Begriffe: KI/Automa/Dummyspieler

  • Kann irgendjemand hier von den Herrschaften mir sagen, wie die Begriffe wirklich (offiziell) abgegrenzt werden?


    Also bislang hab ich das für mich persönlich so abgegrenzt:


    AI/KI = Spiel gegen das System; das System bewegt Monster beispielsweise. Haben nicht denselben Spielzug wie der echte Spieler


    Dummyspieler = Gerne so in halbgaren Solomodi, wo Karten rausgenommen oder Aktionsfelder blockiert werden, ohne dass der Dummy wirklich intelligent auf die eigenen Aktionen reagiert. Dummys bauen beispielsweise zufällige Gebäude oder das am weitesten rechts liegende in der Auslage.


    Automa = neu weil (für mich) irgendwie erst später dazugekommen: der etwas intelligentere Dummyspieler, der auch auf eigene Aktionen reagiert?



    Da ich selbst nie Scythe und Viticulture gespielt habe, bin ich mir nicht sicher, ob das so richtig ist oder andersrum oder es gar völlig andere Abgrenzungen gibt. Wer kennt sich da zuverlässig aus?

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  • Huhu,


    ich hätte da ein wenig andere Bedeutungen für die Begriffe.


    Ki/Ai verstehe ich als etwas, dass nach bestimmten Regeln auf Situationen reagiert, wie bei den D&D Brettspielen, wo die Gegner nach einer Matrix agieren. Wenn A dann B, ansonsten C.

    Ist auch bei Gaia Project und dem da inkludiertem Automa so, zuminderten beim aufstellen von neuen Siedlungen.


    Dummyspieler würde ich auch so beschrieben wie du.


    ein Automa ist so viel ich weiß ein Markenname Automa Factory und Games with Automa opponents for solo play | BoardGameGeek für Dummyspieler und Ki's


    Ich hoffe das hilft weiter.


    Gruß

    Ben

    So zieh nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, was sie haben; schone ihrer nicht sondern töte Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!.
    Die Bibel: 1 Samuel 15:3

    Einmal editiert, zuletzt von behlers ()

  • Ki/Ai verstehe ich als etwas, dass nach bestimmten Regeln auf Situationen reagiert, wie bei den D&D Brettspielen, wo die Gegner nach einer Matrix agieren. Wenn A dann B, ansonsten C.

    Ja genau, nach EIGENEN Regeln.


    In Mehrspieler-Eurogames haben beispielsweise alle Spieler dieselbe Zugabfolge:


    - Ein Dummyspieler würde dann – statt dem sinnvollsten Gebäude für ihn – das zufällige Gebäude rausnehmen. Aber größtenteils nach den gleichen Regeln spielen wie die echten Spieler


    - Eine KI spielt nach ganz eigenen Regeln


    Ich weiß halt nur nicht, wie ich Automa genau einordnen soll, weil das so als neuer Begriff auf dem Markt ist. Und eben im Solothread hörte sich das so an, als ob das noch irgendwie was eigenes wäre, der "intelligentere" Dummyspieler. Ich kenne halt die Spiele nicht.

  • Huhu,


    Ich glaube da sind wir uns dann bei Ki und Dummy einig, obwohl ich mir auch vorstellen kann das eine Ki nicht die normalen Spielregeln, denen du als Spieler folgen musst, brechen muss.

    Ich würde sagen eine Ki hat zusätzliche Regeln nicht unbedingt eigene, kann aber damit leben.


    Und Atoma ist einfach die Bezeichnung vom Solomodus von bestimmten Spielen, wird aber in unterschiedlichen Spielen auch unterschiedlich umgesetzt.

    Wird aber auch der Verpackung relativ groß beworben:

    pic3163924.jpg


    Unten Links.


    Gruß

    Ben

    So zieh nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, was sie haben; schone ihrer nicht sondern töte Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!.
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  • Unter dem zitierten Link bei BGG findet man eine Definition für Automa, und aus der Dummy von Alhambra wird in der Liste aufgeführt. Die genannte Firma hat nur aus dem Mechanismus ein Geschäftsmodell gemacht, ob sie ihn auch definiert haben ist nicht ganz klar.

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  • Und welchen soll ich stattdessen nutzen?


    AI ?

    Vielleicht nutzt Du einfach den Begriff, der Dir zutreffend erscheint.


    Solche Begriffsbestimmungsdiskussionen mögen interessant sein, bewirken aber wenig, selbst wenn der diskutierende kleine Kreis sich einig werden sollte, weil aus dieser Einigkeit keine Allgemeingültigkeit folgt.


    Automa ist ein Begriff, der mit Viticulture eingeführt wurde, mittlerweile auch in anderen Spielen Verwendung findet und seinen Weg machen wird. Seine ausdrückliche Herleitung (s. Viticulture-Regel) vom italienischen "automa" (Automat/Roboter) ist für mein Verständnis für Brettspiele griffiger, als etwa KI/AI/Dummy, die alle aus ganz anderen Bereichen kommen. Italienisch wohl, weil Viticulture Weingüter der Toscana als Vorbild hat.


    Das hat für mich eine gewisse Nähe zu der Begriffsdiskussion hier um komplex/kompliziert. Der Duden etwa kennt beide Begriffe und definiert sie mE mit Recht trotz ihres gemeinsamen lateinischen Ursprungs verschieden. Kompliziert=schwierig sehe ich als Gegensatz zu simpel=einfach. Komplex geht in der Bedeutung eher in die Richtung von vielschichtig. Mit der schieren Menge der Regeln hat das nichts zu tun.


    Manchmal hilft nichts, man muss, wenn man über bestimmte Sachverhalte redet, erst einmal klären, woher man kommt, will sagen, wie man verwendete Begriffe versteht. Je elitärer ich mich auszudrücken versuche, um so sicherer kann ich sein, dass man mich nicht versteht. In meinem Beruf habe ich mal gelernt, die Verwendung von Fachsprache zu vermeiden, weil sie außerhalb der Fachwelt von denen, an die wir uns richten, nicht verstanden wird.

  • Aber richten wir uns hier nicht an die Fachwelt?

    Das sehe ich eher nicht so. Wäre es so, dass wir als Forumsteilnehmer eine "Fachwelt" sind, müsste doch eigentlich jeder jeden verstehen, wenn ein Begriff verwendet wird. Was aber tun wir? Wir diskutieren darüber, was der jeweils andere/die jeweils andere Teilnehmer(in) denn meint, wenn er/sie einen bestimmten Begriff verwendet.


    Bestenfalls sind wir eine "suchende" Fachwelt, die ihre Fachsprache erst noch entwickeln müsste.

  • Auch in der sogenanntem Fachwelt wird immer wieder über Begriffe diskutiert und neu definiert, und es gibt auch oft konkurrierende Diskussionen. Fachbegriffe aus Gründen der Einfachheit nicht zu verwenden, ist im Grunde auch wenig zielführend. Vor allem wenn sie konkret nachgefragt werden.

    Es gibt in dem Bereich aber auch niemand, der eine allgemeingültige Definition abgeliefert hätte. Forschung gibt es dazu ja auch eher wenig.

  • Auch in der sogenanntem Fachwelt wird immer wieder über Begriffe diskutiert und neu definiert, und es gibt auch oft konkurrierende Diskussionen. Fachbegriffe aus Gründen der Einfachheit nicht zu verwenden, ist im Grunde auch wenig zielführend. Vor allem wenn sie konkret nachgefragt werden.

    Es gibt in dem Bereich aber auch niemand, der eine allgemeingültige Definition abgeliefert hätte. Forschung gibt es dazu ja auch eher wenig.

    Natürlich können wir über Begriffe diskutieren, macht ja auch irgendwie Spaß.


    Wenn es darum geht, mit einem (einheitlichen?) Begriff einen nichtmenschlichen (sagen wir mal "virtuellen") Gegenspieler zu bezeichnen, müsste man vielleicht erst einmal die Methoden beschreiben, die es bislang für die "Spielweise" virtueller Gegenspieler gibt. Hat man das herausgearbeitet, könnte man sich fragen, ob es einen Sinn macht, diese verschiedenen Ansätze mit dem selben Begriff zu bezeichnen.


    Pedersen, sozusagen Erfinder des Begriffs Automa, macht das, wie man an seiner Verwendung des Begriffs Automa für den virtuellen Gegenspieler in so unterschiedlichen Spielen wie Viticulture, Scythe und Between two Cities sehen kann. Vielleicht führt das ja eines Tages mit der Macht des Faktischen dazu, dass virtuelle Gegenspieler in Brettspielen, egal was sie machen/bewirken, einheitlich Automa genannt werden. Dann hätten wir wenigstens einen in der Fachwelt der Brettspiele entstandenen Begriff mit zumindest in dieser Fachwelt einheitlicher Bedeutung, nämlich "Automa" = "virtueller Gegenspieler".


    Käme das so, hätte ich ja einen Beitrag zur Entwicklung unserer Fachsprache geleistet, indem ich mit "virtueller Gegenspieler" erklärt habe, was "Automa" bedeutet. :D

  • KI = Künstliche Intelligenz dt

    AI = Artifcial Intelligence engl.


    Kommt aus der Computer(spiel)branche. Es beschreibt u.a. allgemein die Steuerung von Computergegnern in Computerspielen.Dadurch, dass diese die "Umgebung" betrachten / analysieren, errechnen sich Verhaltensweisen, die dann eben intelligentes Verhalten simulieren sollen. Es ist nur als Oberbegriff zu sehen. Einige der Algorithmen sind auch selbstlernend, verbessen sich mit einer Art Training selbst. Dies wird auch bei Spielen eingesetzt. Ich vermute, dass Schach so mit einiges der ersten Sachen war, weil genug Interesse dafür da war, sich selbst gute Schachgegner zu schaffen. (Dass die mittlerweile nahezu jeden Weltklassespieler schlagen können, wissen wir). Versteckt ist eine "Bewertungsfunktion". Sagen wir es gibt 50 legale Züge, das Programm bewertet jeden ( wie auch immer - das ist genau die Kunst und Schwierigkeit) und wählt dann Zug Nr. 27 aus, weil der den höchsten Wert der Bewertungsfunktion geliefert hat. Meiner Meinung nach kann sollte die KI damit am schlauesten reagieren können.


    Einen Dummy-spieler verbinde ich eher mit einer Art Zufallsstrategie. Einfach ein weiterer Spieler ist da (vielleicht nötig für die Mindestanzahl) und die Aktion wird zufällig ausgeführt.Muss man z.B. eine Karte ausspielen, wird eben zufällig eine gezogen (vom Nachziehstapel oder eigenen Hand) und diese dann für den Dummy ausgespielt - ohne zu prüfen ob das sinnvoll ist oder nicht. Funktioniert z.B. bei 6-nimmt und anderen Spielen.


    Mit einem "Automa" bin ich bisher nur einmal in Berührung gekommen. Selbstgestaltet als Solo-Variante für "Auf den Spuren von Marco Polo". Man zieht eine Karte und hat eine priorisierte Reihenfolge von Zugmöglichkeiten. Bei Marco - Polo bis zu je 3 pro Karte. Man wählt von oben nach unten, die erste Aktion, die noch möglich ist. Irgendwie muss man sicherstellen, das überhaupt etwas möglicht - aber das ist einfach vom Spiel abhängig. Es enthält also eine Glückskomponente - welche Karte zieht man für den Automa und welche Aktion führt er dann aus. Man kann das Verhalten trotzdem sehr gut kontrollieren / steuern. Verändert man die Anzahl der Karten und auch welche Aktionen auf den Karten abgebildet sind, kann ich sehr stark in die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Aktionen des Automa eingreifen. Z.B. Reisen ist sehr entscheidend bei Marco Polo. Packe ich mehr Reise-aktionenauf die Karten, wird dies öfter passieren und der Automa wird "stärker". Ich kann dies auch erreichen mit besonderen Regeln wie diese Karten gespielt werden. Nach Runde 4 kommen zum Beispiel beim Automa alle gespielten Karten zurück und werden neu gemischt, so dass in der letzten und 5.e Runde wieder alle zur Verfügung stehen.Wäre für mich eine "Mischform" aus Zufall und simulierter Schlauheit. Ein verbesserter Dummy? Weiss nicht wie die anderen, "offiziellen" Automas funktionieren. Dass diese Spieler programmiert sind (automatisch) steckt ja aber quasi schon im Namen.

  • Automa ist ein Begriff, der mit Viticulture eingeführt wurde, mittlerweile auch in anderen Spielen Verwendung findet und seinen Weg machen wird

    Interessanterweise lese ich von diesem Begriff hier in diesem Thread zum ersten Mal.

    Das mag daran liegen, dass Viticulture, Scythe und Between two Cities, aber auch Gaia Project nicht in Dein Beuteschema fallen.

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  • Musste was neues erfinden. AI ist ja bloß KI auf Englisch ...

    Das ist mir schon klar (deswegen steht's oben nebeneinander). Beantwortet aber nicht meine Frage, was ich stattdessen nehmen soll.

    Vielleicht nutzt Du einfach den Begriff, der Dir zutreffend erscheint.


    Solche Begriffsbestimmungsdiskussionen mögen interessant sein, bewirken aber wenig, selbst wenn der diskutierende kleine Kreis sich einig werden sollte, weil aus dieser Einigkeit keine Allgemeingültigkeit folgt.

    DAS ist genau der springende Punkt. Bis gestern war ich der Meinung, DASS es allgemeingültig ist. Bis du mir gesagt hast, ein Dummyspieler wäre das, was ich eher unter KI verstehe.

    Je elitärer ich mich auszudrücken versuche, um so sicherer kann ich sein, dass man mich nicht versteht. In meinem Beruf habe ich mal gelernt, die Verwendung von Fachsprache zu vermeiden, weil sie außerhalb der Fachwelt von denen, an die wir uns richten, nicht verstanden wird.

    Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich erreichen will. Ich suche nicht nach elitären Begriffen, sondern versuche etwas zu vereinfachen. Ich bin Solospieler und schreibe Solorezensionen. KI und Dummyspieler sind quasi mein täglich Brot. Wenn ich also nicht jedesmal mit einem 5-Zeiler umschreiben will, was das Spiel für einen Gegner hat, brauche ich kurze "Fachbegriffe". Und wie gesagt: bis gestern dachte ich, diese Begriffe wären so, wie ich sie oben erklärt habe, allgemeingültig. Ich mache mir auch nicht jeden Tag Gedanken darüber, ob und wie wohl jeder Unknowns-User "Workerplacement" definiert.


    Kommt es also zur Sprache und ich merke, dass jemand (du) das anders sieht, dann mache ich einen thread auf um zu fragen, wie andere User das sehen. Nicht dass ich jedes Mal Begriffe verwende, die außer mir keiner kennt oder anders interpretiert werden. So geschehen bei "komplex" und "kompliziert". Diese Diskussionen haben schon Sinn. Solche Sachen sind nämlich oft der Grund, warum wir (gerade hier; unknowns-typisch ;)) so oft aneinander vorbeireden.


    Es macht spielerisch nämlich einen himmelweiten Unterschied, ob ich eine KI oder einen Dummy habe. Ich persönlich mag z.B. keine Dummys. Das ist FÜR MICH wichtig. Wenn man das Wort nur 2x im Jahr braucht, mag es vllt. nicht so wichtig sein.

    Wenn es darum geht, mit einem (einheitlichen?) Begriff einen nichtmenschlichen (sagen wir mal "virtuellen") Gegenspieler zu bezeichnen, müsste man vielleicht erst einmal die Methoden beschreiben, die es bislang für die "Spielweise" virtueller Gegenspieler gibt.

    Genau das habe ich oben getan:


    - intelligent mit eigenen Regeln (bei mir KI); Wenn A dann B, ansonsten C

    - zufällig, oftmals mit denselben Zugregeln wie die Spieler; Karten aus dem Spiel nehmen, Aktionsfelder blockieren, etc.

    Einen Dummy-spieler verbinde ich eher mit einer Art Zufallsstrategie. Einfach ein weiterer Spieler ist da (vielleicht nötig für die Mindestanzahl) und die Aktion wird zufällig ausgeführt.Muss man z.B. eine Karte ausspielen, wird eben zufällig eine gezogen (vom Nachziehstapel oder eigenen Hand) und diese dann für den Dummy ausgespielt - ohne zu prüfen ob das sinnvoll ist oder nicht.

    So haben behlers und ich das auch definiert. Und KI eben angelehnt wie du es oben erklärt hast: eine (halb)intelligente Mechanik

  • AI/KI = Spiel gegen das System; das System bewegt Monster beispielsweise. Haben nicht denselben Spielzug wie der echte Spieler

    Eine KI hat auch in meinen Augen eben gerade NICHT eigene Regeln, sondern "will" ein echter Spieler sein - spielt also daher auch nach den Regeln der Spieler. Wie gut oder schlecht die Analyse/Algorithmen dann sind, die für die Entscheidungen zuständig sind, hängt von dem eingesetzten Medium ab. Realistisch gut kann so eine KI meiner Meinung nach nur mit Rechnerunterstützung sein. Denn wenn der Spieler die Algorithmen durchschauen kann, dann ist die KI "spielbar" für den menschlichen Spieler.

    Natürlich kann eine KI zusätzlich auch noch nach eigenen Regeln spielen; das ist meiner Meinung nach aber kein Erkennungs-Merkman einer KI.

  • Klar hat sie eigene Regeln. Du musst ja irgendwie das Denken des echten Spielers simulieren.


    Wenn du eine Karte nehmen sollst, nimmst du sie dir einfach.


    Der Denkprozess (warum ausgerechnet diese Karte) muss bei ner KI über eine Mechanik geregelt werden. Wenn A dann B, ansonsten C beispielsweise


    Macht fast jedes AT Game so (Zugbewegung Monster z.B.)

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  • Der Denkprozess (warum ausgerechnet diese Karte) muss bei ner KI über eine Mechanik geregelt werden. Wenn A dann B, ansonsten C beispielsweise

    Du suchst das Wort Algorithmus ;)

    Ein Algorithmus ist eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer Klasse von Problemen. Algorithmen bestehen aus endlich vielen, wohldefinierten Einzelschritten.

  • In meiner Wahrnehmung war ‚Automa‘ bislang lediglich ein Markenbegriff für ‚Bot‘, so wie ‚Tempo‘ für ‚Papiertaschentuch‘ (im Englischen eben ‚Kleenex‘). Also die Bots eines bestimmten Autors.

    Der Anfang von Automa war kein Markenbegriff. Er ist entstanden, als Jamey Stegmaier bei der Entwicklung von Viticulture einen Solomodus einführen wollte, aber jemanden brauchte, der diesen für das Spiel entwickelte. Das war dann Pedersen, der den Begriff Automa dem Italienischen entlehnt hat. Nachdem sich Automa in Viticulture etabliert hat, ist erst das Label "Automa Factory" entstanden, wenn ich das richtig verfolgt habe. Mittlerweile ist Pedersen fest für Stonemaier Games tätig und sein Label findet sich auf nach Viticulture entstandenen Spielen, für die er die Solovariante entwickelt hat, die er stets Automa nennt; egal was der Automa im Spiel konkret bewirkt, jedenfalls ist er immer kartengesteuert.


    "Bot" ist mir im Brettspielbereich auch schon begegnet. In Anachrony heißt der virtuelle Gegenspieler "Chrono-Bot".

  • Ich glaube, da reden wir aneinander vorbei.

    Ich hatte Dich so verstanden, dass die KI nach anderen SPIELREGELN spielt, als der menschliche Spieler - zum Beispiel keine Ressourcen sammeln muss, sondern einfach so Gebäude platziert oder so...

    das wäre Dummiespieler [sic!]


    yzemaze


    Siehst du, und MIR wird vorgeworfen mit Fachbegriffen zu hantieren ;)

  • Wenn es Dir nur um die eigene Definition für einen Artikel geht,dann nutze einen ein Glossar, und definiere dort die Begriffe. Kannst Du dann auch im Artikel verlinken, wenn nötig auch mit dem Hinweis im Glossar,dass Du deine Definitionen nutzt, aus diesem und diesem Grund.

    Für deine Artikel braucht es ja nicht eine wissenschaftliche, allgemeingültige Definition. Selbst im Bereich der Computerspiele, wo schon mehr geforscht wird, finden sich für KI noch keine ausführlichen und unumstrittenen Definitionen. Der Begriff KI als solches ist sogar umstritten, weil er mehr verspricht, als er aktuell halten kann.

  • Der Denkprozess (warum ausgerechnet diese Karte) muss bei ner KI über eine Mechanik geregelt werden. Wenn A dann B, ansonsten C beispielsweise

    Du suchst das Wort Algorithmus ;)

    Ein Algorithmus ist eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer Klasse von Problemen. Algorithmen bestehen aus endlich vielen, wohldefinierten Einzelschritten.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

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  • Ich persönlich sehe keinen prinzipiellen Unterschied zwischen "virtueller Spieler baut immer ein Häuschen auf den linkesten freien Platz" und "die realen Spieler müssen nach mehr oder weniger komplizierten Regeln berechnen, wohin der virtueller Spieler sein Häuschen setzt". Wenn man das erste "Dummy-Spieler" nennt (negativ besetzt) und das zweite "künstliche Intelligenz" (positiv besetzt), dann schafft das meiner Meinung nach einen Unterschied, der eigentlich gar nicht da ist. Das erste ist eine Teilmenge des zweiten; "immer ganz links" ist halt bloß eine extrem einfache mögliche Platzierungsregel, und von dort an gibt's einen fließenden Übergang bis zu beliebig komplexen Vorschriften, die von dem/den realen Spieler(n) gar nicht mehr vernünftig umsetzbar sind. Das Grundprinzip bleibt das Gleiche.


    Den Begriff "Künstliche Intelligenz" würde ich persönlich reservieren wollen für Umsetzungen von Handlungsanweisungen für virtuelle Spieler, bei denen sich diese exakt (!) an die gleichen Regeln wie reale Spieler halten müssen. Also z.B. nicht Häuschen einfach bauen ohne Ressourcen abgeben zu müssen. Oder Felder einfach so blockieren, auch wenn sie dafür im Gegensatz zu menschlichen Spielern keine Einsetzkosten bezahlen müssen. Dabei ist mir natürlich völlig klar, dass das in nicht völlig trivialen Brettspielen im Gegensatz zu Computerspielen gar nicht erst machbar ist. KI geht in Computerspielen, aber nicht am Brett. Da gibt's deshalb für mich keine "Künstliche Intelligenz", sondern nur unterschiedliche Formen von regelbasierten Systemen, die Spiele so modifizieren, dass sie für Spielerzahlen spielbar werden, die im normalen Spiel eigentlich nicht vorgesehen waren. Klassischerweise oft 2er Varianten mit Dummyspieler, in der modernen Brettspielwelt üblicherweise Solo-Varianten.


    Eigentlich reden wir dann auch schon von anderen Spielen, die mit dem (Multiplayer-)Originalspiel nur noch mehr oder weniger viel zu tun haben. Mir persönlich gefallen solche regelbasierte Umsetzung virtueller Spieler nur in Ausnahmefällen. Meist machen sie ein Spiel schlechter. Im Solo-Bereich ist das auch gar nicht mal nötig, siehe z.B. Terraforming Mars. Das wurde unter Verzicht auf jegliche virtuelle Mitspieler gleich konsequent zum Solo-Optimier-Puzzle mit ganz eigenen Regeln umgebaut. Finde ich persönlich besser so. Aber das darf natürlich jeder so sehen, wie er möchte.


    Was man den "Automa"-Umsetzungen von Herrn Pedersen allerdings lassen muss -- und das bin ich auch gerne bereit anzuerkennen! -- ist die Tatsache, dass man etwas erreichen kann, wenn man sich bei der regelbasierten Umsetzung von virtuellen Spielern Mühe gibt. In der Vor-Automa-Zeit wurde sowas doch allzu oft mit eher wenig Aufwand und Playtesting mal schnell hingeschludert, um eine niedrigere Mindestspielerzahl auf die Schachtel schreiben zu können, einfach weil die Marketing-Abteilung des Verlages es wollte. Dass "Automa" zur Marke wurde, hat sich der Herr Pedersen redlich verdient.

  • Ein weiteres Beispiel, wo die Entwicklung des Bots gelungen sein soll, wären die #Funkenschlag -Roboter. Ich habe irgendwo gelesen, dass manche die soagar mitspielen lassen, wenn sie mit drei oder vier Spielern eigentlich genug für eine Partie ohne sie wären.

    Ich habe den Roboter einmal in einer 2er Partie mitspielen lassen, wir fanden das aber nicht so besonders gut. Vielleicht lag's aber auch an der Zusammenstellung der Einzelteile.

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