikflut anödet. Es ist anfänglich nett und ich habe bei Blood Rage gestaunt, da es damals mein erstes Spiel mit solch schönen Miniaturen war. Spiele wie Zombicide sind dagegen der Overkill für mich. Da wird immer mehr Plastik rausgehauen, da es die Unterstützer nach den ersten Malen einfach erwarten und das ist auch ein Hauptgrund von vielen das Spiel zu unterstützen. Diese Stretchgoals machen für viele den Reiz aus und eine Kampagne wird gefühlt erst nach weiteren 2 Kilo Plastik Stretchgoals zu einer sehr guten. Ich persönlich mag das Gefühl von natürlichen Komponenten sehr. Eines meiner anfänglichen Spiele war Stone Age und die Säulen der Erde. Da sind die Komponenten aus Holz, sahen und sehen für mich noch immer sehr ansprechend aus und fühlen sich einfach gut an in der Hand. Bei einem Arkham Horror brauche ich keine Miniaturen, mir gefallen die Pappaufsteller sehr. Es muss immer einen Sinn machen, dass es Miniaturen gibt oder braucht. Beim Ringkrieg trägt es für mich maßgeblich zum Spielgefühl bei, Bei Bloodrage oder Cthulhu Wars auch. Selbst ein Zombicide wirkt mit den Minaturen stimmiger, wenn auch teilweise extrem überladen. Es muss nur aufgepasst werden, dass nicht über das Ziel hinausgeschossen wird. Ein Zombie 15' sah auch gut aus mit den Miniaturen, der Aufbau und Abbau des Spiels dauerten aber grundsätzlich deutlich länger als das Spiel selbst. Ob das mit Pappmarkern anders wäre sei mal dahingestellt, aber Miniaturen müssen für ein Spiel sinn machen und dürfen nicht nur ein Verkaufsargument sein.


    In diesem Sinne möchte ich yzemaze verlinken, der sich bestimmt freut meinen Beitrag zu lesen :kopfschuss:

    Man kennt mich aus "Ein Absatz kommt selten allein" und "Hör mal wer da tippt". Die Rolle meines Lebens hatte ich wohl 1987 an der Seite von Michael Douglas in "Wall of Text".

    2 Mal editiert, zuletzt von fjaellraeven ()

  • Zwei Dinge sind für mich wichtig: Etwas ähnliches möchte ich nicht im Regal haben und/oder das Spiel haut mich einfach um.

    Die Kickstarter- und Spieleschmiedeprojekte die ich bisher unterstützt haben waren nie wirklich schlecht, aber selten auch richtig gut. Das viele Spiele später im normalen Handel erhältlich sind, kann zutreffen, muss es aber nicht. Oder sie sind nur sehr schwer zu bekommen und kosten dann schnell das doppelte oder mehr. Von daher bin ich bisher auch noch nicht so verschreckt! Ich war und bin aber auch kein Spieler der sich durch zig Figuren und toller Aufmachung das zehnte Miniaturenbrettspiel ins Regal stellt.

    Mit Cthulhu Wars, Clans of Caledonia, Powerships und wohl auch Rise to Nobility habe ich zum Teil sehr gute Erfahrungen gemacht. Dazu gesellten sich dann schwierige Projekte wie Dark Souls oder spielerisch zwar recht interessante aber von der Sogkraft in meiner Spielgruppe weniger erfolgreiche Spiele (Samhain, Infected, Hexpanse, Frutti di Mare).

    Allerdings habe ich auch Spiele im Handel gekauft die eher floppten (Charterstone, Immortals, Coaster Park).

  • ... die traditionellen Vertriebswege eher auf längere Verkaufsperioden setzen und deshalb vielleicht ein bisschen mehr in spielerische Qualität ohne einmaliges Blendwerk investieren müssen, ...

    Kickstarter ist ja auch für Autoren eine Möglichkeit ihre Version an den Kunden zu bringen, wenn etablierte Verlage reihenweise absagen, oder die Kalulation so nicht aufgeht. Hier ist vom Herzensprojekt bis zum gestylten Blender alles drin.


    Wenn mal die All-In Preise sieht, so stelle ich mir auch die Frager, ob man so einen Betrag auch im Laden auf den Tische legen würde. Zumal die Spielqualität doch sehr unterschiedlich ist. Da brennt dem einen oder anderen doch manchmal die Sicherung durch und es wird gekauft, als wenn es kein Morgen gibt.


    Die Kickstarterprojekte laufen für mich eigentlich nur hier und in zwei anderen Foren ab. D.h. ich werde hier darauf aufmerksam und verfolge dann die Kommentare dazu. Die meisten Titel könnte ich wegen der englischen Sprache, komplexen Regeln oder langen Spieldauer nicht in meiner Spielegruppe unterbringen. Bei dem einen oder anderen Titel lockt es mich schon, aber sie würden wahrscheinlich nur im Regal vertauben. Blood Rage habe ich mir seinerzeit günstig im Retail zugelegt.


    Ich wundere mich auch, das die hier genannten Kickstarterprojekte auch alle mehr oder minder liefern. Totalausfälle scheint es wohl nicht zu geben.


  • Mir würde es im Traum nicht einfallen, etwas zu unterstützen nur um denen etwas gutes zu tun.

    Dafür ist das in meinen Augen der falsche Kontext. Hier geht es um Ware gegen Geld.

    Aber das muss jeder so handhaben wie er mag.


    OT


    MfG

    fleXfuX

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