Erstmals "Wie verhext" und "Serendipity" gespielt

  • Gestern konnte ich zwei Neuheiten spielen.


    Wie verhext:
    Es ist eine Art Stichspiel. Jeder bekommt die gleichen 12 Karten auf die Hand, von denen er jede Runde 5 beliebige aussuchen darf, die er nutzen möchte. Die Karten stellen unterschiedliche Personen dar, die einem Resourcen bringen (Holztropfen in jeweils einer von 3 Farben oder Gold), Resourcen tauschen lassen, einen von 3 Tränken brauen lassen oder eine Sonderaktionen bieten. Auf jeder Karte gibt es eine Hauptaktion und eine Nebenaktion.
    Der Startspieler spielt die erste Karte aus. Die Spieler müssen nun nacheinander, wenn sie dieselbe Karte auf der Hand haben, diese ausspielen. 2 Optionen bestehen:
    Man möchte die Hauptaktion nutzen. Dann geht der Startspieler auf jeden Fall leer aus und man selbst muss zittern, denn wenn ein nachfolgender Spieler die Karte ausspielt und die Hauptaktion nutzt, geht man selbst auch leer aus. Immer nur der letzte, der die anfangs gespielte Karte ausspielt und die Hauptaktion einfordert, darf diese nutzen, die anderen gehen leer aus.
    Alternativ kann man die Nebenaktion nutzen. Die darf ich sofort nutzen und kann mir keiner streitig machen, aber sie ist auch schwächer. Man bekommt weniger oder nur eine Ersatzaktion.
    Hinten zu sitzen ist günstig, die nächste Karte muss aber der Spieler ausspielen, der die Hauptaktion nutzen durfte.
    Siegpunkte gibts durch das Brauen von Tränken mittels der Holztropfen oder durch mit Gold eingetauschte Tränke.
    Nettes kleines Spiel, das ich wieder mitspielen würde, aber für mich kein must have. Wenn die Karten in der falschen Reihenfolge gespielt werden, kann eine ganze Rundenplanung in die Binsen gehen. Am Günstigsten ist es natürlich, wenn die von mir ausgewählten Karten kein anderer genommen hat. Aber das ist nur schwer einschätzbar. Die Nebenaktion geschickt einzusetzen ist wichtig, da man so nicht leer ausgeht und auch nicht Startspieler werden muss. Also das Chaos ist schon recht bestimmend, auch wenn mit der Spielerfahrung manche wahrscheinliche Aktion der Gegner besser eingeschätzt werden kann.
    Das Schachtelformat hätte ruhig auch in der San Juan Größe sein dürfen, für eine Augsburg Schachtel muss doch viel Luft miteingepackt werden. Aber egal, Wie verhext ist eine gelungene Erweiterung für die Alea-Reihe - wie einfach, wie anspruchsvoll...


    Und dann noch Serendipity:
    Was für ein Name. Hat irgendwas mit Glück zu tun. Aber ob der glücklich gewählt ist. Für mich eher ein Zungenbrecher.
    Für Leute, die Abwechslung zu den bekannten Memories und ihren Varianten wollen, ist das eine nette Geschichte. Es gibt 6 verschieden Farben jeweils mit 13 Plättchen. Zusätzlich 13 namensgebende Serendip-Plättchen, nichts anderes als Joker. Die Plättchen sind 6-eckig und werden alle verdeckt als großes 6-Ecke auf den Tisch gelegt. Jeder Spieler wählt eine Farbe. Der Spieler am Zug deckt ein Plättchen auf und zeigt es allen. Ist es eine fremde Farbe, legt er das Plättchen verdeckt wieder zurück. Ist es die eigene, bleibt es offen liegen. Er hat dann 2 Möglichkeiten: Entweder ein weiteres Plättchen aufdecken oder sein gerade aufgedecktes mit einem verdeckten tauschen (also die Position). Wozu? Bei Spielende bekommt man Punkte für die größte Fläche der eigenen Farbe. Also versucht man alle seine Plättchen zum gemeinsamen großen Kuscheln zu bringen. Die Jokerplättchen bieten zusätzliche Tauschmöglichkeiten und bringen Extrasiegpunkte, wenn sie bei Spielende an oder in der eigenen Farbfläche liegen.
    Merken, wo welche Plättchenfarbe liegt, hoffen, auch Serendip-Plättchen aufzudecken und ein bisschen Taktik sind gefragt. Taktik? Ja, so ein klein wenig. Wie und wo ich meine Fläche baue ist zu bedenken, man kann versuchen gegnerische Farbflächen in 2 Hälften zu teilen.
    Name und Farben wirken ein wenig meditativ, alternativ. Och, mit meinen Kindern würde ich das spielen. So bis maximal 10 Jahre. Und ab 50 Jahre könnte es auch wieder interessant sein. Zumindest spannender als das, was Ravensburger für die älteren Spieler sich so ausgedacht hat. In den 40 Jahren dazwischen kann man sich auf all die anderen schönen Brettspiele stürzen (Was jetzt nicht heißen soll, dass man das nach 50 nicht auch tun darf.).

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