[Kickstarter] Empyreal: Spells & Steam


  • Sieht, finde ich, recht interessant aus.

    Regelbuch schon online und mit dem Tabletop Simulator spielbar.

    Hat vielleicht schon jemand das ganze mit dem TTS probiert und kann mehr dazu sagen? Regeln habe ich mir schon angesehen und nehme mir mal vor, vor dem Kampagnen Ende eine Partie zu probieren

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  • Hm. Hatte ehrlich gesagt mehr Tiefe erwartet. Das Teil hier sieht aus wie ein Wasteland Express Delivery Service für Kinder, aber zum Vollpreis. Muss ich wohl oder übel doch erstmal auf dem TTS anspielen, bevor hier das finale Urteil fällt. Ansonsten geht aber natürlich ein großes "JA" an dich, Matthias - ich denke, das Spiel würde viele interessieren. MetalPirate ist wohl gerade im Urlaub, der hätte sonst glaube ich mit Sicherheit auch schon was dazu geschrieben, so hatte er es doch afaik ebenfalls auf seiner Interessenliste für 2018.

    Lg

  • Hatte ehrlich gesagt mehr Tiefe erwartet. Das Teil hier sieht aus wie ein Wasteland Express Delivery Service für Kinder

    hm, sehe ich komplett anders in den Komentaren ist unter anderem vom Designer zu lesen das der komplexitätsgrad im mittleren Bereich


    angesiedelt ist.


    Also vergleichbar mit T.Mars oder Marco Polo evt. etwas darunter. War von Anfang an nicht als schwergewichtiges Spiel geplannt.

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  • Jo. Und außerdem ist es mir ja egal, wie das Spiel geplant war/ist :) Wenn es mir persönlich zu simpel angelegt ist, ist das ja mein Problem. Und selbst wenn - Wasteland selbst wird im Internet (vor allem in den Facebookgruppen) sehr gemischt aufgenommen, weil es den meisten ebenfalls noch zu einfach gestrickt ist. Und das hier sieht eben noch einen Ticken seichter aus. Quasi ungefähr Kennerspielniveau. Und da haben die meisten wohl etwas anderes erwartet:pardon:

    Schön ansonsten, mal wieder von MetalPirate zu hören :) Viel Spaß noch im Urlaub und bis bald wieder!

    Lg

  • Inzwischen habe ich mir die Regeln angeschaut. Weil ich keinen Tabletop Simulator habe und es (aus meiner Sicht) keine brauchbaren Videos zu dem Spiel gibt, muss man sich seine Meinung nur aus den Regeln bilden ... und das ist in diesem Falle trotz nur 12 Seiten "echter" Regeln (plus Anhang mit den ganzen Karten- und Plättchenfunktionen) nicht ganz einfach.


    Bei den relativ einfachen Regeln ist ein Ersteindruck wie

    [...] Hatte ehrlich gesagt mehr Tiefe erwartet. [...]

    für mich nicht überraschend. Ging mir am Anfang ähnlich. "Wie, das ist alles? Nach Seite 12 nur noch Anhang?!" Allerdings glaube ich nach etwas Nachdenken, dass da mehr in dem Spiel drin steckt. Zum einen braucht ein gutes Spiel nicht zwingend viele Regeln, siehe z.B. Concordia, und zum anderen schickt einen die KS-Präsentation gedanklich auch erstmal etwas in die falsche Richtung. Nämlich: Pick-up & Deliver sowie (simples) Train Game. Ist das hier nicht. Richtiger wäre aus meiner Sicht: Area Control sowie modifizierbares (und recht komplex nutzbares!) Rondell. Das will ich im Folgenden etwas erläutern.


    Der Hauptmechanismus besteht aus Aktivierung und Ausbau eines Tableaus mit fünf Spalten, in denen je drei Züge mit allerlei Aktionssymbolen liegen können. Die obersten Züge sind fest aufgedruckt, die Reihen zwei und drei sind zunächst leer und werden durch Nehmen von Plättchen aus einer zentralen Auslage belegt. Über den Spalten steht ein Pöppel. Den zieht man weiter (erste Spalte frei, weitere gegen Zusatzkosten) und aktiviert in der neuen Spalte einen oder (wieder gegen Zusatzkosten) mehrere Züge. Zieht der Pöppel über die letzte Spalte hinaus, darf man Waren liefern; dann kommt der Pöppel wieder auf das "Start"-Feld vor Spalte 1.


    Das ist mechanisch nichts anderes als ein Rondell-Spiel (wie z.B. Navegador), allerdings mit ein paar interessanten Modifikationen. Die Aktivierung ist recht komplex, weil man in jedem Zug stärkere Aktionsmöglichkeiten gegen ansteigende Kosten gewichten muss: neben dem oben genannten Überspringen von Spalten (1/3/6 Mana zusätzlich zum Überspringen von 1/2/3 Spalten) und der Nutzungen mehrerer Züge (1/3 Mana zusätzlich für zweite/dritte Zugaktivierung in einer Spalte) fallen noch Zusatzkosten für stärkere Zugplättchen an. Weil man maximal 9 Mana verfügbar haben kann, ist das nicht ohne. Dadurch, dass man normalerweise nur am Ende der Reihe liefern darf, kommt außerdem noch ein Wettrenn-Element beim Spalten-Überspringen herein. Engine-Building und Engine-Nutzung sind interessant verschachtelt.


    Was mir außerdem gefällt, ist, dass die üblichen thematischen Realismus-Zwänge des Train Game Genres konsequent über Bord geworfen wurden. Empyreal ist in einem magischen Fantasy-Universum angesiedelt und die dadurch gegebenen Design-Freiheiten werden voll ausgenutzt. Die Schienennetzwerke (dargestellt durch Markierung der Hex-Felder mit Markern in Spielerfarbe) müssen z.B. keineswegs verbunden sein. Funktioniert eben magisch. Auch allerlei Sonderfähigkeiten, oft recht interaktiv, sind so möglich: Tausch von Markern mit Mitspielern, Verschieben von Gütern auf Nachbarfelder, etc.


    Bei Empyreal entsteht die Komplexität nicht durch einen Spielablauf, den man am besten mit Ablaufdiagramm versteht, oder durch ähnliche Regellastigkeit. Die Komplexität steckt allein in der Vielzahl von möglichen Aktionen und deren Kombinationsmöglichkeiten. Das finde ich eigentlich recht reizvoll, und da ich eine positive Meinung von Trey Chambers sowie Level 99 Games habe (von dieser Kombination gab es z.B. vorher Argent - The Consortium), könnte ich mir gut vorstellen, dass ich da mitmache.


    Es gibt sicherlich besser aufgezogene KS-Kampagnen, bei denen man für weniger Geld mehr und edleres Spielmaterial bekommt, aber passt da auch immer der spielerische Wert? Und haben da die dahinterstehenden Firmen auch eine genauso einwandfreie KS-Historie? Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, aber ich glaube, mit Empyreal macht man sicher nichts falsch. Im Moment reizt mich allerdings eher die Basisversion. Bei der rund 50% teureren Deluxe-Version fällt es mir derzeit etwas schwer, den Gegenwert für den Aufpreis zu sehen. Die Pappmarker tun es für mich genauso wie die teuren Plastikfigürchen für die ganzen Ressourcen. Da wären die Macher eventuell auch besser beraten gewesen, z.B. anstelle der fest darin enthalten dicken Player Boards irgendwas aus den noch unbekannten Deluxe-only Stretch Goals hinein zu nehmen, das einen klareren Mehrwert bringt.

  • Ein gut gemachtes Regelvideo ist jetzt verfügbar:



    Es ist jedoch ein reines Regelvideo, das sich auf den Spielablauf konzentriert. Die verschiedenen Funktionen von Engines, Specialists, Captains werden leider überhaupt nicht erläutert. Deshalb von mir der ergänzende Hinweis, dass aus den Aktionen und deren variabler Kombination nach meiner Spielregel-Einschätzung ganz wesentlich die Spieltiefe herkommt und insbesondere auch ein großes Maß an Interaktion, denn eine beträchtliche Zahl von Aktionen können sich auf die Mitspieler direkt oder indirekt auswirken.


    Außerdem hätte man ruhig erwähnen können, dass die vorgedruckten Engines auf jedem player board sowie die einzelnen captain-Karten individuell unterschiedlich sind ("individual player powers"). Neben stark unterschiedlichen Fähigkeiten (eine Eisenbahngesellschaft pflastert z.B. gerne ressourcen-vernichtendes Wasteland über Gebiete, wohin andere sich ausbreiten wollen) steckt da auch eine gewisse Portion Terra Mystica im Design drin, denn jede Gesellschaft hat eine eigene Heimatlandschaft und kann sich besonders gut in "benachbarte" Landschaftstypen ausdehnen.


    In dem Spiel steckt meiner Meinung nach deutlich mehr, als dieses Regelvideo bzw. die ersten 12 Seiten der Anleitung (ohne Anhang) zeigen. Wenn nach dem Regelvideo der Eindruck "solide regeltechnische Grundstruktur" da ist, eventuell zusammen mit einem "war das alles?!", dann würde ich ein anschließendes Lesen der Anleitung empfehlen, da muss man hier durch. Dann sieht man auch, was noch im Spiel steckt. Das Regelvideo ist gut gemacht, vermittelt aber leider überhaupt nicht das Spielgefühl, das ich nach Regellektüre erwarte. Muss ein Regelvideo auch nicht, da geht's um das Wichtigste in der gebotenen Kürze. Aber genau deshalb von mir der Hinweis, dass sich hier eine nähere Beschäftigung lohnt. Ich habe mich hier bei Empyreal jetzt für eine Unterstützung der Kampagne entschieden.

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