Solo-Varianten: dauerhafter Trend oder temporäre Mode?

  • [Mod] aus [2011] Core Worlds

    Ich wundere mich auch immer wieder über zahlreiche Varianten auf BGG, wo zwanghaft versucht wird aus Spielen ein Solo-Spiel zu machen...

    Mich wundert das nicht. Solospielen ist keine Mode, die wieder verschwinden wird, sondern ein allgemeiner Trend in unserem Hobby.

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  • [Solospielerei]

    Da würde ich eher sagen, ein neues Hobby, mit meinem Hobby hat das wenig zu tun.

    Ich kann auch mit der Solospielerei wenig bis gar nichts anfangen. Persönliche Meinung: wenn überhaupt solo, dann eher noch Computerspiel, da habe ich den Aufbau-, Abbau- und Verwaltungsaufwand nicht, der im Solo-Brettspiel allzu leicht dominant werden kann. Aber jeder wie er möchte.


    Trotzdem ist mir die Einstellung, dass das Solo-Brettspiele-Hobby wenig mit dem traditionellen Mehrspieler-Brettspiel-Hobby zu tun hätte, dann doch deutlich zu fundamentalistisch. Das Spielerlebnis ist sicher anders, aber alles hängt zusammen. Ein Beispiel, wo der Solotrend schon einen großen Einfluss entfaltet hat, ist die Crowdfunding-Welt. Da wird mittlerweile von den Machern fast schon erwartet, dass sie einen Solo-Modus anbieten. Auch außerhalb davon geht es bei teureren Spielen in diese Richtung (Beispiel: Gaia Project). Das zahlst du dann mit, ob du es willst oder nicht.

  • Offizielle Solo-Modi sind in der Regel etwas besser und vor allem intensiver getestet als inoffizielle Automa-Varianten auf BGG, aber einen prinzipiellen Unterschied sehe ich da nicht, insbesondere wenn es sich um eher ältere und/oder unbekanntere Spiele handelt, bei denen der Verlag den Zusatzaufwand für eine Solovariante berechtigterweise scheute. Core Worlds halte ich grundsätzlich für nicht weniger solo-kompatibel als viele andere Spiele, von denen es offizielle Solovarianten gibt.


    Meiner Meinung nach gibt es nur sehr wenige Spiele, bei denen eine Soloversion grundsätzlich kaum möglich ist. Dass das ggf. einen nicht unerheblichen Arbeisaufwand erfordert (sowas wie ein Gaia Project Automa entsteht nicht mal schnell in einer Woche...) und dass dann ggf. sich das Spielerlebnis vom Mehrspielerspiel fundamental unterscheidet, das ist mir auch klar. Ebenso dass in Foren wie BGG die meisten Varianten (nicht nur Solo!) mehr oder weniger ungetesteter Schrott sind. Auch klar. Aber grundsätzlich ist fast alles Solo-kompatibel und mit ein bisschen Vorab-Selektion und Ausprobieren kann man sicher auch über BGG & Co gute Solo-Varianten finden. Und wenn jemand meint, auf BGG Solo-Varianten von Nicht-Solo-Spielen postet zu müssen, dann ist meine grundsätzliche Einstellung ein: "soll er/sie ruhig machen..."

  • Es gibt auch richtig gute inoffizielle Solo-Varianten, in denen sehr viel Arbeit steckt.

    Spontan fällt mir die Solo-Variante zum Star Wars LCG ein.


    Bei Netrunner hingegen waren die Varianten nicht überzeugend. Hier stelle ich mir es auch sehr schwer vor, eine passende Variante zu basteln.



    Zum Thema:
    In meiner Spielgruppe käme das Spiel wahrscheinlich nicht an, da es zu viel Einarbeitung braucht. Wenn man selten zusammen kommt und dann Abwechslung haben möchte....

    Ich könnte mir aber vostellen, dass mir eine online Version gefallen könnte. Gibt es aber nicht, oder?

  • Ich glaube da treffen unterschiedliche Meinungen aufeinander - ICH bin der Meinung, dass es eben erstaunlich Einsteigerfreundlich ist, weil es wenig Sonderregeln aufweist, und die Grundstruktur einfach ist. Aber GERADE weil es (wenn man selten zusammenkommt) VIEL Abwechslung bietet, scheint es sich mit für deine Anforderung eigentlich gut zu eignen. Andere werden mir hier sicher widersprechen ... :D

    Spielst du mit Basis und 1. Erweiterung braucht es keine "Einarbeitung" wenn du mich fragst. Mit der 2. Erweiterung sieht es dann schon anders aus - aber das gilt für fast jedes Spiel ...

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    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • für mich ist das Fundamentale eben das Menschliche am Spielen

    100% Zustimmung.


    Trotzdem. Früher habe ich auch gedacht: "Der ganze Solo-Quatsch interessiert mich nicht die Bohne, das läuft alles parallel neben mir her." Innerlich denke ich immer noch ziemlich ähnlich, aber ich kann mittlerweile anerkennen, dass Solo für den Brettspiel-Markt unglaublich wichtig geworden ist. Solo-Varianten sind das, was Crowdfunding-Projekten für 100+ Dollar die Finanzierung sichert, weil es vielen Unterstützern erlaubt, das Spiel guten Gewissens zu backen, Motto: "Wenn ich schon keine Mitspieler dafür finde, könnte ich es wenigstens alleine spielen."


    Ein Verlag wie Feuerland kauft sich z.B. ein Solomodul für Gaia Project bei dem/den Scythe-Automa-Entwickler(n) ein und spendiert noch extra-Solo-Spielmaterial, wo Spielverlage eigentlich ein Interesse haben, die Komponentenliste klein zu halten. Das bezahlen alle Gaia Project Käufer mit. Solo ist eben ein riesiger Markt geworden. Womöglich ist's ein Aufblasen der Blase kurz vorm Platzen für diejenigen, die nicht wissen wohin mit ihrem Geld, weil Solo eigentlich nicht das liefern kann, was Brettspiele ausmacht (jedenfalls für mich und dich und viele andere), aber sei es wie es sei. Auf Solo rumzuhacken und sich darüber lustig zu machen, dass viele Leute Solo-Varianten für Nicht-Solo-Spiele entwickeln und auf BGG posten, halte ich für nicht mehr zeitgemäß.

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  • Manchmal ist es nicht ganz klar, ob es ein Markt ist, oder man es als Feature braucht, um es als Feature zu haben oder weil es tatsächlich genutzt wird. Die Feature-Blase ist ja nichts ungewöhnliches oder unbekanntes. Es gab in den letzten 20 Jahren mehrere solcher Blasen in der Videospielbranche. Ich halte die regelrechte Überschwemmungen mit Solo-Varianten für eine ebensolchen Blase, die hauptsächlich Marketing relevant sind.

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  • Zitat

    (...) Auf Solo rumzuhacken und sich darüber lustig zu machen, dass viele Leute Solo-Varianten für Nicht-Solo-Spiele entwickeln und auf BGG posten, halte ich für nicht mehr zeitgemäß.

    Das hätte noch nie zeitgemäß sein dürfen, falls es das je war. :) Da sind wir uns einig.

  • Ich halte die regelrechte Überschwemmungen mit Solo-Varianten für eine ebensolchen Blase, die hauptsächlich Marketing relevant sin

    Kann sein, oder halt nicht...

    Oder es ändert sich z.B. das Umfeld von Spielern und sie finden keine Mitspieler (in der Häufigkeit) wenn sie halt nicht nur einmal die Woche spielen möchten.

    Für mich ist Solo oder die Möglichkeit ein Spiel so GUT spielen zu können, ein rießen Gewinn... hätte ich mir vor 10 Jahren auch nicht träumen lassem...

    oh ich bezweifle nicht, dass es nicht genutzt wird. Das schließt sich ja nicht gegenseitig aus.

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  • Ich sehe da einen Unterschied, wenn ein Spiel einen solchen Modus anbietet, als wenn versucht wird es einem Spiel ohne solchen Modus aufzuzwingen.

    Gut; aber inwiefern tangiert Dich das?

    "Aufzwingen" ist ein für mich falscher Ausdruck - er impliziert nämlich, dass ein Spiel einen (freien) Willen hätte. Hat es aber nicht. Du kannst mit dem Spiel machen, was Du willst. Auch mit Schokopudding übergießen und den Trend "Puddingamer" kreieren...

    Die heutige Zeit ist nun mal davon geprägt, dass viele Menschen durchaus Zeit haben - aber eben nicht immer zur selben Zeit und nicht immer für dasselbe Hobby. Und während ein Computerspiel durchaus auch hohe Investitionen erfordert, kann ich ein Brettspiel, welches ich ohnehin schon besitze und gerne spiele, so ohne Mehrkosten auch mal solo spielen. Das Bedürfnis kann ich gut verstehen...

  • Ob das ein Trend ist oder nicht kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass solo MIR die Möglichkeit eröffnet Spiele noch häufiger zu spielen. Mit Mitspielern spiele ich 1-4 mal pro Woche. Solo könnte ich nun immer, jeden Tag spielen ich finde das großartig.

    Das erste Mal habe ich mich mit #GermanRailroads solo beschäftigt. Da gibt es einen Solo-Mechanismus, der ganz okay ist. #ClansOfCaledonia spielt sich solo auch ganz nett. Ich denke, man merkt schon wie viel Arbeit in diesen Solovarianten steckt wenn man sich im Vergleich zu den zwei genannten Spielen mal #GaiaProject ansieht. Dort ist der Solomechanismus richtig gut gemacht. Da steckt schon viel Hirnschmalz drin und man bekommt als Spieler viel geboten in der Soloversion. Es ist annährend mit einer "richtigen" Zweispielerpartie vergleichbar. Ganz hervorragend!


    Keine Ahnung wie der Verwaltungsaufwand bei anderen Spielen ist, aber bei den 3 genannten Spielen finde ich den absolut okay. Maximal 10 Minuten Aufbau für ca. 80 Minuten Spielspaß (Gaia) sind ein Verhältnis wie bei einer Mehrpersonenpartie.

    "Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge!" (Kurt Marti)
    Top 12:
    1 Gaia Project — 2 Mombasa — 3 Nippon — 4 Auf den Spuren von MP — 5 Tzolkin — 6 Orleans

    7 Bora Bora — 8 Trajan — 9 Great Western Trail — 10 Concordia — 11 Lorenzo der Prächtige — 12 Caylus

  • Zwischen Leuten, die der Geselligkeit wegen spielen, und Leuten, die des Spielen wegens spielen, wird es nie eine Einigung geben.


    Interessant aber, dass manche es zu „ihrem“ Hobby deklarieren. Interessant auch, dass das Gemotze immer nur aus einer Ecke kommt. Ich kenne keinen Solospieler, der Leuten, die der Geselligkeit wegen spielen, permanent erzählt, dass „ihr Modus“ keine Berechtigung hätte oder Blödsinn sei. Oder gar überflüssig und aufgezwungen oder sonstwas


    Edit: Die steigenden Zahlen der Solo-Community sagen übrigens was völlig anderes. Als ich angefangen hab, gab es in D genau eine Seite zu Solospielen, nämlich meine. Mittlerweile kann ich 15 Seiten/Blogs aufzählen, die regelmäßig über Solospiele berichten. Zufall? Auch die Community auf BGG wird nicht kleiner und fast jedes 2. Spiel hat mittlerweile einen Solomodus. Zufall? Oder tragen die Verlage der Nachfrage einfach Rechnung?


    Jeder soll doch spielen, wie er lustig ist.

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  • Ich kenne keinen Solospieler, der Leuten, die der Geselligkeit wegen spielen, permanent erzählt, dass „ihr Modus“ keine Berechtigung hätte oder Blödsinn sei. Oder gar überflüssig und aufgezwungen oder sonstwas

    Oder den Mit-Mehr-Spielern erzählt, dass man 'ihren' Modus gegen seinen Willen mitbezahlen muss, obwohl man da ja gar kein Interesse dran hat ... :)

  • Solo könnte ich nun immer, jeden Tag spielen ich finde das großartig.

    Wunderbar! Herzlich Willkommen in der Feature-Blase! Das wollte ich hören - das Wort das hier wichtig ist, ist "könnte". Du findest es toll, dass das Spiel dir das ermöglicht, EVENTUELL mehr zu spielen. EIn tolles Feature für dich, dass du großartig findest. Und voila, ein weiterer Kaufgrund für dich. Das nennt man auch ein Feature. Ich behaupte ja einfach nur, dass die tatsächliche Anzahl Leuten, die das WIRKLICH nutzen im Vergleich zur wahrlichen Überschwemmung mit Solo-Modi, verschwindend gering ist. Klar werden das einige nutzen, aber für die meisten wird es genau so sein, wie für dich.

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    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Ich behaupte ja einfach nur, dass die tatsächliche Anzahl Leuten, die das WIRKLICH nutzen im Vergleich zur wahrlichen Überschwemmung mit Solo-Modi, verschwindend gering ist. Klar werden das einige nutzen, aber für die meisten wird es genau so sein, wie für dich.

    Das ist nicht mein Eindruck, denn ich mir die diversen Threads auf BGG ansehe. Da kommt der Verweis auf Solospiele relativ häufig, und durchaus auch von Leuten, die ausschließlich solo spielen.

    Hast du irgendwas, um dieses 'Gefühl' von dir zu untermauern?

  • Jap, sie ist gemessen an der Zahl der Mehrspieler gering


    Aber wenn es sich finanziell nicht lohnen würde, würde kein Verlag solche "Features" rausbringen. So gering kann die Zahl der Solospieler also gar nicht sein ;-)


    Abgesehen davon: wo ist denn das Problem? Ist das Mehrspielerspiel irgendwo in irgendwelchen Statuten manifestiert? "Spiele dürfen nur mit 2+ Personen gespielt werden?"


    Solospieler haben keine Freunde und sind blöd? Solospiele sind gar keine Spiele sondern Puzzle? Sorry, da geht mir die Hutschnur hoch. Als ob manche Leute hier das Spielen für sich gepachtet hätten. Genauso dieses ständige Gebashe gegen Ameritrash-Spieler: "Wir Eurogamer teilen uns das Plättchenverteilen ja auf!"


    ... ja genau, wir Ameritrash-Spieler sind auch so klotzig, dass wir auf so eine Idee gar nicht gekommen wären ... also dass derjenige die Plättchen/Karten/Minis verteilt/verschiebt, der den kürzesten "Arbeitsweg" hat


    Einige halten sich hier echt für extrem schlau :rolleyes:

  • Ben2 :

    Aus Sicht der Verlage ist es völlig egal, ob das Solo Feature genutzt wird oder nicht. So lange es genügend Kunden haben wollen und auch bezahlen, wird es zunehmend eingebaut werden.


    In der heutigen Zeit kommen Brettspiele doch oftmals nur 1 bis 2 mal auf den Tisch, dann gibt es das nächste heiße Ding und es findet sich kein Mitspieler mehr für das alte Spiel. Viele Leute unterstützen mehr Spiele auf Kickstarter, als sie jemals spielen könnten. Da macht ein Solo Modus natürlich Sinn, dann kommt der Sammler vielleicht dazu, die Wall of Shame abzuarbeiten.

  • Da könnte man ja als Solo-Spieler auch die These aufstellen:

    Spieler, die lieber in Gesellschaft spielen, sind arme Würstchen, weil das Einzige, was sie noch im Leben haben die Genugtuung ist, andere in einem konstruierten Szenario (Gesellschaftsspiel) zu "besiegen" - während der "Solospieler" alleine seinen Geist an ausgefeilten Mechaniken eines komplexen Puzzles wetzt.


    Könnte man. Tue ich explizit nicht. Ich will damit nur sagen, dass es meiner Meinung nach falsch ist, den Solo-Spiele(r)n den gesellschaftlichen Aspekt des Solo-Spielens abzusprechen - denn wie man bei BGG (und auch bei Unknowns) sehen kann, findet ein reger Austausch zwischen Solo-Spielern über Solo-Spiele statt. Wenn DAS mal nicht gesellig ist?!

    Dagegen zu Hause am PC zu sitzen und ein Computerspiel (ohne Mehrspielermodus) zu spielen - das ist eben nicht gesellig. ;-)

  • Ben2 :

    Aus Sicht der Verlage ist es völlig egal, ob das Solo Feature genutzt wird oder nicht. So lange es genügend Kunden haben wollen und auch bezahlen, wird es zunehmend eingebaut werden.


    In der heutigen Zeit kommen Brettspiele doch oftmals nur 1 bis 2 mal auf den Tisch, dann gibt es das nächste heiße Ding und es findet sich kein Mitspieler mehr für das alte Spiel. Viele Leute unterstützen mehr Spiele auf Kickstarter, als sie jemals spielen könnten. Da macht ein Solo Modus natürlich Sinn, dann kommt der Sammler vielleicht dazu, die Wall of Shame abzuarbeiten.

    Das ist ja genau das was ich gesagt habe :D

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  • Jap, sie ist gemessen an der Zahl der Mehrspieler gering


    Aber wenn es sich finanziell nicht lohnen würde, würde kein Verlag solche "Features" rausbringen. So gering kann die Zahl der Solospieler also gar nicht sein ;-)

    Ihr ignoriert mein Argument - ich sage es ist ein Feature, dessen Existenz den Verkauf fördert - eben auch Argumenten heraus, wie das von Baseliner - das bedeutet aber eben nicht, dass es auch viel genutzt wird.

    Weder schaue ich auf Solospieler herab, noch werte ich Mehrspieler auf. Ich sehe es aber dennoch ein klein wenig wie HDScurox , insofern als dass ich sage, dass viele Spiele extra eine Solovariante bekommen, um den Verkauf via Featureangabe zu fördern, nicht weil sie so häufig genutzt wird.

    Ich bin auch der Meinung, dass hier in der sowieso schon monitär sehr augereizten Brettspielszene es vielleicht besser wäre, nicht Material und Zeit in Solovarianten zu stecken. Verständlich, weil Verkaufsfördernd ist es sicherlich. Vor allem, wenn man es dann auch gleich noch "Automa" nennt. Uuuh, dass hört sich gleich viel cooler an als "Solovariante".

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    Einmal editiert, zuletzt von Ben2 ()

  • Was bei dieser ganzen Diskussion vollkommen ignoriert wird, ist die Tatsache, dass die Grenzen längst verschwimmen. Es gibt gar nicht mehr nur Schwarz und Weiß.

    Mein erstes Zusammentreffen mit der Automa-Funktion von Scythe war, als wir zu viert inklusive einem Automa-Spieler gespielt haben. Und übrigens gegen ihn/sie verloren haben.

    D.h. die rasanten Fortschritte, die 'kartengetriebene KI' (auch wenn manche Leute sich dagegen wehren, den Ausdruck 'Intelligenz' zu benutzen - vielleicht ist 'Automa' da wirklich besser), in den letzten Jahren gemacht hat, wirken sich für manche Leute durchaus auch auf Multiplayer-Spiele aus.

  • Ich finde diesen Ansatz, dass eine Solovariante ein "Feature" ist im o.g. Sinne ganz gut. Daran habe ich zuvor auch noch nicht gedacht. Ich glaube aber das könnte sich mit diesem Unknowns-Spruch "brauch ich nicht, hab hundert andere (hier: Solo-) Spiele" irgendwann erledigen und die Schwemme an mit diesem Feature versehenen Spielen ebbt dann ab...


    Wär ja mal interessant, was etwa Entwicklung des Gaia Project Automas durch Automa Factory gekostet hat (hat mich aber nicht von einem Kauf abgehalten, würde es auch künftig nicht). Ich erwarte aber auch keine Antwort ;)

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass der Anteil an reinen Solo-Spielen sich weiterhin halten, aber vergleichsweise gering bleiben wird. Der Solo-Modus als Feature ist dagegen momentan Trend und für mich eine nette Beigabe zu ausgewählten Spielen. Ein erzwungener Solo-Modus bringt niemandem etwas.

    Ich kann mich der Aussage von Baseliner anschließen, indem ich sage, dass ich jeden Tag solo spielen 'könnte'. Allerdings liegt das vor allem an fehlenden Mitspielern unter der Woche, zu geringem Interesse derselben an ausgewählten Spielen (HDR finden alle klasse, an intensivem Deckbau hat aber keiner lange Lust -> solo) oder zuletzt auch einfach mal ein entspanntes, kurzes Abenteuer am Abend.

  • Was Mutter sagt... Automata trifft es in der Tat besser, da eine "Intelligenz" ja auch die Fähigkeit des Lernens beinhaltet - was so ein Automata ja in der Art, wie er bisher angeboten wurde, nicht kann.

    Aber zunehmend gibt es ja auch (Companion) Apps, die den Part eines Mitspielers am Tisch übernehmen und somit Solo-Spiele ermöglichen.

    Bestes Beispiel sind da wohl die Apps für #ImperialAssault und #Descent, mit denen der Overlord ersetzt wird...

  • Gut funktionierende Solovarianten bereichern ein Spiel und können für den ein oder anderen durchaus ein Kaufargument sein. Ganz anders verhält es sich natürlich bei den reinen Solospielen, hier gibt es einen stabilen Markt - allerdings mit Fokus auf Wargames.

    #GaiaProjekt scheint ja so ein Kandidat zu sein, wie Baseliner immer wieder berichtet. Ohne diesen Modus hätte er vermutlich noch nicht so viele Partien zocken können. Manchmal fehlt´s einfach an Leuten oder Zeit, dann ist es doch gut ohne aus dem Haus zu müssen seinem Hobby frönen zu können.

    Ich z.B. teste gern mal bei #TerraformingMars eine "Fanmade-Corporation" im Solomodus aus. Damit läßt sich gut beurteilen, ob diese was taugt oder nicht. Somit erspart man sich Frust in der "normalen" Spielerunde. Ab und an mal zu Hause (Frau ist auch besänftigt, da man nicht schon wieder irgendwohin zum spielen fährt) einen reinen Solotitel, ist doch wunderbar.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Wenn es nicht genutzt würde, wäre es kein Feature/Verkaufsargument. Dann würden doch gar nicht mehr Spiele verkauft

    Doch klar - wie etwa die 3D-Funktion von einem Fernseher. Wie viele nutzen die? (Mittlerweile ja sogar wieder eingestellt).


    Aber ist doch toll, wenn du drauf schreiben kannst. "Mit revolutionärer 3D-Funktion!"

    Das kann ich auch weiter fortführen. Wie viele Spieler werden bei GTA alle 2000 Nebenmissionen erfüllen. Aber WOW - 2000(!!) Nebenmissionen. Das kannste dir fett auf die Schachtel schreiben.

    Wie viele Spieler werden Gloomhaven durchspielen, von denen die es gekauft haben? Aber WOW 90 Missionen!


    Natürlich wird das genutzt, aber der Großteil wird es kaufen, weil es ANGEPRIESEN wird, nicht weil er tatsächlich nutzt.


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  • Natürlich wird das genutzt, aber der Großteil wird es kaufen, weil es ANGEPRIESEN wird, nicht weil er tatsächlich nutzt.

    Allen Brettspiel-Foren nach zu urteilen kaufen auch sehr, sehr viele Menschen Spiele, weil auf den Schachteln angepriesen wird, man könne sie mit anderen Menschen spielen - nur, um sie dann ungespielt auf den 'pile of shame' zu legen. Was ist also dein Argument? ;)

  • Natürlich wird das genutzt, aber der Großteil wird es kaufen, weil es ANGEPRIESEN wird, nicht weil er tatsächlich nutzt.

    Allen Brettspiel-Foren nach zu urteilen kaufen auch sehr, sehr viele Menschen Spiele, weil auf den Schachteln angepriesen wird, man könne sie mit anderen Menschen spielen - nur, um sie dann ungespielt auf den 'pile of shame' zu legen. Was ist also dein Argument? ;)

    Ich nehme das mal so an, wie es wohl gedacht ist - spaßig - und nicht als ernsthaftes Argument ... Aber das ist ja ein universelles Argument. Während ich zwar keinen PoS besitze, habe ich gewiss eine zu volle Steam-Bibliothek :D


    Das Menschen mehr Interesse an Potential haben, als an tatsächlichem Nutzen ist ja hinfällig dokumentiert. "The next best thing" ist ja immer besser ....

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    Einmal editiert, zuletzt von Ben2 ()

  • Kann ich dir nicht sagen, ich kann kein 3D sehen. Aber für gewöhnlich kaufe ICH Sachen danach, was ich nutze. Ich hab z. B. eine stinknormale Pad-Kaffeemaschine weil ich nur Kaffee trinke, der den Namen nicht verdient und wo das Wasser mal aus 100m Entfernung ne Bohne gesehen hat. Mahlwerk, Espresso oder Kakao? Brauch ich nicht...


    Ich beschwer mich aber auch nicht, weil das Ding 2 Tassen gleichzeitig machen kann, obwohl ich nur 1 Tasse brauche.

  • Kann ich dir nicht sagen, ich kann kein 3D sehen. Aber für gewöhnlich kaufe ICH Sachen danach, was ich nutze. Ich hab z. B. eine stinknormale Pad-Kaffeemaschine weil ich nur Kaffee trinke, der den Namen nicht verdient und wo das Wasser mal aus 100m Entfernung ne Bohne gesehen hat. Mahlwerk, Espresso oder Kakao? Brauch ich nicht...


    Ich beschwer mich aber auch nicht, weil das Ding 2 Tassen gleichzeitig machen kann, obwohl ich nur 1 Tasse brauche.

    Ich habe mich darüber auch nicht beschwert, ich habe nur versucht meine Sichtweise zu diesem Thema zu erläutern und eine Entwicklung in einen Kontext zu bringen.


    Im Normalfall bekommt man es übrigens mit, wenn ich mich beschwere :D

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    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Wenn es nicht genutzt würde, wäre es kein Feature/Verkaufsargument. Dann würden doch gar nicht mehr Spiele verkauft

    Doch klar - wie etwa die 3D-Funktion von einem Fernseher. Wie viele nutzen die? ...


    Ich. Regelmäßig von Bluray, einfach nur klasse! Meine Tochter auch. Oder back topic... nicht von sich auf andere schließen.

    Hartmut (spielt nie solo, stört sich aber auch nicht an der Option und eventuellen Mehrkosten)

    "So viele Spiele... wann hast Du denn damit angefangen?" - "Wann hast Du damit aufgehört?"

  • Wenn es nicht genutzt würde, wäre es kein Feature/Verkaufsargument. Dann würden doch gar nicht mehr Spiele verkauft

    Doch klar - wie etwa die 3D-Funktion von einem Fernseher. Wie viele nutzen die? ...


    Ich. Regelmäßig von Bluray, einfach nur klasse! Meine Tochter auch. Oder back topic... nicht von sich auf andere schließen.

    Hartmut (spielt nie solo, stört sich aber auch nicht an der Option und eventuellen Mehrkosten)

    Ich habe so ein wenig das Gefühl, wir drehen uns im Kreis. Das ist doch genau einer meiner Kernthesen - das was ich sage - NICHT von sich auf andere schließen.

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