[LCG] Was ist besser: Arkham Horror oder Herr der Ringe?

  • Was spielt ihr lieber? 46

    1. Arkham Horror (14) 30%
    2. Herr der Ringe (14) 30%
    3. Beide gleich gerne (2) 4%
    4. LCG? Teufelszeug! (16) 35%

    Moin,


    ich habe gerade direkt hintereinander das Arkham Horror und Herr der Ringe LCG gespielt (Grundspiele, Erweiterungen sind noch nicht mit eingeflossen)


    Hintergrund: Herr der Ringe ist mein absolutes Lieblingsspiel und ich hatte nach Erscheinen von Arkham Horror gehofft, dass ich Letzteres noch besser finden würde. Für mich persönlich kommt Arkham Horror aber nicht an Herr der Ringe ran. Ich habe die beiden Spiele deswegen mal direkt verglichen, weil ich wissen wollte, wo eigentlich die Unterschiede liegen, weil ja oft gesagt wird, dass die beiden sich stark ähneln.


    Daraus entstand bei Twitter eine Diskussion, die leider aufgrund der Zeichenbeschränkung etwas schwierig war. Ich habe dann dort dieselbe Umfrage gemacht und (für mich) erstaunlicherweise wird Arkham Horror tatsächlich vom Großteil der User bevorzugt, was allerdings zum BGG-Ranking passt (AH Platz 1 Customizable Games, HdR Platz 7). In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die User, die AH bevorzugen, es aus folgenden Gründen bevorzugen:


    - AH ist wesentlich geradliniger

    - HdR ist wesentlich fitzeliger von den Regeln her (Abfolge der Aktionen)

    - Mehr Zufälle bei AH

    - Aktionspunktebeschränkung bei AH. Bei HdR kannst du fast immer alles machen (was dann zu den fitzeligen Regeln führt)

    - AH hat die bessere Story

    - AH hat den besseren Kampagnenmodus

    - HdR ist teilweise unbalanced in den Abenteuern


    Ich kann vielem davon zustimmen, aber gerade die fitzeligen Regeln machen HdR für MICH einfach besser als AH. Weil ich mich da nicht so eingechränkt fühle. Ich kann fast immer alles machen. Und ja, das erfordert manches Mal viel Konzentration, um das regelkonform abzuhandeln. Mit 2 Spielern würde ich da wahrscheinlich auch AH vorziehen. Solo liebe ich aber gerade dieses KNobeln: welche Karte spiel ich wann in welcher Kombination, kann mir da das Spiel noch zwischengrätschen oder nicht?


    Habt ihr beide Spiele gespielt und welches findet ihr besser? Steh ich als Herr der Ringe Anhänger allein auf weiter Flur? WARUM bevorzugt ihr das eine oder das andere Spiel?


    Wer meinen Vergleich (keine Rezension!) lesen möchte, kann das hier tun: Vergleich: Arkham Horror LCG vs Herr der Ringe LCG - Boardgamejunkies

  • ANZEIGE
  • Habe beides gespielt, wobei ich das das HDR LCG seit Erscheinen spiele und liebe. Wenn gleich ich dieses allerdings zu 99% via OCTGN mache und die schönen Karten lediglich zu Events aus der Schachtel kommen.


    Das Arkham Horror LCG wollte ich mögen, habe es angeschafft und am Ende wieder weggelegt. Ich finde es gut, allerdings gefällt mir der Aspekt nicht, dass man niemals mit einem "Sieg" aus dem Abenteuer geht, sondern lediglich mit "weniger Blessuren". Ebenso fehlt mir die Interaktion zwischen den Spielern, wie ich sie vom HDR LCG gewohnt bin, wo dann mal Karten anderen Spielern komplette übereignet werden. Dazu kommt vielleicht auch noch das Setting .. bin mehr bei HDR als bei Lovecraft zuhause.

    Dennoch ist das Arkham Horror LCG nicht schlecht.. keineswegs. Es macht das richtig, was es sein soll.

  • Diese Übereignung gibt es auch bei AH. Nur eben nicht im Grundset. Was ich sehr gut finde, also so einführungstechnisch.

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Ich glaube, ich werde mir den 1. Zyklus von Arkham doch nochmal komplett zu Gemüte führen und dann später einen 2. Vergleich machen. Als wie sich die Grundspiele mit den Erweiterungen spieltechnisch entwickeln. :/


    Ich behaupte aber einfach mal, dass sich an meiner persönlichen Vorliebe nichts ändern wird, weil es eben die Mechanik ist, die mich so anfixt. Also das, was alle so fitzelig finden ...


    Ben2


    Interessant wär zu deiner Einstellung (Ben bevorzugt AH) noch zu wissen, ob du die Spiele solo oder zu zweit gespielt hast


    Ich VERMUTE nämlich gerade, dass gerade die Mehrspieler AH bevorzugen.

  • Hol dir dann lieber den 2. Zyklus, Carcosa. Da kamen Dinge, die mich geflasht haben. Nicht nur von der Story, sondern was sich die Designer kreatives haben einfallen lassen. Deswegen ärgert mich das ja so, dass ich das Spiel nicht häufiger Spielen kann ... Das ist ein klarer Vorteil von HdR - Man spielt halt außer bei den Standalone Abenteuern (Werwolf und Venedig) nicht einzelne Szenarien solo (auch wenn es da die theoretische Option gibt ...).

    Manchmal wünschte ich mir, ich könnte das öfter rausholen ... Seit dem ich auf meine Kartenpacks mit den neuen Abenteuern warte, liegt es halt nur dumm rum bei mir (und ich spiele derweil Netrunner). Aber das pinkelt mich schon an.


    IMMER nur zu zweit. NIE Solo.

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Hab ich mir fast gedacht. Wenn du mal ganz viel Zeit hast, kannst du dann mal Solo spielen und sagen, ob sich für dich was vom Gefühl her ändert? Rein aus wissenschaftlichen Gründen?


    Danke für den Tipp, werde das im Hinterkopf behalten

  • Diese Übereignung gibt es auch bei AH. Nur eben nicht im Grundset. Was ich sehr gut finde, also so einführungstechnisch.

    Da sieht man, wie weit ich da eingestiegen bin .. über das Grundspiel kam ich nicht hinaus.

    Mit gefällt beim HDR LCG die Mechanik von "Fernkampf" und "Schildwache". Diese generieren direkt eine Spielerinteraktion, die sich sicher kooperativ anfühlt, während man beim AH LCG zu Beginn eher jeder für sich auf der Karte unterwegs ist, während man vielleicht lediglich mal ne Karte in einen Test dazugibt. Das mag zwar ähnlich helfen, fühlt sich allerdings wenig thematisch an.

    Diese beiden Schlüsselwörter sind mitunter auch der Grund, warum ich das HDR LCG nicht alleine spiele .. da mir diese dann komplett verloren gehen.


    Wer meinen Vergleich (keine Rezension!) lesen möchte, kann das hier tun: Vergleich: Arkham Horror LCG vs Herr der Ringe LCG - Boardgamejunkies

    Ich musste direkt 2x hinschauen und hatte dich erst mal mit Ines verwechselt. .. daher auch mein hier hinterlegter gelöschter Beitrag. Meinen Glückwunsch zum Beitritt zu der BGJ-Schreiber-Riege.

  • Diese Übereignung gibt es auch bei AH. Nur eben nicht im Grundset. Was ich sehr gut finde, also so einführungstechnisch.

    Da sieht man, wie weit ich da eingestiegen bin .. über das Grundspiel kam ich nicht hinaus.

    Mit gefällt beim HDR LCG die Mechanik von "Fernkampf" und "Schildwache". Diese generieren direkt eine Spielerinteraktion, die sich sicher kooperativ anfühlt, während man beim AH LCG zu Beginn eher jeder für sich auf der Karte unterwegs ist, während man vielleicht lediglich mal ne Karte in einen Test dazugibt. Das mag zwar ähnlich helfen, fühlt sich allerdings wenig thematisch an.

    Diese beiden Schlüsselwörter sind mitunter auch der Grund, warum ich das HDR LCG nicht alleine spiele .. da mir diese dann komplett verloren gehen.

    Fernkampf gibt es aber doch auch in Arkham? Sogar so thematisch, dass man den Mitspieler trifft, wenn man daneben schießt :D Was machte Schildwache noch mal gleich?

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Fernkampf gibt es aber doch auch in Arkham? Sogar so thematisch, dass man den Mitspieler trifft, wenn man daneben schießt :D Was machte Schildwache noch mal gleich?

    Ein wenig anders verhält es sich schon. "Friendly Fire" gibt es beim HDR LCG gar nicht, außer Karteneffekte generieren sowas.
    Das Schlüsselwort Fernkampf ermöglicht das Unterstützen beim Angriff in die Spielzone anderer Mitspieler. Entweder als alleinigen Angriff oder halt mit dem entsprechenden Spieler zusammen .. grob erklärt. Es ist also eine Möglichkeit eine Angriffsschwäche auszugleichen bzw. von einem anderen Spieler übernehmen zu lassen.
    Das Schlüsselwort Schildwache ist hier für die Verteidigung zuständig. Möchte ein Spieler seine Gegnerangriffe nicht verteidigen (sie sind also unverteidigt), so kann ein Schildwache-Charakter eines Mitspielers sich "dazwischen" werfen und den Angriff abfangen. Auch hier wird somit eine Verteidigungsschwäche ausgeglichen.

    Diese beiden Mechaniken erlauben somit, dass ein Deck an einer Stelle weniger spezialisiert ist, da man sich die Unterstützung von einem anderen Mitspieler holt.

    Bis auf wenige Abenteuer sind das Kernmechaniken, die man durchaus in seinen eigenen Deckbau mit einfließen lassen kann.
    Im Solospiel bringen diese Mechaniken nichts und werden somit entwertet.

  • ANZEIGE
  • Aber beides gibt es bei Arkham. Ich kann direkt auf seine Gegner schießen, und statt Schlüsselwort, kann ich mir direkt seine Gegner herziehen, wenn er nicht gut kämpfen kann. Ja, es erlaubt auch Friendly Fire, aber wenn diese beiden Elemente Argumente für "man spielt nur vor sich her" sind, kann ich diese einfach entkräften.

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Hab ich mir fast gedacht. Wenn du mal ganz viel Zeit hast, kannst du dann mal Solo spielen und sagen, ob sich für dich was vom Gefühl her ändert? Rein aus wissenschaftlichen Gründen?


    Danke für den Tipp, werde das im Hinterkopf behalten

    Da ändert sich sicher was vom Gefühl. Für mich zumindest. Deswegen spiele ich nicht solo - bzw. WENN dann nur ausgewählte, dedizierte Solospiele. Wie eben ODD oder Nemos War. Eldritch könnte ich ja auch solo spielen, aber das ist für mich auch nicht das selbe. Schon alleine, weil meine Mitspieler auch die Karten vorlesen.

    ArkhamLCG ist aber noch mehr auf Multiplayer ausgelegt, besonders mit einigen Schlüsselwörtern, die Karten geheim halten. Wie PERIL etwa, oder das neue in Carcosa :D

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Ben2


    HdR ist dann einfach mehr knobeln, was ja meistens der Spielweise von Solospielern entspricht. Mich hätte interessiert, ob du HdR dann besser findest

    Ich habe es nur 2x alleine gespielt (um den Ablauf reinzubekommen, also nicht wirklich solo, sondern Regelvertiefend). Ich kann maximal sagen, dass ich es eher für solo geeignet finde, als Arkham (weil ich der Meinung bin, dass Arkham das Multispiel praktisch fordert) wenngleich ich auch HdR nicht solo spielen würde. Das ist aber sicher pP.

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • ANZEIGE
  • Aber beides gibt es bei Arkham. Ich kann direkt auf seine Gegner schießen, und statt Schlüsselwort, kann ich mir direkt seine Gegner herziehen, wenn er nicht gut kämpfen kann. Ja, es erlaubt auch Friendly Fire, aber wenn diese beiden Elemente Argumente für "man spielt nur vor sich her" sind, kann ich diese einfach entkräften.

    Ok .. lass es mich anders formulieren. Diese von dir beschriebenen Situationen brauchen beim AH LCG auch noch den Umstand, dass sich die Emittler am gleichen Ort befinden (vielleicht entkräftet durch bestimmte Karteneffekte). Das ist beim AH LCG nicht umbedingt immer der Fall, da man ja otfmals verstreut auf der Karte unterwegs ist. Man nimmt seinem Mitspieler den Gegner quasi ab, indem man den Fokus des Gegners auf sich lenkt und somit den Mitspieler "befreit".

    Dies ist beim HDR LCG ebenso möglich und bei bestimmten Decks auch eine Kernmechanik .. möglichst viele Gegner mit sich in einen Kampf verwickeln.
    Beim HDR LCG bewegt man sich halt bis auf wenige Ausnahmen immer zusammen, während die Gegner sich auf einen Verteilen. Von daher ist es eher egal, wo sich die Spieler befinden und sich Fernkampf und Schildwache somit fast immer einsetzen lassen.


    Dennoch ... ich finde wir vergleichen hier Äpfel mit Birnen.
    AH LCG ist halt ein Spiel, wo es um Charakterentwicklung (Deck) in Kombination mit der Arkham-Geschichte geht. Und dies macht es in meinen Augen sehr gut, nur ist es halt nicht so meins. Zudem ist es zu favorisieren dieses LCG im Kampagnenmodus und bei Möglichkeit immer mit den gleichen Leuten zu spielen, so dass benutze Decks nicht hinterfragt werden müssen. Klar, man spielt kooperativ, dennoch bedeutet Deckbau durch XP eine Art Deckhistorie, die vielleicht irgendwo hinterlegt und auch hinterfragt wird. Andernfalls wäre das System ja recht sinnfrei und ich könnte zu Spiel X ja einfach ein zusammengeschustertes Deck bauen, welches diverse XP-Karten enthält ohne diese überhaupt erhalten zu haben. Man ist also sehr eingeschränkt, was den Deckbau angeht.


    Beim HDR LCG gibt es nur ein paar Einschränkungen, an die ich mich halten muss, dafür kann ich aber aus dem kompletten Pool schöpfen. Das mag Anfänger abschrecken, bietet allerdings eine Freiheit, die am Tisch nicht diskutiert werden muss, solange das Deck regelkonform aufgebaut ist.

    Danach kanns direkt losgehen und wird halt mit Sieg oder Niederlage quittiert.

  • Es sei denn man spielt mit zwei Händen, gell?

    Naja .. das ist kein wirkliches Solospiel, sondern ein simuliertes 2-Spieler-Spiel, das man alleine spielt, gell?

    Kann man so bezeichnen. Wollte ja nur wissen, ob es dann auch geht/gilt.

    Wenn man die Anzahl der Spieler nimmt, mag es durchaus ein Solospiel sein, allerdings spielt man das Spiel so, als wären 2 Spieler am Tisch, da du sicherlich auch während der Begegnungsphase dann 1 Karte pro Spieler aufdeckst und dabei 2 nehmen wirst, oder?
    Genau in diesem Moment, gibst du ja quasi zu dass 2 Spieler am Tisch sitzen, auch wenn du alleine spielst. ;)

  • Das geht jetzt so tief in Detail, Definition und Theorie des Solospielens an sich, wie es überhaupt nicht meine Absicht war - ich habe mich nur versichern wollen, dass es doch eine Möglichkeit gibt, regelkonform Fernkampf und Schildwache zu spielen, auch wenn man der einzige lebende Organismus im Raum ist.

  • Damit kann ich leben - das ist aber natürlich eher eine Präferenz des inhärenten Designs. HdR ist abstrakter, was seinen Raum angeht. Arkham viel konkreter, was zu den von dir genannten Unterschieden führt. Äpfel und Birnen finde ich es noch nicht (außer man kann niemals zwei Spiele miteinander vergleichen, die als einzige Übereinstimmung die Schlagworte LCG und KOOPERATIV besitzen), aber ja der Pool ist in der Tat kleiner, außer man rechnet mit herein, wo die Reise hingeht. Bei vielen Entscheidungen im Deckbau muss ich eben mit einberechnen, ob zwar die Level 0 Karte dumm ist, ich aber dann die Level 3 Karte dringend brauche, oder ob manche Karten sogar erst später ihre Wirkung entfalten ...

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

  • Ich spiele zur Zeit auch wieder beide Spiele. Beide haben ihre Stärken und Schwächen.


    Bei HdR, ich wiederhole mich da zwar aber da ist es der Flow der Abläufe, der süchtig macht. Wenn man die Regeln einmal intus hat (obwohl einen jedes Szenario wieder vor Rätsel stellen kann, wie nun dieser Kartentext wieder gemeint ist) spielt es sich wie aus einem Guss.

    Der Deckbau ist wahnsinnig faszinierend und kann einen stundenlang beschäftigen um das gerade angetretene Szenario zu schaffen. Die Möglichkeiten sind unbeschreiblich und oftmals sieht man viele Synergien selber erst, wenn man sich mal die Decks von anderen anschaut :)

    Der einzige Kritikpunkt den ich habe, ist die Story während des Spiels. Klar steht auf den Abenteuerkarten immer Flavortext und man kann zu bestimmten Orten reisen aber meist nicht dorthin wo ich möchte sondern zufällig, je nachdem was mir das Begegnungsdeck gerade liefert. sobald ich aber im Spiel bin, verschwindet die Geschichte für mich eh und es geht ausschließlich darum, auf das Begegnungsdeck zu reagieren.

    Auf der anderen Seite und das ist das positive braucht man in diesem Moment auch keine Story mehr. Die Spielabläufe sind so spannend, dass man hochkonzentriert jeden Schritt plant, immer darauf bedacht keinen Fehler zu machen und das Blatt so langsam aber sicher zu wenden, denn zu Anfang reagiert man meist eher, als zu agieren.


    Arkham Horror dagegen setzt eben auf die Story. Ich habe zu jedem Zeitpunkt das Gefühl eine Geschichte zu erleben. Das macht es beim erstmaligen spielen des Szenarios vielleicht sogar einen Ticken besser als wenn ich ein HdR Szenario beginne. Dieser Effekt nutzt sich bei Arkham Horror jedoch ab. Wenn man nun wirklich rein eine Kampagne spielen würde, wie viele machen, wäre man da ständig unter Hochstrom aber mir ist das ehrlich gesagt zu schade. Ich möchte auch ein Arkham Horror Szenario auf die mir am besten erscheinende Art lösen, bzw. auch andere Enden des betreffenden Kapitels erleben.

    Beim 3. oder 4. Mal jedoch nutzt sich der Aspekt der Story ab. Dann bleiben die reinen Spielmechaniken und die sind lange nicht so gut wie bei HdR. Arkham hemmt manchmal auch den Spielfluss, man tritt zu lange auf der Stelle. Als Beispiel habe ich mit einem Ermittler einen Ort entdeckt und möchte unbedingt seine Hinweise ergattern, bin aber mit diesem Ermittler zu schwach dafür. Also möchte ich mit dem anderen dort ermitteln, bin aber drei Orte davon entfernt. Ich tue in dieser Runde also nix anderes als meine drei Aktionen dafür zu verbraten, den betreffenden Ort zu erreichen. Aus. Pumpe. Auch den Deckbau finde ich nicht ganz so spannend wie bei HdR.

    Das erleben der Story jedoch, die Ort die man erkundet und die bestimmte Effekte auslösen, neue Karten ins Spiel bringen. Man hat manchmal wirklich das Gefühl ein Adventure zu spielen und das ist richtig klasse!


    Es ist gut, dass sich beide Spiele so unterscheiden, jedes hat seinen Reiz und fasziniert mich auf die eine oder andere Weise und ich hoffe das FFG noch lange an beiden festhält :)

  • ANZEIGE
  • Der einzige Kritikpunkt den ich habe, ist die Story während des Spiels. Klar steht auf den Abenteuerkarten immer Flavortext und man kann zu bestimmten Orten reisen aber meist nicht dorthin wo ich möchte sondern zufällig, je nachdem was mir das Begegnungsdeck gerade liefert. sobald ich aber im Spiel bin, verschwindet die Geschichte für mich eh und es geht ausschließlich darum, auf das Begegnungsdeck zu reagieren.

    Dem möchte ich gar nicht widersprechen, finde es aber durchaus erstaunlich, wie sie es immer wieder schaffen Szenarien zu erschaffen, wo das grobe Setting auch mechanisch gut aufgegriffen wird.

    Anduin: wenn ich auf dem Fluss bin, kann ich die Monster rechts und links gut ignorieren und mit Volltempo den Fluss runterheizen, aber rgendwann lande ich an und muss mich ihnen dann doch stellen.

    Rothorn-Pass (?): Die Gefahren sind größtenteils gar nicht so bösartig, aber die schleichende Kälte lässt die Verbündeten nach und nach zusammenbrechen.


    Da gibt es noch etliche andere. Es wurde nicht immer perfekt umgesetzt, aber es gibt doch verdammt viele Szenarien, bei denen man merkt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, wie er das Thema/Setting mechanisch aufgreifen/umsetzen kann. Daraus folgt auch, dass sich die Szenarien doch recht unterschiedlich spielen - selbst wenn man den Flavortext ignoriert.


    In den Details - warum bin ich plötzlich an dem Ort?, wo taucht mitten in Moria plötzlich der Verbündete auf?,... ist es natürlich recht unthematisch.

    most played (1.7.17-30.6.18):

    1. One Deck Dungeon 2. Terraforming Mars 3. Schach 4. Great Western Trail 5. The 7th Continent

    6.Pandemic Legacy S2 7. 5-Minute-Dungeon 8. Sentinels of the Multiverse 9. Mage Knight 10. Die Kolonisten

  • Da stimme ich zu die Szenarien sind wahnsinnig abwechslungsreich. Mal werden einem die Ressourcen gestohlen wie im Druaden Wald und man braucht Karten die Ressourcen generieren, dann sucht man nach einem Überläufer bei der Furcht des Truchsess, beim Rothornpass braucht man Charaktere mit viel Willensstärke, in anderen Szenarien wie Cair Adros ist es fast unerlässlich zwei Taktik-Decks zu bauen.

    Diese Varianz macht es so interessant und man ist immer wieder gezwungen, sich über den Deckbau Gedanken zu machen und viele Karten, die man am Anfang für unsinnig oder weniger nützlich hielt, machen plötzlich Sinn :)

  • ANZEIGE
  • yzemaze


    Cheffe ick hab hier ma grad n Problem. Ben hat mich da auf ne Idee gebracht. Interessant wäre es für mich noch zu wissen, ob die Herrschaften Sologamer oder Multiplayer sind. Vielleicht gibt es da tatsächlich einen Zusammenhang. Wat mach ich nu? Neue Umfrage mit (fast) demselben Inhalt? Krieg ich dann ne Abmahnung und werde des Forums verwiesen? Zu Hülfe!

  • Also ich spiele Herr der Ringe und Arkham Horr beide zu zweit und bevorzuge Herr der Ringe.


    Bei Arkham Horror sind die narrativen Elemente erheblich stärker ausgeprägt. Die thematische Umsetzung ist durch den Fokus auf eine Figur einfach greifbarer und auch bei der Auswahl der Charaktere glaubwürdiger.


    Wenn ich mir in Herr der Ringe eine Truppe aus dem Zwergenkönig Dain, Denethor dem Truchsess von Gondor und meinetwegen noch Elrond zusammenstelle, dann mag das ein Deck ergeben, was mechanisch extrem gut funktioniert. Warum aber diese drei "Promis" von Mittelerde nun zum Beispiel auf der Suche nach Gollum durch irgendwelche Sümpfe marschieren oder für einen kleinen Anführer aus Gondor die Laufburschen spielen, die eine Nachricht überbringen sollen... Das lässt sich thematisch zum Teil doch recht schwer verkaufen. Besonders albern wird es, wenn die Aufgabe lautet: "Bringe diese Nachricht zu Faramir!" und Faramir selbst als Held mit von der Partie ist.


    Da gelingt es Arkham Horror eindeutig besser eine gelungene und glaubwürdige Geschichte zu erzählen. Auch die Weiterentwicklung des eigenen Decks gibt dem Spiel einen deutlichen Rollenspielcharakter.


    Dieser restriktive Ansatz bei der Deckgestaltung ist aber für mich wiederum der Pferdefuß von Arkham Horror. Herr der Ringe stellt einen oft vor Aufgaben, die man mit seinem bis dahin genutzten Deck vielleicht nicht lösen kann. Dann muss man das Szenario spielen, herausfinden was einen vor die größten Probleme stellt und seine Decks daraufhin anpassen und es erneut versuchen. Damit kommt der Zusammenstellung und ständigen Anpassung der Decks in Herr der Ringe eine große Bedeutung zu, weil man sein Deck immer wieder für das nächste Szenario überprüfen und ggf. anpassen muss. Dieses "Puzzle" fällt bei Arkham Horror weg. (Kann man dadurch eigentlich in Spielsituationen kommen, wo man bei AH schlichtweg nicht mehr weiterkommt, weil man seine Charaktere "verskillt" hat?)


    Und ein weiterer Punkt, der mir nicht so gut gefällt, ist die Abwicklung der Proben. Ich würde nicht behaupten, dass die Kämpfe in Herr der Ringe nicht mindestens genauso zufällig wären. Dafür gibt es zu viele Karten mit brutalen Schatteneffekten. Aber diese lassen sich auf verschiedene Wege aufheben. Ein wichtiges Element beim Deckbau in Herr der Ringe ist es zu entscheiden auf welche Zufallsfaktoren man Einfluss nehmen will und welche man hinnimmt. Bei manchen Szenarien sind es die Verratskarten für die man Gegenmaßnahmen haben muss, bei manchen die Schattenkarten. Sind es beide muss man sich für das geringere Übel entscheiden. Ziehst Du bei Arkham Horror den Zonk war es leider nix mit der Probe, völlig gleich wie viel Du in ihr Gelingen investiert hast. Narrativ ist das in Ordnung, aber für Spieler die gerne etwas mehr Kontrolle haben wollen, kann das frustrierend sein.


    Kurzfassung: Arkham Horror erzählt für mich die bessere Story, aber Herr der Ringe ist für mich von der Mechanik her das spannendere Spiel.

  • ANZEIGE