Meine TOP 20 Worker-Placement-Spiele

  • Worker-Placement ist bei Brettspielen ja sehr beliebt und es gibt jede Menge Genrevertreter.

    Ich hatte jetzt mal Lust, meine TOP-20 dieser Spiele hier aufzulisten.

    Habe natürlich alle schon mehrfach gespielt und je höher in der Liste desto öfter und lieber.

    Bis auf die Plätze 19 & 20 besitze ich auch alle Spiele selber.

    Und es ist faszinierend, dass sich doch hier auch immer wieder Varianten mit neuen Mechanismen und interessanten Themen finden.

    Wie jede Liste, ist meine natürlich auch völlig subjektiv, manches, was vielleicht hier fehlt, ist meinerseits noch ungespielt oder unentdeckt.

    Wer mag kann gerne kommentieren, ergänzen oder eigene Listen vorschlagen.

    Ich bin gespannt.


    Los gehts...


    20. #Champions of Midgard

    Schönes Wikingerthema, einiges an Varianz. Habe es einige Male gern mitgespielt, aber besitze es selbst nicht. Mal schauen, ob ich bei deutschen Version der Spieleschmiede schwach werde und es mir doch noch zulege.


    19. #Anachrony

    Durchaus innovatives Zeitreisethema und ein spannender Mechanismus mit den Arbeitern, die man hart oder sanft zum Einsatz motiviert. Das Zusatzset mit den schicken Anzügen schafft mächtig Atmosphäre. Würde ich jederzeit wieder mitspielen, aber nicht selbst kaufen.


    18. #Targi

    Das Zwei-Spieler-WP schlechthin. Angenehme Spieltiefe bei relativ kurzer Spieldauer. Die Erweiterung ist nett, aber kein Pflichtkauf. Wer viel zu zweit spielt, für den ist das Spiel ein Must-Have.


    17. #Agricola

    Nein, ich bin kein Rosenberg-Fan, deshalb ist dieses Spiel auch relativ weit hinten, aber dieser Klassiker darf natürlich in so einer Liste nicht fehlen. Aufgrund der vielen Karten gibt es viel Varianz und jedes Mal ein ganz neues Spiel. Genau deshalb ist auch #Caverna für mich völlig langweilig.


    16. #Outlive

    Ich mag das postapokalyptische Thema und die Möglichkeit, sich seinen eigenen Bunker zu gestalten mit unterschiedlichsten Spezialeffekten. Hat mir Spaß gemacht - am besten zu viert.


    15. #RäuberderNordsee

    Schönes Spiel mit interessantem Ein-Worker-Mechanismus, bei dem man genau überlegen muss, in welcher Reihenfolge ich wo meinen Wikinger hinsetze und wegnehme. Die Erweiterungen sind empfehlenswert und machen das Spiel noch besser.


    14. #TheManhattanProject

    Das originelle Thema ist klasse, aber zugleich ein Fluch, denn nicht jeder möchte Atombomben bauen. Spielerisch grandios, hoch interaktiv und immer wieder toll. Ach, wenn es doch nur öfter auf den Tisch käme.


    13. #Lancaster

    Meine höherrangigen Ritter verdrängen untergeordnete, meine Knappen unterstützen mich beim halten meiner Burg. Mit diesem Spiel habe ich schon viele schöne Spielestunden erlebt. Hier gilt: Je mehr Spieler, desto besser wird das Spiel. Mit der BigBox und allen Erweiterungen, gibt es noch mehr Möglichkeiten und Varianz.


    12. #Automania

    Wir konstruieren Autos und müssen je nach Nachfrage unterschiedliche Modelle bauen, um bei der Kundennachfrage die Nase vorn zu haben. Ein schönes Thema und tolles Spiel, das auch Gelegenheitsspieler anspricht und hohen Aufforderungscharakter hat. Echt klasse.


    11. #Viticulture Essential Edition

    Noch so ein Klassiker, der in keinem gut sortierten Spieleregal fehlen sollte. Auch hier gilt, was schon für #Agricola galt: Die vielen tollen Besucherkarten bringen sehr viel Abwechslung und ermuntern für jedes neue Spiel die Lust am Entdecken neuer Strategien. Dieses Spiel ist übrigens auch zu sechst sehr gut spielbar!


    10. #Trickerion

    Ja, hat es bis in meine TopTen geschafft und das mit Recht. Das innovative Thema der Bühnenzaubererer und die herrlich komplexen Mechanismen finde ich klasse. Die geheime Ortswahl der Worker über die Karten bringt viel Taktik ins Spiel und die vielen Möglichkeiten und unterschiedlichen Mitarbeiter bieten ein Füllhorn an Ideen und Wegen zum Sieg. Mit der Zwei-Spieler-Erweiterung nun auch zu zweit gut spielbar.


    9. #ChimeraStation

    Wie abgefahren ist das denn? Worker, die wir selber zusammenbauen und unterschiedlich gestalten können. Toll gemacht und ein haptisches Erlebnis mit einem sehr spannenden Spiel. Da stört das eher draufgeklatschte Thema (wir bauen eine Raumstation) und die hässliche Grafik eher wenig.


    8. #AveRoma

    Das dürfte manche überraschen, denn das Spiel scheint mir etwas untergegangen zu sein. Zu Unrecht! Originell sind hier die weißen, von 1-5 durchnummerierten Worker, die keinem Spieler speziell gehören und nach bestimmten Regeln von unterschiedlichen Spielern gesetzt, bzw. wieder genommen werden können. Das ist ein toller Mechanismus und ein echter Brainburner, denn auf manchen Feldern sind Einser gut, während andere wieder eher hohe Zahlen benötigen. Genial gemacht und durchaus interaktiv. Insgesamt geht es um das Sammeln von unterschiedlichen Sets, die wiederum neue Fähigkeiten und Siegpunkte freischalten. Viele unterschiedliche Erweiterungsmöglichkeiten bringen noch mehr Möglichkeiten.

    Eine echte Empfehlung für Freunde dieses Genres. Kleines Manko: Hohe AP-Gefahr.


    7. #Tsolkin

    Und wieder ein Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen darf. Der innovative Zahnradmechanismus ist legendär. Was soll ich sonst noch sagen?


    6. #DogsofWar

    Noch so ein Spiel, das von vielen unterschätzt wird. Wer öfter zu fünft spielt, der muss dieses Spiel haben! Mit fünf Spielern entfaltet dieses Spiel einen so grandiosen Spielspaß, wie er selten zu finden ist. Wir sind Söldner und können in Schlachten unterschiedliche Häuser, die gegeneinander kämpfen, mit unseren Feldherrn und Truppen unterstützen. Dabei sammeln wir Wappen der unterschiedlichen Häuser, die am Spielende unterschiedliche Werte haben, je nachdem, wie oft das Haus siegreich war. Wen ich wo unterstütze, hängt von vielen Faktoren ab (manchmal brauche ich einfach die Ressourcen oder Bonustruppen, die mir das Feld bietet, auf das ich meine Feldherrn setze - manchmal will ich einfach als Trittbrettfahrer vom Sieg einer Seite profitieren). Das Spielbrett selbst ist langweilig und unspektakulär, die Feldherrn sind grandios (es ist von CMON!). Das Spiel ist zu fünft eine Wucht, zu viert auch noch toll, aber zu dritt nicht mehr zu empfehlen.


    5. #Calimala

    So einfach und doch so eine Spieltiefe. Calimala ist schnell zu verstehen und doch hochinteraktiv und interessant. Das Thema ist hier freilich nicht der Burner: Wir sind Tuchhändler in Florenz und wollen möglichst viel davon auf Land- und Seewegen in unterschiedliche Städte liefern. Zugleich unterstützen wir den örtlichen Bau von Kirchen und Gebäuden und deren Ausstattung. Um das immer besser hinzubekommen, bauen wir unsere Werkstatt aus um mehr produzieren zu können, bauen neue Schiffe und Kontore in Städten, die wir beliefern wollen. Innovativ ist hier der Einsetzmechanismus, denn ein Feld löst zwei Aktionen aus und nicht nur ich selbst kann diese durchführen, sondern auch bis zu zwei, die bereits vor mir dieses Feld benutzt haben und deren Scheibe dort liegt. Erst die vierte Scheibe löst dann eine Wertung aus, bei der (vorher einsehbar und pro Spiel variabel) unterschiedliche Dinge im Spiel gewertet werden. Das führt zu interessanten Entscheidungen (Wenn ich das mache, dann darf der andere auch und dann würde diese Wertung ausgelöst usw.) Das bringt Riesenspielspaß und gefällt auch Gelegenheitsspielern.


    4. #RajasOfTheGanges

    Noch so ein Feel-good-Spiel, das auch Gelegenheitsspieler gern mitspielen. Wunderschön bebildert wollen wir im alten Indien als Provinzfürsten unseren Einfluss und unser Vermögen mehren. Tolle Idee mit den gegenläufigen Siegpunktleisten (Geld und Ruhm). Sehr befriedigender Ausbau der eigenen Provinz mit Belohnungsfeldern. Schön integrierte Würfel-einsetzressourcen. Angenehme Spieldauer. Immer wieder gerne. Einfach schön.


    3. #Crisis

    Gehört absolut in diese Top 3!

    Ich liebe dieses Spiel. Es ist kompetitiv, interaktiv und hat ein nicht zu unterschätzendes kooperatives Element. Wir wollen im fiktiven fast bankrotten Staat Axia (die Autoren sind Griechen) die Wirtschaft wieder neu beleben und kaufen dafür verschiedene Unternehmen, stellen unterschiedliche Berufsgruppen ein und beginnen Produktionsketten zu bilden, mit denen wir unsere Engine ausbauen. Sind wir zu egoistisch (indem wir zum Beispiel lukrativer etwas auf dem Schwarzmarkt verkaufen) geht es mit der Wirtschaft immer mehr bergab und wir können das Spiel gemeinsam plötzlich verlieren, da jede Runde bestimmte Ziele gemeinsam erreicht werden müssen. Das ganze ist sehr spannend umgesetzt und erfordert eine gute Planung, denn wenn mir Rohstoffe oder Arbeiter fehlen, dann kann es mir passieren, das mein Betrieb diese Runde mal überhaupt nichts produziert, was echt ärgerlich sein kann. Auch die Interaktion, wenn Mitspieler mir eine benötigte Berufsgruppe oder ein lukratives Unternehmen vor der Nase wegschnappen, ist hoch. Hier will jeder jede Runde Startspieler sein. Mein Tipp für alle, die das Spiel (welches z.Zt. nur schwer zu bekommen ist) nicht haben: Ludicreation plant bald einen Reprint per Kickstarter. Unbedingt zuschlagen - es lohnt sich!


    2. #AlienFrontiers

    Und noch ein Klassiker des Dice-Placement. Mit allen Erweiterungen ein klasse Spiel das mir nach wie vor unvermindert Spaß macht. Mein letztes Spiel zu sechst hat allerdings auch eine (für mich nicht allzu große) Schwäche des Spiels offenbart: Die Downtime ist mit so vielen Spielern ziemlich hoch.

    Mich stört das nicht so und ich finde, dass durch die vielen Karten, jedes Spiel immer wieder frisch wirkt. Ich liebe es einfach.


    1. #EmpiresAgeofDiscoveries

    Ach ja, was soll ich sagen. Opulente Ausstattung, sehr viele Möglichkeiten, Worker-Placement, Mehrheitenwertung, wunderbare Spielatmosphäre. Eines meiner absoluten Lieblingsspiele aller Zeiten. Wer kennt diesen grandiosen Klassiker nicht. Dafür könnte man mich jede Nacht aufwecken und ich würde sofort mitspielen. Das Spiel wird immer einen besonderen Platz in meinem Regal haben.

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  • Sehr tolle Idee. Ich wundere mich sowieso, wo hier die TOP100 der Forenprominenz bleiben.


    Die Auswahl finde ich auch interessant. Calimala und Crisis kenne ich nicht, die muss ich vielleicht mal ausprobieren. Da Du ja auch Dice Placement-Spiele drin hast, hätte ich wahrscheinlich auch noch Marco Polo reingenommen. Möglicherweise auch Stone Age.

    Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
    Die Bibel: Johannes 3,16

  • kein Marco Polo, kein Russian Railroads und vor allem kein Caylus? Nun gut, ich kenne ja auch nicht alle Spiel aus der Liste oben, aber die genannten sind doch dem Fan des Worker Placements bestimmt bekannt.

    Ja, diese drei besitze ich tatsächlich nicht und hab sie nie gespielt und kann mir deshalb auch kein Urteil erlauben.

    Ist ja auch kein Anspruch auf Vollständigkeit.

    Marco Polo ist ziemlich weit oben auf meiner Watchlist, aber ich gebe zu, dass mich bisher die krass assymetrischen Charaktere eher abgeschreckt haben. Ich gehe aber davon aus, das das Spiel bei irgendeiner der kommenden Onlinehändler-Rabattaktionen noch den Weg zu mir finden wird.

    Die andern beiden haben mich bisher eher wenig gereizt, man muss und kann ja auch nicht alles haben.

  • Ich hatte jetzt mal Lust, meine TOP-20 dieser Spiele hier aufzulisten.

    Gute Idee!


    Auch ich habe ein Faible für Worker-Placement-Spiele. Deshalb hänge ich mich mal hier an. Ich muss aber zugeben: viele deiner genannten Titel sind mir unbekannt, bzw. habe ich noch nicht gespielt.


    Hier meine persönliche Top-10-Liste:


    1. Agricola

    2. Tzolk'in

    3. Caylus (der Durchbruch der Worker-Placement-Spiele!)

    4. Russian Railroads

    5. Agra

    6. Kanban

    7. Marco Polo

    8. Ein Fest für Odin

    9. Lorenzo

    10. Snowdonia


  • Ich wollte Crisis so gerne lieb haben. Aber der WP-Mechanismus in dem Spiel ist so unfassbar angeschnarcht... Da auch der Rest des Spiels nach 5-6 Partien deutlich abfiel, haben wir es dann leider gehen lassen... Aber so ist jeder Jeck eben anners! :-)


    Ich krieg hecktische Flecken, da #Caylus oder #Egizia fehlen! ;-) Besonders Egizia ist neben #Lancaster und vor allem dem schlicht genialen #VascoDaGama die aus meiner Sicht eleganteste und am besten designte WP-Variante. Jede dieser drei Varianten hat einen eigenen Kniff, der neben dem schlichten Einsetzmechanismus eine weitere, besondere Komponente mit einbindet: Lancaster überzeugt durch WP gepaart mit einem Evo-artgen Bietwettbewerb. Egizia kontert mit dem Zwang an einem Fluss entlang immer flussabwärts einsetzen zu müssen. Vasco da Gama treibt die Spannung mit einem Spielreihenfolge-Mechanismus auf die Spitze!


    Der grandiose WP-Mechanismus in #Florenza mit seiner hirnverknotenden Reihenfolge ist nicht ganz so elegant wie Caylus, dafür aber extrem trickreich und erfordert ein hohes Maß an Planung und steckt alle Spiele im OP (außer Lancaster) locker in die Tasche!


    Wenn es um Dice Placement geht, also einer WP-Variante mit Würfeln, kann der schlichten Eleganz von #BoraBora kaum ein Spiel das Wasser reichen - vielleicht #MarcoPolo oder #Kingsburg noch...


    Besonders lobenswert ist aus meiner Sicht auch #Targi. Toller Einsetzmechanimus mit besonderem Trick!


    Als Geheimtipp möchte ich hier noch #DilluviaProject nennen. Dort hat jeder Spieler einen besonderen Arbeiter, der einen Bonuseffekt auslöst, wenn man ihn als erster auf einem Aktionsfeld einsetzt. Kann also einmal pro Runde einen besonders wertvollen Zug auslösen. Das Spiel dahinter braucht sich vor den Größen der Schublade kaum verstecken. Wenngleich der ein oder andere hier es sicherlich als sehr trocken empfinden würde. Ist halt ein fetter Euro-Brummer. Doch aus meiner Sicht besticht das Spiel durch seine zwei Einsetzphasen: Einmal wird in einem Marktsystem eingesetzt um Bonusplättchen zu kaufen, bevor die eigentliche WP-Phase stattfindet. Mir etwas schleierhaft, warum das Spiel nicht viel mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Aber man steckt halt auch nicht drin. Wie ich sagte: Jeder Jeck is anner! :-)


    Schöne Diskussion!

  • Meine TOP10 Spiele mit Workerplacement aus Kernmechanismus, gefiltert aus BGG, in Klammern die BGG-Note:

    1. Marco Polo (10)
    2. Agricola (9.5)
    3. Robinson Crusoe (8.5)
    4. Dungeon Lords (8)
    5. Olympus (8)
    6. Spyrium (7.5)
    7. Village (7)
    8. Russian Railroads (7)
    9. Tzolk'in (7)
    10. Yedo (6.5)

    (Da ist einiges Prominentes nicht dabei, da vieles schlicht nocht nicht gespielt. Spiele wie Mombasa, die als Nebenschauplatz ein bisschen Workerplacement dabei haben, habe ich nicht genannt.)

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  • Cooler Thread :) Listen sind immer gut. Ich schließe mich mal an, aber ohne Dice Placement (ist eine eigene Kategorie mittlerweile):


    1. Agricola

    2. Ein Fest für Odin

    3. Tzolk'in

    4. Nusfjord

    5. The Gallerist

    6. Trickerion

    7. Lewis & Clark

    8. Charterstone

    9. Agra

    10. Lorenzo il Magnifico

    11. Le Havre

    12. Caverna

    13. Cosmogenesis

    14. Rajas of the Ganges

    15. Francis Drake

    16. Harbour

    17. Stone Age

    18. Haspelknecht

    19. The Ancient World

    20. Aquileia


    noch unentschlossen: Anachrony, Räuber der Nordsee, Wendake

    leider bisher noch komplett ungespielt, aber mit guten Chancen auf die Top 20: Ave Roma, Lancaster, Egizia, Caylus, Yedo, Prêt-à-Porter, Steam Works, Viticulture, Chimera Station, Dinosaur Island


    Calimala ist für mich im Kern eher ein Area Control-Spiel, ich verstehe aber, wieso man es auf die Liste packen könnte :) Crisis soll ja leider zu 100% nicht balanced sein. Dilluvia Project, Vasco da Gama und alle Key-Spiele außer Keyper sind subjektiv potthässlich für mich. Spyrium, Targi, Village, Champions of Midgard und Lords of Waterdeep fand ich meh. Und Automania haben wir trotz Spielspaß hier und da auch sehr schnell wieder verkauft. Erstens sind hier die Regeln schlecht (was passiert z.B. mit einem fertig produzierten Auto ohne Upgrades in Runde 1? Ganz oben auf ein Schiff, obwohl es die Zahl nicht erfüllt? Sondermüll?) und Zweitens ist das Spiel beim allerbesten Willen nicht ausbalanciert: Bei einem WP-Spiel mit verschiedenen "Wegen" finde ich es wichtig, dass die möglichen Pfade untereinander gut ausgewogen sind und dass alle Strategien definitiv zum Sieg führen können unter gleichstarken Spielern. Das geht aber bei Automania nicht. Eine reine Auftragskartenstrategie lohnt sich z.B. überhaupt nicht und wird unter gleichstarken Kontrahenten niemals kompetitiv viable sein. Anders gesagt: jene Karten sind viel zu schwach und hätten auch wegrationalisiert werden können, selbst ohne sie kann man problemlos gewinnen und es bestraft Leute, die das nicht wissen bzw. darauf zu spielen versuchen. Automania ist imho nicht umsonst so schnell von der (inter)nationalen Bildfläche verschwunden. Oft verkauft, in mehreren Adventskalendern verramscht...Tom Vasel bleibt einer der letzten und einzigen Verteidiger I guess. Ich mag das Thema, auch das witzige Artwork holt mich ab, aber insgesamt hätte dem Spiel noch ein wenig mehr Playtesting/Entwicklungszeit wirklich gut getan finde ich. Daher klammere ich das mal gedanklich für mich aus bei deiner Liste ;D

    Lg

  • Mich würde mal interessieren wie oft ihr Spiele aus euren Top 10 pro Jahr spielt? Ich sehe beinahe überall Tzolkin ganz weit oben - in den Wochenthreads finde ich es aber nur ganz ganz selten.


    Mir sind die Kategorien nicht so wichtig, weshalb ich mich auf eine generelle Top 50 beschränke, die ich vielleicht mal hier poste. Meine Top 12 sind ja bekannt ;-)

    "Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge!" (Kurt Marti)
    Top 12:
    1 Gaia Project — 2 Mombasa — 3 Nippon — 4 Auf den Spuren von MP — 5 Tzolkin — 6 Orleans

    7 Bora Bora — 8 Trajan — 9 Caylus — 10 Great Western Trail — 11 Lorenzo der Prächtige — 12 Menara

  • Mich würde mal interessieren wie oft ihr Spiele aus euren Top 10 pro Jahr spielt?

    Bei mir waren es dieses Jahr bisher glaube ich 4 der 5 Titel aus den Top5 (ca. 3-5 Partien Marco Polo, 2x Agricola, 1x Olympus, 1x Robinson). Die restlichen Titel wurden noch nicht gespielt. Tzol'kin und Yedo kamen in einer Spielerunde schlechter an als bei mir, RRR besitze ich selbst nicht. Für Spyrium findet sich ob der kurzen Spieldauer sicher mal wieder eine Gelegenheit, Village wollte ich auch mal wieder "neu entdecken".

  • Wem in meiner Liste Titel abgehen: das ist wahrscheinlich, weil ich sie noch nicht gespielt habe. Allein aus der Eröffnungsliste von thatmountain habe ich die Hälfte noch nicht kennengelernt. Und auch die Definiton, was denn nun WP ist und doch eher was anderes... Egal; hier sind meine Lieblings-WPs (wie ich sie halt verstehe), allerdings gruppiert und nicht einzeln gereiht


    Klasse 1: Tzolkin, Caylus, Village (Port), Agra, Lorenzo, Le Havre

    Klasse 2: Fresko, Wendake, Agricola, Caverna, Rajas of the Ganges

    Klasse 3: Viticulture, Snowdonia, Troyes, Stone Age, Calimala, Russian Railroads

  • Hier meine Empfehlungen (anhand meiner BGG Bewertungen)


    TOP:

    Tzolk'in: Der Maya-Kalender

    Robinson Crusoe: Abenteuer auf der verfluchten Insel

    Empires: Age of Discovery

    Anachrony

    Fresko (nur Big Box, mit allem was geht)


    SEHR GUT:

    Viticulture (nur mit Tuscany)

    Le Havre

    Caverna

    Ruhrschifffahrt 1769-1890 (The Ruhr: A Story of Coal Trade)

    Die Säulen der Erde (mit Erw.)

    Kanban: Automotive Revolution


    GUT:

    Orléans

    Mombasa

    Caylus

    Lords of Waterdeep

    Stone Age

    The Gallerist

    Archipelago

    Village

    Lancaster

    Myrmes

  • Und immer wieder Tzolkin.

    "Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge!" (Kurt Marti)
    Top 12:
    1 Gaia Project — 2 Mombasa — 3 Nippon — 4 Auf den Spuren von MP — 5 Tzolkin — 6 Orleans

    7 Bora Bora — 8 Trajan — 9 Caylus — 10 Great Western Trail — 11 Lorenzo der Prächtige — 12 Menara

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  • Und immer wieder Tzolkin.

    #Tzolkin ist definitv reizvoll. Es sieht toll aus und die unterschiedlichen Strategien durchzuziehen und auszuoptimieren kann sehr spannend sein.


    Tzol'kin ist aber meiner Ansicht nach auch:

    • ein sehr komplexes abstraktes Puzzle (harter "Brainburner") mit dünnem Thema
    • schlecht aus dem Bauch spielbar (wenig intuitiv, einfach etwas aufzubauen gibt nicht notwendigerweise viele Punkte)
    • als starkes Schneeballspiel ohne Aufholmechanismus wenig einsteigerfreundlich - gerade wo der Einsteiger nicht nur weniger Punkte bekommt, sondern auch viel weniger machen darf
    • wird erst auf der Ebene "spielerisch", auf der man die Mechanismen und ihr zusammenspiel gut durchdringt (auch expertenspielerprobte Erstspieler habe ich gewöhnlich eher planlos als neugierig expermentierend erlebt)

    Das alles macht es schwer, das Spiel lohnend auf den Tisch zu bringen.

    Man kann vllt sagen, dass ich Tzol'kin zwar für seinen spannenden mechanismus sehr achte bis bewundere, "Liebe" ist es aber nicht geworden, dafür ist die Beziehung zu distanziert und spröde. :S


    Evtl. bekommt es mit den STämmen aus der Erweiterung etwas mehr "Aufforderungscharakter" und nimmt Einsteiger etwas mehr an die Hand, indem es eine mögliche Richtung aufzeigt?

  • Sehr schöne Zusammenfassung. Es ist wirklich so, dass jeder Spieler - selbst hartgesottene Expertenspieler - an #Tzolkin zunächst scheitern. Ich erinnere mich an meine erste Begegnung im Jahr 2012 als 4 Vielspieler (darunter ein Redakteur und 2 Spieleautoren) Tzolkin spielten. Danach meinten sie, das Spiel wäre eine Enttäuschung weil man kaum an Rohstoffe käme und die Monumente unmöglich zu bauen wären. Daraufhin hatte ich es nicht mehr beachtet, bis ich endlich vor 2 Jahren doch mal genauer hingeschaut habe und es dann - zum Glück - endlich selber bestellt habe.


    Nur in dem Punkt "Liebe" bin ich anderer Meinung. Wenn man ein paar Partien gespielt hat UND bereit ist das Spiel zu ENTDECKEN, dann wird tatsächlich Liebe draus. Ich finde Tzolkin jedenfalls großartig. Aber eigentlich auch erst nachdem ich auf Boardgame Arena über 100 Spiele gemacht und gesehen habe was in diesem Spiel möglich ist. Kaum ein anderes Spiel hat so eine Spieltiefe. Leider ist auch kaum ein anderes Spiel so wenig Fehler verzeihend.


    Die Erweiterungen machen den Einstieg keinesfalls leichter. Ich werde heute Abend einem befreundeten Pärchen Tzolkin beibringen und werde auf die Erweiterung verzichten. Die beiden mögen #GaiaProject sehr, da bin ich mal gespannt wie ihnen Tzolkin gefällt.

    "Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge!" (Kurt Marti)
    Top 12:
    1 Gaia Project — 2 Mombasa — 3 Nippon — 4 Auf den Spuren von MP — 5 Tzolkin — 6 Orleans

    7 Bora Bora — 8 Trajan — 9 Caylus — 10 Great Western Trail — 11 Lorenzo der Prächtige — 12 Menara

  • Evtl. bekommt es mit den STämmen aus der Erweiterung etwas mehr "Aufforderungscharakter" und nimmt Einsteiger etwas mehr an die Hand, indem es eine mögliche Richtung aufzeigt?

    Je nach Stamm ist das "mögliche Richtung aufzeigen" noch deutlich untertreiben. Es ist oft eher ein "ziemlich genau sagen, was zu tun ist". Insofern sehe ich das zwiegespalten: der Anfänger ist dann sicher nicht mehr völlig planlos, aber es geht auch etwas Reiz der Auswahl verloren, und das bei einer, wenn auch gemäßigten, Steigerung der Regelkomplexität. Ich würde deshalb auch bei Tzolk'in bei meiner allgemeinen Einstellung bleiben, dass man Erweiterungen in Spielen mit Anfängern grundsätzlich weglassen sollte, solange man nicht sehr gute Gründe nennen kann, von dieser Regel abzuweichen.


    Allgemein zu Tzolk'in volle Zustimmung von mir: ich schätze das Spiel, aber Liebe ist's auch bei mir nicht.


  • 6. #DogsofWar

    Noch so ein Spiel, das von vielen unterschätzt wird. Wer öfter zu fünft spielt, der muss dieses Spiel haben! Mit fünf Spielern entfaltet dieses Spiel einen so grandiosen Spielspaß, wie er selten zu finden ist. Wir sind Söldner und können in Schlachten unterschiedliche Häuser, die gegeneinander kämpfen, mit unseren Feldherrn und Truppen unterstützen. Dabei sammeln wir Wappen der unterschiedlichen Häuser, die am Spielende unterschiedliche Werte haben, je nachdem, wie oft das Haus siegreich war. Wen ich wo unterstütze, hängt von vielen Faktoren ab (manchmal brauche ich einfach die Ressourcen oder Bonustruppen, die mir das Feld bietet, auf das ich meine Feldherrn setze - manchmal will ich einfach als Trittbrettfahrer vom Sieg einer Seite profitieren). Das Spielbrett selbst ist langweilig und unspektakulär, die Feldherrn sind grandios (es ist von CMON!). Das Spiel ist zu fünft eine Wucht, zu viert auch noch toll, aber zu dritt nicht mehr zu empfehlen.


    Ich hatte das Spiel erst einmal zu fünft gespielt, ich fand es zu "taktisch" und leicht chaotisch. Gut- ich habe auch nicht konsequent gespielt,

    die zu ziehende Unterstützungs-/Taktikkarten waren mMn auch nicht ausgewogen.


    Marco Polo kann ich wirklich empfehlen, geht auch relativ schnell (5 Runden).


    Mombasa fand ich ganz am Anfang zu komplex, mittlerweile geht es, werde trotzdem nicht hundertprozentig mit dem Spiel warm.

    An sich ist es auch eher Bagbuilding als Workerplacement..

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