Bereitschaft Spieler mehr Geld für bessere Qualität

  • Wer ist bereit, für bessere Qualität mehr Geld zu zahlen? 76

    1. Ich wäre prinzipiell bereit, bei Spielen für höhere Qualität mehr Geld zu zahlen (und/oder auf die Minis Nr. 80-102 zu verzichten) (43) 57%
    2. Ich bin nicht bereit, noch mehr Geld zu zahlen; Spiele sind eh viel zu teuer (14) 18%
    3. Ist mir egal, ist mir egal (6) 8%
    4. Ich finde mich in keiner der Optionen wieder und möchte trotzdem irgendwo klicken, weil ich mich sonst ausgeschlossen fühle (13) 17%

    Als Grundlage für die Umfrage dient dieser Fred:


    Immer mehr Miniaturen - aber immer schlechtere Qualität?


    Eigentlich wollte ich nur wegen Miniaturenspielen fragen, aber das betrifft Eurogamer ja genauso (dann halt bessere Klötzchen, dickere Pappe, whatever)

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  • Also beispielsweise für deine Lieblingsspiele würdest du schon mehr Geld zahlen?


    Wobei die Gefahr bestünde, dass einige Spiele dann schlechtere Chancen am Markt hätten, weil natürlich insgesamt weniger gekauft würden?


    Vielleicht würden die Verlage dann aber auch mal von 100+ Neuheiten pro Jahr absehen und wieder mehr auf Qualität gehen statt auf Quantität?

  • Wenn ich Kaufpreis in Euro durch gespielte Stunden dividiere, sind meine billigsten Spiele ASL, Eldritch Horror (plus alle Erweiterungen) und Imperial Assault (plus alle Erweiterungen).


    Also ja, ich bin bereit für Spiele viel/mehr Geld auszugeben. Ich krieg ja auch was dafür zurück. Und ich möchte nicht unbedingt auf die Minis 80 - 102 verzichten. :)

  • Ich glaube ein wirklich aussagekräftiges Ergebnis wirst du in diesem Forum nicht bekommen, da ich davon ausgehe, dass hier "viel zu viele" Vielspieler und "Fans" unterwegs sind, als Otto Normalverbraucher und diese Gruppen stellen nun mal nur einen kleinen Teil der Gesellschaftsspielwelt dar.

    Übersetzt & lektoriert Spiele für div. Verlage und probiert Spiele in allen möglichen Stadien aus. Schreibt darüber mit Freunden auf erklaerpeer.de

    Einmal editiert, zuletzt von Peer ()

  • Otto-Normalspieler, der 30€ für ein Spiel als völlig überteuert ansieht, kauft für gewöhnlich aber auch kein Zombicide oder [hier beliebiges anderes großes Spiel einsetzen]


    Der macht sich aber auch keine Gedanken um verbogene Schwerter an Minis. Halmakegel sind davon ja eher nicht betroffen

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  • Otto-Normalspieler, der 30€ für ein Spiel als völlig überteuert ansieht, kauft für gewöhnlich aber auch kein Zombicide oder [hier beliebiges anderes großes Spiel einsetzen]


    Der macht sich aber auch keine Gedanken um verbogene Schwerter an Minis. Halmakegel sind davon ja eher nicht betroffen

    Du schreibst aber oben nicht nur was über Miniaturen, sondern über Qualität allgemein.

    Übersetzt & lektoriert Spiele für div. Verlage und probiert Spiele in allen möglichen Stadien aus. Schreibt darüber mit Freunden auf erklaerpeer.de

  • Ich habe gestimmt für Ich bin nicht bereit, noch mehr Geld zu zahlen; Spiele sind eh viel zu teuer -- obwohl das so nicht ganz zutrifft. Ich kaufe bereits seit geraumer Zeit so gut wie keine neuen Spiele mehr, und der Preis ist dabei nicht der entscheidende Aspekt; aber er spielt durchaus eine Rolle.

  • In meiner Spielesammlung von Schmitt (kürzlich gekauft) haben die Halmakegel eine miese Qualität und sogar scharfe (!) Kanten.

    =O Jetzt werden schon Spielesammlungen gefälscht? =O Da sollte man wohl genau auf’s Logo schauen ;)

  • Um die Frage zu beantworten, wieviele Leute für mehr oder weniger aufgemotzte Komponenten (ich sage hier ganz bewusst nicht "Qualität"!) mehr oder weniger viel Geld zu zahlen bereit sind, muss man doch nur auf den Erfolg von Kickstarter-Kampagnen schauen. Der Markt regelt das ganz alleine...


    Ich wage mal die Behauptung, dass es Deluxe-Ausgaben neuer Spiele (also keine Jubiläumsausgaben alter Bestseller) nicht gäbe, jedenfalls nicht in dem aktuell zu findenden Maße, wenn Kickstarter nicht zuvor vielfach gezeigt hätte, dass es tatsächlich auch einen Markt für Spiele mit dreistelligem Preis gibt.



    Im Übrigen finde ich sowas wie "bessere Mini-Qualität und dafür auf Minis 80-102 verzichten" nicht wirklich zutreffend. Diese Auswahl hat man nie. Wie gut die Komponenten wirklich geworden sind, weiß man gerade bei Crowdfunding erst rund ein Jahr später. Das weiß ja oft auch der Macher selbst erst dann, wenn einzelne Samples bzw. die Pre-Production Copy bei ihm eintrifft.

  • Auch nicht, wenn die Qualität bei nur 79 Minis dann besser wäre?

    Das ist relativ, weil ich's ja nicht beurteilen kann wie die Mini-Qualität ansonsten wäre. Generell hatte ich bis dato noch kein Problem mit schlechter Qualität. Eine verzogene/verbogene Miniatur ist für mich nicht viel anders als ein rissiger oder leicht verunstaltetes Holzteil bei einem Euro. Da mach' ich keinen Aufstand deswegen.


    Wie auch immer: mir gefallen Miniaturen besser als Holzmeeples. Daher von mir aus auch gerne mehr Geld.

  • Peer


    Weil mir kein großes teures Euro einfällt, bei dem viel Material dabei wäre. Caverna ist auch kein Spiel für die Masse und noch dickere Pappe? Wobei das ja auch nicht für 30€ zu haben ist


    PzVIE


    Naja eben nicht relativ, ich meine so, dass eben nix verbogen ist, alles passt usw.


    Und dass man eben nicht darauf „hoffen“ muss, bis das Spiel fertig produziert ist, sondern man das als Standard voraussetzt

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  • Naja eben nicht relativ, ich meine so, dass eben nix verbogen ist, alles passt usw.


    Und dass man eben nicht darauf „hoffen“ muss, bis das Spiel fertig produziert ist, sondern man das als Standard voraussetzt

    Mit ein "bisschen verbogen" habe ich keine Probleme. Abgebrochen mag ich nicht so gerne - also auch zu "harte" Miniaturen, die leicht brechen. So kann man vielleicht meinen Qualitätsanspruch einordnen. Also bevor ich solche Minis bekommen, würde ich mehr zahlen.


    Und zweiteres sollte freilich Standard sein, da bin ich ganz bei Dir.

  • Ich habe mal mit "Ich bin nicht bereit, noch mehr Geld zu zahlen; Spiele sind eh viel zu teuer" abgestimmt, wobei das "nicht bereit" ja leider dehnbar ist.

    Mir reicht die derzeitige Qualität bei den meisten Spielen aus. Dabei möchte ich weder auf Minis noch auf hochwertiges Material bei Euros verzichten. Ich bin aber der Meinung, dass die derzeitigen Preise hoch genug sind. Also, ich bin bereit mMn recht hohe Preise für gute Spiele zu zahlen (z.B. Preise wie für Caverna oder Rebellion), ich möchte aber nicht noch mehr für das gleiche Spiel mit etwas besserem Material zahlen. Es ist natürlich auch immer die Frage, wie viel besser und wie viel teurer.


    Ganz so einfach kann man das natürlich nicht feststellen. Mal ein paar Beispiele:

    - Terraforming Mars: ich hätte durchaus ein paar Euro mehr investiert, wenn die Spielerbögen besser gewesen wären. Ich bin aber auch nicht bereit 5 Acryl-Overlays für ca. 8€ das Stück zu kaufen. Wäre zwar praktisch, aber das würde den Preis des Spiels ja fast verdoppeln

    - Villen des Wahnsinns, 2. Edition: die Minis sind ziemlicher Murks, aber bei 30€ mehr für vernünftige Minis hätte ich das Spiel wahrscheinlich nicht gekauft

    - TWilight Imperium 4. Ed. werde ich mir vorraussichtlich trotz eines Preises über 100€ zulegen, und ich möchte auch nicht, dass man die Raumschiffe durch Holzwürfel ersetzt, um dadurch 50€ zu sparen


    Mir wäre es wichtiger, dass derzeitge allgemeine Preisniveau bei der derzeitigen Qualität zu halten, als mehr zu zahlen und dafür irgendwelche super-detaillierten Minis zu bekommen.

  • Mal so ganz wild rumgesponnen: wäre Grundspiel mit einfacherem Material ne Lösung und wer will, könnte besseres Material als Addon dazukaufen?


    Jetzt mal ganz überspitzt: statt Holzmeeple Klötzchen und wer will, kann Holzmeeple separat kaufen?


    Hält die Kosten für ein Spiel günstig, für die, die erstmal Kennenlernen wollen/ weniger ausgeben wollen und der Rest kann dem Addon Wahn verfallen.

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  • So wie es aktuell von den Verlagen und Herstellern gemacht wird, ist es die Methode, die am meisten Umsatz und Gewinn bringt. Ansonsten würde es anders gemacht werden. Der Rest ist Spekulation und Wunschdenken. Insgesamt ist Brettspiel ein recht preiswertes Hobby, bei dem es eher an Mitspieler und Zeit mangelt als an verfügbaren Brettspielen. Somit alles wunderbar. Der Zubehörmarkt für Luxuszeugs von Kartenhüllen bis Holzinlays bedient die Nachfrage doch schon längst. Wer die nicht braucht, kauft das Normalspiel oder pimpt eben je nach Geldbeutel und Verlangen auf. Oder geht eben bei Kickstarter doppelt "all in" und finanziert sich seine Luxusausgabe durch das dann verkaufte Zweitexemplar.


    Ein "bezahle 10 Euro mehr und Du bekommst eine fehlerfreie Spielregel, eine 100% Qualitätskontrolle bei den Komponenten und ein Spiel, das ausreichend getestet und ausgereift ist" klingt für mich merkwürdig, weil ich das als Konsument eigentlich inkludiert im Kaufpreis erwarte.

  • Kommt drauf an, wie die Add-Ons aussehen. Eigentlich müsste es dann 3 Versionen geben:

    Die Grund-Version mit Holzklötzchen, die Enhanced Version mit Standard-Minis und die Luxus-Version mit den super-detaillierten Minis.


    Wird sich natürlich nicht durchsetzen. Mein Problem ist halt, dass ich schon eine gewisse Qualität haben will.

  • Ich spinne jetzt auch wie gesagt nur einfach mal rum. Wie man hier ja schon sieht, gibt es ja unterschiedliche Ansprüche, warum die also nicht auch bedienen? Und zwar möglichst kostengünstig.


    - 1000 Neuheiten pro Jahr braucht doch eigentlich kein Mensch, oder? Da kann man doch kaum noch gegen anspielen. Warum also nicht als großer Verlag 10 qualitativ richtig gute Spiele rausbringen und an den anderen 10 nicht-veröffentlichten Spielen sparen? Wohlgemerkt ich spreche hier von den großen Spielen, für unsereins (nicht Otto)


    - Oder warum nicht ein einfaches Grundspiel produzieren und Ressourcen und Minis als Option anbieten? Bei Euros ist das ja noch einfacher: Fisch, Holz, Eisen sind ja so Standardressourcen, die könnten sogar verlagsübergreifend genommen werden. Im Standardspiel sind dann halt Plättchen aus Pappe oder Holzwürfelchen. Das kann ja dann ruhig schon dicke Pappe sein. Bei Ameritrash Standees statt Minis und wer Minis möchte, kann dann qualitativ hochwertige Minis dazukaufen.


    Könnte meiner Meinung sogar zeitversetzt passieren. Dann kann man erstmal in Ruhe probespielen und dann irgendwie mit Vorbestellung oder so, um das Risiko der Verlage gering zu halten. Ich finde das ehrlich gesagt gar nicht soooo abwegig. Kenne aber natürlich die Rechnung der Verlage nicht. Fehlerfreie Regeln und Pipapo setze ich übrigens generell voraus, auch bei billigen Spielen

  • Was realistisch ist, gibt es schon.


    Das sind z.B. Deluxe-Upgrade im Rahmen von Crowdfunding (Vorteile für den Verlag: Vorfinanzierung und, fast noch wichtiger, Kenntnis des Bedarfs, denn nichts wäre dümmer als auf unverkäuflichen Luxus-Upgrades sitzen zu bleiben).

    Das sind ebenso allgemeine Materialhändler wie spielmaterial.de oder spezialisiertere Pimp-Kram-Händler Meeple Source auf der anderen Seite des großen Teichs.

    Für Inserts (Plastik / Holz / Foamcore) gibt's genauso wie für Kartenhüllen einen riesengroßen Markt, auf dem sich diverse Firmen tummeln.

    Außerdem gibt es diverse Hobby-Anbieter über etsy & Co, die machen, was der Kunde möchte (und zu zahlen bereit ist). Wobei man hier schon merkt: je spezieller, desto teurer.


    1000 Neuheiten pro Jahr braucht doch eigentlich kein Mensch, oder? Da kann man doch kaum noch gegen anspielen. Warum also nicht als großer Verlag 10 qualitativ richtig gute Spiele rausbringen und an den anderen 10 nicht-veröffentlichten Spielen sparen?

    Ist das jetzt dein Ernst? Die 1000 Neuheiten kommen doch von 300 verschiedenen Verlagen. Welchem Verlag möchtest du verbieten, seine Neuheit rauszubringen? Alle 1000 Neuheiten werden von dem jeweiligen Verlag für "richtig gute Spiele" gehalten, sonst wären sie schließlich nicht veröffentlicht worden. Jeder Verlag hängt in seine Veröffentlichung Zeit und Geld rein, das erstmal wieder reinkommen muss. Das gilt auch für die meisten Crowdfunding-Spiele, denn auch dort ist es üblich, über die vorfinanzierte Menge hinaus Spiele für den Verkauf über Händler zu produzieren, um niedrigere Stückkosten zu erreichen.



    ravn : "100% Qualitätskontrolle bei den Komponenten" -- Das kannst du im Flugzeugbau verlangen, aber nicht bei Brettspielen, da ist's nicht bezahlbar. Es muss ja nicht immer du sein, der die Montagsexemplare erwischt. ;)

  • Ich mach's kurz....

    Die Preise finde ich im Moment schon ok...

    Aaaaber....ich erwarte heute zumindest (ohne Aufpreis) , dass wenn schon dual layer boards, dann wenigstens welche die nicht total verbogen sind und welche man in den Ofen oder sonst wohin legen soll um sie plan auf den Tisch zu bekommen. :lachwein:

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  • Die SPIEL 2017 hatte "Mehr als 1.100 Aussteller aus über 50 Nationen". Selbst wenn die Verlage ihre Neuheiten halbieren würden, hättest Du immer noch mehr Neuheiten, als selbst ein Spielefreak und Vielspieler in einem Jahr spielen könnte. Oder gibt es hier jemanden, der von sich behauptet, die Hälfte aller Neuheiten von 2017 mindestens einmal gespielt zu haben?


    Die Auswahl ist also gegeben und da sollte eigentlich jeder "sein Lieblingsspiel" finden und vorab die Spiele aussortieren können, die dem eigenen Anspruch und Erwartungen an die Qualität nicht genügen. Die Qualität ist also jetzt schon gegeben. Nur eben vergraben in einer unüberschauberen Auswahl. Ein höherer Kaufpreis macht zudem nicht automatisch eine bessere Qualität. Auch weil jeder "Qualität" ganz eigen definiert. Denn was bringen mir persönlich supertolle Miniaturen, wenn mir persönlich das Spielsystem nicht zusagt, weil in meinen Augen purer Murks?

  • ravn


    Absolut richtig. Wäre doch geil, wenn man die Minis deshalb nicht kaufen müsste, bevor man weiß ob sich das lohnt


    Und ich rede auch nicht von jedem kleinen Ömmelverlag, der irgendwie n Kartenspiel rausbringt, sondern von den großen Spielen


    Und auch nicht von Mainstreamspielen, weil Tante Trude interessiert sich herzlich wenig für Minis auf GW Standard. Die darfst du jetzt alle von deiner Rechnung abziehen. Ich rede von dem kleinen Nischenmarkt großer Vielspielerspiele. Also von uns. Die, die solche Brecher kaufen

  • Erst letztens wieder bemerkt, wie unterschiedlich doch die Erwartungshaltung in Sachen Produktqualität sein kann:


    So gut ich Terraforming Mars als Spiel finde, so blöde finde ich die beiliegenden Spielerablagen. Allerdings erst, seit dem ich mit selbst aufgepimpten Broken Token Spielerablagen spiele - sofern ich mein Exemplar denn mit dabei habe. Weil spielt sich einfach entspannter, wenn da schlicht nichts verrutschen kann. Spielbar war das Spiel vorher auch, jetzt nur besser. Obwohl höchstens in einer Partie mal was verrutscht war, sonst nie.


    Im Gegenzug kenne ich Mitspieler, die das Spiel mehr als nur regelmässig spielen - in allen Varianten, sogar mit Drafting & Co. Die spielen weiterhin mit der normalen Version. Keine besonderen Spielerablagen, kein Holzinlay, keine aufgepimpten Statusmarker für Sauerstoff und so. Noch nicht einmal Kartenhüllen. Und die sind absolut zufrieden mit dem Spiel, so wie es ist. Die brauchen gar keine bessere Qualität der Spielkomponenten, obwohl wir hier "nur" von Mehrkosten von rund 70 Euro (Broken Token Inlay mit Spielerablagen und Statusmarker & UltraPro Kartenhüllen) reden, was bei deren Partien im dreistelligen Bereich auf die reine Spielzeit heruntergebrochen ein Schnäppchen wäre.

  • Erst letztens wieder bemerkt, wie unterschiedlich doch die Erwartungshaltung in Sachen Produktqualität sein kann:


    So gut ich Terraforming Mars als Spiel finde, so blöde finde ich die beiliegenden Spielerablagen. Allerdings erst, seit dem ich mit selbst aufgepimpten Broken Token Spielerablagen spiele - sofern ich mein Exemplar denn mit dabei habe. Weil spielt sich einfach entspannter, wenn da schlicht nichts verrutschen kann. Spielbar war das Spiel vorher auch, jetzt nur besser. Obwohl höchstens in einer Partie mal was verrutscht war, sonst nie.


    Im Gegenzug kenne ich Mitspieler, die das Spiel mehr als nur regelmässig spielen - in allen Varianten, sogar mit Drafting & Co. Die spielen weiterhin mit der normalen Version. Keine besonderen Spielerablagen, kein Holzinlay, keine aufgepimpten Statusmarker für Sauerstoff und so. Noch nicht einmal Kartenhüllen. Und die sind absolut zufrieden mit dem Spiel, so wie es ist. Die brauchen gar keine bessere Qualität der Spielkomponenten, obwohl wir hier "nur" von Mehrkosten von rund 70 Euro (Broken Token Inlay mit Spielerablagen und Statusmarker & UltraPro Kartenhüllen) reden, was bei deren Partien im dreistelligen Bereich auf die reine Spielzeit heruntergebrochen ein Schnäppchen wäre.

    Terraforming Mars ist für mich so ein Paradebeispiel für welches ich, für den aufgerufenen VK einiges mehr an Materialqualität erwartet hätte.

    Die Spielertableaus sind für das viele Herumgeschiebe unpraktisch.

    Die Materialwürfel sind echt schlecht da die Ecken halt nicht komplett beschichtet.

    Und dann noch die tollen weißen "Zuckerwürfel" zur Anzeige auf den Leisten....

    Und das Versäumnis ab Zweitauflage etwas zu verbessern.....was ich in diesem Fall aber auch nicht bereit wäre extra zu zahlen da das Spiel eh schon einen echt hohen Preis hat wo der Standard höher sein sollte....

  • Persönliche Ansichten zum Thema Minis/Standees oder Plastik/Holz.



    Bandida Ein gutes Beispiel für mich wäre Scythe und die Erweiterungen. Da hast du eine Menge (hochwertiges) Material in einem euroähnlichen Spiel. Für mich ist der Preis aber gerechtfertigt, da das Material auch über jeden Zweifel erhaben ist und dem Spiel durch die Minis auch zuträglich ist.


    Würde ich mehr für Spiele bezahlen? Ja, aber auch nur dann, wenn ich sicher bin, dass das Spiel zu mir und meiner Spielegruppe passt und ich definitiv Spaß damit haben werde. "Cthulhu Wars" habe ich während der 3ten Kampagne gebacken, als es schon genug Meinungen zum Spiel selbst gab. Gleiches gilt für "Too Many Bones" und "Undertow". Ein weiterer Vorteil ist, dass ich mir nicht die Nachrüstkits (deutsche Übersetzung und bessere Spielertableus/Doomleisten bei "Cthulhu Wars", hellere Karten und genähte Kanten der Neoprenmatten bei "Too Many Bones") kaufen musste und direkt mit einem fertigen Spiel einsteigen kann. Diese Nachrüstkits hätten die Ersparnis der ersten Kampagne bereits negiert und mich am Ende sogar mehr gekostet, ohne dass ich gewusst hätte, ob das Spiel nun wirklich etwas taugt.


    Die beiden Kampagnen waren/sind aber auch meine einzigen bei Kickstarter. Ansonsten habe ich eine Sammlung, die für mich alles wichtige abdeckt und mit der ich sehr zufrieden bin. Bevor ich ein Spiel kaufe, beschäftige ich mich damit und habe deshalb auch so gut wie nie einen "Flop" im Regal verstauben. Gerade in heutiger Zeit, in der die Spielepreise steigen, will ich mein Geld nicht sinnlos ausgeben. Dazu muss man aber auch sagen, dass ich niemand bin, der Spiele kauft, damit er sie anschließend (mit Profit) weiterverkaufen kann. Ich kaufe meine Spiele, damit sie in meiner Sammlung bleiben.


    Besitze ich also schon mehrere aus meiner Sicht hervorragende Euros, dann brauche ich gar kein neues, denn am Ende würden sowohl das neue, als auch meine alten Spiele, in Folge der gestiegenen Auswahl relativ gesehen seltener auf den Tisch kommen. Bei komplexen Spielen birgt das zudem das Problem, dass ich mir die Regeln eventuell wieder erarbeiten muss, da die letzte Partie schon Monate zurückliegt und dass ich so gar nichts von der Spieltiefe mitbekomme, die sich erst bei regelmäßigeren Partien entfalten kann. Ein sehr gutes Beispiel hierbei ist Baseliner , der unglaublich oft "Gaia Project" spielt und jedes mal wieder Spaß am Spiel hat, da es durch seine vielen Völker und Optionen Zeit zum Erlernen benötigt und sich erst nach mehreren Partien mit der selben Rasse offenbart.


    Über neue Spiele lese ich gerne etwas, ich kaufe sie mir auch und ersetze die alten teilweise durch neue Brettspiele, sofern die neuen eine spielmechanische Verbesserung oder Weiterentwicklung bieten. Grundsätzlich bin ich aber zufrieden mit dem was ich bereits besitze und das ist eine wichtige Eigenschaft heutzutage, denn die Verlockungen der Kickstarterkampagnen und die Versprechungen der Publisher sind oftmals sehr verlockend. Da ich keinen großen Wert auf Miniaturen lege, lassen mich auch viele der aktuellen Kampagnen relativ kalt. Bei Cthulhu Wars hätten es auch kleinere "Miniaturen" sein dürfen, aber Arthur Petersen wollte das Spiel ja explizit mit großen Miniaturen als sein letztes Werk verwirklichen. Der Erfolg gibt ihm Recht, wobei er mit einem kleineren Preisschild auch eine breitere Masse an Kunden hätte erreichen können. Wie dem auch sei, bei diesem Spiel sind die Minaturen auch nur nettes Beiwerk, aber das Spiel ist so hervorragend, dass ich die 400€ dafür bereit war zu zahlen. Das war aber eine Ausnahme und "Cthulhu Wars" wird eine meiner Perlen der Sammlug sein und bleiben. Auf Jahre wird der Spielpreis pro Stunde auch vertretbar werden.


    Spiele wie "Terraforming Mars" oder "Klong!" empfinde ich für das, was sie mir bieten, als überteuert. Das mag an der Preispolitik vom Schwerkraftverlag liegen, aber im Vergleich zu einem "Fest für Odin" bietet "Terraforming Mars" bei ähnlichem Preisschild deutlich weniger Material (nicht Spiel). Während es mir "Terraforming Mars" wert war, da mich das Spiel sehr ansprach und ich auch die Langlebigkeit des Spielprinzips sah, zweifel ich bei "Klong!" noch immer, ob es die 50€+ wert ist. Letztendlich kaufe ich Spiele nicht wegen dem Material, sondern wegen der Spielerfahrung und dem Spaß. Bei "Klong!" bin ich mir eben nicht sicher, ob es sich nicht doch relativ schnell abnutzt und deswegen für mich aufgrund des Preises unattraktiv wird.


    Ist ein Spiel mechanisch gut und spricht mich an, dann rechtfertigt es seinen Preis. Das Material spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Ein "Food Chain Magnate" hat mich auch 75€ gekostet (da es die Neuauflage war, ist das noch ein billiger Preis). Es hat schöne Holzkomponenten, sonst ein wenig Pappe und Papier. Für 75€ bekomme ich bei anderen Publishern viel mehr Material, aber dafür auch deutlich weniger Spiel. "Food Chain Magnate" wird zudem in Holland gedruckt und von zwei Personen verlegt, da ist der Preis alleine aufgrund der Auflage schon deutlich höher. Wer Spiele aufgrund des Materials kauft, der kann das gerne machen, muss dann aber aufpassen, dass das Plastik nicht das Fundament des Spiels bildet, welches eigentlich aus einem ausgereiften Regelwerk bestehen sollte.


    Ps: Ich habe Internetprobleme, mein Beitrag kommt ein paar Stunden zeitversetzt, falls Dopplungen mit anderen Posts auftreten entschuldigt das bitte.


    Edit: Bandida Gerade noch die anderen Beiträge nachgelesen. Eine Produktion des gleichen Spiels in zwei Varianten wird wenig Sinn machen. "Cthulhu Wars" wäre nie so gut verkauft worden in der 150$+ Version, wenn es eine abgespeckte für 75$ und mit halb so großen Minis gegeben hätte. Der Aufwand des doppelten Moldings der Formen würde da sehr wahrscheinlich den möglichen Gewinn aushebeln.


    Prinzipiell würde ich aber sagen, wenn du dir bei einer Investition in ein Spiel nicht sicher bist, weswegen du ja erstmal eine kostengünstigere Variante wählen wollen würdest, dann warte doch einfach. Es gibt heutzutage so viele Wege sich zu informieren und wer sich mit einem Spiel auseinandersetzt, der weiß ob es ihm gefällt oder nicht. Wenn es zu einem passt, dann möchte man auch automatisch die bessere Version eines tollen Spiels.


    Die "Probiervariante" würde ich nur wählen, wenn ich wie du ständig Neuheiten probiere und meinen möglichen Verlust klein halten will. Bei einem "normalen" Brettspielkonsum habe ich aber kein Problem damit, für ein nachweislich gutes(!) Spiel mehr Geld auszugeben, da ich lange etwas davon haben werde und es somit auf Dauer sein Preisschild verdient.

    Man kennt mich aus "Ein Absatz kommt selten allein" und "Hör mal wer da tippt". Die Rolle meines Lebens hatte ich wohl 1987 an der Seite von Michael Douglas in "Wall of Text".

    Einmal editiert, zuletzt von fjaellraeven ()

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