Von Zwangsgebühren, Betacam und Steinzeit TV

  • Technisch ohne Weiteres möglich wäre ein Verschlüsselung.

    Das wäre in der Tat eine Möglichkeit, den Nutzerkreis zu limitieren (ginge i. ü. auch beim Digital-Radio). Das „ohne Weiteres“ ist allerdings relativ. Eine Verschlüsselung schafft naturgemäß technische Hürden für Inhalte, die eigentlich jeder auf möglichst einfache Weise empfangen können sollte, und bringt evtl. die Probleme mit sich, die Premiere/Sky schon seit Jahrzehnten plagen. Wenn sie sich aber auf Oma-Erna-kompatible Weise umsetzen ließe, spräche aus technischer Sicht meines Erachtens wenig dagegen. Damit einher ginge ja sogar der Vorteil, dass die Programme auch im Ausland nicht mehr frei zu empfangen wären, somit gewisse Urheberrechtsprobleme vermieden werden und manche Lizenzen günstiger sein könnten. (iirc der Hauptgrund für die Verschlüsselung beim ORF, nur ist die Lage dort aufgrund der Größe Österreichs noch mal deutlich anders.)


    Kritisch sehe ich daran allerdings, dass Verschlüsselung Urheberrechtsproblematiken, sowie Probleme mit Zitaten und Remixkultur heraufbeschwören dürfte. Das KO-Kriterium ist aus meiner Sicht, dass sich in diesem Szenario nicht mehr jeder jederzeit mittels ÖR über das Weltgeschehen informieren könnte. Es werden garantiert Leute ausgeschlossen werden, selbst wenn man dafür sorgen sollte, dass z. B. auch mittellose Bürger und Geflüchtete Zugang erhalten können. Das Problem sind die Hürden dabei, wenn es nicht mehr reichen sollte, einfach den Fernseher hinzustellen und zu verkabeln … Mag sein, dass ich das zu schwarz sehe (no pun intended), aber vielleicht können wir uns ja in ein paar Jahren am realen Beispiel damit auseinandersetzen. Wenn es nicht aufgrund des BVerfG-Urteils notwendig werden sollte, wäre ich jedenfalls nicht überrascht, wenn Verschlüsselung früher oder später schon aufgrund von Urheberrechten eingeführt werden würde.

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  • Vorweg: Ich bin für eine unabhänig finanzierten Öffentlich-rechtlichen Rundfunk und halte ihn bisher für unverzichtbar. Gerade in einer Zeit in dem Menschen wieder anfangen an eine flache Erde (und andere Verschwörungstheorien) zu glauben, ist es wichtig einen gewissen qualitativen Gegenpool zu bieten.


    Ich frage mich jedoch, ob die Struktur nicht optimiert werden könnte, um dadurch Kosten einzusparen.


    Ein Beispiel:

    Sind kleine Rundfunkanstalten wirklich notwendig? Der SR und Radio-Bremen sind beispielsweisee eigenständige Rundfunkanstalten inkl. eigener Verwaltung, etc. Würde es nicht ausreichen, wenn Radio-Bremen sich dem NDR anschließen würde und zu einem Regionalstudios umgewandelt werden würde? Ähnliches könnte ich mir auch bei dem SR oder dem RBB vorstellen.

    Grundsätzlich fände ich eine Konsolidierung auf fünf Rundfunkanstalten (Nord, Süd, West, Ost, ZDF) mit verteilten Regionalstudios sinnvoll. Dadurch könnten meiner Meinung nach massiv Verwaltungskosten eingespart werden, ohne, dass nur eine Sendung weniger produziert werden würde.

  • Radio Bremen und der SR kooperieren schon ziemlich viel mit den regional nahen Anstalten, NDR und SWR.

    Das SR Programm ist zwar teilweise wirklich sehr bieder, zum Beispiel der Flohmarkt, aber auch absolut nah an den Menschen im Sendegebiet, die Videotext Redaktion ist im Vergleich zu der, des SWR deutlich besser, und das bei insgesamt deutlich geringerem Budget.

    Auch der Anteil am kulturellen Leben im Saarland ist nicht zu unterschätzen. Da dürfte sich eher der SWR noch was abgucken, obwohl der auch ganz gut ist, aber eben nicht so effizient und regional.

  • Radio Bremen und der SR kooperieren schon ziemlich viel mit den regional nahen Anstalten, NDR und SWR.

    Das SR Programm ist zwar teilweise wirklich sehr bieder, zum Beispiel der Flohmarkt, aber auch absolut nah an den Menschen im Sendegebiet, die Videotext Redaktion ist im Vergleich zu der, des SWR deutlich besser, und das bei insgesamt deutlich geringerem Budget.

    Auch der Anteil am kulturellen Leben im Saarland ist nicht zu unterschätzen. Da dürfte sich eher der SWR noch was abgucken, obwohl der auch ganz gut ist, aber eben nicht so effizient und regional.

    Ich glaube das ist ein Missverständnis. Es geht mir nicht darum das derzeitige Programm des SR oder anderen Rundfunkanstalten abzuschaffen bzw. deren Programmvielfalt einzuschränken. Meine Intention war Verwaltung, Indendanten, usw. einzusparen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Programm wie gewohnt weiter gesendet werden könnte, wenn man die Rundfunkanstalten zusammenlegen würde und den ganzen administrativen Overhead dadurch reduzieren würde.

    Die Zuschauer bzw. Zuhörer würden kaum etwas mitbekommen. Jedoch könnten dadurch meiner Meinung nach (erhebliche) Kosten eingespart werden.

    Das wird jedoch nur ein frommer Wunsch bleiben. Alle Rundfunkanstalten sind per Definition eigenständig und ein Zusammenschluss würde auch zeitgleich Machtverlust für die jeweiligen Intendanten bedeuten. Wer schafft schon freiwillig seinen eigenen Arbeitsplatz ab.

  • Der SR hat seit 1992 die Zahl seiner Mitarbeiter um mehr als 30 % reduziert, die Verwaltung dürfte auch nicht allzu groß ausfallen. Ein Intendant ist auch nicht komplett überflüssig, und um eine gewisse Wirkung zu zeigen entfalten muss er auch präsent sein. Gerade WDR und NDR sind da für ihre Größe schon recht effektiv, allerdings pulvert der WDR für viele andere Sachen gut Geld raus. Dafür sind freie Mitarbeiter bei allen Sendern oft in einer prekären Situation. Problematisch sind die Produktionsfirmen wie Degeto usw... und bestimmte Inhaltslizenzierungen.

    Natürlich ist der Personalanteil an den Kosten über 50%, der wirkliche Haken sind da aber die Renten der ehemaligen Angestellten, soweit ich weiß. Das wird sich aber nur auf natürlichem Wege lösen. ;)

    Einsparpotential gibt es immer, das Volumen ist aber vermutlich deutlich geringer als man denkt.

  • Die Intendanten von SDR und SWF haben es Ende der 90er getan und auch die Fusion von ORB und SFB zum RBB (2002/2003) sollte man nicht vergessen. Es gab also schon entsprechende Fälle und so ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee nicht.

    Allerdings sind Fusionen auch nicht das Allheilmittel, wenn die Strukturen aufgrund Proporzgedanken in (großen?) Teilen erhalten bleiben: SWR-Verwaltungseinheiten in Stuttgart, Baden-Baden und Mainz – RBB Hauptfunkhäuser in Potsdam und Berlin …

  • Das ist keine "Meinung", das ist eine Studie, die da zitiert wird. Und es ist nicht die einzige. Und die beruht auf Selbstauskünften der Journalisten. Man darf das als Fakt auch einfach mal zur Kenntnis nehmen, oder?

    Nein, darf man nicht. Das Ergebnis einer Studie ist nicht automatisch ein Fakt. Und weil das wirklich wichtig ist, wiederhole ich es noch mal: Das Ergebnis einer Studie ist nicht automatisch ein Fakt.


    Dass du dies glaubst, macht mir einerseits Angst - andererseits passt es aber dazu, dass du an Verschwörungstheorien glaubst ...


    Einfach mal ein Denkanstoß: Zu vielen Studien gibt es Gegenstudien, die zu einem anderen Resultat kommen. Wie könnten das also Fakten sein, wenn sie sich widersprechen?


    Ein zweiter Denkanstoß: Eine Studie alleine betrachtet sagt überhaupt nichts aus, sofern man nicht auch betrachtet, wer sie in Auftrag gegeben hat und welche Intention der Auftraggeber gehabt haben könnte. (Dasselbe gilt übrigens auch für Statistiken.)

    ARD wirbt ja auch zumindest im Vorabendprogramm.

    Aber eben nicht im Abendprogramm, und deshalb hinkt jeder Vergleich mit Privatsendern.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    4 Mal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Beitrag von behlers ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Nein, darf man nicht. Das Ergebnis einer Studie ist nicht automatisch ein Fakt. Und weil das wirklich wichtig ist, wiederhole ich es noch mal: Das Ergebnis einer Studie ist nicht automatisch ein Fakt.

    Natürlich ist "das Ergebnis einer Studie nicht automatisch ein Fakt". Wenn Du aber nicht unterstellen möchtest, dass die Selbstauskünfte der Journalisten gefälscht wurden - und das in mehreren Studien, diese hier ja sogar offenbar europaweit -, dann machst Du es Dir ein bißchen einfach. Ich kann auch auf jedes Argument von Dir erklären: "Die Behauptungen von Wissenschaftlern oder die Ergebnisse von Experimenten sind nicht automatisch ein Fakt". Das ist ein Allgemeinplatz, mit dem man sich jeder Diskussion entziehen kann.

    Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
    Die Bibel: Johannes 3,16

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  • Dass du dies glaubst, macht mir einerseits Angst - andererseits passt es aber dazu, dass du an Verschwörungstheorien glaubst ...

    Ich habe mehrere Studien zitiert, die Du offenbar ohne jedes konkrete Gegenargument nicht beachten möchtest. Vermutest Du etwa eine sinistre "Intention der Auftraggeber"? Sieht für mich so als, als würdest eher Du an Verschwörungstherien glauben. Ansonsten darfst Du es gerne auch mal mit einem konreten Argument versuchen.

    Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
    Die Bibel: Johannes 3,16

  • Ein Intendant ist auch nicht komplett überflüssig, und um eine gewisse Wirkung zu zeigen entfalten muss er auch präsent sein.

    Überflüssig ist er bestimmt nicht. Man sollte sich nur fragen, wie viele braucht man wirklich. Brauche wir wirklich 11 (zumindest glaube ich, dass es 11 sind) oder vielleicht 20 oder reichen auch 5?


    Zitat


    Gerade WDR und NDR sind da für ihre Größe schon recht effektiv, allerdings pulvert der WDR für viele andere Sachen gut Geld raus. Dafür sind freie Mitarbeiter bei allen Sendern oft in einer prekären Situation. Problematisch sind die Produktionsfirmen wie Degeto usw... und bestimmte Inhaltslizenzierungen.


    Das kann ich bestätigen. Es sind aber nicht nur die großen die sehr viel Geld rauspulvern. Während meiner Zeit bei der ARD als externer Mitarbeiter habe ich so manches gesehen bei dem ich mich gefragt habe: "Und dafür bezahle ich meine GEZ-Gebühren (heute Rundfunkbeitrag)"
    Aber soetwas findet man leider in so gut wie jedem Großunternehmen.



    Zitat


    Natürlich ist der Personalanteil an den Kosten über 50%, der wirkliche Haken sind da aber die Renten der ehemaligen Angestellten, soweit ich weiß. Das wird sich aber nur auf natürlichem Wege lösen. ;)


    Ja das Stimmt. Die frühen Arbeitsverträge mit den extrem hohen Rentenversprechungen fällt der ARD gerade in der Zeit der Niedrigzinnspolitik auf die Füße. Bis sich das Problem "löst" kann es aber noch sehr lange dauern.



    Zitat


    Einsparpotential gibt es immer, das Volumen ist aber vermutlich deutlich geringer als man denkt.


    Mir fallen schon viele Punkte ein, bei denen man sparen könnte, ohne dass es Auswirkungen auf das Programm hätte und ich hatte nicht den Einblick in alle Bereiche.


    Und gerade bei der immer geringer werdenen Akzeptanz gegenüber dem Öfftenlich-rechtlichen Rundfunk wäre es ein tolles Zeichen, wenn sich die Rundfunkanstalten hinstellen könnten und verkünden würde, dass sie aufgrund großer Sparanstrengungen den Rundfunkbeitrag senken werden. Auch wenn es sich nur um einen kleinen Betrag handeln würde, wäre das Medienecho unbezahlbar und die Bevölkerung hätte vielleicht ein wenig mehr vertrauen darin, dass mit ihrem Geld bewusst umgegangen wird.




  • Lazax : Ich habe mich inhaltlich überhaupt nicht zu den Studien geäußert, weil sie mich persönlich gar nicht interessieren. Ich habe auch mitnichten sagen wollen, dass die Studien falsch sind. Ich habe lediglich deiner Aussage widersprochen, das Ergebnis der Studie sei ein Fakt. Denn ob das wirklich ein Fakt ist, kann niemand von uns beurteilen, ohne sich intensiv mit dem Auftraggeber und dessen möglicher Intention auseinanderzusetzen.


    Das war eine ganz allgemeine Aussage. Denn ich reagiere etwas allergisch darauf, wenn jemand etwas als Fakt darstellen will, das kein Fakt ist. So ganz allgemein. Weil das unseriös ist.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Während meiner Zeit bei der ARD als externer Mitarbeiter habe ich so manches gesehen bei dem ich mich gefragt habe: "Und dafür bezahle ich meine GEZ-Gebühren (heute Rundfunkbeitrag)"
    Aber soetwas findet man leider in so gut wie jedem Großunternehmen.

    Eben! So traurig das auch ist: Weshalb sollte es also in der ARD anders sein? ;)

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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