Santa Maria: historische Themen und der Umgang damit

  • [Mod] aus Santa Maria – Aporta Games / Pegasus Spiele


    Mechanisch schönes Spiel, thematisch etwas seltsam. Es geht darum, meine Kolonie glücklich machen zu machen, indem ich Eingeborene töte um deren Goldschätze zu plündern. Immerhin gibt es in der Regel einen historischen Hintergrundtext zum Nachlesen. Im Spiel ist das Thema eh nicht präsent, es liegt auf der Hand, das das Spiel mechanisch entwickelt wurde und ein Thema im Nachhinein draufgepropft. Was ja nicht unbedingt schlimm ist, aber dann hätte man auch ein friedlicheres Thema wählen können.

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  • Mechanisch schönes Spiel, thematisch etwas seltsam. Es geht darum, meine Kolonie glücklich machen zu machen, indem ich Eingeborene töte um deren Goldschätze zu plündern.

    Wo steht das denn? Im Spiel kann ich Eingeborene missionieren um Ressourcen zu erhalten, dass ich sie dafür töten muss legst du an Hand des historischen Hintergrundes aus...

    Dafür nicht, aber außer missionieren kann man ja auch auf der Conquistadoren-Leiste vorrücken, um Gold zu erbeuten, und in dem Hintergrund-Text steht ja, wie die Conquistadoren an das Gold der Ureinwohner gekommen sind (heutzutage würde man das wohl Völkermord nennen). Außer Gold bekomme ich zudem noch "Happiness"-Punkte, wenn ich von allen Spielern am meisten von den Ureinwohner geraubt habe.

  • In der Tat ein heikles Thema für ein Brettspiel was in erster Linie Spaß machen soll, aber vielleicht kann ich euch eine friedlichere Interpretation geben :)


    Santa Maria ist der Name des Segelschiffs mit dem Columbus 1492/93 nach Amerika fuhr. Gelandet ist er auf einer Bahamasinsel. Im Spiel ist die Rede von drei Jahren. Das Gesetz welches das Handeln der Conquistadoren "erlaubte" wurde erst 1513 erlassen. Des weiteren konzentriert sich die Geschichte auf Mittel- und Südamerika weshalb ich glaube das die Conquistadoren aus dem Spiel ihr Gold selbst geschürft haben als sie die Insel erkundet und kolonisiert haben ;)

  • Ich finds immer wieder banal das man sich über sowas bei einem Brettspiel Gedanken macht.


    Bei den Ken Folett spielen spricht doch auch keiner von Unterdrückung , Inqisition und Massenmorde durch die Kirche und was das doch für eine schreckliche Zeit war.


    Bei sowas wirds anscheinend hingenommen, aber sobald Ureinwohner, Schwarze, Sklaven oder was weiß ich für ne Minderheit in einem Spiel als Mechanismus herhalten muss, weinen plötzlich alle Weltverbesserer.


    Tatsache ist das der Hauptspielplan und das Cover selten häßlich sind und warum ne Grinsebacke als Siegpunkt herhalten muss.

    Ansonsten, Top Spiel!

  • Bei den Ken Folett spielen spricht doch auch keiner von Unterdrückung , Inqisition und Massenmorde durch die Kirche und was das doch für eine schreckliche Zeit war.
    Bei sowas wirds anscheinend hingenommen, aber sobald Ureinwohner, Schwarze, Sklaven oder was weiß ich für ne Minderheit in einem Spiel als Mechanismus herhalten muss, weinen plötzlich alle Weltverbesserer.

    Also in einem just von Moderationsseite geschlossenen Thread ging es durchaus hoch her bezüglich durch die Kirche verübte Gräueltaten. Insofern :humbug:



    Im Gegenzug erscheint es mir eher so, dass manche Menschen allzu gerne die Worte "Weltverbesserer" oder auch die hier nicht genannten "Gutmenschen" völlig sinnfrei negativ nutzen.

  • Ich finds immer wieder banal das man sich über sowas bei einem Brettspiel Gedanken macht.

    Banal wäre genau das Gegenteil davon.

    Bei den Ken Folett spielen spricht doch auch keiner von Unterdrückung , Inqisition und Massenmorde durch die Kirche und was das doch für eine schreckliche Zeit war.

    Weil es ggf. auch kein Teilaspekt des Spiels bzw. der Mechanik ist, bei Santa Maria scheint es ja der Fall zu sein, so wie sich einige hier äußern (ich habe das Spiel nicht gespielt).

    aber sobald Ureinwohner, Schwarze, Sklaven oder was weiß ich für ne Minderheit in einem Spiel als Mechanismus herhalten muss,

    so herum wird ein Schuh daraus: wieso sind eigentlich immer Randgruppen, Minderheiten wie Schwarze, Sklaven usw. Opfer der Majorität?


    weinen plötzlich alle Weltverbesserer.

    Wenn hier jemand banalisiert und schlecht argumentiert und sich auf dieser Grundlage echauffiert, dann könnte man doch am ehesten dieser Person etwas weinerliches attestieren. 8-))


    Btw zum Thema Weltverbesserer: kann es denn eine Alternative zu der Haltung geben?

  • Aber hier wird ja auch nicht bei jedem Spiel das Haar in der Suppe gesucht. Vielleicht hat Pegasus auch selbst Schuld, immer wieder diese Geschichtsthemen zu vewenden. Es ist aber auch so, das die Mehrheit der Spiele bei uns für ein westliches weisses Publikum zugschnitten wird Und in der Themenauswahl ist auch viel Kapitalismus und Gewalt zu finden.

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  • Bitte nicht schon wieder eine Diskussion um moralisch fragwürdige Themen bei Brettspielen...

    Das Thema ist hier durchaus austauschbar und wir sollten uns auf das Gameplay konzentrieren denn Santa Maria macht mir unglaublich viel Spaß und ich würde mich freuen wenn mehr Leute in den Genuß dieses (in vielerlei Hinsicht) ungewöhnlichen Spiels kommen...

  • Vielleicht hat Pegasus auch selbst Schuld, immer wieder diese Geschichtsthemen zu vewenden. Es ist aber auch so, das die Mehrheit der Spiele bei uns für ein westliches weisses Publikum zugschnitten

    Wenn ich so ein Gschmarre lesen muss, wird mir schlecht.....unglaublicher Nonsens! :kotz:

  • Aber hier wird ja auch nicht bei jedem Spiel das Haar in der Suppe gesucht. Vielleicht hat Pegasus auch selbst Schuld, immer wieder diese Geschichtsthemen zu vewenden. Es ist aber auch so, das die Mehrheit der Spiele bei uns für ein westliches weisses Publikum zugschnitten wird Und in der Themenauswahl ist auch viel Kapitalismus und Gewalt zu finden.

    Das würd ich auch so nicht unterschreiben.


    Aber zurück zu Sinnlosen Thema:


    In Endeavor nehme ich z.b. auch bewusst Sklavenkarten, nicht weil ich Sie Leiden sehen will sondern weils mir als Mechanismus zum Sieg verhilft.

    Ich kenn Veganer die spielen mit Freude Agricola und essen das Vieh:/.


    Fakt ist und ich betone es nochmal, grad weils einigen nicht gefällt, es ist banal drüber zu sprechen.

    Spielt es oder lasst es, denn darum geht's bei unserem Hobby doch, .....Spaß!

    Wenn ihr den nicht habt oder in einem "Mechanismus" Blutrünstigen Völkermord seht, spielt was anderes oder geht zum Arzt aber heult doch uns nicht die Ohren voll.


    Bei den Ken Folett spielen spricht doch auch keiner von Unterdrückung , Inqisition und Massenmorde durch die Kirche und was das doch für eine schreckliche Zeit war.
    Bei sowas wirds anscheinend hingenommen, aber sobald Ureinwohner, Schwarze, Sklaven oder was weiß ich für ne Minderheit in einem Spiel als Mechanismus herhalten muss, weinen plötzlich alle Weltverbesserer.

    Also in einem just von Moderationsseite geschlossenen Thread ging es durchaus hoch her bezüglich durch die Kirche verübte Gräueltaten. Insofern :humbug:



    Im Gegenzug erscheint es mir eher so, dass manche Menschen allzu gerne die Worte "Weltverbesserer" oder auch die hier nicht genannten "Gutmenschen" völlig sinnfrei negativ nutzen.

    War mir nicht bewusst, dann zieh ich die Aussage zum Teil zurück.


    Ändert aber nichts am Jammern der Weltverbesserer, kümmert euch doch bitte um wichtigeres.

  • Tantis : hab mein "Daumen hoch" oben wieder entfernt. In der Sache war ich da noch halbwegs bei Dir, es ist kein Drama, um mit dem Spiel Spaß zu haben - aber jetzt vergreifst Du Dich im Ton. Google nochmal den Begriff Netiquette, so ("geht zum Arzt aber heult doch uns nicht die Ohren voll") wollen viele hier (auch ich) nicht miteinender reden.

    "So viele Spiele... wann hast Du denn damit angefangen?" - "Wann hast Du damit aufgehört?"

  • Bei sowas wirds anscheinend hingenommen, aber sobald Ureinwohner, Schwarze, Sklaven oder was weiß ich für ne Minderheit in einem Spiel als Mechanismus herhalten muss, weinen plötzlich alle Weltverbesserer.

    Toller Beweis, wie "banal" es ist, sich diese Gedanken zu machen...

    Vielleicht hat Pegasus auch selbst Schuld, immer wieder diese Geschichtsthemen zu vewenden. Es ist aber auch so, das die Mehrheit der Spiele bei uns für ein westliches weisses Publikum zugschnitten

    Wenn ich so ein Gschmarre lesen muss, wird mir schlecht.....unglaublicher Nonsens! :kotz:

    1. Das von Santenza Gesagte ist faktisch korrekt.

    2. Mir wird schlecht beim drölfzigsten Spiel zum Thema Kolonie Kolonie Kolonie Kolonie, als ob es nichts gigantischeres gäbe. Nein Moment, eigentlich wird mir davon nicht schlecht, aber von Beiträgen, die nicht nur jegliches Problembewusstsein diesbezüglich vermissen lassen sondern andere, die das nicht tun, dermaßen lächerlich machen und beleidigen.


    Ich weiß dass nicht jeder einen Opa hat(te), den man nur mit schiefem Mund kennt, weil es den Kolonialherren bei den Folterungen UNTER ANDEREM gefallen hatte, ihm die Wange aufzuschneiden und einen Schlauch durchzustecken. Der nachts das Haus zusammenschrie, weil er noch 50 Jahre später Alpträume von den Zeiten in den Foltercamps hatte. Aber ich freue mich über jeden, der einen solchen Opa (o.ä.) nicht gehabt haben MUSS, um fähig zu sein, dem ganzen mit einem Minimum an Empathie begegnen zu können oder andere Meinungen zumindest nicht lächerlich zu machen oder zu beleidigen.


    Ich würde vielleicht auch ein Spiel mit dem Thema Kolonie spielen. Oder ein Wargame aus dem Zweiten Weltkrieg. Aber ich kann gleichzeitig das häufige Aufkommen dieses Themas problematisieren, kann Leute, die das niemals tun würden, respektieren und andererseits auch Leuten, die das überhaupt nicht schlimm finden, glauben, dass das nichts schlimmes über sie aussagt, außer dass sie diese Spiele eben nicht schlimm finden.


    Aber wer zu solchen Aussagen wie den zitierten greift, der hat für mich das Maß von respektvollem Austausch weit überschritten, um es vorsichtig auszudrücken. Irgendwas lässt mich aber vermuten, dass selbiger auch gar nicht die Absicht war.

  • Pikmin

    Da hast Du mich und meine Aussage wohl nicht verstanden.


    Meine Aussage beruhte auf der faktisch inkorrekten Aussage von santenza , dass Pegasus selbst schuld hat, immer wieder solche Themen zu verwenden, denn Santa Maria ist von Aporta Games und wird von Pegasus lediglich in DE vertrieben Das Thema hat somit wohl Aporta ausgesucht.


    Und die weitere Aussage von ihm, dass

    die Mehrheit der Spiele bei uns für ein westliches weisses Publikum zugschnitten wird

    verursacht bei mir weiterhin Übelkeit, da es wohl jeglicher Grundlage entbehrt - von anderem ganz schweigen.


    Vielleicht hab ich ihn falsch verstanden oder bin etwas empfindlich....


    Aber zum Thema "Kolonie Kolonie Kolonie" im Besonderen habe ich mich nicht geäußert , noch habe ich mit meinem Beitrag etwas zu diesem Thema verharmlosen wollen.

    Ich denke, da hast Du Dich wohl eher etwas im Ton vergriffen oder - wie oben erläutert - etwas hinein interpretiert, dass ich nicht beabsichtigt hatte.

  • FischerZ

    Ich habe es so gelesen als hätte Pikmin beim Zitieren deine Aussage mit erwischt hat und habe daher die weiteren Aussagen gar nicht auf dich bezogen sondern auf die Anderen. :sonne:

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  • Vorweg: Ich habe kein Problem damit, in Spielen wie z. B. Puerto Rico Sklaven zu verschiffen, in Mombasa Afrika auszubeuten oder in Wallenstein Bauern zu metzeln. Ich würde auch in Spirit Island die Eindringlinge vertreiben, wenn Koop mein Ding wäre. Das alles ist zeitlich weit weg und für mich abstrakt genug. Wenn ich gelbe Figuren möglichst effizient in Waggons verladen und transportieren müsste, könnte das anders aussehen (vgl. Train).


    Meine Aussage beruhte auf der faktisch inkorrekten Aussage von santenza , dass Pegasus selbst schuld hat, immer wieder solche Themen zu verwenden, denn Santa Maria ist von Aporta Games und wird von Pegasus lediglich in DE vertrieben Das Thema hat somit wohl Aporta ausgesucht.

    Auch wenn Santa Maria nicht ursprünglich von Pegasus stammt, so haben sie es lokalisiert. Auch Mombasa (an das santenza vermutlich gedacht hat) war nicht originär von Pegasus sondern von eggertspiele. Beiden ist aber gemein, dass sie mit dem Pegasusrahmen versehen worden sind. Insofern kann man Pegasus durchaus anlasten, dass sie die Spiele vertreiben, wenn man denn darin ein Problem sieht.


    Und die weitere Aussage von ihm, dass

    die Mehrheit der Spiele bei uns für ein westliches weisses Publikum zugschnitten wird

    verursacht bei mir weiterhin Übelkeit, da es wohl jeglicher Grundlage entbehrt - von anderem ganz schweigen.

    Die Aussage entbehrt eben nicht „jeglicher Grundlage“.

    Wie viele Spiele kennst du, die Kolonialisierung, Sklaverei, Ausbeutung etc. aus Sicht der Opfer darstellen? Wie viele, bei denen die Sicht der „Kolonialherren“ prägend war? Welche Gruppe bildet die „Mehrheit der Spiele“?

  • Insofern kann man Pegasus durchaus anlasten, dass sie die Spiele vertreiben, wenn man denn darin ein Problem sieht.

    Und es waren viele Leute froh, dass die das eingedeutscht haben - aber grundsätzlich sehe ich darin auch kein Problem.

    Pegasus aber das jetzt anzulasten halte ich - bei aller hier auftretenden Kritik - doch eher weit her geholt.


    Die Aussage entbehrt eben nicht „jeglicher Grundlage“.


    Wie viele Spiele kennst du, die Kolonialisierung, Sklaverei, Ausbeutung etc. aus Sicht der Opfer darstellen?

    Hier interpretierst Du aber etwas hinein bzw. findest einen anderen Kontext zu dem, was santenza so halt nicht geschrieben hat.

    Seine Aussage bezog sich - und so hatte ich das gelesen und so stand es auch oben - auf die "Mehrheit der Spiele auf ein westliches" und bis hierhin bin ich ja dabei aber dann "weisses Publikum zugeschnitten ist" und da hat´s mir halt den Schalter rausgehauen.


    Wenn er das auf das bezog wie Du es geschrieben hast - ok. Zumindest fragwürdig (und hinterfragenswert) finde ich diese Aussage aber schon!

    Lies Dir seinen Satz nochmal in Ruhe durch - vielleicht verstehst Du meine Reaktion....

  • Aber ist denn nicht die Mehrheit des westlichen Publikums weiß?

    Ja. Aber hier ging es um den Vorwurf, dass das Spiel auf ein "weißes Publikum zugeschnitten" wäre, und da schwingt dann schon der Vorwurf der bewussten Diskriminierung mit, den auch ich hier völlig unpassend finde. Bei allem Verständnis für die berechtigten Hinweise der "Weltverbesserer", dass man die Verfehlungen der Kolonialzeit nicht unterschlagen sollte: an der Stelle geht's zu weit.

  • wieso sind eigentlich immer Randgruppen, Minderheiten wie Schwarze, Sklaven usw. Opfer der Majorität?

    Weil das in der Geschichte der Menschheit nun mal so war und weil Spiele oft Themen der Vergangenheit abbilden, ohne die Geschichte neu schreiben zu wollen, da man Geschichte nun mal nicht mehr verändern kann.


    Man kann natürlich darüber diskutieren, ob sich ein Spiel bei Verwendung eines solchen Themas kritisch damit auseinandersetzen sollte oder nicht. Das wäre dann eine allgemeine Diskussion, die einen eigenen Thread erhalten sollte. Wer das interessant zu diskutieren findet, mag dazu einen Thread eröffnen. Ich mache das diesmal nicht, weil ich das für mich persönlich nicht diskutabel finde.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Aber ist denn nicht die Mehrheit des westlichen Publikums weiß?

    Ja. Aber hier ging es um den Vorwurf, dass das Spiel auf ein "weißes Publikum zugeschnitten" wäre, und da schwingt dann schon der Vorwurf der bewussten Diskriminierung mit, den auch ich hier völlig unpassend finde. Bei allem Verständnis für die berechtigten Hinweise der "Weltverbesserer", dass man die Verfehlungen der Kolonialzeit nicht unterschlagen sollte: an der Stelle geht's zu weit.


    Es ging aber auch darum, dass die Ursprungsaussage "jeglicher Grundlage entbehre", und dann weiterhin darum, dass die Spiele mehrheitlich aus Sicht "der westlichen Weißen" dargestellt sind. Da kann man schon über einen Zusammenhang mit der mehrheitlichen Zielgruppe "der westlichen Weißen" als Spieler nachdenken.

    Es ist mir selbst unangenehm sowas auf die Hautfarbe runterzubrechen, aber da dieser Begriff der Aufhänger dieser Teildiskussion ist, verwende ich ihn der Nachvollziehbarkeit halber, in Anführungszeichen, weiter.

    Den Vorwurf der bewussten Diskriminierung sehe ich hier garnicht. Es geht doch eher um Marktanalyse: Wenn die Mehrheit der Brettspieler aus Nachkommen mittelamerikanischer Ureinwohner bestünde, würde ein Thema wie bei Santa Maria wohl bei keinem großen Verlag eine Chance bekommen.

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  • wieso sind eigentlich immer Randgruppen, Minderheiten wie Schwarze, Sklaven usw. Opfer der Majorität?

    Weil das in der Geschichte der Menschheit nun mal so war und weil Spiele oft Themen der Vergangenheit abbilden, ohne die Geschichte neu schreiben zu wollen, da man Geschichte nun mal nicht mehr verändern kann.

    Ich weiß ich habe mir schon damals damit den Mund wund geredet und ich weiß auch, dass es auch in meinem Workshop letztes Jahr in Göttingen dazu andere Meinungen gab, besonders bei Brettspielen. Aber ich bekomme tatsächlich Ausschlag, wenn ich höre "das war früher so".


    Hier sind einige spannende weiterführende Artikel zu dem Thema:

    Kingdom Come Deliverance’s quest for historical accuracy is a fool’s errand | Rock, Paper, Shotgun

    https://unwinnable.com/2018/03/02/deliverance-myth-making-and-historical-accuracy/

    The Quiet Inclusivity of NBC’s Timeless | The Mary Sue

    Historical Accuracy Bad Excuse for Sexual Assault in Fantasy | The Mary Sue


    Ich möchte dich da auch nicht herausgreifen, oder damit irgendwie anfahren - aber ich möchte dein Argument an dieser Stelle trotzdem exemplarisch herausgreifen. Das Problem hier, ist ja nicht, dass das Thema verwendet wird, und auch nicht ob man es kritisch betrachen könnte - sondern dass es bereits extrem romantisch dargestellt wird. Und ich rede damit nicht von diesem Spiel, ich rede von JEDEM Spiel. Es ist nämlich ein Spiel und keine Dokumentation. Es verwendet nicht ärchäologische Darstellungen sondern es verwendet eine künstlerische Interpretation einer Szene aus einer Zeit. Damit ist es genau so akkurat oder nicht akkurat wie jedes andere künstlerische Werk. Fiction oder Non-Fiction.

    Was mich so ankekst, ist die KÜNSTLICHE Trennlinie von "DAS WAR SO" und der restlichen Darstellung des Spiels.

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

    Einmal editiert, zuletzt von Ben2 ()

  • wieso sind eigentlich immer Randgruppen, Minderheiten wie Schwarze, Sklaven usw. Opfer der Majorität?

    Weil das in der Geschichte der Menschheit nun mal so war und weil Spiele oft Themen der Vergangenheit abbilden, ohne die Geschichte neu schreiben zu wollen, da man Geschichte nun mal nicht mehr verändern kann.

    Zum besseren Verständnis: Es handelt sich um eine rhetorische Frage, die sich auf folgende Aussage bezog und die ich in diesem Zusammenhang auch zitiert hatte:

    aber sobald Ureinwohner, Schwarze, Sklaven oder was weiß ich für ne Minderheit in einem Spiel als Mechanismus herhalten muss, weinen plötzlich alle Weltverbesserer.

    Ergo deckt sich meine rhetorische Frage mit Deinem Einwand, dass die Geschichte nunmal so lief. ;) Bitter aber, dass es immer noch so läuft, dass sollte meine rhetorische Frage ebenso implizieren. Vielleicht fehlte der unterstützende Emoji/Smilie hierfür.


    Lieber Thygra ich habe daher gar nicht die Frage nach der Darstellung in diesem oder all den anderen Spielen gestellt sondern die Frage danach, wieso das bescheuerter Weise immer so läuft, um eine Antwort auf die Aussage von Tantis, wieso die Weltverbesser sich immer aufregen, wenn es Schwarze, Sklaven oder andere Mindheriten betrifft, zu geben. Ganz einfach: weil die Minderheiten halt fast immer die Betroffenen sind.

  • Ben2 : Du hast leider die Chance nicht genutzt, einen neuen Thread zu eröffnen für eine allgemein Diskussion, schade.

    Es ist nämlich ein Spiel und keine Dokumentation.

    Eben. Eine Dokumentation will aufklären. Ein Spiel will nur unterhalten, und das ist deshalb NICHT automatisch eine romantische Darstellung.


    Wie gesagt, ich diskutiere dieses Thema nicht weiter. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, genießt den Sonnenschein draußen statt euch hier die Köpfe heißzureden.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Ich finde, dass es hier doch ganz gesittet zugeht, die Köpfe redet sich hier schon keiner heiß, da gab's schon andere Threads bei unkowns.

    Nicht desto trotz hast du Recht damit allen ein schönes Wochenende zu wünschen, dem schließe ich mich mal an.

  • Ben2 : Du hast leider die Chance nicht genutzt, einen neuen Thread zu eröffnen für eine allgemein Diskussion, schade.

    Es ist nämlich ein Spiel und keine Dokumentation.

    Eben. Eine Dokumentation will aufklären. Ein Spiel will nur unterhalten, und das ist deshalb NICHT automatisch eine romantische Darstellung.


    Wie gesagt, ich diskutiere dieses Thema nicht weiter. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, genießt den Sonnenschein draußen statt euch hier die Köpfe heißzureden.

    Das wünsche ich ebenso - ich bin mir aber ziemlich sicher, dass yzemaze das ganz automatisch auslagert. Gute Mods macht faule Threadersteller :D

    Aber der Satz, den ich noch mitgeben möchte: Wenn ein Spiel will nur unterhalten will, wird es gerade deswegen automatisch zur romantischen Darstellung ;)

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

    Einmal editiert, zuletzt von Ben2 ()

  • Ich wollte niemanden persönlich angreifen, auch ich hatte einen Opa mit Russland-Offensive-Erfahrung und 4 Jahre Gefangenenlager nach dem WW2.


    Aber ich differenziere Spiel und Realität.


    Immerhin ist nicht jeder begeisterte SAW 1-7 Zuschauer auch ein geeigneter Pathologe oder Metzger ;).


    Schwamm drüber :thumbup:.


    Euch allen ein schönes Wochenende bei 24 grad in NRW :sonne:

  • Ich habe jetzt 34 Beiträge etwas über das Thema von Santa Maria gelesen. In meinen zwei Partien habe ich von dem Thema nichts mitbekommen. Da waren Würfel und Landschaftsplättchen und eine Leiste mit einem Conquistador (wobei ich nachträglich nachschlagen musste, wie der Mann mit Helm heisst), der mir in Relation zur Mitspielerposition am Rundenende Siegpunktplättchen generiert hat. Ausbeutung oder überhaupt ein Thema hatte ich da nicht im Kopf, Ihr?

  • Das veranlasst doch zu fragen, warum man dann nicht was, ich sag mal "weniger belastetes", verwendet hat.

    Aber mir ist das spezielle Thema zu diesem Spiel auch wumpe - mir geht es eher ums Allgemeine, was hier wichtig ist. Drum halte ich auch jetzt wieder den Rand, bevor es wieder ausartet :D

    Wer meine Eindrücke und Audrücke von, zu und über Spiele hören möchte - meinen Podcast gibt es unter BenSpielt.de

    u.a. das regelmäßige #Regalgezwitscher, das unregelmäßige #AusderReihe und demnächst mit #Klartext auch das ab und zu sehr kritische ...

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  • Genau an dem Punkt sollten wir nicht spekulieren, sondern direkt die Verantwortlichen dazu fragen. Macht mehr Sinn, ist zielführender, erstickt aber die inzwischen typische unknowns-Diskussionsart im Keim. Also, wer nimmt sich die Zeit und fragt nach?

  • Warum nachfragen?

    Egal welches Thema ein Spiel hat, es wird sich immer jemand finden der etwas auszusetzen hat und ich finde tatsächlich "ravn"'s Ansatz toll....einfach Spielen und Spaß haben.


    Ansonsten bleibt in Zukunft nur die Möglichkeit alles in der Optik von Einfach Genial zu gestalten.

    Da wird sich aber auch jemand drüber aufregen :lachwein:

  • Genau an dem Punkt sollten wir nicht spekulieren, sondern direkt die Verantwortlichen dazu fragen. Macht mehr Sinn, ist zielführender, erstickt aber die inzwischen typische unknowns-Diskussionsart im Keim. Also, wer nimmt sich die Zeit und fragt nach?

    hab mal kurz zur Seite geschaut, das haben andere schon gemacht, die Diskussion wurde vor Monaten auf BGG geführt und dort auch vom Autor Kristian Amundsen Østby begleitet:

    Offensive theme? | Santa Maria | BoardGameGeek


    Nö, hab ich jetzt nicht alles gelesen, wollte nur rasch mal für Interessierte den Link weitergeben

    "So viele Spiele... wann hast Du denn damit angefangen?" - "Wann hast Du damit aufgehört?"

  • [Mod]

    Ben2 Wenn’s Sinn ergibt schon, aber einfacher wäre es anders ;) Wenn du die allgemeinere Version hinsichtlich Trennlinien bei historischen (Un-) Genauigkeiten weiter vertiefen magst, mach einfach selbst ein Thema auf :) Einen Hinweis auf die passende Folge Regalgezwitscher mit dem rant dazu kannst du ja dort gleich mitliefern.


    Das Thema „Warum immer wieder Kolonialismus? Warum immer aus Sicht der Weißen?“ passt hier schon. Santa Maria ist ja nur der Aufhänger.


    Des Weiteren fände ich es schön, wenn ihr gerade ein solches Thema nicht wiederholt ins Lächerliche ziehen würdet. Danke.

  • die Diskussion wurde vor Monaten auf BGG geführt und dort auch vom Autor Kristian Amundsen Østby begleitet

    Danke. Aus seiner ersten Stellungnahme dort:

    I do not want to exaggerate the artistic ambitiousness of Santa Maria, but the cartoony style is meant to create a dissonance in the minds of the players. You are sending out conquistadors, they come back with gold. So where does this gold come from? This is meant to spark questions, and if young, or otherwise uneducated, players actually believe that the conquistadors found the gold laying around, we have devoted a page in the rules where we describe some of the atrocities committed by the European invaders. If you play the game and read the rules, it is simply not possible to use “Santa Maria” as an argument for that the European colonization of America was good. I believe that playing this and other games about dark periods of history – even in a lighthearted style – can actually increase historic awareness. In my opinion, that is a good thing.

    Wenn das also so gewollt war, hat es ja funktioniert.


    Ich kann den Rückgriff auf historische Themen und auch die oft einseitige Sichtweise nachvollziehen, aber es ginge eben auch anders, wie beispielsweise Spirit Island zeigt. Dass es dennoch immer wieder so läuft, dürfte daran liegen, dass sowohl auf Seiten der Spieleerfinder und Hersteller wie auch in Reihen der (Viel-) Spieler immer noch eine große Gruppe recht dominant ist …

  • yzemaze


    Warum wurde mein Beitrag ausgelagert?

    versteh ich auch nicht - der Link zur Schnulze gleichen Namens war doch ein humorvoller Versuch, einen versöhnlichen Schlussstrich ziehen zu wollen - wo doch alles gesagt ist. Gleiches wenn hier und da mal einer den Popcorn-Smiley fallen lässt (auch ausgelagert) - wofür ist er denn da? Ist das hier eine humorbefreite Zone? Ich finde auch solche Beiträge für das Zwischenmenschliche in solchen Diskussionen durchaus fruchtbar.

    "So viele Spiele... wann hast Du denn damit angefangen?" - "Wann hast Du damit aufgehört?"

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